Entfernen der alten Natur

Der Bund der Beschneidung

Und er [Gott] gab ihm [Abraham] den Bund der Beschneidung- 
Apostelgeschichte 7:8

Michael Nekora)

Das Thema der Beschneidung wurde das erste Mal in 1. Mose 17 erwähnt. Gott sprach zu Abram und sagte ihm, dass er in eine Bundesbeziehung mit Ihm eintritt. Er wechselte Abrams Namen in Abraham and versprach ihm und seinem Samen nach ihm das ganze Land Kanaan zum „ewigen Besitztum.“

Als ein Beweis oder Zeichen für diese besondere Bundesbeziehung zwischen Gott, Abraham und Abrahams Samen verlangte Gott, dass der 99jährige Abraham sich beschneiden ließe, und dass jeder männlichen Geschlechts in seinem Haus, ganz gleich ob Familienmitglied oder Sklave, auch beschnitten werde. Von diesem Zeitpunkt an musste jeder, der in Abrahams Familie eintrat oder in die seiner Kinder oder in die seiner Kindeskinder, ewiglich dieser Zeremonie folgen, zeigend, dass sie ein Teil von dieser Bundesabmachung war.

Die Vorgehensweise war nicht wahlfrei: "Und der unbeschnittene Männliche, der am Fleische seiner Vorhaut nicht beschnitten wird, selbige Seele soll ausgerottet werden aus ihrem Volke; meinen Bund hat er gebrochen!" (1. Mose 17:14)

Ismael war dreizehn Jahre alt, als er und sein Vater beschnitten wurden. Aus diesem Grund beschneiden Araber, welche ihre Abstammung zurückverfolgen zu Abraham durch Ismael, ihre Knaben immer noch im Alter von dreizehn.

Jedoch sprach Gott von diesem Zeitpunkt an, dass die Beschneidung der Knaben am achten Tag zu geschehen hat. Wenn somit Isaak ein Jahr später geboren wäre, wäre er am achten Tag beschnitten worden. Die Wichtigkeit des achten Tages war so groß, dass als Israel die Zehn Gebote erhielt, diese ausdrücklich angaben, dass am Sabbat keine Arbeit auszuführen sei, mit Ausnahme der Beschneidung. Jesus gebrauchte diese Ausnahme in seiner Antwort an die Pharisäer, welche ihn beschuldigten, den Sabbat zu brechen durch das Heilen einen Mannes: "Deswegen gab Moses euch die Beschneidung (nicht dass sie von Moses sei, sondern von den Vätern), und am Sabbath beschneidet ihr einen Menschen. Wenn ein Mensch die Beschneidung am Sabbath empfängt, auf dass das Gesetz Moses’ nicht gebrochen werde, zürnet ihr mir, dass ich einen Menschen ganz gesund gemacht habe am Sabbath?" (Joh. 7:22,23)

Moses und Zipporah

Als Moses vierzig Jahre alt war, dachte er, dass er bereit sei, Israel aus ägyptischer Gefangenschaft herauszuführen. Stattdessen wurde er, um sein Leben zu erhalten, zur Flucht gezwungen. Er ging in das Land Midian, heiratete schließlich Zipporah und hatte zwei Söhne, Gersom und Elieser (2. Mose 18:3,4). Midian war ein Sohn Keturahs und sicherlich befolgte Abraham den Ritus der Beschneidung mit all seinen Söhnen, die er mit Keturah hatte.

Aber aus Gründen, welche nie erklärt wurden, beschnitt Mose keinen seiner Söhne im Lande Midian. Dies führt zu einem recht unerwarteten Ereignis, als der achtzigjährige Mose, Zipporah, Gersom und Elieser auf ihrem Weg nach Ägypten waren: "Und es geschah auf dem Wege in der Herberge, da fiel Jehova ihn an und suchte ihn zu töten. Da nahm Zippora einen scharfen Stein und schnitt die Vorhaut ihres Sohnes ab und warf sie an seine Füße und sprach: Fürwahr, du bist mir ein Blutbräutigam! Da ließ er von ihm ab. Damals sprach sie Blutbräutigam der Beschneidung wegen."

Wen versuchte Gott zu töten? Viele Übersetzer denken, dass es Mose war, so haben sie seinen Namen ausgetauscht mit dem Pronomen "ihn". Aber Gott hat grade erst Mose erklärt, was er dem Pharaoh zu sagen hat. Es wäre unvorstellbar, wenn Er nun versuchen würde, ihn zu töten. Es ist viel eher wahrscheinlich, dass es Moses Sohn war. Das Gesetz der Beschneidung forderte, dass die unbeschnittene Person "ausgerottet werde aus ihrem Volke" (1. Mose 17:14), nicht der Vater von dem Sohn.

Als Zipporah realisierte, dass der Sohn in Gefahr war, wusste sie, was zu tun war, und sie tat es. Vor welche Füße warf sie die blutige Vorhaut? Wir lesen, dass sie, sobald sie dies tat, "Er [Jehova] von ihm [dem Sohn] abließ." Zipporah hatte somit grade das Leben ihres Sohnes gerettet, somit war sie nicht wütend. Sie warf es dem Engel oder dem Vertreter des Herrn vor die Füße und sagte: " Fürwahr, du bist mir ein Blutbräutigam" (2. Mose 4:25)

Zipporah war kein Nachkomme von Jakob. In 4. Mose 12:1 wird sie ein " äthiopisches Weibes" genannt.

Sie war eine Ausländerin im Staat Israel. Aber durch diese Tat erhob sie den Anspruch auf das Recht einer Bundesbeziehung mit Gott [durch seinen Vertreter natürlich]. Als dies alles beendet war und aus Gründen, welche niemals erklärt werden, kehrten Zipporah und ihre zwei Söhne zurück in ihres Vaters Jethros Haus. Sie gingen nicht mit Mose nach Ägypten. Später trafen sie sich in der Wüste wieder (2. Mose 18:5)

Der Auszug

Wir wissen, dass die Beschneidung fortdauernd ausgeführt wurde, als die Israeliten Sklaven in Ägypten waren, da Josua 5:5 sagt, dass alle, die aus Ägypten kamen, beschnitten waren. Aber warum geschah keine Beschneidung in der Wüste? Die Schrift gibt keine genaue Antwort, aber wir wissen, dass ein Fehlen an Vertrauen die Nation dazu brachte, Josuas und Kalebs positiven Bericht über das verheißene Land zurückzuweisen. Die Israeliten waren von Gott entfremdet. Es ist wahrscheinlich, dass Gott selbst ihnen verbot, dieses Zeichen des Bundes während der Vierzigjahr-Periode der Bestrafung durchzuführen. Als diese Zeit vorüber war, erklärte Gott dem Josua, dass Volk zu beschneiden: "Und es geschah, als die ganze Nation vollends beschnitten war, da blieben sie an ihrem Orte im Lager, bis sie heil waren. Und Jehova sprach zu Josua: Heute habe ich die Schande Ägyptens von euch abgewälzt. Und man gab selbigem Orte den Namen Gilgal bis auf diesen Tag." (Josua 5:8,9)

Israel war dann zu seiner Bundesbeziehung mit Gott zurückgekehrt. Vielleicht kann der Ausdruck "Schande Ägyptens" am besten verstanden werden durch die Worte von Mose zu Gott, als er drohte Israel wegen ihrer Schlechtigkeit zu zerstören: "Gedenke deiner Knechte, Abrahams, Isaaks und Jakobs; kehre dich nicht an die Härtigkeit dieses Volkes und an seine Gesetzlosigkeit und an seine Sünde, damit das Land, aus welchem du uns herausgeführt hast, nicht sage: Weil Jehova nicht imstande war, sie in das Land zu bringen, wovon er zu ihnen geredet hatte, und weil er sie hasste, hat er sie herausgeführt, um sie in der Wüste sterben zu lassen." (5. Mose 9:27,28)

Da gibt es fast nichts mehr über dieses Thema im Alten Testament zu finden, ausgenommen eines recht unerwartenden Gebrauchs der Worte von Jeremia: "Beschneidet euch für Jehova und tut hinweg die Vorhäute eurer Herzen, ihr Männer von Juda und ihr Bewohner von Jerusalem, damit mein Grimm nicht ausbreche wie ein Feuer und unauslöschlich brenne wegen der Bosheit eurer Handlungen." (Jeremia 4:4)

Juda und die Bewohner von Jerusalem führten sicherlich die gewöhnliche Beschneidung durch, aber diese äußerliche Handlung hat keinen Wert wenn sie nicht "ihre Herzen beschnitten" - ein Satz, der vielleicht nichts für sie bedeutete. 

Beschneidung im Neuen Testament

Die Frage ob beschneiden oder nicht war ein kontroverses Thema in der frühen Kirche. Diejenigen, welche tief gebunden waren am Judaismus, waren sicher, dass die bekehrten Heiden in den jüdischen Bund kommen mussten, um gesegnet zu werden, und das bedeutete, dass sie beschnitten werden mussten: "Und etliche kamen von Judäa herab und lehrten die Brüder: Wenn ihr nicht beschnitten worden seid nach der Weise Moses, so könnt ihr nicht errettet werden."

Paulus und Barnabas diskutierten die Frage ohne Erfolg. Also wurde eine Delegation nach Jerusalem gesandt, um die Apostel zu fragen, damit sie in dieser Frage entscheiden. Während dieser Diskussion sprach Petrus: "Und Gott, der Herzenskenner, gab ihnen Zeugnis, indem er ihnen den Heiligen Geist gab, gleichwie auch uns; und er machte keinen Unterschied zwischen uns und ihnen, indem er durch den Glauben ihre Herzen reinigte. [...] Wir glauben durch die Gnade des Herrn Jesus in derselben Weise errettet zu werden wie auch jene." (Apostelgeschichte 15:8,9,11)

Das war ein zwingendes Argument. Gott hatte die Unbeschnittenen akzeptiert so wie sie waren. Wieso konnte nicht jeder andere sie auch auf diese Weise akzeptieren? Sie konnten. Jakobus stand auf und schlug vor, einen Brief an die entfernten Versammlungen zu senden. Er wurde versandt und enthielt nicht ein Wort über die Beschneidung.

Paulus brachte diese Frage in eine richtige Perspektive: "Denn nicht der ist ein Jude, der es äußerlich ist, noch ist die äußerliche Beschneidung im Fleische Beschneidung; sondern der ist ein Jude, der es innerlich ist, und Beschneidung ist die des Herzens, im Geiste, nicht im Buchstaben; dessen Lob nicht von Menschen, sondern von Gott ist." (Röm. 2.28,29)

Hier ist die "Beschneidung der Herzen", über die Jakobus sprach. Es ist nicht das Abtrennen der Vorhaut, aber das Abtrennen der gesamten "alten Natur". Wenn einst die "alte Natur" verschwunden ist, haben wir etwas Neues.: "Denn weder Beschneidung, noch Vorhaut ist etwas, sondern eine neue Schöpfung." (Gal. 6:15). Für die Juden bedeutet die Beschneidung den Eintritt in eine Beziehung mit Gott. Aber die Beziehung, die ein Christ mit Gott hat, ist anders. Eine Rechtfertigung des Christen kommt durch Glauben, nicht durch Werke. Aber wenn nicht die Beschneidung das Mittel ist, welche die Beziehung des Christen mit Gott zeigt, welche ist es dann?

"In welchem ihr auch beschnitten worden seid mit einer nicht mit Händen geschehenen Beschneidung, in dem Ausziehen des Leibes des Fleisches, in der Beschneidung des Christus, mit ihm begraben in der Taufe, in welcher ihr auch mitauferweckt worden seid durch den Glauben an die wirksame Kraft Gottes, der ihn aus den Toten auferweckt hat. Und euch, als ihr tot waret in den Vergehungen und in der Vorhaut eures Fleisches, hat er mitlebendig gemacht mit ihm, indem er uns alle Vergehungen vergeben hat." (Kol. 2:11-13)

Die Taufe ist das Symbol des Christen. Wir wurden gereinigt von der Sünde. Wir gehen unter das Wasser, symbolisch "begraben mit ihm", und kommen hoch lebendig als eine Neue Schöpfung, bereit mit ihm zu wandeln in Neuheit des Lebens.

So wie die Beschneidung eine Art Aufnahme in eine spezielle Gruppe war mit ihren Rechten, Privilegien und Pflichten. Es ist ein Schritt, der nur von solchen genommen wurde, welche den Glauben teilten, der durch Vater Abraham gezeigt wurde, "der das Zeichen der Beschneidung empfing als Siegel der Gerechtigkeit des Glaubens, den er in der Vorhaut hatte, damit er Vater aller wäre, die in der Vorhaut glauben, damit auch ihnen die Gerechtigkeit zugerechnet würde; und Vater der Beschneidung, nicht allein derer, die aus der Beschneidung sind, sondern auch derer, die in den Fußstapfen des Glaubens wandeln, den unser Vater Abraham in der Vorhaut hatte." (Röm. 4:11, 12)

Da war noch ein anderer Grund, warum Gott wollte, dass die Juden die Beschneidung praktizierten. Es hob sie ab von ihren heidnischen Nachbarn, und sie wussten es.

Samsons Eltern zum Beispiel konnten nicht verstehen, warum er eine Frau von den "unbeschnittenen Philistern" wollte. (Richter 14:3)

Ebenso hebt uns die Taufe von unseren gottlosen Nachbarn ab. Nur Christen praktizieren sie, und nur einige wenige Gruppen führen die Ganzkörpertaufe im Wasser durch, wie Jesu dies tat: "Nach diesem kam Jesus und seine Jünger in das Land Judäa, und daselbst verweilte er mit ihnen und taufte." (Joh. 3:22)

Das griechische Wort für "taufen" übersetzt nach Strong's #907 ist baptizo. Es bedeutet "vollständig nass machen". Wie die Beschneidung ist es nur ein Symbol. Diese Taufe ist nicht erforderlich für die Geistzeugung, was an dem ersten konvertierten Heiden gezeigt wurde. In Apostelgeschichte 10, als Petrus zu Kornelius predigte, fiel der Heilige Geist auf die unbeschnittenen Heiden. Sie sprachen in Zungen und lobpriesen Gott. Die Juden, die mit Petrus gekommen waren, waren erstaunt. Aber er fragte: "Könnte wohl jemand das Wasser verwehren, dass diese nicht getauft würden, die den Heiligen Geist empfangen haben, gleichwie auch wir? Und er befahl, dass sie getauft würden in dem Namen Jesus Christus" (Apostelgeschichte 10:47,48).

Paulus setzte die Taufe gleich mit dem "Anziehen" von Christus: "Denn ihr alle seid Söhne Gottes durch den Glauben an Christum Jesum. Denn so viele euer auf Christum getauft worden sind, ihr habt Christum angezogen. [...] Wenn ihr aber Christi seid, so seid ihr denn Abrahams Same und nach Verheißung Erben." (Gal. 3:26, 27, 29) Dies ist ähnlich zu seinen Worten in Römer 13:14, wo er schreibt: "Ziehet den Herrn Jesus Christus an, und treibet nicht Vorsorge für das Fleisch zur Erfüllung seiner Lüste". In anderen Worten, trennt das Fleisch ab, seid getauft in Christus, und dadurch werdet bekleidet mit ihm. Ziehe das Kleid der Gerechtigkeit Christi an und tritt in eine Bundesbeziehung mit Gott ein, seid sein Eigentumsvolk.

Die Beschneidung garantierte nie, dass die Juden Gottes Segnungen für sie erlangen würden. Die untreu beschnittenen Juden starben alle in der Wüste and betraten nie das verheißene Land, wie sie es erwarteten, als sie ihr "Ägypten" der Sünde, der Krankheit und des Todes verließen.

Wir sollten auf Israels Fehler schauen und die Lektionen lernen, welche auf uns anwendbar sind: "Sehet zu, Brüder, dass nicht etwa in jemand von euch ein böses Herz des Unglaubens sei in dem Abfallen vom lebendigen Gott, sondern ermuntert euch selbst jeden Tag, solange es heute heißt, auf dass niemand von euch verhärtet werde durch Betrug der Sünde. Denn wir sind Genossen des Christus geworden, wenn wir anders den Anfang der Zuversicht bis zum Ende standhaft festhalten."

Der Achte Tag

Warum verlangte Gott, dass die Beschneidung am achten Tag ausgeführt werden sollte? Obgleich manche anmerken, dass die spezielle Gerinnungscharakteristik von Blut eines Baby am achten Tag besser sei als an irgendeinem anderen Tag, ist es eher wahrscheinlich, dass eine Lektion mit der Zahl acht verbunden ist. Zum Beispiel, wenn der erste Hohepriester und die Unterpriester ins Amt eingeführt wurden, gab es eine Sieben-Tage-Periode, welche als "Weihung der Priesterschaft" bezeichnet wurde (Beschreibung in 3. Mose Kapitel acht). Am achten Tag begann diese vorbildliche Priesterschaft zu wirken. Ebenso erhält die gegenbildliche Priesterschaft nach ihrer Weihung ihr Zeichen einer "Bundesgemeinschaft mit Gott", eine "nicht mit Händen geschehenen Beschneidung, in dem Ausziehen des Leibes des Fleisches, in der Beschneidung des Christus" (Kol. 2:11). Nach der Treue bis in den Tod, kann sie beginnen zu wirken.

Es gibt auch ein Bild am Ende des Millenniums. Der Abschluss von Gottes siebenten Tag wird gefolgt von Gottes großem achten Tag, wenn die komplette Reinigung des Fleisches erreicht sein wird durch die Wiederherstellung. Die Menschheit wird die Vollkommenheit erreicht haben, die in Adam war, als alle Vollkommenheit in ihm wohnte.

Alle Gehorsamen der Menschheit werden diesen Zustand  erreichen zum Abschluss des Millenniums, bevor sie Gott präsentiert werden durch die Christus Klasse, deren Werk dann abgeschlossen sein wird. Die Menschheit wird gereinigt sein, Das alte, sündhafte, fleischlich Fehlerhafte wird komplett abgeschnitten sein, and sie werden eine ewige Bundesgemeinschaft mit dem Himmlischen Vater haben.

Schlussfolgerung / Fazit

Gottes Beziehung zu seinem vorbildlichem Volk Israel enthält Lektionen, welche uns lehren, was wir tun müssen, um Ihm heute zugefallen. Die Taufe des Christen entspricht der Beschneidung der Juden. Durch die Taufe treten die Christen in eine Bundesbeziehung mit Gott ein. Es ist nicht das Wasser, welches errettet, es ist das, was Petrus ein "gutes Gewissen" nennt. Er sah das Wasser, das Noah und seine Familie rettete beim Fluten der Arche, als ein Symbol der christlichen Taufe: "In der Arche wurden nur wenige, acht Seelen, durch das Wasser gerettet, welches Gegenbild auch euch jetzt errettet, das ist die Taufe (nicht ein Ablegen der Unreinigkeit des Fleisches, sondern das Begehren eines guten Gewissens vor Gott), durch die Auferstehung Jesu Christi (1. Petr. 3:20-21)

Die Taufe ist nicht ein einmaliges Symbol, das eine spezielle Gnade garantiert. Sie ist eine lebenslange Verpflichtung. Jesus fragte seine Jünger: "Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder mit der Taufe getauft werden, mit der ich getauft werde?" (Markus 10:38)

Sie sagten, dass sie es könnten, und sie hatten Recht. Jesus fragt uns die gleiche Frage. Durch Gottes Gnade und durch Seine Stärke und Kraft, mögen wir sagen, "Wir sind fähig".

Übersetzt von Schwester Ursula Kotoulas.

Zipporah war kein Nachkomme von Jakob. In 4. Mose 12:1 wird sie ein " äthiopisches Weibes" genannt.

Sie war eine Ausländerin im Staat Israel. Aber durch diese Tat erhob sie den Anspruch auf das Recht einer Bundesbeziehung mit Gott [durch seinen Vertreter natürlich]. Als dies alles beendet war und aus Gründen, welche niemals erklärt werden, kehrten Zipporah und ihre zwei Söhne zurück in ihres Vaters Jethros Haus. Sie gingen nicht mit Mose nach Ägypten. Später trafen sie sich in der Wüste wieder (2. Mose 18:5)

Der Auszug

Wir wissen, dass die Beschneidung fortdauernd ausgeführt wurde, als die Israeliten Sklaven in Ägypten waren, da Josua 5:5 sagt, dass alle, die aus Ägypten kamen, beschnitten waren. Aber warum geschah keine Beschneidung in der Wüste? Die Schrift gibt keine genaue Antwort, aber wir wissen, dass ein Fehlen an Vertrauen die Nation dazu brachte, Josuas und Kalebs positiven Bericht über das verheißene Land zurückzuweisen. Die Israeliten waren von Gott entfremdet. Es ist wahrscheinlich, dass Gott selbst ihnen verbot, dieses Zeichen des Bundes während der Vierzigjahr-Periode der Bestrafung durchzuführen. Als diese Zeit vorüber war, erklärte Gott dem Josua, dass Volk zu beschneiden: "Und es geschah, als die ganze Nation vollends beschnitten war, da blieben sie an ihrem Orte im Lager, bis sie heil waren. Und Jehova sprach zu Josua: Heute habe ich die Schande Ägyptens von euch abgewälzt. Und man gab selbigem Orte den Namen Gilgal bis auf diesen Tag." (Josua 5:8,9)

Israel war dann zu seiner Bundesbeziehung mit Gott zurückgekehrt. Vielleicht kann der Ausdruck "Schande Ägyptens" am besten verstanden werden durch die Worte von Mose zu Gott, als er drohte Israel wegen ihrer Schlechtigkeit zu zerstören: "Gedenke deiner Knechte, Abrahams, Isaaks und Jakobs; kehre dich nicht an die Härtigkeit dieses Volkes und an seine Gesetzlosigkeit und an seine Sünde, damit das Land, aus welchem du uns herausgeführt hast, nicht sage: Weil Jehova nicht imstande war, sie in das Land zu bringen, wovon er zu ihnen geredet hatte, und weil er sie hasste, hat er sie herausgeführt, um sie in der Wüste sterben zu lassen." (5. Mose 9:27,28)

Da gibt es fast nichts mehr über dieses Thema im Alten Testament zu finden, ausgenommen eines recht unerwartenden Gebrauchs der Worte von Jeremia: "Beschneidet euch für Jehova und tut hinweg die Vorhäute eurer Herzen, ihr Männer von Juda und ihr Bewohner von Jerusalem, damit mein Grimm nicht ausbreche wie ein Feuer und unauslöschlich brenne wegen der Bosheit eurer Handlungen." (Jeremia 4:4)

Juda und die Bewohner von Jerusalem führten sicherlich die gewöhnliche Beschneidung durch, aber diese äußerliche Handlung hat keinen Wert wenn sie nicht "ihre Herzen beschnitten" - ein Satz, der vielleicht nichts für sie bedeutete. 

Beschneidung im Neuen Testament

Die Frage ob beschneiden oder nicht war ein kontroverses Thema in der frühen Kirche. Diejenigen, welche tief gebunden waren am Judaismus, waren sicher, dass die bekehrten Heiden in den jüdischen Bund kommen mussten, um gesegnet zu werden, und das bedeutete, dass sie beschnitten werden mussten: "Und etliche kamen von Judäa herab und lehrten die Brüder: Wenn ihr nicht beschnitten worden seid nach der Weise Moses, so könnt ihr nicht errettet werden."

Paulus und Barnabas diskutierten die Frage ohne Erfolg. Also wurde eine Delegation nach Jerusalem gesandt, um die Apostel zu fragen, damit sie in dieser Frage entscheiden. Während dieser Diskussion sprach Petrus: "Und Gott, der Herzenskenner, gab ihnen Zeugnis, indem er ihnen den Heiligen Geist gab, gleichwie auch uns; und er machte keinen Unterschied zwischen uns und ihnen, indem er durch den Glauben ihre Herzen reinigte. [...] Wir glauben durch die Gnade des Herrn Jesus in derselben Weise errettet zu werden wie auch jene." (Apostelgeschichte 15:8,9,11)

Das war ein zwingendes Argument. Gott hatte die Unbeschnittenen akzeptiert so wie sie waren. Wieso konnte nicht jeder andere sie auch auf diese Weise akzeptieren? Sie konnten. Jakobus stand auf und schlug vor, einen Brief an die entfernten Versammlungen zu senden. Er wurde versandt und enthielt nicht ein Wort über die Beschneidung.

Paulus brachte diese Frage in eine richtige Perspektive: "Denn nicht der ist ein Jude, der es äußerlich ist, noch ist die äußerliche Beschneidung im Fleische Beschneidung; sondern der ist ein Jude, der es innerlich ist, und Beschneidung ist die des Herzens, im Geiste, nicht im Buchstaben; dessen Lob nicht von Menschen, sondern von Gott ist." (Röm. 2.28,29)

Hier ist die "Beschneidung der Herzen", über die Jakobus sprach. Es ist nicht das Abtrennen der Vorhaut, aber das Abtrennen der gesamten "alten Natur". Wenn einst die "alte Natur" verschwunden ist, haben wir etwas Neues.: "Denn weder Beschneidung, noch Vorhaut ist etwas, sondern eine neue Schöpfung." (Gal. 6:15). Für die Juden bedeutet die Beschneidung den Eintritt in eine Beziehung mit Gott. Aber die Beziehung, die ein Christ mit Gott hat, ist anders. Eine Rechtfertigung des Christen kommt durch Glauben, nicht durch Werke. Aber wenn nicht die Beschneidung das Mittel ist, welche die Beziehung des Christen mit Gott zeigt, welche ist es dann?

"In welchem ihr auch beschnitten worden seid mit einer nicht mit Händen geschehenen Beschneidung, in dem Ausziehen des Leibes des Fleisches, in der Beschneidung des Christus, mit ihm begraben in der Taufe, in welcher ihr auch mitauferweckt worden seid durch den Glauben an die wirksame Kraft Gottes, der ihn aus den Toten auferweckt hat. Und euch, als ihr tot waret in den Vergehungen und in der Vorhaut eures Fleisches, hat er mitlebendig gemacht mit ihm, indem er uns alle Vergehungen vergeben hat." (Kol. 2:11-13)

Die Taufe ist das Symbol des Christen. Wir wurden gereinigt von der Sünde. Wir gehen unter das Wasser, symbolisch "begraben mit ihm", und kommen hoch lebendig als eine Neue Schöpfung, bereit mit ihm zu wandeln in Neuheit des Lebens.

So wie die Beschneidung eine Art Aufnahme in eine spezielle Gruppe war mit ihren Rechten, Privilegien und Pflichten. Es ist ein Schritt, der nur von solchen genommen wurde, welche den Glauben teilten, der durch Vater Abraham gezeigt wurde, "der das Zeichen der Beschneidung empfing als Siegel der Gerechtigkeit des Glaubens, den er in der Vorhaut hatte, damit er Vater aller wäre, die in der Vorhaut glauben, damit auch ihnen die Gerechtigkeit zugerechnet würde; und Vater der Beschneidung, nicht allein derer, die aus der Beschneidung sind, sondern auch derer, die in den Fußstapfen des Glaubens wandeln, den unser Vater Abraham in der Vorhaut hatte." (Röm. 4:11, 12)

Da war noch ein anderer Grund, warum Gott wollte, dass die Juden die Beschneidung praktizierten. Es hob sie ab von ihren heidnischen Nachbarn, und sie wussten es.

Samsons Eltern zum Beispiel konnten nicht verstehen, warum er eine Frau von den "unbeschnittenen Philistern" wollte. (Richter 14:3)

Ebenso hebt uns die Taufe von unseren gottlosen Nachbarn ab. Nur Christen praktizieren sie, und nur einige wenige Gruppen führen die Ganzkörpertaufe im Wasser durch, wie Jesu dies tat: "Nach diesem kam Jesus und seine Jünger in das Land Judäa, und daselbst verweilte er mit ihnen und taufte." (Joh. 3:22)

Das griechische Wort für "taufen" übersetzt nach Strong's #907 ist baptizo. Es bedeutet "vollständig nass machen". Wie die Beschneidung ist es nur ein Symbol. Diese Taufe ist nicht erforderlich für die Geistzeugung, was an dem ersten konvertierten Heiden gezeigt wurde. In Apostelgeschichte 10, als Petrus zu Kornelius predigte, fiel der Heilige Geist auf die unbeschnittenen Heiden. Sie sprachen in Zungen und lobpriesen Gott. Die Juden, die mit Petrus gekommen waren, waren erstaunt. Aber er fragte: "Könnte wohl jemand das Wasser verwehren, dass diese nicht getauft würden, die den Heiligen Geist empfangen haben, gleichwie auch wir? Und er befahl, dass sie getauft würden in dem Namen Jesus Christus" (Apostelgeschichte 10:47,48).

Paulus setzte die Taufe gleich mit dem "Anziehen" von Christus: "Denn ihr alle seid Söhne Gottes durch den Glauben an Christum Jesum. Denn so viele euer auf Christum getauft worden sind, ihr habt Christum angezogen. [...] Wenn ihr aber Christi seid, so seid ihr denn Abrahams Same und nach Verheißung Erben." (Gal. 3:26, 27, 29) Dies ist ähnlich zu seinen Worten in Römer 13:14, wo er schreibt: "Ziehet den Herrn Jesus Christus an, und treibet nicht Vorsorge für das Fleisch zur Erfüllung seiner Lüste". In anderen Worten, trennt das Fleisch ab, seid getauft in Christus, und dadurch werdet bekleidet mit ihm. Ziehe das Kleid der Gerechtigkeit Christi an und tritt in eine Bundesbeziehung mit Gott ein, seid sein Eigentumsvolk.

Die Beschneidung garantierte nie, dass die Juden Gottes Segnungen für sie erlangen würden. Die untreu beschnittenen Juden starben alle in der Wüste and betraten nie das verheißene Land, wie sie es erwarteten, als sie ihr "Ägypten" der Sünde, der Krankheit und des Todes verließen.

Wir sollten auf Israels Fehler schauen und die Lektionen lernen, welche auf uns anwendbar sind: "Sehet zu, Brüder, dass nicht etwa in jemand von euch ein böses Herz des Unglaubens sei in dem Abfallen vom lebendigen Gott, sondern ermuntert euch selbst jeden Tag, solange es heute heißt, auf dass niemand von euch verhärtet werde durch Betrug der Sünde. Denn wir sind Genossen des Christus geworden, wenn wir anders den Anfang der Zuversicht bis zum Ende standhaft festhalten."

Der Achte Tag

Warum verlangte Gott, dass die Beschneidung am achten Tag ausgeführt werden sollte? Obgleich manche anmerken, dass die spezielle Gerinnungscharakteristik von Blut eines Baby am achten Tag besser sei als an irgendeinem anderen Tag, ist es eher wahrscheinlich, dass eine Lektion mit der Zahl acht verbunden ist. Zum Beispiel, wenn der erste Hohepriester und die Unterpriester ins Amt eingeführt wurden, gab es eine Sieben-Tage-Periode, welche als "Weihung der Priesterschaft" bezeichnet wurde (Beschreibung in 3. Mose Kapitel acht). Am achten Tag begann diese vorbildliche Priesterschaft zu wirken. Ebenso erhält die gegenbildliche Priesterschaft nach ihrer Weihung ihr Zeichen einer "Bundesgemeinschaft mit Gott", eine "nicht mit Händen geschehenen Beschneidung, in dem Ausziehen des Leibes des Fleisches, in der Beschneidung des Christus" (Kol. 2:11). Nach der Treue bis in den Tod, kann sie beginnen zu wirken.

Es gibt auch ein Bild am Ende des Millenniums. Der Abschluss von Gottes siebenten Tag wird gefolgt von Gottes großem achten Tag, wenn die komplette Reinigung des Fleisches erreicht sein wird durch die Wiederherstellung. Die Menschheit wird die Vollkommenheit erreicht haben, die in Adam war, als alle Vollkommenheit in ihm wohnte.

Alle Gehorsamen der Menschheit werden diesen Zustand  erreichen zum Abschluss des Millenniums, bevor sie Gott präsentiert werden durch die Christus Klasse, deren Werk dann abgeschlossen sein wird. Die Menschheit wird gereinigt sein, Das alte, sündhafte, fleischlich Fehlerhafte wird komplett abgeschnitten sein, and sie werden eine ewige Bundesgemeinschaft mit dem Himmlischen Vater haben.

Schlussfolgerung / Fazit

Gottes Beziehung zu seinem vorbildlichem Volk Israel enthält Lektionen, welche uns lehren, was wir tun müssen, um Ihm heute zugefallen. Die Taufe des Christen entspricht der Beschneidung der Juden. Durch die Taufe treten die Christen in eine Bundesbeziehung mit Gott ein. Es ist nicht das Wasser, welches errettet, es ist das, was Petrus ein "gutes Gewissen" nennt. Er sah das Wasser, das Noah und seine Familie rettete beim Fluten der Arche, als ein Symbol der christlichen Taufe: "In der Arche wurden nur wenige, acht Seelen, durch das Wasser gerettet, welches Gegenbild auch euch jetzt errettet, das ist die Taufe (nicht ein Ablegen der Unreinigkeit des Fleisches, sondern das Begehren eines guten Gewissens vor Gott), durch die Auferstehung Jesu Christi (1. Petr. 3:20-21)

Die Taufe ist nicht ein einmaliges Symbol, das eine spezielle Gnade garantiert. Sie ist eine lebenslange Verpflichtung. Jesus fragte seine Jünger: "Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder mit der Taufe getauft werden, mit der ich getauft werde?" (Markus 10:38)

Sie sagten, dass sie es könnten, und sie hatten Recht. Jesus fragt uns die gleiche Frage. Durch Gottes Gnade und durch Seine Stärke und Kraft, mögen wir sagen, "Wir sind fähig".

Übersetzt von Schwester Ursula Kotoulas.