|
Maria und Martha „Eines aber ist
notwendig. Maria hat das gute Teil erwählt, welches nicht In Lukas 10:38-42 finden wir den Bericht, wie unser Herr das Haus der Maria, Martha und ihres Bruders Lazarus besucht. Ein kurzer Überblick zeigt, dass Jesus, nachdem er in das Haus gekommen war, mit einem Einwand durch Martha konfrontiert wird. Martha ist angeblich über die fehlende Hilfsbereitschaft ihrer Schwester Maria besorgt, weil diese ihr nicht bei den häuslichen Verpflichtungen hilft, sondern stattdessen die Zeit in der Gemeinschaft mit dem Meister verbringt. Unseres Herrn Antwort an Martha war kurz, direkt und wie zu erwarten mit Einsicht. Lazarus war ein enger Freund von Jesus (Johannes 11:5,36). Maria und Martha waren die fleischlichen Schwestern von Lazarus, und wir finden zwei weitere Schriftstellen im Evangelium, welche Maria, Martha und Jesus gemeinsam betreffen. Der eine Bericht handelt von der Auferweckung des Lazarus, und der andere handelt von der Salbung Jesu durch Maria. Eine nähere Untersuchung dieser beiden Berichte bietet eine tiefe Einsicht in die obige Bibelstelle von Lukas 10:38-42. Johannes 11 enthält den einzigen Bericht in den Evangelien über die wunderbare Auferweckung Lazarus. In dieser Bibelstelle finden wir Maria im Haus, während Martha Jesus entgegen läuft bei seiner Ankunft (Vers 20). Anstatt ihn zu begrüßen, ähneln Marthas erste Worte an Jesus eher einem Vorwurf: „Herr, wenn du hier gewesen wärest, so wäre mein Bruder nicht gestorben.“ Ihre darauf folgende Anmerkung: „Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus bist“, zeigen eine nicht sehr hohe Stufe des Glaubens an, denn im Anblick eines der mächtigsten Wunder (Vers 39) spricht sie über den übel riechenden Geruch des Todes. (Dies erinnert sehr an unseres Herrn Antwort an die Sadducäer hinsichtlich einer offenkundigen Verlegenheit die Auferstehung betreffend: „Ihr irret, indem ihr die Schriften nicht kennt, noch die Kraft Gottes“ – Matthäus 22:29). Hier erkennen wir eine interessante Seite an Martha. Während sie ohne Frage eine Gläubige war, war ihre Erkenntnis hinsichtlich des Herrn Weisheit und seinen Methoden unzureichend. Obwohl ihre Schwester Maria Marthas ursprünglichen Vorwurf wiederholt, siehe Vers 32, ist der Zusammenhang dennoch unterschiedlich. Maria „fiel ihm zu Füßen“ und weinte. Aus diesem Grund wird deutlich, dass Marias Anmerkung mehr die einer Frage als die eines Vorwurfs war. Umschreibend legte Martha ihm zur Last: „Es ist deine Schuld, dass mein Bruder starb, denn deine Ankunft verzögerte sich“, währenddessen Maria fragte: „Ist es möglich, dass Lazarus nicht gestorben wäre, wenn du hier gewesen wärest?“ Auf Marias Weinen zusammen mit dem Weinen der anderen Trauernden folgten die Tränen des Meisters bei dieser Begebenheit des Todes des geliebten Freundes. Marthas irdische Anschauungen sind entgegengesetzt zu Marias Bestrebungen nach dem Himmlischen und ihrer Ergebenheit. Johannes 12:1-8 berichtet über Jesus Besuch in Bethanien. „Martha bediente“ beim Abendessen, wie wir in Vers 2 lesen, während Maria damit beschäftigt war, Jesus in einer anderen Art und Weise zu dienen: einer wortwörtlichen Salbung. Sie benutzte ein sehr teures Öl, von welchem ein süßer Wohlgeruch ausging und das Haus erfüllte. Ein Vorwurf hinsichtlich der Kosten entstand. Unser Herr begegnete diesem Vorwurf mit einem kurzen Tadel: „Erlaube es ihr.“ Bei dieser Begebenheit beobachten wir erneut die unterschiedlichen Rollen der Schwestern beim Dienen: Martha kümmert sich um den wichtigen zeitlichen Dienst und Maria bemüht sich um eine demütige liebevolle Handlung Jesus gegenüber. Beide Rollen sind wichtig und notwendig. Dies bringt uns zu Lukas 10:38-42. Es gibt keinen Zweifel daran, dass der Geist und die Gewohnheit der Gastfreundschaft jene Mahlzeit und dessen Vorbereitung für Jesus als ihrem Gast erforderlich machte. Der Bericht bemerkt jedoch, dass Martha mit den vielen Vorbereitungen sehr beschäftigt war. Wir bekommen einen anfänglichen kurzen Einblick in das Problem – nicht in Marthas Dienst, sondern ehe in ihre Einstellung zu dem Dienst. Sie beschuldigt Jesus eigentlich in dem Sinne: „Kümmert es dich nicht, dass meine Schwester mich mit der ganzen Arbeit allein lässt?“ Als ob dies noch nicht genug war, fordert sie weiter, dass der Meister Maria bittet, ihr bei den zeitlichen Vorkehrungen zu helfen. Auf diese Weise erkennen wir erneut, in einigen wenigen Worten, ihren Mangel an Vertrauen in des Herrn Fähigkeit, der Situation angemessen zu handeln. Wie wir sehen, sagte Maria in diesem Bericht kein einziges Wort. Jesus gab Martha dann den liebevollen Rat, aber in einer deutlichen Art und Weise: „Martha, Martha, du bist besorgt und beunruhigt um viele Dinge. Eines aber ist notwendig. Maria aber hat das gute Teil erwählt, welches nicht von ihr genommen werden wird.“ Jesus tadelte Martha nicht dafür, dass sie eine Mahlzeit vorbereitet hatte. Dies war ein würdiger Dienst. Er stellte stattdessen heraus, dass ihre Einstellung das Problem sei, weil sie „besorgt und beunruhigt“ war. Das Freisein von Angst wird den Gläubigen angeboten mit der köstlichen Verheißung: „Seid nicht besorgt auf den morgigen Tag, denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag hat an seinem Übel genug“ (Matthäus 6:34). In Übereinstimmung damit ermahnt uns der Apostel Paulus: „Seid um nichts besorgt“ (Philipper 4:6). Wir haben kostbare Verheißungen, die wir in Anspruch nehmen können. Jesus verglich Marthas Dienst mit dem der Maria, indem er bemerkt, dass Maria „das gute Teil erwählt hat“, das bedeutet eine höhere Stufe des Dienstes. Auf dem geweihten Weg hängt das Geistige häufig vom Zeitlichen ab, aber nur als ein Mittel zum Zweck. Zum Beispiel müssen wir irdische Nahrung haben, um studieren und ein Zeugnis geben zu können. Beide Gesichtspunkte sind im Leben wichtig. Die Neue Schöpfung hat jedoch eine Verpflichtung, und zwar die, wenn möglich, sich darum zu bemühen, irdische Verantwortlichkeiten zu verringern, so dass die geistigen zunehmen und wachsen möchten. Es ist eine Angelegenheit der Ausgeglichenheit und der Prioritäten. Wie wir unsere Zeit verbringen, sagt vieles darüber aus, wo wir uns in unserem Wandel mit dem Herrn befinden. Lasst uns hinsichtlich Marias Verhalten gegenüber dem Meister im Gedächtnis halten, dass mit Jesus Gemeinschaft haben kaum eine leichte Zuflucht vor den häuslichen oder anderen lästigen Aufgaben gewesen ist. Genauso wie die Heilige Schrift waren Jesus Worte „lebendig und wirksam und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und durchdringend bis zur Scheidung von Seele und Geist“ (Hebräer 4:12). Die Jünger des Herrn antworteten: „Diese Rede ist hart. Wer kann sie hören?“ (Johannes 6:60). Jesus königliche Anwesenheit als ein Resultat seiner menschlichen Vollkommenheit und seines Gehorsams gegenüber dem Himmlischen Vater war gleichsam manchmal unbequem für diejenigen, welche mit ihm Gemeinschaft hatten. In Matthäus 8:8 antwortete der Hauptmann und sprach: „Ich bin nicht würdig, dass du unter mein Dach tretest.“ Wir nehmen sehr leicht an, dass diejenigen, welche dem Maßstab der Gerechtigkeit gegenüber gehorsam sind, sich an der Gemeinschaft mit dem Erretter mehr erfreuen als an der Gemeinschaft mit denjenigen, welche außerhalb des Willens Gottes leben. Wenn wir in unseren persönlichen Leben Überwinder sind, dann bietet uns die Heilige Schrift Ratschläge, und diese sind uns willkommen und bieten uns tiefe Einsicht. Wenn uns jedoch die Dinge des Fleisches herunterziehen, dann erscheint uns derselbe Ratschlag bestenfalls als unbequem und schlimmstenfalls widersetzen wir uns demselben. Eine Lektion ist die, dass wir, wenn wir in Harmonie mit dem göttlichen Willen gelangen, wir mehr und mehr Trost in dem hohen Maßstab der Gerechtigkeit finden. Er wird zu etwas, was wir annehmen und wofür wir kämpfen, und er ist nicht etwas, was wir vermeiden oder nicht wahrnehmen wollen. In unserem christlichen Wandel ergeben sich viele Gelegenheiten zum Dienst. Auf diese Weise haben wir eine zweifache Verpflichtung, nachdem wir uns mit solch einem geheiligten Dienst beschäftigen: die tatsächliche Hinausführung des Dienstes und ebenso unsere Einstellung gegenüber diesem Vorrecht. Lasst uns beide Gesichtspunkte willentlich und gerne annehmen. Wir können aus dem lernen, wie unser Herr Martha behandelt hat. In seiner gewöhnlichen und dennoch tiefgründigen Art und Weise hat er den liebevollen Tadel mit einem deutlichen Ratschlag verbunden. Die Worte des Erlösers sind für ihre Einfachheit bemerkenswert. Dies ist ein gutes Beispiel, um demselben in unseren Reaktionen untereinander zu folgen. Lasst uns die Lektion der Martha und Maria lernen. Weil wir alles „als dem Herrn“ tun, ist jede Form des Dienstes auf dem schmalen Pfad lobenswert. Wir haben jedoch die Verpflichtung, jede unnötige zeitliche Verantwortlichkeit zu verringern und die geistigen Beschäftigungen zu vergrößern. Lasst uns unsere Angelegenheiten des Lebens in dieser Weise hinausführen und lasst uns in der rechten Einstellung froh sein über jede Gelegenheit in der großen Sache des Herrn. Dieser Artikel wurde von Bruder Robert Brand geschrieben und in der Herald Ausgabe von Mai/Juni 2005 veröffentlicht. Übersetzt von Bruder Sven Kruse |