Letzter Vortrag von Pastor Russell

>gehalten am 29. Oktober 1916 in Los Angeles<

Titel:

"DER MORGEN KOMMT, UND AUCH EINE NACHT"

Die Nacht war lang; ihrer Leiden und Tränen waren viele; Gottes Verheißungen allein erhellten sie; endlich ist der Morgen da; ein wunderbares Dämmern; der Tag wird noch wunderbarer werden: überall um uns her werden die Beweise wahrgenommen; eine kurze Nacht der Drangsal bricht herein; in Europa hat sie schon angefangen; nach diesem ein wunderbarer Sonnenaufgang.

"Wächter, wie weit ists in der Nacht? . . . Der Morgen kommt, und auch eine Nacht." (Jesaja 21:11,12)

Die Weltliteratur zeigt, daß die denkenden Menschen sich weigerten, zu glauben, daß der göttliche Zweck bei der Erschaffung unserer Erde schon jetzt erreicht sei. Andauernd finden wir Beziehungen auf "Den Morgen des Neuen Tages", auf "Das Goldene Zeitalter" usw. Aber wir sehen nicht auf die sehnenden Herzen der Menschen, sondern auf die Verheißungen unseres Gottes, um wahre Belehrungen über diesen Gegenstand zu bekommen. Die Bibel erklärt nachdrücklich, daß der ganze Zeitraum der menschlichen Geschichte bis jetzt eine Zeit der Nacht gewesen ist.

Der Prophet David erklärt: "Die Nacht lang währet das Weinen, und am Morgen ist Jubel da." (Psalm 30:5) In prophetischer Weise werden wir hierdurch versichert, daß ein Morgen kommen wird, dessen Herrlichkeit, Glanz und Segnungen völlig entschädigen werden für alle die dunklen Schatten der vergangenen Zeit der Nacht. Unser Schriftwort ist eine andere Prophezeiung derselben Art. Die Botschaft der Herrn lautet: "Der Morgen kommt." Der Apostel Paulus schreibt, daß bis zu dieser Zeit die Welt unter der Herrschaft von Sünde und Tod gewesen ist, nicht unter der Herrschaft von Gerechtigkeit und Leben. (Römer 5:21) Er weist auch darauf hin, daß der Tag des Herrn kommen wird, daß er allmählich, verstohlen kommen und die Welt unversehens überfallen wird, "wie ein Dieb in der Nacht". (1. Thessalonicher 5:1-6)

Alle Apostel versichern uns, daß es nicht Gottes Vorsatz ist, die Herrschaft von Tod und Sünde für immer zuzulassen. Sie sagen uns, daß es der göttliche Plan ist, daß zu der vom Vater bestimmten Zeit der Messias seine große Macht an sich nehmen und herrschen wird als König aller Könige und Herr aller Herren; daß er Sünde und alles Böse hinwegtun und die Menschen aufrichten wird, daß er da einen göttlichen Segen verleihen will, wo während sechstausend Jahren ein göttlicher Fluch lastete. Die Schreiber der Bibel erklären, daß das keine Änderung im göttlichen Vorsatz bedeutet, sondern daß Gott dieses bei sich selbst geplant hat vor Grundlegung der Welt, und daß, obgleich er zugelssen hat, daß die Sünde kam und der Tod herrschte, er doch vollkommene Vorsorge getroffen hat für einen Erlöser, der für unsere Sünden sterben und schließlich ein Wiederhersteller und Lebengeber für Adam und sein Geschlecht werden sollte, wenigstens für alle diejenigen, welche ewiges Leben unter den göttlichen Bedingungen annehmen werden.

Die Apostel sagen uns, daß während dieser äZeit der Nachtô, seit dem Tode Jesu, Gott ein besonderes Werk getan hat, indem er aus der Menschheit eine besondere Klasse, eine Heilige auserwählte, "die Kirche der Erstgeborenen, deren Namen im Himmel angeschrieben sind". Diese werden aus keiner Nation und aus keiner Sekte genommen. Diese "kleine Herde", von der es heißt äes hat eurem Vater wohlgefallen, euch das Reich zu gebenô (Lukas 12:32), ist zusammengesetzt aus allen heiligen Nachfolgern Jesu, die während dieses Evangeliumzeitalters in seinen Fußstapfen auf dem schmalen Wege wandeln. Ihre Erfahrungen sollen sie geeignet machen zur Gemeinschaft mit ihrem Erlöser in seinem messianischen Königreich. Ihre Prüfungen, ihr Gehorsam und ihre Leiden um der Gerechtigkeit willen sollen für alle diese ein überschwengliches und ewiges Gewicht von Herrlichkeit bewirken. Da sie mit dem Herrn um der Wahrheit willen im jetzigen Leben leiden, sollen sie im kommenden Leben seine Herrlichkeit, Ehre und Unsterblichkeit teilen. Sie sollen seine Miterben in seinem Königreiche werden. (Galater 3:29; 2. Timotheus 11:12)

Der Sonnenaufgang des Königreiches ist nahe

Sogar unter dem Volke Gottes verstehen nur wenige, daß Jesus deutlich lehrt, daß die "Sonne der Gerechtigkeit", welche aufgehen wird mit Heilung in ihren Strahlen, und deren Licht den neuen Tag ausmachen wird, gebildet wird von der verherrlichten Kirche Christi, die durch ihre Teilnahme an der Ersten Auferstehung verwandelt sein wird von der menschlichen zur göttlichen Natur. Unser Herr Jesus sagt das in dem Gleichnis vom Weizen und Scheinweizen. Er erklärt, daß am Ende des Evangelium-Zeitalters alle zur Weizenklasse gehörenden in die himmlische Scheune eingesammelt werden, und daß dann die Gerechten leuchten werden wie die Sonne in dem Reiche ihres Vaters. (Matthäus 13:43). Wir dürfen jedoch nicht denken, daß hier die Kirche ohne ihren Erlöser gemeint ist, sondern wir müssen uns daran erinnern, daß Jesus ist "das Haupt der Kirche, welche ist sein Leib". (Epheser 1: 22, 23)

Wie wunderbar, wie schön, wie angebracht sind die Wort-Bilder der Bibel! Niemand außer dem Herrn kannte den göttlichen Plan. niemand außer ihm kannte deshalb auch diese Bilder von seiner Entwicklung geben, mittels verschiedener Bezeichnungen und Bilder versucht uns die Bibel einen Blick auf die herrlichen Zustände jenes Tages tun zu lassen. Der neue Tag und das Königreich werden "das Ersehnte aller Nationen" sein. An jenem Tage wird es dem Gerechten wohlgehen, Übeltäter werden vom Leben abgeschnitten werden. Während dieses Tausendjahr-Tages des Königreiches des Messias wird Satan gebunden sein, damit er, nicht mehr die Nationen verführe. (Offenbarung 20:2,3) Es wird keine Großgrundbesitzer mehr geben, denn äsie werden nicht bauen und ein anderer es bewohnen, sie werden nicht pflanzen und ein anderer essen," sondern "meine Auserwählten werden das Werk ihrer Hände verbrauchen." (Jesaja 65:22)

"Die Erde gibt ihren Ertrag." (Psalm 67:6) Ströme sollen in der Wüste hervorströmen, die Einöde wird sich freuen. Die ganze Erde soll dem Garten Eden gleich werden. Sie ist Gottes Fußschemel, und Gott sagt, daß er ihn herrlich machen will. Sie soll nicht durch buchstäbliches Feuer verbrannt werden, wie wir einst geglaubt haben. Sie wird äbewohnt werden ewigô. (Prediger 1:4; Psalm 104:3) "Nicht als eine Öde hat er sie geschaffen, um bewohnt zu werden, hat er sie gebildet." (Jesaja 45:18; 66:1; 60:13; 35:1,7)

Wunderbare Vorstrahlen des Lichtes

Das Wunderbarste, das uns die Bibel über den neuen Tag sagt, ist, daß er jedem Geschöpf Erleuchtung und großes Verständnis bringen wird. Das Licht der Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes wird die Erde bedecken, wie das Wasser den Meeresgrund bedeckt. (Jesaja 11:9; Habakuk 2:14) "Und sie werden nicht mehr ein jeder seinen nächsten und ein jeder seinen Bruder lehren und sprechen: Erkennet Jehova! Denn sie alle werden mich erkennen von ihrem Kleinsten bis zu ihrem Größten, spricht Jehova." (Jeremia 31:34) Schließlich wird jedes Knie sich beugen und jede Zunge bekennen zur Verherrlichung Gottes. (Philipper 2:11; Jesaja 45:23)

Welch eine begeisternde Aussicht hält die Bibel der Kirche und denen von der Welt vor, die ein gewisses Maß von Glauben üben können. Die Welt scheint in der Tat in gewissem Umfang die kommenden Segnungen zu sehen, aber welches sie sein werden, und wie sie kommen werden, wissen die Menschen nicht, denn "die Welt erkannte durch die Weisheit Gott nicht", (1. Korinther 1:21) Die weltlich Weisen haben die Bibel verworfen und vertrauen ihr nicht als einer Offenbarung Gottes. Aber die Weisen fangen sich in ihren eigenen Schlingen. (1. Korinther 3:19) Ihre gerühmte Weisheit verführt sie und macht sie für die göttliche Offenbarung blind.

Nichtsdestoweniger nahmen einige unserer größten Denker, Mr. Edison und andere, wahr, daß die Welt sich am Rande der wunderbarsten Erfindungen und Erkenntnis befindet, die das Gesicht der Erde und der darauf befindlichen Völker umwandeln werden. Sie bestätigen unwissentlich die Bibel, denn sie glauben ihr nicht und kennen nicht den Charakter ihrer Botschaften.

Das Dämmern fing im Jahre 1874 nach Christo an

Wir wollen hier nicht halt machen, um die Dunkelheit der Nacht und ihr Weinen zu besprechen. Wir wollen aufwachen und die Tatsache beachten, daß das Dämmern des neuen Zeitalters schon angefangen hat. Während der vergangenen zweiundvierzig Jahre haben wir in ihm gelebt und uns vieler seiner Segnungen erfreut. Aber diese Segnungen kamen so verstohlen "wie ein Dieb in der Nacht", daß nur wenige ihre Wichtigkeit erkennen. Einige wenige haben die Aufmerksamkeit auf die Tatsache gelenkt, daß wir seit 1874 in der Dämmerung des Millenniums leben.

Die Chronologie der Bibel lehrt klar, daß die sechstausend Jahre seit der Erschaffung Adams vergangen sind, sechs große Tage, von denen jeder tausend Jahre lang war, wie der Apostel Petrus sagt: "Ein Tag bei dem HERRN ist wie tausend Jahre." (2. Petrus 3:8) Jetzt hat der große siebente Tag, der ebenfalls tausend Jahre dauern wird, angefangen. Wir haben uns seines Heraufdämmerns erfreut. Es wird ein großer Tag werden! Ist es da ein Wunder, wenn sein Dämmern bemerkenswert ist?

Es mögen einige überrascht sein, wenn ihnen gesagt wird, daß die vergangenen zweiundvierzig Jahre mehr für die Welt bedeuten in bezug auf die Zunahme der Erziehung, des Reichtums, aller Arten arbeitsparender Erfindungen und Bequemlichkeiten, mehr in bezug auf Zunahme der Schutz- und Sicherheitsvorichtungen für das menschliche Leben, als es in den ganzen sechstausend vorhergegangenen Jahren der Fall war. Die Welt hat wahrscheinlich während dieser zweiundvierzig Jahre soviel Reichtum hervorgebracht, wie sie es während der ganzen vorhergehenden sechstausend Jahre getan hat, doch sind diese Veränderungen so allmählich gekommen, daß nur wenige sie beachtet haben.

Überall zeigt sich die Erfüllung der Prophezeiungen

Vor zweiundvierzig Jahren arbeiteten die Menschen von Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang, heute gehen wir mit schnellem Schritt dem achtstündigen Arbeitstage entgegen. Vor zweiundvierzig Jahren wurde fast alle Arbeit in der Welt im Schweiße des Angesichtes verrichtet, heute geschieht sie fast ausschließlich durch Maschinen. Vor zweiundvierzig Jahren erreichte die Sämaschine gerade ihre Vervollkommnung, heute ist sie überall unentbehrlich. So ist es auch mit den tausend Bequemlichkeiten für den Haushalt. So ist es mit beinahe allen unseren sanitären Einrchtungen und Wasserleitungseinrichtungen. So ist es mit den landwirtschaftlichen Geräten. Schneide-, Binde- und Mähmaschinen, Automobile, Gasmaschinen usw. usw., alles gehört in diese letzten zweiundvierzig Jahre. In unseren Großstädten sind die modernen Bequemlichkeiten wunderbar. Salomo in aller seiner Pracht träumte nicht einmal von den Dingen, deren sich jetzt das ärmste menschliche Wesen in Amerika erfreuen kann !

Prophezeiungen, daß Ströme hervorbrechen sollen in der Wüste, und daß die Einöde blühen soll wie eine Rose, haben jetzt ihre Erfüllung, nicht durch ein Wunder, aber in Harmonie mit der göttlichen Anordnung vermehrter Klugheit unter den Menschen. Artesische Brunnen werden gebohrt, Bewässerungskanäle werden angelegt, nicht allein in dem westlichen Teil der Vereinigten Staaten und Kanadas, sondern auch in dem fernen Mesopotamien. Die Resultate sind wunderbar.

Ländereien, die früher das Umzäunen nicht wert waren, haben heute einen Wert von 50 Mark das Ar. Das Wachsen der Erkenntnis ist vermehrt worden durch Einrichtungen der Regierung, um Kenntnisse unter dem Volke zu verbreiten. Der Boden verschiedener Gegenden soll auf öffentliche Kosten eingeteilt werden, und den Bebauern des Bodens wird kundgetan, welche Düngemittel sie anwenden müssen, um befriedigende Resultate zu erzielen.

Unter diesen Umständen überrascht es uns nicht, zu hören, daß 156 Scheffel Korn von einem Acker geerntet worden sind, und daß eine Ernte von 600 Scheffel Kartoffeln und mehr pro Acker nichts Ungewöhnliches ist. Ist nicht die Bibel erfüllt? Wer kann diese Tatsachen bestreiten? Was zeigen sie an? Wir antworten, daß sie genau den göttlichen Erklärungen entsprechen, welche unsere Tage beschreiben. Viele sollen hin- und herlaufen, die Erkenntnis soll vermehrt werden, die Verständigen, die zum Volke Gottes gehören, sollen es verstehen, "und es wird eine Zeit der Drangsal sein, dergleichen nicht gewesen ist, seitdem eine Nation besteht bis zu jener Zeit." (Daniel 12:4,10; Matthäus 24:21)

Zunahme von weltweiter Unzufriedenheit

Wir sind an dem Morgen, von dem unser Schriftwort redet. O welch ein herrlicher Morgen! Wie sind die menschlichen Zustände gegen diejenigen unserer Großväter verändert. Wie dankbar sollte die ganze Welt sein! Dank- und Lobgesänge sollten von allen Völkern der begünstigten zivilisierten Länder angestimmt werden, und helfende Hände sollten sich ausstrecken, um die gleichen Segnungen auch in die heidnischen Länder zu tragen. Aber ist das so? Sind die Völker glücklich und froh? Schätzen sie den neuen Tag recht wert, oder tun sie es mit den Gaben der göttlichen Vorsehung?

Nein! In demselben Maße, wie die Segnungen von Gott gekommen sind, ist auch die Unzufriedenheit der Menschen gewachsen, ebenso wie der Unglaube hinsichtlich der Bibel als einer göttlichen Offenbarung, und in vielen Fällen hinsichtlich des Daseins eines intelligenten Schöpfers.

Trotz des Anwachsens des Weltreichtums und trotz derTatsache, daß es einige edle Seelen gibt, die ihren Anteil am Reichtum auf eine lobenswerte Art gebrauchen, herrscht doch allgemein das Gesetz der Selbstsucht, und alle Gesetze, die je gegeben worden sind, oder gegeben werden können, werden diese riesenhaften Einrichtungen, Vereinigungen unserer Tage nicht zum Stillstand bringen können, und sie werden nicht verhindern können, daß sie die Massen ausbeuten im Interesse von verhältnismäßig wenigen.

Wußte Gott alle diese Dinge? Was wird er mit ihnen tun? Wird er die Segnungen des Millenniums austeilen und es geschehen lassen, daß die Menschen es als erwiesen annehmen, daß sie die Geheimnisse der Natur entdeckt haben durch ihre eigene Weisheit und Ausdauer, und daß sie Gott gänzlich vergessen? Werden sie noch unzufriedener werden? Würde ein Millennium, in dem Unzufriedenheit sein würde, vorteilhaft sein? Was wird Gott tun?

Die dunkle Nacht bricht schon herein

Nach der Bibel hat Gott die Zustände unserer Tag, so wie wir sie nun sehen, vorausgewußt, und in unserem Schriftwort gibt er uns einen Schlüssel zu der jetzigen Lage, die an einer anderen Stelle der Schrift sehr klar gezeigt wird. Durch den Propheten spricht Gott von der kommenden dunklen Nacht, die kommt, nachdem die Morgendämmerung schon eingesetzt hat, von einer dunklen Gewitterwolke gerade bei Sonnenaufgang. Diese dunkle Stunde wird in der Prophezeiung von Daniel und auch in der unseres Herrn Jesu beschrieben. Sie wird sein äeine Zeit der Drangsal, dergleichen von Anfang der Welt bis jetzt nicht gewesen istô.

Bibelforscher sehen, daß diese große Zeit der Drangsal schon anfängt mit dem Loslassen des Zornwindes in Europa. Im Lichte der Bibel bemerken sie, daß das Resultat des jetzigen Krieges eine große Schwächung der Nationen sein wird, der Regierungen der Erde, und ein vermehrtes Wissen und verstärkte Unzufriedenheit unter den Völkern.

Die nächste Phase der Drangsal wird gemäß der Bibel das große Erdbeben sein, desgleichen nicht geschehen, seitdem die Menschen auf der Erde waren, solch ein Erdbeben, so groß. (Offenbarung 16:18)

Es ist kein buchstäbliches Erdbeben, sondern ein symbolisches, Revolution. Dann wird die dritte Phase dieses Unglücks eintreten, die Dunkelste von allen; sie wird das symbolische Feuer der Anarchie sein, das unsere jetzige Zivilisation vollständig vernichten wird. Dann wird mitten in dieser furchtbaren Zeit der Drangsal, der Messias, der große König, seine große Macht an sich nehmen und sie ausüben mit dem Resultat, daß die wütenden Wogen des Meeres menschlicher Leidenschaft gestillt werden. Das Feuer der Anarchie wird gelöscht werden, und das Reich der Gerechtigkeit und des Friedens wird seinen Anfang nehmen.

Der Messias wird alles neu machen. Können wir nicht die Weisheit des Planes des großen Schöpfers sehen? Er hat beschlossen, zuzulassen, daß die Menschen sich von ihrer eigenen Unfähigkeit überzeugen, und davon, daß sie Gottes Hilfe nötig haben, sowie von der Tatsache, daß es einen Gott gibt, und daß seine herrlichen Vorkehrungen für die Menschen in seinem Worte geoffenbart sind. O, es ist kein Wunder, daß die Bibel von dieser Offenbarung Gottes als von äder stillen, sanften Stimme Gottes" spricht, die zu den Menschen durch das Königreich des Messias redet. Kein Wunder, der Herr erklärt: äAlsdann werde ich die Lippen der Völker in reine Lippen unwandeln, damit sie alle den Namen Jehovas anrufen und ihm einmütig dienen!" (Zephanja 3:9)

Der Apostel Petrus gibt uns ein lebensvolles Bild der neuen Ordnung der Dinge in dem Königreiche des Messias. Er sagt: äEs wird aber der Tag des Herrn kommen wie ein Dieb, an welchem die Himmel vergehen werden mit gewaltigem Geräusch, die Elemente aber im Brande werden aufgelöst . . . Wir erwarten aber, nach seiner Verheißung, neue Himmel und eine neue Erde, in welchen Gerechtigkeit wohnt." (2. Petrus 3:10,12,13)

Die äneuen Himmelí werden die verherrlichte Kirche sein, die aus Jesu, dem Haupte, und der Braut-Klasse besteht, welche aus der Welt während der vergangenen achtzehnhundert Jahre ausgewählt worden ist. Die äneue Erdeô wird die neue soziale Ordnung sein, unter der Verwaltung der neuen Himmel. Es wird kein Zusammenflicken der jetzigen Einrichtungen geben, sondern diese werden völlig hinweggefegt werden von dem Feuer des göttlichen Zornes, das der Aufrichtung der neuen Ordnung vorausgeht. In dieser wird nur das anerkannt werden, was recht und gerecht, unparteiisch und wahr ist.

Wir freuen uns, daß so herrliche Dinge kommen werden, obgleich die Welt sie notwendigerweise durch die Trübsal der Zeit der Drangsal erreichen muß. Glücklich sind diejenigen, deren Augen und Ohren des Verständnisses jetzt geöffnet sind, und die in solcher Herzensverwandtschaft zum Herrn stehen, daß er sie schon im voraus etwas von den Reichtümern seiner Gnade erkennen läßt. Er zeigt ihnen, wie die kommenden Drangsale Segen für die menschliche Familie bewirken.