Alain
Boulier, Frankreich—DIE HERRLICHKEIT DES ALLMÄCHTIGEN
Einleitung
Die Botschaft
der Heiligen Schrift hebt die unermeßliche Erhabenheit Gottes über die ganze
Schöpfung hervor. "Die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes, und die
Ausdehnung verkündet seiner Hände Werk.’ { Ps 19:1}
Das Studium des
Wortes Gottes macht es möglich unter anderem, Gott besser zu erkennen, den
Allmächtigen, den Ewigen, und sich seiner Herrlichkeit bewußt zu werden.
Vom Beginn des
ersten Buches der Bibel an erfahren wir, daß Gott den Menschen Adam in seinem
Bild erschaffen hat. Bedauerlicherweise waren Adam und seine Gefährtin Eva Gott
gegenüber ungehorsam, obwohl er sie vor den Folgen des Ungehorsams gewarnt
hatte: sie sündigten und verloren so die bis dahin bestehende Gemeinschaft mit
Gott.
In diesem
tragischen Moment, in dem alles umgestürzt wurde, ließ Gott seine Gerechtigkeit
walten: Der Mensch, der geschaffen worden war, um zu leben, wurde zum Sterben
verurteilt (1.Mose 3:19).
Aber der
Ungehorsam des Menschen brachte nicht nur seine Verurteilung mit sich.
Sie brachte
auch die Offenbarung des Planes Gottes mit sich, den damals die Engel nicht
kannten (vgl. Offenbarung 5:1-5), einen Plan, in dem wir alles sehen, im dem
Gerechtigkeit, Weisheit, Macht und Liebe des Allmächtigen zusammenwirken.
Und in der Tat
hatte Gott durch sein Vorherwissen aller Dinge die Möglichkeit des Fallens des
Menschen vorausgesehen, denn er hatte ihm einen freien Willen gegeben.
Wenn auch Gott
diese Freiheit den Nachkommen des von ihm geschaffenen Menschengeschlechts
nicht wegnahm, behielt er dennoch die Herrschaft über die Ereignisse, die
anschließend aufeinanderfolgten.
"Gott
regiert über die Nationen; Gott hat sich auf den Thron seiner Heiligkeit
gesetzt...’, lesen wir in Ps 47, Verse
8 und 9.)
Er griff sogar
ein, um der Bosheit, die sich auf Erden ausbreitete, ein Ende zu setzen-wie es
in Ps 29:10 heißt: "Jehova thront
auf der Wasserflut, und Jehova thront als König ewiglich.’ -"Denn Jehovas
sind die Säulen der Erde, und auf sie hat er den Erdkreis gestellt.’ (1.Samuel
2:8)
Gliederung des
Vortrags
Wir beginnen
unsere Betrachtung mit Auszügen aus der Vision über die Herrlichkeit des ewigen
Gottes auf seinem Thron aus Hesekiel, Kap. 1.
Daran
anschließen werden sich allgemeine Bemerkungen, und wir untersuchen in diesem
Abschnitt die Einzelheiten, die möglicherweise die vier Grundeigenschaften
Gottes abbilden, in dieser Reihenfolge:
die Macht die Weisheit
die
Gerechtigkeit und
die Liebe
Danach werden
wir die wesentlichen Gedanken zusammenfassen und wollen dann zum Abschluß
kommen.
Lesung von
Hesekiel 1:4-22 und 26-28
"Und ich
sah: und siehe, ein Sturmwind kam von Norden her, eine große Wolke und ein
Feuer, sich ineinander schlingend und ein Glanz rings um dieselbe; und aus
seiner Mitte, aus der Mitte des Feuers her, strahlte es wie der Anblick von
glänzendem Metall.
Und aus seiner
Mitte hervor erschien die Gestalt von vier lebendigen Wesen; und dies war ihr
Aussehen: sie hatten die Gestalt eines Menschen.
Und jedes hatte
vier Angesichter, und jedes von ihnen hatte vier Flügel.
Und ihre Füße
waren gerade Füße, und ihre Fußsohlen wie die Fußsohlen eines Kalbes; und sie
funkelten wie der Anblick von leuchtendem Erze.
Und
Menschenhände waren unter ihren Flügeln an ihren vier Seiten; und die vier
hatten ihre Angesichter und ihre Flügel.
Ihre Flügel
waren verbunden einer mit dem anderen; sie wandten sich nicht, wenn sie gingen:
sie gingen ein jeder stracks vor sich hin.
Und die Gestalt
ihres Angesichts war eines Menschen Angesicht; und rechts hatten die vier eines
Löwen Angesicht, und links hatten die vier eines Stieres Angesicht, und eines
Adlers Angesicht hatten die vier.
Und ihre
Angesichter und ihre Flügel waren oben getrennt; jedes hatte zwei Flügel
miteinander verbunden und zwei, welche ihre Leiber bedeckten.
Und sie gingen
ein jedes stracks vor sich hin; wohin der Geist gehen wollte, gingen sie; sie
wandten sich nicht, wenn sie gingen.
Und die Gestalt
der lebendigen Wesen: ihr Aussehen war wie brennende Feuerkohlen, wie das
Aussehen von Fackeln. Das Feuer fuhr umher zwischen den lebendigen Wesen; und
das Feuer hatte einen Glanz, und aus dem Feuer gingen Blitze hervor.
Und die
lebendigen Wesen liefen hin und her wie das Aussehen von Blitzstrahlen.
Und ich sah die
lebendigen Wesen, und siehe, da war ein Rad auf der Erde neben den lebendigen
Wesen, nach ihren vier Vorderseiten.
Das Aussehen
der Räder und ihre Arbeit war wie der Anblick eines Chrysoliths, und die vier
hatten einerlei Gestalt; ihr Aussehen und ihre Arbeit war, wie wenn ein Rad
inmitten eines Rades wäre.
Wenn sie
gingen, so gingen sie nach ihren vier Seiten hin: sie wandten sich nicht, wenn
sie gingen.
Und ihre
Felgen, sie waren hoch und furchtbar; und ihre Felgen waren voll Augen ringsum
bei den Vieren.
Und wenn die
lebendigen Wesen gingen, so gingen die Räder neben ihnen; und wenn die
lebendigen Wesen sich von der Erde erhoben, so erhoben sich die Räder.
Wohin der Geist
gehen wollte, gingen sie, dahin, wohin der Geist gehen wollte; und die Räder
erhoben sich neben ihnen, denn der Geist des lebendigen Wesens war in den
Rädern.
... denn der
Geist des lebendigen Wesens war in den Rädern.
Und über den
Häuptern des lebendigen Wesens war das Gebilde einer Ausdehnung, wie der Anblick
eines wundervollen Kristalls, ausgebreitet oben über ihren Häuptern.
Und oberhalb
der Ausdehnung, die über ihren Häuptern war, war die Gestalt eines Thrones, wie
das Aussehen eines Saphirsteines; und auf der Gestalt des Thrones eine Gestalt
wie das Aussehen eines Menschen obendrauf.
Und ich sah wie
den Anblick von glänzendem Metall, wie das Aussehen von Feuer innerhalb
desselben ringsum; von seinen Lenden aufwärts und von seinen Lenden abwärts sah
ich wie das Aussehen von Feuer; und ein Glanz war ringsum denselben.
Wie das
Aussehen des Bogens, der am Regentage in den Wolken ist, also war das Aussehen
des Glanzes ringsum. Das war das Aussehen des Bildes der Herrlichkeit Jehovas.
-Und als ich es sah, fiel ich nieder auf mein Angesicht’
Anmerkungen
Diese
Beschreibung ist sehr beeindruckend. Versuchen wir uns diese Gefühle Hesekiels
vorzustellen: Schon ab Vers 4 gibt er uns einen entscheidenden Hinweis:
"Und ich sah, und siehe, ein Sturmwind kam von Norden her, eine große
Wolke und ein Feuer, sich ineinander schlingend, und ein Glanz rings um
dieselbe....’
Würde uns nicht
Furcht ergreifen angesichts einer solchen Vision? "..um Gott ist
furchtbare Pracht!’ (Hiob 37:22)
Tatsächlich ist
der Herkunftsort dieses gewaltigen Windes, dieser großen Wolkenmasse und dieser
Feuergarbe der Norden, der Wohnsitz des Allmächtigen (siehe Hiob 26:7: "Er
spannt den Norden aus über der Leere, hängt die Erde auf über dem Nichts’ und
Hiob 37:22).
Wir lesen auch:
"Das Siebengestirn läßt ihn glänzen wie Gold.’ Wir erinnern uns, daß der
Neid Satans seinen Sturz nach sich zog-Jesaja 14:13. Alle diese Textstellen
bestätigen, daß, der Aussage der Schrift nach, Gott im Norden wohnt.
Aus diesem
Grund fiel der Prophet auf sein Angesicht nieder, und stellen wir fest, wie
heilig die göttliche Offenbarung war, die ihm zuteil wurde.
Damit der Leser
sich seine Vision vorstellen kann, gebraucht Hesekiel die gleiche Technik wie
ein Schriftsteller, der eine Szene beschreibt: zuerst läßt er die Umgebung
erstehen; dann beschreibt er die Einzelheiten nacheinander, die seine
Aufmerksamkeit erregen.
Im weiteren
Fortschreiten seines Berichts kommt bei Hesekiel zwölf Mal das Wort ‘vier’ vor.
Wir meinen, daß das kein Zufall sein kann. Diese Wiederholung der Zahl ‘vier’
hat zum Zweck, nachdrücklich auf ihren Symbolgehalt hinzuweisen.
Was Hesekiel
sieht, ist einerseits das Bild von etwas Irrealem, anderseits erscheint diese
Zahl ‘vier’ wiederholt und gibt eine Konstante an, eine Art Ausgleichselement
in dieser Vision von außergewöhnlichen Kreaturen, die es auf der Erde nicht
gibt.
Außer für diese
Eigenschaft gebraucht Hesekiel einfache (aber genaue) Worte, die das
Empfindungsvermögen des Menschen erfassen kann, und durch die wir uns ganz
realistisch hineindenken können in das, was er sah.
Aber, wie wir
schon gesagt haben, er beschreibt uns etwas, das es auf der Erde nicht gibt.
Oder können wir
uns vorstellen, wie ein Tier aussieht, das "die Gestalt eines Menschen’
hat (Vers 5), das "wie brennende Feuerkohlen’ aussieht, das "vier
Angesichter’ hat und "vier Flügel’, die "verbunden waren einer mit
dem anderen’ und dessen Füße "gerade Füße waren und ihre Fußsohlen wie die
Fußsohle eines Kalbes’, mit Menschenhänden unter ihren Flügeln an den vier Seiten?
Das ist schwierig;
wir können nicht begreifen, daß solche Wesen existieren und sich von der Stelle
bewegen können.
Warum? Weil
sich die Menschen und die meisten Tiere nach vorne, in die Richtung der
Sichtachse ihrer Angesichter fortbewegen.
Ein Löwe, ein
Stier oder ein Adler können sich nicht vom Standort nach rückwärts bewegen;
wenn sie zurückgehen wollen, müssen sie sich umdrehen; dann bewegen sie sich
wieder nach vorne, und zwar in die andere Richtung.
Wir Menschen
müßten ständig den Kopf drehen, um zu sehen wohin wir laufen, aber dabei
könnten wir nicht mehr sehen, was vorne geschieht.
Außerdem sind
die Gelenke unserer Beine so gestaltet, daß wir gut vorwärts und nicht nach
Belieben gleichermaßen vorwärts und rückwärts laufen können.
Nun haben die
beschriebenen Wesen vier Gesichter, was ihnen erlaubt, zugleich in alle
Richtungen zu schauen, und sie müssen nicht einmal den Kopf drehen, um zu
sehen, wohin sie gehen.
Hesekiel
schreibt: "...sie gingen ein jedes stracks vor sich hin.’ Ihre
Aufmerksamkeit bleibt ungeteilt, was auch immer vor sich geht, und sie behalten
ihr Ziel bei und beobachten dabei, was um sie herum passiert.
Daher fährt er
fort: "...sie wandten sich nicht, wenn sie gingen.’ Zusätzlich haben sie
vier Flügel, was vermutlich bedeutet, daß sie auch in jede Richtung fliegen
können.
Mit dieser
Fähigkeit ist kein auf der Erde lebender Vogel begabt. Außerdem fügt Hesekiel
hinzu, daß diese Wesen "hin und her liefen wie das Aussehen von Blitzstrahlen.’
Das ist
einerseits furchterregend, andererseits bedeutet es aber, daß sie mit einer
außergewöhnlichen Geschicklichkeit und vor allem einer Schnelligkeit
ausgestattet sind wie kein anders Geschöpf auf der Erde.
Es ist ein Bild
für die Überlegenheit der Geistwesen im Dienste Gottes verglichen mit den
irdischen Geschöpfen: die Engel handeln und greifen in dem von Gott
geschaffenen Universum ein, ohne die Zwänge, denen wir Menschen unterliegen,
wenn wir uns von einem Ort zu einem anderen begeben wollen.
Für Gott und
seine Engel gibt es diese Schranke der Distanz nicht! Er betrachtet seine
Schöpfung, das ganze Universum, als ob er es in der Hand hätte.
Vier; die Zahl
der Eigenschaften Gottes
Hesekiel
erkennt im Zentrum der Vision:
0. vier Wesen (Vs.5)
1. die vier Gesichter haben (Vs.6)
2. vier Flügel (Vs.6)
3. vier Seiten (Vs.8)
4. alle vier hatten ihre Gesichter und ihre Flügel (Vs.8)
5. Was das Aussehen ihrer Gesichter anbelangt, so haben
alle ein Menschengesicht (Vers 10)
6. alle vier rechts ein Löwengesicht (Vers 10)
7. alle vier links ein Stiergesicht (Vers 10)
8. und alle vier ein Adlergesicht (Vers 10)
9. es gab ein Rad auf der Erde, nahe bei den Wesen und vor
ihren vier Gesichtern (Vers 15)
10. und alle vier Räder hatten die gleiche Form (Vers 16)
11. die Räder waren von furchtauslösender Höhe und furchteinflößendem Umfang. Sie waren
umlaufend mit lauter Augen bestückt
(Vers 18)
Wir meinen, daß
die Zahl vier das Handeln Gottes darstellen kann, das sich in seinen vier
Wesensmerkmalen ausdrückt, denn es heißt in Vers 20, daß die vier Wesen kamen
und gingen "wohin der Geist gehen wollte.’
Beachten wir,
daß Johannes in Offenbarung 4:7 eine ähnliche Vision vom Thron Gottes
beschreibt; dem Bibelkommentar zufolge repräsentiere jedes der vier vom
Apostel-in anderer Reihenfolge-dargestellten Wesen eine der Grundeigenschaften
Gottes.
Erste
Eigenschaft Gottes: die Macht-der Stier
Im Allgemeinen
finden Gläubige, daß Gottes Macht in seiner Schöpfung sichtbar zum Ausdruck
kommt. Die Bibel beginnt auch mit der Feststellung: "Im Anfang schuf Gott
die Himmel und die Erde.’ (1.Mose 1:1)
Die Auffassung
vom "Urknall’ oder die 1929 von Edwin Hubble aufgestellte Theorie von der
Ausdehnung des Universums ist vielleicht die Erklärung DES "Anfangs’. Und
tatsächlich sei, diesem Astrophysiker nach, eine unermeßliche Kraft von einer
nicht erfassbaren Macht am Werk gewesen, die jene gewaltige Explosion als eine
Art glühend heißem Gasball hervorgebracht habe.
"...die
Feuergarbe, sich ineinander schlingend, und ein Glanz rings um dieselbe...’
(Vers 4) scheint uns ein ausgewogenes Bild zu sein, um diesen Gasball zu
beschreiben, der, wenn sich die Hypothese von Hubble als richtig erweist,
explodiert ist, um den "Urknall’ "am Anfang zu erzeugen...’
Diese Explosion
habe eine unerschöpfliche Energiequelle geschaffen, sowie die Ausdehnung des
Weltraumes nach sich gezogen, in dem alle Galaxien, Sterne und Planeten nach
und nach durch Erkalten entstanden seien.
Wir sehen, daß
im ersten Satz der Bibel die Erklärung dafür enthalten ist, was einige als das
Geheimnis der Schöpfung bezeichnen. Wenn die Hypothese von Hubble richtig ist,
können wir sagen, daß dieser "Ball’ von Gott geschaffen wurde.
Es ist
interessant festzustellen, daß die Entdeckungen verschiedener Wissenschaftler
in diesem Jahrhundert schließlich mit der Aussage der Schrift zur
Übereinstimmung kommen.
Die Sonne, eine
weitere Bekundung der Macht:
Wir sehen auch
eine Äußerung der Macht Gottes, wenn wir die Sonne betrachten. Das
Larousse-Lexikon sagt, daß sie 150 Millionen Kilometer von unserem Planeten
entfernt ist, daß ihre Masse das 333.000-Fache der Erdmasse ausmacht und ihr
Durchmesser 1.392.000 Kilometer beträgt.
Die Temperatur
im Innern der Sonne beträgt 15 Millionen Grad Celsius.
Wir sind
angesichts dieser Zahlen fassungslos, die die außerordentlich große
Energiereserve der Sonne illustrieren; und dennoch berichtet uns das Lexikon
weiter, dass die Sonne in dieser Galaxie "ein Sternenzwerg (!) ist’,"
völlig bedeutungslos’," deren Besonderheit nur darin liegt, der erdnäheste
Stern zu sein.’
In dem
Bewußtsein, dass es Milliarden und Abermilliarden von Sternen gibt, die von
Gott geschaffen worden sind, wird uns klar, welche Macht er hat.
Eine weitere
Offenbarung der Macht Gottes können wir in der unermeßlichen Zahl der Heere des
Himmels sehen, die ihm dient. (Vgl. 1.Könige 22:19) Deshalb "... herrscht
er durch seine Macht auf ewig.’ { Ps 66:7}
Wenn auch bei
Hesekiel nur von wenigen Wesen die Rede ist, so ist doch ihr Kommen und Gehen
durch überhaupt nichts gestört. ("Und sie gingen ein jeder stracks vor
sich hin.’ (Vers 12) Der Hörer dieser Vision bekommt einen starken Eindruck von
Macht.
Seit der Antike
und in manchen Ländern bis heute wurden auf der Erde die Ochsen vom Menschen
für solche Arbeiten für Haus und Hof hergenommen, für die Kraft erforderlich
war, wie z.B. Pflügen, Wasserschöpfen aus Brunnen oder Ziehen von Wagen.
Daher ist
dieses Tier in der Vision von Hesekiel ein Symbol der Macht.
Gehen wir zu
der nächsten Eigenschaft Gottes, die in dieser Vision dargestellt wird.
Die
Weisheit-der Adler
Zunächst
könnten wir überrascht sein, daß der Adler, ein unreines Tier (3.Mose 11:13)
und eines, das Blut zu sich nimmt (Hiob 39:30), eine der Eigenschaften Gottes
darstellt.
Aber der
Allmächtige hat sich des Bildes eines Adlers bedient, um die Hinausführung
seiner Werke zu verdeutlichen. Vgl. 2.Mose 19:4: "Ihr habt gesehen, was
ich an den Ägyptern getan habe, wie ich euch getragen auf Adlers Flügeln und
euch zu mir gebracht habe.’
Ebenso lesen
wir in Jer 48:40: "Denn so spricht
Jehova: Siehe, wie der Adler fliegt er daher und breitet seine Flügel aus über
Moab.’
Ein anderes
Merkmal des Adlers ist sein scharfer Blick, durch den er geradewegs auf die
Sonne zufliegen kann. Daher kommt der Ausdruck vom "Adlerblick’ in dem
Sinne, daß jemand ein scharfes Auge hat.
Wenn man den
Gedanken weiter verfolgt, meint man mit dem "Adlerblick’, daß jemand einen
scharfsinnigen Geist besitzt.
Solche
Fähigkeiten passen zu der bildhaften Darstellung der göttlichen Weisheit, die
alles durchdringt. "Denn Jehova erforscht alle Herzen, und alles Gebilde
der Gedanken kennt er,’ 1. Chronik 28:9; und in Jer 20:12 lesen wir: "Und du Jehova der Heerscharen, der
du...Nieren und Herz siehst....’
Fügen wir noch
hinzu, daß der Adler eine Fluggeschwindigkeit von 120 km/h erreichen kann, und
daß er sich auch die aufsteigenden Ströme warmer Luft zu Nutze macht, um sehr
hoch und ohne Anstrengung zu schweben.
So wie der
Adler uns in seinem Flug überlegen ist, gehen Wissen und Weisheit Gottes weit
über unseren Verstand.
Um zu unserem
Kommentar über das Offenbarwerden der Macht Gottes im Kosmos und im Bild der
Sonne zurückzukommen, betrachten wir die Weisheit Gottes in seiner Schöpfung:
Leben hier auf der Erde ist möglich unter anderem dank der Sonne, die sich in
einer ganz bestimmten Distanz befindet, nicht zu nahe und auch nicht zu weit
entfernt.
Das Licht der
Sonne braucht ungefähr sieben Minuten und dreißig Sekunden bis zur Erde, und
die Sonne befindet sich dreißigtausend Lichtjahre vom Inneren der Galaxis
entfernt, d.h. etwa zwei Milliarden Mal weiter weg.
Nun geht man
nach bestimmten Untersuchungen davon aus, daß, wenn der Abstand zwischen Erde
und Sonne nur um wenige Prozent verändert würde, ein Leben auf der Erde nicht
möglich wäre. (Es wäre entweder zu heiß oder zu kalt.)
Als Beispiele
dienen uns die anderen Planeten des Sonnensystems, wo es kein Leben gibt.
Ist es ein
Zufall, wie viele behaupten, oder ist es vielmehr die ungeheure Weisheit
Gottes, der es unternommen hat, erst ein Mal die Schöpfung in Gang zu setzen,
nachdem er all die folgenden Dinge vorherbedacht und berücksichtigt hat?
Vor dem
berühmten Urknall hatte Gott die Gesetze der Astrophysik, der Thermodynamik,
der Kernkraft sowie die in der Chemie herrschenden Gesetzmäßigkeiten etc.
aufgestellt.
Die Erde ist
also im Weltraum mit sehr viel größerer Genauigkeit als der eines Uhrmachers
positioniert, da sie durch verschiedene Luftschichten vor der Strahlung der
Sonne gut geschützt ist; daher kommen wir in den Genuß eines relativ gemäßigten
Klimas, das geeignet ist, auf dem größten Teil des Erdballs das Leben angenehm
zu machen, was wir jeden Tag feststellen können.
Preisen wir
unseren ewigen Gott für seine Weisheit, dass er ein so wunderbares Universum
geschaffen hat, in dem es gut ist zu leben!
Obwohl manche
es behaupten, brauchen wir nicht zu befürchten, dass ein Asteroid oder ein
anderer Planet auf der Erde aufschlägt, denn Gott hat sie in Übereinstimmung
mit seinen zuvor festgelegten Gesetzen geschaffen, damit sie bewohnt wird, und
nicht, um sie zerstören zu lassen.
Ist all dies
nicht erstaunlich, wenn man das gewaltige Reservoir an (scheinbar
unkontrollierter) Energie betrachtet, die im Universum enthalten ist? Die
gewaltige Aktivität, die Hesekiel sieht, scheint diese unerschöpfliche und
überall wirksame Energiequelle abzubilden:
Dieses Feuer,
das sich zwischen den Wesen bewegt, dieses funkelnde Licht, von dem Blitz
ausgehen, und dieses Getöse, durch das die Wesen unbeirrt bleiben; so verhält
es sich auch mit Gott, der seine Schöpfung völlig beherrscht, dessen Gewalt und
Energie, wie wir schon gesagt haben, für den Menschen beängstigend sind. Nichts
kann die alles beherrschende Macht Gott herabsetzen.
Wir haben auch
das scharfe Auge des Adlers angesprochen; dieses scharfe Sehen, das eine
bildliche Darstellung des unbegrenzten Wissens (der unbegrenzten Weisheit) sein
kann, wird unterstrichen durch die in Vers 17 und 18 angegebenen Einzelheiten:
Hesekiel sieht
Räder, besteckt mit Augen; sie gingen "nach ihren vier Seiten hin’ und
"sie waren hoch und furchtbar’. Warum waren Augen an den Rädern? Wir
vermuten, dass diese große Anzahl von Augen an den Rädern, die sich in jede
Richtung bewegen konnten, und sich sogar "erhoben’, die Tatsache
wiedergibt, daß vor Gott nichts verborgen ist; seine Augen beobachten Nationen
und durchlaufen die ganze Erde. ( Ps 66:7; Sacharja 4:10)
Die
Gerechtigkeit-der Löwe
Über Salomo
lesen wir in 1.Könige 10:18: "Und der König machte einen großen Thron von
Elfenbein und überzog ihn mit gereinigtem Gold.
Vers 19: Sechs
Stufen waren an dem Throne, und der obere Teil des Thrones war hinten gerundet;
und Armlehnen waren auf dieser und auf jener Seite an der Stelle des Sitzes,
und zwei Löwen standen neben den Armlehnen;
Vers 20: und
zwölf Löwen standen da auf den sechs Stufen, auf dieser und auf jener Seite.
Desgleichen ist nicht gemacht worden in irgend einem Königreiche.’
In der
Darstellung der Weihe des Tempels, ist Salomo ein Bild der verherrlichten
Kirche, die gemäß 2.Tim. 4:1 "richten wird Lebendige und Tote.’
Diese Beschreibung
von Salomos Thron, geschmückt mit Löwen, scheint uns ganz besonders gut
übereinzustimmen mit einer anderen Textstelle, nämlich mit Ps 89:14 und 15, wo es heißt:
"Gerechtigkeit und Gericht sind Gottes Thrones Grundfeste.’
Wir erinnern
uns, daß die Weisheit Salomos in der ganzen Welt bekannt war, besonders weil er
gerechte Urteile sprechen konnte.
Der König besaß
die unumschränkte Macht über sein Königreich, und dann, wenn er auf seinem
herrlichen, von Löwen flankierten Thron saß, hielt er Gericht. Daher meinen
wir, daß die Verzierung des Thrones mit diesen Tieren als Symbol für das
Schaffen von Gerechtigkeit gelten kann.
Das Beispiel
für dieses Gericht-Halten durch einen Löwen finden wir in 1.Könige 13:24, wo es
um einen Mann Gottes geht, der, nachdem er dem bösen König Jerobeam geweissagt
hatte, sich gegen Gott auflehnte und die bestehende Anweisung, unverzüglich
nach Hause zurückzukehren, nicht beachtete: dieser Prophet begegnete einem
Löwen, der ihn auf seinem Rückweg tötete. Seine Leiche lag auf dem Weg, ....
und der Löwe stand daneben.
In Jesaja 31:4
und Ho 11:10 wird der Ewige mit einem
Löwen verglichen:
"Denn also hat Jehova zu mir gesprochen;
wie der Löwe und der junge Löwe, wider den Hirten der Menge zusammengerufen
wird, über seinem Raube knurrt, vor ihrer Stimme nicht erschrickt und sich vor
ihrem Lärmen nicht ergibt, also wird Jehova der Heerscharen herniedersteigen,
um auf dem Berge Zion und auf seinem Hügel zu streiten.’
"Sie
werden Jehova nachwandeln: wie ein Löwe wird er brüllen; denn er wird brüllen,
und zitternd werden die Kinder herbeieilen vom Meere.’
In Jeremia,
Kap. 4 erfahren wir, daß Gott Israel das Kommen seines Gerichts ankündigt. In
Vs. 7 steht geschrieben: ‘Ein Löwe steigt herauf aus seinem Dickicht, und ein
Verderber der Nationen bricht auf; er zieht von seinem Ort aus, um dein Land
zur Wüste zu machen, daß deine Städte zerstört werden, ohne Bewohner’. Gott
schickt vom Norden aus sein Gericht durch einen Zerstörer in Löwengestalt.
Wir meinen, daß
diese Verse die Übereinstimmung zwischen der Vision von Kap. 1 in Hesekiel und
dem Löwen zeigt, der ein Symbol für die Gerechtigkeit, eine der
Grundeigenschaften Gottes, ist.
Fügen wir noch
hinzu, daß bei uns der Löwe immer als König der Tiere, die Furcht vor ihm haben,
gesehen wird.
Die Liebe-der
Mensch
Warum
symbolisiert der Mensch die Liebe, eines der vier Eigenschaften Gottes? Liegt
es daran, daß der Mensch Gott gegenüber eine besondere Liebe an den Tag gelegt
hat?
Leider nicht,
ganz im Gegenteil, denn "hierin ist die Liebe Gottes zu uns geoffenbart
worden, daß Gott seinen eingeborenen Sohn in die Welt gesandt hat, auf daß wir
durch ihn leben möchten.
Hierin ist die
Liebe: nicht daß wir Gott geliebt haben, sondern daß er uns geliebt und seinen
Sohn gesandt hat als eine Sühnung für unsere Sünden.’ (1.Joh. 4:8, 9) Und Vers
19: ".... weil Gott uns zuerst geliebt hat’, d.h. noch bevor wir ihn
geliebt haben.
Darin sehen
wir, wie sehr wir ihm gegenüber verpflichtet sind. Diese Verse schließen in
sich den wunderbaren Plan der Wiederherstellung aller Dinge für den Menschen.
Das
Wunderbarste (und zuweilen für einige das, was am schwersten zu begreifen ist)
an diesem Plan ist, daß Gott bewilligt hat, daß das Loskaufopfer sein eigener
geliebter Sohn ist. (Vgl. Hebräer 10:5-10)
In Philipper
2:7 und 8 heißt es von diesem einzigen Sohn Jesus Christus: "...
welcher.... sich selbst zu nichts machte und Knechtsgestalt annahm, indem er in
Gleichheit der Menschen geworden ist, und.... sich selbst erniedrigte, indem er
gehorsam ward, bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz.’
Wir sehen es:
Die Liebe Gottes zu den Menschen hat sich in ganz besonderer Weise kundgetan.
Daher erhält diese Grundeigenschaft sein stimmigstes Bild in Form eines
(vollkommenen) Menschen; diese Gestalt nahm Jesus an, um den Plan Gottes zu
erfüllen. (vgl. den vorausgehenden Vers)
Grundgedanken,
die in der Vision von der Herrlichkeit des Allmächtigen enthalten sind.
Bevor wir
schließen, fassen wir die Grundgedanken, die wir in dieser Vision finden,
zusammen:
1. Die Beschreibung dessen, was Hesekiel sieht, stellt sich
in unseren Augen als Bilder von etwas
Irrealem dar. Das ist normal, denn es
handelt sich um die göttliche Natur, die ohne Grenzen ist, unendlich vielfältig, eine unerschöpfliche
Energiequelle, und die Leben in sich
selbst hat. Für unser Verständnis als Menschen, das "beschränkt’ ist, ist sie tatsächlich nicht zugänglich
(irreal). 2. Wir sehen die Einheit im
harmonischen Zusammenwirken der
Eigenschaften Gottes. Bei ihrer Betrachtung haben wir gesehen, daß sie nicht nur miteinander tätig sind,
sondern sich in vollkommenem
Gleichgewicht gegenseitig ergänzen.
Sollte sich
auch ein vorherrschendes Merkmal dieser Grundeigenschaften in den vier
Gesichtern der Wesen abbilden, so hat doch kein Merkmal ein nur ihm eigenes und
begrenztes Wirkungsgebiet, und es scheint nicht so zu sein, daß eines mehr
Gewicht hat als das andere (oder die anderen).
Macht und
Weisheit (Wissen) waren unabdingbar, damit Gott das Universum so vollkommen
erschaffen konnte, wie es ist.
Ebenso gibt
Gott uns durch seinen Plan kund, daß Gerechtigkeit nicht ohne Liebe ausgeübt
werden kann. Wir lesen in Römer 5:20,21: "Das Gesetz aber kam daneben ein,
auf daß die Übertretung überströmend würde. Wo aber die Sünde überströmend
geworden, ist die Gnade noch überschwenglicher geworden, auf daß, gleichwie die
Sünde geherrscht hat im Tode, also auch die Gnade herrsche durch Gerechtigkeit
zu ewigem Leben, durch Jesum Christum, unseren Herrn.’
So handeln die
Gerechtigkeit und die Liebe (die Gnade) gemeinsam, und dieses Prinzip offenbart
die wunderbare Weisheit Gottes (gemeinsames Handeln von drei
Grundeigenschaften).
3. Die Schriftstellen, die von Gottes Gerechtigkeit
sprechen, wie z.B. Ps 45:6, Ps 89:14 und Ps 97:2, fügen dem ein weiteres wichtiges Element hinzu: die
Billigung. Gott hat für die Menschen
vollkommene Gesetze aufgestellt. {vgl.
Ps 19:8}
Jede
Gesetzesübertretung bringt Verurteilung mit sich, die Gott billigerweise
ausspricht, denn er hat seine Gesetze nicht nach einem diktatorischen Prinzip
aufgestellt: Er hat dem Menschen Grundsätze gegeben, um ihm ewiges Leben in
Glück und Glückseligkeit zu ermöglichen.
4. Vers 15: Neben den vier Wesen auf der Erde waren vier
Räder, die "wie der Anblick
eines Chrysoliths’ waren, eines olivgrünen
durchscheinenden Edelsteins.
Beim Studium
dieser Vision in unserer Versammlung haben wir angenommen, daß diese Räder
vermutlich den Plan Gottes darstellten, der sich kompromißlos erfüllt.
Diese Räder,
die so aussahen "wie wenn ein Rad inmitten eines Rades wäre’ (Vers 16),
bewegten sich oder standen still im gleichen Rhythmus wie die Wesen:
"...und wenn die lebendigen Wesen sich von der Erde erhoben, so erhoben
sich die Räder.’ (Vers 19), "...denn der Geist der lebendigen Wesen war in
den Rädern.’ (Vers 21) Auch der Plan Gottes läuft im Rhythmus des Uhrwerks
Gottes ab.
5. Verse 22, 26, 27 und 28: Hesekiel sieht ".... eine
Ausdehnung wie den Anblick eines
funkelnden Kristalls.’ "Und oberhalb der Ausdehnung (des Himmels)... die Gestalt eines Thrones wie das Aussehen eines Saphirsteines’ und
"eine Gestalt wie das Aussehen
eines Menschen’, und "den Anblick von glänzendem Metall, wie
das Aussehen von Feuer... und ein
Glanz war rings um denselben’, und
"wie das Aussehen des Bogens, der am Regentage in der Wolke ist....’
Diese ganze
Beschreibung gibt die Heiligkeit Gottes wieder, und wir denken, daß sich hier
eine Parallele herstellen läßt zu dem "Strom von Wasser des Lebens, rein
wie Kristall, der hervorging aus dem Throne Gottes und des Lammes.’ Aus
Offenbarung 22:1.
Die Transparenz
von Kristall und der strahlende Glanz von Saphir erinnern an die Klarheit und
Reinheit der Wahrheit, die Bestandteil der Grundfeste des Thrones Gottes sind
(vgl. 2.Mose 24:10).
(6) Poliertes
Metall, Erz, ist ebenso kostbar wie Gold-gemäß Esra 8:27-,das die göttliche
Natur darstellt.
(7) Der Bogen
symbolisiert den Frieden, der sich nach dem Aufruhr des Gewitters wieder
einstellt,
um nach der
stürmischen Zeit der Sünde die Aufrichtung von Gottes Frieden anzukündigen,
wenn sein Reich beginnt.
Schlußbemerkung
Lassen wir uns
anregen von den Grundeigenschaften Gottes, und handeln wir in der Einheit des
Glaubens mit gesundem Menschenverstand und ohne Überschwang auf dem einen oder
dem anderen Gebiet:
1. Laßt uns nicht nur stark sein (wie der Stier).
2. Laßt uns nicht Rächer sein (wie der Löwe) und die andern
nicht verurteilen, wenn wir uns für
Opfer von Ungerechtigkeit halten.
3. Seien wir nicht überzeugt, die beste Erkenntnis der
Schrift zu haben, weil wir wissen,
wie sie im Urtext zu lesen ist oder weil
wir sie scharfsinnig studiert haben (wie der Adler).
4. Akzeptieren wir keine der Wahrheit entgegenstehenden
Gedanken, handeln wir nicht nach Zu-
oder Abneigung (wie es der Mensch
macht): Stellen wir immer die Gerechtigkeit und die Weisheit neben die Liebe, so wie es Gott macht, um seinen
Willen zu tun.
5. Laßt uns nach Reinheit streben und heiligen wir uns
durch das Studium der Heiligen
Schrift.
6. Versuchen wir immer, bessere Nachahmer dessen zu sein,
der in seinem irdischen Leben diese
vier Grundeigenschaften vollkommen in
die Tat umgesetzt hat, unseres Erlösers Jesus Christus.
7. Laßt uns geradewegs vorangehen wie die vier Wesen, indem
wir den Heiligen Geist in uns wirken
lassen (Vers 12) und unserer Weihung
treu bleiben, "vergessend, was dahinten’ (Philipper 3:13-14).
Dann können wir
hoffen, an der Hochzeit des Lammes teilzunehmen und uns niederzuwerfen und Gott
auf seinem Thron anzubeten, indem wir sprechen: Amen! Halleluja! Und wir werden
hören: "... eine Stimme kam aus dem Throne hervor, welche sprach: Lobt
unseren Gott, alle seine Knechte, und die ihr ihn fürchtet, die Kleinen und die
Großen!’ (Offenbarung 19:5)
Amen.
Br. Eugene
Burns, U.S.A. —Josephs Silberbecher
Die Geschichte
von Joseph, die 14 Kapitel einnimmt (1. Mose 37 bis 50), ist eine der längsten
im Alten Testament.
Es ist eine zu
Herzen gehende Geschichte, die von Gemeinheit und großem Charakter zeugt. Haß
und Liebe beherrschen die Geschichte, während göttliche Vorsehung sich bewegt
Gottes Vorsatz zu erfüllen.
Am Ende setzt
sich die Liebe durch. Es ist der schöne Teil von Gottes Plan, daß Liebe am Ende
triumphiert. Es gibt auch ein glückliches Ende für Jakob.
Er glaubte, daß
Joseph tot sei und fand ihn lebend in Ägypten. Als Jakobs Leben endet, ist es
Joseph, der durch Gottes mitfühlende Barmherzigkeit Jakobs Augen schließt. 1.
Mose 46:4)
Jakobs Leib
wird in das verheißene Land zurückgebracht und in der Höhle Machpela bei
Abraham und Isaak begraben. Dies stärkte seine Hoffnung in Gottes Verheißungen.
Jakobs Liebe
für Joseph
Joseph war ein
Kind von Jakobs geliebter Rachel. Er war jünger als die meisten seiner Brüder,
weil Rachel eine Zeit lang unfruchtbar war.
Als Rachel
schließlich Joseph gebar, bedingte dies ihn besonders zu lieben. Und was sogar
noch wichtiger war, er war ein entzückendes Kind.
Dies mag für
Joseph schön gewesen sein, aber es schuf Eifersucht unter seinen Brüdern.
Folglich tendierten sie dazu ihn ins Verderben zu stürzen.
Es ist jedoch
wichtig zu verstehen, daß Josephs enge Bindung an Jakob das Mittel war, durch
welches er zu einem Verständnis und einer Wertschätzung seiner Erbschaft kam,
der Abrahamischen Verheißung.
In all den
Jahren, die er in Ägypten verbrachte, verging wahrscheinlich kein Tag, an dem
er sich nicht an die kostbaren Verheißungen erinnerte.
Vielleicht
fühlte er, daß sich die Abrahamischen Verheißungen zu erfüllen begannen, als er
der Retter Ägyptens wurde.
Eifersucht ist
so grausam wie das Grab
Wenn Eifersucht
zuzunehmen beginnt, so kann sie ein normales gutes Herz in ein böses
verwandeln.
Wir alle
erinnern uns, wie Josephs Brüder ihn haßten und schließlich überein kamen, ihn
zu töten. Ruben, der älteste Sohn, wollte nicht zulassen, daß seine Brüder
Joseph töteten.
Er flüsterte
ihnen ein, Joseph in eine Grube zu werfen, in der Hoffnung ihn später zu
befreien. Hier erkennen wir, wie Gott den Zorn des Menschen zu Seiner eigenen
Herrlichkeit wendet. Gott wollte Joseph in Ägypten haben. Er erlaubte den Zorn
von Josephs Brüdern ihn in die Sklaverei zu verkaufen. Dies zu tun war eine
gemeine und verächtliche Sache.
Es wird
angenommen, daß Brüder zusammenhalten und einer dem anderen hilft. Dies ist
eine Aufgabe, die wir im Sinn haben sollten. Wenn wir jemals finden, daß wir
einem Bruder oder einer Schwester Unrecht zu tun wünschen, so sind wir
sicherlich nicht vom Tod zum Leben hinübergegangen, weil wir die Brüder lieben.
Uns selbst
verletzen wir am meisten, wenn die Liebe bei der Erprobung fehlt. Wir müssen
die Brüder lieben. Es mag nicht immer mit der Maserung unserer alten Natur
gehen, aber ohne Liebe sind wir nichts.
Joseph wurde
für zwanzig Silberlinge verkauft. Das war der Preis für einen Sklaven, der
weniger als dreißig Jahre alt war. Joseph war zu dieser Zeit siebzehn Jahre
alt. Jesus wurde für dreißig Silberlinge verkauft, da er ein reifer Mann war.
Die Lektion ist
die gleiche, außer daß wir für einen Altersunterschied berücksichtigen. Es wird
uns nicht mitgeteilt, wie sie das Geld aufteilten. Da es zehn Brüder gab, würde
jeder zwei Silberlinge bekommen haben, wenn sie dieselben gleichmäßig
aufgeteilt hätten. Vielleicht wiesen einige das Geld zurück, als die Qualen der
Schuld sie zu bedrücken begannen.
Joseph erlaubte
seinem Umfeld nicht seinen Charakter zu gestalten
Modern gedacht
tendierte es dahin, daß zu erwarten sei, daß die persönliche Verrichtung durch
das Umfeld beherrscht werden würde. Es wird gesagt, daß Leute auf Grund ihres
Umfeldes sich schlecht oder gut benehmen.
Einerlei in
welcher Umgebung wir leben, können wir auf der höheren Ebene unserer Ideale und
Hoffnungen leben. Das ist die Lehre von Joseph. Er wurde kein Verbrecher, weil
er mit Kriminellen im Gefängnis war. Während seine Brüder gemein und gehässig
waren, handelte Joseph nicht in gleicher Weise.
Er behielt
seine Ehrlichkeit, obwohl es keinen Lohn für sein Tun gab, sondern nur Bestrafung.
Warum? Weil er auf einer höheren Ebene lebte und es sich selbst nicht erlauben
würde auf die Ebene herabzusteigen, wo Zähne und Klauen vorherrschen.
Er plante nicht
mit denen, die ihn mißhandelten, gleichförmig zu werden. Er hätte viele Gründe
gehabt verbittert und rachsüchtig zu sein.
Er war von
seinen Brüdern, von Potiphar und seiner bösen Frau, und von dem Mundschenk
schlecht behandelt worden, der ihn zwei Jahre lang bei dem Pharao zu erwähnen
vergaß.
Der Bericht in
1. Mose sagt uns, daß Gott mit ihm war, und er in allem Gelingen hatte, was er
tat. Es mag nicht so erscheinen, daß Gott mit ihm war, weil er nach Ägypten
gebracht wurde.
Es mag nicht so
erscheinen, daß Gott mit ihm war, weil Potiphars Frau ihn fälschlich anklagte.
Es mag nicht so erscheinen, daß Gott mit ihm war, als er für zwei weitere Jahre
im Gefängnis war. Doch Gott war mit ihm, und er hatte Gedeihen im Gefängnis.
Er war ein Mann
von unfehlbarem Charakter und erstaunlicher Fähigkeit zu organisieren und in
einer fairen und brillianten Weise zu beaufsichtigen. Noch war er im Gefängnis
und verbrachte einige der besten Jahre seines Lebens als ein Sklave oder
Krimineller.
Wieviele von
uns würden im Stande sein unter solch widrigen Umständen zu überwinden?
Es ist
menschlich zu wünschen, daß Gott den Berg für uns fortbewegt, aber Gott
wünscht, daß wir auf den Berg steigen, während Er uns die Kraft dazu gibt. Ihr
wißt, wie Joseph aus dem Gefängnis genommen wurde, um Pharaos Traum zu deuten
und dann Herrscher über Ägypten zu werden.
In 1.Mose 41:44
lesen wir: "Ich bin der Pharao, aber ohne dich soll kein Mensch im ganzen
Land Ägypten seine Hand oder seinen Fuß erheben!’
Pharao stellt
hier Gott dar. Joseph stellt Christus dar. Was für ein wunderbares Verhältnis
bahnte sich hier zwischen dem Pharao und Joseph an. Denkt daran welche
gewaltige Macht ein Mann in den Händen hielt, der gerade ungefähr dreißig Jahre
alt war, der als ein Sklave und Gefangener dreizehn Jahre lang dahingesiecht
hatte.
Stellt euch
vor, wie weit die Macht reichte, die ihm gegeben wurde, daß niemand "seine
Hand oder seinen Fuß erheben konnte,’ ausgenommen durch Josephs Einwilligung.
Dies war
natürlich eine übertriebene Sprache, aber es bedeutete für den Einzelnen und
für alle, daß Joseph vollkommene Macht und Autorität besaß.
Die sieben
Jahre der Fülle stellen die Gnade und Wohltätigkeit Gottes bildlich dar, die in
Christo während des Evangelium-Zeitalters ist, die Zeit der Gnade.
Die sieben
Jahre der Hungersnot stellen das Mittlerkönigreich dar, wenn Christus mit
oberster Herrschergewalt regieren wird. In dieser Zeit wird keiner im Stande
sein in seiner eigenen Gerechtigkeit zu stehen. Der Mittler wird sie vor der
exakten Forderung der Gerechtigkeit beschützen.
Christus wird
sie aufrechterhalten. Wie die Hungersnot schädigte, so mußte das Volk alle
seine Besitztümer verkaufen und sich selbst zu Sklaven des Pharao machen.
Dies stellt
bildlich dar, wie alle Menschen sich Gott übergeben und völlig geweiht sein
müssen, wenn Christus das Königreich dem Vater übergibt.
Ihre einzige
Chance zu überleben wird sein die Bedingungen anzunehmen, die der
gegenbildliche Joseph über sie bringt.
Die Welt braucht
die Vorsorge, die der Mittler für sie trifft, dessen Gerechtigkeit sie stützen
wird, um vor dem Thron Jehovas zu stehen, bis daß sie ihre eigene menschliche
Vollkommenheit erlangen. Ohne die Vorsorge des gegenbildlichen Joseph würden
sie alle umkommen, sie könnten niemals Vollkommenheit oder ihre eigene
Gerechtigkeit erlangen.
Wir hingegenen
sind im Stande jetzt unser Leben zu weihen. Wir gaben unseren Besitz ab und
übergaben unseren Willen Gott während der Zeit der Gnade, und unser Platz wird
daher bei Joseph sein. Es wird unsere Aufgabe im Königreich sein, die Menschen
in Bezug auf Eigenwillen arm zu machen, und sie unter den Willen Gottes zu
bringen.
Um Josephs
Vorrat an Nahrung zu bekommen, (die, wenn sie diese Nahrung essen, sie in
Gerechtigkeit wachsen läßt), müssen sie sich von ihren aufgehäuften
Hilfsmitteln entladen, um sich schließlich ganz der Oberherrschaft Gottes zu
übergeben. (1. Mose 47:24,25)
Israel mußte
ein Zehntel (den Zehnten) den Priestern und Leviten geben. Joseph brachte die
Ägypter dazu ein Fünftel dem Pharao zu geben, ein doppeltes Zehntel in Gottes
Königreich. Ich weiß, nichts von dem stellt Joseph sehr freigiebig dar, aber
dies sind die Bedingungen für ewiges Leben.
Die
"Böcke’ werden diese Anordnung nicht mögen. Sie werden sich ein wenig
unter der Königreichsherrschaft wund reiben und begierig sein, für sich selbst
bessere Bedingungen zu schaffen.
Was wir
verstehen müssen ist, daß die gegenwärtige Menschheit vier Fünftel haben wird,
was reichlich mehr ist, als was sie jemals nutzen können.
Wenn die
Menschheit nur ein Fünftel ihrer Arbeit zu dem allgemeinen Gut weihen würde,
wie reich würde diese Welt sein! Hat Gott jemals nur soviel wie einen Pfennig
von der Erde genommen? Nein! Und Er wird es niemals tun.
Gott und
Christus werden jedoch das, was zur Förderung der Menschheit getan wird, so
bewerten, als ob es ihnen getan würde. 1. Mose 44:18: "denn du bist dem
Pharao gleich.’ Dies sind die Worte, die Juda zu Joseph sprach. Ja, Christus
übt die ihm von Gott gegebene Macht und Autorität aus. Wahrscheinlich nahmen die Ägypter es Joseph
übel, solch eine Macht auszuüben. Ich bin sicher, daß sie versuchten, diese
Autorität zu umgehen. Der Pharao würde jedoch nicht einem Ägypter Josephs
Autorität entziehen, -nicht einem. Christus ist jetzt unser Haupt.
Wir können
nicht erwarten, daß die Welt seine Vormachtstellung anerkennt, wenn wir das
Haupt jetzt nicht anerkennen.
Diejenigen, die
danach trachten die Braut Christi zu sein, müssen eifrig sein, die überragende
Stellung jetzt und für immer zu akzeptieren. Die hier anders denken brauchen
nicht zu hoffen, seine Braut zu sein.
Das Ringen um
höchste Autorität