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Erkenntnis, nicht Emotionen Das Zeuguis des Geistes „Der Geist
selbst zeugt mit unserem Geist, dass wir Kinder Gottes sind.“ Diese Lehre vom Zeugnis des Geistes ist für Gottes Volk wichtig, weil ihr Besitztum des Friedens und der Zuversicht des Glaubens zu einem beträchtlichen Ausmaß davon abhängt. Wenn sie dieses Zeugnisses des Geistes ermangeln, werden Zweifel und Furcht sie bestürmen. Sie werden sich selbst unter denjenigen finden, welche das gut bekannte Lied singen:
Die falschen Auffassungen hinsichtlich des Zeugnisses des Geistes haben zu viel Verwirrung und Verzweiflung bei einigen geführt. Sie meinten, dass die Gefühle und Emotionen der Freude im Anfang Beweise für ihre Sohnschaft seien, nachdem sie das erste Mal den Herrn erkannt hatten. Nachdem dann die „Wehen“ des Lebens über sie kamen und die ersten Freuden in Leid und Enttäuschung verloren gingen, kamen die Angriffe auf das Überzeugtsein, als Sohn vom Vater angenommen worden zu sein. „Alas“, rufen sie. „Wo ist die Glückseligkeit, die ich hatte, nachdem ich den Herrn gefunden hatte?“ Jeder, der es seinen Gefühlen erlaubt, seinen Lebensweg zu beeinflussen, selbst vom weltlichen Standpunkt aus gesehen, kann niemals genug Standfestigkeit erlangen, um ein gefestigtes Leben zu führen. Der Einzelne muss an dem festhalten, wozu er sich verpflichtet hat und wovon er überzeugt ist, unabhängig von den Gefühlen. Können wir uns einen Christen vorstellen, der den großen Kampf vor sich hat, der sehr große Höhen überstehen muss und vor dem der Pfad der Selbstaufopferung und des Todes liegt, dass er seinen Gefühlen erlaubt, seinen Eifer zu dämpfen oder seine Überzeugungen zu schwächen? Nein, es muss eine bessere Grundlage als die Gefühle geben. Ein Christ muss durch die Erkenntnis geführt werden, welche aus einem richtigen Verständnis des Wortes Gottes stammt. Alle diejenigen, welche erkennen, dass sie zum Herrn gezogen worden sind, und welche Glauben haben an das versöhnende Verdienst Christi und welche ihr Alles Gott geweiht haben, möchten das Zeugnis des Wortes Gottes besitzen, dass sie als Söhne angenommen worden sind, als die voraussichtlichen Glieder der Herauswahl. Die Salbung und das Siegel des Geistes, welches sie empfangen haben, ist für sie ein Zeugnis ihrer Sohnschaft. Es gibt viele Schriftbeweise, welche dieses Zeugnis vergrößern. „Denn wen der Herr liebt, den züchtigt er; er geißelt aber jeden Sohn, den er aufnimmt. Was ihr erduldet, ist zur Züchtigung: Gott handelt mit euch als mit Söhnen; denn wer ist ein Sohn, den der Vater nicht züchtigt?“ (Hebräer 12:6,7) Jeder Beweis der himmlischen, erzieherischen Hand über uns ist ein Zeugnis, dass wir seine Söhne sind. Dennoch „sind Züchtigungen für die Gegenwart nicht ein Gegenstand der Freude, sondern der Traurigkeit. Danach aber geben sie die friedsame Frucht der Gerechtigkeit denen, die dadurch geübt sind“ (Hebräer 12:11). Wir mögen nicht in der Lage sein, uns an der züchtigenden Erfahrung selbst zu erfreuen, aber wir mögen uns an dem Zeugnis erfreuen, dass dieselbe uns einen erneuten Beweis unserer Beziehung zu Gott liefert. Wenn wir an Gottes Erklärung denken: „Ich überführe und züchtige, so viele ich liebe“ (Offenbarung 3:19), dann können wir die erneute Zuversicht daraus erlangen, dass wir uns immer noch unter der besonderen Liebe des Vaters befinden, solange wird belehrt werden. Jede Erfahrung, wenn sie in rechter Weise entgegengenommen wird, hat eine kleine Anmerkung, die ihr beigefügt ist. Sie lautet: „Mit Liebe von dem Vater.“ Das Vorbild eines Weinstockes und seiner Reben näher betrachtend, sagte der Meister: „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben“ (Johannes 15:5), und „jede Rebe an mir, die nicht Frucht bringt, die nimmt er hinweg; und jede, die Frucht bringt, die reinigt er, auf dass sie mehr Frucht bringe“ (Johannes 15:2). Als „Reben an dem Weinstock“ sind wir solchen Erfahrungen unterworfen, welche dem Hervorbringen von hölzernen Zweigen entgegenwirken und dieselben abschneiden, das heißt, alle Neigungen gegenüber irdischen Bestrebungen. Wenn wir feststellen, dass in uns solche „Reinigungen“ stattfinden, dann ist dies ein weiterer Beweis dafür, dass wir seine Kinder sind. Wahrlich, selbst weltliche Menschen haben Nöte und Schwierigkeiten, welche denen vom Volk des Herrn ähneln. Aber sie können dieselben nicht als ein Kennzeichen der Sohnschaft betrachten, denn nur diejenigen, welche einen Bund mit dem Herrn in der Weihung geschlossen haben, sind in Gemeinschaft mit ihm. Andere mögen aus ihren Schwierigkeiten profitieren, aber sie können dieselben nicht als ein „Zeugnis“ ihrer Gemeinschaft als Söhne in der göttlichen Familie ansehen. „Die Frucht des Geistes aber ist: Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue (Glauben), Demut und Selbstbeherrschung“ (Galater 5:22,23). Wenn wir diese Gnadengaben in unseren Herzen finden und wenn sie immer stärker werden und reifen, dann können wir daraus wissen, dass der „Geist“ uns sehr deutlich bezeugt, dass wir „Söhne Gottes“ sind. Obwohl wir niemals die Vollkommenheit in diesen Gnadengaben erreichen werden, soweit es unsere Handlungen betrifft, sollten wir in uns selbst wahrnehmen, dass wir dieselben Gnadengaben immer mehr und reichlicher in uns tragen, wenn wir damit fortfahren, den Weg voranzuschreiten. Eines Tages werden wir eine Reife und ein Wachstum dieser „Früchte des Geistes“ in unserem Leben erreicht haben, welches uns befähigt, das verheißene Erbe anzutreten, welches für alle diejenigen ist, welche treu sind. Solche Vollendung in diesen Gnadengaben sollte so früh als möglich in dem christlichen Leben versucht werden zu erlangen. Es sollte kein Zaudern geben und es sollte keine Zeit und keine Mühe gescheut werden wegen der Größe des Werkes. Dieses Leben ist zu kurz, um es anders zu verwenden. Ein weiteres lebendiges „Zeugnis“ wird festgestellt, wenn wir verachtet und verfolgt werden durch diejenigen, welche uns umgeben wegen unserem Ausharren in dem Predigt von der Botschaft der Wahrheit. „Glückselig die um der Gerechtigkeit willen Verfolgten, denn ihrer ist das Reich der Himmel. Glückselig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und jedes böse Wort lügnerisch gegen euch reden werden um meinetwillen. Freuet euch und frohlocket, denn euer Lohn ist groß in den Himmeln“ (Matthäus 5:10-12). Diejenigen, in welchen das Wort reichlich vorhanden ist, müssen dasselbe zum Ausdruck bringen durch das Verkündigen der frohen Botschaft an andere. Ganz gleich, ob die Menschen zuhören oder ob sie es unterlassen, wir sollten uns stets veranlasst sehen, den göttlichen Plan weit und breit zu predigen und bekannt zu machen. Natürlicherweise hasst die Finsternis das Licht. Widerstände und Verfolgungen werden gegen Gottes Volk entstehen, wenn diese in ihrem Dienst ausharren. Alle solche Leiden und Widerstände, welche durch eine treue Verkündigung des Wahrheit entstehen, sind ein „Zeugnis des Geistes“, welches uns versichern, dass wir Söhne Gottes und von ihm angenommen worden sind. Auf Grund der Bedingungen der Jüngerschaft, welche das Leiden zur Folge haben, folgt, dass alle diejenigen, welche mit ihm „leiden“ seine Brüder sind und daher mit ihm „herrschen“ werden (2. Timotheus 2:12). Jedes Leid und jeder Schmerz, welcher aus einer engen Nachfolge des Meisters resultiert, wird zu einem „Zeugnis“ der Sohnschaft und einem Antrieb zu noch größerer Treue. „Wenn ihr nun mit dem Christus auferweckt worden seid, so suchet das, was droben ist, wo der Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes. Sinnet auf das, was droben ist, nicht auf das, was auf der Erde ist“ (Kolosser 3:1,2). Wenn wir feststellen, dass wir selbst geistig gesinnt sind, dann suchen wir die Dinge, welche droben sind. Wir mögen wissen, dass der „Geist“ nicht nur unsere Sohnschaft bezeugt und bestätigt, sondern ebenso unser Wachstum und unser Fortschritt als Söhne. Wenn wir erkennen, dass ein zunehmendes Bestreben nach geistiger Weisheit und einem geistigen Verständnis und einem tieferen Verständnis der Wahrheit vorhanden ist, dann ist das ebenfalls ein ermutigender Beweis für uns. Der Apostel sagt: „Denn die Gesinnung des Fleisches ist der Tod, die Gesinnung des Geistes aber Leben und Frieden“ (Römer 8:6). Daher sollte wir, wenn wir auf das Geistige gesinnt sind, große Zuversicht daraus haben hinsichtlich der „großen Belohnung“ (Hebräer 10:35). Es gibt viele weitere Zeugnisse des Geistes. Aber das größte derselben mag in einem Wort zusammengefasst werden: „Liebe“. „Hierin ist die Liebe mit uns vollendet worden, damit wir Freimütigkeit haben an dem Tage des Gerichts (griechisch: krisis, die Prüfungszeit der Herauswahl ist verbunden mit des Herrn Wiederkunft), dass, gleichwie er ist, auch wir sind in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus“ (1. Johannes 4:17,18). Wenn unsere Liebe vollkommen ist, und wir frei von Furcht sind, und wenn wir es dem süßen Einfluss der Liebe gestatten, uns zu lenken und uns zu kontrollieren, dann haben wir eines der größten Zeugnisse erlangt, welche wir besitzen können, und wir sollten uns an unserer gesegneten Stellung erfreuen. Sobald wir unsere Gemeinschaft mit dem Herrn auf eine sichere Grundlage, und zwar auf die des Verstehens und der Erkenntnis, setzen und die kurzlebigen Emotionen davon abtrennen, werden wir einen wirksameren Wandel auf dem schmalen Pfad haben, welcher zum Leben führt. „Lasst uns das Bekenntnis der Hoffnung (unseres Glaubens) unbeweglich festhalten; (denn treu ist er, der die Verheißung gegeben hat)“ (Hebräer 10:23). „Denn ich weiß, wem ich geglaubt habe, und ich bin überzeugt, dass er mächtig ist, das ihm von mir anvertraute Gut auf jenen Tag zu bewahren“ (2. Timotheus 1:12). Übersetzt von Sven Kruse |