Alain Boulier, Frankreich—DIE HERRLICHKEIT DES ALLMÄCHTIGEN

 

Einleitung

 

Die Botschaft der Heiligen Schrift hebt die unermeßliche Erhabenheit Gottes über die ganze Schöpfung hervor. "Die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes, und die Ausdehnung verkündet seiner Hände Werk.’ { Ps 19:1}

 

Das Studium des Wortes Gottes macht es möglich unter anderem, Gott besser zu erkennen, den Allmächtigen, den Ewigen, und sich seiner Herrlichkeit bewußt zu werden.

 

Vom Beginn des ersten Buches der Bibel an erfahren wir, daß Gott den Menschen Adam in seinem Bild erschaffen hat. Bedauerlicherweise waren Adam und seine Gefährtin Eva Gott gegenüber ungehorsam, obwohl er sie vor den Folgen des Ungehorsams gewarnt hatte: sie sündigten und verloren so die bis dahin bestehende Gemeinschaft mit Gott.

 

In diesem tragischen Moment, in dem alles umgestürzt wurde, ließ Gott seine Gerechtigkeit walten: Der Mensch, der geschaffen worden war, um zu leben, wurde zum Sterben verurteilt (1.Mose 3:19).

 

Aber der Ungehorsam des Menschen brachte nicht nur seine Verurteilung mit sich.

 

Sie brachte auch die Offenbarung des Planes Gottes mit sich, den damals die Engel nicht kannten (vgl. Offenbarung 5:1-5), einen Plan, in dem wir alles sehen, im dem Gerechtigkeit, Weisheit, Macht und Liebe des Allmächtigen zusammenwirken.

 

Und in der Tat hatte Gott durch sein Vorherwissen aller Dinge die Möglichkeit des Fallens des Menschen vorausgesehen, denn er hatte ihm einen freien Willen gegeben.

 

Wenn auch Gott diese Freiheit den Nachkommen des von ihm geschaffenen Menschengeschlechts nicht wegnahm, behielt er dennoch die Herrschaft über die Ereignisse, die anschließend aufeinanderfolgten.

 

"Gott regiert über die Nationen; Gott hat sich auf den Thron seiner Heiligkeit gesetzt...’, lesen wir in  Ps 47, Verse 8 und 9.)

 

Er griff sogar ein, um der Bosheit, die sich auf Erden ausbreitete, ein Ende zu setzen-wie es in  Ps 29:10 heißt: "Jehova thront auf der Wasserflut, und Jehova thront als König ewiglich.’ -"Denn Jehovas sind die Säulen der Erde, und auf sie hat er den Erdkreis gestellt.’ (1.Samuel 2:8)

 

Gliederung des Vortrags  

 

Wir beginnen unsere Betrachtung mit Auszügen aus der Vision über die Herrlichkeit des ewigen Gottes auf seinem Thron aus Hesekiel, Kap. 1.

 

Daran anschließen werden sich allgemeine Bemerkungen, und wir untersuchen in diesem Abschnitt die Einzelheiten, die möglicherweise die vier Grundeigenschaften Gottes abbilden, in dieser Reihenfolge:

 

die Macht  die Weisheit

 

die Gerechtigkeit und  

 

die Liebe  

 

Danach werden wir die wesentlichen Gedanken zusammenfassen und wollen dann zum Abschluß kommen.

 

Lesung von Hesekiel 1:4-22 und 26-28

 

"Und ich sah: und siehe, ein Sturmwind kam von Norden her, eine große Wolke und ein Feuer, sich ineinander schlingend und ein Glanz rings um dieselbe; und aus seiner Mitte, aus der Mitte des Feuers her, strahlte es wie der Anblick von glänzendem Metall.

 

Und aus seiner Mitte hervor erschien die Gestalt von vier lebendigen Wesen; und dies war ihr Aussehen: sie hatten die Gestalt eines Menschen.

 

Und jedes hatte vier Angesichter, und jedes von ihnen hatte vier Flügel.

 

Und ihre Füße waren gerade Füße, und ihre Fußsohlen wie die Fußsohlen eines Kalbes; und sie funkelten wie der Anblick von leuchtendem Erze.

 

Und Menschenhände waren unter ihren Flügeln an ihren vier Seiten; und die vier hatten ihre Angesichter und ihre Flügel.

 

Ihre Flügel waren verbunden einer mit dem anderen; sie wandten sich nicht, wenn sie gingen: sie gingen ein jeder stracks vor sich hin.

 

Und die Gestalt ihres Angesichts war eines Menschen Angesicht; und rechts hatten die vier eines Löwen Angesicht, und links hatten die vier eines Stieres Angesicht, und eines Adlers Angesicht hatten die vier.

 

Und ihre Angesichter und ihre Flügel waren oben getrennt; jedes hatte zwei Flügel miteinander verbunden und zwei, welche ihre Leiber bedeckten.

 

Und sie gingen ein jedes stracks vor sich hin; wohin der Geist gehen wollte, gingen sie; sie wandten sich nicht, wenn sie gingen.

 

Und die Gestalt der lebendigen Wesen: ihr Aussehen war wie brennende Feuerkohlen, wie das Aussehen von Fackeln. Das Feuer fuhr umher zwischen den lebendigen Wesen; und das Feuer hatte einen Glanz, und aus dem Feuer gingen Blitze hervor.

 

Und die lebendigen Wesen liefen hin und her wie das Aussehen von Blitzstrahlen.

 

Und ich sah die lebendigen Wesen, und siehe, da war ein Rad auf der Erde neben den lebendigen Wesen, nach ihren vier Vorderseiten.

 

Das Aussehen der Räder und ihre Arbeit war wie der Anblick eines Chrysoliths, und die vier hatten einerlei Gestalt; ihr Aussehen und ihre Arbeit war, wie wenn ein Rad inmitten eines Rades wäre.

 

Wenn sie gingen, so gingen sie nach ihren vier Seiten hin: sie wandten sich nicht, wenn sie gingen.

 

Und ihre Felgen, sie waren hoch und furchtbar; und ihre Felgen waren voll Augen ringsum bei den Vieren.

 

Und wenn die lebendigen Wesen gingen, so gingen die Räder neben ihnen; und wenn die lebendigen Wesen sich von der Erde erhoben, so erhoben sich die Räder.

 

Wohin der Geist gehen wollte, gingen sie, dahin, wohin der Geist gehen wollte; und die Räder erhoben sich neben ihnen, denn der Geist des lebendigen Wesens war in den Rädern.

 

... denn der Geist des lebendigen Wesens war in den Rädern.

 

Und über den Häuptern des lebendigen Wesens war das Gebilde einer Ausdehnung, wie der Anblick eines wundervollen Kristalls, ausgebreitet oben über ihren Häuptern.

 

Und oberhalb der Ausdehnung, die über ihren Häuptern war, war die Gestalt eines Thrones, wie das Aussehen eines Saphirsteines; und auf der Gestalt des Thrones eine Gestalt wie das Aussehen eines Menschen obendrauf.

 

Und ich sah wie den Anblick von glänzendem Metall, wie das Aussehen von Feuer innerhalb desselben ringsum; von seinen Lenden aufwärts und von seinen Lenden abwärts sah ich wie das Aussehen von Feuer; und ein Glanz war ringsum denselben.

 

Wie das Aussehen des Bogens, der am Regentage in den Wolken ist, also war das Aussehen des Glanzes ringsum. Das war das Aussehen des Bildes der Herrlichkeit Jehovas. -Und als ich es sah, fiel ich nieder auf mein Angesicht’

 

Anmerkungen

 

Diese Beschreibung ist sehr beeindruckend. Versuchen wir uns diese Gefühle Hesekiels vorzustellen: Schon ab Vers 4 gibt er uns einen entscheidenden Hinweis: "Und ich sah, und siehe, ein Sturmwind kam von Norden her, eine große Wolke und ein Feuer, sich ineinander schlingend, und ein Glanz rings um dieselbe....’

 

Würde uns nicht Furcht ergreifen angesichts einer solchen Vision? "..um Gott ist furchtbare Pracht!’ (Hiob 37:22)

 

Tatsächlich ist der Herkunftsort dieses gewaltigen Windes, dieser großen Wolkenmasse und dieser Feuergarbe der Norden, der Wohnsitz des Allmächtigen (siehe Hiob 26:7: "Er spannt den Norden aus über der Leere, hängt die Erde auf über dem Nichts’ und Hiob 37:22).

 

Wir lesen auch: "Das Siebengestirn läßt ihn glänzen wie Gold.’ Wir erinnern uns, daß der Neid Satans seinen Sturz nach sich zog-Jesaja 14:13. Alle diese Textstellen bestätigen, daß, der Aussage der Schrift nach, Gott im Norden wohnt.

 

Aus diesem Grund fiel der Prophet auf sein Angesicht nieder, und stellen wir fest, wie heilig die göttliche Offenbarung war, die ihm zuteil wurde.

 

Damit der Leser sich seine Vision vorstellen kann, gebraucht Hesekiel die gleiche Technik wie ein Schriftsteller, der eine Szene beschreibt: zuerst läßt er die Umgebung erstehen; dann beschreibt er die Einzelheiten nacheinander, die seine Aufmerksamkeit erregen.

 

Im weiteren Fortschreiten seines Berichts kommt bei Hesekiel zwölf Mal das Wort ‘vier’ vor. Wir meinen, daß das kein Zufall sein kann. Diese Wiederholung der Zahl ‘vier’ hat zum Zweck, nachdrücklich auf ihren Symbolgehalt hinzuweisen.

 

Was Hesekiel sieht, ist einerseits das Bild von etwas Irrealem, anderseits erscheint diese Zahl ‘vier’ wiederholt und gibt eine Konstante an, eine Art Ausgleichselement in dieser Vision von außergewöhnlichen Kreaturen, die es auf der Erde nicht gibt.

 

Außer für diese Eigenschaft gebraucht Hesekiel einfache (aber genaue) Worte, die das Empfindungsvermögen des Menschen erfassen kann, und durch die wir uns ganz realistisch hineindenken können in das, was er sah.

 

Aber, wie wir schon gesagt haben, er beschreibt uns etwas, das es auf der Erde nicht gibt.

 

Oder können wir uns vorstellen, wie ein Tier aussieht, das "die Gestalt eines Menschen’ hat (Vers 5), das "wie brennende Feuerkohlen’ aussieht, das "vier Angesichter’ hat und "vier Flügel’, die "verbunden waren einer mit dem anderen’ und dessen Füße "gerade Füße waren und ihre Fußsohlen wie die Fußsohle eines Kalbes’, mit Menschenhänden unter ihren Flügeln an den vier Seiten?

 

Das ist schwierig; wir können nicht begreifen, daß solche Wesen existieren und sich von der Stelle bewegen können.

 

Warum? Weil sich die Menschen und die meisten Tiere nach vorne, in die Richtung der Sichtachse ihrer Angesichter fortbewegen.

 

Ein Löwe, ein Stier oder ein Adler können sich nicht vom Standort nach rückwärts bewegen; wenn sie zurückgehen wollen, müssen sie sich umdrehen; dann bewegen sie sich wieder nach vorne, und zwar in die andere Richtung.

 

Wir Menschen müßten ständig den Kopf drehen, um zu sehen wohin wir laufen, aber dabei könnten wir nicht mehr sehen, was vorne geschieht.

 

Außerdem sind die Gelenke unserer Beine so gestaltet, daß wir gut vorwärts und nicht nach Belieben gleichermaßen vorwärts und rückwärts laufen können.

 

Nun haben die beschriebenen Wesen vier Gesichter, was ihnen erlaubt, zugleich in alle Richtungen zu schauen, und sie müssen nicht einmal den Kopf drehen, um zu sehen, wohin sie gehen.

 

Hesekiel schreibt: "...sie gingen ein jedes stracks vor sich hin.’ Ihre Aufmerksamkeit bleibt ungeteilt, was auch immer vor sich geht, und sie behalten ihr Ziel bei und beobachten dabei, was um sie herum passiert.

 

Daher fährt er fort: "...sie wandten sich nicht, wenn sie gingen.’ Zusätzlich haben sie vier Flügel, was vermutlich bedeutet, daß sie auch in jede Richtung fliegen können.

 

Mit dieser Fähigkeit ist kein auf der Erde lebender Vogel begabt. Außerdem fügt Hesekiel hinzu, daß diese Wesen "hin und her liefen wie das Aussehen von Blitzstrahlen.’

 

Das ist einerseits furchterregend, andererseits bedeutet es aber, daß sie mit einer außergewöhnlichen Geschicklichkeit und vor allem einer Schnelligkeit ausgestattet sind wie kein anders Geschöpf auf der Erde.

 

Es ist ein Bild für die Überlegenheit der Geistwesen im Dienste Gottes verglichen mit den irdischen Geschöpfen: die Engel handeln und greifen in dem von Gott geschaffenen Universum ein, ohne die Zwänge, denen wir Menschen unterliegen, wenn wir uns von einem Ort zu einem anderen begeben wollen.

 

Für Gott und seine Engel gibt es diese Schranke der Distanz nicht! Er betrachtet seine Schöpfung, das ganze Universum, als ob er es in der Hand hätte.

 

Vier; die Zahl der Eigenschaften Gottes

 

Hesekiel erkennt im Zentrum der Vision:

 

0. vier Wesen (Vs.5)

 

1. die vier Gesichter haben (Vs.6)

 

2. vier Flügel (Vs.6)

 

3. vier Seiten (Vs.8)

 

4. alle vier hatten ihre Gesichter und ihre Flügel (Vs.8)

 

5. Was das Aussehen ihrer Gesichter anbelangt, so haben alle ein    Menschengesicht (Vers 10)

 

6. alle vier rechts ein Löwengesicht (Vers 10)

 

7. alle vier links ein Stiergesicht (Vers 10)

 

8. und alle vier ein Adlergesicht (Vers 10)

 

9. es gab ein Rad auf der Erde, nahe bei den Wesen und vor ihren    vier Gesichtern (Vers 15)

 

10. und alle vier Räder hatten die gleiche Form (Vers 16)

 

11. die Räder waren von furchtauslösender Höhe und     furchteinflößendem Umfang. Sie waren umlaufend mit lauter Augen     bestückt (Vers 18)

 

Wir meinen, daß die Zahl vier das Handeln Gottes darstellen kann, das sich in seinen vier Wesensmerkmalen ausdrückt, denn es heißt in Vers 20, daß die vier Wesen kamen und gingen "wohin der Geist gehen wollte.’

 

Beachten wir, daß Johannes in Offenbarung 4:7 eine ähnliche Vision vom Thron Gottes beschreibt; dem Bibelkommentar zufolge repräsentiere jedes der vier vom Apostel-in anderer Reihenfolge-dargestellten Wesen eine der Grundeigenschaften Gottes.

 

Erste Eigenschaft Gottes: die Macht-der Stier  

 

Im Allgemeinen finden Gläubige, daß Gottes Macht in seiner Schöpfung sichtbar zum Ausdruck kommt. Die Bibel beginnt auch mit der Feststellung: "Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde.’ (1.Mose 1:1)

 

Die Auffassung vom "Urknall’ oder die 1929 von Edwin Hubble aufgestellte Theorie von der Ausdehnung des Universums ist vielleicht die Erklärung DES "Anfangs’. Und tatsächlich sei, diesem Astrophysiker nach, eine unermeßliche Kraft von einer nicht erfassbaren Macht am Werk gewesen, die jene gewaltige Explosion als eine Art glühend heißem Gasball hervorgebracht habe.

 

"...die Feuergarbe, sich ineinander schlingend, und ein Glanz rings um dieselbe...’ (Vers 4) scheint uns ein ausgewogenes Bild zu sein, um diesen Gasball zu beschreiben, der, wenn sich die Hypothese von Hubble als richtig erweist, explodiert ist, um den "Urknall’ "am Anfang zu erzeugen...’

 

Diese Explosion habe eine unerschöpfliche Energiequelle geschaffen, sowie die Ausdehnung des Weltraumes nach sich gezogen, in dem alle Galaxien, Sterne und Planeten nach und nach durch Erkalten entstanden seien.

 

Wir sehen, daß im ersten Satz der Bibel die Erklärung dafür enthalten ist, was einige als das Geheimnis der Schöpfung bezeichnen. Wenn die Hypothese von Hubble richtig ist, können wir sagen, daß dieser "Ball’ von Gott geschaffen wurde.

 

Es ist interessant festzustellen, daß die Entdeckungen verschiedener Wissenschaftler in diesem Jahrhundert schließlich mit der Aussage der Schrift zur Übereinstimmung kommen.

 

Die Sonne, eine weitere Bekundung der Macht:

 

Wir sehen auch eine Äußerung der Macht Gottes, wenn wir die Sonne betrachten. Das Larousse-Lexikon sagt, daß sie 150 Millionen Kilometer von unserem Planeten entfernt ist, daß ihre Masse das 333.000-Fache der Erdmasse ausmacht und ihr Durchmesser 1.392.000 Kilometer beträgt.

 

Die Temperatur im Innern der Sonne beträgt 15 Millionen Grad Celsius.

 

Wir sind angesichts dieser Zahlen fassungslos, die die außerordentlich große Energiereserve der Sonne illustrieren; und dennoch berichtet uns das Lexikon weiter, dass die Sonne in dieser Galaxie "ein Sternenzwerg (!) ist’," völlig bedeutungslos’," deren Besonderheit nur darin liegt, der erdnäheste Stern zu sein.’

 

In dem Bewußtsein, dass es Milliarden und Abermilliarden von Sternen gibt, die von Gott geschaffen worden sind, wird uns klar, welche Macht er hat.

 

Eine weitere Offenbarung der Macht Gottes können wir in der unermeßlichen Zahl der Heere des Himmels sehen, die ihm dient. (Vgl. 1.Könige 22:19) Deshalb "... herrscht er durch seine Macht auf ewig.’ { Ps 66:7}

 

Wenn auch bei Hesekiel nur von wenigen Wesen die Rede ist, so ist doch ihr Kommen und Gehen durch überhaupt nichts gestört. ("Und sie gingen ein jeder stracks vor sich hin.’ (Vers 12) Der Hörer dieser Vision bekommt einen starken Eindruck von Macht.

 

Seit der Antike und in manchen Ländern bis heute wurden auf der Erde die Ochsen vom Menschen für solche Arbeiten für Haus und Hof hergenommen, für die Kraft erforderlich war, wie z.B. Pflügen, Wasserschöpfen aus Brunnen oder Ziehen von Wagen.

 

Daher ist dieses Tier in der Vision von Hesekiel ein Symbol der Macht.

 

Gehen wir zu der nächsten Eigenschaft Gottes, die in dieser Vision dargestellt wird.

 

Die Weisheit-der Adler

 

Zunächst könnten wir überrascht sein, daß der Adler, ein unreines Tier (3.Mose 11:13) und eines, das Blut zu sich nimmt (Hiob 39:30), eine der Eigenschaften Gottes darstellt.

 

Aber der Allmächtige hat sich des Bildes eines Adlers bedient, um die Hinausführung seiner Werke zu verdeutlichen. Vgl. 2.Mose 19:4: "Ihr habt gesehen, was ich an den Ägyptern getan habe, wie ich euch getragen auf Adlers Flügeln und euch zu mir gebracht habe.’

 

Ebenso lesen wir in  Jer 48:40: "Denn so spricht Jehova: Siehe, wie der Adler fliegt er daher und breitet seine Flügel aus über Moab.’

 

Ein anderes Merkmal des Adlers ist sein scharfer Blick, durch den er geradewegs auf die Sonne zufliegen kann. Daher kommt der Ausdruck vom "Adlerblick’ in dem Sinne, daß jemand ein scharfes Auge hat.

 

Wenn man den Gedanken weiter verfolgt, meint man mit dem "Adlerblick’, daß jemand einen scharfsinnigen Geist besitzt.

 

Solche Fähigkeiten passen zu der bildhaften Darstellung der göttlichen Weisheit, die alles durchdringt. "Denn Jehova erforscht alle Herzen, und alles Gebilde der Gedanken kennt er,’ 1. Chronik 28:9; und in  Jer 20:12 lesen wir: "Und du Jehova der Heerscharen, der du...Nieren und Herz siehst....’

 

Fügen wir noch hinzu, daß der Adler eine Fluggeschwindigkeit von 120 km/h erreichen kann, und daß er sich auch die aufsteigenden Ströme warmer Luft zu Nutze macht, um sehr hoch und ohne Anstrengung zu schweben.

 

So wie der Adler uns in seinem Flug überlegen ist, gehen Wissen und Weisheit Gottes weit über unseren Verstand.

 

Um zu unserem Kommentar über das Offenbarwerden der Macht Gottes im Kosmos und im Bild der Sonne zurückzukommen, betrachten wir die Weisheit Gottes in seiner Schöpfung: Leben hier auf der Erde ist möglich unter anderem dank der Sonne, die sich in einer ganz bestimmten Distanz befindet, nicht zu nahe und auch nicht zu weit entfernt.

 

Das Licht der Sonne braucht ungefähr sieben Minuten und dreißig Sekunden bis zur Erde, und die Sonne befindet sich dreißigtausend Lichtjahre vom Inneren der Galaxis entfernt, d.h. etwa zwei Milliarden Mal weiter weg.

 

Nun geht man nach bestimmten Untersuchungen davon aus, daß, wenn der Abstand zwischen Erde und Sonne nur um wenige Prozent verändert würde, ein Leben auf der Erde nicht möglich wäre. (Es wäre entweder zu heiß oder zu kalt.)

 

Als Beispiele dienen uns die anderen Planeten des Sonnensystems, wo es kein Leben gibt.

 

Ist es ein Zufall, wie viele behaupten, oder ist es vielmehr die ungeheure Weisheit Gottes, der es unternommen hat, erst ein Mal die Schöpfung in Gang zu setzen, nachdem er all die folgenden Dinge vorherbedacht und berücksichtigt hat?

 

Vor dem berühmten Urknall hatte Gott die Gesetze der Astrophysik, der Thermodynamik, der Kernkraft sowie die in der Chemie herrschenden Gesetzmäßigkeiten etc. aufgestellt.

 

Die Erde ist also im Weltraum mit sehr viel größerer Genauigkeit als der eines Uhrmachers positioniert, da sie durch verschiedene Luftschichten vor der Strahlung der Sonne gut geschützt ist; daher kommen wir in den Genuß eines relativ gemäßigten Klimas, das geeignet ist, auf dem größten Teil des Erdballs das Leben angenehm zu machen, was wir jeden Tag feststellen können.

 

Preisen wir unseren ewigen Gott für seine Weisheit, dass er ein so wunderbares Universum geschaffen hat, in dem es gut ist zu leben!

 

Obwohl manche es behaupten, brauchen wir nicht zu befürchten, dass ein Asteroid oder ein anderer Planet auf der Erde aufschlägt, denn Gott hat sie in Übereinstimmung mit seinen zuvor festgelegten Gesetzen geschaffen, damit sie bewohnt wird, und nicht, um sie zerstören zu lassen.

 

Ist all dies nicht erstaunlich, wenn man das gewaltige Reservoir an (scheinbar unkontrollierter) Energie betrachtet, die im Universum enthalten ist? Die gewaltige Aktivität, die Hesekiel sieht, scheint diese unerschöpfliche und überall wirksame Energiequelle abzubilden:

 

Dieses Feuer, das sich zwischen den Wesen bewegt, dieses funkelnde Licht, von dem Blitz ausgehen, und dieses Getöse, durch das die Wesen unbeirrt bleiben; so verhält es sich auch mit Gott, der seine Schöpfung völlig beherrscht, dessen Gewalt und Energie, wie wir schon gesagt haben, für den Menschen beängstigend sind. Nichts kann die alles beherrschende Macht Gott herabsetzen.

 

Wir haben auch das scharfe Auge des Adlers angesprochen; dieses scharfe Sehen, das eine bildliche Darstellung des unbegrenzten Wissens (der unbegrenzten Weisheit) sein kann, wird unterstrichen durch die in Vers 17 und 18 angegebenen Einzelheiten:

 

Hesekiel sieht Räder, besteckt mit Augen; sie gingen "nach ihren vier Seiten hin’ und "sie waren hoch und furchtbar’. Warum waren Augen an den Rädern? Wir vermuten, dass diese große Anzahl von Augen an den Rädern, die sich in jede Richtung bewegen konnten, und sich sogar "erhoben’, die Tatsache wiedergibt, daß vor Gott nichts verborgen ist; seine Augen beobachten Nationen und durchlaufen die ganze Erde. ( Ps 66:7; Sacharja 4:10)

 

Die Gerechtigkeit-der Löwe  

 

Über Salomo lesen wir in 1.Könige 10:18: "Und der König machte einen großen Thron von Elfenbein und überzog ihn mit gereinigtem Gold.

 

Vers 19: Sechs Stufen waren an dem Throne, und der obere Teil des Thrones war hinten gerundet; und Armlehnen waren auf dieser und auf jener Seite an der Stelle des Sitzes, und zwei Löwen standen neben den Armlehnen;

 

Vers 20: und zwölf Löwen standen da auf den sechs Stufen, auf dieser und auf jener Seite. Desgleichen ist nicht gemacht worden in irgend einem Königreiche.’

 

In der Darstellung der Weihe des Tempels, ist Salomo ein Bild der verherrlichten Kirche, die gemäß 2.Tim. 4:1 "richten wird Lebendige und Tote.’

 

Diese Beschreibung von Salomos Thron, geschmückt mit Löwen, scheint uns ganz besonders gut übereinzustimmen mit einer anderen Textstelle, nämlich mit  Ps 89:14 und 15, wo es heißt: "Gerechtigkeit und Gericht sind Gottes Thrones Grundfeste.’

 

Wir erinnern uns, daß die Weisheit Salomos in der ganzen Welt bekannt war, besonders weil er gerechte Urteile sprechen konnte.

 

Der König besaß die unumschränkte Macht über sein Königreich, und dann, wenn er auf seinem herrlichen, von Löwen flankierten Thron saß, hielt er Gericht. Daher meinen wir, daß die Verzierung des Thrones mit diesen Tieren als Symbol für das Schaffen von Gerechtigkeit gelten kann.

 

Das Beispiel für dieses Gericht-Halten durch einen Löwen finden wir in 1.Könige 13:24, wo es um einen Mann Gottes geht, der, nachdem er dem bösen König Jerobeam geweissagt hatte, sich gegen Gott auflehnte und die bestehende Anweisung, unverzüglich nach Hause zurückzukehren, nicht beachtete: dieser Prophet begegnete einem Löwen, der ihn auf seinem Rückweg tötete. Seine Leiche lag auf dem Weg, .... und der Löwe stand daneben.

 

In Jesaja 31:4 und  Ho 11:10 wird der Ewige mit einem Löwen verglichen:

 

"Denn also hat Jehova zu mir gesprochen; wie der Löwe und der junge Löwe, wider den Hirten der Menge zusammengerufen wird, über seinem Raube knurrt, vor ihrer Stimme nicht erschrickt und sich vor ihrem Lärmen nicht ergibt, also wird Jehova der Heerscharen herniedersteigen, um auf dem Berge Zion und auf seinem Hügel zu streiten.’

 

"Sie werden Jehova nachwandeln: wie ein Löwe wird er brüllen; denn er wird brüllen, und zitternd werden die Kinder herbeieilen vom Meere.’

 

In Jeremia, Kap. 4 erfahren wir, daß Gott Israel das Kommen seines Gerichts ankündigt. In Vs. 7 steht geschrieben: ‘Ein Löwe steigt herauf aus seinem Dickicht, und ein Verderber der Nationen bricht auf; er zieht von seinem Ort aus, um dein Land zur Wüste zu machen, daß deine Städte zerstört werden, ohne Bewohner’. Gott schickt vom Norden aus sein Gericht durch einen Zerstörer in Löwengestalt.

 

Wir meinen, daß diese Verse die Übereinstimmung zwischen der Vision von Kap. 1 in Hesekiel und dem Löwen zeigt, der ein Symbol für die Gerechtigkeit, eine der Grundeigenschaften Gottes, ist.

 

Fügen wir noch hinzu, daß bei uns der Löwe immer als König der Tiere, die Furcht vor ihm haben, gesehen wird.

 

Die Liebe-der Mensch  

 

Warum symbolisiert der Mensch die Liebe, eines der vier Eigenschaften Gottes? Liegt es daran, daß der Mensch Gott gegenüber eine besondere Liebe an den Tag gelegt hat?

 

Leider nicht, ganz im Gegenteil, denn "hierin ist die Liebe Gottes zu uns geoffenbart worden, daß Gott seinen eingeborenen Sohn in die Welt gesandt hat, auf daß wir durch ihn leben möchten.

 

Hierin ist die Liebe: nicht daß wir Gott geliebt haben, sondern daß er uns geliebt und seinen Sohn gesandt hat als eine Sühnung für unsere Sünden.’ (1.Joh. 4:8, 9) Und Vers 19: ".... weil Gott uns zuerst geliebt hat’, d.h. noch bevor wir ihn geliebt haben.

 

Darin sehen wir, wie sehr wir ihm gegenüber verpflichtet sind. Diese Verse schließen in sich den wunderbaren Plan der Wiederherstellung aller Dinge für den Menschen.

 

Das Wunderbarste (und zuweilen für einige das, was am schwersten zu begreifen ist) an diesem Plan ist, daß Gott bewilligt hat, daß das Loskaufopfer sein eigener geliebter Sohn ist. (Vgl. Hebräer 10:5-10)

 

In Philipper 2:7 und 8 heißt es von diesem einzigen Sohn Jesus Christus: "... welcher.... sich selbst zu nichts machte und Knechtsgestalt annahm, indem er in Gleichheit der Menschen geworden ist, und.... sich selbst erniedrigte, indem er gehorsam ward, bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz.’

 

Wir sehen es: Die Liebe Gottes zu den Menschen hat sich in ganz besonderer Weise kundgetan. Daher erhält diese Grundeigenschaft sein stimmigstes Bild in Form eines (vollkommenen) Menschen; diese Gestalt nahm Jesus an, um den Plan Gottes zu erfüllen. (vgl. den vorausgehenden Vers)

 

Grundgedanken, die in der Vision von der Herrlichkeit des Allmächtigen enthalten sind.  

 

Bevor wir schließen, fassen wir die Grundgedanken, die wir in dieser Vision finden, zusammen:

 

1. Die Beschreibung dessen, was Hesekiel sieht, stellt sich in    unseren Augen als Bilder von etwas Irrealem dar. Das ist normal,    denn es handelt sich um die göttliche Natur, die ohne Grenzen ist,    unendlich vielfältig, eine unerschöpfliche Energiequelle, und die    Leben in sich selbst hat. Für unser Verständnis als Menschen, das    "beschränkt’ ist, ist sie tatsächlich nicht zugänglich (irreal).  2. Wir sehen die Einheit im harmonischen Zusammenwirken der    Eigenschaften Gottes. Bei ihrer Betrachtung haben wir gesehen, daß    sie nicht nur miteinander tätig sind, sondern sich in vollkommenem    Gleichgewicht gegenseitig ergänzen.

 

Sollte sich auch ein vorherrschendes Merkmal dieser Grundeigenschaften in den vier Gesichtern der Wesen abbilden, so hat doch kein Merkmal ein nur ihm eigenes und begrenztes Wirkungsgebiet, und es scheint nicht so zu sein, daß eines mehr Gewicht hat als das andere (oder die anderen).

 

Macht und Weisheit (Wissen) waren unabdingbar, damit Gott das Universum so vollkommen erschaffen konnte, wie es ist.

 

Ebenso gibt Gott uns durch seinen Plan kund, daß Gerechtigkeit nicht ohne Liebe ausgeübt werden kann. Wir lesen in Römer 5:20,21: "Das Gesetz aber kam daneben ein, auf daß die Übertretung überströmend würde. Wo aber die Sünde überströmend geworden, ist die Gnade noch überschwenglicher geworden, auf daß, gleichwie die Sünde geherrscht hat im Tode, also auch die Gnade herrsche durch Gerechtigkeit zu ewigem Leben, durch Jesum Christum, unseren Herrn.’

 

So handeln die Gerechtigkeit und die Liebe (die Gnade) gemeinsam, und dieses Prinzip offenbart die wunderbare Weisheit Gottes (gemeinsames Handeln von drei Grundeigenschaften).

 

3. Die Schriftstellen, die von Gottes Gerechtigkeit sprechen, wie    z.B.  Ps 45:6, Ps 89:14 und  Ps 97:2, fügen dem ein    weiteres wichtiges Element hinzu: die Billigung. Gott hat für die    Menschen vollkommene Gesetze aufgestellt. {vgl.  Ps 19:8}

 

Jede Gesetzesübertretung bringt Verurteilung mit sich, die Gott billigerweise ausspricht, denn er hat seine Gesetze nicht nach einem diktatorischen Prinzip aufgestellt: Er hat dem Menschen Grundsätze gegeben, um ihm ewiges Leben in Glück und Glückseligkeit zu ermöglichen.

 

4. Vers 15: Neben den vier Wesen auf der Erde waren vier Räder,    die "wie der Anblick eines Chrysoliths’ waren, eines olivgrünen    durchscheinenden Edelsteins.

 

Beim Studium dieser Vision in unserer Versammlung haben wir angenommen, daß diese Räder vermutlich den Plan Gottes darstellten, der sich kompromißlos erfüllt.

 

Diese Räder, die so aussahen "wie wenn ein Rad inmitten eines Rades wäre’ (Vers 16), bewegten sich oder standen still im gleichen Rhythmus wie die Wesen: "...und wenn die lebendigen Wesen sich von der Erde erhoben, so erhoben sich die Räder.’ (Vers 19), "...denn der Geist der lebendigen Wesen war in den Rädern.’ (Vers 21) Auch der Plan Gottes läuft im Rhythmus des Uhrwerks Gottes ab.

 

5. Verse 22, 26, 27 und 28: Hesekiel sieht ".... eine Ausdehnung    wie den Anblick eines funkelnden Kristalls.’ "Und oberhalb der    Ausdehnung (des Himmels)... die Gestalt eines Thrones wie das    Aussehen eines Saphirsteines’ und "eine Gestalt wie das Aussehen    eines Menschen’, und "den Anblick von glänzendem Metall, wie das    Aussehen von Feuer... und ein Glanz war rings um denselben’, und    "wie das Aussehen des Bogens, der am Regentage in der Wolke    ist....’

 

Diese ganze Beschreibung gibt die Heiligkeit Gottes wieder, und wir denken, daß sich hier eine Parallele herstellen läßt zu dem "Strom von Wasser des Lebens, rein wie Kristall, der hervorging aus dem Throne Gottes und des Lammes.’ Aus Offenbarung 22:1.

 

Die Transparenz von Kristall und der strahlende Glanz von Saphir erinnern an die Klarheit und Reinheit der Wahrheit, die Bestandteil der Grundfeste des Thrones Gottes sind (vgl. 2.Mose 24:10).

 

(6) Poliertes Metall, Erz, ist ebenso kostbar wie Gold-gemäß Esra 8:27-,das die göttliche Natur darstellt.

 

(7) Der Bogen symbolisiert den Frieden, der sich nach dem Aufruhr des Gewitters wieder einstellt,

 

um nach der stürmischen Zeit der Sünde die Aufrichtung von Gottes Frieden anzukündigen, wenn sein Reich beginnt.

 

Schlußbemerkung  

 

Lassen wir uns anregen von den Grundeigenschaften Gottes, und handeln wir in der Einheit des Glaubens mit gesundem Menschenverstand und ohne Überschwang auf dem einen oder dem anderen Gebiet:

 

1. Laßt uns nicht nur stark sein (wie der Stier).

 

2. Laßt uns nicht Rächer sein (wie der Löwe) und die andern nicht    verurteilen, wenn wir uns für Opfer von Ungerechtigkeit halten.

 

3. Seien wir nicht überzeugt, die beste Erkenntnis der Schrift zu    haben, weil wir wissen, wie sie im Urtext zu lesen ist oder weil    wir sie scharfsinnig studiert haben (wie der Adler).

 

4. Akzeptieren wir keine der Wahrheit entgegenstehenden Gedanken,    handeln wir nicht nach Zu- oder Abneigung (wie es der Mensch    macht): Stellen wir immer die Gerechtigkeit und die Weisheit neben    die Liebe, so wie es Gott macht, um seinen Willen zu tun.

 

5. Laßt uns nach Reinheit streben und heiligen wir uns durch das    Studium der Heiligen Schrift.

 

6. Versuchen wir immer, bessere Nachahmer dessen zu sein, der in    seinem irdischen Leben diese vier Grundeigenschaften vollkommen in    die Tat umgesetzt hat, unseres Erlösers Jesus Christus.

 

7. Laßt uns geradewegs vorangehen wie die vier Wesen, indem wir    den Heiligen Geist in uns wirken lassen (Vers 12) und unserer    Weihung treu bleiben, "vergessend, was dahinten’ (Philipper    3:13-14).

 

Dann können wir hoffen, an der Hochzeit des Lammes teilzunehmen und uns niederzuwerfen und Gott auf seinem Thron anzubeten, indem wir sprechen: Amen! Halleluja! Und wir werden hören: "... eine Stimme kam aus dem Throne hervor, welche sprach: Lobt unseren Gott, alle seine Knechte, und die ihr ihn fürchtet, die Kleinen und die Großen!’ (Offenbarung 19:5)

 

Amen.

Br. Eugene Burns, U.S.A. —Josephs Silberbecher

 

Die Geschichte von Joseph, die 14 Kapitel einnimmt (1. Mose 37 bis 50), ist eine der längsten im Alten Testament.

 

Es ist eine zu Herzen gehende Geschichte, die von Gemeinheit und großem Charakter zeugt. Haß und Liebe beherrschen die Geschichte, während göttliche Vorsehung sich bewegt Gottes Vorsatz zu erfüllen.

 

Am Ende setzt sich die Liebe durch. Es ist der schöne Teil von Gottes Plan, daß Liebe am Ende triumphiert. Es gibt auch ein glückliches Ende für Jakob.

 

Er glaubte, daß Joseph tot sei und fand ihn lebend in Ägypten. Als Jakobs Leben endet, ist es Joseph, der durch Gottes mitfühlende Barmherzigkeit Jakobs Augen schließt. 1. Mose 46:4)

 

Jakobs Leib wird in das verheißene Land zurückgebracht und in der Höhle Machpela bei Abraham und Isaak begraben. Dies stärkte seine Hoffnung in Gottes Verheißungen.

 

Jakobs Liebe für Joseph

 

Joseph war ein Kind von Jakobs geliebter Rachel. Er war jünger als die meisten seiner Brüder, weil Rachel eine Zeit lang unfruchtbar war.

 

Als Rachel schließlich Joseph gebar, bedingte dies ihn besonders zu lieben. Und was sogar noch wichtiger war, er war ein entzückendes Kind.

 

Dies mag für Joseph schön gewesen sein, aber es schuf Eifersucht unter seinen Brüdern. Folglich tendierten sie dazu ihn ins Verderben zu stürzen.

 

Es ist jedoch wichtig zu verstehen, daß Josephs enge Bindung an Jakob das Mittel war, durch welches er zu einem Verständnis und einer Wertschätzung seiner Erbschaft kam, der Abrahamischen Verheißung.

 

In all den Jahren, die er in Ägypten verbrachte, verging wahrscheinlich kein Tag, an dem er sich nicht an die kostbaren Verheißungen erinnerte.

 

Vielleicht fühlte er, daß sich die Abrahamischen Verheißungen zu erfüllen begannen, als er der Retter Ägyptens wurde.

 

Eifersucht ist so grausam wie das Grab

 

Wenn Eifersucht zuzunehmen beginnt, so kann sie ein normales gutes Herz in ein böses verwandeln.

 

Wir alle erinnern uns, wie Josephs Brüder ihn haßten und schließlich überein kamen, ihn zu töten. Ruben, der älteste Sohn, wollte nicht zulassen, daß seine Brüder Joseph töteten.

 

Er flüsterte ihnen ein, Joseph in eine Grube zu werfen, in der Hoffnung ihn später zu befreien. Hier erkennen wir, wie Gott den Zorn des Menschen zu Seiner eigenen Herrlichkeit wendet. Gott wollte Joseph in Ägypten haben. Er erlaubte den Zorn von Josephs Brüdern ihn in die Sklaverei zu verkaufen. Dies zu tun war eine gemeine und verächtliche Sache.

 

Es wird angenommen, daß Brüder zusammenhalten und einer dem anderen hilft. Dies ist eine Aufgabe, die wir im Sinn haben sollten. Wenn wir jemals finden, daß wir einem Bruder oder einer Schwester Unrecht zu tun wünschen, so sind wir sicherlich nicht vom Tod zum Leben hinübergegangen, weil wir die Brüder lieben.

 

Uns selbst verletzen wir am meisten, wenn die Liebe bei der Erprobung fehlt. Wir müssen die Brüder lieben. Es mag nicht immer mit der Maserung unserer alten Natur gehen, aber ohne Liebe sind wir nichts.

 

Joseph wurde für zwanzig Silberlinge verkauft. Das war der Preis für einen Sklaven, der weniger als dreißig Jahre alt war. Joseph war zu dieser Zeit siebzehn Jahre alt. Jesus wurde für dreißig Silberlinge verkauft, da er ein reifer Mann war.

 

Die Lektion ist die gleiche, außer daß wir für einen Altersunterschied berücksichtigen. Es wird uns nicht mitgeteilt, wie sie das Geld aufteilten. Da es zehn Brüder gab, würde jeder zwei Silberlinge bekommen haben, wenn sie dieselben gleichmäßig aufgeteilt hätten. Vielleicht wiesen einige das Geld zurück, als die Qualen der Schuld sie zu bedrücken begannen.

 

Joseph erlaubte seinem Umfeld nicht seinen Charakter zu gestalten  

 

Modern gedacht tendierte es dahin, daß zu erwarten sei, daß die persönliche Verrichtung durch das Umfeld beherrscht werden würde. Es wird gesagt, daß Leute auf Grund ihres Umfeldes sich schlecht oder gut benehmen.

 

Einerlei in welcher Umgebung wir leben, können wir auf der höheren Ebene unserer Ideale und Hoffnungen leben. Das ist die Lehre von Joseph. Er wurde kein Verbrecher, weil er mit Kriminellen im Gefängnis war. Während seine Brüder gemein und gehässig waren, handelte Joseph nicht in gleicher Weise.

 

Er behielt seine Ehrlichkeit, obwohl es keinen Lohn für sein Tun gab, sondern nur Bestrafung. Warum? Weil er auf einer höheren Ebene lebte und es sich selbst nicht erlauben würde auf die Ebene herabzusteigen, wo Zähne und Klauen vorherrschen.

 

Er plante nicht mit denen, die ihn mißhandelten, gleichförmig zu werden. Er hätte viele Gründe gehabt verbittert und rachsüchtig zu sein.

 

Er war von seinen Brüdern, von Potiphar und seiner bösen Frau, und von dem Mundschenk schlecht behandelt worden, der ihn zwei Jahre lang bei dem Pharao zu erwähnen vergaß.

 

Der Bericht in 1. Mose sagt uns, daß Gott mit ihm war, und er in allem Gelingen hatte, was er tat. Es mag nicht so erscheinen, daß Gott mit ihm war, weil er nach Ägypten gebracht wurde.

 

Es mag nicht so erscheinen, daß Gott mit ihm war, weil Potiphars Frau ihn fälschlich anklagte. Es mag nicht so erscheinen, daß Gott mit ihm war, als er für zwei weitere Jahre im Gefängnis war. Doch Gott war mit ihm, und er hatte Gedeihen im Gefängnis.

 

Er war ein Mann von unfehlbarem Charakter und erstaunlicher Fähigkeit zu organisieren und in einer fairen und brillianten Weise zu beaufsichtigen. Noch war er im Gefängnis und verbrachte einige der besten Jahre seines Lebens als ein Sklave oder Krimineller.

 

Wieviele von uns würden im Stande sein unter solch widrigen Umständen zu überwinden?

 

Es ist menschlich zu wünschen, daß Gott den Berg für uns fortbewegt, aber Gott wünscht, daß wir auf den Berg steigen, während Er uns die Kraft dazu gibt. Ihr wißt, wie Joseph aus dem Gefängnis genommen wurde, um Pharaos Traum zu deuten und dann Herrscher über Ägypten zu werden.

 

In 1.Mose 41:44 lesen wir: "Ich bin der Pharao, aber ohne dich soll kein Mensch im ganzen Land Ägypten seine Hand oder seinen Fuß erheben!’

 

Pharao stellt hier Gott dar. Joseph stellt Christus dar. Was für ein wunderbares Verhältnis bahnte sich hier zwischen dem Pharao und Joseph an. Denkt daran welche gewaltige Macht ein Mann in den Händen hielt, der gerade ungefähr dreißig Jahre alt war, der als ein Sklave und Gefangener dreizehn Jahre lang dahingesiecht hatte.

 

Stellt euch vor, wie weit die Macht reichte, die ihm gegeben wurde, daß niemand "seine Hand oder seinen Fuß erheben konnte,’ ausgenommen durch Josephs Einwilligung.

 

Dies war natürlich eine übertriebene Sprache, aber es bedeutete für den Einzelnen und für alle, daß Joseph vollkommene Macht und Autorität besaß.

 

Die sieben Jahre der Fülle stellen die Gnade und Wohltätigkeit Gottes bildlich dar, die in Christo während des Evangelium-Zeitalters ist, die Zeit der Gnade.

 

Die sieben Jahre der Hungersnot stellen das Mittlerkönigreich dar, wenn Christus mit oberster Herrschergewalt regieren wird. In dieser Zeit wird keiner im Stande sein in seiner eigenen Gerechtigkeit zu stehen. Der Mittler wird sie vor der exakten Forderung der Gerechtigkeit beschützen.

 

Christus wird sie aufrechterhalten. Wie die Hungersnot schädigte, so mußte das Volk alle seine Besitztümer verkaufen und sich selbst zu Sklaven des Pharao machen.

 

Dies stellt bildlich dar, wie alle Menschen sich Gott übergeben und völlig geweiht sein müssen, wenn Christus das Königreich dem Vater übergibt.

 

Ihre einzige Chance zu überleben wird sein die Bedingungen anzunehmen, die der gegenbildliche Joseph über sie bringt.

 

Die Welt braucht die Vorsorge, die der Mittler für sie trifft, dessen Gerechtigkeit sie stützen wird, um vor dem Thron Jehovas zu stehen, bis daß sie ihre eigene menschliche Vollkommenheit erlangen. Ohne die Vorsorge des gegenbildlichen Joseph würden sie alle umkommen, sie könnten niemals Vollkommenheit oder ihre eigene Gerechtigkeit erlangen.

 

Wir hingegenen sind im Stande jetzt unser Leben zu weihen. Wir gaben unseren Besitz ab und übergaben unseren Willen Gott während der Zeit der Gnade, und unser Platz wird daher bei Joseph sein. Es wird unsere Aufgabe im Königreich sein, die Menschen in Bezug auf Eigenwillen arm zu machen, und sie unter den Willen Gottes zu bringen.

 

Um Josephs Vorrat an Nahrung zu bekommen, (die, wenn sie diese Nahrung essen, sie in Gerechtigkeit wachsen läßt), müssen sie sich von ihren aufgehäuften Hilfsmitteln entladen, um sich schließlich ganz der Oberherrschaft Gottes zu übergeben. (1. Mose 47:24,25)

 

Israel mußte ein Zehntel (den Zehnten) den Priestern und Leviten geben. Joseph brachte die Ägypter dazu ein Fünftel dem Pharao zu geben, ein doppeltes Zehntel in Gottes Königreich. Ich weiß, nichts von dem stellt Joseph sehr freigiebig dar, aber dies sind die Bedingungen für ewiges Leben.

 

Die "Böcke’ werden diese Anordnung nicht mögen. Sie werden sich ein wenig unter der Königreichsherrschaft wund reiben und begierig sein, für sich selbst bessere Bedingungen zu schaffen.

 

Was wir verstehen müssen ist, daß die gegenwärtige Menschheit vier Fünftel haben wird, was reichlich mehr ist, als was sie jemals nutzen können.

 

Wenn die Menschheit nur ein Fünftel ihrer Arbeit zu dem allgemeinen Gut weihen würde, wie reich würde diese Welt sein! Hat Gott jemals nur soviel wie einen Pfennig von der Erde genommen? Nein! Und Er wird es niemals tun.

 

Gott und Christus werden jedoch das, was zur Förderung der Menschheit getan wird, so bewerten, als ob es ihnen getan würde. 1. Mose 44:18: "denn du bist dem Pharao gleich.’ Dies sind die Worte, die Juda zu Joseph sprach. Ja, Christus übt die ihm von Gott gegebene Macht und Autorität aus.  Wahrscheinlich nahmen die Ägypter es Joseph übel, solch eine Macht auszuüben. Ich bin sicher, daß sie versuchten, diese Autorität zu umgehen. Der Pharao würde jedoch nicht einem Ägypter Josephs Autorität entziehen, -nicht einem. Christus ist jetzt unser Haupt.

 

Wir können nicht erwarten, daß die Welt seine Vormachtstellung anerkennt, wenn wir das Haupt jetzt nicht anerkennen.

 

Diejenigen, die danach trachten die Braut Christi zu sein, müssen eifrig sein, die überragende Stellung jetzt und für immer zu akzeptieren. Die hier anders denken brauchen nicht zu hoffen, seine Braut zu sein.

 

Das Ringen um höchste Autorität  

 

Viel Schmerz und Leid, das in die Welt kommt, wird durch selbstsüchtige Menschen und den Teufel verursacht, der versucht Autorität auszuüben. Nimrods Turm von Babel wurde als ein Trachten nach Weltherrschaft und Dominanz errichtet.

 

Gott mußte einschreiten und das Vorhaben beenden, welches als Gegenstand des Ehrgeizes betrieben wurde. Solange wir menschliche Geschichte geschrieben haben, haben die Nationen Krieg geführt.

 

Die mächtigen Nationen plünderten die schwächeren Nationen, indem sie sie beherrschten und versklavten. Wir bemerken sogar unter den Aposteln vor Pfingsten einen ähnlichen Geist.

 

In Markus 9:33,34 lesen wir: "Was habt ihr unterwegs besprochen? Sie aber schwiegen; denn sie hatten sich auf dem Weg untereinander besprochen, wer der Größte sei.’

 

Sie schämten sich dem Meister die Wahrheit über ihre Unterhaltung zu berichten. Es überrascht uns nicht zu sehen, daß später in der christlichen Kirche eine Rivalität unter den Bischöfen entstand.

 

Als die Zahl der Bischöfe sich vervielfältigte, tauchte bald die Frage auf, wer der Bischof der Bischöfe sein würde.

 

Kaiser Justinian beendete das Ringen, indem er den Bischof von Rom zum Haupt aller heiligen Kirchen erklärte.Von da an versank die Welt in die dunklen Zeitalter, die durch Pfaffenlist und Könige beherrscht wurden, die die Welt und die Gedanken der Menschen kontrollierten. Satan ist in der grausamen und blutigen Herrschaft repräsentiert gewesen. Die Autorität, die in dieser Welt ausgeübt wird, ist durch die Sünde fatal mit Fehlern behaftet.

 

Folglich sind einige zu dem Entschluß gekommen, daß aller Autorität widerstanden und sie mißbilligt werden soll. Dies hat einen übermäßigen Anspruch auf menschliche Rechte und Privilegien entstehen lassen.

 

Bei diesem Nachforschen nach Rechten ereignet es sich oft, daß aller Autorität widerstanden wird, und die Leute sich einbilden, daß menschliche Oberherrschaft ohne Grenzen sein muß.

 

Wir leben in einer Zeit, in der Einschränkungen der Autorität widerstanden wird, und sie verworfen werden. Wir dürfen dem anarchistischen Geist in der Welt nicht erlauben von uns Besitz zu ergreifen.

 

Wir müssen uns daran erinnern, daß Gott nach solchen ausschaut, die die Oberherrschaft Christi lieben und wertschätzen. Christus soll jeden Tag unseres Lebens unser Haupt sein.

 

Sogar in der Auferstehung werden wir für alle Ewigkeit unter der Oberherrschaft Christi sein. Die Lehre von Joseph ist, daß während er vollkommene Autorität ausübte, er sich selbst ganz der Autorität des Pharao unterstellte, so wie Christus immer die Oberhoheit seines Vaters anerkannte.

 

Er zeigte keinen unkontrollierten Ehrgeiz. Zügelloser Ehrgeiz zerstörte Satan und wird auch jeden Christen vernichten, der sich nicht dem Haupt unterstellt.

 

Dieser Vers, 1. Mose 45:8 besagt: "Und nun, nicht ihr habt mich hierher gesandt, sondern Gott; und er hat mich zum Vater des Pharao gemacht und zum Herrn seines ganzen Hauses und zum Herrscher über das ganze Land Ägypten.’

 

Dies ist eine wunderbare Schriftstelle. Joseph wurde der Vater der Nation, -sie lebten nur seinetwegen.

 

Christus wird der Ewigvater der Welt sein. Er wird sie schließlich zu Gott bringen. Begann Josephs Vaterschaft nur in der Hungersnot? Begann sie in den Jahren der Fülle? Begann sie, während er versklavt und im Gefängnis war, wo er lernen mußte Gottes Führung unter rauhen und schmerzvollen Bedingungen zu folgen?

 

Vor der Größe ist die Demut. Als des Herrn Volk benötigen wir selbst jetzt den wahren nährenden Geist. Wie dankbar sollten wir sein, daß wir die gemeinsamen Leiden der Welt in diesen Jahren der Gnade und Gunst teilen können!

 

Dies wird uns befähigen, die Welt zur Weihung zu bringen. Die praktische Lehre, die wir von Joseph lernen, ist die, daß er einem strengen Sinn gegenüber den Leuten zeigte.

 

Seine Handlungen mit dem Volk bezweckten sie zur völligen Unterwerfung unter den Pharao zu bringen. Dies ist nicht die zulässige Liebe, die jetzt zu verteidigen ist. Erinnert euch an Römer 11:22: "Sieh nun die Güte und die Strenge Gottes.’ Die moderne Vorstellung die man von Gott hat ist, daß Er nur Güte ohne irgendwelche Strenge hat.

 

Der Gott, den wir darstellen, ist beides, gut und streng. Laßt uns diese Lehre im Auge behalten.

 

Josephs harte Behandlung seiner Brüder

 

Als erstes klagte Joseph seine Brüder an "Spione’ zu sein, als sie vor ihm erschienen. Sie waren gekommen, um Getreide zu kaufen und befanden sich in vielen Schwierigkeiten. In 1. Mose 42:17-19 lesen wir: "Und er setzte sie zusammen drei Tage in Gewahrsam. Am dritten Tag aber sagte Joseph zu ihnen: Tut folgendes! Dann sollt ihr leben; ich fürchte Gott. Wenn ihr redlich seid, so bleibe einer eurer Brüder gefangen im Haus eures Gewahrsams: ihr aber zieht hin, bringt Getreide für den Hunger eurer Häuser.’

 

Hier sehen wir, wie unser Herr seine hebräischen Brüder für drei Tage in die Diaspora gesetzt hatte (Teile von drei Tausendjahrtagen von der Verwerfung Jesu durch die Nation bis zu seinem zweiten Kommen). Und an dem dritten Milleniumstag läßt er sie zu ihren Häusern zurückkehren, um ihre Familien zu speisen.

 

Dies würde die Zeit von Christi Tod bis zu seiner Wiederkehr ausfüllen, wenn er seine Brüder in den Brennpunkt stellt, in der er ihnen wieder erlaubt, unter einigen Vorkehrungen in ihr Heimatland zurückzukehren.

 

Als Joseph sie vom Gefängnis entließ, bekannten sie ihre Sünden in hebräischer Sprache, wobei sie nicht wußten, daß er ihre Sprache vollkommen verstehen konnte. Als Joseph ihre Gewissensbisse und Schuldbekenntnisse hörte, mußte er sich abwenden, wie 1. Mose 42:24 berichtet, weil er seine Tränen nicht zurückhalten konnte.

 

Ich wundere mich, wie oft in unserer Zeit viele vom jüdischen Volk mit Traurigkeit auf ihre schmerzvolle Geschichte zurückgeschaut haben, auf das, was sich mit Jesus ereignete.

 

Ich bin mir sicher, daß es in vielen Herzen Gewissensbisse gibt, aber sie können dies nicht öffentlich gegenüber den Nationen eingestehen.

 

Es ist nur in der hebräischen Sprache, daß diese Gewissensbisse gehört werden. Bekennen geht der wahren Vergebung voraus. Wir glauben, daß der Prozeß heimlich begonnen hat und in Sacharja 12:10 seine Erfüllung erreichen wird: "Und sie werden auf mich blicken, den sie durchbohrt haben, und werden über ihn wehklagen, wie man über den einzigen Sohn wehklagt...’

 

Dies wird der Moment sein, wenn Joseph zu ihnen spricht: "Ich bin Joseph, euer Bruder.’ Was für eine glückliche Wiedervereinigung. Im Gegenbild wird dies der große Augenblick sein, wenn Christus sich Israel offenbart, und sie in seine offenen Arme fallen.

 

Joseph offenbarte jedoch seinen Brüdern nicht seine wahre Identität, als er sie aus dem Gefängnis entließ. Dann tat er etwas sehr Harsches.

 

Er sonderte Simeon ab. Wir lesen in 1. Mose 42:24: "Und er nahm von ihnen Simeon und band ihn vor ihren Augen.’ Warum Simeon? Warum sollte er gebunden in das Gefängnis geworfen werden, während den anderen Brüdern erlaubt wurde, zu ihren Familien zurückzukehren? Das war sehr schmerzvoll und erniedrigend.

 

Ruben ist der einzige, der unter seinen Brüdern unschuldig war. Er erklärt seine Unschuld in 1. Mose 42:22.

 

Warum band Joseph nicht Juda, der ihnen vorgeschlagen hatte, ihn in die Sklaverei zu verkaufen? (1. Mose 37:27)

 

Wir sind nicht absolut sicher, aber wir denken, es war Simeon, der Joseph band, als sie ihn verkauften, der am wenigsten Mitleid mit Joseph empfand, als er mit ihnen für den Verkauf stimmte.

 

Nun mußte Simeon am eigenen Leib den Schmerz fühlen, gebunden zu sein. Er mußte mit ansehen, wie seine Brüder frei heimkehren konnten, und er in das Gefängnis eingesperrt und gebunden wurde. Er mußte etwas von seiner eigenen Medizin trinken, und es war nicht angenehm.

 

Vielleicht hatte auch Simeon nicht hinreichende Zerknirschung des Herzens gezeigt, und Joseph wandte diese strenge Behandlung an, um ihm zu helfen, zu einem wahren bußfertigen Herzenszustand zu kommen.

 

Bitte beachtet hier eine Sache: Juda und seine Brüder erheben keinen Einspruch bezüglich Simeon, es bietet sich nicht einer an ihm beizustehen.

 

Im Gegenbild wissen wir, wer Jesus (vorgeschattet durch Joseph) band. Es waren die religiösen Führer, die Jesus haßten und ihn bei vielen Gelegenheiten zu töten versuchten.

 

Schließlich banden sie Jesus mit Judas Hilfe und überlieferten ihn an Pilatus. Dann hetzten sie Pilatus auf ihn zu kreuzigen. Fünfmal stellte Pilatus fest: "Ich finde keine Schuld an ihm.’

 

Die religiösen Führer hatten jedoch nicht nur Erfolg Jesus zu binden, sondern befreiten sich letztlich auch selbst von ihm, bis daß er auferstanden war.

 

Wen mag Simeon in unserer Zeit darstellen, wenn die Brüder von Joseph (Jesus) vor ihm stehen, nachdem sie im Begriff sind, aus dem Gefängnis der Diaspora entlassen zu werden.

 

Wenn wir darüber nachdenken, hat es den Anschein, daß es in unserer Zeit eine Klasse von Juden gibt, die zusätzlich schwere Erfahrungen benötigen.

 

Alle Hebräer, die vor Joseph standen, hatten ihn verworfen. Simeon wurde eine zusätzlich harsche Behandlung auferlegt. (1.Mose 42:24)

 

Wen könnte er in unserer Zeit darstellen? Es scheint, daß Juden, die sich mit der nominellen Kirche, der falschen Darstellung vom Königreich Christi, verbinden, durch besondere Drangsale gehen müssen. Sie sind im Begriff in Ägypten oder in Babylon gebunden zu werden.

 

Nun, ich spreche nicht von den Messianischen Juden, die Jesus als den Messias annehmen, die sich aber nicht mit den Kirchen und ihren geschichtlichen Greueltaten an den Juden in Verbindung zu bringen wünschen.

 

Sie wünschen nur abgesondert von der Christenheit und abgesondert von der Dreieinigkeitslehre an den Messias zu glauben.

 

Wir denken, daß Simeon Juden darstellen mag, die Dreieinigkeits-Christen annehmen, die brennenden Höllenfeuer-Christen, und die gemeinsame Sache mit den falschen christlichen Kirchen zu machen wünschen, vornehmlich mit den evangelischen Kirchen.

 

Die Juden, die ein Teil von Babylon geworden sind, werden sich selbst in besonderen Nöten befinden, wenn diese zusammenbrechen.

 

Sie werden in jenes System eingebunden sein und sich Gottes Gericht zuziehen. Sie mögen tatsächlich Simeon in unserer Zeit bildlich darstellen. Ja, die Simeonklasse ist mit der Christenheit verbunden, während seine Brüder in ihr Heimatland zurückgekehrt sind, indem sie ihre Familien und Jakob ernähren.

 

Die neun Brüder werden mit dem Vorbehalt heimgeschickt, daß sie Benjamin mit sich bringen.

 

Das Zweite Zusammentreffen  

 

Das nächste Zusammentreffen mit Joseph findet statt, als sie mit ihrem Bruder Benjamin, Josephs nächststehendem Bruder, vor ihm stehen.

 

Ihr wißt, wie es Jakobs Herz brach, daß er Benjamin nach Ägypten senden mußte, weil die Hungersnot ihm keine andere Wahl ließ. Benjamin stellt die Große Schar dar, so wie Joseph Christus bildlich darstellt. Joseph suchte fünf Geschwister aus, um zehn seiner Brüder darzustellen. (1. Mose 47:2)

 

Wir lesen: "Und er nahm aus der Gesamtheit seiner Brüder fünf Männer und stellte sie vor den Pharao.’

 

Dies bestätigt die Geschichte vom reichen Mann und Lazarus, wo fünf Brüder zehn Stämme repräsentieren. (Lukas 16:19-31)

 

Das zweite Zusammentreffen mit Josephs Brüdern fand im Gegenbild statt, als der gegenbildliche Benjamin, die Große Schar, in Verbindung mit der Nation Israel vor Christus (Joseph) kommt.

 

Es ist interessant zu bemerken, daß Benjamin, während er die fünf törichten Jungfrauen darstellt, seinen Bruder Joseph nicht verwarf. Er war unschuldig am Verbrechen seiner Brüder. Benjamin liebt seinen Bruder Joseph, so wie die Große Schar Christus liebt und auf diesen Felsen baut. Die fünf Anteile, die Benjamin in Josefs Festhalle erhält, stellen ein Zeichen großer Gunst dar. (1. Mose 43:34)

 

Beachtet wie Joseph, als er die Augen auf Benjamin richtete, sagte: "Gott sei dir gnädig, mein Sohn! Und Joseph eilte (hinaus), denn sein Innerstes wurde erregt über seinen Bruder.’ (1. Mose 43:29,30)

 

Hier erkennen wir, daß Christus sich nach seinem Bruder, der Großen Schar, sehnt. Er ist jedoch noch nicht bereit sich ihnen zu offenbaren.

 

Josephs silberner Becher  

 

Der Plan verdichtet sich hier. Joseph füllte seines Bruders Taschen mit Geld, und siehe da, er legte seinen silbernen Becher (wahrscheinlich das Wort der Wahrheit, welches das natürliche Israel und das Verheißene Land betraf) in die Tasche von Benjamin.

 

Dies ist vernichtend für jeden. Sie werden alle eingesperrt, und es scheint nun, daß sie ohne Benjamin zurückkehren müssen. Juda, der vorgeschlagen hatte, Joseph in die Sklaverei zu verkaufen, wirft nun sein eigenes Leben in die Waagschale.

 

Joseph beharrt darauf, daß derjenige, der seinen Becher besitzt, sein Sklave sein werde. Wir wissen, daß die Große Schar vor dem Thron "Tag und Nacht in seinem Tempel’ dienen wird. In 1. Mose 44:18, 33, 34 lesen wir: "Da trat Juda zu ihm und sagte: Bitte, mein Herr, laß doch deinen Knecht ein Wort reden zu den Ohren meines Herrn, und es entbrenne nicht Zorn gegen deinen Knecht, denn du bist dem Pharao gleich...’

 

Und nun, laß doch deinen Knecht anstelle des Jungen (hier) bleiben, als Knecht meines Herrn, der Junge aber ziehe hinauf mit seinen Brüdern! Denn wie könnte ich zu meinem Vater hinaufziehen, ohne daß der Junge bei mir ist? -Daß ich nicht das Unglück mitansehen muß, das meinen Vater dann trifft.’

 

Dies war der Augenblick auf den Joseph wartete. Juda bekennt Joseph seine Sünden. (1. Mose 44:16)

 

Seine Bereitwilligkeit, Benjamins Platz als Sklave einzunehmen, überwältigt Joseph. Erinnert euch, daß es Juda war, der ursprünglich vorschlug, daß sie Joseph in die Sklaverei verkaufen sollten, aber jetzt ist er zu einer wunderbaren Person herangereift.

 

Er sorgt sich um seinen Vater Jakob und seinen Bruder Benjamin. Es erforderte große Charakterstärke, sich selbst an Stelle von Benjamin anzubieten, in die Sklaverei zu gehen.

 

Erinnert euch, daß niemand sich anbot für Simeon einzustehen. Natürlich muß Juda nicht in die Sklaverei gehen. Sein wundervoller Herzenszustand befreit ihn zuletzt.

 

Dies ist ziemlich aufregend. In Offenbarung 16 gießen "sieben Engel’ sieben goldene Schalen aus, -alle diese kommen vom Tempel, der von Gottes Herrlichkeit erfüllt ist.

 

Den "sieben Engeln’ werden dann "goldene Schalen’ göttlichen Gerichts gegeben. Diese erfüllen den Zorn Gottes.

 

Benjamin ist nicht in das Werk dieser "sieben Engel’ eingeschlossen, die vom Tempel kommen, der wahren Kirche Gottes. Gold stellt Göttliches vor. Beachtet, daß Benjamin, der die Große Schar vorschattet, der Silberbecher gegeben wird. Daher wird Silber mit der Großen Schar gleichgesetzt.

 

In Offenbarung 16:15 finden wir unseres Herrn Botschaft an die Große Schar: "Siehe, ich komme wie ein Dieb. Glückselig, der wacht und seine Kleider bewahrt, damit er nicht nackt umhergehe und man nicht seine Schande sehe!’

 

Dies ist eine Botschaft an die Große Schar, ihre Kleider der Gerechtigkeit anzubehalten, wenn alles um sie herum zusammenbricht. Nun sehen wir, daß Joseph seinen silbernen Becher in Benjamins Tasche legte, so wie Christus es mit der Großen Schar tut.

 

Es brachte für Benjamin eine Zeit großer Drangsal und Verwirrung. Er schien verurteilt, weil er Josephs Silberbecher hatte.

 

Die Große Schar wird auch in großer Drangsal sein, wegen der "Silberbecher’ Wahrheiten, die in ihre "Tasche’ gelegt werden. Genau wie der Silberbecher in Benjamins Tasche verborgen war, so wird Christus seine silbernen Wahrheiten auf die Große Schar legen, und sie werden im Besitz von einiger wichtiger Wahrheit sein, die normalerweise nur Joseph (Christus) gehört.

 

Was mag diese sein? Ich denke, daß die Wahrheit, die die Große Schar besitzen wird, die Wahrheit ist, die das natürliche Israel betrifft.

 

Die Große Schar wird daher wissen, daß jeder Versuch Israel zu vernichten verurteilt werden wird.

 

Wenn Gog und Magog gegen Israel kommen, werden die Kirchen diese verurteilte Invasion segnen. Die Große Schar wird jedoch wissen, daß diese Mission zum Scheitern verurteilt ist. Sie werden dies aussprechen und so den Zorn gegen sich selbst bringen.

 

Wo tritt Juda ein? Die Treuen im natürlichen Israel schatten Juda vor, der bei irgendwelchen Fragen auszusprechen und versuchen mag, die Benjaminklasse, die Große Schar, vor Unrecht in Schutz zu nehmen, wenn die nominellen Systeme sich gegen sie wenden.

 

Dies wird der große Wendepunkt sein, wenn der gegenbildliche Joseph die Gewissensbisse im Herzen Judas sieht, und er sich nicht länger vor seinen natürlichen Brüdern verbergen kann.

 

Wir lesen in 1. Mose 45:1,2,3: "Da konnte Joseph sich nicht mehr bezwingen vor all denen, die um ihn her standen, und er rief: Laßt jedermann von mir hinausgehen! So stand niemand bei ihm, als Joseph sich seinen Brüdern zu erkennen gab.

 

Und er erhob seine Stimme mit Weinen, daß die Ägypter es hörten und auch das Haus des Pharao hörte es. Und Joseph sagte zu seinen Brüdern: Ich bin Joseph.’

 

Joseph versucht seine Sehnsucht nach seinen Brüdern vor den Ägyptern, der Welt, zu verbergen, aber bald bemerken alle, daß Christus sich seinen natürlichen Brüdern offenbart hat. Ist das nicht wundervoll?

 

Wenn Gogs Invasion zusammenbricht, wird die Große Schar diese Erde in großer Trübsal verlassen. Dann lesen wir in Hesekiel 38:23: "Und ich werde mich groß und heilig erweisen und werde mich kundtun vor den Augen vieler Nationen. Und sie werden erkennen, daß ich der Herr bin.’

 

So wird Josephs (Christi) Liebe für sein natürliches Volk der ganzen Welt bekannt werden.

 

Beachtet, daß dies nicht sein wird, bis Juda (das natürliche Israel) versucht, Benjamin (die Große Schar) in einer einzigartigen Weise zu beschützen, daß Joseph (der gegenbildliche Christus) sich seinen Brüdern offenbaren wird. Christus bereitet seine natürlichen Brüder im Fleische, Israel, über eine lange Zeitperiode auf die Zeit vor ihn zu empfangen.

 

Unsere Lektion zeigt jedoch an, daß er sich am Ende seinen natürlichen Brüdern sehr plötzlich und spontan offenbaren wird.

 

Joseph scheint Benjamin für eine besondere Trübsal abgesondert zu haben, die darin bestand, daß sich sein Silberbecher der Wahrheit, die das natürliche Israel betrifft, in Benjamins Besitz befand.

 

Er scheint auch seinen Brüdern sowohl Segnungen als auch Kummer bis zu der Zeit zu bereiten, als Juda sich anbietet Benjamins Platz einzunehmen.

 

Erinnert euch, Benjamin ist Josephs Vollbruder, ein Teil der Kirche der Erstgeborenen. Diese Geschichte scheint zu gewährleisten, daß zu erwarten ist, daß das gegenbildliche Juda einige edle Anstrengungen macht die Leiden der Großen Schar zu, mildern.

 

Ich erwäge dies, um ein anderes Fenster einer Prophezeiung zu öffnen, die unmittelbar vor uns liegt. Es gibt wenig Zweifel darüber, daß die Geschichte von Joseph in mancher Weise ein Vorbild ist.

 

Vielleicht wurde die vorbildliche Geschichte gegeben, um uns die Beziehung zwischen der Großen Schar, Christus, Juda, Gogs Invasion und Harmagedon zu verstehen zu geben.

 

Hätte Juda seine wahren Gewissensbisse und seine wundervolle Herzensstellung auf eine überzeugendere Weise zeigen können, als in der edlen Weise in der er handelte, um Christi Brüder, die Große Schar, zu beschirmen?

 

Aber dieses Eintreten wird die Große Schar nicht erretten. Erinnert euch, daß Joseph sagte: "Der Mann, in dessen Hand der Kelch gefunden worden ist, der soll mein Knecht sein.’ (1. Mose 44:17)

 

Die Große Schar wird Gott in seinem Tempel vor dem Thron dienen. Es ist Judas Gnadengesuch, der Christus veranlaßt sein Herz seinen natürlichen Brüdern zu öffnen.

 

Sieben Jahre lang kein Säen oder Pflanzen

 

Es ist wichtig zu wissen, daß einer der Gründe, daß sie die siebenjährige Hungersnot überlebten, darin bestand, daß sie sieben Jahre lang nicht säten und nicht pflanzten.

 

Wenn sie es getan hätten, so hätten sie nicht überlebt. Ich bin sicher, daß Furcht die Herzen der Ägypter erfüllte, als die Hungersnot sich ausbreitete. Es wäre für sie natürlich gewesen zu wünschen Getreide anzubauen und auf eine Ernte zu hoffen. Sie konnten jedoch nur dadurch überleben, daß sie Joseph übergeben wurden. Wir lesen in 1. Mose 45:6: "Denn schon zwei Jahre ist die Hungersnot im Land, und es dauert noch fünf Jahre, daß es kein Pflügen und Ernten gibt.’

 

Wenn sie dann am Ende der sieben Jahre der Dürre pflanzen, wir lesen in 1. Mose 47:23: "Und Joseph sagte zum Volk: Siehe, ich habe euch und euer Land heute für den Pharao gekauft. Da habt ihr Samen! Besät nun das Land!’

 

Das ist dann, wenn sie ein Fünftel ihrer Ernte dem Pharao, Gott, geben müssen, oder wirklich für das Gemeinschaftswohl.

 

Einen letzten Kommentar gibt Paulus in Hebräer 11:22: "Durch Glauben gedachte Joseph sterbend des Auszugs der Söhne Israels und traf Anordnung wegen seiner Gebeine.’

 

Dies war eine bedeutsame Geste von Joseph. Er hätte leicht ein großes monumentales Begräbnis in Ägypten haben können.

 

Sein Name war groß und die Nation verdankte ihm ihr Leben. Joseph hatte jedoch niemals die Abraham, Isaak und Jakob gegebene Verheißung vergessen. Unter keiner Bedingung war er bereit in Ägypten zu ruhen.

 

Der Charakter kann entwickelt werden  

 

Die Geschichte von Joseph beweist, daß Leute, die einst gemein und häßlich handelten in wundervoll sorgende Leute umgewandelt werden können.

 

Was ein Mensch ist sollte nicht störend auf das einwirken, was er einst sein mag, wenn er sich entschließt zu bereuen und sich zu bessern. Ein Dichter hat gesagt: "Die traurigsten Worte der Zunge oder Feder sind die Worte: Es hätte sein können.’

 

Was Leute sind und was sie sein könnten können zwei verschiedene Dinge sein. Alles hängt davon ab, die richtige Wahl und die rechten Entscheidungen zu treffen.

 

Die Leute, die die falsche Wahl und die falsche Entscheidung treffen, werden mit gebrochenem Herzen darauf zurückblicken, was gewesen wäre, wenn sie anders gehandelt hätten. Wir wünschen nicht zu sein, was "wir hätten sein können’, Christen.

 

Rückblick auf Benjamin

 

Wir sind tatsächlich mehr um Benjamin besorgt als um Simeon. Bei allem ist Benjamin unser Bruder in Christo.

 

Warum würde der gegenbildliche Joseph seinen Silberbecher in Benjamins Tasche legen, um solch eine Trübsal über ihn und alle natürlichen Israeliten zu bringen?

 

Erinnert euch, als Joseph seinen Bruder Benjamin sah, sehnte sich seine Seele nach ihm, und er mußte den Raum verlassen und einen Ort zum Weinen aufsuchen. (1. Mose 43:30)

 

Danach gab er seinem Bruder Benjamin fünf Teile! Er scheint übertriebenen Gefallen an Benjamin zu finden. Dann legt er seinen Silberbecher in Benjamins Tasche und läßt ihn wie einen Dieb erscheinen. Nichts scheint zusammenzupassen.

 

Benjamin war nicht wirklich in Gefahr buchstäblich ein Sklave Josephs zu werden. Sicherlich würde Joseph nicht erlauben, daß irgendein Leid über seinen Bruder kommen würde, den er liebte.

 

Joseph wußte, daß seine Brüder Benjamin unter großen Bedenken seines Vaters Jakob zu ihm gebracht hatten.

 

Bestimmt beabsichtigte Joseph nicht irgend etwas zu tun, um seinem Vater weh zu tun. Sein silberner Becher wurde Benjamin untergeschoben, um seine Brüder zu prüfen.

 

Was würden sie tun, wenn es danach aussah, daß Leiden über Benjamin kommen sollten?

 

Zu Josephs großer Freude wandelte sich Juda, der selbe Bruder, der vorgeschlagen hatte, ihn in die Sklaverei verkaufen würden, in eine liebende und fürsorgliche Person.

 

Als Juda erkannte, daß sie ohne Benjamin zurückkehren müßten, hatte er Angst um seinen Vater Jakob.

 

Sie hatten ihn seines Sohnes Joseph beraubt. Sie können nicht ohne Benjamin zurückkehren, und so bietet sich Juda an, Benjamins Platz einzunehmen.

 

Von nun an kann sich Joseph nicht mehr weiter vor seinen Brüdern verbergen. Während er alle Ägypter hinausschickt, weint er so laut, daß jeder Ägypter ihn hört.

 

Dies ist natürlich ein Vorbild Christi. Der gegenbildliche Joseph wartet anscheinend, um bei seinem natürlichen Bruder, Juda, dem führenden Stamm Israels, nicht nur verbale Zerknirschung sondern auch die Bereitwilligkeit ausgedrückt zu sehen, als ein Bürge für die Errettung seines Bruders Benjamin zu leiden.

 

Dies ist der Augenblick, an dem sich Christus allen seinen Brüdern und der Welt offenbaren wird.

 

Erinnert euch, bis zu diesem Punkt war Joseph ein wenig hart zu ihnen. Er hatte sie wiederholt in anstrengende und qualvolle Situationen gebracht, obgleich er sie allezeit prüfte, um ein großer Wohltäter für sie zu sein.

 

Es war nur durch seine Großzügigkeit, daß Vorkehrungen für sie getroffen wurden, um weiterzuleben.

 

Wir können nicht sicher sein, wie sich dies in den Tagen, die vor uns sind, entwickeln mag.

 

Es ist möglich, wenn der Höhepunkt von Harmagedon erreicht ist, und die Nationen der Christenheit im Begriff sind, über Jerusalem zu kommen, daß dann die Wahrheit über Israel gefunden wird, hervorkommend aus Benjamins (der Großen Schar) Tasche.

 

Die nominellen Kirchen werden bestürzt sein über die Große Schar, die ihren Kreuzzug gegen Israel und Jerusalem tadeln wird.

 

Es mag während dieses Augenblicks sein, daß einige der Treuen vom natürlichen Israel freimütig zur Verteidigung der Großen Schar ihre Stimme erheben werden.

 

Es wird die Große Schar nicht erretten, weil sie durch "große Trübsal’ gehen muß, um letztlich zu überwinden und vor dem Thron Gottes zu stehen.

 

Die ganze Summe dieser Lektion ist die, daß Christus sich dem natürlichen Israel und der Welt nicht offenbaren wird, bis "Juda’, der die Treuen vom natürlichen Israel bildlich darstellt, sich anbietet, sich für Benjamin, die Große Schar, einzusetzen.

 

Das ist der große Augenblick, wenn Christus sagen wird: "Ich bin Joseph, euer Bruder.’

 

Zum Abschluß, liebe Geschwister, erinnert euch, warum wir heute hier sind.

 

Die Wahrheit Gottes ist alles, um dafür zu leben, und sie ist auch alles, um dafür zu sterben.

 

Amen.

Zaharia Chiorean, Rumänien—Warum wir leiden müssen

 

Liebe Geschwister, für uns ist es ein Vorrecht hier sein zu können. Zuerst bin ich Gott dankbar für all das was er uns schenkt und danach denen, die uns helfen hierher zu kommen.

 

Ich bringe allen, die hier anwesend sind, die Liebesgrüße der Geschwister aus der Versammlung in Cluj, Rumänien, zu der auch ich gehöre.

 

Warum müssen wir leiden? Die erste Antwort wäre, weil es auf der Erde das Böse gibt, dass das Leiden verursacht.

 

Wir wissen aber aus den Schriften, dass das Böse für einen guten Zweck von Gott erlaubt wurde.

 

Wenn wir um uns herum schauen, bemerken wir, dass das Leben jedes Menschen sein Licht der Freude und Dankbarkeit hat sowie auch seinen Schatten der Betrübtheit und Unzufriedenheit.

 

Dies sind die Fäden der täglichen Erfahrungen. Die Leinwand des Charakters, die sich daraus ergibt, wird fein und schön oder hart und häßlich sein, gemäß der Fertigkeit, Sorge und Geschicklichkeit mit welcher jene Person die Fäden der täglichen Erfahrungen webt.

 

In der gegenwärtigen Zeit unter der Herrschaft der Sünde und des Bösen, herrschen in jedem Leben die Schatten vor.

 

In solchen Gegebenheiten beschreibt Gott passend die menschliche Familie in ihrem jetzigen Zustand als eine seufzende Schöpfung. Gott erlaubt die harte Lektion des Leidens über die Menschen, damit sie zum Schluß seinen liebevollen Charakter und die ewigen Segnungen schätzen, die er für die Unterwürfigen und Gehorsamen vorbereitet.

 

In Römer 8:22 sagt Apostel Paulus, dass bis zum heutigen Tag jede Schöpfung in Geburtswehen liegt und seufzt und leidet.

 

Auch die Kinder Gottes sind von dieser allgemeinen Regel nicht ausgenommen. Denselben sagt der Apostel im Vers 23: "Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir die Erstlingsgabe des Geistes haben, auch wir selbst seufzen in uns selbst und erwarten die Sohnschaft: die Erlösung unseres Leibes.’

 

Beispiele der Treue und des Leidens.

 

Nachdem der Apostel Paulus uns in Hebräer 11 an eine große Zahl von Helden des Alten Testaments erinnert, spornt er uns an: "Deshalb Last nun auch uns, da wir eine so große Wolke von Zeugen um uns haben, jede Bürde und die uns so leicht umstrickende Sünde ablegen und mit Ausdauer laufen den vor uns liegenden Wettlauf." (Hebräer 12:1)

 

Apostel Jakobus spornt uns ebenfalls an: "Nehmt, Brüder, zum Vorbild des Leidens und der Geduld die Propheten, die im Namen des Herrn geredet haben!’ (Jakobus 5:10) Ich möchte, dass wir uns einige Alttestamentliche Überwinder in Erinnerung bringen, als Beispiele für ein Leben mit Gott.

 

Ein Beispiel von wichtiger Bedeutung ist der Prophet Hiob, welchen Gott als einen besonderen Charakter hervorhebt. In Hiob 1:8 lesen wir: "Und der HERR sprach zum Satan: Hast du acht gehabt auf meinen Knecht Hiob? Denn es gibt keinen wie ihn auf Erden-ein Mann, so rechtschaffen und redlich, der Gott fürchtet und das Böse meidet.’

 

Gott hat ihn sehr gesegnet, aber er hat auch eine schwere Prüfung über ihn zugelassen. Ihm wurde all das was er hatte weggenommen, danach wurde er mit einem schweren Leiden geschlagen, in welchem ihm nicht mal seine Frau beistand. Nach all diesen Geschehnissen kamen drei Freunde zu ihm, um ihn zu trösten, aber sie haben ihm das Leiden vermehrt. In all diesem sündigte Hiob nicht und hat Gott gepriesen. (Hiob 1:20-22)

 

All das, was er durchmachte, ging entmutigte Hiob nicht und voll Glauben in Gott sagte er: "O dass doch meine Worte aufgeschrieben würden! Dass sie in ein Buch kämen und aufgezeichnet würden, mit eisernem Griffel und Blei in den Felsen gehauen würden auf ewig!

 

Doch ich weiß: Mein Erlöser lebt; und als der letzte wird er über dem Staub stehen. Und nachdem man meine Haut so zerschunden hat, werde ich doch aus meinem Fleisch Gott schauen. Ja, ich werde ihn für mich sehen, und meine Augen werden ihn sehen, aber nicht als Fremden. Meine Nieren verschmachten in meinem Innern’ (Hiob 19:23-27)

 

Seine Treue gegenüber Gott brachte ihm zweifache Segnungen im Vergleich zu denen die er vorher hatte. So wie die Ehre für seine Freunde zu beten, damit Gott ihnen ihre Taten verzeiht. (Hiob 42:7-8)

 

Wie zur Zeit Hiobs gibt es viele Freunde, die Gott für seine Gerechtigkeit loben, ohne seinen liebevollen Charakter zu kennen.

 

Glückselig werden diejenigen sein, die das Lob von Gott und seine Gutheißung wie Hiob bekommen werden; sie werden das Vorrecht haben für ihre Freunde zu Gott zu beten, damit denen verziehen wird.

 

Hiob war ein großes Bild, sowohl für die Kirche im Evangeliumszeitalter durch seinen Glauben und seine Standhaftigkeit neben Gott, wie auch für das menschliche Geschlecht durch seine schwere Prüfung, die er gemacht hat.

 

Unter den von Paulus in Hebräer 11 erwähnten möchte ich auf den Patriarch Jakob bezug nehmen, dem Gott, wie auch Abraham und Isaak, eine Verheißung gab. (1.Mose 28:14)

 

Mit großem Risiko kaufte Jakob das Recht des Erstgeborenen, welches Esau mit soviel Leichtsinn verkaufte. Er wußte dass es einen großen Wert hatte und Segnungen enthielt.

 

Im Gegenbild hat dieses Recht des Erstgeborenen einen noch größeren Wert, und viel wertvollere Segnungen. Liebe Geschwister, Last uns dieses Recht wertschätzen, denn man kann es mit nichts auf der Erde vergleichen.

 

Apostel Paulus ermahnt uns in Hebräer 12:16-17 "Achtet, dass nicht jemand ein Hurer oder ein Gottloser sei wie Esau, der für eine Speise sein Erstgeburtsrecht verkaufte! Denn ihr wißt, dass er auch nachher, als er den Segen erben wollte, verworfen wurde, denn er fand keinen Raum zur Buße, obgleich er sie mit Tränen eifrig suchte.’

 

Ich möchte drei wichtige Zeitabschnitte aus Jakobs Leben erwähnen: 1) Aus Angst vor seinem Bruder flieht Jakob nach Paddan-Aram; bei dieser Gelegenheit segnet ihn Gott und erneuert die Verheißungen die er Abraham gemacht hat. (1.Mose 28:14-15)

 

2) Mit Schmerz und Mühe kämpft Jakob 20 Jahre in Paddan-Aram für    seine Existenz und die seiner Familie und bewältigt dies. (1.Mose    31:38-42)

 

3) Jakob überwältigt im Kampf den Engel, und bittet ihn, ihn zu    segnen und wird so Israel. (1.Mose 32:24-29)

 

Liebe Geschwister, aus dem Leben Jakobs lernen wir, dass wir die Segnung Gottes nur durch einen Glauben, welcher sich durch Tätigkeit, Schmerz und Kampf zeigt bekommen können.

 

Ein anderes in Hebräer 11 erwähnt Beispiel ist David, an den ich oft denke, und über welchen Gott sagt, dass er ein Mann nach Seinem Herzen war.

 

David hatte ein großzügiges, aufrichtiges Herz, über dass er im  Ps 17:3 sagt: "Du hast mein Herz geprüft, hast mich des Nachts durchforscht; du hast mich geläutert-nichts findest du. Ich habe überlegt: nichts wird meinem Mund entschlüpfen.’

 

Viele von Davids Psalmen sind Beweise von Anbetung, Respekt und Aufrichtigkeit gegenüber Gott; als Beispiel können wir  Ps 19 geben, in welchem Worte von großem Wert sind, die auch wir uns zu eigen machen können.

 

Wir finden bei David viele bemerkenswerte Eigenschaften. Eine sehr bedeutungsvolle war die Freundschaft zwischen ihm und Jonatan, die schönste auf der Erde. (1.Samuel 18:1-5)

 

Dieser Respekt gegenüber Gott veranlaßte ihn Saul nicht mit Güte zu behandeln, "den Gesalbten Gottes’, auch wenn sich dieser wie sein Todesfeind verhalten hat. (1.Samuel 22 und 26)

 

David konnte seinen Feind Saul töten, aber er tat es nicht und trat aus diesen Prüfungen der Aufrichtigkeit Gott gegenüber als Sieger hervor.

 

Schließlich veranlaßte das Verhalten Davids, dass Saul sagte: "Du bist gerechter als ich. Denn du hast nur Gutes erwiesen, ich aber habe dir Böses erwiesen.’ { 1Sa 24:18}

 

In der Tat, von seiner Salbung als König bis er tatsächlich König geworden ist, hat David viele Erfahrungen und Schmerzen gehabt.

 

Wenn wir all dies im Auge behalten, können wir David als ein großes Bild der Kirche, in ihrem Leben der Weihung und Schmerzen ansehen. (Manna vom 17 April)

 

In der Tat, sagt Apostel Paulus in Apostelgeschichte 14:22, dass "wir durch viele Bedrängnisse in das Reich Gottes hineingehen müssen’ und in 2.Timotheus 3:12 "Alle aber auch, die gottesfürchtig leben wollen in Christus Jesus, werden verfolgt werden.’

 

Liebe Geschwister, während wir unsere Befreiung erwarten und uns alle wünschen, dass die Prüfungen vorübergehen und wir unter die Sieger kommen, haben die täglichen Erfahrungen des Lebens, seien es Wohlergehen oder Widerwärtigkeit, die wichtigste Aufgabe für uns.

 

Diese in rechter Weise anzunehmen soll unsere wichtige Beschäftigung sein, weil sie nach der Art wie wir sie benutzen, uns eine Segnung oder einen Fluch bringen werden.

 

Die Erfahrungen, die wir gewöhnt sind als Wohlergehen unserem Leben zu sehen haben in sich feinsinnige Gefahren. Wenn unser Haben wächst, wenn sich unsere Freunde sich mehren oder wir ein großes Maß der irdischen Freude haben, dann findet auch unseres Herz gefallen in diesen Dingen!

 

Wenn aber der Augenblick der Betrübnis und der Enttäuschung erscheint, wenn Haben und Gesundheit vorübergehen, wenn die Freunde uns verlassen und die Feinde uns bestürmen, dann ist die natürliche Neigung zu Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit.

 

Genau hier ist ein sehr wichtiger Teil des großen Kampfes im Leben eines Christen. Er muss mit den Neigungen der alten Natur kämpfen und muss um Hilfe bitten und Siege erringen durch die Kraft des großen Erlösers.

 

Apostel Jakobus sagt uns im 1.Kapitel Vers 2: "Haltet es für lauter Freude, meine Brüder, wenn ihr in mancherlei Versuchungen geratet.’ Last uns diesen Entmutigungen niemals nachgeben, sondern Vertrauen haben in die liebreiche Hand unseres Herrn. Das Manna vom 16. Februar gibt uns in diesem Sinne eine gute Anleitung.

 

Die Traurigkeit bringt Freude

 

Traurigkeit und Schwierigkeiten können kommen, und sie kommen öfter wie die Sintflut, aber der Herr wird in jeder Erfahrung, die Er erlaubt, unsere Stärke und unser Schild sein.

 

Die Seele, die niemals die Zucht der Traurigkeit und Schwierigkeiten gekannt hat, hat auch nicht die Freude und den Wert der Liebe und Hilfe des Herrn erfahren.

 

Wenn wir uns in Zeiten der Traurigkeit und Schwierigkeiten dem Herrn nähern, nähert er sich uns besonders. Wie gut ist es immer seine liebevolle Stimme zu hören: "Seid guten Mutes! Ich bin es. Fürchtet euch nicht!’ (Matthäus 14:27)

 

So hat auch David Trost erfahren, als er in seinen Schwierigkeiten zu dem Herrn rief: "Aus den Tiefen rufe ich zu dir, o HERR. Herr, höre auf meine Stimme! Laß deine Ohren aufmerksam sein auf die Stimme meines Flehens’ { Ps 130:1-2}

 

Weil er seine Schwachheiten und Unzulänglichkeiten fühlte, und sich nach einer vollkommenen Befreiung von jeder Unvollkommenheit sehnte, prophezeite er über die liebevolle Fürsorge des göttlichen Plans der Errettung in Christus und fügt auf prophetische Weise im Vers 3 und 4 desselben Psalm hinzu: "Wenn du, Jah, die Sünden anrechnest, Herr, wer wird bestehen? Doch bei dir ist die Vergebung, damit man dich fürchte.’

 

Wie kostbar sind diese Zusicherungen des Wortes Gottes, wenn die Seele sich ihrer Schwäche und Unfähigkeit bewußt ist um sich zu den Anforderungen der vollkommenen Gerechtigkeit zu erheben.

 

Was für eine Segnung ist es, zu wissen, dass Gott unsere unabsichtlichen Mängel unserem Gefäß nicht zurechnet, wenn wir täglich zu ihm kommen, um Reinigung zu erlangen durch das Verdienst Christi, unser Erlösers.

 

Wenn wir dies mit Dankbarkeit und Aufrichtigkeit tun, werden uns unsere Sünden nicht vorgehalten, sondern verziehen und abgewaschen.

 

Die vollkommene Gerechtigkeit des Erlösers ist unser herrliches Kleid, und mit diesem bekleidet können wir immer in die Gegenwart Jehovas kommen.

 

Wenn Gott die Schwäche unseres Fleisches nicht beachtet und zuläßt, dass wir mit ihm, als seine Kinder, innige Verbundenheit haben, so müssen auch wir einer den anderen ansehen.

 

Wir sollen die Schwächen des Fleisches, die unser Bruder mit Demut bekennt und durch die Gnade Gottes zu überwinden versucht, nicht in Betracht ziehen.

 

Anders ist es, wenn die Schwächen des Fleisches gepflegt und erlaubt werden, ohne das wir uns die angemessene Mühe machen, sie zu korrigieren.

 

Wenn die Fehler bestehen, sind sie uns in der Tat angerechnet, und wenn wir nicht schnell die Maßnahmen ergreifen, um sie zu korrigieren, dann wird der Herr uns selbst richten und züchtigen. (1.Korinther 11:31-32)

 

Liebe Geschwister, wir müssen in Mitten aller Sorgen, Ärgernisse und Schwierigkeiten, die über uns kommen, vollkommen dem Herrn vertrauen und unsere Seele durch Frieden und Geduld bewahren.

 

Wir müssen mit Geduld auf den Herrn warten, damit er in seiner gütigen Weise unsere Erfahrungsschwierigkeiten löst.

 

In geduldiger Erwartung der Befreiung durch den Herrn sagt der Psalmist weiter in den Versen 5 und 6 des  Ps 130: "Ich hoffe auf den HERRN, meine Seele hofft, und auf sein Wort harre ich. Meine Seele harrt auf den Herrn, mehr als die Wächter auf den Morgen, die Wächter auf den Morgen.’.

 

In den Erfahrungen von Kummer und Ärgernis, in der Spannung der Auseinandersetzung und brennenden Wunden, wenn das Herz schmerzerfüllt ist und die Seele besiegt scheint, soll sich das Kind Gottes erinnern, dass Er uns liebt und Er sich um alles kümmert, was über uns kommt, und dass der Schutzengel immer neben uns ist und keine zu harte Probe über uns zulassen wird.

 

Unser himmlischer Vater steht neben dem Ofen der Erfahrungen und wird nicht zulassen, dass das Feuer zu stark ist, und dass das wertvolle Gold unseres Charakters beschädigt wird.

 

Er liebt uns zu sehr um irgendein unnötiges Ärgernis oder einen unnötigen Kummer über uns zuzulassen.

 

Die Belohnung des geduldigen Wartens

 

"Habe deine Lust am HERRN, so wird er dir geben, was dein Herz begehrt. Befiehl dem HERRN deinen Weg und vertraue auf ihn, so wird er handeln,

 

und wird deine Gerechtigkeit aufgehen lassen wie das Licht und dein Recht wie den Mittag. Sei still dem HERRN und harre auf ihn.’ { Ps 37:4-7}

 

Wir sollen nicht entmutigt sein und wir sollen auch nicht unseren Glauben schwanken lassen, wenn die Probe der notwendigen Disziplin auf uns angewendet wird, auch wenn der Friede und die äußerliche Ruhe sich lange verspäten.

 

Unser himmlischer Vater hat uns nicht vergessen, auch wenn seine Antwort auf unsere Gebete sich zu verspäten scheint. Der Friede und die äußerliche Ruhe sind nicht immer die entsprechendsten Verhältnissen für unsere Bedürfnisse als Neue Schöpfungen;

 

und wir dürfen uns nicht die Verhältnisse wünschen, in welchen sich die wertvollen Früchte des Geistes in uns nicht entwickeln können. (siehe Manna vom 28.Nov.)

 

Deswegen, "Last euch durch das Feuer der Verfolgung unter euch, das euch zur Prüfung geschieht, nicht befremden, als begegne euch etwas Fremdes, sondern freut euch’ (1. Petrus 4:12,13)

 

Der, der sogar die Haare unseres Hauptes zählt, kann nicht gefühllos und gleichgültig gegenüber unseren Schmerzen und Bedürfnissen sein.

 

Ach, wie lieblich ist der Gedanke an eine solche liebevolle Fürsorge. Wenn er die Ruhe gibt, wer kann sie stören? Fürwahr haben die Heiligen des Herrn in jedem Leid und Trübsal einen gesegneten Trost, von welchem die Welt und sogar unsere Freunde nichts wissen. Nur der Geweihte kann diesen kennen.

 

Was kann der, der sich nicht unter dem Banner des Kreuzes eingeschlossen hat, über diesen göttlichen Trost wissen, der nicht ganz in den Händen des Herrn ist, um in sein herrliches Aussehen geformt und modelliert zu werden, der sich übergeben hat, der nicht eine ernste Anstrengung gemacht hat, um die Strömung der Neigungen der Gefallenen Natur anzuhalten, der nicht ernst für Wahrheit und Gerechtigkeit inmitten einer ungerechten und verdrehten Generation gekämpft hat.

 

Der ist ein teuerer Balsam für unseren, auf dem Kampfplatz des Lebens, zerschlagenen Geist, er ist der beruhigende Trost einer Hand auf der Stirn eines Kämpfers für Wahrheit und Gerechtigkeit. Dies ist der göttliche Trost, der einzige den wir erwarten können.

 

Er ist nur für diejenigen Seelen vorgesehen, die mit Treue des Tages Last und Hitze im Dienst des Königs tragen.

 

Wie lieblich und gütig ist unser Gott, seine Verheißungen haben diejenigen niemals verlassen, die ihr Vertrauen in ihn gesetzt haben.

 

Die Heiligen Gottes aus allen Zeiten haben die Segnungen des Leidens und der Trübsal kennengelernt, durch die Er sie geführt hat.

 

Der Psalmist David sagt uns: "Bevor ich gedemütigt wurde, irrte ich. Jetzt aber halte ich dein Wort’;" Es war gut für mich, dass ich gedemütigt wurde, damit ich deine Ordnungen lernte’ { Ps 119:67,71}

 

Christus, vervollkommnend durch Leiden  

 

Liebe Geschwister, so wie wir alle wissen, war das christliche Zeitalter von Gott für die Herauswahl der Neuen Schöpfung, die auf dem schmalen Weg geht, vorbestimmt.

 

Unser Erlöser, Jesus Christus, hat diesen Weg eingeschlagen und ist auf ihm gewandelt. Er hat alle die, die Ohren zum Hören haben eingeladen, den Weg zu betreten: "Ringt danach, durch die enge Pforte hineinzugehen; denn viele, sage ich euch, werden hineinzugehen suchen und werden es nicht können’ (Lukas 13:24)

 

Das Wandeln auf diesem Weg hat viel Aufopferung verlangt, wahrhaftig ein Leben voll Aufopferung. Wahrhaftig, Jesus hat dieses Leben voll Aufopferung gezeigt, eine lebendige Aufopferung.

 

In den Prophezeiungen war geschrieben: "Doch dem HERRN gefiel es, ihn zu zerschlagen. Er hat ihn leiden lassen... Wenn er sein Leben als Schuldopfer eingesetzt hat, wird er Nachkommen sehen’ (Jesaja 53:10)

 

Apostel Paulus spornt uns an, auf Jesus zu schauen: "Denn es geziemte ihm, um dessentwillen alle Dinge und durch den alle Dinge sind, indem er viele Söhne zur Herrlichkeit führte, den Urheber ihrer Rettung durch Leiden vollkommen zu machen’ (Hebräer 2:10)

 

"Und lernte, obwohl er Sohn war, an dem, was er litt, den Gehorsam’ (Hebräer 5:8)

 

"Indem wir hinschauen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens, der um der vor ihm liegenden Freude willen die Schande nicht achtet und das Kreuz erduldete und sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones Gottes.

 

Denn betrachtet den, der so großen Widerspruch von den Sündern gegen sich erduldet hat, damit ihr nicht ermüdet und in euren Seelen ermattet. Ihr habt im Kampf gegen die Sünde noch nicht bis aufs Blut widerstanden’ (Hebräer 12:2-4)

 

So wie wir in den Schriften bemerken, liebe Geschwister, lädt der Herr uns ein, in seinen Fußstapfen zu wandeln. Apostel Paulus spornt uns an, ihm zu folgen, da auch er Christus folgt. Er macht uns aufmerksam, dass alle die, die in Christus andächtig leben wollen, verfolgt werden.

 

Also, wenn wir in diese Schule eingegangen sind, muss sich jeder von uns bewußt sein, dass es keinen anderen Weg gibt, durch welchen man die große Belohnung gewinnen kann.

 

Unser himmlischer Vater und der Herr Jesus stellen denen die laufen, alle erforderlichen Mittel zur Verfügung, um diese Belohnung zu gewinnen.

 

In Römer 8:28 sagt uns der Apostel: "Wir aber wissen, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken, denen, die nach seinem Vorsatz berufen sind.’

 

Apostel Petrus versichert uns in 1. Petrus 1:5-7: "Ihr, die ihr in der Kraft Gottes durch Glauben bewahrt werdet zur Rettung, die bereit steht, in der letzten Zeit geoffenbart zu werden damit die Bewährung eures Glaubens viel kostbarer befunden wird als die des vergänglichen Goldes, das durch Feuer erprobt wird, zu Lob und Herrlichkeit und Ehre in der Offenbarung Jesu Christi.’

 

Das Feuer das unter uns brennen soll

 

In 1. Petrus 4:12,13 sagt man uns:’ Geliebte, Last euch durch das Feuer der Verfolgung unter euch, das euch zur Prüfung geschieht, nicht befremden, als begegne euch etwas Fremdes sondern freut euch, insoweit ihr der Leiden des Christus teilhaftig seid, damit ihr euch auch in der Offenbarung seiner Herrlichkeit jubelnd freut!’

 

Die Andeutung ist, dass diese feurigen Prüfungen die Kirche prüfen werden, sie werden brennen unter dem Volke Gottes. Diese Prüfungen bilden ein Feuer, welches eine Arbeit der Läuterung unter uns machen soll, wenn es notwendig ist, brennend in unserer Mitte.

 

Es ist eine Erfahrung die von jedem persönlich gemacht werden muss, weil jeder ein Teil in ihr haben muss. Deswegen, brennt dieses Feuer in unserer Mitte und wird bis zum Ende brennen.

 

Diese Art von Prüfungen ist verschieden von denen, die über jede andere Gruppierung von Menschen kommt. Ihre Erklärung ist in Vers 13 gezeigt: "insoweit ihr der Leiden des Christus teilhaftig seid.’

 

Wenn wir wissen, dass jedes Glied des Leibes Christi geprüft werden muss, können wir uns freuen wenn uns etwas von diesem Feuer berührt. Dann können wir sagen: wir haben Teil an den Leiden Christi. Wenn aber diese Prüfungen kommen, sollen wir uns freuen, dass die göttliche Vorsehung uns an ihnen teilhaben läßt. Sie sind ein Beweis, dass wir Glieder des Leibes sind.

 

Es ist passend hier den Bericht des Apostel Paulus aus Römer 8:17,18 in Erinnerung zu bringen: "Wenn aber Kinder, so auch Erben, Erben Gottes und Miterben Christi, wenn wir wirklich mitleiden, damit wir auch mitverherrlicht werden.

 

Denn ich denke, dass die Leiden der jetzigen Zeit nicht ins Gewicht fallen gegenüber der zukünftigen Herrlichkeit, die an uns geoffenbart werden soll.’

 

"Es tut Not, dass wir uns stets klar vor Augen halten, dass, wofern wir nicht seinen Kelch trinken und in seinem Tod getauft werden, wir keinen Anteil an seinem Reiche in der Herrlichkeit haben können. Last uns denn alles als Schaden und Unrat achten, um diese notwendige Erfahrung zu erlangen. Wenn der Kelch an uns herantritt, Last uns nicht furchtsam wegen des Feuers der Prüfung sein, als begegne uns etwas Fremdes.

 

Im Gegenteil, gerade dazu sind wir berufen, dass wir jetzt mit dem Herrn leiden und hernach mit ihm auch verherrlicht werden.’ (Manna von 22. Oktober)

 

So liebe Geschwister, Last uns freuen, wissend, dass diese feurigen Prüfungen mit Erlaubnis des Herrn kommen. Wir haben uns völlig in die Hand des Herrn übergeben, und er hat versprochen, dass er alle unsere Interessen überwachen wird. Deswegen können wir sicher sein, was auch immer über uns kommen mag, es mit Erlaubnis des Vaters zu unserem Wohl ist. Wenn wir feststellen, dass die Prüfungen zu schwer sind, haben wir immer Zutritt zur Hilfe vor den Gnadenthron, durch den Verdienst des Herrn.

 

Diese Prüfungen kommen nicht immer von dem Widersacher, sondern sie kommen öfter auch von der Schwachheit und Unvollkommenheit des Anderen. Wir alle erkennen, dass die schwersten Prüfungen von Seiten der Geschwister sind, weil sie am schwersten zu ertragen sind.

 

Hier ist das Geheimnis der Überwindung und des Sieges über unser eigenes ich, weil dies eine Ausscheidungsprüfung ist: "Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe die Erfüllung des Gesetzes.’ (Römer 13:10)

 

Liebe Geschwister, bevor ich zum Schluß komme, möchte ich einige erfreuliche Gedanken aus dem Wort Gottes bringen. "Nur Güte und Gnade werden mir folgen alle Tage meines Lebens; und ich kehre zurück ins Haus des HERRN lebenslang.’ { Ps 23:6}

 

"Die Güte und Huld, welche unser jenseits des Vorhanges warten, haben schon hier ihren Anfang genommen, und wir schätzen sie daher.

 

Wer die Freuden des Herrn in der gegenwärtigen Zeit nicht kennt, wird offenbar nicht für die Freuden des Herrn in seinem Reiche vorbereitet sein...

 

Die Güte und Huld des Herrn sind keine Sache der Vergangenheit, auf die man zurückzublicken hätte, sondern sie sind ein Gegenstand des Besitzes und der Wertschätzung in der Gegenwart’ und in Zukunft.

 

"Gottes Güte und Huld folgen uns täglich und erfrischen und stärken und segnen uns.’

 

Um diese Segnungen von Gott am Ende des Laufens zu bekommen, brauchen wir einen Herzenszustand voll Dankbarkeit, Demut und Ergebenheit so wie David in  Ps 23 und anderen zeigt.

 

Die Tatsache, dass wir in dieser Endzeit, am Ende der Ernte leben, soll uns nicht als benachteiligt fühlen lassen, was die göttliche Segnung betrifft, im Gegenteil, wir sollen sie im Verhältnis zu der Notwendigkeit sehen.

 

Liebe Geschwister, so wie wir in dieser Betrachtung gesehen haben, verwendet unser liebreicher Vater die Lektion der Disziplinierung gerade um in uns einen starken und standhaften Charakter zu entwickeln, um, nachdem wir alles überwinden werden, standhaft bleiben können.

 

Wir können erwarten, dass das Ende unserer Reise wie im Fall Elias und Johannes dem Täufer sei: den feurigen Wagen dem einen und die Enthauptung des anderen.

 

"Als aber Johannes im Gefängnis die Werke des Christus hörte, sandte er durch seine Jünger und ließ ihm sagen: Bist du der Kommende, oder sollen wir auf einen anderen warten? Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen:

 

Geht hin und verkündet Johannes, was ihr hört und seht: Blinde werden sehend, und Lahme gehen, Aussätzige werden gereinigt, und Taube hören, und Tote werden auferweckt, und Armen wird gute Botschaft verkündigt. Und glückselig ist, wer sich nicht an mir ärgern wird!’ (Matthäus 11:2-6)

 

Gott helfe uns um dies als Gegenbild zu sehen unter der Verwaltung des neuen Königs, der wiedergekehrt ist.

 

Wenn das Ende unseres Weges in schweren Prüfungen sein wird, sollen wir uns an Elia erinnern. Der feurige Wagen, in den er genommen wurde, stellt schwere Prüfungen dar und der Sturm stellt viel Trübsal dar. Wir sollen liebevoll warten in den Wagen des Herrn hineinzugehen. Die beste Sache ist in den Wagen hineinzugehen, weil dieser uns nach Hause bringen wird.

 

Wenn dieser Wagen kommen wird, sollen wir uns nicht fürchten; wir sollen Vertrauen im Herrn haben, dass er mit uns sein wird bis wir unseren irdischen Lauf beenden werden. { Mt 28:20}

 

Liebe Geschwister, ich möchte mit den Worten des Herrn und des Apostel Paulus beenden: "Ihr werdet weinen und wehklagen, aber die Welt wird sich freuen; ihr werdet traurig sein, aber eure Traurigkeit wird zur Freude werden.’ (Johannes 16:20)

 

"Dies habe ich zu euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Bedrängnis; aber seid guten Mutes, ich habe die Welt überwunden.’ (Johannes 16:33)

 

"Werft nun eure Zuversicht nicht weg, die eine große Belohnung hat. Denn Ausharren habt ihr nötig, damit ihr, nachdem ihr den Willen Gottes getan habt, die Verheißung davontragt. Mein Gerechter aber wird aus Glauben leben und: Wenn er sich zurückzieht, wird meine Seele kein Wohlgefallen an ihm haben.’ (Hebräer 10:35,36,38)

 

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit euch allen, Amen.

Adolphe Debski, Frankreich—Die drei Großen Bündnisse

 

Liebe Geschwister! Der Friede Gottes sei mit Euch!

 

Die vorliegenden Ausführungen haben die Bündnisse zum Gegenstand. Ihr Titel lautet: Die drei großen Bündnisse

 

Diese Bündnisse sind:

 

0. der Abrahamische Bund

 

1. der Gesetzesbund

 

2. und der Neue Bund.

 

Der erste, der Abrahamische Bund, ist der wesentliche Bund, der den ganzen Plan Gottes umschließt, der sich auf die ganze Menschheit bezieht. Er war nicht an Bedingungen geknüpft, er wurde mit einem Eid bestätigt und läßt sich in einem kurzen Satz zusammenfassen: ‘In deinem Samen werden sich segnen alle Geschlechter der Erde.’ -1. Mose 22: 16, 18.

 

Achten wir auf die zwei Teile dieser Verheißung:

 

-den Teil, der sich auf das Kommen einer Nachkommenschaft bezieht

 

-den Teil, der die Segnung aller Geschlechter der Erde durch eben diesen Samen verheißt.

 

Die Segnung der ganzen Menschheit wird unter dem Neuen Bund geschehen.

 

Darum behandeln wir in der Untersuchung dieser Verheißung oder dieses Bundes hauptsächlich die Entwicklung des verheißenen Samens.

 

Diese Entwicklung geschieht auf dem Wege des Opfers. Deshalb ist mit dem Abrahamischen Bund ein besonderes Bündnis verknüpft, der Bund über Opfer.  Ps 50:5

 

Es soll hier deutlich gesagt werden, daß mit diesem Opferbund keinesfalls Selbstmorde einzelner oder von Gruppen gemeint sind, wie sie heutzutage von Mitgliedern mancher Sekten verübt werden, was das Gewissen des Menschen ablehnen muß. Es handelt sich einzig um das Opfern von irdischen Interessen und Bestrebungen, um das vom Evangelium angebotene ewige Leben auf himmlischer Stufe zu ergreifen.

 

Was den Gesetzesbund anbelangt (2. Mose 24:6-8), so wurde dieser durch das Blut von Tieren als Vorbildern versiegelt. Es gab eine Priesterschaft gemäß der Ordnung Aarons, einen Mittler, Moses, und dieser Bund war an Bedingungen geknüpft.

 

Das in dieser Anordung gültige Gesetz wird in Matthäus, Kap. 22, Verse 37 und 39 zusammengefaßt:

 

‘Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verstande... und... du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.’

 

Der Neue Bund wiederum wird durch Christi Blut versiegelt ( Jer 31:31-34; Lukas 22:20) Er wird auch eine Priesterschaft enthalten, jedoch nach der Ordnung Melchisedeks, es wird einen Mittler geben, Christus, und er wird an ebenfalls Bedingungen geknüpft sein. Sein Gesetz ist das gleiche wie das des Gesetzesbundes: höchste Liebe zu Gott und Liebe für den Nächsten so wie zu sich selbst.

 

Paulus zufolge stellt Sara den Abrahamischen Bund dar, den wir auch als ‘Gnadenbund’ oder ‘Sarabund’ bezeichnen, und Hagar den ‘Gesetzesbund’.( Galater 4:24-28). Im Einklang mit diesem Gedanken können wir sagen, daß Ketura, die letzte Frau von Abraham, den Neuen Bund darstellt. (1.Mose 25:1, 2)

 

Abraham seinerseits stellt Gott dar. Jedes dieser Bündnisse entwickelt seinen ‘Samen’.

 

Im Abrahamischen Bund ist die Nachkommenschaft der vollendete Christus, Haupt und Leib, als neue Schöpfungen (Galater 3:16). Diese Nachkommenschaft wurde in Isaak vorgeschattet.

 

Unter dem Gesetzesbund ist die Nachkommenschaft das Volk Israel, vorgeschattet in Ismael.

 

Und was den Neuen Bund anbelangt, wird der Same aus all denen bestehen, die zur menschlichen Vollkommenheit wiederhergestellt sein werden und in die Zeitalter der Herrlichkeit eintreten werden. Sie werden durch die sechs Söhne der Ketura vorgeschattet.

 

Die Wirkungsweise dieser Bündnisse wird in Abrahams Familie wunderbar abgebildet.

 

Beim Betreten Kanaans war Abraham 75 Jahre alt. Die Verheißung oder der Abrahamische Bund wurde befestigt. Von da an war Gott verpflichtet, denn Abraham hatte die geforderte Voraussetzung erfüllt, nämlich Ur zu verlassen und in ein Land zu gehen, das er zum Zeitpunkt seines Auszugs nicht kannte.

 

Er erwartete eine Nachkommenschaft, die die Welt segnen sollte. Aber Sara war unfruchtbar; der Same kam nicht.

 

Ebenso war der Abrahamische Bund lange unfruchtbar. Die von Gott vorgesehene Nachkommenschaft kam nicht.

 

Sara glaubte recht zu handeln, indem sie auf die Bräuche der damaligen Zeit zurückgriff. Sie gab Abraham ihre Dienerin Hagar als Nebenfrau, was so verstanden wurde, daß die Kinder aus dieser Verbindung als die ihren angesehen würden.

 

Ein Sohn wurde geboren, Ismael. Abraham war damals 86 Jahre alt (1.Mose 16:16), und für ihn sowohl als auch für Sara galt Ismael als der verheißene Same; aber in Gottes Augen war es anders.

 

Diese Verbindung von Abraham mit Hagar entspricht dem Gesetzesbund, der zwischen Gott und den Israeliten am Sinai geschlossen wurde. Dieses Bündnis war sofort furchtbar. Es brachte seinen Samen, das Volk Israel, hervor.

 

Und im Lauf der Jahrhunderte betrachten sich die Israeliten unter dem Gesetzesbund als die Abraham verheißene Nachkommenschaft, durch die die Segnung der Welt erfolgen sollte, unter dem Schutz des erwarteten Messias. Aber Gott sah für dieses Segnungswerk nicht einen fleischlichen, sondern vor allem einen geistigen Samen vor, nämlich Christus und seine Kirche.

 

Das Volk Israel als der fleischliche Same Abrahams wird dennoch in diesem zukünftigen Werk der Segnung eine Rolle spielen.

 

Dreizehn Jahre nach der Geburt von Ismael erschienen Abraham drei Engel, und einer von ihnen erklärte, daß zur gleichen Zeit des darauffolgenden Jahres Sara einen Sohn zur Welt bringen würde. Und ein Jahr später wurde Isaak geboren. Abraham war 100 Jahre, Sara 90 Jahre alt.

 

Das war ein Ereignis, und was für eines! Sara, die Unfruchtbare, gebar ein Kind.

 

Mit dieser Geburt und der vorausgegangenen Empfängnis stehen wir an dem Punkt, wo der Abrahamische Bund begonnen hat, fruchtbar zu sein, nach mehr als zwanzig Jahrhunderten Unfruchtbarkeit, und wir können diesen Zeitpunkt mit der Taufe unseres Herrn am Jordan festmachen, als der Heilige Geist auf ihn herabkam und in ihm die geistige Natur zeugte.

 

Dort wurde unser Herr zu einer neuen Schöpfung im Embryonalstadium; später, bei seiner Auferstehung, wurde diese neue Schöpfung geboren und bekam ihren himmlischen Leib.

 

Fünfzig Tage später, an Pfingsten, wurde die Fruchtbarkeit des Abrahamischen Bündnisses in der Ausgießung des Heiligen Geistes sichtbar, wo die Apostel und alle zum damaligen Zeitpunkt Geweihten mit dem Geist gezeugt wurden.

 

Das gleiche ist bis auf den heutigen Tag mit solchen geschehen, die ihren Leib als heiliges, lebendiges und Gott wohlgefälliges Opfer dargestellt haben. Durch den Opferbund-wir wiederholen, daß es sich keineswegs um Selbstmorde, sondern um einen vernünftigen Gott dargebrachten Dienst handelt-und durch die darauf folgende Geisteszeugung treten diese Geweihten in den Schoß des Abrahamischen Bundes ein und entwickeln sich dort als neue Schöpfungen.

 

Kehren wir zur Geburt Isaaks zurück. Sie offenbarte, daß Ismael nicht der verheißene Same war.

 

Diese Tatsache wurde nachdrücklich hervorgehoben anläßlich des Festes der Entwöhnung Isaaks (1.Mose 21:8-13). Dieser konnte 5 Jahre alt sein, und Ismael 19.

 

Sara sah, wie Ismael sich über Isaak lustig machte. Sie befahl, ihn mit seiner Mutter zu verbannen, denn, so sagte sie, ‘... denn der Sohn dieser Magd soll nicht erben mit meinem Sohne, mit Isaak.’

 

Diese Worte mißfielen Abraham sehr, aber Gott ließ ihn wissen, er solle dem Wunsche Saras gemäß handeln, und er sicherte ihm zu, sein Auge werde über Ismael wachen.

 

Abraham gehorchte. Er schickte Hagar und ihren Sohn weg. So waren die beiden Samen, Isaak und Ismael säuberlich voneinander getrennt, und so auch ihre Mütter.

 

Wie sprechend ist doch dieses Vorbild!

 

Daß Ismael Isaak verspottete ist ein Bild für die Prüfungen, die die ersten aus dem jüdischen Volk hervorgegangenen Christen in der Erntezeit des jüdischen Zeitalters erdulden mußten, angefangen bei unserem Herrn Jesus selbst. Er wurde mißhandelt, gehaßt, verstoßen, und schließlich hat man ihn kreuzigen lassen. Und es waren seine Landsleute, die Israeliten, die ihm das angetan haben.

 

So wie sie ihn verworfen haben, sind auch sie verworfen worden, und dieses Verstoßen wurde durch die Worte des Herrn ausgedrückt, die er kurz vor seiner Kreuzigung gegen sie sprach:

 

‘Siehe, euer Haus wird euch öde gelassen.’

 

Das Doppelte der Gunst von 1845 Jahren neigte sich seinem Ende entgegen. Das Doppelte der Ungnade von gleicher Dauer begann.

 

Die Gnade auf das Volk als Gesamtheit bezogen hörte auf, auch wenn sie für die Israeliten als Individuen noch weitere dreieinhalb Jahre andauerte bis zum Ablauf der siebzig Wochen der besonderen Gnade, die von Daniel { Da 9:24-27} verkündet worden war.

 

Die verstoßene Hagar verirrte sich in der Wüste bei Beer Scheba. Das Wasser war zu Ende. Sie wurde von Durst geplagt wie auch Ismael, der anfing, zu schreien. Der Tod schien gewiß. Hagar entfernte sich etwas, um ihren Sohn nicht sterben zu sehen.

 

Und da griff der Allmächtige durch einen Engel ein und sagte zu ihr: ‘stehe auf, nimm den Knaben und faß ihn mit deiner Hand, denn ich will ihn zu einer großen Nation machen. Und Gott öffnete ihre Augen, und sie sah einen Wasserbrunnen; und sie ging hin und füllte den Schlauch mit Wasser und tränkte den Knaben.’ (1.Mose 21:18,19)

 

Genauso wurden die Israeliten im Jahr 70 nach der Zerstörung des Tempels und der Stadt Jerusalem aus ihrem Land gejagt und über die ganze Welt zerstreut, wo sie von Land zu Land irrten.

 

Im Lauf der Zeit wurde ihr Glaube an die auf sie selbst bezogenen Verheißungen Gottes schwächer, und die Auffassung der Assimilation gewann die Oberhand, wodurch die Israeliten Bürger der Länder, in denen sie lebten, bleiben sollten, und das Volk Israel sollte aufhören zu bestehen und als eigenständiges Volk untergehen.

 

Aber der Allmächtige hatte andere Absichten. Daher ist er zum gegebenen Zeitpunkt eingeschritten. Und wir sehen heute das Ergebnis. Der Staat Israel besteht wieder, und zwar im Heiligen Land.

 

Die Geschichte der letzten 120 Jahre weist auf eine Kette von Ereignissen hin, die zum Wiedererstehen dieses Staates führten, und wir wissen daß das letzte Kettenglied erst noch kommt, Die Aufrichtung des Reiches des Messias.

 

Unter anderem existierte da die Vision vom Staat Israel, von der 1895 / 96 Theodor Herzl ergriffen war, und die 1897 zur Bildung der zionistischen Bewegung führte, wodurch der Glaube und die Hoffnung der Juden auf eine Rückkehr und ein Wiedererstehen als Volk im Land der Verheißung gefestigt wurden.

 

Diese Bewegung hat so die Israeliten vor dem Erlöschen als Volk gerettet.

 

Aber es besteht kein Zweifel daran, daß in diesem Wiederbelebungswerk der Engel des Allmächtigen, der wiedergekommene Herr die treibende Kraft war, der durch den klugen und treuen Knecht die Aufmerksamkeit auf das Wort Gottes gelenkt hat und auch auf die Verheißungen bezüglich der Wiederkehr ins Heilige Land; und der Herr hat auch die notwendigen Voraussetzungen geschaffen, die diese Rückkehr ermöglichten.

 

Stellen wir uns die Szene vor: Hagar und Ismael irrten in der Wüste umher, während Isaak im väterlichen Hause und unter dem stolzen und wachsamen Auge von Sara wuchs und stark wurde.

 

Genau diese Situation hat sich das ganze Evangeliumszeitalter hindurch ergeben.

 

Auf der einen Seite sind die Juden, die in der Wüste der Völker umherirren, wobei sie sich an den Gesetzesbund klammern, und auf der anderen Seite sind die Nachfolger des Herrn, die die Gnade Gottes haben und sich während dieser Zeit entwickeln, jedoch im ‘Haus des Vaters’, in der Geborgenheit des Abrahamischen Bundes.

 

Das Gleichnis vom reichen Mann und dem armen Lazarus liefert ein weiteres Bild für die Lage.

 

Und diese Situation dauert an.

 

Aber es wird ein Tag kommen, wo diese Gegebenheiten aufhören.

 

Das wird bei der Aufrichtung des Neuen Bundes der Fall sein.

 

Dann werden Jesus und die Kirche den geistigen Bereich bilden und die Regentschaft des Königreiches innehaben, und sie werden mit Abraham, Isaak, Jakob und den anderen alttestamentlichen Überwindern zusammenarbeiten, die für den irdischen Bereich zuständig sind. Sie werden in erster Linie das Volk Israel segnen, und vermittels dieses Volkes die ganze Welt.

 

Dann wird unter Christus die Einheit Wirklichkeit sein, die Einheit, die sich auf alle Nationen erstrecken wird!

 

So wie Hagar die Dienerin Saras war, spielte der Gesetzesbund auf vielfältige Weise die Rolle einer Dienerin gegenüber dem Abrahamischen Bund.

 

Er hat die Sünde offenbar gemacht, so wie die Unvollkommenheit des Menschen und sein Unvermögen, aus eigener Kraft zur Vollkommenheit als Mensch zu gelangen, und daraus resultierend sein Unvermögen, aus eigener Kraft ewiges Leben zu erlangen.

 

So hat jenes Bündnis die Notwendigkeit des Opfers eines vollkommenen Menschen für die Sünde Adams und für die Sünde der Welt offenbar gemacht, und es wurde so ein Lehrmeister auf Christus hin. -Galater 3:24

 

Die Vorschriften, Bilder und Vorbilder des Gesetzes, die Schatten der zukünftigen Dinge sind, enthalten wichtige Lehren des Evangeliumszeitalters und des Millenniumszeitalters.

 

Darüber hinaus hat das Gesetz die Vollkommenheit des Menschen Jesus Christus aufgezeigt, denn der Herr hat es vollkommen eingehalten, ohne im Geringsten zu fehlen. So hat es gezeigt, daß Jesu Opfer das Opfer eines vollkommenen Menschen war, daß es für den Loskauf der Welt annehmbar war. Um Abrahams Glauben zu prüfen, verlangte der Allmächtige von ihm das Opfer Isaaks.

 

Diese Forderung zeigt, daß der im Abrahamischen Bund genannte besondere Same eines Opfertodes sterben mußte.

 

Dies war hauptsächlich bei unserem Herrn Jesus der Fall, und es war und ist in zweiter Linie der Fall bei den Gliedern der Kirche.

 

Das nächste einschneidende Ereignis in der Familie Abrahams war der Tod von Sara, über den in Kapitel 23 von 1.Mose berichtet wird. Sie war 127 Jahre alt, Abraham 137 und Isaak 37 Jahre.

 

Dieser Tod steht für das Ende der himmlischen Berufung, das dann eintreten wird, wenn die letzten Glieder der Kirche ihren Lauf vollendet haben und wenn die anderen Leibesglieder verwandelt sein werden in herrliche Geistwesen, die teilhaben an der göttlichen Natur. Dies geschieht durch die Kraft der ersten Auferstehung, die derzeit im Gange ist.

 

Drei Jahre später fand die Hochzeit zwischen Isaak und Rebekka statt. Davon wird berichtet in 1.Mose 24:67. Isaak war 40 Jahre alt. Er führte Rebekka ins Zelt von Sara.

 

Diese Hochzeit findet ihr Gegenstück in der Hochzeit des Lammes, die in Offenbarung. 19, Vers 7 dargestellt ist, bei der die Vorstellung der Braut vor dem himmlischen Vater stattfindet. Nach der Aussage in  Ps 45 handelt es sich dabei im Himmel um ein Ereignis von nie dagewesener Feierlichkeit.

 

Nach dieser Hochzeit ist der verheißene Same bereit, seine Aufgabe unter dem durch Ketura vorgeschatteten Neuen Bund zu erfüllen.

 

Daher wird auch, wie zu erwarten war, die Tatsache, daß Abraham Ketura zur Frau nahm, unmittelbar im Anschuß an die Schilderung von Isaaks Hochzeit berichtet (1.Mose 25:1). Sie entspricht dem Besiegeln des Neuen Bundes zwischen Gott und dem Volk Israel.

 

Beachten wir, daß in 1.Chronik 1:32 Ketura als Konkubine Abrahams bezeichnet wird. In diesem Fall sollten wir verstehen, daß Abraham sie unmittelbar nach der Hochzeit Isaaks zur Ehefrau nahm.

 

Wir sehen also, wie wunderbar der Heilsplan Gottes in der Familie Abrahams abgebildet ist.

 

Auch zu ganz besonderen Punkten sind Klarstellungen vorhanden, insbesondere zu:

 

Der Berufung und der Entwicklung der Herauswahl.

 

Diese Entwicklung vollzieht sich auf dem Weg des Opfers; wir sagten es bereits.

 

Und wie wir schon gesehen haben, wurde dieses Opfer in der Familie Abrahams, an Isaak, wohl vorgeführt. Da dieser Saras Sohn war, erkennen wir, daß der vollendete Christus, Jesus und die Kirche, unter dem in Sara vorgebildeten Bund entwickelt wird, d.h. unter dem Abrahamischen Bund, und nicht unter dem Neuen Bund, der in Ketura abgebildet wird. Beachten wir den Umstand, daß das Opfer an keinem der Söhne Keturas aufgezeigt wird, sondern einzig an Isaak.

 

Beachten wir außerdem, daß Ketura sechs Söhne gebar, eine relativ große Zahl im Vergleich zu dem einzigen Sohn, den jede der beiden anderen Frauen hatte. Das zeigt, daß der durch Ketura abgebildete Bund der Bund ist, der die zahlenmäßig größte Nachkommenschaft hervorbringen wird.

 

Es ist ja der Neue Bund, der ohne jeden Widerspruch alle Geschlechter der Erde als Nachkommenschaft hervorbringen wird, abgesehen von denen, die in den zweiten Tod gehen.

 

Hier wiederum wird völlig klar, daß die Kirche, die eine zahlenmäßig kleine Gruppe ausmacht, nicht unter dem Neuen Bund gebildet wird.

 

In Römer 10:4 heißt es:

 

‘Denn Christus ist des Gesetzes Ende, jedem Glaubenden zur Gerechtigkeit.’

 

Dabei geht es nicht um das Ende des Gesetzes, das in den zehn Geboten auf die Tafel eingraviert und an Moses übergeben wurde. Diese Gebote sind ewig. Es geht vielmehr um den auf der Grundlage dieser Gesetze mit den Israeliten geschlossenen Bund.

 

Beachten wir den in diesem Vers enthaltenen Gedanken.

 

Der Apostel sagt nicht, daß der Gesetzesbund nach dem Tod von Christus am Kreuz nicht mehr besteht, und daß folglich kein Jude mehr daran (an diesen Vertrag) gebunden ist.

 

Sondern der Apostel erklärt, daß der Herr das Ende des Gesetzes, des Gesetzesbundes, IST, und daß er dessen Ende aus einem ganz bestimmten Zweck geworden ist: für die Rechtfertigung all derer, die ihn aus den Juden annehmen würden.

 

Indem er am Kreuz starb, nachdem er das Gesetz mit allen seinen Forderungen erfüllt hatte, hat der Herr getan, was getan werden mußte, um die Juden von ihren Übertretungen des Gesetzesbundes zu befreien, sowie auch vom Fluch des Gesetzes und vom Gesetzesbund als solchem. - Heb 9:15???; Galater. 3:13; 2:19

 

Und diejenigen unter den Israeliten, die seine Nachfolger geworden sind, kamen in den Genuss dieses Vorzugs, und für sie war der Gesetzesbund beendet.

 

Sie wurden gerechtfertigt durch Glauben und wechselten vom Gesetzesbund hinüber zum Abrahamischen Bund, und von Moses zu Christus.

 

Die anderen Israeliten jedoch, die Christus nicht annahmen, blieben unter dem Gesetzesbund. Dieser ist wahrhaftig reichlich alt geworden. Er ist sehr eingeschränkt und von seinen Verheißungen entleert, die sich auf Jesu Seite befinden. Nichtsdestoweniger sind die Israeliten an ihn gebunden.

 

Das hat das Vorbild klar gezeigt.

 

Als Hagar und Ismael aus dem Haushalt Abrahams verstoßen wurden, starb Hagar nicht, sondern sie ging mit Ismael weg und kümmerte sich weiter um ihn.

 

Als beim Tod Christi das Volk Israel aus Gunst Gottes für eine gewisse Zeit verstoßen wurde, hörte der Gesetzesbund nicht auf. Darauf weißt der Apostel Paulus hin, als er etwas mehr als 20 Jahre nach Christi Tod schrieb:

 

‘Und ich bin den Juden geworden wie ein Jude, auf daß ich die Juden gewinne; denen die unter Gesetz sind, wie unter Gesetz.... auf daß ich die, welche unter Gesetz sind, gewinne.’ 1.Korinther 9:20

 

Beachten wir die gegenwärtige Zeit, die der Apostel Paulus in der Wendung ‘denen, die unter Gesetz sind’ gebraucht, und das in einem Brief in etwa aus dem Jahr 56, d.h. 23 Jahre nach dem Tod Christi, nach dem Zeitpunkt also, als dieser ‘des Gesetzes Ende’ wurde.

 

Die Tatsache, daß der Gesetzesbund während des ganzen christlichen Zeitalters in Kraft blieb, erweist sich auch noch aus den Prüfungen, die die Juden zu erdulden hatten, und die in dem mit Gott geschlossenen Vertrag als Strafe für Untreue vorgesehen waren. 3.Mose 26:14-39

 

Der Tag wird jedoch kommen, wo dieser Bund sterben wird, und zwar, wenn die Israeliten ihren Blick auf den richten, den sie durchstochen haben, und über ihn weinen, wie man über den Erstgeborenen weint.

 

‘...und ich werde.... dich setzen zum Bunde des Volkes...., heißt es in Jesaja 42:6.

 

Der Bund, von dem hier die Rede ist, ist der Neue Bund, und das Volk ist das Volk Israel.

 

Der Herr Jesus Christus ist gesandt und der Welt gegeben worden, um das durch den Neuen Bund bedingte Werk ganz zu tun.

 

Er hat schon getan, was am allernotwendigsten war. Er hat das vom Neuen Bund geforderte Blut bereitgestellt. Ohne dieses Blut konnte der neue Bund niemals errichtet werden, und die Welt und auch die Kirche wären verloren.

 

Während des Evangeliumszeitalters bildet Jesus die Diener dieses Neuen Bundes aus, damit sie die ganze benötigte Kompetenz und alle nötigen Fähigkeiten erwerben, die gebraucht werden, um unter seiner Leitung das wunderbare Werk, den Menschen zu Gott zurückzubringen, durchführen können. -2.Korinther 3:6

 

Sobald diese Diener-es handelt sich um die Kleine Herde-ausgebildet sind, und sobald auch die letzten Glieder der Großen Schar ihre Kleider im Blut des Lammes rein gewaschen haben, wird der Herr die Handlung ausführen, die erforderlich ist, um jenen Neuen Bund in Kraft zu setzen.

 

In seiner Eigenschaft als Hohepriester wird er ein zweites Mal vor Gott erscheinen, um, dieses Mal zu Gunsten der Welt, das Verdienst seines Blutes geltend zu machen oder, bildlich gesprochen, um zu Gunsten der Welt sein Blut auf den Gnadenstuhl der göttlichen Gerechtigkeit zu sprengen.

 

Was werden die Folgen davon sein?

 

Die adamische Sünde, die Sünde der Welt, wird weggetan werden.

 

Die Menschen werden von ihren persönlichen Sünden befreit werden, die sie im jetzigen Leben begangen haben.

 

Das Todesurteil, das auf Adam und seine Nachkommen gefallen war, wird weggenommen.

 

Das Blut Christi, der Loskaufpreis (1.Petrus 1:18, 19), wird so um der göttlichen Gerechtigkeit willen für die Welt vergossen, und die welt wird dann wirksam und gesetzesgemäß eingelöst.

 

Bei diesem zweiten Erscheinen vor Gott wird der Herr die Menschheit loskaufen, so wie er auch die Glieder der Kirche bei seinem ersten Erscheinen am Anfang des christlichen Zeitalters losgekauft hat, indem er das Verdienst seines Blutes für sie verwendet hat. -Hebräer 9:24

 

Lesen wir dazu nach in Offenb. 14, Vers 4:

 

‘Diese sind es, die sich mit Frauen nicht befleckt haben, denn sie sind Jungfrauen; diese sind es, die dem Lamm folgen, wohin irgend es geht. Diese sind aus den Menschen erkauft worden als Erstlinge Gott und dem Lamm.’

 

Wenn nun die Glieder der Kirche aus den Menschen heraus losgekauft worden sind, bedeutet dies, daß die Menschen damals nicht losgekauft waren.

 

Und wenn diese Glieder als Erstlinge, als Erstlingsfrucht erkauft worden sind, dann heißt das, daß die Menschheit auch losgekauft wird, das aber später, als Früchte des Spätjahres.

 

Und wenn dies geschieht, wird die Welt dem Herrn anvertraut werden, der dann sein Mittleramt ausführen kann.

 

Dann wird der Neue Bund versiegelt und in Kraft treten.

 

Beachten wir nebenbei, daß die Schrift die letztgenannten Gedanken über das Lösegeld, niedergeschrieben durch den klugen und treuen Knecht, bestätigt.

 

Wenngleich sie aus dem Tode auferweckt und von ihren jetzigen Sünden befreit sind, werden die Menschen immer noch unvollkommen sein. Damit sie Vollkommenheit als Menschen erreichen, wird ihnen der Herr sein Fleisch, das Brot vom Himmel, geben.

 

Und der, der davon ißt, der sich das Recht auf das vollkommene menschliche Leben des Herrn aneignet, das durch dieses Fleisch dargestellt wird und die gerechten göttlichen Prinzipien einhalten wird; dieser wird nach und nach Vollkommenheit als Mensch erhalten, die es ihm ermöglicht, vollständig dem vollkommenen Gesetz Gottes zu gehorchen und so ewig zu leben.

 

‘...Das Brot aber, das ich geben werde, ist mein Fleisch, welches ich geben werde für das Leben der Welt.’ Johannes 6:51

 

So ist, wie wir feststellen, einzig der Herr in der Lage, alle Forderungen des Neuen Bundes zu erfüllen, und er wird es zum höchsten Wohl Israels und der Welt tun.

 

Sobald sein Werk getan ist, wird die Abraham im ersten Buch Mose (Kap 2:17) gegebene Verheißung Wirklichkeit.

 

Sein Same wird geworden sein wie die Sterne des Himmels-dabei handelt es sich um seinen geistigen Samen, um die Kirche, aber auch um die große Schar-und wie der Sand am Ufer des Meeres-dabei handelt es sich um seinen irdischen

 

Samen, um die Menschheit, die zu Gott zurückgebracht ist und sich ewigen Lebens erfreut. Vergessen wir nicht, daß Abraham Gott selbst darstellt.

 

Einige Gedanken zu den Namen der drei Frauen.

 

‘Sara’ heißt ‘Prinzessin’;‘ edle Dame’.

 

Dieser Name spiegelt den vorherrschenden Rang des Abrahamischen Bundes, sein edeler, fürstlicher und königlicher Charakter wieder.

 

Er ist edel wegen des Opferwerkes, das dort vollbracht wird.

 

Er ist fürstlich, königlich wegen der Ehre und des Ruhms, die das Erbteil der Nachkommenschaft sein werden, die dort entwickeltt wird.

 

Internationale Versammlung.

 

Sie sind oft in die Irre gegangen. Oft haben sie sich von Gott entfernt. Schließlich wurden sie ‘hinausgetan’, jedoch nur begrenzte Zeit, wie die Schrift lehrt.

 

Man sieht in dem Wort ‘Hagar’ auch die Bedeutung von ‘felsig’.

 

So kann Hagar auch an dem felsigen Berg des Sinai erinnern, an dessen Fuß der Gesetzesbund geschlossen wurde, was mit den Worten des Apostels Paulus übereinstimmen würde, der geschrieben hat: ‘Denn Hagar ist der Berg Sinai in Arabien...’ Galater 4:25

 

Der Name ‘Ketura’ bedeutet ‘Weihrauch’ oder ‘Duft’.

 

Diese Bedeutung, auf den Neuen Bund angewendet, bezeichnet das segensreiche Ergebnis des Werkes, das sich unter diesem Neuen Bund vollziehen wird.

 

Seine Schwerpunkte liegen in den Gefühlen von Erkenntlichkeit, Dankbarkeit und Lobpreisungen, die die Menschen dem Allmächtigen gegenüber darbringen werden, wie Weihrauch, wie einen angenehmen Duft, der ohne Unterlaß von der Erde zum Thron der Gnade aufsteigen wird.

 

Mit diesem Gedanken wollen wir schließen, und wir hoffen, daß dieses Thema zu unserer gemeinsamen geistigen Auferbauung und zum Ruhm des heiligen Namens unseres himmlischen Vaters beiträgt.

 

Amen.

Bertoldo Fonsaka, Brasilien—Fall, Lösegeld und Wiederherstellung in Plan Gottes Plan

 

Meine geliebten Freunde, Schwestern und Brüder. Gnade und Friede von Gott, unserem Vater und vom Herrn Jesus Christus, unserem Erretter sei unter euch!

 

Ich befinde mich unter euch auf dieser internationalen Versammlung der Bibelforscher und ich bin sehr erfreut, daß ich durch Gottes Gnade jetzt die Möglichkeit habe, euch einige Punkte aus der guten Botschaften zu übermitteln, die wir in dem Evangelium gelernt haben, und auch einige Worte Jesu Christi, der Apostel und Propheten.

 

Das Vorhaben Gottes gemäß seines geoffenbarten Planes betreffs der Menschheit ist die Wiederherstellung oder Wiederherrichtung zur Herrlichkeit, die sie früher hatte.

 

Um diese wichtige Aufgabe auszuführen, war es für Gott notwendig, zu planen oder Umrisse zu zeichnen, was als Bestes zu tun war. Bevor Gott die Welt schuf hatte er einen Plan, der die Schöpfung des Menschen, dessen möglichen Fall, Erlösung und Wiederherstellung umfaßte.

 

In Apostelgeschichte lesen wir:"...Spricht der Herr, der dieses tut, was von jeher bekannt ist.’ (Apg. 15:18.) Dies bedeutet, daß Gott voraussah, was vorkommen würde. In der Prophezeiung Jesajas sagte er:

 

"Gedenkt des Früheren von der Urzeit her, daß ich Gott bin. Es gibt keinen sonst, keinen Gott gleich mir, der ich von Anfang an den Ausgang verkünde und von alters her, was noch nicht geschehen ist, -der ich spreche: Mein Ratschluß soll zustande kommen, und alles, was mir gefällt, führe ich aus...’ (Jes. 46:9-11.)

 

"Der Herr der Heerscharen hat geschworen und gesagt: Fürwahr, wie ich es erwog, so geschieht es, und wie ich es beschlossen habe, so kommt es zustande... Denn der Herr der Heerscharen hat es beschlossen. Wer wird es ungültig machen? Und seine Hand ist ausgestreckt. Wer wendet sie zurück?’ (Jes. 14:24,27).

 

Die Gedanken und die Pläne des Menschen sind des öfteren im direkten Widerspruch zu Gottes Gedanken und Plänen. Deshalb werden die Pläne des Menschen völlig mißlingen, wenn sie gegen Gottes Vorhaben sind. Durch den selben Propheten sagte der Herr:

 

"Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der Herr. Denn so viel der Himmel höher ist als die Erde, so sind meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.

 

So wird mein Wort sein, das aus meinem Mund hervorgeht. Es wird nicht leer zu mir zurückkehren, sondern es wird bewirken, was mir gefällt, und ausführen, wozu ich es gesandt habe.’ (Jes. 55:8,9,11)

 

Gott sagte auch: "Laßt uns Menschen machen in unserm Bild, uns ähnlich! (...) Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bild, nach dem Bild Gottes schuf er ihn. (1. Mose 1: 26,27) Die Mehrzahl "uns’ ist in Bezug auf das interessant, was in Johannes 1: 1 und in Sprüche 8: 22 geschrieben steht:

 

"Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.’ { Joh 1:1} Und Sprüche sagt uns: "Der Herr hat mich geschaffen als Anfang seines Weges, als erstes seiner Werke von jeher.’ Diese Texte sagen uns, daß Christus vom Anfang an mit Gott als die verkörperte Weisheit existierte.

 

Wenn wir heute über "den in Gottes Bild gemachten Menschen’ reden, verstehen wir ihn als im Bezug auf dieses göttliche Vermögen des logischen Denkens und des Gedächtnisses, oder auf diese Fähigkeit, Gerechtigkeit und Liebe auszudrücken und durchzuführen, die dem Menschen gegeben wurde.

 

Wir lesen: "Gott schuf den Menschen in seinem Bild.’ Es war nach einem irdischen Bild seiner Selbst mit der Fähigkeit logisch zu denken und mit einem moralischen Bewußtsein ausgestattet worden. Daraus können wir sehen, wie die Lehre der Dreieinigkeit wirklich der Lehre der Schrift entgegengesetzt ist.

 

In Johannes 8: 14, 17 und 18 sind Jesu Worte geschrieben: "Auch wenn ich von mir selbst zeuge, ist mein Zeugnis wahr, weil ich weiß, woher ich gekommen bin und wohin ich gehe; ihr aber wißt nicht, woher ich komme oder wohin ich gehe... Aber auch in eurem Gesetz steht geschrieben, daß das Zeugnis zweier Menschen wahr ist. Ich bin es, der von mir selbst zeugt, und der Vater, der mich gesandt hat, zeugt von mir.’

 

Und Apostel Paulus schrieb den Korinthern: "So ist doch für uns ein Gott, der Vater, von dem alle Dinge sind und wir auf ihn hin, und ein Herr, Jesus Christus, durch den alle Dinge sind und wir durch ihn.’ 1.Kor. 8:6

 

Auf der anderen Hand glauben diejenigen, die die Theorie der Evolution lehren, daß der Mensch nicht das Ergebnis der Schöpfung Gottes sei, sondern er sei der natürliche Nachkomme eines Affen. Man fragt dann also, woher der Affe herkommt? Wir werden ohne Antwort erhalten, denn sie wissen es auch nicht.

 

In 1.Mose 2:7 lesen wir: "Da bildete Gott, der Herr, den Menschen, aus Staub vom Erdboden und hauchte in seine Nase Atem des Lebens; so wurde der Mensch eine lebende Seele.’ Der erste Mensch, durch welchen die ganze Menschheit zum Leben kam, besaß eine irdische Natur.

 

Der zweite Mensch, durch welchen Leben in die Welt kommen wird, besaß jedoch eine himmlische Natur, denn er kam aus dem Himmel.

 

Der Schrift nach "wurde der Mensch eine lebende Seele’. Er war nicht unsterblich, wie viele es irrtümlich glauben. Gott sagte ihm: "Von jedem Baum des Gartens darfst du essen; aber vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen, davon darfst du nicht essen; denn an dem Tag, da du davon ißt, mußt du sterben!.’ (1.Mose 2:17)

 

Als der Mensch diesen Befehl übertrat, starb er am selben Tag. Aber wie kann dies sein, wenn doch Adam 930 Jahre alt wurde? Um eine Antwort zu finden, gehen wir zu den Worten des Apostels in 2.Petrus 3:8.

 

"Dies eine aber sei euch nicht verborgen, Geliebte, daß beim Herrn ein Tag ist wie tausend Jahre und tausend Jahre wie ein Tag.’ Und in  Ps 90:4 lesen wir: "Denn tausend Jahre sind in deinen Augen wie der gestrige Tag, wenn er vergangen ist.’

 

Daraus können wir schließen und sicher sein, daß dies die Art von Tag war, während Adam starb. Und dies hat sich auch für die Nachkommen Adams bewahrheitet. Keiner von ihnen lebte bis zum Alter von 1000 Jahren.

 

Nach Adams Übertretung wurde das Urteil Gottes im Garten gehört. "Gewißlich wirst du sterben und zu Staub werden, dem du genommen wurdest.’

 

Gottes Absicht war nicht, den Mensch mit ewiger Qual zu bestrafen, ihm die Möglichkeit abzusprechen, wieder aus diesem Zustand der Strafe zu gelangen. Noch bestrafte er ihn mit ewiger Zerstörung, was das Ende des menschlichen Lebens auf Erde hätte bedeuten können.

 

Gott verfluchte den Mensch mit folgenden Worten: "Im Schweiße deines Angesichts wirst du dein Brot essen, bis du zurückkehrst zum Erdboden, denn von ihm bist du genommen. Denn Staub bist du, und zum Staub wirst du zurückkehren!’ (1.Mose 3:19)

 

Adam war menschlich und somit irdisch. Er war kein geistiges Wesen. Kein Wort wurde über eine ewige Strafe mit Qual gesagt.

 

Dennoch sagte Satan durch die Schlange zu Eva: "Da sagte die Schlange zur Frau: Keineswegs werdet ihr sterben!...Sie nahm von seiner Frucht und aß, und sie gab auch ihrem Mann bei ihr, und er aß.’ (1 Mose 3:4,6.) Durch seinen Ungehorsam starb Adam. Dies ist wahr.

 

Es gab aber etwas anderes, nämlich Gottes Verheißung, daß der Same der Frau den Kopf der Schlange zermalmen würde.

 

Dies gab unseren ersten Eltern Hoffnung. Wie wir wissen, wurde Christus dieser Same, der sich selbst zur Erlösung gab, nicht nur für die Gläubigen, sondern auch für die ganze Menschheit.

 

Während des Bestehens des Volkes Israel waren die Opfer von solcher Natur, daß sie nie die Sünde vom Volk hinwegnehmen konnten.

 

Die Opfer waren unvollkommen und es waren auch die, die sie darstellten. Aber Jesus, unser Hohepriester, ist vollkommen und damit auch sein Opfer. Wir lesen in Hebräer 9:11,12:

 

"Christus aber ist gekommen als Hoherpriester der zukünftigen Güter und ist durch das größere und vollkommenere Zelt-das nicht mit Händen gemacht, das heißt, nicht von dieser Schöpfung ist. und nicht mit Blut von Böcken und Kälbern, sondern mit seinem eigenen Blut ein für allemal in das Heiligtum hineingegangen und hat uns eine ewige Erlösung erworben.’ Dies bedeutet ewige, jetzige und zukünftige Befreiung von der Knechtschaft der Sünde.

 

Die durch das Opfer des Menschen Jesus Christus bereitgestellte Erlösung für alle garantiert kein ewiges Leben oder Segnung für irgend jemand, sondern sie garantiert allen Menschen eine völlige Möglichkeit oder Prüfung, um ewiges Leben zu erlangen.

 

Die bereitgestellte Erlösung sieht nicht über die Sünde hinweg die Sünde und ihr Zweck ist nicht, den Schwachen und Sünder als Heiligen zu betrachten oder die Tore des ewigen Lebens für solche weit zu öffnen.

 

Sie befreit vom adamischen Tod nur diejenigen, die in dessen Gefangenschaft stehen und gibt allen eine völlige Möglichkeit, gehorsam zu sein und zu leben oder ungehorsam zu sein und vernichtet zu werden.

 

Adam scheiterte unter dieser Prüfung. Er sündigte willentlich. Es gibt kein Zweifel darüber. Aber seine Nachkommen hatten keinen Anteil an diesem Ungehorsam und wurden dennoch in Adams Lenden verurteilt. Aber während des Millennium wird die Sache anders sein.

 

Die Gehorsamen werden ewiges Leben erlangen und die willentlichen Sünder werden im zweiten Tod für ewig vernichtet werden. (Offenbarung 20:6)

 

Die von Gott für alle vorgesehene Erlösung wird zur rechten Zeit stattfinden. Sie wird den treuen Gläubigen die gesegnete Befreiung vom adamischen Urteil bringen und damit die Möglichkeit, das Glück zu genießen, das nur den Söhnen Gottes gehört, das Glück, das vor dem Fall in Eden genossen wurde.

 

Niemand genießt die Freiheit, die Christus bringt, außer die wenigen, die ihn annehmen und ihm gehorchen. Diese wenigen bilden die Kirche. Sie werden in der besonderen Absicht ihrer Teilnahme mit Gott an der Aufgabe des Segnens der Welt berufen und geprüft.

 

Heute sind sie diejenigen, die der Welt Zeugnis über diese zukünftige Zeit geben. Gleichzeitig sind sie die einzigen, die gegenwärtig den Segen der Erlösung genießen. Sie werden jetzt geprüft.

 

Den wenigen werden die Segnungen der Wiederherstellung durch ihren Glauben zuteil. Wegen ihres Glauben an Christus werden sie jetzt auf eine besondere Art und Weise behandelt.

 

Als Gott Abraham sagte: "in dir werden alle Geschlechter der Erde gesegnet’, deutete er so auf eine Auferstehung aus dem Tod hin. Denn als diese Worte ausgesprochen wurden, waren schon viele Menschen gestorben, ohne daß sie je ein Segen von Gott empfangen hätten.

 

Dies ist eine wahre Verheißung Gottes. Wenn die Zeit der Erquickung kommt, sollen alle Geschlechter der Erde gesegnet werden. (Apg.3:19). Sie werden langsam zur Vollkommenheit. Im Gegensatz zu dem, was jetzt in der Welt stattfindet, wird der Tod verschwinden.

 

Es besteht kein Zweifel, daß die Schrift uns ein zukünftige Wiederherstellung aller Dinge lehrt. Wir finden in Apostelgeschichte 3: 19-21 die wichtigen Worte des Apostels im Bezug auf "die Zeiten der Wiederherstellung aller Dinge, von denen Gott durch den Mund seiner heiligen Propheten von jeher geredet hat.’

 

Das Königreich Gottes war das Hauptthema dieser Propheten. Vom 1.Mose an bis zur Offenbarung war dies die zentrale Botschaft der Bibel. Und alle Propheten ohne Ausnahme lenkten die Aufmerksamkeit auf dieses zukünftige Ereignis.

 

Während des Herrschens der Sünde und des Todes waren Tränen ein Symbol des Schmerzes und der Leiden, aber in einer dieser Prophezeiungen über die Wiederherstellung, die Gott vollziehen wird, schrieb Jesaja:

 

"Den Tod verschlingt er auf ewig, und der Herr Herr wird die Tränen abwischen von jedem Gesicht, und die Schmach seines Volkes wird er von der ganzen Erde hinwegtun. Denn der Herr hat geredet.’ (Jes. 25:8) Was für eine wunderbare Hoffnung!

 

Wir lesen in Jesaja 35:5-10 "Dann werden die Augen der Blinden aufgetan und die Ohren der Tauben geöffnet. Dann wird der Lahme springen wie ein Hirsch, und jauchzen wird die Zunge des Stummen. Denn in der Wüste brechen Wasser hervor und Bäche in der Steppe.

 

Und die Wüstenglut wird zum Teich und das dürre Land zu Wasserquellen. An der Stelle, wo die Schakale lagerten, wird Gras sowie Rohr und Schilf sein. Und dort wird eine Straße sein und ein Weg, und er wird der heilige Weg genannt werden.

 

Kein Unreiner wird darüber hinziehen, sondern er wird für sie sein. Wer auf dem Weg geht-selbst Einfältige werden nicht irregehen. Kein Löwe wird dort sein, und kein reißendes Tier wird auf ihm hinaufgehen noch dort gefunden werden, sondern die Erlösten werden darauf gehen.

 

Und die Befreiten des Herrn werden zurückkehren und nach Zion kommen mit Jubel, und ewige Freude wird über ihrem Haupt sein. Sie werden Wonne und Freude erlangen, und Kummer und Seufzen werden entfliehen.’

 

Der Hauptlöwe, der während der dunklen Nacht der Sünde und des Todes auf der Erde gänzlich frei herum geht, war der Teufel selbst. Apostel Petrus bezieht sich auf ihn als "ein... Löwe, der sucht, wen er verschlingen kann.’ (1.Petr. 5:8)

 

Während des Millenniums wird der Satan für 1000 Jahre gebunden sein. (Offenbarung 20:2) Deshalb wird dieser alte Feind Gottes nicht in der Lage sein, sich einzumischen und die zu zerstreuen, die jenen Hochweg begehen, die auf ihrem Weg zurück zur Vollkommenheit und ewigem Leben sind.

 

Es steht symbolisch geschrieben, daß auf diesen Weg "kein hungriges Tier gelangen wird.’ Das bedeutet, daß riesige Konzerne, die aus selbstsüchtigen Gründen organisiert wurden, nicht länger geduldet werden. "Man wird nichts Böses tun noch verderblich handeln auf meinem ganzen heiligen Berg. Denn das Land wird voll von Erkenntnis des Herrn sein, wie von Wassern, die das Meer bedecken.’ Jes. 11:9; Jes. 62:10

 

Steine (Irrtümer, etc.) werden beiseite geräumt und das Banner der Wahrheit wird für das Volk erhoben. Jesaja schrieb: "Und die Erlösten des Herrn werden wiederkehren.’

 

Jesus gab sich selbst als ein Lösegeld für alle, sagt Paulus (1.Tim. 2:3-6). Das bedeutet, daß die ganze Menschheit vom Tode zurückkehren und über diesen Hochweg der Heiligung der Vollkommenheit entgegen laufen wird.

 

Sie werden mit Freude und Fröhlichkeit zurückkehren, weil es keine Sorgen und kein Klagen mehr geben wird. (Offenbarung 21:4) Alle Gründe für Verzweiflung und Klagen und besonders der Tod werden hinweggetan werden.

 

Über die Zeiten der Wiederherstellung schrieb Jesaja: "Sie werden Häuser bauen und bewohnen, und Weinberge pflanzen und ihre Frucht essen.

 

Wolf und Lamm werden zusammen weiden; und der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind; und die Schlange: Staub wird ihre Nahrung sein. Man wird nichts Böses und nichts Schlechtes tun auf meinem ganzen heiligen Berg, spricht der Herr.’ Jes. 65:21,25

 

Die Wiederherstellung wird dennoch mit den Juden beginnen. (Römer 12:7) "Der Herr aber wird die Zelte Judas zuerst retten...’ (Sacharja 12:7)

 

Im Jahre 70 n.Chr. wurden Jerusalem und die Nation Israel zerstört, und die Juden wurden unter die Nationen zerstreut. Die Bibel beinhaltet viele Prophezeiungen bezüglich der Rückkehr der Juden nach Palästina, was auch in den "Schriftstudien’ erwähnt wird.

 

Im Mai 1948 wurde das Volk Israel gebildet. Dies war für die Juden in aller Welt ein besonderes Datum. Und was stattfand, läßt die Segnungen erahnen, die bald während des Millenniums über das Volk Israel kommen werden.

 

Die Illustration des Feigenbaums in Matthäus 24:32 im Bezug auf Israel war angebracht. Israel hat seine Botschafter in vielen Ländern und umgekehrt. Israel ist keine unterdrückte Nation mehr. Es ist frei und respektiert.

 

Im Hesekiel Kapitel 37 finden wir eine Prophezeiung über die Wiederherstellung Israels in das verheißene Land. In dieser Prophezeiung wird die Nation Israel mit einem Tal verdorrter Gebeine verglichen. Diese Gebeine werden prophetisch gesehen, wie sie sich zusammen ziehen, wie sie mit Fleisch und Haut überzogen werden und den Geist des Lebens von Gott bekommen.

 

Die verschiedenen Nationen, in welchen Israel die vergangenen 2000 Jahre weilte, werden in dieser Prophezeiung mit offenen Grabstätten verglichen.

 

Heute haben über 2 Millionen Juden diese Grabstätten verlassen. Nur sehr wenige erkennen jedoch die Bedeutung dieser Sache.

 

Letztlich werden sie den Herrn kennen. Die Prophezeiung erklärt:

 

"Und ihr werdet erkennen, daß ich der Herr bin, wenn ich eure Gräber öffne und euch aus euren Gräbern heraufkommen lasse als mein Volk. Und ich gebe meinen Geist in euch, daß ihr lebt, und werde euch in euer Land setzen. Und ihr werdet erkennen, daß ich, der Herr, geredet und es getan habe, spricht der Herr.’ (Hesekiel 37:13,14)

 

Doch bevor Israel wieder den Geist des Herrn erhalten kann, müssen sie eine Periode von großen Ängsten und Drangsalen durchleben.

 

Hesekiel 38 behandelt diese Ereignisse, in denen Israel durch Armeen unter dem Kommando von Gog aus dem Land Magog angegriffen werden wird. In  Jer 30:7 lesen wir: "Wehe! Denn groß ist jener Tag, keiner ist wie er, und es ist eine Zeit der Bedrängnis für Jakob; doch wird er aus ihr gerettet werden.’

 

Durch die angeführten Verheißungen sind wir sicher, daß der Nahe Osten Zeuge einer großen Umwälung werden wird. Bruder Russell schrieb in Band 4 (Seite 554 engl. Ausgabe), daß dieses Ereignis im Land Palästina stattfinden wird.

 

Inmitten der Drangsal wird Gott einschreiten und Israel befreien, wie er es in der Vergangenheit tat. Wenn er für Israel kämpfen und Seuchen und Katastrophen gegen ihr Feinde einsetzen wird, dann wird Gottes macht wunderbar dargestellt werden.

 

"Dann werden sie den Namen des Herrn fürchten vom Sonnenuntergang an und vom Sonnenaufgang seine Herrlichkeit. Denn er wird kommen wie ein drängender Strom, den der Hauch des Herrn vorwärtstreibt. Und ein Erlöser wird kommen für Zion und für die, die in Jakob vom Treubruch umkehren, spricht der Herr.’ (Jesaja 59:19,20; Römer 11:25-32)

 

Dann wird Israel wie die übrigen Nationen lernen, das Königreich Gottes wertzuschätzen.

 

Diese Zerstörung der Feinde Israels (welche die Zeit der Drangsal und Angst beenden und das Königreich beginnen lassen wird) ist klar in Hesekiel 38:18-39 dargestellt.

 

Die alte Gesellschaftsordnung wird zerstört (Jes. 24:19,20), um die Erde zur Vorbereitung für die neuen Himmel und neue Erde zu reinigen.

 

Die Erde (die gegenwärtige soziale Struktur) wird "schwanken wie eine Nachthütte’ (Jes 24:19,20), um den Weg für "neue Himmel und eine neue Erde, worin Gerechtigkeit wohnt’ freizumachen. (2. Petrus 3:13; Jesaja 65:17)

 

Vor der Flut war die Erde mit Wasser umgeben. Gott benutzte es, um jene Welt zu zerstören. Heute findet etwas ähnliches statt.

 

In der Atmosphäre der Erde befinden sich Flugkörper und strategische Waffen, mit denen der Mensch den ganzen Planeten zerstören kann. Nachdem in Japan zwei Städte zerstört wurden, ist dies zu einer erschreckenden Möglichkeit geworden. 1945 sind wir ins Atomzeitalter eingetreten und dann 1957 in die Ära der Raumfahrt.

 

Dennoch wurden diese Erfindungen nur am Rande zu Gunsten der Menschheit angewandt. Sie werden mehr zum Herstellen von Waffen benutzt, um die Welt zu zerstören.

 

Wird es ein nuklearen Weltbrand geben? In Sacharja 14:12 lesen wird: "Und dies wird die Plage sein, mit der der Herr alle Völker plagen wird, die gegen Jerusalem in den Krieg gezogen sind: Er läßt jedem sein Fleisch verwesen, während er noch auf seinen Füßen steht, und seine Augen werden verwesen in ihren Höhlen, und seine Zunge wird in seinem Mund verwesen.’

 

In Buch Joel (2:3) lesen wir (manche Übersetzungen  Joe 3:3) "Und ich werde Wunderzeichen geben am Himmel und auf der Erde: Blut und Feuer und Rauchsäulen.’ Dies ist wie die Atomexplosion in Japan 1945, welche eine Rauchsäule verursachte.

 

Die einzigen, die heute wirklich wissen, was auf dieser Welt vor sich geht, sind die, die das biblische und prophetische Zeugnis durch Glauben angenommen haben. Für diese sind die Bibelprohezeiungen ein Lichtstrahl.

 

Sie wissen durch die Schrift, daß keine menschliche Regierung in der Lage ist, diese Welt von ihren Problemen zu befreien. Sie erkennen, daß nur Christus sie lösen kann, wenn die Erde den Herrn erkennen wird.

 

Wenn jemand sagt, daß das Heil durch eine religiöse Gruppe oder Sekte erworben werden kann, dann glaubt es nicht, weil Christus für alle gestorben ist und, dies ist wahrlich eine große Hoffnung.

 

Das Heil wird durch den Herrn auf die ganze Welt kommen, "von Meer zu Meer’, von Berg zu Berg, von Tal zu Tal. Das sind die Lehren der Heiligen Schrift, die wir nicht umgestalten oder weglassen können.

 

Dieser prophetische Tag ist herbeigekommen. Wir müssen die Bibel erforschen und die Früchte des Geistes, unsere Standhaftigkeit und brüderliche Liebe entwickeln. "Siehe, wie gut und wie lieblich ist es, wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen.’ { Ps 133:1}

 

Apostel Petrus sagt: "Darum, Brüder, befleißigt euch um so mehr, eure Berufung und Erwählung fest zu machen! Denn wenn ihr diese Dinge tut, werdet ihr niemals straucheln.’ (2. Petr. 1:10)

 

Laßt uns die Geschwister lieben, den Herrn lieben und in der Kraft des Heiligen Geistes verweilen.

 

Es war eine Freude, euch in diesem Teil der Welt wiederzusehen und sicherlich war es für mich ein wunderbares Vorrecht euch diese Gedanken zu vermitteln. Und ich hoffe, daß wir uns wieder treffen werden, um an der Sache des Herrn teilzuhaben. Möge Gott euch segnen.

 

Amen.

Bruder Kopcyk, Australien—Der Balsam von Gilead

 

Liebe Freunde, ich möchte euch für die Gelegenheit danken, einige Worte mit euch zu teilen.

 

Mein Akzent ist von Australien und ich bringe die Liebe und Grüße der Geschwister von der Melbourne Beröer Bibelstudien-Versammlung.

 

Die Leute von heute wenden ihre Aufmerksamkeit bei vielen Krankheiten wieder den guten, alten Natur- und Pflanzenheilmitteln zu.

 

Ich möchte euch in der Zeit zurückführen und den Balsam von Gilead untersuchen, der im Alten Testament erwähnt wird.

 

Das geschichtliche alte Wort: "Balsam von Gilead’, oder Mekkabalsam, beinhaltet einen kleinen immergrünen Strauch, der einst als Opobalsam von der Weihrauchgattung bezeichnet wurde.

 

Das Wort Balsam erscheint im Alten Testament sechsmal und das Wort Gilead neunundneunzigmal. Die Bezeichnung "Balsam von Gilead’ finden wir nur zweimal. Gilead war für seinen Balsam oder Duft berühmt. Heute beabsichtige ich den Namen Gilead und diesen ziemliche Neugierde erregenden Duft zu untersuchen, der von dort kommt.

 

Laßt uns zuerst ein wenig archäologisch und forstwirtschaftlich arbeiten, um zu sehen, warum der Balsam von Gilead in der antiken Welt so wichtig war. Dann werden wir einige der Schriftstellen anführen, die den Balsam erwähnen. Alle englischen Zitate stammen von der amerikanischen Standard Bibelversion. Gilead ist eine Bergregion östlich des Jordanflußes, die sich 915 Meter über den Meeresspiegel erhebt. Es ist 97 km vom nahen Südende des Sees Genezareth entfernt und erstreckt sich bis zum Nordende des Toten Meeres.

 

Gilead ist ungefähr 32 km breit, es wird im Süden von Moab durch des Jordanfluß begrenzt, im Norden durch den Yarmukfluß und im Osten durch die Wüste. Der Jabbokfluß teilt Gilead in zwei Teile, Nordgilead zwischen dem Jabbok- und dem Yarmukfluß und Südgilead zwischen dem Jabbok- und dem Arnonfluß. (Josua 12:2)

 

Die Bezeichnung Gilead wurde jedoch auf das ganze Gebiet des israelischen Transjordanien angewandt. (5. Mose 34:1) Nelsons illustriertes Bibel-Wörterbuch.

 

Die Haupthandelsroute in Transjordanien, die Straße der Könige, führte vom Golf von Akaba nach Damaskus und verlief durch das Gebiet von Gilead, welches wegen seiner Gewürze bekannt war, sowohl der Myrrhe als auch des Balsam.

 

Die Quelle des echten Balsam von Gilead ist ein Strauch mit rutenähnlich ausgebreiteten Zweigen, der drei- bis dreieinhalb Meter hoch wird. Die äußerliche Rinde ist von tiefbrauner Farbe. Die innere Rinde ist grün und sehr aromatisch, die Blätter sind schmal und weiß.

 

Die Blüten sind schmal und von rötlicher Farbe, die Samen einzelstehend gelb und auf der Seite gefurcht. Die Frucht ist rötlich grau und von der Größe einer kleinen Erbse mit einem annehmbaren und aromatischen Geschmack.

 

Der Strauch wächst aus Samen. Er ist kostbar und schwierig heranzuziehen.

 

Balsam wird in der Bibel und in den Werken von Galen als auch von Dioskorides erwähnt.

 

Josephus stellt fest, daß die Königin von Sheba Sträucher von Arabien als ein Geschenk für König Salomo nach Judea brachte.

 

Man glaubt, daß diese ursprünglich vom König Salomo in Judea und Jericho gepflanzt wurden, der die Sträucher unter anderen Geschenken von der Königin von Sheba Bekam.(könige 10:10)

 

Nachdem sie dort wegen ihres Saftes kultiviert worden waren, erlangten sie den populären Namen "Balsam von Gilead’.

 

Andere Historiker informieren uns auch darüber, daß die Sträucher zuerst in Judea gepflanzt wurden, und daß sie nur in des Königs Garten wuchsen.

 

Dies schloß zwei Gärten ein, in denen es erlaubt war den Balsamstrauch anzupflanzen.

 

Der Saft schwitzt während der Sommerhitze in harzigen Tropfen aus. Diesem Prozeß wird durch Einschnitzen der Rinde nachgeholfen.

 

Der Ertrag, den man an flüssigem Balsam von einem Strauch erzielt, beschränkt sich auf ungefähr drei Tropfen an einem Tag. Das Harz verhärtet sich zu kleinen Knötchen.

 

Nachdem das Öl getrennt war, bereitete man es unter großer Geheimhaltung zu und brachte es in die Vorratshäuser der Herrscher, wo es sorgfältig bewacht wurde. Die Menge des Öls, die erzielt wurde, betrug grob gerechnet ein Zehntel der Saftmenge.

 

Der "Balsam von Gilead’ war in der Antike eine lange Zeit für seine nahezu übernatürlichen Eigenschaften bei der Heilung von Wunden berühmt.

 

Er wurde gebraucht um Wunden zu reinigen, tiefe Wunden zu heilen, als Augensalbe, als ein Gegengift bei Giftschlangenbissen und bei dem Zusammenbruch von Kalziumansammlungen im Körper.

 

Tatsächlich wurde er in Israel bei der Heilung aller möglichen Arten von Krankheiten allgemein für nützlich gehalten.

 

Der liebliche Duft, den das Harz oder Gummi des Balsamstrauchs verbreitete wurde auch bei der Herstellung von Ölen und Parfümen eingesetzt.

 

Das Produkt wird auf arabisch Balsam genannt, daher bedeutet das hebräische Wort "Baal shemen’ wahrscheinlich "Herr’ oder "Oberhaupt des Öls’ und unser Wort Balsam.

 

Kürzliche Ausgrabungen einer antiken Stadt in dem Gebiet von Gilead haben die Überreste eines burgähnlichen Gebäudes freigelegt, das für die Herstellung von Balsamöl gebraucht wurde.

 

Balsam wird in der Antike als ein "kostbares, wohlriechendes und berauschendes Schmiermittel’ beschrieben.

 

Seine Fähigkeit Wunden zu heilen grenzte ans Wunderbare, und sein Duft kam in seinen Auswirkungen einem Aphrodisiakum gleich.

 

Tatsächlich war das Balsamöl von Gilead so kostbar, daß der siegreiche römische Eroberer, Titus, (70 n. Chr.), nachdem er das Gebiet von Gilead eingenommen hatte, in seinem Triumphzug durch Rom Zweige von Balsamsträuchern aus Gilead vorzeigte.

 

Der Balsam war außerordentlich wertvoll und wurde oft für den Tauschhandel benutzt.

 

Der Wert des Balsamöls für das Gemeinwesen in der alten Welt wurde durch eine kürzlich erfolgte Ausgrabung offenbar.

 

Dieses Öl war für den Handel Gileads so wertvoll, daß der Prozeß der Herstellung und Destillation als streng gehütetes Handelsgeheimnis bewahrt wurde.

 

Der Turm, wo es destilliert wurde, war so gut befestigt, daß der Ausgräber, der unmittelbar dort grub, ausrief: "Dieser Platz wurde gebaut wie Fort Knox.’

 

Die Dorfbewohner wurden durch Eidschwur zur Geheimhaltung verpflichtet.

 

Archäologen entdeckten eine Inschrift, in einen Mosaikfußboden einer örtlichen Dorfsynagoge mit folgendem Wortlaut: "Jeder, der das Geheimnis des Ortes den Nationen offenbart, derjenige, dessen Augen über die ganze Erde umherschweifen und sehen was verborgen ist, wird samt seinem Samen unter der Sonne vertilgt.’ (Biblische Archäologiezeitschrift September/Oktober 1996)

 

Es ist bemerkenswert, daß Josefs Brüder Joseph an eine Karawane von Ismaelitern zu verkaufen suchten, die auf dem Weg nach Ägypten war, und deren Kamele mit Gewürzen, Balsam und Myrrhe beladen waren, die sie in Gilead eingekauft hatten. (1. Mose 37:25)

 

Und so war der Gebrauch von dem Auszug von Pflanzenölen eine feststehende Industrie für tausende von Jahren, bevor unser Herr Jesus Christus auf der Erde wandelte.

 

Heute wird eine von dem Balsamstrauch abstammende Art in der südlichen arabischen Halbinsel und in Somalia kultiviert, und das Öl wird für den Gebrauch hergestellt.

 

Seine Anwendung ist die gleiche geblieben, denn jetzt, wie in biblischen Tagen, wird es hauptsächlich zur Förderung der Heilung eingesetzt. Der Balsam wird als ein Gegenmittel bei Schlangenbissen und Skorpionstichen benutzt.

 

Laßt uns jetzt unsere Aufmerksamkeit auf Jeremias Bezugnahme auf den Balsam von Gilead richten.

 

Wir stellen fest, daß der Prophet in  Jer 8:22 drei Fragen stellt: "Ist denn kein Balsam in Gilead oder kein Arzt dort? Ja, warum ist die Genesung der Tochter meines Volkes ausgeblieben?’

 

Jeremia war ein Prophet, der wegen des Volkes Israel zu Gott schrie. Sie hatten eine stolze Geschichte, und das Volk war schnell bereit anzunehmen, daß Gottes Segnungen in der Vergangenheit eine Garantie für Seine zukünftigen Segnungen wären, ohne Rücksicht auf ihr eigenes Handeln und ihre Hingabe.

 

Wir wissen, daß die drei Fragen von Jeremia nicht den physischen Zustand Israels betrafen, noch den natürlichen Balsam, der in dem Balsamstrauch von Gilead enthalten war.

 

Er bezog sich nicht auf die Ärzte jener Zeit, sondern auf Israels moralischen Zustand. Als das Volk sich von Gott abwandte, und als Trübsale kamen, schienen sie überrascht.

 

Als Krankheit und Bedrängnis kamen, bemerkten sie, daß sie an allen falschen Plätzen nach Erleichterung und an allen falschen Orten nach Heilung suchten.

 

Sie vertrauten ihren eigenen Methoden anstatt Gott. Das Ergebnis war eine kommende Zerstörung, Krankheit und Bedrängnis.

 

Angesichts dieser kommenden Verwüstung wird Jeremia von Sorgen und Niedergeschlagenheit überwältigt.

 

Er sieht die kommende Krankheit, die bevorstehenden schrecklichen Tage, und fleht zu Gott.

 

"Gibt es einen Balsam, um diese Krankheit zu heilen’, fragt Jeremia?

 

In seinen Tagen zählten Düfte und Balsame zusammen mit Salben zur Medizin. Düfte und Balsame waren aromatisch.

 

Sie wurden aus Harzen und Pflanzensubstanzen der Umgegend hergestellt und auf verschiedene Weise angewandt.

 

Wir können uns sowohl die schrecklichen Ausdünstungen vorstellen, die von erkranktem Fleisch erkrankter Körperteile in jenen Tagen ausgingen, als auch die mit der Arbeit verbundenen Ausdünstungen von Schweiß.

 

Düfte und Balsame wurden hergestellt, um die Gerüche zu neutralisieren, um sie zu überdecken.

 

So wurden Wunden und kranke Teile des Fleisches mit Balsam bestrichen, und schon bald zeigte sich eine Genesung.

 

Viele dieser Anwendungen wirkten sich günstig auf den Heilungsprozeß aus. Viele linderten sogar den Schmerz, weil sie vielleicht die Nerven irgendwie betäubten.

 

Sie waren von medizinischem Wert und wurden zu einem natürlichen Weg den Heilungsprozeß zu beschleunigen.

 

Wenn jemand erkrankte, wurde Balsam angewandt, um die Gerüche zu überdecken, die Schmerzen zu lindern und die Heilung zu fördern.

 

Der Balsam von Gilead war noch dort. Der Balsam, liebe Freunde, war das Wort Gottes. Es gab noch fähige Ärzte über des Herrn Wort in Israel. Es gab noch Propheten Gottes in Israel, die den heilenden Balsam geschickt angewandt hätten.

 

Diese Propheten würden die Krankheit der Nation behandelt haben.

 

Warum erholte sich dann Israel nicht? Israel erholte sich nicht, weil sie nicht auf die Worte jener wahren Ärzte hörten, die den notwendigen heilenden Balsam besaßen.

 

Die Nation als Ganzes war geistig krank. Seine moralische Gesundheit verschlechterte sich, und Gott wurde höchst ungehalten. Jeremia stellte die Frage nicht so, als ob er die Antwort nicht gekannt hätte. Er kannte die Antwort nur zu gut. Jeremia bat die Nation ernsthaft zu Gott zurückzukehren.

 

Für die Nation Israel wäre es nicht schwierig gewesen die Frage zu verstehen. Sie wußten, daß der Prophet eine bildliche Sprache anwandte.

 

Sie erkannten, daß er sich auf den Gott ihrer Väter bezog, den Gott von Abraham, Isaak und Jakob und den persönlichen Arzt der Nation.

 

In  Jer 2:13 wird über Israel geschrieben: "Denn zweifach Böses hat mein Volk begangen: Mich, die Quelle lebendigen Wassers, haben sie verlassen, um sich Zisternen auszuhauen, rissige Zisternen, die das Wasser nicht halten.’

 

Israel hat sich selbst nicht in Einklang mit jenen wahren Propheten oder Ärzten gebracht, die den Balsam von Gilead oder das Wort Gottes bereithalten. Dafür ernennt und horcht Israel auf die falsche Priesterschaft, die nicht länger das wahre Wort Gottes verbreitet, sondern welche rissige Zisternen geworden sind, die das Wasser nicht halten.

 

Dies wurde so, weil Israel sich nicht erholt hat.

 

In Hesekiel 22:28 lesen wir: Und seine Propheten streichen ihnen Tünche (darüber), indem sie Nichtiges schauen und ihnen Lügen wahrsagen und sprechen: So spricht der Herr, HERR! Und doch hat der HERR nicht geredet.’ Wie bedeutsam ist dieser Vers.

 

Anstatt des richtig gemischten, vollkommen ausgewogenen Balsams bestrichen diese falschen Propheten mit ungehärtetem Mörtel.

 

Sie gebrauchten nicht länger einen beruhigenden heilenden Balsam. Anstatt den wahren Balsam zu besitzen mit welchem geheilt werden konnte, strichen diese falschen Propheten ungehärteten Mörtel darüber, welcher die Wiederherstellung Israels unmöglich machte.

 

Weil sie die "Ärzte’ ablehnten, kam ein Gericht über Israel, und Gilead zusammen mit dem Berg Zion, dem heiligen Heiligtum, wurden den Römern gegeben.

 

Das fruchtbare Land wandelte sich zur Unfruchtbarkeit, und viele von dem Volk Israel wurden getötet.

 

Jehova, der einst gesagt hatte: "Mein ist Gilead...’,{ Ps 60:9} hatte nun diesem eine andere Geschichte zu berichten. Er sagt durch den Propheten Hosea in Kapitel 6, Vers 8: "Gilead ist eine Stadt von Übeltätern, voll Blutspuren.’ Sogar Gilead, die Stadt der Priester, ist verunreinigt.

 

Heute hören wir von falschen Lehren des Fegefeuers, ewiger Qual, Unsterblichkeit der Seele, die von vielen Kirchen gelehrt werden.

 

Alle diese falschen Lehren zerstören die Lehre der Auferstehung und des Lösegeldes. Sie lehren das Gegenteil, was die Schriften sagen.

 

Aber laßt uns zurückkommen und den Balsamstrauch ein wenig mehr im Detail untersuchen. Der Balsamstrauch von Gilead war in den Tagen des Altertums von großem medizinischen Wert.

 

Wir besitzen ein wundervolles Bild des Wortes Gottes in den Samen des Strauches, dem Holz und dem Strauch selbst. Der Balsamstrauch war ein schützender oder heilender Strauch. Seine vielen Medizinen und Chremen heilten zu jener Zeit Wunden auf wunderbare Weise.

 

Und, liebe Freunde, das Wort Gottes, wie es durch Jesus gelehrt wurde, und wie es in den Schriften dargelegt wird, ist das einzige Mittel der Errettung für die Kirche und für die Menschheit. Es gibt keinen anderen Weg.

 

Der Balsamstrauch bringt einen Samen hervor aus dem ein neuer Strauch entsteht. Dies könnte den Samen unserer Neuen Schöpfung bildlich darstellen, ein Same, der durch die Wirksamkeit des Heiligen Geistes in uns erzeugt wird.

 

Dies ist dem Samen des Balsamstrauches ähnlich, der, wenn er in den Boden gepflanzt wird keimt und eine neue Pflanze sprießen läßt. Was für ein wunderschönes Bild gibt es von unserer Zeugung durch den Heiligen Geist als Neue Schöpfung ab.

 

Der Same braucht lebengebende Flüssigkeit, Wasser.

 

Wenn wir das Wachstum des Strauches beobachten, so finden wir, daß er bis zu einem bestimmten Alter Blätter hervorbringt, und wenn er blüht beginnt ein weiteres Stadium des Wachstums.

 

Mit dem Öffnen der Blüten erfreut er das Auge, strömt einen angenehmen Duft aus, und wir erkennen als ein zukünftiges Resultat, daß er einige Früchte hervorbringen wird. So ist es mit den Christen, wenn er oder sie zu "blühen’ beginnen, so bemerken wir den Fortschritt.

 

Es freut uns dies zu sehen, und es ist ein süßer Duft für den Haushaltsvorstand, der einige Frucht erwartet.

 

Wenn der Strauch gut gewässert wird, wird er ein gesundes wie auch ein schnelles Wachstum zeigen. Er wird stark werden und imstande sein mehr zu produzieren.

 

Der Mangel an lebengebender Flüssigkeit wird krankes, verkümmertes Laub zum Ergebnis haben, und der Strauch wird allmählich vertrocknen oder ein kümmerliches Wachstum zeigen.

 

Es ist ähnlich mit dem Christen. Der Christ benötigt mit dem Wasser des Lebens, der Wahrheit, bewässert zu werden.

 

Der Strauch mag viel von der Bewässerung verlieren, wenn die Wurzeln nicht mit dem Wasser in Berührung kommen und es aufsaugen.

 

Alle Bewässerung mag umsonst sein, wenn die Wahrheit von dem Christen nicht aufgesaugt wird. Wo sie jedoch angenommen wird, erkennen wir die erfrischenden Ergebnisse.

 

Der Prophet sagt: "Gesegnet ist der Mann, der auf den HERRN vertraut und dessen Vertrauen der HERR ist!

 

Er wird sein wie ein Baum, der am Wasser gepflanzt ist und am Bach seine Wurzeln ausstreckt und sich nicht fürchtet, wenn die Hitze kommt.

 

Sein Laub ist grün, im Jahr der Dürre ist er unbekümmert, und er hört nicht auf, Frucht zu tragen.’ { Jer 17:7,8}

 

Es ist notwendig, daß Christen sich selbst nahe dem Lebensstrom planen, da die Nahrung dem Fluß so genügend nahe ist, wo die Früchte des Geistes wachsen.

 

Sie müssen aus dem Blattstadium wachsen und sich zu dem Blütenzustand entwickeln und Frucht tragen. Sie sollen in der Entwicklung zu dem Abbild und der Ähnlichkeit des großen Schöpfers heranreifen. Zeit und Wachstumsprozeß sind höchstwichtige Faktoren bei der christlichen Charakterbildung.

 

Uns wird gesagt, daß wir "umgestaltet werden durch die Erneuerung unseres Sinnes.’

 

Der Apostel schreibt ferner in 2. Korinther 5:17:132 "Daher, wenn jemand in Christus ist, so ist er eine neue Schöpfung: das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.’

 

Die Bezeichnung "Neue Schöpfung’ ist an sich von vielsagender Bedeutung.

 

Der Apostel sagt in Epheser 2:10: "Denn wir sind sein Gebilde, in Christus Jesus geschaffen zu guten Werken, die Gott vorher bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen.’

 

Und in Philipper 2:13 lesen wir: "Denn Gott ist es, der in euch wirkt sowohl das Wollen als auch das Wirken zu (seinem) Wohlgefallen.’

 

Da wir als Mitarbeiter mit Ihm zusammen sind, müssen wir Seine Kraft in uns offenbaren,

 

durch die wir all unsere schöpferische Arbeit vollbringen.

 

137 Wir können nicht aufhören das große Vorrecht wertzuschätzen, so durch die Erneuerung

 

unseres Sinnes zur Harmonie mit dem göttlichen Willen umgestaltet zu werden.

 

138 Es wird unsere vollkommene Gleichförmigkeit im Charakter und Natur mit unserem Herrn Jesus Christus beabsichtigt. Der Saft des Balsamstrauches könnte den durch Gottes Wort zirkulierenden Heiligen Geist bildlich darstellen.

 

Wie der Saft des Balsamstrauches von Gilead durch jenen Strauch zirkuliert, um ihm Leben und Vitalität zu geben, so zirkuliert in ähnlicher Weise der Heilige Geist durch das Wort Gottes. Er gibt dem Christen Leben und Vitalität und ist eine anspornende Kraft. Wie der Saft des Balsamstrauches den Samen jenes Strauches erzeugt oder zu formen verursacht, so macht es der Heilige Geist, der in unseren Gedanken und Herzen wirkt und den Samen der Neuen Schöpfung entwickelt, indem er sein Wohlergehen bewässert, beisteht, ernährt und fördert.

 

Uns wird gesagt, daß die Blätter des Balsamstrauches von Gilead weiß waren und dicht über dessen Zweige verteilt, indem sie den Strauch buchstäblich bedeckten und ihm ein sehr süßes Aussehen verliehen. Dies mag möglicherweise das bedeckende Kleid der Gerechtigkeit Christi und die Reinheit und Fleckenlosigkeit des Wortes Gottes bildlich darstellen.

 

In  Ps 12:7 lesen wir: "Die Worte des HERRN sind reine Worte-Silber, am Eingang zur Erde geläutert, siebenmal gereinigt. ‘Und in Sprüche 30:5: "Alle Rede Gottes ist geläutert. Ein Schild ist er denen, die bei ihm (ihre) Zuflucht suchen.’

 

Die Schriften geben uns zu verstehen, daß wir zu Beginn unserer christlichen Erfahrung bildlich mit einem weißen Kleid bekleidet sind.

 

Dieses weiße Kleid stellt die Rechtfertigung dar. Wir sind umsonst von allen Dingen gerechtfertigt. Es ist ein pfleckenloses Kleid. Es wird manchmal von diesem als dem Kleid der Gerechtigkeit Christi gesprochen, weil es durch Christus zu uns kommt.

 

Es ist nur durch Jesus zu erlangen. Er ist imstande seine Gerechtigkeit uns zuzuschreiben, um uns dieses zeitliche Kleid zu garantieren.

 

Der Herr hat angeordnet, daß zum Abschluß unserer Trübsal, am Ende unseres gegenwärtigen Lebens, alle Überwinder einen neuen Leib erhalten werden. Dieser neue Leib wird von wirklicher Reinheit sein.

 

Der Apostel sagt: "Denn in diesem freilich seufzen wir und sehnen uns danach, mit unserer Behausung aus dem Himmel überkleidet zu werden.’ 2. Korinther 5:2

 

Der Balsam von Gilead hat einen ziemlich scharfen, beißenden Geschmack. Er ist aber höchst förderlich für die Verdauung. Ähnlich verhält es sich mit dem Wort Gottes, das für den normalen Geschmack tatsächlich scharf und nicht angenehm ist.

 

Das Wort Gottes war den Juden eine Torheit und für die Nationen ein Stolperstein, aber für die Auserwählten der Juden und Nationen war es die Kraft Gottes zur Errettung.

 

Oft ist die Wahrheit anfänglich herb im Geschmack, aber danach wird sie immer so süß wie der süßeste Honig.

 

Es gibt eine Klasse, die geschmeckt und gesehen haben, daß der Herr gut ist, die in ergangenen Tagen die heilende Kraft und den Balsam von Gottes Wort erfahren haben, die aber aus verschiedenen Gründen wieder elend geworden sind, die jedoch jenen kostbaren Balsam erneut für ihre Gesundung anzuwenden ablehnen.

 

Sie sind gegenüber den Warnungen des Heiligen Geistes taub geworden. Sie sind in Gefahr den Herrn erneut zu kreuzigen und öffentlich in Schande zu bringen.

 

An solch eine Klasse ist durch den Propheten Jesaja eine ernste Warnung ergangen: "Wehe denen, die das Böse gut nennen und das Gute böse, die Finsternis zu Licht machen und Licht zu Finsternis, die Bitteres zu Süßem machen und Süßes zu Bitterem!’ (Jesaja 5:20)

 

Solch ein Lauf kann, wenn er weiterbesteht, nur ein schließliches Ende finden. Der Balsamstrauch von Gilead schwitzt oder scheidet eine Art von Gummi in der Form von Tränen aus. Dies könnte möglicherweise die Tränen der Trauer und des Mitgefühls, die Jesus vergoß, bildlich darstellen.

 

Wir sehen ihn, wie er über Jerusalem trauerte und weinte, und wir hören jene süßen Worte, die in Matthäus 23:37 wiedergegeben werden:

 

"Jerusalem, Jerusalem, die da tötet die Propheten und steinigt, die zu ihr gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken versammelt unter ihre Flügel, und ihr habt nicht gewollt!’

 

Und seht ihn an dem Grab des Lazarus, als er mit einem Herzen voller Mitleid für diese leidtragenden Geschwister von der Gefühlsregung des Kummers ergriffen wird, und er Tränen des Mitleids weint. Der kürzeste Text der Bibel, Johannes 11:35 stellt dies schriftlich dar, wo es heißt: "Jesus weinte.’

 

Der Balsamstrauch von Gilead wurde zuerst nur einem Land gewährt, dem Land Juda. Von dort wurde er zu anderen Ländern überführt, aber die Kaufleute von Judäa brachten ihn zuerst nach Israel.

 

Und so war es mit dem Balsam des Wortes Gottes. Es wurde zuerst Israel gegeben. Wir lesen in  Ps 147:19,20:

 

"Er verkündete Jakob sein Wort, Israel seine Ordnungen und seine Rechtsbestimmungen. So handelte er an keiner Nation, und die Rechtsbestimmungen, die haben sie nicht gekannt. Halleluja!’

 

Dies unterscheidet sie von allen anderen Nationen der Erde und gibt ihnen besonderen Anlaß zur Dankbarkeit.

 

Unser Herr Jesus befahl seinen Jüngern ausdrücklich nicht zu den Nationen zu gehen, noch zu irgendeiner Stadt der Samariter, sondern nur zu den verlorenen Schafen vom Hause Israel.

 

Die erste günstige Gelegenheit für eine Teilnahme am Königreich, die erste Chance für den Hohen- und Heiligen Ruf, wurde dem jüdischen Volk gewährt. Römer 2:10 zeigt dies gut: "Herrlichkeit aber und Ehre und Frieden jedem, der das Gute wirkt, sowohl dem Juden zuerst als auch dem Griechen.’

 

Als eine Nation versäumten sie es diese besondere, einmal im Leben gegebene Gelegenheit, zu ergreifen. Aber als die Zeit für den geistigen Balsam kam zu anderen Nationen und anderen Völkern zu gehen, waren es die jüdischen "geistigen Kaufleute’, die Apostel, die ihnen denselben brachten. Apostelgeschichte 13:46 sagt: "Paulus aber und Barnabas sprachen freimütig: Zu euch mußte notwendig das Wort Gottes zuerst geredet werden; weil ihr es aber von euch stoßt und euch selber des ewigen Lebens nicht für würdig haltet, siehe, so wenden wir uns zu den Nationen.’

 

Historiker informieren uns darüber, daß, als der Balsamstrauch zuerst in Judäa wuchs, er nur in des Königs Garten wachsen durfte.

 

Untertanen des Königs hatten zu ihrem Gebrauch und bei Krankheiten vollen Zugang zu dem Balsam, aber sie durften den Ertrag des Balsamstrauchs nicht kontrollieren. Das Gleiche kann von dem geistigen Balsam gesagt werden, dem Wort Gottes. Er kam nicht ursprünglich vom Menschen, er selbst kam vom Himmel. Er wurde dem Menschen zuerst von Gott durch die Propheten gegeben, dann durch unseren Herrn Jesus, und später durch die Apostel.

 

Wie schon bemerkt, durfte der Balsamstrauch nur in des Königs Garten wachsen, der aus zwei Teilen, oder zwei Obstgärten, bestand. Einer dieser zwei Obstgärten war größer, viel großartiger und feiner als der andere. Was für ein schönes Bild wird hier von dem bald kommenden Tag vermittelt, wenn zwei Phasen des Königreichs wirksam sind.

 

Der Auferstehungstag ist die Zeit, wenn die lang geplante Vollendung der Kirche, des Leibes Christi, stattfinden wird. Die Auferstehung hat sowohl einen geistigen Bestandteil für die Kirche, als auch einen natürlichen Bestandteil für den Rest der Menschheit.

 

Auf diese wird durch Johannes hingewiesen als (1) eine Auferstehung zum Leben für die Überwinder des Evangeliumzeitalters, und (2) eine Auferstehung zum Gericht für die übrige Menschheit.

 

Das letzte Gericht zum Leben für die Menschheit im allgemeinen wird das Ende ihrer Trübsalszeit bringen. Denjenigen aber, die in der Auferstehung zum Leben beschrieben sind wird als der "Ersten Auferstehung’ versichert:

 

"Glückselig und heilig, wer teilhat an der ersten Auferstehung! Über diese hat der zweite Tod keine Macht, sondern sie werden Priester Gottes und des Christus sein und mit ihm herrschen die tausend Jahre.’ (Offenbarung 20:6)

 

Ihnen gebührt der Lohn der Unsterblichkeit, der göttlichen Natur. Wie der Apostel Paulus feststellt: "Um ihn und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden zu erkennen, indem ich seinem Tod gleichgestaltet werde.’ (Philipper 3:10)

 

Die geistige Auferstehung ist der Zugang zu einem von Angesicht zu Angesicht Verhältnis mit dem Vater und dem Bräutigam. Wenn unsere Herzen sich nach jener Erfahrung sehnen, dann müssen wir die Unreinigkeiten des Herzens ausbrennen, wie Johannes sagt:: "Geliebte, jetzt sind wir Kinder Gottes, und es ist noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden; wir wissen, daß wir, wenn es offenbar werden wird, ihm gleich sein werden, denn wir werden ihn sehen, wie er ist. Und jeder, der diese Hoffnung auf ihn hat, reinigt sich selbst, wie er rein ist.’ (Johannes 3:2,3)

 

Die himmlische Phase des Königreichs wird großartig und eindrucksvoll sein, jenseits der Dimensionen unseres Verständnis. Es wird die beträchtlichere und /oder größere Phase des Königreichs sein.

 

Die geringere oder irdische Phase jenes Königreichs wird auch herrlich sein. Von beiden Phasen wird der heilende Balsam von dem ausgewogenen, gleichmütigen Wort Gottes ausgehen. Jesaja, der von jener Zeit spricht, sagt: "Und die mit irrendem Geist werden Einsicht kennen, und Murrende werden Belehrung annehmen.’ (Jesaja 29:24)

 

Hier sehen wir einen kommenden Tag, wenn der Geist der Liebe und der Wahrheit der Bibel Hand in Hand gehen werden. Es wird ein richtig gemischtes und vollkommen ausgewogenes Evangelium sein, nicht "ungehärteter Mörtel’.

 

Es wurde über den Balsam von Gilead geschrieben, daß er für das Abbrechen oder Auflösen von Steinen oder Kalziumbildungen im Körper empfohlen wurde. Dies könnte den geistigen Balsam von Gottes Wort bildlich darstellen und seine Macht, die härteste Entstehung von allen, das steinerne Herz abzubrechen und aufzulösen.

 

Jeremia 23:29 sagt: "Ist mein Wort nicht brennend wie Feuer, spricht der HERR, und wie ein Hammer, der Felsen zerschmettert?’ Wiederum lesen wir in Hesekiel 36:21-30, was an die Nation Israel gerichtet ist, daß Gott Seinen Namen unter den Nationen heiligen wird. Frei wiedergegeben sagen diese Verse: Die Nationen werden erkennen, daß ich der HERR bin, spricht der Herr, HERR, wenn ich euch aus den Nationen holen und euch in euer eigenes Land bringen werde. Dann werde ich dich waschen mit der Wahrheit über den Messias und den Weg zum ewigen Leben und Freude in Ewigkeit.

 

In Hesekiel 36:26 lesen wir: "Und ich werde euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Inneres geben; und ich werde das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben.’

 

Wie trostreich sind die Worte für die Nation Israel: "Ich werde euch ein neues Herz geben...Und ich werde meinen Geist in euer Inneres geben; und ich werde machen, daß ihr in meinen Ordnungen lebt und meine Rechtsbestimmungen bewahrt und tut. Und ihr werdet in dem Land wohnen, das ich euren Vätern gegeben habe, und ihr werdet mir zum Volk, und ich, ich werde euch zum Gott sein.’

 

Was für eine wundervolle Verheißung wird der Nation Israel gegeben!

 

Heute sucht eine bedrängte Welt nach heilendem Balsam. Jede ihrer Erfindungen unserer Welt Frieden zu bringen schlägt fehl und verfehlt Heilung für die Krankheit des Volkes der Erde zu bringen.

 

So viele der Führungspersönlichkeiten der Erde suchen nach dem Balsam, aber sie verwerfen es in Gilead danach zu suchen. Die Führer der Nationen verwerfen den einzigen Arzt, der all ihre Probleme und Krankheiten heilen kann. Wir haben auf unserem Globus über die Jahre Faschismus, Kommunismus und andere -ismen gehabt.

 

Die Vereinten Nationen und die NATO werden durch eine verzweifelnde, sterbende Welt versucht, aber sie scheitern ihr Heilung zu bringen.

 

Ihre Lösungen sind nur zeitlich, und sie bringen für diese Welt mehr Probleme durch ihrer sogenannten Versuche Frieden zu stiften.

 

Die kürzliche Kosovokrise ist ein Beispiel dafür. Die Menschheit kann nicht und wird nicht Frieden in diese unsere Welt bringen. Mit all unserer modernen Medizin, mit all unseren modernen medizinischen Hilfsmitteln, -von denen einige über 100 Jahre zurückreichen mögen, -müssen wir alle doch schließlich sterben.

 

Diese Welt wird letztlich auf ausrangierte Dämme zerborstener "Zisternen’ starren. Wie Israel nach dem Fleisch tat, so werden die Nationen dieser gegenwärtigen bösen Welt Zisternen aufhäufen, zerbrochene Zisternen, die kein Wasser halten können.

 

Bald, liebe Freunde, wird der Große Arzt erkannt werden, der den Weg zum heilenden Balsam denen zeigt, die befreit worden sind von der belagerten Stadt.

 

Er wird von denen, die von der Macht des Satan befreit worden sind, als derjenige gesehen werden, der zum buchstäblichen Gilead weist, dem Gilead von alters her, denn das Wort des Herrn wird aus der Nation Israel hervorgehen, der heilende Balsam für jeden Kranken.  Jer 30:17 spricht von der Verheißung, daß Gott die Nation Israel wiederherstellen wird:

 

"Denn ich will dir Genesung bringen und dich von deinen Wunden heilen, spricht der HERR, weil man dich eine Verstoßene nennt: << Das Zion, nach dem niemand fragt!>>

 

Hosea 6:1 verheißt die Heilung Israels: "Kommt und laßt uns zum HERRN umkehren! Denn er hat zerrissen, er wird uns auch heilen; er hat geschlagen, er wird uns auch verbinden.’

 

Jesaja 2:2,3 sagt: "Und es wird geschehen am Ende der Tage, da wird der Berg des Hauses des HERRN feststehen als Haupt der Berge und erhaben sein über die Hügel; und alle Nationen werden zu ihm strömen. Und viele Völker werden hingehen und sagen: Kommt, laßt uns hinaufziehen zum Berg des HERRN, zum Haus des Gottes Jakobs, daß er uns aufgrund seiner Wege belehre und wir auf seinen Pfaden gehen!

 

Denn von Zion (der himmlischen Phase des Königreichs) wird Weisung ausgehen und das Wort des HERRN von Jerusalem’ (der irdischen Phase des Königreichs), wo die auferstandenen "Alten Glaubenshelden’ die "Fürsten auf der ganzen Erde’ sein werden.

 

Der geistige Same wird den irdischen Samen unterweisen und unterstützen. Was für eine strenge und unwiderstehliche Herrschaft wird dann aufgerichtet sein!

 

Das Königreich Gottes, das Königreich der Himmel, worüber der Meister uns beten lehrte, ist noch nicht gekommen. Die göttliche Verheißung versichert uns, daß es kommen wird.

 

Das Messianische Königreich, das in diesen Versen beschrieben wird, ist die Hoffnung für die Menschen. Der "Berg des Hauses Gottes’ zeigt das Königreich des Hauses Gottes an, seine Kirche. Es wird in der Höhe aufgerichtet werden oder über den Königreichen der Welt. Es wird erhöht sein unter den Nationen, und alle werden dorthin fliehen. Es wird eine Anziehungskraft für alle Völker besitzen. Es wird sie dazu führen aufwärts zu schreiten. Die Anziehungskraft wird für die Menschheit in den Segnungen der Gesundung und der Wiederherstellung bestehen.

 

Das Königreich wird darauf vorbereitet sein alle Völker zu begrüßen, die in Harmonie mit seinen Forderungen kommen werden. (Apostelgeschichte 3:19-23)

 

In den letzten Tagen dieses Evangelium-Zeitalters wird in dem göttlichen Plan der Zeitalter die Zeit kommen, das Königreich des Messias aufzurichten, unter dem alle Generationen der Erde durch den verheißenen Samen Abrahams gesegnet werden sollen.

 

Dieser Same wird aus dem Messias, Jesus Christus, und seiner Braut, der Kirche, bestehen, die in der Aufrichtungsnatur und der Herrlichkeit geistige Wesen sein werden, obgleich unsichtbar für die Menschheit.

 

Durch diesen Samen werden alle Völker gesegnet werden. Alle Nationen, Völker, Familien und Zungen sollen allmählich zu einer Wertschätzung des göttlichen Planes zurückgekauft werden.

 

Sie sollen alle mit Wiederherstellungsprivilegien, Gelegenheiten und Erleuchtung gesegnet werden.

 

"In jener Zeit wird man Jerusalem den Thron des HERRN nennen, und alle Nationen werden sich zu ihr versammeln wegen des Namens des HERRN in Jerusalem.

 

Und sie werden nicht mehr der Verstocktheit ihres bösen Herzens folgen.’ { Jer 3:17}

 

Von einem anderen Standpunkt aus mögen wir uns manchmal wundern, daß es solche unter des Herrn Volk gibt, die unaufhörlich zu Jeremias Frage Anlaß finden: "Gibt es keinen Balsam in Gilead?’

 

Möglicherweise mag diese Frage von einem einsamen Herzen kommen, oder von einem, der nach Wahrheit und Gerechtigkeit sucht.

 

Ist jemals irgend jemand der auf der Suche nach dem wahren Balsam von Gilead zu uns gekommen ist, ohne ihn zu bekommen weggegangen? Dies ist eine Frage, über die ein jeder von uns ernstlich nachdenken sollte.

 

Kommt fernerhin einem jeden von uns in solchen Momenten diese Frage der Selbstprüfung? Laßt uns unsere Herzen und Sinne prüfen!

 

Ist der Balsam von Gilead dort zu finden? Regiert der wahre und große Arzt in unseren Herzen?

 

Laßt uns die uns gegebenen geistigen Segnungen festhalten, indem wir uns immer daran erinnern, daß wir nicht mit Fleisch und Blut ringen, denn unser großer Widersacher lauert dem geistigen Israel dieser Zeit auf wie niemals zuvor.

 

Wenn unsere Wachsamkeit nachläßt, so wird er sicher sein einige verwundbare Schwachstellen bei uns zu finden.

 

Ich wünsche einem jeden von euch wie auch mir selbst, daß wir am Ende unseres irdischen Laufs die höchst wunderbaren Worte hören mögen: Wohlgetan, du guter und treuer Knecht...gehe ein in die Freude deines Herrn.

 

Möge der Herr uns alle in dieser Mission segnen!

 

Amen

Wolodymir Krajeckij, Ukraine—Die Laodizea-Periode

 

Geliebte Brüder und Schwestern in unserem Herrn Jesus! Wir heißen euch willkommen mit den Worten Jesu: Friede sei mit euch. Wir sind Gott dankbar für die brüderliche Gemeinschaft, die Freude, den geistigen Ruheort und für das, was ihr, Geschwister, getan habt, so daß wir hier zusammen sein können.

 

Laßt uns jetzt unsere Aufmerksamkeit auf die Laodizea-Periode richten. (Offenb. 3:11-22)

 

Der siebte Brief Christi ist an die Kirche von Laodizea gerichtet, die während der zweiten Gegenwart unseres Herrn im Jahre 1874 begann. Der Herr stellte sich dieser Kirche selbst als der "Amen", der "treue und wahrhaftige Zeuge", der "Anfang der Schöpfung Gottes" vor.

 

Amen bedeutet wahrhaftig. Aus dem Munde unseres Herrn hat dieses Wort die Rolle eines Gelöbnisses, einer Bestätigung von dem, was zu der Kirche von Laodizea geschrieben und gesagt würde. Diese Worte sind bitter, streng und imstande das Gewissen des zaudernden Volkes zu bewegen, das stolz und selbstsüchtig ist. Der Herr spricht von sich selbst als dem treuen und wahrhaftigen Zeugen. Alle Wahrheit, die der Kirche während

 

der Zeit der Ernte gegeben wurde, verdient die höchste Wertschätzung, weil sie strikt unter der Kontrolle des Einen ist, der starb und sich treu gegenüber dem gegebenen Versprechen erwies: "Und wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite, so komme ich wieder..." (Johannes 14:3)

 

Der letzte Ausdruck, "der Anfang der Schöpfung Gottes", hat eine besondere Bedeutung, weil es zu der Kirche von Laodizea zu einer Zeit allgemeiner Zweifelsucht, des Mangels an Glauben und des Evolutionismus gesagt wurde. Wir leben in einer wundervollen Zeit, in der viele Ideen entwickelt worden sind. Trotzdem bemerken wir eine völlige Ignoranz von Ideen in Form von Spiritismus, Hypnose und verschiedenen Täuschungen durch Dämonen u.s.w.

 

Allgemein gesprochen offenbart der Herr sich selbst und seinen Charakter dieser Kirche und zeigt der Kirche von Laodizea ihr Zukurzkommen. Wer die Schriftstudien kennt, weiß, daß der fünfte Band sich auf unseren Erlöser konzentriert. Er erklärt und prüft auf der Grundlage des Wortes Gottes seine vormenschliche Existenz, seine Einstellung gegenüber Gott, dem Vater, sein Lösegeldwerk, das gegeben wurde, als er Mensch wurde, so daß er durch die Gnade Gottes für jeden den Tod schmeckte. (Hebräer 2:9) Er zeigt auch unseres Erlösers gegenwärtigen Stand, nachdem ihn Gott hoch erhoben und ihm einen Namen verliehen, der über jeden Namen ist. (Philipper 2:9)

 

Dieser Herr ist nur bei seinen treuen Nachfolgern bekannt, die sich der gegenwärtigen Wahrheit erfreuen. Die übrigen, die sich selbst Christen nennen, kennen den Herrn nicht. Die Gegenwart unseres Herrn gibt dem Volk des Herrn während der Laodizea-Periode alle Möglichkeiten viele Segnungen und des Herrn Wertschätzung zu erlangen. Bis jetzt zeigt die Botschaft an die Kirche etwas völlig anderes. Der Name Laodizea besteht aus zwei griechischen Worten: "laos"bedeutet das Volk, und "dike" bedeutet Gesetz, Richten, Gerechtigkeit, Bestrafung und Zurückerstattung. Daher bedeutet Laodizea "Gesetz für das Volk", "Richten der Nation" und sowohl des Volkes Überlieferung als auch ihre Bestrafung. Dies ist eine Zeit, in der das Volk für sich selbst Gerechtigkeit, Gericht erwirkt und Bestrafung durchführt, aber sie sind auch gerecht gerichtet und bestraft.

 

Nebenbei ist es eine Zeit des Gerichts, die von unserem Herrn in seinem Brief an die Kirche von Philadelphia prophezeit wird: "Darum werde auch ich dich bewahren vor der Stunde der Versuchung, die über den ganzen Erdkreis kommen wird." (Offenbarung 3:10)

 

So haben wir eine Prophezeiung, daß diese Stunde über die ganze Welt kommen wird, einschließlich die Kirche. Ein Schluß kann gezogen werden, daß auf der Erde und in der Luft es etwas gibt, (die sogenannten dämonischen Mächte), die einen jeden erreichen werden. Wir können sehen, daß allmählich mehr Versuchungen kommen aus verschiedenen Richtungen. Jeder wünscht mehr für sich zu erlangen, für Ehre zu kämpfen, Privilegien und Stellungen, u.s.w. Die Christenheit, die allmählich Prüfungen bekommt, wird in dem zweiten Brief des Paulus an Timotheus 3:1-5 gezeigt.

 

Der Apostel beschreibt einige Einzelheiten dieser Stunde der Versuchung auf die bei verschiedenen Gelegenheiten bezug genommen wird, als eine Zeit großer Drangsal, die über die ganze Erde kommt. Von den prophetischen Beschreibungen lernen wir, daß die Essenz dieser Trübsal Selbstsucht ist. Die heiligen Schriften sprechen von einer kommenden Stunde der Prüfung für alle. Wir sind uns bewußt, daß diese Stunde schon begonnen hat. Für weltliche Leute bedeutet sie Mißvergnügen, Kummer, böses Gericht, Haß, Streit, Raub, Mord, u.s.w. Es ist dieser Geist, von dem die Zerstörung der ganzen Gesellschaft droht.

 

Laßt uns die Welt beiseite lassen und unsere Aufmerksamkeit auf die Stellung richten, in der des Herrn Volk steht. Laßt uns nicht vergessen, daß diese Stunde der Prüfung in einem bestimmten Sinn von uns, der Kirche, beginnen soll. Es ist Gott, der dies erlaubt. Der Schöpfer will uns ein klares Verständnis der Möglichkeit der Selbsterneuerung des Charakters geben, das Verständnis Seines herrlichen Planes und der gegenwärtigen Wahrheit. Er will uns die Möglichkeit geben über die hohe Berufung zu einer göttlichen Natur zu lernen.

 

Wir haben Seine Einladung erhalten und sind von Seinem heiligen Geist gezeugt worden. Wir sind in die Schule Christi eingetreten, und wir lernen etwas über unseren Charakter, der in uns poliert werden muß, wenn wir es erreichen sollen, unter den Gliedern der "Braut Christi" zu sein. Wir gehen jetzt durch eine Erprobung, eine besondere Prüfung. Diejenigen, die aus ihr erfolgreich hervorgehen werden gelobt werden und werden beweisen, daß sie trotz Schwäche, Unvollkommenheiten des Fleisches und ererbter schlechter Gewohnheiten imstande sind in ihren Gedanken und Herzen einen Charakter zu erreichen, der unserem Herrn gleicht.

 

Obwohl der Herr seine Treuen der Laodizea-Periode nicht vor der Drangsal bewahren will, können wir sicher sein, daß diejenigen, die an seinem Wort des Ausharrens festhalten werden, die Kraft gegeben wird sich selbst zu verteidigen, wie es verheißen ist: "Siehe, ich stehe an der Tür und klopfe an, wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, zu dem werde ich hineingehen und mit ihm essen, und er mit mir." (Offenbarung 3:20)

 

Dies ist ein besonderer Lohn für jene, die ihr Rennen zur schicklichen Zeit laufen. Obwohl es nicht unser Vorrecht ist, der Stunde der Prüfung aus dem Wege zu gehen, ist es unser Vorrecht größere Segnungen zu haben, die mit der Gegenwart des Herrn verbunden sind.

 

Wir können in der Gemeinschaft mit ihm große Freude finden, in Lektionen und geistiger Speise zur rechten Zeit, die in einem größeren Maß vorgesehen ist, als zu irgendeiner der vorhergehenden Zeitperioden. Wir sollten wissen, daß diesen großen Segnungen ernste Trübsale und Versuchungen entgegenstehen, die zur ganzen Welt kommen. Geduld und Ausharren waren immer notwendig, und sind es jetzt mehr als je zuvor.

 

Diejenigen, die das Rennen laufen, haben Geduld, weil sie imstande sind in dieser bösen Welt auszuharren. Andere konnten es nicht, weil entsprechend den Worten des Apostel Paulus "das Werk eines jeden offenbar werden wird, denn der Tag wird es klarmachen, weil er in Feuer offenbart wird. Und wie das Werk eines jeden beschaffen ist, das wird das Feuer erweisen." (1. Korinther 3:13)

 

Wir werden durch einen weiteren Gedanken zur Laodizea-Periode geführt: "Glückselig die Trauernden, denn sie werden getröstet werden." (Matthäus 5:4) Unsere Herzen sind bekümmert über diejenigen, die durch schwere Trübsale gehen, die nicht bemerken, daß sie durch Ehrgeiz, berufliche Interessen, weltliche Reichtümer und die Sorgen des Lebens versklavt sind, anstatt zur Wahrheit gezogen zu werden. Jahr für Jahr werden sie kälter und mehr distanziert. Diese feurigen Trübsale sollten uns üben, zu prüfen wer seine Treuen sind.

 

Laßt uns bestimmte Gedanken ins Gedächtnis zurückrufen über den "Engel" der Laodizea- Kirche, Bruder Russell, ein treues Werkzeug Gottes, der alte Lehren und Ermahnungen vorlegte, die der Herr seinem Volk nach seiner zweiten Gegenwart gegeben hat. Trotz seiner Hilfe durch die heiligen Schriften befand sich die Kirche von Laodizea in einem beklagenswerten Zustand.

 

Laßt uns zu den wichtigen Worten zurückkehren, die den Kirchen gegeben wurden, und besonders der Kirche von Laodizea, in den Versen 15, 16 und 17. Diese Worte sind nicht auf die nominelle Christenheit anzuwenden, sondern auf die geweihte Klasse, die ihren Opferbund mit dem Herrn macht. Laßt uns momentan erwägen, welche der Ermahnungen des Herrn auf uns anzuwenden sein mögen, und wie sie durch den treuen Knecht erklärt werden.

 

Laßt uns aufzählen:

 

1. Oft machen wir keinen Gebrauch von dem Rat, der Gnade und den    Lehren unseres gegenwärtigen Herrn.

 

2. Oft werden wir lauwarm im Dienst des Herrn anstatt heiß, und    kalt in den irdischen Dingen. Lauwarmheit verursacht bei uns, daß    wir aus dem Mund des Herrn ausgespieen werden.

 

3. Oftmals verneinen wir Selbstaufopferung, suchen nach    selbstsüchtigen Dingen, die wir schon geopfert haben.

 

4. Oftmals zeigen wir bei unseren Trübsalen in unserem Umfeld    einen Mangel an Geduld und Glauben.

 

5. Oftmals zeigen wir Stolz in der Wahrheit, daß wir noch nicht    gewachsen sind, es zu wissen, und in welchem wir nicht gehorsam    sind.

 

6. Oftmals sind wir arm, ermangeln Erkenntnis und seinen Geist.

 

7. Oftmals sind wir lauwarm, kurzsichtig, wir sehen nicht in    welcher Zeit wir leben. (1. Thessalonicher 5:4,8)

 

8. Oftmals sind wir nackt und ermangeln geistiger Waffen, wir sind    den feurigen Pfeilen unseres Feindes, Satan, ausgesetzt.

 

Der Herr sagt zu denen, die sich bemühen aus ihren eigenen Schwachheiten und Nachlässigkeiten zu lernen: "sei eifrig und bereue". Eifer, inneres Feuer, inspiriert zum Predigen der Wahrheit, anderen zu dienen, zum vollständigen Opfer für den Herrn, die Wahrheit und die Geschwister. Opposition verursacht größeren Eifer. Reue ist die Rückkehr zu einer verlorenen Gnade.

 

Wenn wir zur rechten Zeit bereuen, bevor wir versiegelt sind, wird unser Stolpern vergeben werden. Wir werden zu Gottes Gnade zurückgebracht werden, und wir können wieder mit Sorgfalt und Beharrlichkeit bis zum Ende laufen. (siehe Manna vom 23. Juni)

 

Wenn unsere Anstrengung nicht verzögert wird, wird der Herr uns nicht verwerfen, sondern uns in unserem Ringen unterstützen. Laßt uns arbeiten, während es noch Tag ist. Laßt uns Erkenntnis erwerben, weil wir dank dessen im Glauben auferbaut werden. Wir bekommen Gottes Waffenrüstung, um in der bevorstehenden Nacht zu widerstehen. ( Ps 119:8; Epheser 6:11,12 Ho 6:6; Römer 15:14; 1. Korinther 1:4-8)

 

"Ich rate dir, von mir im Feuer geläutertes Gold zu kaufen, damit du reich wirst; und weiße Kleider, damit du bekleidet wirst und die Schande deiner Blöße nicht offenbar werde; und Augensalbe, deine Augen zu salben, damit du siehst."

 

Wenn wir wünschen Gold (zu dem Preis der Selbstverleugnung) zu kaufen, himmlische Schätze, die göttliche Natur, und den genauen Charakter, der unserem Herrn ähnlich ist, so sollten wir zuerst durch feurige Trübsale gehen.

 

Unsere Unvollkommenheiten, unsere Sünden, müssen mit dem weißen Kleid der Gerechtigkeit Christi bedeckt werden, weil jede Abweichung von der Reinheit des Herzens Flecken auf dem Kleid hinterläßt. Wir können nur durch Rechtfertigung Gemeinschaft mit unserem himmlischen Vater haben.

 

Es ist auch wichtig, daß wir unsere Augen mit Augensalbe der Demut, des Opfers und der Unterwerfung unter den Willen Gottes salben. Im dritten Band lesen wir: "Nur diejenigen, die Öl in ihren Lampen (in sich selbst ein vollkommenes Opfer) haben können Licht haben und erkennen: Ich stehe an der Tür und klopfe an; wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, zu dem werde ich hineingehen und mit ihm essen, und er mit mir."

 

Der Herr hat seit 1874 an der Tür von Laodizea gestanden. Einer der Beweise, der diese biblischen Worte bestätigt, ist das Verständnis der Lehren, die in der Offenbarung enthalten sind: "Wenn irgend jemand meine Stimme hört". Ist diese Stimme undeutlich und schwierig zu hören, die Stimme, in welcher diese wichtigen Worte gesprochen wurden? Im Radio hören wir auch verschiedene Stimmen auf verschiedenen Frequenzen. Es hängt davon ab, wie wir unser Radio einstellen. Ähnlich verhält es sich mit der Wahrheit. Man hört und versteht die Wahrheit nur, wenn man einen Sinn und ein Herz hat, das darauf eingestellt ist auf die Worte Gottes zu warten. Die Stimme des Herrn drängt sich nicht auf, sie ist ruhig und unpopulär. Die Zeit wird kommen, daß der Herr wie ein Löwe brüllen wird, und jeder ihn hören wird und vor des Herrn Zorn erzittern wird. Laßt uns versuchen empfindsame Herzen und Gewissen zu haben, um das leiseste Flüstern unseres himmlischen Bräutigams zu hören.

 

Warum wird das Fest, das man Abendmahl nennt, vorbereitet? Die Wahrheit, die seit dem Anbruch der Gegenwart des Herrn gesandt wurde, ist die Speise für den Abend des Tages des Evangelium-Zeitalters. Die gegenwärtigen Lehren über Zeiten, die wir hier vor Vollendung der Kirche bekommen, wenn die Nacht einbricht, ist ein Abendmahl im Verhältnis zu der ganzen Periode von Laodizea. Der gleiche Gedanke kann in den Worten des Apostel Jakobus (5:7)gefunden werden, wo er über Frühregen und Spätregen spricht, die der Herr zu Beginn seiner Gegenwart und dem Ende des Weges der Kirche senden wird.

 

Der Herr sagte: "Und ich werde mit ihm essen und er mit mir." Welche Speise können wir dem Herrn servieren? Er kommt uns näher durch seine Barmherzigkeit und Wahrheit ohne zu imponieren, und wir erkennen seine Vorsorge und Sorge in unserem Leben. Er weidet uns auf grünen Weiden. Wenn wir seine Botschaft wertschätzen und ihm unsere Gastfreundschaft und unsere irdischen Besitztümer opfern, geben wir in dieser Weise Dankbarkeit zurück für die empfangenen Barmherzigkeiten. Wir können unseren Herrn mit den Früchten unseres Charakters empfangen. Im Zusammenhang mit dem Hohelied Salomos 4:16 sind sie gleich lieblichen Wohlgerüchen (unser Gehorsam gegenüber der Wahrheit, die wir kennengelernt haben). Dann wird der Herr uns erlauben seine Wahrheit zu schmecken, entsprechend der Zeit und Umstände, die uns zu der Vollendung der Kirche und der Aufrichtung seines Königreiches führen. Vers 21 ermutigt uns gegen den Stand der Lauheit anzukämpfen, gegen Stolz, Prahlerei und zu hohem Denken von uns selbst, daß wir geistig reich sind und nichts mehr bedürfen.

 

Bruder Russell schreibt: "Wir sollten unsere Eigenliebe, Ansehen und Erfolg in der Welt, menschliche Theorien und Systeme überwinden...zu welchen wir die Furcht vor der Einsamkeit, Zurücksetzung und Verachtung in den Augen der Welt hinzufügen können.

 

Der Herr legt Nachdruck darauf, daß dieser Sieg seinem Sieg ähnlich sein sollte: "Wer überwindet, dem werde ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, wie auch ich überwunden und mich mit meinem Vater auf seinen Thron gesetzt habe."

 

Diese Worte geben zu verstehen, daß das letzte Glied des Leibes Christi die gleichen Erfahrungen erwarten mag, die unser Herr hatte. Man ist geneigt geradeso wie im Fall des Herrn eine Gethsemane- Ablehnung und ein unehrenvolles Ende zu erwarten. In den Augen der Menschen wird die Kirche ein unehrenhaftes, erniedrigendes Ende haben. (Siehe Manna vom 8. November) Sind wir dazu bereit? Es gibt noch Möglichkeiten, die Anstrengungen fortzusetzen, um auf dem schmalen Weg zu verbleiben, um die Welt und Satan zu überwinden. (Johannes 16:13; 1. Johannes2:13; 4:4; 5:4,5; 11:22)

 

Der Herr machte niemals einen Kompromiß. Er konnte mit den Mengen seinen Eifer teilen, und dann gab er mit Demut sein Leben in einer höchst demütigenden Weise dahin. Die Laodizea-Periode wird zu Ende gehen zusammen mit dem Ende der Kirche. Dann werden den Überwindern Throne gegeben werden, und sie werden dort zusammen mit ihrem Herrn sitzen. Dies ist der Lohn, der den Überwindern dieser höchst schwierigen Zeitperiode verheißen ist.

 

Man benötigt einen starken Willen, um sich in dieser Zeit der Versuchung und Freiheit seiner Weihung zu erinnern. Laßt uns dann jubeln, daß es jene geben wird, die die Zahl der Kirche vervollständigen werden. Laß ein jeder, der ein Ohr hat, hören, was der Geist den Versammlungen sagt. Für die siebte und letzte Zeit ruft der Geist Gottes einen jeden, der ein Ohr hat zu hören und gehorsam ist, um die Wahrheit darzustellen und zu verstehen, was im Begriff ist sich später zu ereignen. (Offenbarung 4:1)

 

Amen.

Ernie Künzli, USA—Errettung

 

Schwester Janice und ich und unsere Familie sind sehr glücklich mit euch in dieser Versammlung zu sein. Dies ist die 3. Internationale Versammlung, an der wir das Vorrecht haben teilzunehmen.

 

Die Internationale Versammlung ist für uns ein großer Segen und eine Ermutigung gewesen und wird es auch weiterhin sein, dieweil wir uns mit euch in dieser Versammlung treffen. Wir übermitteln euch auch viele Liebesgrüße von euren Geschwistern unserer Heimatversammlung in Orlando, Florida.

 

Verbunden mit jener Liebe sendet unsere Versammlung Kolosser 3:16 als ihren Gruß an euch: "Das Wort des Christus wohne reichlich in euch; in aller Weisheit lehrt und ermahnt euch gegenseitig! Mit Psalmen, Lobliedern und geistlichen Liedern singt Gott in euren Herzen in Gnade!

 

Gottes Errettung ist ein Prozeß

 

Was kommt euch in den Sinn, wenn ihr über den Begriff Errettung nachsinnt? Vorbildlich denken wir an den Tag, an dem wir von einer sehr langen und schwierigen Anfechtung errettet wurden.

 

Wir denken an Errettung als an ein Ereignis, -an den Tag an dem unsere Anfechtung zuende ging, -weil es für unser Fleisch natürlich ist, die Behebung der physischen Not oder Erfahrung in den Brennpunkt zu stellen.

 

Gottes Errettung ist ein Prozeß, nicht ein Ereignis. Für Gott besteht Errettung in einer Reihe von Ereignissen, welche unsere Befreiung vollbringen, indem sie uns zu einem Abbild unseres Herrn Jesus Christus formen.

 

In 2. Korinther 1:9, 10 schreibt Paulus: "Wir selbst aber hatten in uns selbst (schon) das Urteil des Todes erhalten, damit wir nicht auf uns selbst vertrauen, sondern auf Gott, der die Toten auferweckt. Und der hat uns aus so großer Todesgefahr errettet und wird uns erretten, auf ihn hoffen wir, daß er uns auch ferner erretten werde.’

 

Paulus erwähnt in diesen Passagen die Errettung dreimal: (1) Gott hat uns errettet von dem Todesurteil in uns selbst. (2) Gott errettet uns jetzt, und (3) wir vertrauen darauf, daß Gott uns noch erretten wird.

 

Paulus beschreibt die Errettung als einen aus vielen Schritten bestehenden Prozeß, welcher unser ganzes geistiges Leben einschließt.

 

Zunächst belehrt uns Paulus über die Errettung von der Adamischen Verdammnis zu einer Beziehung zu Gott, die auf Grund unseres Glaubens an das Opfer Jesu Christi besteht.

 

Paulus spricht über unsere Rechtfertigung, und wie wir errettet worden sind in die herrliche Freiheit der Söhne Gottes. (Römer 8:21-1. Johannes 3:1)

 

Zweitens, spricht Paulus über die Errettung, die jetzt stattfindet, vom Dienst des Fleisches zum Leben nach dem Geiste.

 

Paulus spricht über Heiligung, wie wir den alten Menschen ablegen, der verdorben ist bezüglich der verführerischen Lüste, und wie wir "den neuen Menschen angezogen haben, der nach Gott geschaffen ist in wahrhaftiger Gerechtigkeit und Heiligkeit.’ { Eph 4:22-24}

 

Drittens, spricht Paulus von der kommenden Errettung zur Herrlichkeit, Ehre und Unsterblichkeit, ewigem Leben in der Ersten Auferstehung. (Römer 2:7)

 

Diese Errettung ist zur göttlichen Natur, die der Kirche verheißen ist, denjenigen, die treu bis in den Tod sind. (Offenbarung 2:10)

 

Unsere Errettung ist eine Reise  

 

Unsere Errettung in Gottes geistige Familie ist eine Reise. Es beginnt mit der Weihung und endet mit der Ersten Auferstehung. (Römer 2:7)

 

Während dieser Reise gibt es viele Schwierigkeiten, aber diese Erschwernisse sind ein Katalysator zu unserer geistigen Errettung.

 

Während unser Fleisch aufschreit von diesen Nöten befreit zu werden, gehen wir durch diese Erfahrungen, weil (1) "wir den Heilsbecher erheben und den Namen des HERRN anrufen.’ { Ps 116:13} und (2) beantwortet Gott unsere Gebete um geistige Errettung vom Tode zum Leben. Gott benutzt diese Erfahrungen, um unsere Umgestaltung und Vorbereitung als Söhne Gottes zu beschleunigen.

 

Die Errettung des Petrus war ein Prozeß

 

Die Errettung des Apostel Petrus vom Gefängnis war ein Prozeß, nicht bloß ein Ereignis. Oftmals vergleichen wir schwierige Trübsale in unserem Leben mit der Errettung des Petrus, und wir bezeichnen unsere Trübsale als "Eisentor-Erfahrungen’.

 

Aber die Errettung begann nicht bei dem "Gefängnistor’, sondern als der Engel des Herrn Petrus aufweckte und ihn ersuchte aufzustehen. Die Errettung des Petrus wird in Apostelgeschichte 12:6-11 berichtet:

 

"Als aber Herodes ihn vorführen wollte, schlief Petrus in jener Nacht zwischen zwei Soldaten, gebunden mit zwei Ketten, und Wächter vor der Tür verwahrten das Gefängnis.

 

Und siehe, ein Engel des Herrn stand da, und ein Licht leuchtete im Kerker; und er schlug Petrus an die Seite, weckte ihn und sagte: Steh schnell auf! Und die Ketten fielen ihm von den Händen.

 

Und der Engel sprach zu ihm: Gürte dich und binde deine Sandalen unter! Er aber tat es. Und er spricht zu ihm: Wirf dein Oberkleid um und folge mir!

 

Und er ging hinaus und folgte und wußte nicht, daß es Wirklichkeit war, was durch den Engel geschah; er meinte aber, eine Erscheinung zu sehen.

 

Als sie aber durch die erste und zweite Wache gegangen waren, kamen sie an das eiserne Tor, daß in die Stadt führte, das sich ihnen von selbst öffnete; und sie traten hinaus und gingen eine Straße entlang, und sogleich schied der Engel von ihm.

 

Und als Petrus zu sich selbst kam, sprach er: Nun weiß ich in Wahrheit, daß der Herr seinen Engel gesandt und mich gerettet hat aus der Hand des Herodes und aller Erwartung des Volkes der Juden.

 

Die Errettung des Petrus illustriert, wie Gott die Kirche von der Adamischen Verdammnis befreit bis zu Gottes geistiger Familie im Himmel. In dieser Erfahrung schattet Petrus die Kirche des ganzen Evangelium-Zeitalters vor.

 

Errettung kommt durch die Wahrheit

 

Bevor wir die Wahrheit bekamen, waren wir (wie Petrus) im Gefängnis des Todes. Wir schliefen oder waren uns der göttlichen Verheißung nicht bewußt und waren als Glieder des gefallenen Geschlechts mit unseren Mitmenschen zusammengekettet. (Römer 13:11, 1.Thessalonicher 5:6,7)

 

Satan, durch Herodes vorgeschattet, sucht uns im Gefängnis zu behalten. Die Errettung des Petrus beginnt mit einem Licht, das von einem Engel des Herrn kommt.

 

Jener Engel schattet unseren Herrn Jesus bei seiner Ersten, -und Zweiten Gegenwart vor, als das Licht des Evangeliums in das Gefängnis schien, um die ganze Menschheit in der rechten Herzensstellung zu erleuchten. (Jesaja 9:2-Offenbarung 18:1, 2. Korinther 4:6)

 

Geradeso, wie der Engel Petrus in die Seite schlug, um seine Aufmerksamkeit auf das Licht zu richten (Apostelgeschichte 12:7), richtet der Herr unsere Aufmerksamkeit durch unsere Erfahrungen auf die Wahrheit, damit wir erkennen und sie wertschätzen mögen.

 

Nur Petrus erwachte, um den Engel und das Licht zu sehen. Keiner der Wächter hörte oder sah den Engel. Das Gleiche trifft auf uns zu.

 

Während wir unseren Herrn Jesus und das Licht der Wahrheit erkennen, verbleiben unsere Mitmenschen durch den Widersacher blind gegenüber dem glorreichen Evangelium Christi. (2. Korinther 4:4)

 

Rettung ist abhängig vom Glauben

 

Der Engel forderte Petrus auf aufzustehen, und als er dies tat, fielen die Ketten von ihm ab (Vers 7). Wenn Petrus nicht aufgestanden wäre, wären die Ketten niemals von ihm abgefallen.

 

Petrus demonstrierte seinen Glauben, indem er aufstand, und als er dies tat, wurde er frei von den Ketten.

 

Dies zeigt an, wie wir von der Adamischen Verdammnis erlöst werden, indem wir eine Weihung machen und in Gottes Sicht "aufstehen’ durch Glauben an das Blut Jesu.

 

Rechtfertigung durch Glauben wird in den Schriften durch "stehen’ oder "aufstehen’ bildlich dargestellt. In Römer 5:2 beschreibt Paulus Rechtfertigung als die Gnade, in der wir stehen.

 

In Römer 11:20 und 2. Korinther 1:24 erwähnt Paulus, daß wir stehen oder die Beziehung mit Gott durch Glauben haben.

 

Petri Aufstehen ist ein Bild unserer Rechtfertigung, die uns zu unserem Stehen vor Gott führt, als probeweise Glieder Seiner geistigen Familie, weil wir eine annehmbare Weihung zu Ihm gemacht haben.

 

Wie bei Petrus hängt unsere Errettung von unserem Glauben an die Anweisungen des Herrn und unserem Gehorsam gegenüber denselben ab.

 

Heiligung stellt unser Gürten bildlich dar, indem wir dem Engel folgen.

 

Nachdem Petrus aufgestanden war, gürtete er sich und legte sein Oberkleid an, bevor er seine Reise aus dem Gefängnis begann. Dies zeigt bildlich unser Anlegen des Charakters Christi an, der Früchte und Gnaden des Geistes, die wir für unsere Reise aus dem Gefängnis haben müssen.

 

Sich gürten und dem Engel zu folgen bezieht sich auf den Prozeß der Heiligung, welcher während unseres christlichen Wandels in Erscheinung tritt.

 

Paulus beschreibt Heiligung in Kolosser 3:10 und 12:14 als angezogen sein. "Und den neuen Menschen (die neue Schöpfung) angezogen habt, der erneuert wird zur Erkenntnis nach dem Bilde dessen, der ihn erschaffen hat! Zieht nun an als Auserwählte Gottes, als Heilige und Geliebte: herzliches Erbarmen, Güte, Demut, Milde, Langmut! Ertragt einander und vergebt euch gegenseitig... Zu diesem allen aber (zieht) die Liebe (an), die das Band der Vollkommenheit ist.’

 

Wenn wir uns mit den Früchten des Heiligen Geistes bekleiden, wie der Apostel Petrus uns in 2. Petrus 1 sagt, dann werden wir zu einem Gefäß der Ehre geheiligt und zu des Meisters Gebrauch versammelt und zubereitet für jedes gute Werk. (2. Petrus 1:5-7, Timotheus 2:21)

 

Durch das Gefängnis zu gehen entspricht unserem christlichen Wandel

 

Petri Wandel durch das Gefängnis entspricht unserem christlichen Wandel. Während unseres Wandels haben wir eine Beziehung mit Gott, selbst wenn die Neue Schöpfung noch in unserem irdischen Gefäß ist, und wir daher noch im Gefängnis sind, bis wir in der Ersten Auferstehung verwandelt werden. (1. Korinther 15:53)

 

Wie Petrus weiter und weiter aus seiner Gefängniszelle (Apg. 12:9,10) näher und näher zur vollkommenen Errettung wandelte, so machen wir dasselbe Tag für Tag, indem wir dem Engel des Herrn folgen. Der Engel ist der einzige, der den Weg zum "Eisernen Tor’ und zur vollkommenen Errettung kennt.

 

Zukünftige Errettung-durch das eiserne Tor  

 

So wie bei Petrus führt uns der Engel zu dem Eisernen Tor und der Errettung vom Tode (Vers 10). Wir haben keine Kraft das Tor zu öffnen. Nur unser Herr Jesus kann durch Gottes Kraft das Gefängnistor vom Haus des Todes öffnen. (Jesaja 61:1, 42:7)

 

Unser Herr wurde aufgrund seiner Treue bis zum Tode durch die gewaltige Kraft Gottes von den Toten auferweckt. (Apostelgeschichte 2:24, Epheser 1:19,20)

 

Wenn in der Nachfolge des Herrn treu sind bis zum Tode, wird er die Tore des Todes öffnen und uns völlig erretten.

 

Israels Errettung war ein Prozeß

 

Israels Errettung aus Ägypten war auch ein Prozeß. Er begann mit einem neuen König, der über Ägypten herrschte, und der Joseph nicht kannte. Nach seiner Anordnung machten die Ägypter den Israeliten das Leben schwer durch harte Knechtschaft. (2. Mose 1:8, 11, 14; 2:23,24)

 

Gott bereitete die Nation durch bittere Erfahrungen zu sich nach ihrer Errettung zu sehnen. Er regte ihren Appetit auf die Errettung an. Parallel zu den Leiden Israels verbrachte Gott 80 Jahre damit einen Mann vorzubereiten, um sein Repräsentant der Errettung zu werden: Moses. Während dieser Zeit überwaltete Gott Moses Erfahrungen, um seinen Glauben zu entwickeln, Sanftmut und Unterwerfung unter den göttlichen Willen. (2. Mose 2; Hebräer 11:24-29)

 

Diese Qualitäten würden für Mose wichtig sein, um die ganze Nation aus der ägyptischen Knechtschaft zu erretten. Das gleiche Prinzip trifft bei uns zu. Wir müssen Glauben entwickeln, Sanftmut und

 

Unterwerfung unter den göttlichen Willen, bevor wir als Glieder der Kirche bereit sein werden in Christi Königreich der Menschheit zu helfen errettet zu werden.

 

Israels Errettung erfolgte nicht unmittelbar  

 

Als Mose aus dem Land Midian nach Ägypten zurückkehrte, dauerte Israels Errettung als ein Prozeß an. Durch die Konfrontation mit Pharao und die zehn Plagen belehrte Gott die Nation über sich selbst und über die Notwendigkeit des Glaubens und Gehorsams, um erlöst zu werden.

 

Dieser Prozeß erfüllte tatsächlich drei Dinge:

 

Erstens, machte er die Nation auf ihren Gott aufmerksam. Sie erfuhren Seinen Namen: der Große: ICH BIN. (2. Mose 3:14)

 

Sie wurden über Seinen Charakter belehrt, über Seine Macht durch die Plagen (Vers 20), über Seine Liebe durch die Erlösung der Nation (Vers 17) und über Seine Weisheit und Gerechtigkeit.

 

Zweitens, einigte es die Israeliten zu einer Nation. Es erinnerte sie an ihr gemeinsames Erbe als Nachkommen Jakobs und festigte ein Verhältnis zwischen ihnen und ihrem Gott. (2. Mose 4:31)

 

Drittens, gab es der Nation den Brennpunkt den Willen des Herrn zu tun und nicht ihren eigenen. (2. Mose 12:28) "Und die Söhne Israel gingen hin und machten es wie der HERR Mose und Aaron geboten hatte, so machten sie es.’

 

Der Prozeß der Errettung veränderte das Verhältnis der Israeliten zu Gott völlig. Ihr Brennpunkt, ihre Eigenschaften, ihr Charakter und Lebensweg, alles veränderte sich. Das Ergebnis war ihre Errettung von der Sklaverei zur Freiheit.

 

Unsere Errettung enthält die gleiche Belehrung

 

Die Errettung verwandelt unser Leben in der gleichen Weise. Erstens, macht sie uns darauf aufmerksam, und dann belehrt sie uns über unseren Gott und Seinen Charakter: Seine Weisheit, Gerechtigkeit, Liebe und Macht.

 

Zweitens, bestimmt und vereinigt sie uns als ein Volk, die Söhne Gottes, die Kirche der Erstgeborenen. (Hebräer 12:22,23; 1. Johannes 3:1)

 

Drittens, stellt sie uns in den Brennpunkt dem lebendigen Gott zu dienen, in Jesu Fußstapfen nachzufolgen und seinen Willen zu tun. Schließlich beseitigt sie jeden Wunsch, der in uns ist für diese gegenwärtige böse Welt und lenkt unsere Herzen und Neigungen auf Dinge nach oben. (Kolosser 3:1-3)

 

Zwei Gelegenheiten der Errettung-Ein von der Verdammung zur Sohnschaft führender Prozeß

 

Gottes Plan der Errettung sieht zwei Gelegenheiten zur Errettung vor, -eine für die Kirche und eine für die Menschheit der Welt. In beiden Fällen führt der Errettungsprozeß die betroffenen Personen von der Verdammnis der Sünde und des Todes zurück zur herrlichen Freiheit der Söhne Gottes, von Dienern des Fleisches zu solchen, die den Willen Gottes tun. (Römer 6:17,18)

 

Der Prophet Joel weißt in  Joe 3:5 auf beides hin: "Und es wird geschehen: Jeder, der den Namen des HERRN anruft, wird errettet werden.’

 

Denn auf dem Berg Zion und in Jerusalem wird Errettung sein, wie der HERR gesprochen hat, und unter den Übriggebliebenen, die der HERR berufen wird.’ Errettung für die Kirche oder die geistige Phase des Königreichs wird auf dem Berg Zion sein.

 

Errettung für das natürliche Israel und die Menschheit der Welt wird in Jerusalem sein, während der irdischen Phase des Königreichs Christi.

 

Die Errettung der Menschheit ist auch ein Prozeß  

 

Die Errettung Israels und der ganzen Menschheit in Christi Königreich wird ein Prozeß sein. Ihre Errettung wird durchgeführt werden, während sie auf dem Weg der Heiligung zu dem Ziel menschlicher Vollkommenheit und Sohnschaft mit Gott wandeln. (Jesaja 35:8-10)

 

Gott wird Sein Gesetz in das Innere des Menschen legen und auf ihre Herzen schreiben, und sie werden Sein Volk sein. { Jer 31:33} Das natürliche Israel und die Welt müssen umgeformt werden. Sie müssen ein Herz von Fleisch bekommen, und der Charakter Gottes muß in die Herzen geschrieben werden, wenn sie Vollkommenheit erlangen möchten, Sohnschaft, immerwährendes Leben und Errettung. (Hesekiel 11:19,20)

 

Erste oder vergangene Errettung: Rechtfertigung

 

In dem Text unseres Themas von 2. Korinther 1:9,10 erwähnt der Apostel Paulus drei Errettungen: Die erste ist von der Verdammnis der Sünde in die Freiheit der Söhne Gottes. Der Psalmist beschreibt diese Errettung in  Ps 69:14,15: "Ich aber (richte) mein Gebet an dich, HERR, zur Zeit des Wohlgefallens. O Gott, nach der Größe deiner Gnade, erhöre mich durch die Treue deiner Hilfe.

 

Ziehe mich heraus aus dem Schlamm, daß ich nicht versinke! Laß mich errettet werden von denen, die mich hassen, und aus den Wassertiefen!’

 

Der Schlamm beschreibt des Menschen gegenwärtige Stellung als ein gefallenes und verdammtes Geschlecht. Diese Schriftstelle erinnert uns an  Ps 40:2:

 

"Er hat mich heraufgeholt aus der Grube des Verderbens, aus Schlick (und) Schlamm; und er hat meine Füße auf Felsen gestellt, meine Schritte fest gemacht.’

 

Der Fels ist Christus. Unser Glaube an sein Opfer ist die Grundlage unserer Errettung bei Gott, und wir können nicht in Jesu Fußstapfen folgen, bis wir diese Errettung erlangt haben. Der Apostel Paulus erläutert diese Errettung in Kolosser 1:12-14: "Dem Vater danksagend, der euch fähig gemacht hat zum Anteil am Erbe der Heiligen im Licht; Er hat uns errettet aus der Macht der Finsternis und versetzt in das Reich des Sohnes seiner Liebe. In ihm haben wir die Erlösung, die Vergebung der Sünden.’

 

Gott rief uns durch unseren Glauben an Jesu Blut und befähigte oder rechtfertigte uns zu

 

einem Anteil an jener zukünftigen Erbschaft. Wegen unseres Glaubens sind wir von Satans Einfluß errettet worden, und Gott verwandelte uns in Neue Schöpfungen. "Auch uns, die wir in den Vergehungen tot waren, mit dem Christus lebendig gemacht-durch Gnade seid ihr errettet!’

 

Er hat uns mitauferweckt und mitsitzen lassen in der Himmelswelt in Christus Jesus.’ (Epheser 2:5,6)

 

Diese Errettung basiert auf unserem Glauben an Gott und das Opfer Seines Sohnes und unserer Annahme der Einladung uns selbst zu verleugnen, unser Kreuz aufzunehmen und Jesus zu folgen. (Matthäus 16:24) Wir können diese Errettung nicht erreichen, es sei denn, daß wir diesen Schritt tun.

 

Zweite oder laufende Errettung: Heiligung  

 

Die zweite Errettung, die in 2. Korinther 1:9,10 erwähnt wird, ist ein Prozeß, den Gott benutzt, um uns auf dem schmalen Weg des Opfers aufwärts zu führen.

 

Er schließt Gottes überwaltende Vorsehungen und den Prozeß der Heiligung ein, durch welche wir in das Abbild Seines lieben Sohnes umgestaltet werden.

 

Der Psalmist beschreibt diese Errettung in  Ps 91:3,4: "Denn er errettet dich von der Schlinge des Vogelstellers, von der verderblichen Pest. Mit seinen Schwingen deckt er dich, und du findest Zuflucht unter seinen Flügeln. Schild und Schutzwehr ist seine Treue. Der Vogelsteller, Satan, sucht uns zu verschlingen (1. Petrus 5:8). Bruder Russell gibt zu verstehen, daß die verderbliche Pest die sündigen Neigungen unserer gefallenen Natur sind (Reprints, Seite 3331).

 

Der Herr beschützt uns vor diesen beiden Feinden durch Seine Rüstung und Seine Treue. In  Ps 33:18,19 identifiziert David beide Errettungen, die wir erwähnt haben: "Sieh, das Auge des HERRN (ruht) auf denen, die ihn fürchten, die auf seine Gnade harren, daß er ihre Seele vom Tod errette und sie am Leben erhalte in Hungersnot.’

 

Der Herr hat uns nicht nur vom Adamischen Tod errettet, sondern Er erhält uns lebendig "in Hungersnot’ oder dem Wüstenzustand. Während es in dieser gegenwärtigen bösen Welt einen Hunger nach dem Hören des Wortes Gottes gibt, sieht Gott die geistige Speise für unser Wachstum und unsere Entwicklung als Neue Schöpfungen vor.

 

Die Errettung der drei hebräischen Jünglinge war eine Befreiung  

 

Der Apostel Petrus schreibt in 2. Petrus 2:9: "Der HERR weiß die Gottseligen aus der Versuchung zu erretten...’ Die Befreiung der drei Hebräer, Schadrach, Meschach und Abed-Nego war eine solche Errettung.

 

Nebukadnezar hatte eine kolossale Statue von Gold herstellen lassen und versammelte alle Beamten seines Königreichs zu seiner Einweihung. Während seiner Einweihung mußten die Versammelten sich niederwerfen und das Standbild anbeten. Wenn jemand sich weigerte, es zu tun, so sollte derselbe in einen Feuerofen geworfen werden. { Da 3:1-8}

 

In ähnlicher Weise hat Satan versucht die Welt in der Anbetung des falschen Gottes zu vereinigen. Das große Papstsystem wurde errichtet, um durch Vorkaufsrecht unseres Herrn Königreich zu erwerben, und alle Nationen wurden versammelt, um sich vor demselben niederzuwerfen. Wie die drei Hebräer hat die Kirche des Evangelium-Zeitalters sich geweigert diesen falschen Gott anzubeten.

 

Schadrach, Meschach uns Abed-Nego weigerten sich vor dem großen Standbild niederzuwerfen. Der entrüstete Nebukadnezar stellte den dreien das Ultimatum: das Bild anzubeten oder in den Feuerofen geworfen zu werden, und "Wer ist der Gott, der euch aus meiner Hand erretten könnte?’ { Da 3:15}

 

Dies ist Satans Einstellung gewesen, um die Kirche des Evangelium-Zeitalters zu vereiteln. Er hat angedroht sie zu zerstören, wenn sie nicht das große falsche System anbetet, das er eingesetzt hat. (1. Petrus 5:8; Offenbarung 13:7)

 

Viele, die sich geweigert haben sich niederzubeugen, verloren ihr irdisches Leben durch Babylon die Große. (Offenbarung 17:5,6)

 

Die drei Hebräer antworteten mit großem Glauben und Loyalität zum Himmlischen Vater. Sie wußten nicht, ob Jehova sie tatsächlich erretten würde, aber sie wollten ihre Anbetung Gottes nicht aufgeben, um ihr physisches Leben zu retten. Sie hatten Glauben in Gottes Verheißung einer besseren Auferstehung (Hebräer 11:35).

 

Satan bot ihnen Errettung von der Prüfung an, aber Gott bot ihnen eine größere Errettung zum Leben und der Verwandtschaft mit Gott an. Und so weigerten sich die drei Hebräer sich vor dem goldenen Bild niederzuwerfen, welches Nebukadnezar errichtet hatte. { Da 3:16-18}

 

Ihre Antwort erzürnte den König. Nebukadnezar hatte den Ofen siebenfach angeheizt, und seine starken Männer banden die Hebräer und warfen sie ins Feuer. { Da 3:19-22}

 

Aber das Feuer hatte keine Auswirkungen auf die Hebräer, ausgenommen, daß es sie von ihren Fesseln befreite. Ein Engel des Herrn erschien, und zusammen wandelten die vier inmitten des Ofens ohne Schaden zu nehmen.

 

Als die Hebräer aus dem Ofen hervorkamen war kein Geruch des Feuers an ihnen oder ihren Kleidern. Sie wurden durch die Erfahrung von den Banden befreit. Diese Geschichte offenbart einen der Schlüssel um geistige Errettung von Gott zu erlangen. David erwähnt diesen Schlüssel in  Ps 91:14,15: "Weil er an mir hängt, will ich ihn erretten. Ich will ihn schützen, weil er meinen Namen kennt. Er ruft mich an, und ich antworte ihm. Ich bin bei ihm in der Not. Ich befreie ihn und

 

bringe ihn zu Ehren.’ Die drei Hebräer zeigten ihre Liebe, indem sie des Herrn Willen ausführten und das Bild nicht anbeteten. (2. Mose 20:3; Johannes 15:10)

 

Wir zeigen unsere Liebe auf ähnliche Weise, indem wir Gottes Willen tun. Weil wir IHN lieben, befreit uns der Herr.

 

Während die Errettung von Schadrach, Meschach und Abed-Nego buchstäblich und physisch war, schattet sie die Befreiung der Kirche vor, die um dem Herrn zu dienen durch Trübsal geht. (Johannes 8:32)

 

Während das Feuer (Trübsal) Nebukadnezars starke Männer (Agenten Satans) vernichtete, macht es das Kind Gottes (1) frei um IHN anzubeten und IHM in diesem Leben zu dienen (2)und frei um befreit zu werden durch die Erste Auferstehung.

 

Die Errettung des Apostel Paulus

 

Der Apostel Paulus wurde während seines christlichen Wandels vielmals errettet, und er führt einige dieser Erfahrungen in 2. Korinther 11:22-28 für uns an. Als ein Diener Christi wurde Paulus mit Schlägen gepeinigt, mit Ruten geschlagen, gesteinigt und war schiffbrüchig. Er ertrug Gefahren und Räuber, seine jüdischen Brüder, Heiden und falsche Brüder.

 

Und als Paulus in Philipper 3:10,11 über seine Errettung berichtet, schreibt er seine Errettung vom Tod nicht seinen schwierigen Erfahrungen zu: "Um ihn und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden zu erkennen, indem ich seinem Tod gleichgestaltet werde, ob ich irgendwie hingelangen möge zur Auferstehung aus den Toten.’

 

Paulus wünschte vom Tode errettet zu werden und in Harmonie mit Gott zu kommen. Paulus wurde nicht von seinen schwierigen irdischen Erfahrungen befreit, sondern durch sie befreit.

 

Eine der Lasten des Paulus war sein "Dorn im Fleisch’. Dieses Problem war Paulus bei seinem Dienst für den Herrn hinderlich, und er bat den Herrn dreimal ihn davon zu befreien. (2. Korinther 12:7-10)

 

Der Herr beantwortete dies nicht durch die Hinwegnahme der Betrübnis sondern gab Paulus die Kraft und Gnade dies zu ertragen. Paulus erkannte den Wert von schwierigen Erfahrungen. In solch einer Erfahrung wirkte die Kraft Christi zu seinen Gunsten. Diese Kraft beseitigte nicht die Leiden, aber sie versicherte Paulus, daß seine geistige Errettung verbürgt sei, solange er sich auf diese Kraft stützte.

 

Wir sehen uns mit ähnlichen Erfahrungen konfrontiert

 

Wir sehen uns ähnlichen Erfahrungen gegenübergestellt, wie sie Apostel Paulus und die drei Hebräer zu ertragen hatten. Sie mögen Verfolgungen oder Opposition einschließen, die sich direkt auf unseren Dienst in der Wahrheit beziehen. Oder es mögen mehr normale Lebenserfahrungen sein. Was auch immer die Quelle sein mag, diese Erfahrungen sind schmerzlich für das Fleisch, und unser Fleisch schreit nach Beendigung der Trübsal.

 

Oftmals geht jedoch die Trübsal weiter und weiter, ohne daß das Ende sichtbar wird. Wir machen diese Erfahrungen, weil wir den Himmlischen Vater um geistige Errettung gebeten haben, und dies die beste Methode ist, um unsere zukünftige Errettung zu ermöglichen.

 

Ein wirkliches Lebensbeispiel der Errettung

 

Das Leben einer kürzlich geweihten Schwester illustriert dieses Beispiel. Vor Jahren, bevor sie die Wahrheit kannte, war sie das Opfer eines alkoholabhängigen und randalierenden Ehemannes. Mit einem drei Jahre alten Sohn suchte sie verzweifelt einer unerträglichen Situation zu entkommen. Obgleich sie zu der Zeit nicht religiös war, betete und betete sie eines Abends zu Gott, daß Er ihre Dinge recht mache.

 

Später, an jenem Abend, kam ihr Ehemann betrunken zurück und gab ihr die schlimmste Prügel ihres Lebens. Die junge Mutter war sehr wütend auf Gott, weil Er ihr Gebet nicht beantwortet hatte.

 

Aber der letzte Schlag brachte die Polizei auf den Plan und bestärkte sie ihren Ehemann zu verlassen und brachte sie schließlich dazu Geschwister aufzusuchen, die sie auf die Wahrheit aufmerksam machten. Jahrelang dachte diese Person, daß Gott ihre Gebete jener Nacht niemals beantworten würde. Nur kürzlich, jetzt nachdem sie die Weihung gemacht hat, kann sie sehen, daß Gott ihr Gebet wirklich erhörte.

 

Die Antwort war nicht das, was die junge Mutter zu jener Zeit erwartet hatte, noch war sie physisch oder zeitlich. Statt dessen las Gott ihr Herz und wußte, daß Er sie mit den exakten Erfahrungen und Lehren in die herrliche Freiheit der Söhne Gottes leiten konnte. Und Gott befreite sie genau in dieser Weise.

 

Dritte oder zukünftige Errettung: Erste Auferstehung

 

Eine dritte Errettung wird in 2. Korinther 1:9,10 erwähnt, die eine Verheißung für jene ist, die treu bis in den Tod sind. Diese Errettung erscheint in der ersten Auferstehung, wenn "dieses Vergängliche Unvergänglichkeit und dieses Sterbliche Unsterblichkeit anziehen muß’. Wenn dies erscheint: "dann wird das Wort erfüllt werden, das geschrieben steht: Verschlungen ist der Tod in Sieg.’ (1. Korinther 15:53,54)

 

Wenn die Erste Auferstehung stattfindet, öffnen sich die eisernen Tore des Gefängnishauses des Todes, so wie es bei dem Apostel Petrus geschah, und wir wandeln frei, als ein Glied der geistigen Familie Gottes. "Denn nach mir begehrt er, so befrei’ ich ihn, ich stell’ ihn hoch, weil er meinen Namen kennt. Er ruft mich an, und ich erhöre ihn, mit ihm bin ich in der Not, ich errette ihn und schaffe ihm Ehren.’.{ Ps 91:14,15 nach Leopold Zunz} Ihn "hoch stellen’ bedeutet, daß wir zusammen mit unserem Herrn Jesus auf seinem Thron sitzen werden. (Offenbarung 3:21)

 

Wer darf in Gottes Zelt weilen, wohnen auf seinem heiligen Berg und an seiner heiligen Stätte stehen? { Ps 15:1,2 24:3}

 

Wir werden "Priester Gottes und des Christus sein und mit ihm herrschen die tausend Jahre.’ (Offenbarung 20:6)

 

Um aber hoch gestellt zu werden, gibt es drei Erfordernisse, die wir entsprechend dem Psalm treffen müssen.

 

Erstens, müssen wir unsere Liebe auf den Herrn richten. Das ist die einzige Einstellung des Herzens und des Verstandes die Gott verherrlichen und uns befähigen wird zu freudigem Ausharren in schwierigen Prüfungen, denen wir als einen Teil unseres christlichen Wandels entgegensehen müssen.

 

Alle die treu gewesen sind, Petrus, Moses, die drei Hebräer und Paulus zeigten diese große Liebe für Gott. Es war ihre Liebe und Loyalität zu Gott, die sie zum Triumph in der Trübsal befähigte.

 

Zweitens, müssen wir den Herrn kennen. Wir müssen unseres Himmlischen Vaters und unseres Herrn Charakter, Pläne und Prinzipien erkennen und dann danach trachten ihren Charakter und ihre Prinzipien in unserem Leben anzuwenden. Wie der Apostel Paulus es ausdrückt, müssen wir Christus und die Gemeinschaft mit seinen Leiden erkennen, indem wir zu seinem Tod umgestaltet werden, wenn wir erwarten zur Auferstehung von den Toten zu gelangen. (Philipper 3:10,11)

 

Drittens, müssen wir den Namen des Herrn anrufen um Gnade und Hilfe in jeder Zeit der Not zu finden. (Hebräer 4:15,16) Wir benötigen des Herrn Hilfe, wir können uns nicht selbst erretten. Wenn wir versuchen von unserer eigenen Stärke und Weisheit abhängig zu sein, werden wir fehlgehen.

 

Paulus machte diesen Fehler nicht. Er setzte sein Vertrauen völlig in den Herrn und stützte sich auf ihn, als alle anderen ihn verließen. Er schrieb in 2. Timotheus 4:16-18: "Bei meiner ersten Verteidigung stand mir niemand bei, sondern alle verließen mich; ... der Herr aber stand mir bei und stärkte mich, damit durch mich die Predigt vollbracht werde und alle die (aus den) Nationen hören möchten;

 

und ich bin gerettet worden aus dem Rachen des Löwen.

 

Der Herr wird mich erretten von jedem bösen Werk und mich in sein himmlisches Reich hineinretten.’

 

Wenn wir ihn anrufen, wird der Herr uns aus dem Rachen des Löwen (Satan’s Rachen) erretten, so wie er den Apostel Paulus, Daniel, die drei Hebräer und alle treuen Knechte des Herrn errettet hat.

 

Schlußfolgerung

 

Der Herr errettet einen jeden von uns an jedem Tag unseres Lebens von der Verdammnis zur Sohnschaft.

 

1. Er hat uns schon von der Adamischen Verdammnis in die    probeweise Sohnschaft gerettet. (1. Johannes 3:1; Epheser 2:6)

 

2. Er errettet uns jetzt davon den Willen des Fleisches zu tun,    damit wir Sklaven der Gerechtigkeit werden. (Römer 6:17, 18)

 

3. Er verheißt uns zu erretten zu Ruhm, Ehre und Unsterblichkeit    jenseits des Vorhangs, ewigem Leben, wenn wir treu bleiben. (Römer    2:7)

 

Wie dankbar sollten wir für Gottes Prozeß der Errettung sein. Es befreit uns nicht von persönlichen Erfahrungen tut aber soviel mehr, indem es uns in Harmonie, Sohnschaft und ewige Gemeinschaft mit unserem Himmlischen Vater zurückbringt.

 

Um unsere Wertschätzung für so eine großartige Errettung zu zeigen, ist es der beste Weg sie mit unserem ganzen Herzen, Verstand, Kraft und Seele anzunehmen. Es wäre undenkbar, weniger zu tun.

 

Amen.

Marius Kwarciak, Frankreich—Die besondere Priesterschaft des Melchisedek

 

Geliebte Geschwister, liebe Jugend und Freunde der wunderbaren Wahrheit.

 

Ich ergreife diese Gelegenheit und möchte euch den Ausdruck christlicher Liebe und die Grüße aller Geschwister übermitteln, die sich in den Versammlungen Bollwiller und Staffelfelden in Ostfrankreich versammeln.

 

Ich hätte nie gedacht, daß ich eines Tages in meinem Geburtsland in einer fremden Sprache und vor einer so zahlreichen Zuhörerschaft sprechen würde. Aber mit Gottes Hilfe und viel Liebe und Verständnis eurerseits möchte ich so gut wie möglich meiner Aufgabe und dem Vorrecht dieses Dienstes nachkommen.

 

Ich möchte einige biblische Überlegungen mit euch betrachten. Wir können sie mit dem Titel "die besondere Priesterschaft des Melchisedek’ versehen.

 

Bis jetzt versuchte die Menschheit jede erdenkliche Form des Regierens. Sie fing mit dem Königtum an, ging zu religiöser und militärischer Macht, dann zur Diktatur, zum Sozialismus und Kommunismus über und kam schließlich zur parlamentarischen Demokratie. Alle diese Formen des Regierens sind gescheitert. Sie brachten der Menschheit weder Friede noch Wohlstand, nach welcher sie sich gerechter Weise sehnt.

 

Oft bewogen edle Gefühle und Nächstenliebe die Menschen, die an jenen Formen der Regierungen teilnahmen, aber menschliche Unvollkommenheit, Selbstsucht und Sünde verursachten das Mißlingen ihrer Bemühungen.

 

Wird die gegenwärtige Sachlage, die sich in zahlreichen Ländern zu Anarchie wendet, ewig andauern? Lernte der Mensch genügend aus seiner Vergangenheit, um die gleichen Fehler nicht mehr zu begehen?

 

Wird der Mensch mit allen erlebten und erzählten Kriegen der Geschichte in der Lage sein, eines Tages auf Gewalt und Krieg zu verzichten?

 

Ist das Gedächtnis des Menschen so unzulänglich, daß er das Shoah vergaß und die Rassenvernichtung des Kosovo zuließ? Sind die Behauptungen des amerikanischen Philosophen Santanya wahr, wenn er folgendes erklärt: "Diejenigen, die sich an die Vergangenheit nicht erinnern können, sind dazu verdammt sie wieder zu erleben?’

 

Ist irgend eine Regierung vorhanden, die fähig ist, dieses säumige Gedächtnis des Menschen zu heilen und Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen? Ist ein vollkommenes politisches und soziales System vorhanden, das Ordnung und Freiheit gleichzeitig gewähren kann?

 

Dies sind die zahlreichen Fragen, die sich nicht nur die gut aufgeklärten Christen stellen, sondern auch eine Fülle von Menschen, die vom Fürsten dieser Welt nicht völlig geblendet sind.

 

Wenn wir in die Bibel schauen, in das Buch, in dem Gottes Plan auf eine wunderbare, obgleich manchmal verborgene, Art und Weise beschrieben worden ist, entdecken wir Informationen.

 

Sehr oft bezeichnen wir, um es zu vereinfachen und um unsere Gedanken verständlicher darzustellen, diese zukünftige Regierung als Königtum mit Jesus als König.

 

Wenn wir einige Passagen der Bibel prüfen, wenn wir die Bilder und Vorbilder des Alten und des Neuen Testaments erforschen, dann kommt eine genauere Vorstellung dieser zukünftigen Regierung hervor.

 

Mit Verwunderung entdecken wir, daß Jesus seine königliche Macht nicht allein erhalten wird, sondern daß eine Klasse von Auserwählten ihn begleiten und ihm in seiner Regierungsaufgabe helfen werden, in der Wiederaufrichtung der ganzen Menschheit zur Gemeinschaft mit Gott.

 

In der Bibel finden wir viele Bilder, die uns diese besondere Klasse darstellen. Die Liebe, Treue und Herauswahl dieser Klasse wurden im Bild des Bräutigams, Jesu mit seiner Braut, der Kirche der 144.000 Glieder, dargestellt.

 

Ein anderes Bild, das uns einen langen und auch komplizierten Bau beschreibt, ist das des Tempelbaus Gottes. In jenem Bild ist Jesus der Eckstein, und alle Glieder werden persönlich vorbereitet, gestaltet und geschliffen wie Steine in den Steinbrüchen dieser Welt, um in den Himmel in Stille ohne das Geräusch des Hammers zusammengesetzt zu werden.

 

Das Bild einer gewissen Macht und Regierung, das uns heute besonders interessiert, ist das von Apostel Petrus in seinem ersten Brief erwähnte Bild.

 

Wir lesen in 1.Petrus 2:9: "Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, eine heilige Nation, ein Volk zum Besitztum, damit ihr die Tugenden dessen verkündigt, der euch aus der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht berufen hat."

 

In diesem Vers werden die Auserwählten mit Priestern und Königen verglichen, also mit Menschen von einem sehr hohen sozialen Rang und mit sehr hoher Verantwortung.

 

Wenn wir von Priestern sprechen, wendet sich unser erster Gedanke den Bildern Aarons und seiner Söhnen zu, die Priester aus dem Stamm Levi waren. Aber die Bibel spricht von einem anderen Priester, der nicht nach der Ordnung Aarons ist, sondern einer anderen Ordnung entspricht.

 

In seinem Brief an die Hebräer läßt uns Apostel Paulus eine andere Priesterschaft entdecken, die nach der Ordnung Melchisedeks. Wir werden jetzt die Persönlichkeit Melchisedek untersuchen, um die Bilder und Vorbilder, die er darstellt, gut zu verstehen.  Wer war Melchisedek? In wie fern war seine Priesterschaft besonders? Wen stellt er dar?

 

Der Name Melchisedek wird das erste mal in der Bibel in Zusammenhang mit der Geschichte Abrahams erwähnt. Tatsächlich begegnet Abraham, Melchisedek, auf dem Weg nach Hause, nachdem er, Abraham, seinen Neffen aus der Gefangenschaft befreit und den König Kedorlaomer besiegt hatte.

 

Wir lesen in 1.Mose 14:17-20: "Und als er zurückgekehrt war, nachdem er Kedorlaomer und die Könige, die mit ihm gewesen, geschlagen hatte, zog der König von Sodom aus, ihm entgegen, in das Tal Schawe, das ist das Königstal. Und Melchisedek, König von Salem, brachte Brot und Wein heraus; und er war Priester Gottes, des Höchsten.

 

Und er segnete ihn und sprach: Gesegnet sei Abram von Gott, dem Höchsten, der Himmel und Erde besitzt! Und gepriesen sei Gott, der Höchste, der deine Feinde in deine Hand geliefert hat! Und Abram gab ihm den Zehnten von allem."

 

Auf der Grundlage von 2.Samuel 18:18 und mit hoher Wahrscheinlichkeit können wir den Ort dieser Begegnung als das Kidron Tal ausmachen, welches am Fuß Jerusalem lag.

 

Heute noch können wir in Jerusalem das Denkmal Absaloms sehen, welches uns ermöglicht, das Tal Schawe als das Königstal zu bestimmen. In diesem Tal kam Melchisedek Abraham entgegen.

 

In 1. Mose 14: 18 haben wir gelesen, daß er König von Salem war, also von Jerusalem. In  Ps 76:3 finden wir auch die Bestätigung, daß die Stadt Jerusalem früher den Namen "Salem’ trug.

 

In seiner hebräischen Bezeichnung "Jeruschalajim’ (dies ist die Lautschrift) hört man auch diesen Namen "Schalem’ heraus, was Frieden bedeutet.

 

Der Name Melchisedek bedeutet "König der Gerechtigkeit’ oder "mein König ist Gerechtigkeit.’

 

Dieser König der Gerechtigkeit brachte Abraham und seinen Soldaten Brot und Wein. Für durch den Kampf erschöpfte Männer war dies gewiß ein sehr geschätzter Trost, und da er vom König der Gerechtigkeit kam, mußte er sicherlich gerechtfertigt sein.

 

Ein wichtiges Detail, das auch im Vers 18 erwähnt wird, weist darauf hin, daß Melchisedek auch ein Priester des Höchsten Gottes war. Auf Hebräisch heißt er der Priester des "El-elyon’, des höchsten Gottes der Götter. Er erfüllte also die Rolle eines Königs und eines Priesters.

 

Wir alle kennen die Rolle eines Königs, deshalb wollen wir kurz erinnern, was die Rolle eines Priesters war.

 

Der Priester nach der Ordnung Aarons kam gezwungenermaßen aus dem Stamm Levi und gezwungenermaßen aus der Familie Aarons. Im Volk Israel spielte er eine wichtige Rolle.

 

Er war gleichzeitig geistiger Führer, Richter und Mittler zwischen dem Volk und Gott. Er wurde mit dem Dienst beauftragt, anfänglich in der Stiftshütte und dann im Tempel; er brachte die zahlreichen Sünd- und Sühnopfer dar.

 

Er belehrte das Volk, übermittelte den Willen Gottes, aber manchmal war er auch Arzt, denn er war derjenige, der Aussatz diagnostizierte.

 

Es war ein vom ganzen Volk sehr geschätztes und respektiertes Amt. Unter den angenehmen Aufgaben des Priesters können wir das Vorrecht erwähnen, den priesterlichen Segen auszugeben.

 

Dieser Segen nahm eine besondere Bedeutung ein und war weitaus mehr geschätzt, als der von einem anderen Mensch ausgesprochenen Segen. Sehr oft lesen wir diese Verse des Segens, wenn wir brüderliche Grüße übermitteln.

 

Wir lesen sie noch ein Mal aus 4. Mose 6: 24-27 "Der Herr segne dich und behüte dich! Der Herr lasse sein Angesicht über dir leuchten und sei dir gnädig! Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden! Und so sollen sie meinen Namen auf die Kinder Israel legen, und ich werde sie segnen."

 

Auf diese Art und Weise segneten Aaron und seine Söhne das Volk.

 

Im Falle Melchisedeks wird nirgends erwähnt, daß er Opfer darbrachte. Seine Priesterschaft war anders: er segnete.

 

Als er sich mit Abraham traf, sprach er auch zwei Segnungen aus; darin sehen wir sehr deutlich das Amt des Mittlers.

 

Im ersten Segen lautet: "Gesegnet sei Abram von Gott, dem Höchsten, der Himmel und Erde besitzt!’ erfleht er den göttlichen Segen für Abraham. Er stellt sich als Mittler zwischen den Mensch Abraham und das allerhöchste Wesen, Gott, um die Gunst des Großen für den Kleinen, des Gerechten für den Ungerechten, zu erbitten.

 

Bei der zweiten Segnung sagt er: "Gepriesen sei Gott, der Höchste, der deine Feinde in deine Hand geliefert hat!" Er drückt die Danksagungen und den Lobpreis Abrahams Gott gegenüber für seine Hilfe in dem gerade gewonnen Krieg aus.

 

Am Ende dieser Segnungen gibt Abraham Melchisedek den Zehnten, d. h. den Zehnten seiner Güter. Wir können annehmen, daß dieser Zehnte vom hohen Wert war, denn Abraham kehrte vom Krieg mit einer großen Beute zurück.

 

Das von uns schon angesprochene Amt, welches Melchisedek gleichzeitig durchführte, war das Amt eines Königs.

 

In jener Zeit, wo Israel als Volk noch nicht existiert, herrschte über jede Stadt und jedes noch so kleines Gebiet ein Herr, der den Titel König trug.

 

Aus diesem Grund finden wir in 1. Mose, daß es den König der Stadt Sodom, den König von Gommora und den König Melchisedek, König von Salem oder Jerusalem gab.

 

Die Vereinigung der beiden religiösen und zivilen Ämter, des Priesters und Königs, in ein und derselben Person war ungewöhnlich. Dies macht die stärkste Eigenschaft des Amtes des Melchisedek aus.

 

Selbst wenn die Bibel das unrechtmäßige Benehmen einiger Könige Israels erwähnt, welche sich den Titel eines Priesters verliehen, so billigte Gott dieses Betragen nie. (Beispiel: Der König Osias, in 2. Kronik 26:16).

 

Nur Melchisedek war gleichzeitig König und Priester, und dies war im Einklang mit dem Willen Gottes, denn dies sollte ein schönes Bild für die Zukunft ergeben.

 

Ein anderer Vers des Alten Testaments spricht auch von Melchisedek. Wir finden ihn in  Ps 110:4 "Geschworen hat der HERR, und es wird ihn nicht gereuen: Du bist Priester in Ewigkeit nach der Weise Melchisedeks!"

 

Der Zusammenhang dieses Verses zeigt uns deutlich, daß der Psalmist hier von Jesus Christus und seinem tausendjährigen Reich spricht.

 

Im ersten Vers dieses Psalms lesen wir: "Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde lege zum Schemel deiner Füße!"

 

Diese Worte informieren uns darüber, daß Gott sich Jesu zuwendet und sagt: "Setze dich zu meiner Rechten’ und der schon erwähnte Vers 4 betrifft so auch unseren Herrn Jesus.

 

Jesus Christus ist wirklich derjenige, der durch den König und Priester Melchisedek dargestellt wurde.

 

Das Neue Testament bestätigt uns diesen Gedanken mit den Worten des Apostels Paulus an die Hebräer.

 

Dieser Brief beschafft den Schlüssel, welcher das Verständnis des im Melchisedek verborgenen Bildes ermöglicht.

 

In diesem Brief zitiert Apostel Paulus die Verse aus 1. Mose und  Ps 110 und fügt ziemlich ausführliche und sehr interessante Erklärungen über Melchisedek hinzu.

 

Zunächst nennt er ihn nicht "den Priester’, sondern "den Hohenpriester’, was ihm noch mehr Wichtigkeit verleiht und ihn auf den höchsten Rang der religiösen Hierarchie stellt.

 

Wir lesen in Hebräer 5:4,5: "Und niemand nimmt sich selbst die Ehre, sondern er wird von Gott berufen wie auch Aaron. So hat auch der Christus sich nicht selbst verherrlicht, um Hohepriester zu werden, sondern der, welcher zu ihm gesagt hat: "Mein Sohn bist du, ich habe dich heute gezeugt""

 

Christus selbst ist kein berufener Hohepriester, sondern er bekam diese Autorität direkt von Gott.

 

Er verdiente diese Autorität, denn er erhielt sie Dank seines eigenen Leidens. Wenn man die Verse 5 bis 10 des 5. Kapitels in Hebräer liest, dann findet man unter dem Melchisedek betreffenden Bericht die Verse 7 und 8, die uns vom Leiden des Herrn erzählen.

 

Wir lesen Hebräer 5:7,8: "Der hat in den Tagen seines Fleisches sowohl Bitten als auch Flehen mit starkem Geschrei und Tränen dem dargebracht, der ihn aus dem Tod erretten kann, und ist um seiner Gottesfurcht willen erhört worden und lernte, obwohl er Sohn war, an dem, was er litt, den Gehorsam."

 

Diese in ihrem Zusammenhang betrachteten Verse scheinen uns zeigen zu wollen, daß Jesus diesen glorreichen Titel "Melchisedek’, als Belohnung für sein Leiden und seinen Gehorsam erhielt.

 

Gott ehrte und erhöhte ihn zu dieser höchsten Würde des Hohenpriesters, um eine besondere Mission mit der Hilfe seiner Braut durchzuführen, welche heute noch gewählt auserwählt wird.

 

Melchisedek ist das Vorbild Christi in der Macht und Herrlichkeit seines Königreiches, wenn er die ganze Menschheit segnen wird.

 

Christus, der König von Salem, der König des Friedens, der Christus aus Haupt und Leib, wird auf gerechte Weise über die ganze Erde richten.

 

Wir erinnern uns, daß Melchisedek ein König und Priester war, der segnete, aber kein Opfer darbrachte. Aus diesem Grund wird Christus auch dieses Vorrecht des Segnens erhalten.

 

In der Zeit des Propheten Samuel verlangte das Volk Israel, das wie die anderen Nationen sein wollte, nach einen König, damit er über das Volk herrsche.

 

Dies mißfiel Gott. Denn er wollte ihr einziger König und Herr sein. Nichtsdestotrotz entsprach Gott ihrer Bitte. { 1Sa 8:5,7}

 

Mit dem König Saul machte das Volk Israel eine schlechte Erfahrung. Dieser König wurde wegen seines labilen Charakters und seines Ungehorsams den göttlichen Anordnungen gegenüber endgültig von Gott verworfen.

 

Die anderen darauf folgenden Könige von Israel und von Juda sind mit einigen wenigen Ausnahmen nicht wesentlich besser als Saul gewesen. Sie sind auch schnell dem Götzendienst und Ungehorsam verfallen.

 

Aus diesem Grund sieht Gott in seinem Plan vor, die beide Ämter des Königs und des Priesters in einem einzigen Amt zusammenzufügen, damit der König auch eine religiöse Verantwortung trägt und so im ständigen Kontakt mit Gott ist.

 

Gott möchte die Macht seinen religiösen Vertretern geben, die ihm dienen und ihn gleichzeitig ehren und auch über die zivilen Angelegenheiten herrschen werden.

 

Nicht daß sie auf eine unbeugsame und despotische Art und Weise herrschen sollten. Unabhängig von jeder Zivilmacht werden die Menschen und gleich geboren und sie bleiben es.

 

Niemand hat das recht, auf königliche Weise über seinen Nächsten mit den Überschreitungen und der Ausbeutung, die jeder königlichen Macht kennzeichnen zu herrschen.

 

Der Mensch soll sich jederzeit daran erinnern, daß er schwach und ein Sünder ist. Er soll sich daran erinnern, daß es einen einzigen Schöpfer gibt, dem er Respekt und Verehrung erweisen sollte.

 

Deshalb wird der im Königreich auferweckte Mensch eine Regierung benötigen, eine starke Macht, die mit dem eisernen Stab dargestellt wird. Dies wird nicht deshalb geschehen, um ein Mensch einem anderen zu unterwerfen, sondern um den Mensch dem göttlichen Gesetz zu unterstellen.

 

In Apg 3:23 steht geschrieben: "Es wird aber geschehen: jede Seele, die auf jenen Propheten nicht hören wird, soll aus dem Volk ausgerottet werden."

 

Aus diesem Grund und zu diesem Ziel wurde das Amt des Melchisedek in Gottes Plan vorausgesehen.

 

Der gegenbildliche Melchisedek, der König des Friedens und der Gerechtigkeit, wird darauf achten, daß Friede und Gerechtigkeit, Rechtlichkeit und Glück auf der ganzen Erde respektiert werden. Dies wird die edle Mission dieser neuen Regierung auf Erde sein.

 

In seinem Brief an die Hebräer betont Apostel Paulus im 7. Kapitel die Überlegenheit der Priesterschaft des Melchisedek gegenüber der Priesterschaft des Aaron.

 

Obwohl beide Priesterschaften von Gott eingesetzt worden sind, so stellt jede von ihnen etwas anderes dar.

 

Aaron stellte unseren Herr in seinem Opferwerk dar. Er symbolisierte die irdische Mission Jesu mit seinen Leiden und seinem Tod.

 

Durch das Opfer am Versöhnungstag zeigte Aaron, auf welche Weise die Verdienste des Blutes Christi jetzt der Kirche zugerechnet werden und wie sie zukünftig zu Gunsten der ganzen Menschheit angewandt werden.

 

Die Söhne Aarons waren auch Priester, hatten aber einen dem Aaron untergeordneten Rank. Sie stellen die Glieder der Kirche, die "jetzt ergänzen, was noch aussteht von den Bedrängnissen des Christus für seinen Leib dar.’ (Kolosser 1:24)

 

Die Priesterschaft des Melchisedek war der des Aarons überlegen.

 

Der Apostel kommentiert die Tatsache, daß Abraham, Melchisedek, den Zehnten gab und sagt dabei, daß auf diese Art und Weise Aaron und der ganze Stamm Levi, welcher zu jener Zeit noch in der Lende Abrahams war, Melchisedek auch den Zehnten gegeben haben.

 

Wir lesen Hebräer 7: 9,10 "Und sozusagen ist durch Abraham auch von Levi, der die Zehnten empfängt, der Zehnte erhoben worden, denn er war noch in der Lende des Vaters, als Melchisedek ihm entgegenging.’

 

Auf die gleiche Art und Weise bekam Aaron die Segnungen Melchisedeks in der Lende seines Vorfahren, denn "Ohne jeden Widerspruch aber wird das Geringere von dem Besseren gesegnet.’ { Heb 7:7}

 

Im  Heb 7:3 lesen wir: "Ohne Vater, ohne Mutter, ohne Geschlechtsregister, hat er weder Anfang der Tage noch Ende des Lebens, er gleicht dem Sohn Gottes und bleibt Priester für immer.’

 

Der Gedanke, den der Apostel hier darstellen wollte, war, daß das Priestertum Melchisedeks nicht vererblich wie das de Aaron war, daß sie nicht vom Vater zum Sohn übertragbar war.

 

Wie jeder andere Mensch kam auch Melchisedek dank seines Vater und seiner Mutter auf die Welt. Wie die anderen Menschen starb er auch, aber sein Priestertum war von einer anderen Ordnung als die von Aaron. Sie wurde anderen Gesetzen und anderen Vorschriften unterstellt.

 

Dies schafft ein Vorbild, das uns zeigt, daß die Funktion des Priesters, die von Christus und der Kirche im Millennium durchgeführt wird, nicht vom Vater zum Sohn noch zu irgend jemand anderem übertragbar sein wird.

 

Wir wollen jetzt über den Anfang und das Ende dieser Priesterschaft sprechen.

 

Beim Zeitpunkt seiner Auferstehung erhielt unser Herr den Titel "König und Priester nach der Ordnung Melchisedeks’. Aber er wird diese Funktion wirklich erst ab dem Zeitpunkt durchführen, wo die Kirche vollendet sein wird.

 

Diese Priesterschaft wird in Kraft treten, wenn Christus anfangen wird, die ganze Menschheit zu segnen.

 

Im  Ps 110 haben wir gelesen, was in Hebräer 7: 17 aufgegriffen wird, nämlich daß Melchisedek "Priester in Ewigkeit’ war, was nicht bedeutet, daß er sein Amt für immer und ohne Ende ausführen wird.

 

Jesus wird dieser Priester und dieser Mittler so lange wie notwendig sein, also prinzipiell bis zum Ende des Millenniums.

 

Wenn er sein Werk als Mittler zu Ende bringen wird, wenn die ganze Menschheit zur Vollkommenheit, die Adam vor seiner Sünde hatte, zurückgebracht sein wird, dann wird Jesus seine königliche Macht an Gott, den Vater, übergeben.

 

Die Menschheit wird keinen Mittler mehr benötigen, denn sie wird selbst vollkommen sein.

 

Sie wird eine direkte Verbindung mit Gott haben und vor ihm verantwortlich sein.

 

Die Priesterschaft nach der Ordnung Melchisedeks war noch aus einem anderen Grund überlegen als die Aarons. Diese Seite ihrer Überlegenheit wird vom Apostel ebenfalls im 7. Kapitel in den Versen 23 bis 28 dargestellt.

 

Er erklärt, daß die Priester Aarons Menschen mit einer sündigen und sterblichen Natur waren.

 

Bevor sie zu Gunsten der anderen Israeliten Fürbitte halten konnten, waren sie gezwungen, sich selber zu reinigen und Opfer für ihre eigenen Sünden darzubringen.

 

Jesus war dagegen rein, ohne Sünde. Er stellte sich als Opfer dar, ein für alle mal. Er wurde auferweckt und lebt für immer.

 

Wir lesen den Vers 25: "Daher kann er die auch völlig erretten, die sich durch ihn Gott nahen, weil er immer lebt, um sich für sie zu verwenden.’

 

Im 8 Kapitel des Hebräerbriefes enthüllt der Apostel die Geheimnisse des tausendjährigen Zeitalters aus einem anderen Blickwinkel. Er stellt dort Christus als der Hohepriester des Neuen Bundes dar.

 

Wenn die Kirche vollendet sein wird, wenn die letzten Glieder der kleinen Herde auf die andere Seite des Vorhanges gegangen sein werden, ja wenn die Glieder der großen Schar ihre Kleider in der großen Drangsal gewaschen haben werden, wenn all dies erfüllt sein wird, dann werden die Verdiente Christus für die ganze Welt angewandt werden.

 

In jener Zeit wird Gott einen Neuen Bund mit dem Volk Israel schließen. Dieser Bund wird zunächst nur dem Volk Israel zu Gute kommen, aber später werden die Vorrechte und Segnungen der Wiederherstellung schrittweise der ganzen Welt gewährt.

 

In diesem Bild wird Christus, Haupt und Leib, der gegenbildliche Melchisedek, der neue Mittler dieses Neuen Bundes.

 

Liebe Geschwister! Die Person Melchisedek ist sehr reich an Vorbildern und Lehren. Die Analyse jener neuen Priesterschaft, die anders als die Priesterschaft Aarons ist, öffnet uns neue und herrliche Perspektiven.

 

Wie wir es schon erklärten, dürfen auch wir behaupten, Teil der Kirche zu sein. Wir dürfen diesen Wettlauf auch rennen, wo die Überwinder über jede menschliche Vorstellung hinaus belohnt werden.

 

"Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben.’ 1.Korinther 2:9.

 

Wenn wir dieses Doppelamt als Könige und Priester uns genau anschauen, dann sind wir uns sicher, daß es sehr schön dieser neuen, von der ganzen Welt erwarteten, Regierung entspricht.

 

Dieser König und Priester, der Christus und seine Kirche, wird in der Lage sein, alle Probleme der Menschen zu verstehen und zu lösen, denn die Glieder der Kirche werden wie schon Jesus sich eine sehr große Erfahrung während ihres Lebens auf der Erde angeeignet haben.

 

Wenn wir dieser Klasse angehören wollen, dann müssen unsere jetzigen Erfahrungen als Lehre dienen und uns Vertrauen und Gehorsam Gott gegenüber lehren.

 

Unser jetziges Ziel ist nicht zu lernen, die dringenden Probleme der Menschheit zu lösen!

 

Unser jetziges Ziel ist nicht zu wissen, wie die Umweltverschmutzung zu bekämpfen ist, wie die Probleme der Armut oder der Arbeitslosigkeit in der Welt auszuräumen sind!

 

Gott kennt die Lösungen aller dieser Probleme und er wird sie uns mitteilen, wenn die Zeit dafür gekommen sein wird.

 

Wir werden es nicht schaffen, die Welt jetzt zu reparieren, denn es ist noch nicht die Zeit dafür.

 

Unser jetziges Ziel ist hingegen der Gehorsam Gott gegenüber, ihm zuzuhören, ihn zu lieben und ihm vertrauen zu lernen.

 

Laß uns also in den eigenen Leiden und Erfahrungen ausharren, denn wir haben noch sehr viel von Jesus zu lernen. Laßt uns immer ein

 

Beispiel an unseren Herrn nehmen, der, wie wir es schon erwähnt haben, "Gehorsam durch was er erlitten hat lernte.’

 

Eines unserer jetzigen Ziele ist es, die anderen Menschen zu verstehen und mit ihnen mitzufühlen lernen, in deren Schwachheiten und auch manchmal in deren Hoffnungslosigkeit, damit wir sie im Millennium zur Gemeinschaft mit Gott zurückbringen können.

 

Wenn wir Teil dieser Regierung werden wollen, müssen wir uns täglich an die wunderbaren, für die Überwinder bestimmten, Verheißungen erinnern.

 

Durch das Studium der Heiligen Schrift und die brüderliche Gemeinschaft sollen wir diese Verheißungen besser verstehen, unseren Bund mit Gott besser in die Praxis umsetzen, unsere Charaktere verbessern und unsere Erwählung festmachen.

 

In 2.Petrus 1:10,11 lesen wir: "Darum, Brüder, befleißigt euch um so mehr, eure Berufung und Erwählung fest zu machen! Denn wenn ihr diese Dinge tut, werdet ihr niemals straucheln. Denn so wird euch reichlich gewährt werden der Eingang in das ewige Reich unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus."

 

Zum Schluß möchte ich noch die Botschaft dreier Verse aus Offenbarung 1:4-6 an euch richten, wo auch Apostel Johannes dieses ruhmreiche Vorrecht als König und Priester erwähnt.

 

"Gnade euch und Friede von dem, der ist und der war und der kommt, und von den sieben Geistern, die vor seinem Thron sind, und von Jesus Christus, der der treue Zeuge ist, der Erstgeborene der Toten und der Fürst der Könige der Erde!

 

Dem, der uns liebt und uns von unseren Sünden erlöst hat durch sein Blut und uns gemacht hat zu einem Königtum, zu Priestern seinem Gott und Vater: Ihm sei die Herrlichkeit und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit!

 

Amen"

Teil 1-Jerry Lesli, USA—Die Realität der probeweisen Rechtfertigung

 

Rechtfertigung wird richtig als " gerecht oder recht machen oder gerecht sprechen’ erklärt. Sie zeigt eine Entscheidung zu Gunsten einer Person an.

 

Adam war vor dem Fall wirklich gerecht. Jesus war wirklich gerecht, recht und vollkommen. Die Menschheit wird unter dem Mittler wirklich gereinigt und gerecht gemacht werden.

 

In dieser Situation schließt die Rechtfertigung zuerst das Aufheben des Todesurteils gegen Adam und sein Geschlecht, und als nächstes den Prozeß des Gerechtmachens, und schließlich das Endresultat der Vollkommenheit ein. (Römer 5:16, 19; Hebräer 12:23)

 

Alles dies geschieht auf der Grundlage der höchstgesetzlichen Anwendung des Blutes Jesu. Rechtfertigung wird jedoch auch mit Bezug auf andere angewandt, die schon lebten, bevor das Blut vergossen wurde.

 

So verhielt es sich bei Abraham. (Römer 4; Galater 3:6,8; Jakobus 2:23) Dies ist ein Fall von Gottes Hoheitsrecht, "der das Nichtseiende ruft, wie wenn es da wäre.’ (Römer 4:17)

 

Paulus bezeichnet Abel als recht, indem er das gleiche Wort "gerecht’ benutzt. (Hebräer 11:4)

 

Von Noah wird gesagt, daß er gerecht war. (1. Mose 6:9)

 

Bibelforscher bezeichnen dies als "zugerechnete Rechtfertigung’. Es beschreibt diesen besonderen Gebrauch der Rechtfertigung, der auf der Grundlage des Glaubens besteht, die auf einer Freundschaft mit Gott beruht.

 

Sie beschreibt, wie Gott sie ansieht oder betrachtet, obwohl sie nicht wirklich oder gesetzlich vollkommen waren.

 

Das Wort "zugerechnet’ ist ein schriftgemäßer Ausdruck, der "ansehen als’ bedeutet und in Bezug auf jene angewandt wird, die vor und nach dem Vergießen des Blutes Christi lebten. (Römer 4:3-11; 6:11)

 

Aber bevor das Blut vergossen wurde, konnte es keine gesetzmäßige oder lebenskräftige Grundlage für diese Freundschaft geben.

 

In 3. Mose 16 wird die Rechtfertigungszeremonie des Versöhnungstages Israels beschrieben.

 

Wir bezeichnen dies als "vorbildliche Rechtfertigung’ und wiederum nicht, weil es ein

 

schriftgemäßer Ausdruck ist, sondern, weil Paulus sagt, daß der Schatten der Dinge die kommen sollen, das Volk niemals vollkommen machen kann, und das Blut von Stieren und Böcken niemals Sünde wegnehmen kann. (Hebräer 10:1-4)

 

Paulus benutzt das griechische Wort, das in der deutschen Übersetzung "vorbildlich’ bedeutet in 1. Korinther 10:6, 11, wo er sagt, daß diese Dinge Vorbilder wären.

 

Wenn wir zum Evangelium-Zeitalter kommen, so benutzen wir die Phrase "belebende Rechtfertigung’, um ein lebengebendes Verhältnis zu unterscheiden, das auf der Grundlage des Blutes Christi besteht, obgleich nicht eine physische oder wirkliche Vollkommenheit im Fleisch besteht, wie es der Fall bei der "wirklichen Rechtfertigung’ für die Welt im Königreich der Fall sein wird. (1. Johannes 1:7; Römer 5:9; 1. Korinther 6:19,20)

 

So erkennen wir die Nützlichkeit von Eigenschaftsworten, die die weitere Anwendung der Rechtfertigung in den Schriften beschreiben. Wenn wir die belebende Rechtfertigung eines Christen anerkennen, die nur durch Gottes

 

Annahme einer völligen und rückhaltlosen Weihung in den Tod vorkommen kann, so respektieren wir auch den erweiterten Gebrauch der Anwendungen in Gottes Plan.

 

In seinen frühen Schriften benutzte Bruder Russell die einfache Phrase "Rechtfertigung’, um alle zu beschreiben, die auf das Blut Jesu vertrauten, entweder in einem weiten nominellen oder in einem völlig geweihten Sinn.

 

Deshalb kennzeichnete er beide in der Zeitalterkarte auf oder über der Ebene "N’. Trotzdem unterscheidet er in den Stiftshüttenbildern immer die allgemeinen Dienste der Leviten von dem Opferwerk und der Annahme der Priester.

 

Es war für ihn hinreichend, um den Haushalt des Glaubens und die Kirche zu beschreiben, da beide ihre Dienste auf die Grundlage der Rechtfertigung stellen.

 

Als der Gegenstand der Rechtfertigung klarer in seiner Schönheit und im Detail wurde, wünschte Bruder Russell zu zeigen, daß die Schriften nur eine Probe zum Leben erlaubten, die auf dieser mit "Lebenskraft erfüllenden Rechtfertigung’ basierte.

 

Aber eine Erklärung war nicht hinreichend für alle Beziehungen der Schrift auf die Rechtfertigung. Andere, die sich einer weiteren Gunst erfreuen, während sie die Kosten berechnen, sind auch als gerechtfertigt bezeichnet, aber in einem anderen Sinn.

 

In Band 6 und in verschiedenen Artikeln bezeichnete er dies als "probeweise Rechtfertigung’.

 

Mit dem Eigenschaftswort "probeweise’ wurde beabsichtigt einen bedingten, vorläufigen oder Probestatus zu zeigen. Der Ausdruck beschreibt jene, die Rechtfertigung suchen und sich ihr nähern, welche das Verdienst von Christus erfordert, welches aber ihr Opfer mit Christus zu sterben bedingt.

 

Jemand könnte seine günstigen Gelegenheiten zurückberechnen und niemals zu einer vollen Weihung über Opfer voranschreiten. Dieser mag sich dafür entscheiden zu der ungeschützten

 

Verwirrung der Welt zurückzukehren. Oder vielleicht würde dieser zufrieden sein ein frommes Leben zu führen und auf das irdische Königreich zu warten.

 

Andererseits mag er voranschreiten, um sein Alles auf den Opferaltar zu legen, und dann mit dem Blute Christi bedeckt in einen Leben- und Tod Vertrag eintreten, welcher unwiderruflich ist.

 

Bruder Russell bezeichnete dies als eine "mit Lebenskraft erfüllte Rechtfertigung’.

 

Aber machen die Schriften eine solche Unterscheidung? Wir denken, sie tun es.

 

In 1. Korinther 7:14 bezeichnet Paulus die Kinder der Geweihten als nicht unrein sondern heilig. Wir bemerken hier zwar nicht das Wort gerechtfertigt, aber deutlich, daß die Idee von "Reinheit’ und "Heiligkeit’ benutzt wird, um die nichtgeweihten Glieder einer Familie zu beschreiben.

 

Dann haben wir mit Römer 12:1 einen der meistbenutzten Texte der Bibelforscher. Paulus drängt nicht Ausländer und Freunde ihre Leiber darzustellen, sondern vielmehr "Brüder’.

 

Weiterhin drängt er sie ein heiliges und annehmbares Opfer darzubringen. Es gibt kein annehmbares Opfer, es sei denn, daß es zuerst heilig, rein, gerechtfertigt ist.

 

In Hebräer 9:14 lernen wir, daß das Werk des Blutes Christi das Gewissen von toten Werken reinigen wird, indem es zu dem Dienst des lebendigen Gottes führt. Dies zeigt, daß es vor der Verpflichtung der völligen Weihung eine Reinigung gibt.

 

Im nächsten Kapitel, Hebräer 10:19-22, beschreibt Paulus die Zuversicht in das Heiligtum einzutreten.

 

Er sagt, daß dies auf unserer Herzensannäherung beruht, besprengt (mit dem Blut) und damit gereinigt vom bösen Gewissen und den Leib gewaschen mit reinem Wasser (der Wahrheit).

 

Dieser gereinigte und gewaschene Zustand ermutigt dann zur Zuversicht in das Heiligtum einzutreten. Es ist dieser Vorhof-Zustand, der dem Eintreten in das Heilige vorausgeht, den Bruder Russell als probeweise Rechtfertigung bezeichnet.

 

Aus diesem Grund wurden den Leviten Dienste im Vorhof erlaubt, aber nicht im Heiligen. Nur opfernde Priester konnten weitergehen. (Hebräer 9:6; Matthäus 12:4)

 

Jakobus beschreibt diese fortschreitende Beziehung als: "Naht euch Gott! Und er wird sich euch nahen.’ (Jakobus 4:8)

 

Diese Gunst- oder Gnadenperiode wird ferner von Apostel Paulus in 2. Korinther benutzt. In Kapitel 5:20 nötigt er eine Klasse mit Gott versöhnt zu werden, nicht solche, die schon versöhnt sind. "Wir bitten für Christus: Laßt euch versöhnen mit Gott!’

 

In Kapitel 6:1 legt er Nachdruck darauf die Gabe Gottes nicht umsonst zu empfangen. "Als Mitarbeiter aber ermahnen wir auch, daß ihr die Gnade Gottes nicht vergeblich empfangt.’

 

Worin besteht diese Gnade? Wenn es lebenskräftige Rechtfertigung ist, dann ist diese Zuhörerschaft schon versöhnt worden.

 

Aber als ein bedingtes Nahestehen zu den heiligen Dingen erwägen sie das große Opfer, das am Kreuz gegeben wurde und waschen sich am Reinigungsbecken der Wahrheit.

 

Aber wenn es nicht für die besonderen Opfer des Evangelium-Zeitalters benutzt wird, dann ist diese Gnade in der Tat umsonst.

 

Römer 2:4 beschreibt diese Gnade als die Güte Gottes, die zur Buße führt. Daher ist es eine besondere Begünstigung, daß völlige Buße und Weihung vorausgeht.

 

Betrachte Kornelius vor seiner Taufe und dem Empfangen des Heiligen Geistes. (Apostelgeschichte 10:4, 10-14, 28, 31, 35)

 

Bevor Kornelius den Geist bekam, sind "seine Gebete hinaufgestiegen zum Gedächtnis vor Gott.’

 

Dies waren gerechte und rechte Gebete, sonst wären sie nicht erhört worden. Petrus wurde gesagt, daß Gott einige "gereinigt’ hatte, die Petrus als unrein betrachtete. Dann verstand Petrus, daß diejenigen von jeder Nation, die Gott fürchten und Gerechtigkeit wirken, Ihm angenehm sind. (Vers 35)

 

Solch eine Reinigung von Kornelius und anderen, bevor sie den heiligen Geist empfingen, kann als bedingte oder probeweise Rechtfertigung betrachtet werden, oder als ein gerecht rechnen, jedoch nur im Verhältnis zu ihrem Verständnis. Zeugung durch den Heiligen Geist wird jedoch nur gewährt, nachdem jemand völlig darinunterwiesen ist, was das Blut Christi betrifft, und nachdem er eine rückhaltlose Weihung gemacht hat.

 

Eine mit Lebenskraft erfüllte Rechtfertigung ist unter jenem Blut gesichert. Nun mag jemand einwenden, daß diese Texte das Wort Rechtfertigung nicht erwähnen. Römer 5:1, 2 benutzt jedoch das Wort "Rechtfertigung’, welche Frieden mit Gott bringt durch Jesus, der für die Einführung in "diese Gnade’ Vorsorge trifft.

 

Es ist eine Form von rechtfertigender Gnade, die jenen Frieden bringt wovon in Vers 1 die Rede ist. Aber es ist nicht bis Vers 9, daß Paulus sagt: "Vielmehr nun, da wir jetzt durch sein Blut gerechtfertigt sind, werden wir durch ihn vom Zorn gerettet werden.’

 

Seine Betrachtung schreitet fort von der Rechtfertigung durch Glauben die Frieden bringt bis zu der Blut-Rechtfertigung die den Fluch beseitigt.

 

Es ist dieser erste Schritt des Glaubens den Bruder Russell als "probeweise Rechtfertigung’ beschreibt, um sie von dem völligen Vertrauen in das Blut zum Leben zu unterscheiden.

 

Wir finden dieses Wort auch in Sprüche 4:18 angewandt, wo der Pfad des Gerechten heller und heller erstrahlt bis zur Tageshöhe.

 

Hier verstehen wir es als Erkenntnis, die weiterhin heller erstrahlt, aber der "Pfad des Gerechten’, als das Fortschreiten der Rechtfertigung, die bis zur absoluten Tageshöhe erstrahlt.

 

Dieses Fortschreiten wird in Römer 1:17 beschrieben: "Denn Gottes Gerechtigkeit wird darin offenbart aus Glauben, wie geschrieben steht: Der Gerechte aber wird aus Glauben leben.’

 

Diese Gnadengabe, der "Pfad der Gerechten’, beginnt mit einem Maß von Glauben, aber die Tageshöhe ist noch nicht erreicht, "bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der

 

Erkenntnis des Sohnes Gottes, zur vollen Mannesreife, zum Vollmaß des Wuchses der Fülle Christi.’ (Epheser 4:13)

 

Paulus unterscheidet dieses Fortschreiten als Diener, Freunde und dann Söhne, alle die einen Fortschritt zu der mit höchster Lebenskraft erfüllten gerechtfertigten Beziehung machen. (Johannes 15:14,15; Galater 4:7)

 

Zurückkehrend zu dem Vorbild von 3. Mose 16:6 finden wir, daß Aaron seinen Stier opferte, "der für ihn ist’, und Sühnung für sich und sein Haus erwirkte.

 

Wir verstehen, daß Jesus, der in Aaron dargestellt ist, keiner Sühne bedurfte. Daher verstehen wir die Worte: "der für ihn ist’, daß sie seine Leibesglieder repräsentieren, die den Christus ausmachen.

 

Was verstehen wir jedoch unter dem "Haus’? Es sind alle anderen Gläubigen, die in einem bestimmten Maße auf den Erlöser vertrauen.

 

Diese schließen jene ein, die "die Kosten berechnen’ (Lukas 14:28), und sie sind betrachtet als diejenigen, die das Wort "probeweise’ einschließt. Dieses "Haus’ wird in einem anderen Bild gezeigt, das beides umschließt, Beziehungen zu dem Blut in erster und in zweiter Linie.

 

2. Mose 12:7, 13, 22 beschreibt den Schutz des Blutes über den    Haushalt der Erstgeborenen bei dem Auszug.

 

Immerhin ist es ausdrücklich festgesetzt, "von euch darf bis zum Morgen keiner zur Tür seines Hauses hinausgehen.’

 

Es ist festzustellen, daß es einen Segen für die ganze Familie gab, die unter dem Blut in Verbindung mit den Erstgeborenen blieb, obgleich die anderen nicht von jener Klasse waren.

 

Auch dies drückt ein Maß der Begünstigung göttlichen Schutzes für andere Gerechte aus, aber nur, wenn sie in der Nähe des Lammes und seines Blutes bleiben.

 

Alle außerhalb des Hauses waren Gegenstand der Plagen, und jene, die innen waren, wurden

 

als durch das Blut beschützt betrachtet und gerecht genug, daß an ihnen vorübergegangen wurde, aber nicht alle waren Erstgeborene.

 

Weitere Bezugnahmen finden wir in den Reprints (Wachttürmen) 3605, 4656, 5206-8, 5316,

 

5959 usw. Amen.

Teil 2-Homer Montage, USA—Rechtfertigung ist nicht probeweise

 

Probeweise Rechtfertigung ist kein Ausdruck der Schriften. Daher würde es bei der Diskussion dieses Gegenstandes hilfreich sein die Bedeutung von beiden Worten zu erfahren, die in diesem Ausdruck benutzt werden.

 

Das amerikanische Heritage Wörterbuch der englischen Sprache erklärt das Wort "probeweise’ als:

 

1. Von experimenteller Natur, vorläufig.

 

2. Unsicher

 

Da das Wort "Rechtfertigung’ in der Schrift gefunden wird, werden wir von Vine’s Expository Wörterbuch biblischer Worte zitieren, das diese Erklärungen gibt:

 

1. Dikaiösis (1337) bedeutet: "der Akt des Gerechtsprechens, der    Rechtfertigung, Freisprechung.’

 

2. dikaiösis (1347) hat drei verschiedene Bedeutungen und    erscheint am besten beschrieben umfassend als "ein konkreter    Ausdruck der Rechtschaffenheit.’

 

Es ist eine Erklärung, daß eine Person oder eine Sache gerecht oder rechtschaffen ist und im weiten Sinn den Ausdruck und die Auswirkung von dikaiösis repräsentiert.

 

Bevor wir den Ausdruck "probeweise Rechtfertigung’ analysieren, werden wir die Philosophie der Schrift in Bezug auf den Gegenstand der Rechtfertigung erwägen. Der Mensch war in seinem ursprünglichen Zustand recht oder gerecht. Das ganze menschliche Geschlecht erbte die Auswirkungen der Sünde als eine Folge von Adams Ungehorsam in Eden. Wir lesen: "Denn alle haben gesündigt und erlangen nicht die Herrlichkeit Gottes. (Römer 3:23)

 

Des weiteren konnte niemand in Übereinstimmung mit Gottes Eigenschaft der Gerechtigkeit der Strafe entfliehen, die dem ersten Menschenpaar ohne die Bezahlung des entsprechenden Preises eines Lösegeldes auferlegt wurde.

 

Die Hingabe eines vollkommenen menschlichen Lebens war nötig, um Adam und seine Nachkommenschaft zu erlösen.

 

Als ein Zeugnis für die Treue, mit der er sein vollkommenes menschliches Leben für diesen Zweck dahingab, führen wir das folgende Schriftzeugnis an:

 

"Denn einer ist Gott, und einer ist Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch Christus Jesus, der sich selbst als Lösegeld für alle gab, als das Zeugnis zur rechten Zeit.’ Timotheus 2:5,6)

 

Die Rechtfertigung ist ein Zustand der befleckt ist, wenn ein früherer Sünder für gerecht gehalten wird und nicht länger unter der Verdammnis ist. Das Objekt der Rechtfertigung ist, daß die Person Leben haben möge. "Wenn es nun durch eine Übertretung für alle Menschen zur Verdammnis (kam), so auch durch eine Gerechtigkeit für alle Menschen zur Rechtfertigung des Lebens.’ (Römer 5:18)

 

Bevor Christus kam, um der Erretter der Welt zu sein, hatten glaubensvolle und gehorsame Menschen, solche wie Abraham, ein Verhältnis mit Gott.

 

"Abraham aber glaubte Gott, und es wurde ihm zur Gerechtigkeit gerechnet, und er wurde ‘Freund Gottes’ genannt.’ (Jakobus 2:23)

 

Obgleich Abrahams Rechtfertigung (Gerechtigkeit) in diesem Zusammenhang erwähnt wird, war es nicht eine Rechtfertigung zum Leben sondern zur Freundschaft. Während des Evangelium-Zeitalters konnte keiner diese gleiche Erfahrung der Rechtfertigung zur Freundschaft machen.

 

Wenn Abraham und andere Glaubenshelden der Vergangenheit während dieser Zeit gelebt hätten, wären sie zweifellos unter den völlig geweihten und geistgezeugten Gliedern der Kirche gewesen, die jetzt zum Leben gerechtfertigt sind.

 

Aber wie wir lesen: "Und diese alle, die durch den Glauben ein Zeugnis erhielten, haben die Verheißung nicht erlangt, da Gott für uns etwas Besseres vorgesehen hat, damit sie nicht ohne uns vollendet werden sollen.’ (Hebräer 11:39, 40)

 

Die Rechtfertigung zum Leben begann im Evangelium-Zeitalter auf der Grundlage der Bedeutung von dem was Jesus tat.

 

"Sondern auch unsretwegen, denen es zugerechnet werden soll, die wir an den glauben, der Jesus, unseren Herrn, aus den Toten auferweckt hat, der unserer Übertretung wegen dahingegeben und unserer Rechtfertigung wegen auferweckt worden ist.’ (Römer 4:24, 25)

 

Dies wurde offenkundig, als "er jetzt vor dem Angesicht Gottes für uns erscheint.’ (Hebräer 9:24)

 

Wenn wir der Zuschreibung des Verdienstes des Opfers Christi folgen, so waren geweihte Gläubige in Jerusalem, gerechtfertigt zum Leben, und sie empfingen die Ausgießung des heiligen Geistes zu Pfingsten.

 

Hinsichtlich der Rechtfertigung ist ein Prinzip des Herzens: "Gott ist es, der rechtfertigt.’ (Römer 8:33)

 

Mit anderen Worten, es ist der Himmlische Vater, der bezeugt, daß er jemanden für recht hält.

 

Wie zuvor erwähnt wurde Abraham aufgrund seines bewiesenen Glaubens, seiner Weihung und seines Gehorsams, als ein Freund Gottes betrachtet. Während dieses Evangelium-Zeitalters rechtfertigt Gott geweihte Gläubige auf der Grundlage ihrer Annahme der Beimessung des bedeckenden Verdienstes von Christi Lösegeldopfer und zeugt sie durch den Heiligen Geist. Jedoch ist aller Zutritt zu Gott durch Jesus. "Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich.’ (Johannes 14:6)

 

Trotzdem, obgleich der Sünder durch Jesus zu Gott kommen muß, muß ein solcher zuerst nach Gerechtigkeit trachten und mit Jesus bekannt gemacht werden durch ein Studium des Wortes Gottes. "Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der mich gesandt hat, ihn zieht...’ (Johannes 6:44)

 

Nachdem wir etwas von Gottes Plan lernen und von den Zielen der Jüngerschaft hören, einer völligen Weihung in den Tod, mögen wir unseren verlorenen sündenvollen Zustand völlig erfassen, indem wir bemerken, daß das Opfer Jesu auf Golgatha die Grundlage unserer Errettung ist.

 

Wenn wir geloben in des Meisters Fußstapfen nachzufolgen, ist der Erlöser imstande seine Gerechtigkeit uns zuzuschreiben und unsere Mängel zuzudecken und uns so dem Vater annehmbar zu machen, der uns rechtfertigen wird und uns mit der ernstesten Zeugung des Geistes ausstatten wird, in einer augenblicklichen Handlung.

 

Sie werden mit der Menschenwelt, wenn diese sich der gerechten Regierung unterwirft, die während der ganzen Millenium-Herrschaft besteht, unter der Regierung des Christus, Haupt und Leib, graduell auf dem Hochweg der Heiligung voranschreiten. "Und der Geist und die Braut sagen: Komm! Und wer es hört, spreche: Komm! Und wen dürstet, der komme! Wer da will, nehme das Wasser des Lebens umsonst!’ (Offenbarung 22:17)

 

Alle die das Ende dieser Tausendjahr-Herrschaft erreichen werden, werden in der "Kleinen Weile’ von der göttlichen Gerechtigkeit geprüft werden.

 

Die böse sind werden vernichtet werden, aber die große Mehrheit wird gerechten Gehorsam zeigen und für würdig erachtet werden immerwährendes irdisches leben zu erhalten.

 

Es ist Gott der rechtfertigt Es kann keine Verneinung darüber geben, daß der Ausdruck "probeweise Gerechtigkeit’ in den Schriften Bruder Russells vorhanden ist in Verbindung mit dem Lauf des Gläubigen, vor Gottes Annahme seiner Weihung, vom Tor des Vorhofes bis zum Tor des Heiligen. Auf der Linie mit den Erklärungen, die für "probeweise’ und für "Rechtfertigung’ gegeben werden, entsteht eine Frage, die gestellt werden muß, ob der Pastor zu verstehen geben wollte, daß jemand als "probeweise’ gerecht anzusehen sei, bevor Gott seine Weihung annimmt.

 

Ein Rückblick auf die Erntebotschaft gibt Bruder Russells letzte Gedanken über den Gegenstand der Rechtfertigung wieder, die beabsichtigt waren, um den Lauf des Sünders als "probeweise’ hervorzuheben, bis er eine volle Entscheidung trifft, sein Alles zu weihen.

 

Wir verstehen nicht, daß der Himmlische Vater den Sünder während dieses Evangelium-Zeitalters, bevor er mit Christi Verdienst bedeckt wird, als "probeweise’ oder "provisorisch’ gerecht betrachtet.

 

Ausgenommen von dieser Erwägung sind jedoch die Kinder Neuer Schöpfungen bis zu einem Alter der Verantwortlichkeit. (1. Korinther 7:14) In Unterstützung dieser Prämisse, daß des Sünders Lauf entgegengesetzt zu jeder Handlung Gottes ist, welche "probeweise’ ist, zitieren wir die folgenden Auszüge vom Fragebuch mit dem Titel. "Was Pastor Russell sagte’, Seite 139, Paragraph 2 und 3 von 1916: "Das Verdienst Christi rechtfertigt gar nichts probeweise... "

 

Wenn er zu erkennen beginnt, daß er ein Sünder ist, und danach trachtet sich von der Sünde wegzuwenden und Gott zu suchen und nach Gerechtigkeit zu streben, dann schlägt er eine Richtung ein, die wir als einen "probeweise’ gerechtfertigten Lauf bezeichnen mögen... Er hat keine Segnungen, ausgenommen jene, die ihm zufallen, weil er die rechte Richtung eingeschlagen hat, indem er sich dem zuwendet, was Gott anerkennt... Aber er ist nicht in die Familie Gottes hineingekommen und seine Sünden sind nicht

 

vergeben.

 

Die Segnungen, deren er sich erfreut, sind dadurch zu ihm gekommen, daß er die Richtung des Glaubens und Gehorsams bezüglich dem Gesetz der Gerechtigkeit eingenommen hat, -mehr oder weniger.

 

Die Person, die in den Vorhof kommt, ist nicht gerechtfertigt sondern nähert sich dem gerechtfertigten Zustand. Sie sieht den Altar und hat einen Segen durch die lebendige Vorstellung, daß Christus für unsere Sünden starb. Er ist noch nicht gerechtfertigt sondern erkennt bloß die göttliche Vorsehung. Er sagt: "Ich glaube es’, und hat einen entsprechenden Segen.

 

Der nächste Schritt ist der der Reinigung durch das Waschen am Reinigungsbecken. Dies bedeutet das Abwaschen des Schmutzes des Fleisches oder das Bemühen darum.

 

Es bedeutet nicht, daß er nun gerechtfertigt ist. Wenn jemand ein unmoralisches Leben geführt hat und jene Sünden abzulegen und rechtschaffen zu leben versucht, kommt er Gott näher, und es wird ihm selbst mehr Frieden des Geistes bringen. Wenn er die rechte Sinnesart hat, so wird er fortfahren, anderenfalls wird er zurückfallen.

 

Aber wenn er vorangeht, wird er zum Tor der Stiftshütte gelangen. Er kann durch eigene Kraft nicht weitergehen. Er wird hier durch den Bock des Herrn dargestellt, der angebunden oder an dem Tor der Stiftshütte festgebunden ist.

 

Er hat sich als ein Gläubiger genähert, er hat sich von äußeren Sünden gereinigt, und da er nun das Vorrecht des Opferns kennt, bindet er sich am Tor an.

 

Dies bedeutet, daß er sich unterwirft oder sich dem Herrn weiht. Er legt seinen eigenen Willen nieder. Aber noch ist er nicht gerechtfertigt. Er begehrt bloß Rechtfertigung. Er hat die richtige Richtung eingeschlagen, was wir jedoch "probeweise Rechtfertigung’ benennen, weil er auf dem Wege ist und mehr Erfahrungen macht, die notwendig sind, um ihn zur wirklichen Rechtfertigung zu bringen. Er kann sich nicht selbst rechtfertigen. Er kann sich nur am Tor festbinden.

 

Was wird ihn rechtfertigen? Hier nimmt ihn der Priester an, aber selbst dies rechtfertigt ihn nicht. ‘Es ist Gott der rechtfertigt’.

 

Der Hohepriester kommt und wendet sein Verdienst an, und dann wird die göttliche Annahme durch die Zeugung des Heiligen Geistes angezeigt.

 

So bezieht sich der Ausdruck "probeweise Rechtfertigung’ auf die versuchsweise Stellung oder den Lauf des Sünders, der während des Evangelium-Zeitalters mit Gott in Beziehung

 

zu treten wünscht. Es scheint die erklärte Absicht bei Bruder Russells Gebrauch des Ausdrucks "probeweise Rechtfertigung’ zu sein, daß sie nicht zu verstehen gibt, daß Gott eine solche Person als vorläufig gerechtfertigt betrachtet.

 

Wir schließen mit einem letzten Zitat vom Fragebuch, Seite 412, Paragraph 1 von 1916: "Aus Gnaden erkennt der Herr daher niemand an, bis er alle diese Schritte getan hat, gerade bei solch einer probeweisen Rechtfertigung, bis er gründlich entschieden hat, daß er des Herrn Jünger zu sein wünscht und dies wahrhaft kundgetan hat, nachdem er sich hingesetzt und die Kosten berechnet hat.

 

Bis er zu diesem Punkt der Entscheidung gekommen ist, will der Herr nichts mit ihm zu tun haben. Aber wenn er sich selbst in der Weise am Tor anbinden wird, daß er einen Bund mit Gott macht, dann wird der Herr sich seiner annehmen, und alles wird zu seinem Guten mitwirken, aber nicht bevor er diesen Schritt getan hat.’ Amen.

Regis Liberda, Frankreich—Das kleine Fischerboot

 

Eines Tages sagte der Herr seinen Jüngern am See Genezareth, daß ihm immer ein kleines Boot bereitgehalten werden sollte, damit ihn die Volksmenge nicht so bedrängte. Diese Worte des Herrn werden in Markus 3:9 berichtet.

 

Dieses von Jesus benutzte Boot gibt uns die Gelegenheit mit ihm eine Spazierfahrt auf dem See zu machen, den er so sehr liebte und einige der wunderschönen Lektionen zu hören, die er an dessen Ufern gab. Der See Genezareth, den viele für das Juwel Israels halten, ist schon von seiner geographischen Lage her ein Kuriosität der Natur. Er ist tatsächlich der einzige See der Welt, der sich unter dem Meeresspiegel befindet, genauso wie der Jordan, der ihn durchströmt und im Toten Meer endet.

 

Wenn wir uns einen Augenblick vorstellen, daß das Mittelmeer das Jordantal überschwemmt, dann würde die Landkarte so aussehen. Aber Gott wollte es zum Glück nicht so und überließ uns eine herrliche Landschaft, die zur Bühne der Taten und Handlungen unseres Herrn wurde.

 

Es wird im allgemeinen angenommen, daß der Flußverlauf des Jordan den langen Abwärtslauf der Menschheit zum Tode darstellt. Der Tod ist durch das Tote Meer sehr gut illustriert, weil dort kein Leben möglich ist. Der See Genezareth erscheint dagegen durch seine außerordentliche Schönheit wie ein bevorzugter Ort der Ruhe.

 

Trotz seiner Bedeutung für das Land Israel wird der See Genezareth, mit der Bezeichnung Meer von Kinnereth, nur dreimal im Alten Testament genannt, in 4. Mose 34:11 und in Josua 12:3 und 13:27.

 

Beim Einzug des Volkes Israel in das Land Kanaan war er das Erbe des Stammes von Sebulon. Vom Meer von Kinereth wird uns im Alten Testament kein biblisches Ereignis, kein Kampf, kein Prophetenwunder, übermittelt. Dagegen spielt der See Genezareth vom Anfang bis zum Ende eine wesentliche Rolle in der Mission unseres Herrn.

 

Laßt uns also gemeinsam die Orte entdecken, wo der Herr lehrte, Jünger berief, Kranke heilte, auf dem Wasser erstaunliche Wunder vollbrachte und uns einige seiner wichtigsten Gleichnisse hinterließ.

 

Wenngleich Jesus in Nazareth aufwuchs, so gab er sich aber erst wirklich in Kapernaum zu erkennen. Kapernaum ist die Stadt, die er für einige Zeit auswählte, und in der er mit seinen ersten Jüngern wohnte. Kapernaum ist vor allem die Stadt des Apostel Petrus. Markus beschreibt uns im Kapitel seine Fischerarbeit. Das Boot, das Petrus dem Herrn zur Verfügung stellte, ähnelte wahrscheinlich sehr den Booten, die wir heute noch auf dem See sehen.

 

"Kommt mir nach und ich werde euch zu Menschenfischern machen,’ sagte er zu seinen ersten Jüngern. Der Herr hatte keine Bedenken, diese einfache Menschen auszusuchen, diese demütigen Arbeiter am Ufer des Sees.

 

Genauso bedenkenlos ruft er alle diejenigen zu seinem Dienst, die heute noch seinen Willen tun wollen. Das Netz, das er in diesen großen See, die Welt, auswirft, um die ihm Gehörenden zu fangen, stellt nicht nur eine bloße Beschränkung ihrer Freiheit dar, sondern es bietet ihnen die Möglichkeit, auf Ewigkeit Mitarbeiter in seinem Reich zu sein.

 

Zahlreich sind die Lektionen, die er uns überließ. In seinem kleinen Boot sitzend hat er in vielen Gleichnissen das Reich seines Vaters vorgestellt, wie zum Beispiel in den Gleichnissen vom Sämann oder vom Senfkorn.

 

Können wir uns diese Volksmenge vorstellen, die an den ruhigen Ufern des Sees sitzt, die zuhört, ohne vielleicht die Beschreibung einer Zukunft zu verstehen, die sich in den geheimnisvollen Worten des Herrn manchmal so leicht, so schön, dann wieder voller Schwierigkeiten, so schwer zu verdienen erscheint. So stellt er uns in einem seiner Gleichnisse das Königreich in der Gestalt eines Senfkorns vor.

 

Obgleich es beim Säen kleiner ist als viele andere Samen, wird es majestätisch, wenn es zu einem Baum heranwächst.

 

Damit wollte der Herr sagen, daß dieses wunderbare und mächtige Königreich, das wir erwarten, anfänglich oft von unbedeutenden Männern und Frauen gebildet wird, die trotz Hindernissen gewillt sind, dem Herrn zu folgen.

 

Ja, jeder Christ soll in jedem Moment seines Lebens mit Hindernissen rechnen, auch wenn das Leben oft ruhig und friedlich ist, so wie die Wellen des Sees. Denn dieser friedliche See kann auch stürmisch werden. So wird es in Markus 4:37 gezeigt, nachdem Jesus das Volk entlassen hatte und im Boot auf dem See war, als sich ein heftiger Sturm erhob, so wie es heute noch bei heißem Wetter geschieht. Jesus schlief im Boot, als seine Jünger ihn erschrocken fragten: "Meister, kümmert es dich nicht, daß wir umkommen?’ Jesus wachte auf, bedrohte den Wind und beruhigte den Sturm. Er sagte zu seinen Jüngern: "Was seid ihr so furchtsam? Wie, habt ihr keinen Glauben?’

 

Ja, unser Leben kann stürmisch werden, wie das unvorhersehbare Aufschäumen des Sees. Werden wir dann, bei diesem erschreckenden Aufschäumen, im Glauben bleiben und jeder Zeit unser ganzes Vertrauen in Gott setzen?

 

So beschreibt dieses Boot sehr gut die Lage des Christen in der Welt: Solange er sich mit dem Herrn im Boot befindet, können ihn die wilden Wogen nicht treffen. Was für ein Trost, was für eine Hoffnung geben uns die Anwesenheit des Herrn und die Verheißungen Gottes!

 

An den Ufern des Sees gibt uns Jesus aber noch andere Lehren. So ist dies Boot, das ihm dazu dient, sich von dem Volk zu entfernen und das Arbeitsinstrument von Petrus und Andreas ist vor allem ein praktisches und schnelles Fortbewegungsmittel, um vom einen Ufer zum anderen zu gelangen. So beschließt der Herr eines Tages von Kapernaum zum anderen Ende des Sees zu fahren, ins Land der Gerasener.

 

Gleich nach seiner Ankunft begegnet ihm ein Besessener. Als Jesus sich der dramatischen Macht Satans über diesen unglücklichen Menschen gegenübergestellt sieht, vollbringt er ein großes Wunder.

 

Indem er die Dämonen verjagt, beweist der Herr, daß er den Kräften des Bösen überlegen ist, und daß der Prinz dieser Welt nichts gegen die Allmacht des Sohnes Gottes ausrichten kann, auch wenn der Kreuzestod des Herrn den Jüngern eine Zeit lang dies gegenteilig erscheinen ließ.

 

Können wir uns die Freude dieses Mannes namens Legion vorstellen, der von zahlreichen Dämonen befreit wird? Eine Freude, die auch durch den Verlust der Schweineherde nicht gemindert werden kann, in diese Herde fahren nämlich mit Jesu Erlaubnis die Dämonen fuhren, und sie stürzte über die steile Uferböschung ins Meer.

 

Als er sich zum anderen Ufer aufmachte, erlaubt der Herr eine außergewöhnliche Verkündigung dieses Wunders, indem er den Mann dazu auffordert, im Zehnstämmegebiet von seiner Heilung zu berichten.

 

Das 5. Kapitel des Markus-Evangelium berichtet von anderen Wundern des Herrn, nachdem er über den See zurückgekehrt war, wie zum Beispiel von der Frau, die darauf vertraute, geheilt zu werden, wenn sie nur den Saum seines Kleides berühren könnte.

 

Aber auch im Hause des Jairus, eines Obersten der jüdischen Synagoge, zeigt Jesus seine außergewöhnliche Macht, als er dessen zwölfjährige Tochter wieder zum Leben erweckt. Wie groß mußte die Überraschung des Volkes sein, das zum erstenmal einen Toten zum Leben zurückkehren sah. Der Herr wird noch zwei Auferstehungen durchführen wird, aber das Ufer des Sees Genezareth ist der erste Zeuge des Sieges über den Tod, der im großen Maßstab sichtbar sein wird, wenn alle, die gelebt haben, zum Leben zurückkehren werden.

 

Es ist fast 2000 Jahre her, daß der Herr sagte: "Talita kum! Mädchen, ich sage dir, steh auf! Ich befehle es dir!’ Wie glücklich sind wir, daß diese Worte bald unter den Menschen ertönen werden.

 

Aber der See war auch Zeuge vieler anderer wunderschönen Lehren des Herrn. So ist nach dieser Auferweckung der Toten die Brotvermehrung eine logische Folge. Es ist wiederum Markus, der uns im 6. Kapitel sagt, daß Jesus in das Boot stieg und vor dem Volk zu fliehen versuchte, um etwas Ruhe an einem abgelegenen Ort zu suchen. Vergeblich, denn das zahlreiche Volk ahnte, wohin er gehen würde, und kam ihm zuvor.

 

Der Herr versuchte nicht mit dem Boot zu einem anderen Ort am See zu gelangen. Von Mitgefühl bewegt über diese Menschen, die ihn an Schafe erinnern, die keinen Hirten haben, steigt er aus und beginnt zu predigen. Dieser grüne Ort ist wahrscheinlich die Stelle, wo der Herr die Menge lehrte. Als Hintergrund diese wunderschöne Aussicht auf den See und die alle Seiten umgebenden umgebenden Hügel. Jesus spricht. Er spricht wieder vom Königreich seines Vaters und wahrscheinlich von den "Armen im Geiste’, die es erben werden. Er heilt die Kranken, die man zu ihm führt.

 

Als der Abend kommt, nachdem er die Menge über Gottes Königreich belehrt hat, wird Jesus noch eine andere Facette seiner Macht und Großzügigkeit zeigen. Mit fünf Broten und zwei Fischen speist er durch ein Wunder 5000 Menschen.

 

Gibt die Vermehrung der Brote nicht ein herrliches Bild von einem sehr wichtigen Werk Christi in diesem Reich ab? Ja, nachdem Christus zu allen sagen wird: "Talita Kum!’, um sie aus dem Todesschlaf zu holen, wird er sie speisen. Er wird sie mit seinen Worten des Lebens speisen, um ihnen Frieden, Freude und Glück zu bringen.

 

Gleich nach diesem außerordentlichen Wunder veranlaßt Jesus seine Jünger ins Boot zu steigen und allein zum anderen Ufer nach Bethsaida zu fahren, während er selbst die Menge wegschicken wird.

 

Und nachdem er sie weggeschickt hat, steigt er auf den Berg, um zu beten. Aber in der vierten Wache, als seine Jünger auf dem See gegen den Wind rudern, begibt sich Jesus zu ihnen und läuft auf dem Wasser.

 

Fühlen wir uns für einen Moment in die Jünger hineinversetzt, die Jesus auf sich zukommen sehen, der zum wiederholtenmal seine übernatürliche Macht auf eine ganz unerwartete Weise benutzt. Nach einem ersten verständlichen Schreck, denn die Jünger denken, es sei ihnen ein Geist erschienen, fühlen sie sich durch die Anwesenheit ihres Meisters beruhigt, der sie einen Teil der Nacht allein gelassen hatte und in der 4. Wache nachkommt, das heißt zwischen 3 Uhr und dem Sonnenaufgang.

 

Sind wir nicht auch manchmal wie diese Jünger ohne ihren Meister, indem wir nicht wahrnehmen, daß uns der Herr trotz allem nicht verlassen hat?

 

Was für ein schönes Bild vermittelt uns hier der Herr? Sein Kommen zu den Jüngern während der 4. Wache, also gerade vor Tagesanbruch, erinnert uns daran, daß, wenn Christus am Ende dieses Evangelium-Zeitalters anwesend ist, dies nicht nur geschieht, um sein kommendes Reich vorzubereiten, sondern auch um uns seines Beistandes in unserem täglichen Leben zu versichern, durch den Glauben an sein bevorstehendes Königreich.

 

Unser Herr hat einen wichtigen Teil seiner Mission in diesen Orten um den See durchgeführt. Er hat gepredigt, Wunder vollbracht, und es ist auch hier in Kapernaum, seiner Stadt, daß der Herr in seiner Predigt über das Brot des Lebens für viele falsch verstandene

 

Schranken aufstellt, die zwischen denen steht, die sich nur dank seiner Anwesenheit speisen ließen und denen, die bereit waren weiterzugehen, indem sie bereit waren in ihm das Brot des Lebens, den Sohn Gottes, zu sehen, der gekommen war, um Leben zu geben, Leben im zukünftigen Königreich, dessen Türen er allen öffnet, die ihn annehmen wollen.

 

Jesus hat auch an anderen Orten gepredigt und Wunder vollbracht. Seine irdische Mission beendete er in Jerusalem, wo er verurteilt wurde und am Kreuz starb, um uns zu erretten. Wir wissen jedoch, daß Jesus gemäß der ihn betreffenden Prophezeiung am dritten Tag auferstanden ist. Und nach seinem Sieg über den Tod begegnete der Herr den Jüngern noch einmal am Ufer des Sees, bevor er zu seinem Vater in den Himmel hinaufstieg.

 

Diese Begegnung gleicht einer anderen Begebenheit, als er in einem Boot saß und einen wunderbaren Fischfang zuließ, aber da war er nicht mehr dieser Jesus von Nazareth, dem das ganze Volk zuhörte. Hier am Ufer des Sees kam der Herr zu seinen Jüngern, um ihnen seine ewigen und letzten Empfehlungen zu geben, bevor er sie verließ, um zu seinem Vater zu gehen.

 

Er teilte mit ihnen das Mahl, aber die Apostel, obgleich sie sich freuten, den Herrn an dem See wiederzusehen, auf dem sie so oft mit ihm gefahren waren, fühlten die Gewichtigkeit von dem, was vor ein paar Wochen geschehen war, von den Umständen unter denen sie nicht fähig waren den Herrn in seinen dunkelsten Stunden zu begleiten.

 

Aber der Herr verzieh ihnen. Er tat es bei Petrus und auch bei den anderen. Können wir die Vergebung des Herrn im entsprechenden Größenwert bei denen ermessen, die seinen Willen tun wollen und stolpern?

 

Wappnen wir uns mit Mut wie diese Jünger, und schauen wir zum Herrn auf, der uns am Ufer die Speise gibt und uns segnet.

 

Und wenn wir in unserem Lauf als Menschenfischer stolpern, so erinnern wir uns, daß unser Herr fähig ist unsere Verfehlungen zu vergeben, wie er es vor langer Zeit bei den Menschen guten Willens am Ufer vom See von Galiläa tat. Gott möge unseren Lauf segnen! Amen.

Avel Lupsor, Argentinien—Das historische und geistige Israel in Gottes Plan

 

Das Volk Israel ist nicht nur mit der Heiligen Schrift verbunden, sondern auch mit dem heiligen Land Palästina. Dies sind die Grundbestandteile, die von Gott vorbereitet wurden, um Seinen Plan der Errettung auszuführen, in dem der Messias die zentrale Figur ist, die dies zur Erfüllung bringen soll.

 

Israel ist das einzige Volk der Erde, das Gott als Sein Volk anerkannte. { Am 3:2} Gott erwählte Abram als seinen Begründer und begann das Volk Israel mit Jakob zu formen, dem Haupt der zwölf Stämme. Gott änderte den Namen Jakob, indem Er ihn "Israel’ nannte. (1. Mose 32:28)

 

Der Name "Juden’ ist abgeleitet von Juda und wurde erstmals auf die Einwohner Judäas und später allgemein auf alle Nachkommen Jakobs angewandt. (2. Könige 16:6)

 

Hinsichtlich des Namens "Hebräer’ existieren Zweifel über dessen Ursprung. Er erscheint erstmalig in  Ge 14:13 und wurde auf Abram angewandt.

 

Es wird allgemein angenommen, daß er von "Heber’, einem Stammvater des Abram, abgeleitet ist. Andere nehmen an, daß er von dem Wort "Abar’ abgeleitet wird, das "hinübergehen’ bedeutet, und daß die Kanaaniter dies anwandten, weil er der Mann war, der von der anderen Seite des Euphrats kam.

 

Gottes Ruf gehorchend verließ Abram die Stätte seiner Geburt, Ur in Chaldäa, überquerte den Fluß Euphrat und begab sich in das Land, das wir heute als Palästina kennen. Mose 12:1-3

 

In 1. Mose 12:7 versprach Gott dem Abram, daß Er dieses Land seinen Erben für immer geben werde. Jahre später erschien Gott dem Abram, erneuerte seine Verheißung und kündigte ihm die Geburt eines Sohnes an, dessen Nachkommen eine Nation bilden und das Land für immer in Besitz nehmen würden. Um diesen Bund zu besiegeln, änderte Gott den Namen Abram in "Abraham’ (1. Mose 17:1-16), was "Vater einer großen Menge’ bedeutet, und Er befahl ihm seine Nachkommen als Zeichen Seines Bundes, zu beschneiden. Zur festgesetzten Zeit wurde die Verheißung erfüllt, und Sarah gebar dem Abraham einen Sohn. (1. Mose 21:1-3)  Aus diesem Bund, den Gott mit Abraham schloß, entstanden verschiedene Fakten von entscheidender Bedeutung, sowohl für seine Nachkommen, als auch für die Nationen im allgemeinen. An erster Stelle wurde das Land Kanaan seinen Nachkommen zum immerwährenden Besitz gegeben.

 

An zweiter Stelle wurden durch seinen Samen alle Nationen gesegnet. Drittes sollten sein Same wie die Sterne am Himmel und wie der Sand am Ufer des Meeres sein. (1. Mose 21:1-3)

 

Es ist eine beachtenswerte Tatsache, daß Gott die Nachfahren Abrahams in zwei Klassen aufteilte, die eine himmlisch und die andere irdisch, jeweils dargestellt durch die Sterne und den Sand.

 

Wir sollten uns daran erinnern, daß, nachdem die Tür der himmlischen Berufung nach dem Tod und der Auferstehung Jesu Christi geöffnet wurde, nur irdische oder natürliche Segensverheißungen dem irdischen Israel verheißen wurden, (Galater 3:16,29 Hebräer 3:1; Epheser 4:1-4)

 

So wurde mit Christus die Gründung des geistigen Israel eingeleitet. (Philipper 3:20) Außerdem verspätete sich die Verheißung in ihrer irdischen Hinsicht eine Zeitlang in ihrer Erfüllung. Die Schriften offenbaren uns, daß Abraham, Isaak und Jakob als Fremde im Lande Kanaan lebten. (Apostelgeschichte 7:4,5)

 

In den Tagen Jakobs gab es eine Hungersnot im Osten. Deshalb sandte Jakob seine Söhne nach Ägypten, um nach Weizen zu suchen. Dort zeigte sich Joseph seinen Brüdern. Unter diesen Umständen holte Joseph seinen Vater und dessen Nachkommen nach Ägypten.

 

Bevor er starb, kündigte Jakob eine hoffnungsvolle Zukunft für die Nachkommen seines Sohnes Juda an, dem Haupt des königlichen Stammes, aus dem der Messias hervorgehen würde, und so lesen wir in 1. Mose 49:8-10):

 

"Juda, du, dich werden deine Brüder preisen! Deine Hand wird auf dem Nacken deiner Feinde sein. Vor dir werden sich niederbeugen die Söhne deines Vaters. Juda ist ein junger Löwe; vom Raub, mein Sohn, bist du hochgekommen. Er kauert, er lagert sich wie ein Löwe und wie eine Löwin. Wer will ihn aufreizen? Nicht weicht das Zepter von Juda, noch der Herrscherstab zwischen seinen Füßen weg, bis daß der Schilo kommt, dem gehört der Gehorsam der Völker.’

 

Nach dem Tod Josephs und dem Sturz der Dynastie des Pharao, der das Volk Israel begünstigte, wurden die Nachkommen Jakobs einer harten Sklaverei unterworfen.

 

Dann erweckte Gott einen Befreier in der Person des Mose, dem sich Gott selbst als "der Gott deiner Väter, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs’ vorstellte und ebenso als der Ewige:

 

"Ich bin, der ich bin. Dann sprach er: So sollst du zu den Söhnen Israel sagen: Der ich bin-hat mich zu euch gesandt. So sollst du zu den Söhnen Israel sagen: JAHWE... hat mich zu euch gesandt. Das ist mein Name in Ewigkeit, und das ist meine Benennung von Generation zu Generation.’ (2. Mose 3:6-14)

 

In den Versen 6-8 kündigt Gott Mose an, daß Israel nach der Befreiung in Sein Volk umgewandelt, und der mit Abraham geschlossene Bund erfüllt würde. Diese Befreiung wurde in einer unwiderstehlichen Art und Weise vollzogen und alle, die mit den Schriften vertraut sind, kennen die zehn Plagen, die Durchquerung des Roten Meeres und die Offenbarung der Macht und Herrlichkeit am Berg Sinai.

 

An diesem Berg machte Gott einen Bund mit Israel, indem Er ihnen die zehn Gebote gab, die für immer das Schicksal der Kinder Israel mit dem Gott Jahwe verband. Sie versprachen ihm die Treue, die Bewahrung des Gesetzes und des Wortes Gottes. (Römer 9:4,5; 3:1,2)

 

Für Jahrhunderte waren sie die Boten des einen Gottes, während all die anderen Völker Vielgötterei und Dämonenkult betrieben. So wurde mit Israel eine Periode der Vorbereitung zum Zeugnis für das Kommen des Messias eingeleitet. Von der Berufung Abrahams bis zum Tod Christi war Israel das einzige Volk, das Gott anerkannte. Er war Zeuge des einen Gottes und Verwalter der Thora, dieses wunderbaren Gesetzes, das die hebräische Gesellschaft strukturierte und von allen anderen Nationen unterschied. Um die Mission Israels zu verstehen, müssen wir das Gesetz vom Sinai und seinen wunderbaren Nutzen und Einfluß auf die spätere Zivilisation kennen.

 

Mit dem Bündnis am Sinai gab Gott dem Volk Israel andere Gesetze oder Maßstäbe, geistige, rechtliche, soziale, moralische und rituelle Richtlinien, welche die Absicht verfolgten, die zehn Gebote durchzusetzen. Das erste Gebot gibt uns zum Beispiel den Gedanken des einen Gottes:

 

"Ich bin der Herr dein Gott, du sollst nicht andere Götter haben neben mir’; aber die Erklärung im 5. Buch Mose, Kapitel 6 Vers 4, sagt: "Höre, Israel: Der Herr ist unser Gott, der Herr allein!’ -läßt keinen Raum für Zweifel.

 

Gott ist einer und nicht drei Götter in einem. ( Ne 9:6; Jesaja 45:5-7) Mit dem sechsten Gebot (du sollst nicht töten), gibt es Verordnungen zur Anwendung, die einen Unterschied zwischen vorsätzlichem Mord, Totschlag oder dem Vorliegen von grober Fahrlässigkeit machen. (2. Mose 21:12-27; 22:2; 4. Mose 35:9-28; 5. Mose 19)

 

Im Bezug auf das zehnte Gebot wird das Recht auf Privateigentum eingeführt. Es spricht von persönlichen Besitz und zieht bei der möglichen Schädigung von Gütern oder Tieren die Einführung eines Schadenersatzes in Betracht.

 

Das Jubeljahr gehörte zu den wichtigsten Verordnungen, welche das Eigentumsrecht, die Sklaverei und die Tilgung von Schulden regelte. Das 50. Jahr war das Jubeljahr, in dem die Schulden erlassen, und die Besitztümer an ihre eigentlichen Besitzer zurückgegeben wurden.

 

Auf diese Weise ist das allumfassende, große Jubeljahr symbolisch dargestellt, die Zeiten der Wiederherstellung aller Dinge. (Apg. 3:19-21; Offenb. 21:4,5)

 

Es gibt auch das Gesetz der Vergebung, die Richtlinie zur Anbetung, Zeremonien, die Priesterschaft und die Opferhandlungen, den Zehnten und Opfer, die alle Schatten der guten, kommenden Dinge sind. (Hebräer 10:1; 2.Mose 21:1-11; 28-36; 22:1-15; 2.Mose 25)

 

Der Glaube Israels an den einen Gott wurde auf eine harte Probe gestellt, weil die Völker, die Israel umgaben, sehr verdorben waren. Gott forderte vollständige Hingabe und Gehorsam, und die Zuwiderhandlung wurde schwer bestraft.

 

Folglich stellte Gott dem Volk, als es den Bund annahm, Segen und Fluch in Aussicht. Mose 28:9-13; 58; 68)

 

Vers 64 sagt uns: "Und der Herr wird dich unter alle Völker zerstreuen vom einen Ende der Erde bis zum anderen Ende der Erde. Und du wirst dort andern Göttern dienen, die du nicht gekannt hast, weder du noch deine Väter-Göttern aus Holz und Stein.’

 

Das Volk wurde auf mannigfache Weise bestraft, bis es schließlich gefangen nach Babylon gebracht wurde. Die Schriften berichten, daß die Israeliten 70 Jahre lang dafür bestraft wurden, weil sie das Gesetz und die Verordnungen, die Gott ihnen gegeben hatte, nicht aufmerksam befolgten. (2. Chronik 36:21; Jeremia 25:11)

 

Nach 70 Jahren kehrte ein kläglicher Rest der Kinder Israel in sein Land zurück und stellte seine nationale Einheit wieder her. Aber sie konnten ihre Würde und Freiheit als eine Nation nicht wiedererlangen. Durch ihre Geschichte hindurch waren die Hebräer ein sehr schwierig zu regierendes Volk.

 

Sie befanden sich in kontinuierlicher Rebellion gegen das römische Reich, bis schließlich im Jahre 70 nach Chr. Jerusalem und ihr Tempel zerstört wurden, so wie Jesus es Jahre zuvor vorausgesagt hatte. (Matthäus 24:1,2; Lukas 19:41-44)

 

Moses und andere hebräische Propheten, die die Zerstreuung vorhersagten, sagten ebenso die Rückkehr Israels in das Land ihrer Väter voraus. Die Rückkehr fand in keinem anderen Zeitraum statt, als in den letzten Tagen der Endzeit, am Ende des Evangelium-Zeitalters. (Apostelgeschichte 15:15-18; 5. Mose 4:30; Hesekiel 38:8)

 

Heute werden wir Zeugen der Erfüllung dieser Prophezeiungen. Die Christenheit im allgemeinen (bis auf kleine Gruppen) zieht nicht in Betracht, daß die Gründung des Staates Israel in Palästina etwas mit der Erfüllung dieser Prophezeiungen zu tun hat. Sie glauben, daß diese bereits mit der Rückkehr aus Babylon erfüllt wurden. Aber die Worte Gottes sagen uns in  Am 9:14,15 im übrigen: "Da wende ich das Geschick meines Volkes Israel. Sie werden die verödeten Städte aufbauen und bewohnen und Weinberge pflanzen und deren Wein trinken und Gärten anlegen und deren Frucht essen. Ich pflanze sie in ihr Land ein. Und sie sollen nicht mehr herausgerissen werden aus ihrem Land, das ich ihnen gegeben habe, spricht der Herr, dein Gott.’

 

Dennoch wurden die Juden im Jahre 70 nach Chr. aus ihrem Land vertrieben; deshalb gehen die Prophezeiungen in unserer Zeit in Erfüllung. Sowohl der einfache Mann als auch politische und religiöse Führer betrachten die Bildung des modernen Staates Israel als einen politischen Umstand der Zeiten, in denen wir leben.

 

Es ist auch ein weitverbreiteter Irrtum anzunehmen, daß der Zionismus eine Schöpfung des Imperialismus ist. Das Wort Zionismus ist abgeleitet von Zion, dem Berg, der sich im Südosten Jerusalems befindet.

 

Er ist auf drei Seiten von tiefen Schluchten umgeben und auf der verbleibenden Seite vom Tyropeontal, das ihn vom Berg Moriah trennt, auf dem der Tempel errichtet war. Jerusalem ist um diese Berge herum gebaut, was die irdischen und geistigen Phasen des Königreiches Gottes symbolisch darstellt.

 

Der Zionismus wurde von Theodor Herzl organisiert, der in seiner hervorragenden Schrift: "Der hebräische Staat’, die im Jahre 1896 in Wien veröffentlicht wurde, einen kompletten Plan zur Gründung eines hebräischen Staates in Palästina ausarbeitete.

 

Im Jahre 1897 fand der erste zionistische Kongreß statt, auf dem Ziele für die Durchführung der Gründung des hebräischen Staates in Palästina gesetzt wurden. Dies ist ein guter Augenblick, um einen kleinen Kommentar über die Auslegung dieser Fakten durch die Geschwister der ersten Bibelforscher anzubringen. Sieben Jahre bevor der erste zionistische Kongreß stattfand, sagten die Bibelforscher die Wiederherstellung des Volkes Israel und ihre Rückkehr nach Palästina voraus, in dem von Bruder Russell 1890 veröffentlichten Band 3 der Schriftstudien mit dem Titel "Dein Königreich komme’. Wie wir sehen, waren die Geschwister Pioniere in dieser Angelegenheit.

 

Nun fragen wir: "Wie konnte der Zionismus entstehen?’ Wir erwidern, daß er entstand, um die Prophezeiungen zu erfüllen. Tatsächlich stimmen nur sehr wenige mit diesem Gedanken überein. Aber wenn Gott, Cyrus, den König von Medo-Persien benutzte, um die Israeliten zu befreien, dann benutzte Er in gleicher Weise den Zionismus, um die Rückkehr der Juden nach Palästina zu ermöglichen.

 

Im Licht der Geschichte sehen wir den Zionismus in seinen Anfängen als Aufgabe die Juden zu überreden in das Land ihrer Väter zurückzukehren. Zur selben Zeit begann er in Palästina Land zu kaufen, um landwirtschaftliche Kolonien zu gründen und Häuser zu bauen.

 

Heute ist der Staat Israel eine Realität, und die vorausgesagten Prophezeiungen wurden durch diese Tatsache erfüllt. In  Jer 32:44 lesen wir: "Man wird Felder für Geld kaufen und Kaufbriefe schreiben, sie versiegeln und Zeugen hinzunehmen im Land Benjamin, in der Umgebung von Jerusalem und in den Städten Judas, sowohl in den Städten des Gebirges als auch in den Städten der Niederung und in den Städten des Südens. Denn ich werde ihr Geschick wenden, spricht der Herr.’

 

Der Prophet Jeremia sagt uns, nachdem er ihre Zerstreuung in ein Land, welches weder sie noch ihre Väter kannten vorausgesagt hat: "Darum siehe Tage kommen, spricht der Herr, da wird man nicht mehr sagen: So wahr der Herr lebt, der die Söhne Israel aus dem Land Ägypten herausgeführt hat! -sondern: So wahr der Herr lebt, der die Söhne Israel aus dem Land des Nordens (Rußland) herausgeführt hat und aus all den Ländern, wohin er sie vertrieben hatte!

 

Und ich werde sie in ihr Land zurückbringen, das ich ihren Vätern gegeben habe. Siehe, ich will zu vielen Fischern senden, spricht der Herr, die sollen sie fischen. Und danach will ich zu vielen Jägern senden, die sollen sie jagen von jedem Berg und von jedem Hügel und aus den Felsenklüften.’ { Jer 16:13-16}

 

Wir können die zionistische Bewegung mit den Methoden der Fischer vergleichen, und die Jäger sind die Verfolger, Antisemitismus mit seinen Verfolgungen, zuerst in Rußland und anschließend überall in Europa, die der Grund dafür waren, daß die Juden nach ihrem Heimatland zurückschauten.

 

Der Holocaust, der 6 Millionen Juden im Herzen des christlichen Europa bedeutete, war ein teuflischer Plan mit dem Ziel, den Samen Abrahams zu vernichten und die Verheißung Gottes ungültig zu machen. Aber wie uns der Prophet Jesaja sagt: "So wird mein Wort sein, das aus meinem Mund hervorgeht. Es wird nicht leer zu mir zurückkehren, sondern es wird bewirken, was mir gefällt und ausführen, wozu ich es gesandt habe.’ Folglich haben all diese fürchterlichen Verfolgungen, anstatt das jüdische Volk zu vernichten, die Gründung des Staates Israel und das Ende des zweiten Weltkriegs beschleunigt.’

 

Auch der Prophet Jeremia bestätigt uns dasselbe, indem er sagt: "Denn ich bin mit dir, spricht der Herr, um dich zu retten. Denn ich werde ein Ende machen mit allen Nationen, unter die ich dich zerstreut habe. Nur mit dir werde ich kein Ende machen, sondern dich mit rechtem Maß züchtigen und dich keineswegs ungestraft lassen.’ { Jer 30:11}

 

Der offizielle Gedanke der traditionellen oder Namenchristenheit ist, daß die Mission des natürlichen Israel mit dem ersten Kommen Christi endete, und daß während der gegenwärtigen Zeit und der zukünftigen Zeitalter das Volk Gottes das geistige Israel ist, das heißt, die Kirche. Der Apostel Paulus teilte diesen Gedanken nicht. Und so lesen wir in Römer 11:1: "Ich sage nun: Hat Gott etwa sein Volk verstoßen? Das ist ausgeschlossen!’ Und dann fügt er in den Versen 11 und 12 hinzu: "Sind sie etwa gestrauchelt, damit sie fallen sollten? Das ist ausgeschlossen! Sondern durch ihren Fall ist den Nationen das Heil geworden, um sie zur Eifersucht zu reizen. Wenn aber ihr Fall der Reichtum der Welt ist und ihr Verlust der Reichtum der Nationen, wieviel mehr ihre Vollzahl.’

 

In den Versen 28 und 29 versichert er uns, daß sie "hinsichtlich der Auswahl aber Geliebte um der Väter willen sind. Denn die Gnadengaben und die Berufung Gottes sind unbereubar.’

 

In Vers 25 sagt der Apostel Paulus die Wiederherstellung Israels voraus und spricht über eine zeitweilige Verstockung, bis die Vollzahl aus den Nationen eingegangen ist.

 

Unter "Vollzahl’ verstehen wir den Ruf zur himmlischen Berufung, die Herauswahl der Glieder des Leibes Christi, eine kleine Herde getrennt von den großen Mengen der nominellen oder offiziellen Christenheit, welche Erwählung Paulus als "ein Geheimnis, das von den Weltzeiten und von den Geschlechtern her verborgen war, jetzt aber seinen Heiligen geoffenbart worden ist’, bezeichnet. (Kolosser 1:25,26)

 

In Apostelgeschichte 15:14-20 sehen wir, daß Gott nicht vorhat, die Welt während des Evangelium-Zeitalters zu bekehren, sondern Er erwählt nur ein Volk für Seinen Namen aus allen Nationen, das geistige Israel. Wenn die Auswahl dieses Volkes abgeschlossen ist, wird die Stiftshütte von David erneut gebaut, so daß der Rest der Menschheit nach dem Herrn suchen mag, und alle Nationen von denen Gottes Name angerufen wird.

 

In Römer 11:25-27 zitiert Paulus Jesaja und berichtet uns über die zukünftigen Segnungen Israels, wenn die Vollzahl der Nationen eingegangen ist, indem er sagt: "Und so wird ganz Israel errettet werden, wie geschrieben steht: Es wird aus Zion der Erretter kommen, er wird die Gottlosigkeiten von Jakob abwenden; und dies ist für sie der Bund von mir, wenn ich ihre Sünden wegnehmen werde.’

 

Indem er über diesen zukünftigen Bund mit dem Volk Israel spricht, zitiert Paulus die Prophezeiung des Jeremia über einen neuen Bund, der anders als der alte Gesetzesbund von dem jüdischen Volk nicht entkräftet werden kann, sondern daß dieser neue Bund ein starker und dauerhafter sein wird. Wir lesen wie folgt: "Siehe, Tage kommen, spricht der Herr, da schließe ich mit dem Haus Israel und mit dem Haus Juda einen neuen Bund... Ich werde mein Gesetz in ihr Inneres legen und werde es auf ihr Herz schreiben. Und ich werde ihr Gott sein, und sie werden mein Volk sein.’ { Jer 31:31-33}

 

Aber bedauerlicherweise wissen wir, daß Israel, bevor es in den neuen Bund eintritt, durch eine große Drangsal gehen muß, die als Ergebnis die Herzen der Israeliten dafür empfänglich macht den Messias anzuerkennen.

 

Jeremia 30:7-11 weist auf diese Zeit der Leiden, die vor der Errichtung des neuen Bundes sein wird, als eine "Zeit der Bedrängnis für Jakob’ hin, indem er sagt: "Wehe! Denn groß ist jener Tag, keiner ist wie er, und es ist eine Zeit der Bedrängnis für Jakob; doch wird er aus ihr gerettet werden... und Fremde sollen ihn nicht mehr dienstbar machen... Denn ich werde ein Ende machen mit allen Nationen, unter die ich dich zerstreut habe.’

 

Laßt uns nun betrachten unter welchen Umständen diese Prüfung für Israel entsteht. Die Schriften sprechen zu uns von einem Gericht der Nationen, und wir lesen in  Joe 4:1-3???: "Denn siehe, in jenen Tagen und zu jener Zeit, wenn ich das Geschick Judas und Jerusalems wenden werde, dann werde ich alle Nationen versammeln und sie ins Tal Joschafat hinabführen. Und ich werde dort mit ihnen ins Gericht gehen wegen meines Volkes und meines Erbteils Israel, das sie unter die Nationen zerstreut haben. Und mein Land haben sie geteilt.’

 

Hesekiel beschreibt in den Kapiteln 38 und 39 die große Drangsal im Detail. In Offenbarung 16:13-16 wird uns über die Schlacht des großen Tages berichtet: "Und ich sah aus dem Mund des Drachen und aus dem Mund des Tieres und aus dem Mund des falschen Propheten drei unreine Geister kommen, wie Frösche; denn es sind Geister von Dämonen, die Zeichen tun, die ausziehen zu den Königen des ganzen Erdkreises, sie zu versammeln zu dem Krieg des großen Tages Gottes, des Allmächtigen... Und er versammelte sie an den Ort, der auf hebräisch Harmagedon heißt.’ Das Wort Harmagedon bedeutet Berg Megiddo, der sich im Tal von Jesreel erhebt, das sich vom Mittelmeer bis an den Jordan erstreckt.

 

Nach Harmagedon kommen die Armeen der Welt zu einer Art Heiligem Krieg. dennoch wird Harmagedon nur der Mittelpunkt eines Konfliktes sein, der die ganze Welt umspannt.

 

Jesus sagte, daß das Ausmaß dieses Konfliktes so groß sein wird, daß: "wenn jene Tage nicht verkürzt würden, kein Fleisch gerettet werden würde’.( Matthäus 24:22, Markus 13:20)

 

In den Prophezeiungen von Jeremia, Hesekiel, Sacharja und anderen Propheten finden wir Aufzeichnungen über Gottes Eingreifen in die Geschichte der Menschheit. Noch einmal wird Jerusalem von feindlichen Armeen umstellt, die danach trachten, Israel zu zerstören.

 

Aber wenn die Zerstörung unumgänglich erscheint, wird die Befreiung auf eine wunderbare, unwiderstehliche Art und Weise herbeikommen. In Sacharja 12:9-10 lesen wir: "Und es wird geschehen an jenem Tag, da trachte ich danach, alle Nationen zu vernichten, die gegen Jerusalem herankommen.

 

Aber über das Haus David und die Bewohnerschaft von Jerusalem gieße ich den Geist der Gnade und des Flehens aus, und sie werden auf mich blicken, den sie durchbohrt haben...’

 

Jesus vervollständigte seine Prophezeiung, als er sagte: "Denn ich sage euch: Ihr werdet mich von jetzt an nicht sehen, bis ihr sprecht: Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn!’ (Matthäus 23:39)

 

Dann wird Gott, indem Er Seine Herrlichkeit und Macht offenbar macht, sagen: "Kommt, schaut die Großtaten des Herrn, der Entsetzen verbreitet auf Erden. Der Kriege beschwichtigt bis ans Ende der Erde, ... ich werde erhöht sein unter den Nationen, erhöht auf Erden.’ { Ps 46:8-11}

 

Die Zeit der Drangsal wird für die politischen Führer und die Finanzgesellschaften, die unseren Planeten lenken, Instabilität und Verwirrung über die Welt bringen. Die politischen, militärischen und religiösen Gruppen werden hinweggetan und jedes System, das nicht mit dem Willen Gottes übereinstimmt, wird zerstört. (Hebräer 12:26-28) Gott selbst wird eine neue Weltordnung einführen, die von Christus und seiner verherrlichten Kirche geleitet wird, dem geistigen Israel, so daß alle Königreiche und Regierungen ihm gehorchen und dienen werden. { Da 7:13,14,18,26,27}

 

Wie der Prophet Micha uns berichtet, wird während dieser neuen Weltordnung "Weisung von Zion ausgehen, (dem geistigen Teil des Königreiches) und das Wort des Herrn von Jerusalem’.( Micha 4:1-4)

 

Der sichtbare Teil des Königreiches wird aus den treuen Dienern Gottes gebildet werden, von Abel bis zu Johannes dem Täufer. Gott wird sie zu Fürsten und Richtern über die gesamte Menschheit machen. Sie werden Repräsentanten des Christus auf Erden sein. ( Ps 45:16; Jesaja 1:25, 27)

 

Dies wird eine Zeit der Wiederherstellung aller Dinge werden, während der alle Menschen die Kenntnis über die Wahrheit erlangen, weil die gesamte Erde voll von der Erkenntnis Jahwes sein wird, wie die Wasser den Meeresgrund bedecken. (Jesaja 11:9)

 

Dann wird Gott den Menschen reine Lippen geben, so daß sie Ihm alle einmütig dienen können. (Zephanja 3:9)

 

Dann wird der Herr auf diesem Berg (dem Königreich) allen Völkern ein Festmahl bereiten, und Er wird die Blindheit wegnehmen, welche die Augen aller Nationen bedeckt. Er wird den Tod verschlingen, und aller Kummer und Schmerz wird für immer geheilt und wird die Menschheit nie mehr betrüben. (Jesaja 25:6-9)

 

Nachdem was wir bisher gesagt haben, können wir erkennen, daß das Volk Israel vollen Anteil an dem messianischen Königreich haben wird. Und wir haben gesehen, daß die Wiederherstellung Israels kein Ergebnis politischer Umstände ist, sondern des göttlichen Willens in Erfüllung der Verheißungen, die Gott zur Zeit Abrahams gegeben hat.

 

Heute befindet sich das irdische Israel in der Anfangsphase seiner Wiederherstellung, und es ist derzeit nicht dazu bereit, die Rolle anzunehmen, die ihm von Gott zugewiesen wurde. Sie haben noch immer einen Schleier über ihren Augen, sie haben Christus nicht als den Messias angenommen, und sie können das von Gott vorbereitete Werk der Segnung, das sich jetzt entwickelt, nicht sehen. (2. Korinther 3:16)

 

Wenn der Vorhang weggenommen ist, wird Israel die führende Nation unter allen Nationen sein, und Jerusalem wird die Hauptstadt der Welt sein. ( Jer 3:17; Sacharja 8:22,23)

 

Auf die Frage, welchen Platz Christen in dem Königreich einnehmen werden, finden sich die Antworten in den zwei Berufungen; die irdische Berufung für das natürliche Israel und die himmlische Berufung für das geistige Israel.

 

Im Alten Testament gibt es keine Verheißungen bezüglich einer himmlischen Belohnung für die Diener Gottes, von Abel bis zu Johannes dem Täufer. Jesus leitete die himmlische Berufung mit seinem Tod und der Wiederauferstehung zu Beginn des Evangelium-Zeitalters ein.

 

Das Leben auf der geistigen Stufe im Königreich des Vaters wird die Belohnung für die sein, die Jesus als ihren persönlichen Erlöser annehmen, ihr Leben im Dienst weihen und seinen Geboten während dieses Zeitalters Folge leisten. Diese Berufung und Auswahl der königlichen und priesterlichen Klasse bildet das verborgene Geheimnis, welches nun den Heiligen Gottes offenbart wurde. (Kolosser 1:26) Die Auserwählten dieser himmlischen Klasse bilden den Leib Christi, seine Kirche, Säule und Bollwerk der Wahrheit, das geistige Israel. (1. Timotheus 3:15)

 

Wir leben in einer Zeit großer geschichtlicher Ereignisse, und durch die Gnade Gottes wurde uns das Vorrecht zuteil, unseren Glauben erfüllt zu sehen durch all die Dinge, die dem jüdischen Volk während des letzten Jahrhunderts widerfahren sind. Wir sehen nicht nur mit den Augen des Glaubens, sondern auch mit unseren fleischlichen Augen, wie die so lang erwarteten Prophezeiungen sich zu erfüllen beginnen.

 

Mit großer Freude sehen wir das irdische Israel, das von neuem eine Nation unter den Nationen der Erde wurde und Jerusalem als seine Hauptstadt. Wieviel stärker sollten unser Glaube und unsere Hoffnung sein eingedenk dieses erstaunlichen Zeichens der Zeit, in der wir leben!

 

Liebe Geschwister, laßt uns gestützt von der Liebe und Treue Gottes fortfahren, die gute Nachricht der Versöhnung zwischen Gott und den Menschen zu verkünden. In enthusiastischer Erwartung der vollständigen Erfüllung der Verheißung, die Abraham gegeben wurde: "In deinem Samen werden sich segnen alle Nationen der Erde’.

 

Zweifellos schauen wir nach vorne auf die künftigen Segnungen Gottes, die Er über den geistigen und über den irdischen Samen Abrahams bringen wird-in Seiner unermeßlichen Barmherzigkeit, das Gericht und die Wiederherstellung aller Dinge.

 

Amen.

Michael Nekora, USA—Ein Mann mit einer Botschaft, -Albert Hudson, England

 

Albert Hudson wurde am 20. Mai 1899 geboren. Er starb am 10. Februar dieses Jahres im Alter von 100 Jahren.

 

Ich weiß nicht, , wie er die Wahrheit bekam, aber er erinnerte sich, daß er Bruder Russell 1914 in London sprechen hörte, als er 15 Jahre alt war. Im Wachtturm vom 15. Juli 1914 sagte Bruder Russell, daß er vor ein paar Wochen an einer dreitägigen Versammlung im Londoner Opernhaus teilnahm, und daß dort während der größten Veranstaltung 2000 anwesend waren.

 

Zur Zeit als dieses Videoband aufgenommen wurde, glaubte Bruder Hudson, daß er der einzige noch lebende Bruder in England war, der Bruder Russell sprechen hörte. Jetzt gibt es keinen mehr.

 

Bruder Hudson war in der Verbreitung der Wahrheit sehr aktiv. Er schrieb Bücher und Traktate und war viele Jahre lang der Herausgeber von "Bible Students Monthly’, eine der lehrreichsten Veröffentlichungen in der Wahrheitsbewegung.

 

Im Februar 1998 gebrauchte Bruder Donald Holliday seine Videokamera, um einige Gedanken von Bruder Hudson festzuhalten. Unser lieber Bruder spricht über das, was sich in der Vergangenheit nach dem Tode eines Mannes ereignete, den Gott benutzte, um große Dinge zu tun.

 

Der Eifer unter solch Begünstigten stirbt oftmals mit ihrem Führer. Er sieht eine ähnliche Verminderung des Eifers seit den Tagen Bruder Russells.

 

Er erzählte Bruder Holliday, daß er sich an die große Menge erinnerte, die an Sonntagen in London in einem Gebäude mit 1200 Sitzplätzen zusammenkam.

 

Heute gibt es dieses Gebäude nicht mehr, und es gibt nicht einen einzigen Bibelforscher, der in der Stadt London lebt.

 

Die Singstimme, die ihr hören werdet, bevor Bruder Hudson spricht, stammt von einer Tonaufnahme, die bei dem 1914 erstmals vorgestelltem Photodrama benutzt wurde. Die Gesichter auf den Fotografien sind Älteste des alten London Tabernakel. Es gibt auch ein Bild von der Royal Albert Hall, in der Bruder Russell 1910 bei verschiedenen Gelegenheiten zu einer Zuhörerschaft von 4000 bis 7000 bei jedem Vortrag sprach.

 

Beginn der Videovorführung mit Bruder Hudson

 

In der ganzen Geschichte hat es kritische Zeiten in der Kirchengeschichte gegeben. Seit frühesten Zeiten sind Menschen erschienen, die eine Botschaft gebracht haben, die diejenigen, die sie hörten, inspirierte und sie dazu führte Fortschritte in dem Verständnis des göttlichen Planes zu machen und ihren Platz in ihrer eigenen Zeit und Zeitalter in jenem Plan und seinen Auswirkungen einzunehmen.

 

Und immer ist eine Zeit gekommen, daß die Begeisterung erlosch, wenn Generation auf Generation folgte. Der Einfluß des Mannes, der einst die Botschaft brachte, ist nicht länger spürbar.

 

Ich denke, das Wesentliche von diesem liegt in den Worten des Propheten Habakuk in den Tagen, die der Zerstörung Jerusalems durch Nebukadnezar vorausgingen, der Verödung des Landes und der Deportation der Menschen von Juda nach Babylon.

 

Habakuk war ein Prophet des Herrn. Er kannte etwas von dem, was wir als den göttlichen Plan bezeichnen, und er sagte dies am Ende seines Buches:

 

"Denn der Feigenbaum blüht nicht, und an den Reben ist kein Ertrag. Der Ölbaum versagt (seine) Leistung, und die Terrassen(gärten) bringen keine Nahrung hervor.

 

Die Schafe sind aus der Hürde verschwunden, und kein Rind ist in den Ställen. Ich aber, will dem HERRN frohlocken, will jubeln über den Gott meines Heils.’

 

Jene Worte wurden genau zu der Zeit geäußert, als die Drohung der Zerstörung über Israel hing. Und sie kam. Viele Male, wenn wir diese Worte betrachtet haben, haben wir sie in einer symbolischen Art und Weise dargestellt und auf uns selbst angewandt.

 

"Der Feigenbaum blüht nicht.’ Der Feigenbaum ist sicherlich Israel. Wir haben darauf gewartet ihn blühen zu sehen und sehen ihn jetzt blühen.

 

"An den Reben ist kein Ertrag.’ Der Wein, -das Symbol der Kirche-und alle angewandte Mühe der Ermunterung derjenigen, die des Herrn sein würden, scheinen umsonst und verschwendet, da so viele von ihnen sich wieder abwenden.

 

"Der Ölbaum versagt (seine) Leistung und die Terrassen(gärten) bringen keine Nahrung hervor.’ In jenen Tagen bestand die Hauptnahrung in Weizen und Gerste. Alle diese Symbole sollten uns bekannt sein.

 

Die Leistung des Ölbaums, -das Werk der Heiligen Geistes, -scheint unwirksam zu sein. Und das, was die Nahrung derjenigen ist, die des Herrn sein würden, wird nicht da sein.

 

Und dann das vielleicht deutlichste von allen: "Die Schafe sind aus der Hürde verschwunden und kein Rind ist in den Ställen.’

 

So oft haben wir gesagt, daß die Zeit für die letzten der Herde herbeigekommen ist, um heimwärts gebracht zu werden und dann diejenigen, die für ein irdisches Leben vorgesehen sind, ihren Platz finden.

 

Habakuk sah diese Dinge sich in Israel ereignen. Er sah die Zerstörung voraus. Und in einer sehr buchstäblichen Art und Weise wurden jene Aussagen wahr.

 

Er sah Israel und Juda in die Gefangenschaft gehen und des Herrn Land zerstört und dem Feind übergeben. Und er fand noch Grund sich zu freuen.

 

Er war sicher, -gewiß, -daß eines Tages, wie der Herr gesagt hatte, es allen gut gehen würde.

 

Aber in der Zwischenzeit zeigte Israel keine Reue. Und ihr müßt euch an dies erinnern, daß er an einem Tag lebte, an dem viele von dem wahren Glauben Israels abgefallen waren.

 

Die Tage von dem guten König Josia lagen ein paar Generationen in der Vergangenheit zurück.

 

Der Mann, der das wundervolle Passah eingeführt hatte, von dem jemand sagt: "Ein Passah wie dieses aber war in Israel nicht gefeiert worden seit den Tagen des Propheten Samuel.’ (2. Chronik 35:18)

 

Es war die vierte Generation von Hiskia an, und Hiskia hatte die Macht des Allerhöchsten Gottes auf die Probe gestellt, als Sanherib das Land umstellte, -eine der sehr seltenen

 

Gelegenheiten in denen Israel nicht auf die Macht Ägyptens vertraute, um sie vor den Feinden zu verteidigen. Sie vertrauten auf den Herrn. Und sie gingen mit der Überzeugung zur Nachtruhe, daß der Herr mit dem Feind handeln konnte, der die Stadt umstellte.

 

Und sogar der assyrische König, Sanherib, spricht in seinem eigenen Bericht triumphierend von einem besonderen Ereignis: "Hiskia, ihren König, habe ich in der königlichen Stadt Jerusalem wie einen Vogel in einen Käfig eingesperrt.’

 

Und dann, höchst seltsam (unerklärlich) für Sanherib, stockt er zu erzählen, was sich als nächstes ereignet. Er war in seinen Berichten niemals langsam von seinen Großtaten zu prahlen, aber alles was er darüber sagte, war: "Und der König ging die lange Straße nach Ninive.’

 

Wenn wir den Bibelbericht lesen, so wissen wir, daß es eine einsame Straße für ihn war, denn all seine Streitkräfte waren in einer Nacht von dem Engel des Herrn geschlagen worden. (2. Könige 19:35)

 

Aber diese Tage lagen alle in der Vergangenheit. Das Israel in den Tagen Habakuks betrachtete diese Dinge weitgehend als märchenhafte Erzählungen der Vergangenheit, die vielleicht von ihren Vorfahren ausgeschmückt worden waren und nicht besonders ernst genommen werden sollten.

 

Und dann machte Jeremia, der Prophet, zur fast gleichen Zeit die fast gleiche Erfahrung. Jeremia hatte einen langen Dienst von 60 bis 70 Jahren.

 

Er kam fast zum Ende seines Dienstes, und er ist so enttäuscht, daß er sagt: "Und sage ich: Ich will nicht mehr an ihn denken und nicht mehr in seinem Namen reden.’

 

Aber dann in einer Umkehr des Gedankens fährt er fast augenblicklich fort zu sagen: " so ist es in meinem Herzen wie brennendes Feuer, eingeschlossen in meinen Gebeinen. Und ich habe mich (vergeblich) abgemüht, es (weiter) auszuhalten, ich kann nicht (mehr)!’ { Jer 20:9}

 

Und Jeremia war seinem Ruf treu. Er sagte dem letzten König von Juda, (Zedekia), daß er sicher in die Hände der Babylonier fallen würde, es sei denn, daß er dem Wort des Herrn

 

gehorchte und sich ruhig verhielte. Er sagte den Menschen von Juda, daß, wenn sie ruhig nach Babylon gingen, denn dies war des Herrn Erlaß für sie, sie sicher sein würden. Anderenfalls aber nicht. Ich denke, wir kennen den Rest der Geschichte. Sie entschieden sich noch auf Ägypten zu stützen, und Ägypten ließ sie im Stich.

 

Es war eine lange, lange Zeit, bevor ein Tag kam, an dem sie durch die Wirksamkeit eines Erlasses des Cyrus zurückkamen, mit voller Begeisterung ihr Land und ihren Tempel aufzubauen und die wahre Anbetung Gottes wiederherzustellen, wie sie in den Tagen von Alters her gewesen war.

 

Und als die vierte Generation vergangen war, hatten sie alles darüber vergessen. So kam ungefähr 30 Jahre später der Prophet Sacharja mit seiner Botschaft, in der er sie an ihre Mission erinnerte jenen Tempel zu beenden, den sie kaum wiederherzustellen angefangen hatten. Die Generation, der er predigte, war so begeistert, daß innerhalb von 4 Jahren das Werk beendet und der Tempel geweiht war. Mit großer Begeisterung begannen die Menschen Israels ein neues Leben.

 

Dann, ein paar Generationen später, hatten sie alles darüber erneut vergessen. Immer blieben einige wenige treu, immer haben die vielen sich heimlich davongemacht.

 

Ihr braucht nicht an jene Zeit zu denken, als diese Dinge sich bewahrheiteten. Es ereignete sich wieder in den Tagen von Josua.

 

Ich erinnere an den Bericht, daß Josua starb und alle Ältesten, die Josua und die ganze Generation überlebten, und eine neue Generation aufwuchs, die den Herrn nicht kannte, noch die Wunder, die Er in der Wüste getan hatte.

 

Wiederum seht ihr, daß der Herr sie nach jenen 40 Jahren in der Wüste zuletzt in ihr Land der Verheißung gebracht hat.

 

Und mit großer Begeisterung kamen sie unter ihrem Führer Josua das Land zu besiedeln, indem sie in den Geist des Bündnisses eintraten, den sie am Sinai geschlossen hatten und wurden in Wahrheit das Volk des Landes.

 

Ihre Generation verging. Und die nächste Generation? Sie folgte, weil dies die Weise ist, in der sie belehrt worden waren. Die nächste Generation? Nun, vielleicht war sie dem Volk in den Tagen Hesekiels ähnlich, von der der Herr sagte: "Und siehe, du (das heißt Hesekiel) bist ihnen wie (einer, der) ein Liebeslied (singt), der eine schöne Stimme hat und gut zu spielen versteht; und sie hören deine Worte, doch sie tun sie nicht.’ (Hesekiel 33:32)

 

Wir können uns dort ganz einfach erinnern, wie wahr das Wort Gottes erfüllt ist. Erinnert

 

euch, daß es zu jener Zeit die Geschichte in den Schriften gibt.

 

Der Mann Elimelech von Juda nahm sich und seine Familie und ging nach Moab, um dort zu wohnen, weil das Land unter einer schweren Hungersnot litt. Und er starb in Moab.

 

Wenn ihr dazu kommt darüber nachzudenken, als das Land in eine Hungersnot gefallen war, -und Moab ist nur gerade über den Fluß, nicht so viele Meilen entfernt, dort gab es vieles, so daß er dort siedeln konnte, -so kann es dafür nur eine Erklärung geben: zu jener Zeit hatten sie den Bund aufgegeben, und die Strafe des gebrochenen Bundes war über sie gekommen.

 

Dies ist so, weil der Bund versprach, daß, wenn sie seine Vorschriften bewahren würden, ihre Feinde niemals in ihr Land kommen würden, das Getreide niemals fehlschlagen würde, ihr Vieh leben und die Sonne und der Regen ihr Werk tun würden, und alles gut würde. Und hier war das Land, ungefähr drei Generationen nach Josua, in Hungersnot.

 

Dann kam der König eines fernen Landes mit einem langen Namen, -Cushan Rishathaim, -kam und nahm sie in Knechtschaft für 8 Jahre. Das nächste was wir in der Geschichte hören ist, daß die Frau Naomi hörte, daß der Herr Israel gesegnet und ihnen Brot gegeben hatte. So ging sie zurück und lebte dort mit ihrer Schwiegertochter Ruth.

 

Das konnte nur eines bedeuten: wenn der Herr Israel gesegnet hatte, indem er ihnen Brot gab, konnte das nur bedeuten, daß sie zu dem Bündnis zurückgekommen waren. Sonst würde die Hungersnot sich fortgesetzt haben. So bekommen wir wieder eine Zeit des Unglücks, die auf den gebrochenen Bund zurückgeht und dann die Verleumdung.

 

Othniel, der erste Richter Israels, war erschienen. Er hatte den fremden König aus dem Land vertrieben, und als Naomi und Ruth in das Land kamen, fanden sie Boas, einen begüterten Landwirt, eine reichliche Ernte, -er hat Arbeiter für sein Feld bekommen mit Männern die beaufsichtigten.

 

Und dann, nicht lange danach, eine Lücke, die nur bedeuten konnte, daß Israel den Bund wieder verlassen hatte.

 

So wird alle Geschichte von Josua an aufwärts durch Menschen gekennzeichnet, die den Weg nach vorn zu einem zunehmenden Verständnis der göttlichen Wahrheit zeigten und den Platz des Menschen in jener Wahrheit in ihren Tagen und Zeitalter, um nur verdunkelt zu werden durch den ansteigenden Unglauben bei ihren Gefolgsleuten.

 

Heute findet ihr die gleiche Sache. Ein Mann ist mit einer Botschaft erschienen, die uns entlang des Weges göttlicher Wahrheit weiter bringt als jemals zuvor.

 

Der Mann geht, und binnen kurzem, was er zu sagen hatte, was er zurückließ, -anstatt es zu nehmen und damit zu arbeiten und vorwärts zu tragen, vielleicht sogar zu einer höheren

 

Ebene des Verständnisses, -wird auf die gleichen Dinge hingewiesen, auf die Israel in Hesekiels Tagen angesprochen wurde: "Und siehe, du bist ihnen wie (einer, der) ein Liebeslied (singt), der eine schöne Stimme hat und gut zu spielen versteht; und sie hören deine Worte, doch sie tun sie nicht.’

 

Dies ist unsere Position an diesem Tag. Wir haben uns einer wundervollen Vision erfreut, der Auswirkung des göttlichen Vorsatzes in unserem Tag und Zeitalter.

 

Wir müssen dies festhalten und es in immer klarerer Gestalt erkennen, da die Tage vorangehen, da die Ereignisse kommen und gehen.

 

Wir müssen beachten, was der Psalmist sagt, oder noch mehr die Worte aus den Sprüchen: "Aber der Pfad der Gerechten ist wie das glänzende Morgenlicht, heller und heller erstrahlt es bis zur Tageshöhe.’ (Sprüche 4:18)

 

Das ist unsere Mission heute. Wir haben in der Vergangenheit wundervolle Dinge gesehen, wundervolle Offenbarungen göttlicher Wahrheit, und wir schauen sogar nach noch größeren Dingen in der Zukunft aus.

 

Je länger wir diese Dinge gesehen haben, um so sicherer können wir sein, daß wir recht geführt worden sind.

 

Der Tag wird kommen, an dem alles, das wir hoffen und nach dem wir uns ausstrecken, geschehen wird. -Ende-

Edward Pietrzyk, Polen—Ein Gott-ein Mittler zwischen Gott und Mensch

 

Geliebte Geschwister in Christo, liebe Freunde-alle diejenigen, die " lesen und die Worte der Weissagung hören und bewahren, was in ihr geschrieben ist: Gnade euch und Friede von dem, der ist und der war und der kommt (...), und von Jesus Christus, [der] der treue Zeuge [ist], der Erstgeborene der Toten und der Fürst der Könige der Erde!’ -Offenbarung 1:3-5

 

Als Grundlage für unsere heutige Betrachtung wollen wir die Worte des Apostel Paulus, eines Gelehrten und Theologen des Neuen Testaments nehmen. Im ersten Brief an Timotheus 2:5-6 hat er uns das folgende Zeugnis hinterlassen:

 

"Denn einer ist Gott, und einer ist Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch Christus Jesus, der sich selbst als Lösegeld für alle gab, als das Zeugnis zur rechten Zeit.’ - _ 1Ti 2:5-6???

 

Mit diesen Worten richtet der Apostel unsere Aufmerksamkeit auf drei Dinge, welche er vielfach und an vielen Stellen zum Credo des Evangeliums macht, das er verkündet:

 

0. Zum einen: daß es einen Gott gibt,

 

1. zum zweiten: daß es einen Mittler zwischen Gott und Menschen    gibt, den Menschen Christus Jesus, der sich selbst als Lösegeld    für alle gab

 

2. zum dritten: daß Gott in seinem Plan eine bestimmte Zeit    vorgesehen hat, in der davon Zeugnis gegeben werden soll.

 

Wenn wir dem Gedanken des Apostels folgen, werden wir uns an dieser Stelle drei grundlegende Fragen stellen:

 

(I.) Warum weist Apostel Paulus darauf hin und ermahnt, daß es einen Gott gibt? Kann man denn meinen, daß es mehrere Götter gibt?

 

(II.) Warum sieht Apostel Paulus es als angebracht und wichtig an, zu ermahnen und zu erinnern, daß es nur einen Mittler zwischen Gott und Mensch gibt, dieser ist einzig und allein der Mensch Jesus Christus, und sein Amt des Mittlers beruht auf dem Verdienst des auf Golgatha niedergelegten Lebens-konnte auch das ein Problem für die Gläubigen des Zeitalters des Evangeliums, der Zeitspanne in welcher die frohe Botschaft des Evangeliums verkündet wird, darstellen?

 

(III.) Warum verbindet Apostel Paulus das Wesen des auf Golgatha vollbrachten Erlösungswerks mit dem Kommen der rechten Zeit-erstreckt sich etwa das Verständnis, ja vielmehr das Profitieren von dem Erlösungswerk über eine längere Zeitspanne? Ist es verschieden für unterschiedliche Gruppen von Menschen?

 

Laßt uns auf das Wort Gottes zurückgreifen, welches "von Gott eingegeben und nützlich zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit ist’ - _ 2Ti 3:16???, um eine Antwort auf die eben gestellten Fragen zu finden.

 

EIN GOTT

 

Apostel Paulus sagt: "Denn einer ist Gott’, mehr noch-im ersten Brief an Timotheus 4:10 fügt Paulus hinzu, daß "wir auf einen lebendigen Gott hoffen’. Wir ergänzen also die vorher gestellte Frage: Kann Gott tot sein?

 

Um dem Gedanken des Apostels folgen zu können, möchten wir die Bibel im zweiten Buch Moses 20:1-6 öffnen, wo das Überreichen der Zehn Gebote Gottes an das von ihm auserwählte Volk Israel beschrieben ist: "Und Gott redete alle diese Worte und sprach: Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus dem Land Ägypten, aus dem Sklavenhaus herausgeführt habe.

 

Du sollst keine andern Götter haben neben mir. -Du sollst dir kein Götterbild machen, auch keinerlei Abbild dessen, was oben im Himmel oder was unten auf der Erde oder was in den Wassern unter der Erde ist. Du sollst dich vor ihnen nicht niederwerfen und ihnen nicht dienen. Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott, der die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern, an der dritten und vierten [Generation] von denen, die mich hassen,

 

der aber Gnade erweist an Tausenden [von Generationen] von denen, die mich lieben und meine Gebote halten. -’-  _ 2Mo 20:1-6

 

Also gibt es einen, ewigen Gott, der "der Anfang und das Ende ist’, denjenigen, dessen. "Hand die Grundmauern der Erde gelegt hat und dessen Rechte die Himmel ausgespannt hat.’ -Jesaja 48:13, denjenigen, der " das Volk Israel aus Ägypten, aus dem Sklavenhaus herausgeführt hat’. Gott stellt die Frage: "Gibt es einen Gott außer mir?’

 

Er antwortet: "Es gibt keinen Fels, ich kenne keinen’ (Jesaja 44:8)

 

Und Gott warnt: Du sollst dir kein Götterbild machen, auch keinerlei Abbild dessen, was oben im Himmel oder was unten auf der Erde oder was in den Wassern unter der Erde ist. Du sollst dich vor ihnen nicht niederwerfen und ihnen nicht dienen. Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott.’

 

Ausgerechnet hier lassen viele Christen, wenn sie den Inhalt des göttlichen Gebotes zitieren, mehr oder weniger bewußt die Worte der Warnung Gottes weg. Es ist nicht unsere Aufgabe, Richtsprüche auszusprechen, wie gefährlich jedoch klingen in diesem Kontext die krönenden Worte der Offenbarungsvision Johannes:

 

"Und wenn jemand von den Worten des Buches dieser Weissagung wegnimmt, so wird Gott sein Teil wegnehmen von dem Baum des Lebens und aus der heiligen Stadt, von denen in diesem Buch geschrieben ist.’ -Offenbarung. 22:19. In der Tat, " es ist furchtbar, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen!’ - Heb 10:31???

 

Laßt uns also die Worte des Apostels wiederholen: "Denn einer ist Gott’, der lebendige Gott, auf den wir hoffen, nicht auf ein Götterbild jeglicher Art, das von dem Menschen angefertigt wurde. Der Prophet Jeremia, der die Herrlichkeit des einzigen, lebendigen Gottes pries, schrieb folgendes:

 

"Hört das Wort, das der HERR zu euch redet, Haus Israel! So spricht der HERR: Gewöhnt euch nicht an den Weg der Nationen und erschreckt nicht vor den Zeichen des Himmels, [auch] wenn die Nationen vor ihnen erschrecken! Denn die Ordnungen der Völker-ein Götze ist es, [der sie gab]. Ja, [ihre Götzen] sind Holz, das einer aus dem Wald geschlagen hat, ein Werk von Künstlerhänden, mit dem Schnitzmesser [hergestellt]. Man schmückt es mit Silber und mit Gold. Mit Nägeln und mit Hämmern befestigen sie es, daß es nicht wackelt. Sie sind wie eine Vogelscheuche [im] Gurkenfeld und reden nicht; sie müssen getragen werden, denn sie gehen nicht. Fürchtet euch nicht vor ihnen! Denn sie tun nichts Böses, und Gutes tun können sie auch nicht. (...)Sie sind allesamt dumm und töricht; die Unterweisung der Nichtigkeiten-Holz ist sie.

 

Dünngeschlagenes Silber wird aus Tarsis gebracht und Gold aus Ufas, ein Werk des Kunsthandwerkers und der Hände des Goldschmieds. Violetter und roter Purpur ist ihr Gewand, sie alle sind [nur] ein Werk von Kunstfertigen. Aber der HERR ist in Wahrheit Gott. Er ist der lebendige Gott und ein ewiger König.’ - Jer 10:2-10???

 

Und noch eins. Als Apostel Paulus Zeugnis über einen Gott und einen Mittler zwischen Gott und Mensch gab, lieferte er gleichzeitig eine Erklärung für ein weiteres Problem: Er lehrt, daß es zwei Personen gibt-einen Gott und einen Mittler, also einen Vater und einen Sohn, zwei unabhängige, unterschiedliche Wesen und nicht zwei oder drei in einer Person; und obwohl beide unsterblich sind, sind sie doch einander nicht gleich, wie viele Kirchen der modernen Welt lehren.

 

Im ersten Brief an die Korinther 15:27-28 spricht Apostel Paulus über die Herrlichkeit des zukünftigen Königreiches, um welches jeder von uns tagtäglich betet, indem er sagt: "Dein Königreich komme’ und gibt in einer ausgesprochen logischen und nicht bestreitbaren Ausführung Aufschluß über diese Dinge:

 

"Denn alles hat er seinen Füßen unterworfen. Wenn es aber heißt, daß alles unterworfen sei, so ist klar, daß der ausgenommen ist, der ihm alles unterworfen hat. Wenn ihm aber alles unterworfen ist, dann wird auch der Sohn selbst dem unterworfen sein, der ihm alles unterworfen hat, damit Gott alles in allem sei.’ -1.Kor 15:27-28

 

EIN MITTLER

 

Der Apostel sagt: "und einer ist Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch Christus Jesus, der sich selbst als Lösegeld für alle gab’

 

Hier kehrt unsere Frage zurück: Warum sieht Apostel Paulus es als angebracht und wichtig an, zu ermahnen und zu erinnern, daß es nur einen Mittler zwischen Gott und Mensch gibt, dieser ist einzig und allein der Mensch Jesus Christus, und sein Amt des Mittlers beruht auf dem Verdienst des auf Golgatha niedergelegten Lebens-konnte auch das ein Problem für die Gläubigen des Zeitalters des Evangeliums, der Zeitspanne in welcher die frohe Botschaft des Evangeliums verkündet wird, darstellen?

 

Wenn wir eine Antwort auf eine so gestellte Frage suchen, sollten wir uns 6000 Jahre zurückversetzen in eine Zeit, in welcher durch die Macht des Wortes Gottes hier auf der Erde Leben entstanden ist. Laßt uns nachlesen im Buch Moses 1:26-27: "Und Gott sprach: Laßt uns Menschen machen in unserm Bild, uns ähnlich! Sie sollen herrschen über die Fische des Meeres und über die Vögel des Himmels und über das Vieh und über die ganze Erde und über alle kriechenden Tiere, die auf der Erde kriechen! Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bild, nach dem Bild Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie.’

 

Das Zeugnis der Bibel besagt also, daß Gott den Menschen "nach seinem Bild’ geschaffen hat’ -zwar nicht was die Natur oder die Art des Lebens anbetrifft, denn diesbezüglich lehrt Apostel Paulus, daß es " himmlische Leiber und irdische Leiber gibt’ und "der Glanz der himmlischen, anders als der der irdischen ist’ -  _ 1Kor 15:40-aber bezüglich dessen, daß der Mensch, ähnlich wie Gott, ein Begriffsvermögen und einen freien Willen erhalten sollte. Im Menschen sollte sich die Harmonie der göttlichen Eigenschaften: Weisheit, Macht, Gerechtigkeit, Liebe widerspiegeln, damit der Mensch, ähnlich wie Gott, König und Herr des gesamten Weltraums sei, lebe und über den ganzen Erdkreis herrsche.

 

Mensch und Gott-Ähnlichkeiten, aber auch Unterschiede, nämlich das Fleisch -das wissen wir bereits-es handelt sich zum einen um einen irdischer Körper, aus Erdstaub geschaffen, und zum anderen um einen himmlischen, also geistigen Körper-und das Leben. Über Gott, den Schöpfer des Weltalls sagt uns die Schrift deutlich, daß er unsterblich ist, und dies bedeutet, daß der Zustand des Todes in seinem Fall nicht möglich ist.

 

Die Aussage der heiligen Schrift läßt diesbezüglich keine Zweifel zu: "König der Könige und Herr der Herren, der allein Unsterblichkeit hat und ein unzugängliches Licht bewohnt, den keiner der Menschen gesehen hat noch sehen kann. ‘- 1.Tim.6:15-16

 

Und der Mensch? Im ersten Buch Mose 2:8, 16-17 lesen wir das folgende Zeugnis: "Und Gott, der HERR, pflanzte einen Garten in Eden im Osten, und er setzte dorthin den Menschen, den er gebildet hatte. Und Gott, der HERR, gebot dem Menschen und sprach: Von jedem Baum des Gartens darfst du essen; aber vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen, davon darfst du nicht essen; denn an dem Tag, da du davon ißt, mußt du sterben!

 

Also war der Tod im Falle des Menschen möglich! Der Tod der Seele, des

 

lebendigen Wesens, nicht des Leibes: soweit die Auslegung, welche das Wort Gottes liefert. Dieses besagt, daß der Mensch eine Seele ist und nicht eine Seele hat. Als Bestätigung für diese These lesen wir im ersten Buch Mose 2:7: "da bildete Gott, der HERR, den Menschen, [aus] Staub vom Erdboden und hauchte in seine Nase Atem des Lebens; so wurde der Mensch eine lebende Seele. ‘- 1.Mo. 2:7

 

Mehr noch: Das selbe Wort Gottes lehrt, daß die menschliche Seele sterblich ist, der Tod also im Falle der menschlichen Seele möglich ist! Der erste Mensch, der als Abbild Gottes geschaffen worden ist, hat das Gesetz Gottes gebrochen:

 

"Und die Frau sah, daß der Baum gut zur Speise und daß er eine Lust für die Augen und daß der Baum begehrenswert war, Einsicht zu geben; und sie nahm von seiner Frucht und aß, und sie gab auch ihrem Mann bei ihr, und er aß.’ -1.Mo. 3:6

 

Adam starb, als er 930 Jahre alt war. Die Worte des göttlichen Richtspruchs fanden ihre Erfüllung: "denn an dem Tag, da du davon ißt, mußt du sterben’. Adam, eine lebende Seele starb, entsprechend den späteren Aussagen des Propheten Hesekiel: "Siehe, alle Seelen gehören mir; wie die Seele des Vaters, so auch die Seele des Sohnes. Sie gehören mir. Die Seele, die sündigt, sie [allein] soll sterben. ‘- Hesekiel. 18:4

 

Seit diesen Ereignissen sind nun sechstausend Jahre vergangen. Indem Adam seine Hand nach der verbotenen Frucht ausstreckte, brachte er den Fluch des Todes über sich-und nicht nur das. Die Worte des göttlichen Urteils umfaßten auch alle diejenigen, die aus ihm geboren werden sollten: sie umfaßten das gesamte menschliche Geschlecht.

 

Die Aussage des Apostels ist hier eindeutig: "Darum, wie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und durch die Sünde der Tod.’ -Röm. 5:12 Ja, "die Väter haben unreife Trauben gegessen, und die Zähne der Söhne sind stumpf geworden;’ - Jer 31:29???

 

Durch seinen Fall stand der Mensch nicht nur dem Todesurteil gegenüber, sondern verlor auch in einem sichtlichen Ausmaß die Ähnlichkeit zu Gott, er wurde befleckt und verdorben. Aus einem Kind Gottes wurde ein Kind des Ärgernisses, oft ohne "Hoffnung und ohne Gott in der Welt.’ -Epheser 2:12

 

Gibt es denn nun für uns Menschen keinerlei Hoffnung mehr? Stehen uns heute nur noch Leiden, Schmerz, Sünde und Tod zu? Nein, auf keinen Fall. Johannes offenbart uns nämlich das große Geheimnis des göttlichen Planes, welchen die Weisheit Gottes noch "vor Grundlegung der Welt’ festgelegt hat.- 1.Petr. 1:20

 

"Hierin ist die Liebe Gottes zu uns geoffenbart worden, daß Gott seinen eingeborenen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben möchten. Hierin ist die Liebe: nicht daß wir Gott geliebt haben, sondern daß er uns geliebt und seinen Sohn gesandt hat als eine Sühnung für unsere Sünden.’ -1.Jo. 4:9-10

 

Denselben Gedanken bestätigt Paulus im Brief an die Römer 3:25, wo wir lesen: "...Ihn hat Gott dargestellt zu einem Sühneort durch den Glauben an sein Blut’. Und Jesus sagte: "Aber auch in eurem Gesetz steht geschrieben, daß das Zeugnis zweier Menschen wahr ist.’ { Joh 8:17}

 

Ja, Adam, ein perfekter Mensch, hat das Gesetz Gottes gebrochen, starb, und in ihm die ganze Menschheit. "Gerechtigkeit und Recht sind deines Thrones Grundfeste.’ -in  Ps 89:15 -sagt der Psalmist des Herrn und das vollkommene Gesetz der Gerechtigkeit Gottes kennt keine Ausnahmen: Auge um Auge, Zahn um Zahn, ein Mensch für einen Menschen, ein Leben für ein Leben.’

 

Weil der vollkommene Mensch gesündigt hat, mußte ein vollkommener Mensch sein Leben opfern, um die Menschheit von dem Todesurteil zu befreien.

 

Das ist der Grund, aus dem Jesus auf die Welt kam! "als aber die Fülle der Zeit kam’ -entsprechend Seinem Plan, der vor der Grundlegung der Welt festgelegt wurde-sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau, geboren unter Gesetz, ‘- Galater 4:4, also mußte der Mensch Jesus Christus, kein verkörperter Engel, sondern der Menschensohn, in allem den Brüdern gleich werden-in allem in gleicher Weise [wie wir] versucht werden, [doch] ohne Sünde.’ - Heb 2:17,4:15???

 

Laßt uns wiederholen: Dieser Jesus, der Mensch Jesus Christus-der Eingeborene Sohn Gottes hat freiwillig sein Leben niedergelegt als Lösegeld für alle: "Dieser aber hat ein Schlachtopfer für Sünden dargebracht’-ein Schlachtopfer-dies bedeutet, daß es nicht erforderlich ist, ein solches Opfer zu irgendeinem Zweck zu wiederholen. { Heb 10:12}

 

Dies ist der Kern des göttlichen Planes dem Menschen gegenüber, die Hoffnung der in Sünde und Tod versunkenen Welt. "Antilutron’ bedeutet "äquivalenter Preis’:"die Erlösung, die in Christus Jesus ist. Ihn hat Gott dargestellt zu einem Sühneort durch den Glauben an sein Blut’ -Röm. 3:24-25

 

Deshalb sagt Apostel Petrus: "Und es ist in keinem anderen das Heil; denn auch kein anderer Name unter dem Himmel ist den Menschen gegeben, in dem wir errettet werden müssen.’ -Apg. 4:12. Apostel Paulus lehrt mit Überzeugung: "Denn einer ist Gott, und einer ist Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch Jesus Christus.’

 

Es gibt also keinen anderen Mittler zwischen Gott und Mensch, es gibt keinen anderen Fürsprecher-weder auf der Erde, noch im Himmel, denn "niemand ist hinaufgestiegen in den Himmel als nur, der aus dem Himmel herabgestiegen ist, der Sohn des Menschen.’ - Joh 3:13???

 

Aus diesem Grunde ermahnte Jesus, als er auf der Erde war, seine Jünger, und über sie auch uns: "Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Was ihr den Vater bitten werdet in meinem Namen’ -also nicht im Namen dieses oder jenen Menschen-"wird er euch geben.’ - Joh 16:23???

 

Zusammenfassend kann man sagen, daß wir uns merken sollten, daß Jesus, "Gottes Lamm im Voraus vor der Grundlegung der Welt erkannt’ für Adam und damit für das ganze menschliche Geschlecht gestorben ist, denn das war die Absicht Gottes gegenüber dem Menschen.

 

DIE RECHTE ZEIT

 

Der Apostel sagt: "der sich selbst als Lösegeld für alle gab, als das Zeugnis zur rechten Zeit’.

 

Hier stellen wir uns wieder die Frage: Warum verbindet Apostel Paulus das Wesen des auf Golgatha vollbrachten Erlösungswerks mit dem Kommen der rechten Zeit-erstreckt sich etwa das Verständnis, ja vielmehr das Profitieren von dem Erlösungswerk über eine längere Zeitspanne? Ist es verschieden für unterschiedliche Gruppen von Menschen?

 

Um den Sinn dieses Gedanken des Apostels zu begreifen, laßt uns vor allem darauf achten, daß wir, wenn wir von Jesus als einzigem Weg der Versöhnung des Menschen mit Gott sprechen, uns der Tatsache bewußt sein müssen, daß eine große Mehrheit der Menschen im Grab liegt, und selbst viele von denen, die im Evangeliumszeitalter, also in der Zeit, in welcher die frohe Botschaft über das Königreich Gottes verkündet wird, lebten und leben, keine Gelegenheit hatten, um den Namen Jesus zu hören, an ihn zu glauben und schließlich erlöst zu werden.

 

Weiter sagt die heilige Schrift deutlich, daß Gott nicht die Absicht hat, Menschen aufgrund ihres mangelnden Wissens oder Bewußtseins darüber zu erlösen, sondern möchte, "daß alle Menschen (alle ohne Ausnahmen) (wenn sie wollen) zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.’ 1.Tim. 2:4 Und wenn es heißt, daß "es weder Tun noch Berechnung, noch Kenntnis, noch Weisheit im Scheol gibt.’ -Prediger 9:10, so sollten wir erwarten, daß der allmächtige, gerechte und liebevolle Gott auch das in seinem Plan vorgesehen hat.

 

Tatsächlich. Laßt uns noch mal die Worte des Apostel Paulus lesen: "Denn

 

einer ist Gott, und einer ist Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch Christus Jesus, der sich selbst als Lösegeld für alle gab, als das Zeugnis zur rechten Zeit’

 

Hören wir die Botschaft heraus, die Paulus uns überbringt? Die rechte Zeit-ja, Gott hat eine rechte Zeit für alles vorgesehen. Er hätte zwar auch denen, die in der Vergangenheit, vor der Geburt Jesu, gelebt haben, ein Zeugnis geben können, die Tatsache, daß er es nicht getan hat, zeigt jedoch, daß die rechte Zeit für diese Menschen in der Zukunft liegt.

 

In seinem Erlösungsplan sah Gott eine rechte Zeit für die Allgemeinheit der Menschheit, eine Zeit, die laut der Lehre der Heiligen Schrift ein tausend Jahre dauern soll, eine gesegnete Zeit "der Wiederherstellung aller Dinge, von denen Gott durch den Mund seiner heiligen Propheten von jeher geredet hat.’ -Apg. 3:21

 

Eine Zeit, in der die Menschheit-sowohl diejenigen die vor Christus gelebt haben, als auch diejenigen, die nach ihm geboren wurden, aber "zu jener Zeit ohne Christus waren, ausgeschlossen vom Bürgerrecht Israels und Fremdlinge hinsichtlich der Bündnisse der Verheißung; keine Hoffnung hatten und ohne Gott in der Welt waren.’ -Epheser. 2:12, eine Gelegenheit bekommen, um von dem Opfer unseres Herrn zu profitieren, eine Gelegenheit, um Harmonie und Versöhnung mit ihrem Schöpfer, dem Allmächtigen Gott zu erlangen.

 

In dem immer noch andauernden Evangeliumzeitalter hat Gott dagegen diese Gelegenheit auf der Grundlage eines freiwillig eingegangenen Opferbundes nur einer besonderen Klasse von Menschen überlassen: der Kirche der Erstgeborenen, den Teilnehmern der himmlischen Berufung, den Heiligen des gegenwärtigen Zeitalters. Sie sind es, die Apostel Paulus im Römerbrief meint, Röm. 12:1 als er sagte:

 

"Ich ermahne euch nun, Brüder, durch die Erbarmungen Gottes, eure Leiber darzustellen als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer, was euer vernünftiger Gottesdienst ist.’ -Römer 12:1.

 

Der Absicht Gottes entsprechend, wird diese Klasse, die 144.000 Mitglieder zählt, zusammen mit Jesus das königliche Priestertum der zukünftigen Zeitalter bilden. Durch dieses werden alle Menschen zur Erkenntnis der Wahrheit gebracht.

 

Diese Gedanken bestätigt auch Apostel Johannes in seinem Brief: "Meine

 

Kinder, ich schreibe euch dies, damit ihr nicht sündigt; und wenn jemand sündigt-wir haben einen Beistand bei dem Vater: Jesus Christus, den Gerechten. Und er ist die Sühnung für unsere Sünden (unsere, also der Kirche der Erstgeborenen des gegenwärtigen Zeitalters), nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die ganze Welt (also für die Sünden der übrigen Menschheit).’ - _ 1Jo 2:1-2???

 

Um unsere Betrachtung abzuschließen, wollen wir kurz zusammenfassen.

 

Nachdem wir den Inhalt der Aussage von Apostel Paulus in 1.Tim. 2:5-6 analysiert haben: "Denn einer ist Gott, und einer ist Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch Christus Jesus, der sich selbst als Lösegeld für alle gab, als das Zeugnis zur rechten Zeit.’ kommen wir zu folgenden Ergebnissen:

 

(I) Es gibt einen, lebendigen Gott, "dessen Hand die Grundmauern der

 

Erde gelegt hat und dessen Rechte die Himmel ausgespannt hat.’ Auf diesen Gott soll man hoffen, nicht auf vom Menschen angefertigte Abbilder.

 

(II) Der Mensch, nach dem Bild Gottes geschaffen-allerdings nicht was die

 

Natur oder die Art des Lebens anbetrifft, eine sterbliche Seele war und ist. Durch das Verstoßen gegen das Gesetz Gottes brachte der Mensch den Fluch des Todes über sich, wurde befleckt und verdorben.

 

(III) Um die Menschheit dem Todesurteil zu entziehen, das ihr durch die Gerechtigkeit Gottes auferlegt wurde, mußte ein vollkommener Mensch, und keine verkörperte geistige Gestalt, sein Leben opfern. Dieses tat der Mensch Jesus Christus, der eingeborene Sohn Gottes, "der sich selbst als Lösegeld für alle gab’.

 

(IV) In seinem Plan hat Gott eine bestimmte Zeit für die Erkenntnis und Annahme der sich daraus ergebenden Erlösung vorgesehen-eine für die Kirche der Erstgeborenen des gegenwärtigen Zeitalters und eine andere für die übrige Menschheit.

 

Möge jeder von uns, der "liest und die Worte der Weissagung hört und bewahrt, was in ihr geschrieben ist’ die ihm gegebene rechte Zeit-sei es jetzt oder in der Zukunft-richtig nutzen. Dann werden sich die Worte des Apostel Paulus, die im ersten Brief an Timotheus zu finden sind, in ihm erfüllen:

 

"Denn dafür arbeiten wir und werden geschmäht, weil wir auf einen lebendigen Gott hoffen, der ein Retter aller Menschen ist, besonders der Gläubigen.’

 

Amen.

David Rice, USA—Das Wort Gottes

 

(Schlussansprache)

 

Liebe Geschwister, wir sind nun am Ende einer weiteren wunderschönen Versammlung angelangt. Wir haben von vielen Lektionen gehört, die gut vorbereitet wurden.

 

Wir haben an des Herrn Tisch gespeist und vom Wasser des Lebens empfangen. All diese Großzügigkeit ist vom Wort Gottes ausgegangen.

 

Wir stehen am Ende eines Jahrhunderts und am Anfang eines anderen... am Ende eines Millenniums und dem Anfang eines andern.

 

Heute Abend werden wir zurückblicken und nach vorne schauen. Wir werden sehen, wohin uns das Wort des Herrn geführt hat und wohin es uns noch führen wird.

 

Doch zuvor möchten wir darauf schauen, wie die Schrift selbst vom Wort Gottes spricht.

 

Wir betrachten das Manna in der Wildnis, die Schaubrote und den Leuchter in der Stiftshütte, einen Psalm, der dem Wort Gottes gewidmet ist und die beiden Zeugen der Offenbarung.

 

Das Manna in der Wüste.

 

Das "Wort Gottes" hat zweierlei Bedeutung: das buchstäbliche Wort, die Schrift, und das lebendige Wort, Jesus.

 

Das Erste wird in  Mt 4:4 erwähnt: "Nicht von Brot allein soll der Mensch leben, sondern von jedem Wort, das durch den Mund Gottes ausgeht."

 

Und die Zweite steht in Offenbarung 19:13: "...und sein Name heißt: Das Wort Gottes."

 

Das tägliche Manna, welches Israel in der Wüste ernährte, versinnbildlicht das Wort Gottes in beiderlei Hinsicht.

 

Zuerst versinnbildlicht es die Schrift, von welcher wir täglich ernährt werden. ( Mt 24:41 4. Mose 11:8; Band 4 S. 609 -engl. Ausgabe-)

 

Als die Israeliten zum erstmals das Manna vom Himmel aßen, war "sein Geschmack wie Kuchen mit Honig" (2. Mose 16:31)

 

Diese Symbole, Kuchen und Honig, versinnbildlichen den wunderbaren Ruf nach Herrlichkeit, der in der Schrift enthalten ist. Der Kuchen war einer jener drei Gegenstände, die als Webopfer bei der Weihung der Priesterschaft für Gott dargebracht wurden.

 

In der Stiftshütte deutet Bruder Russell auf Seite 46 -engl. Ausgabe- die beiden als Rechtfertigung und Heiligung.

 

Und der Kuchen bedeutet Verherrlichung-"unsere Hoffnung und unser Glaube an die überaus kostbaren Verheißungen der Herrlichkeit, Ehre und Unsterblichkeit."

 

Der Kuchen wurde auch zum Schluß des Nazaräergelübdes benutzt, das unsere Weihung Gott gegenüber darstellt, die zur Verherrlichung führt. (4. Mose 6:19)

 

Der Honig versinnbildlicht sie Süße unserer Hoffnung in Christo.

 

Denkt an das Rätsel, welches Samson aufgab: "Aus dem Fresser kam Fraß, und aus dem Starken kam Süßes." Richter 14:14

 

Das Rätsel betraf einen getöteten Löwen, in welchem von Bienen Honig aufbewahrt wurde.

 

Der Löwe versinnbildlicht Jesus, den "Löwen aus den Stamme Juda", dessen Tod die Süße des himmlischen Rufes bereitstellt.

 

Weil der Honig unseren himmlischen Ruf darstellt, war dieser einer der beiden Gegenstände, für welche Gott gebot, sie niemals auf dem Altar zu opfern. (3. Mose 2:11)

 

Eines war der Sauerteig, weil wir nichts sündiges Gott opfern können. Das andere war der Honig, weil wir niemals die Verheißung der Herrlichkeit, Ehre und Unsterblichkeit opfern können.

 

Das Manna versinnbildlicht auch Jesus, das lebendige Wort.

 

In Johannes 6:48-51 bezieht es Jesus auf sich persönlich. "Eure Väter haben das Manna in der Wüste gegessen... Ich bin das lebendige Brot, das aus dem Himmel herabgekommen ist... Das Brot aber, das ich geben werde, ist mein Fleisch für das Leben der Welt."

 

Ohne dieses Brot vom Himmel würde wir kein Leben haben.

 

Die Schaubrote in der

 

Stiftshütte

 

Im Heiligtum der Stiftshütte war ein Tisch mit zwei Stapeln Brot, welche "Schaubrote" genannt wurden, weil sie offen dargestellt oder vorgezeigt wurden.

 

Aber eine bessere Übersetzung ist "Brot der Gegenwart", das Brot, das in der "Gegenwart" Jehovas gezeigt wurde, der gerade hinter dem Vorhang dargestellt ist. (2. Mose 25:23-30 engl. Übersetzung)

 

Es wurde wahrscheinlich in großen runden Laiben gebacken, die nicht zu dick waren. Es gab 12 Laib, welche in zwei Stapeln von sechs angeordnet wurden, auf denen es dann oben Weihrauch gab.

 

Den Israeliten versinnbildlicht dies die geistige Speise für die 12 Stämme, aber es hat für uns eine höhere Bedeutung.

 

Es ist Speise für das geistige Israel-das Wort Gottes, die Schrift. Die Schrift besteht aus zwei Teilen, dem Alten und Neuen Testament, die durch die beiden Stapel veranschaulicht sind.

 

Es gibt viele Symbole für das Wort Gottes, die alle aus der Zahl zwei bestehen...

 

Zwei Silbertrompeten (4. Mose 10:2); zwei Olivenbäume (Sachaja 4:3); zwei Zeugen (Off. 11:3);

 

Zwei Flügel des großen Adlers (Off. 12:14); zwei Schwerter (Lukas 22:38)

 

So sind die beiden Brotstapel im Heiligtum ein folgerichtiger Weg, die beiden Teile der Bibel zu zeigen.

 

Auch der eigentliche Tisch zeigt dies, denn er maß nur eine Elle in der Breite, aber zwei Ellen in der Länge.

 

Daß die beiden Stapel je sechs Laib enthalten ist für das Erreichen von zwölf notwendig, die zwölf Stämme Israel.

 

Aber dies erinnert uns gleichzeitig an das, was sie darstellen, den die beiden Zahlen von jeweils sechs formen die Zahl sechsundsechzig, welches die Anzahl der Bücher in der Bibel ist.

 

Wir alle wissen, daß es im Alten Testament mehr Bücher als im Neuen gibt und nicht einfach dreiunddreißig in jedem.

 

Wenn wir jedoch dieser Zahl noch sechs hinzufügen, dann erhalten wir die Anzahl der Bücher des Alten Testaments, also neununddreißig.

 

Wenn wir von dreiunddreißig sechs anziehen, dann erhalten wir die Anzahl der Bücher des Neuen Testaments, also siebenundzwanzig. Dies ist ein kleiner leicht zu merkender Trick. Die, die das Brot aßen, nachdem es wöchentlich ausgetauscht wurde, waren die Priester.

 

Und dies zeigt uns nochmals, daß die Nahrung für die Kirche ist, weil die Priester die Kirche darstellen. (Offenbarung 20:4-6)

 

Jeder Laib wurde mit "zwei Zehntel Maß" feinem Mehl gebacken, zusammen 24 Zehntel Maß insgesamt. Genau so wurde die Priesterschaft später in 24 Dienstabteilungen unterteilt. (3. Mose 24:5; 1. Chronik 24:18)

 

Während sich das Brot der Gegenwart auf Jesus, das lebendige Wort, bezieht, so bemerken wir, daß die Höhe des Tische, des diese Brot zeigt, in Ellen war. (2. Mose 25:23)

 

Die gleiche Höhe hat die Bundeslade im Allerheiligen (2. Mose 25:10) und der Feuerrost des Altars im Vorhof. { Ex 27:1,5}

 

Deswegen ist Jesus in der gleichen "Höhe" in allen drei Fällen dargestellt. So war das Opfer im Vorhof, das Brot im Heiligtum und das Blut im Allerheiligen jeweils 1,5 Ellen hoch.

 

Der Leuchter

 

Ebenfalls im Heiligtum befand sich ein Leuchter auf der linken Seite des Eingangs.

 

Er auf jeder Seite drei Arme und einen in der Mitte, also insgesamt sieben Arme, auf denen sieben Lampen das Öl verbrannten und Licht erzeugten.

 

In Johannes 15:5 sagt Jesus: "Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben-Zweige." (engl. Übersetzung)

 

Auf ähnliche Weise stellt der Leuchter Christus dar und die sieben Arme die Kirche.

 

Die Offenbarung zeigt die Dinge nur wenig unterschiedlich als Leuchterarme, die sieben Stufen der Kirche während des Evangeliumszeitalters.

 

Das Gewicht des goldenen Leuchters betrug ein Talent. Dies war genau so viel wie die silbernen Sockel der Stiftshütte, von denen jeder ein Talent wog.

 

Diese Silbersockel kamen von dem Lösegeld, das bezahlt wurde, um alle männlichen Erwachsenen in Israel zu auszulösen.

 

Sie stellen das Lösegeld durch Christum dar, welches die Grundlage des Planes Gottes zur Versöhnung ist. (2. Mose 30:12-16; 38:25-27; 1. Könige 20:39)

 

Wie nun Christus in der gleichen Höhe des Vorhofes, des Heiligen und des Allerheiligen gezeigt ist, so wird ist er auch durch das gleiche Gewicht dargestellt.

 

Ein Talent Silber war es bei den Sockeln und ein Talent Gold beim Leuchter.

 

Das Öl, das in den sieben Lampen brannte, stellt den Heiligen Geist Gottes dar. Wenn wir es gebrauchen, wenn wir es "verbrennen", dann werden wir erleuchtet.

 

Doch was ist die Quelle des Heiligen Geistes?

 

Eine Vision Sacharjas aus dem vierten Kapitel gibt die Antwort. In dieser Vision gab es auch einen Leuchter mit sieben Lampen.

 

In der Nähe gab es zwei Olivenbäume, einer auf jeder Seite, die ihr Öl durch zwei goldene Leitungen in ein Gefäß ausgossen, welches die Lampen speiste. Die beiden Olivenbäume stellen das Alte und Neue Testament dar-das Wort Gottes-die ein Speicher von Gottes Heiligem Geist sind.

 

Von diesen beiden Quellen erhalten wir inspiriertes Licht, Anleitung und Führung in unserem christlichen Lauf.

 

Der Leuchter der Stiftshütte wird in 2. Mose 25:31-40 beschrieben. Vers 33 sagt, daß die Arme Gefäße wie Mandeln mit einem Knoten und einer Blume enthielten.

 

Sicherlich war der Knoten eine Blütenknospe, die mit ihrem aufgehenden Blütenblatt die Form eines Gefäßes oder einer Schale bildetet.

 

Diese Blume stellt die liebevolle Gnade des Geistes dar, die durch die Heiligen entwickelt wird.

 

Die Mandelblüten erinnern uns an ein Ereignis in 4. Mose 17, als die Autorität Mose und Aarons herausgefordert wurde.

 

Jehova wies jeden Stamm an, einen Stab dem Herrn vorzulegen und am Morgen hatte Aarons Stab Mandelknospen, Blüten und Früchte hervorgebracht.

 

Durch dieses Mittel wußte jeder, daß Levi und insbesondere Aaron Gottes Wahl für die Priesterschaft war.

 

Gleichsam werden Christus und die Kirche als Gottes Wahl für die Priesterschaft erkannt werden, wenn ihr Charakter im Königreich "dargelegt" wird.

 

Das Wort "Mandel’ bedeutet im Hebräischen "eilen’, weil Mandelbäume vor den anderen Bäume "hereilen’.

 

Sie blühen früher, während andere Bäume noch ruhen. Gleichsam blüht die Kirche, bevor die Welt im Königreich wiederauflebt.

 

Mandelblüten haben auch fünf Blütenblätter, und fünf ist eine biblische Zahl von Gottes Neuer Schöpfung.

 

Im Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen beispielsweise hat jede Klasse fünf.

 

Jeder der sechs Arme hatte drei Blütenknospen, doch der Mittelarm hatte vier, was zusammen 22 Blütenknospen ergibt.

 

Am Ende jeder Spitze gab es Platz für eine Lampe, zusammen also sieben Lampen.

 

Diese Verbindung von Zahlen-22 und 7-ist sehr interessant.

 

Einige unter euch werden sich daran erinnern, daß 22/7 (zweiundzwanzig siebtel) eine Standardannäherung für den Wert "PI’ ist, welche Kreise und gerade Linien in Zusammenhang bringt.

 

Einige glauben, das dies ein Abbild der göttlichen Dinge oder von Gott selbst ist.

 

Laßt uns nun die Zahl 22 betrachten.

 

Die ist zwei mal 11; dies ist eine Zahl, die in der Stiftshütte benutzt wird, um die Kirche im Fleisch darzustellen.

 

Vielleicht stellen die 22 Blüten auch die Frucht des Geistes Gottes dar, der mit der Kirche (elf) handelt. Dies kommt von den beiden Behältern, den zwei Olivenbäumen, dem Alten und Neuen Testament.

 

Psalm 119

 

Dieser Psalm handelt vom Wort Gottes.

 

Dies ist auf mehrfache Weise einzigartig. Und ich verdanke vieles der nachfolgenden Informationen Bruder I.A. Joseph, dem demütigen und gut belesenen Bruder aus Indien, der letztes Jahr seinen irdischen Lauf beendete.

 

Es ist der längste aller Psalmen und auch das längste Kapitel der Bibel mit 176 Versen.

 

Diese Verse sind keine Einteilung durch den Schreibers, sie sind dem Urtext innewohnend.

 

Es gibt genau 22 Teile dieses Psalms, von denen jeder 8 Verse enthält.

 

Jeder Vers im ersten Teil beginnt mit den hebräischen Buchstaben Aleph (Alef), jeder Vers im 2. Teil beginnt mit Beth, jeder Vers im 3. Teil mit Gimel usw., bis hin zu allen 22 Buchstaben des hebräischen Alphabets.

 

Jeder Vers in dem Psalm (außer 122 und 132) erwähnen auf besondere Weise das Wort Gottes durch einen der folgenden Ausdrücke: Gesetz, Zeugnis, Weg, Vorschrift, Statut, Gebot, Gericht, Wort.

 

Der Psalm preist das Verdienst des Lesens, Studierens, Meditierens und das Anwenden des Wortes Jehovas in unserem Herzen, Leben und Dasein.

 

Aus diesem Psalm stammen diese bekannten Aussprüche:

 

"Wie liebe ich dein Gesetz! Es ist mein Nachdenken den ganzen Tag."  Ps 119:97: "Großen Frieden haben die, die dein Gesetz lieben. Sie trifft kein Straucheln."  Ps 119 165

 

"Deine Zeugnisse sind... meine Lust, meine Ratgeber <sind sie>." Vers 24

 

"...ich will dein Gesetz bewahren und es halten von ganzem Herzen." Vers 34

 

Wie gut treffen diese Ausdrücke den Geist und die Einstellung unseres liebreichen Erlösers. Wie wunderschön ist es, wenn diese ebenso auch unsere Gefühle ausdrücken.

 

Wie diese 22 Teile dieses Psalms dem jüdischen Volk das Wort Gottes anpreisen, so interessant ist es, daß ein früher Bericht sagt, daß die heiligen Bücher der Hebräer 22 an der Zahl waren.

 

Der Bericht stammt von Josephus, einem jüdischen Geschichtsschreiber, der im ersten Jahrhundert n. Chr. lebte. Hier nun der Auszug:

 

"Wir haben... nur 22 Bücher, die die Berichte der vergangen Zeit beinhalten; von ihnen wird richtigerweise geglaubt, daß sie göttlich sind.

 

Fünf sind von Mose; diese beinhalten die Gesetze und die Traditionen des Ursprungs der Menschheit bis zu seinem Tod...

 

Vom Tod des Mose bis zur Herrschaft Artaxerxes, des Königs von Persien...(haben wir) die Propheten... (sie) schrieben in dreizehn Büchern nieder, was in ihrer Zeit geschah.

 

Die übrigen vier Bücher beinhalten Lieder Gottes und Vorschriften zum Verlauf des menschlichen Lebens (Buch Gegen Apion, I, 8)

 

Alle 39 Bücher, die wir haben, waren in den 22 Büchern enthalten, die Josephus erwähnte. Einige Bücher wurden zusammengefaßt, wie wir nun feststellen werden.

 

Es gibt eine Verbindung zwischen den 22 Teilen von  Ps 119, die das Wort Gottes preisen und den ursprünglichen 22 Büchern des Alten Testament.

 

Doch als Christen betrachten wir die 22 Teile des  Ps 119 als Lobgesang bezüglich des ganzen Wortes Gottes einschließlich des Neuen Testaments.

 

Deshalb stellen die 22 Blüten des goldenen Leuchters die Früchte des Geistes im Alten und Neuen Testament dar.

 

Eine Leuchte umserem Fuße

 

Einer der bekannteren Stellen dieses Psalms ist Vers 105 "Eine Leuchte für meinen Fuß ist dein Wort, ein Licht für meinen Pfad.’

 

Sicherlich war dieser Text in Petrus Gedanken, als er sagte: "Und so besitzen wir das prophetische Wort <um so> fester, und ihr tut gut, darauf zu achten als auf eine Lampe, die an einem dunklen Ort leuchtet, bis der Tag anbricht und der Morgenstern in euren Herzen aufgeht."

 

Petrus scheint der Auffassung zu sein, daß die Lampe der Prophezeiung die Kirche bis ans Ende des Zeitalters begleitet, wenn der Morgenstern erscheint-Christus bei seinem 2. Advent.

 

Ein Morgenstern wird einzig durch die Wächter gesehen, welche vor dem Anbruch des Neuen Tages wach sind.

 

In der Vergangenheit haben Christen die Prophezeiungen studiert, um den Fortschritt der Ereignisse im Hinblick auf das Ende des Zeitalters zu bezeichnen.

 

Aber nun sind wir hier. Die Lampe, die uns hierher geleitet hat, zeigt, daß wir angekommen sind.

 

Unseres Herrn große Prophezeiung in  Mt 24 und 25 betrifft den zweiten Advent.

 

Sie hat zweierlei Bedeutung, die Eine für das Ende des Jüdischen Zeitalters und die Andere für das Ende des Evangelium-Zeitalters.

 

Gottes Gericht über Israel stellt dann Gottes Gericht über die heutige Christenheit dar. Die erste Durchführung formt ein Muster, das uns hilft, die zweite zu verstehen.

 

Des gibt im Vortrag unseres Herrn drei Teile:

 

0. Seine Antwort auf die Fragen der Jünger;

 

1. Einige Lektionen zu diesen Antworten;

 

2. Einige Gleichnisse, die die Lektionen veranschaulichen. Jede    dieser Teile sind in drei andere Teile gegliedert.

 

Im Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen gibt zwei Elemente, die direkt mit  Ps 119 verbinden.

 

(1)Mt 25:6 sagt. "Um Mitternacht aber entstand ein Geschrei: Siehe, der Bräutigam!’ Dann standen die Jungfrauen auf und gingen aus, um ihm zu begegnen.

 

Psalm 119 sagt: "Um Mitternacht stehe ich auf, .... wegen der Bestimmungen deiner Gerechtigkeit.’ (Verse 62, 63)

 

(2) Das Gleichnis handelt von den Lampen, die die Jungfrauen mit sich nahmen. Die Klugen hatten genügend Öl, die Törichten waren weniger sorgfältig.

 

Diese Lampen versinnbildlichen das Wort Gottes, und  Ps 119:105 bezeichnet dieses Symbol: "Eine Leuchte für meinen Fuß ist dein Wort, ein Licht für meinen Pfad.’ Deshalb hat  Ps 119 für uns heute eine besondere Bedeutung.

 

Er ermutigt uns, das Wort Gottes zu erforschen und es im Lichte sich eröffnender Wahrheiten zu sehen-unsere Augen werden mit Augensalbe gesalbt.

 

Im Licht dieser Lampe sind wir reichlich gesegnet. Die Speise zur rechten Zeit hat uns großartig gestärkt.

 

Unseres Herrn Prophezeiung

 

Teil eins der Prophezeiung unseres Herr in  Mt 24 ist in den Versen 4-31 enthalten.

 

Er erklärt zuerst, was vor dem Ende des Zeitalters passieren wird. (Verse 4-14)

 

Er schließt diesen Teil mit "und dann wird das Ende kommen. Und die folgenden Verse (15-28) beschreiben das Ende.

 

Diese Verse beschreiben die Parousia des Sohnes des Menschen, die Zeit der Drangsal in religiösen Systemen und das Sammeln der Heiligen aus den selben,

 

ihr Kampf auf den "Bergen’ (von dem  Ps 125:2 erklärt, daß er den Herrn darstellt) und ihr Essen der reichlichen geistigen Speise, da, wo die Adler versammelt sind.

 

Während dieser Zeit herrscht große Drangsal, und eine Flucht ist schwierig.

 

All dies passiert vor dem Höhepunkt. Dieser Höhepunkt, der in den Versen 29 und 30 beschrieben wird, ist die Apokalypsis.

 

Dann "wird bei der Offenbarung des Herrn Jesus er vom Himmel her mit den Engeln seiner Macht, in flammendem Feuer’ Vergeltung nehmen. { 2Th 1:7-9}

 

Dann "wird ihn jedes Auge sehen’ (Off. 1:7) "Dann werden wehklagen alle Stämme des Landes, und sie werden den Sohn des Menschen kommen sehen auf den Wolken des Himmels mit großer Macht und Herrlichkeit.’ { Mt 24:30}

 

Die Menschheit wird Christus durch die Leiden der Geschehnisse in Harmagedon wahrnehmen.

 

Sie werden Christus auf gleiche Weise "sehen’, wie sie Gott "sehen’ werden (Off. 22:4) -so wie Hiob, der sagte "jetzt aber hat mein Auge dich gesehen’.( Hiob 42:5)

 

Sie werden Christus durch die Erfahrungen um sie herum sehen, welche die mächtige Kraft des neuen Königs offenbaren.

 

Aber sie werden später in der Apokalypsis erkennen, wir aber sehen jetzt, in der Parousia.

 

Die zwei Zeugen

 

In Offenbarung 11 erscheinen "zwei Zeugen’, welche "1260 Tage weissagen, mit Sacktuch bekleidet.’ (Vers 3)

 

Die meisten Geschwister beziehen diese beiden Zeugen auf das Alten und Neue Testament und wir stimmen dem zu. Vers 4 sagt, daß die beiden Zeugen die gleichen wie die "zwei Ölbäume’ aus Sacharjas Vision.

 

Für 1260 Jahre-ein Tag für ein Jahr in der Prophezeiung-wurde das Wort Gottes während der päpstlich Herrschaft von ungefähr 539 bis 1799 unterdrückt.

 

Während bestimmter Zeiten dieser Periode wurde sogar das private Lesen der Bibel durch Laien als Straftat betrachtet.

 

Willialm Tyndale wurde lebendig verbrannt, weil er sich diese zu übersetzen traute.

 

Vers 6 beschreibt die zwei Zeugen als Elia und Moses. Sie haben die Macht, "die Himmel zu verschließen, daß es in den Tagen ihrer Prophezeiung nicht regnet.’ (wie es Elia tat.)

 

Und sie konnten Wasser zu Blut werden lassen und die "Erde mit allen Plagen schlagen’ (wie es Mose tat). Mose stellt das Alte Testament dar und Elia das Neue Testament.

 

Die Verse 7- 13 erklären, was der Schrift am Ende jener 1260 Jahre widerfuhr.

 

Obwohl wir annehmen mögen, daß ihre Umstände sich bald gebessert hätte, was es das Gegenteil.

 

Sie (die beiden Zeugen) wurden "getötet’ und tot "auf die Straße der großen Stadt’ für dreieinhalb "Tage’ gelegt, -die Christenheit-während ihre Feinde feierten.

 

Aber dann wurden die beiden Zeugen wieder zu Leben erweckt und führen in einer Wolke zum Himmel auf.

 

All dies wurde innerhalb von drei Jahren ungefähr um und nach 1799 erfüllt. Die Christenheit wurde förmlich für eine kurze Zeit aufgehoben und die Schrift war sinnbildlich tot.

 

Aber dann wurde sie wieder lebendig und durch viele Bibelgesellschaften wurde sie in den gängigen Sprachen veröffentlicht und in Millionenauflagen verteilt.

 

Dadurch fuhr die Bibel mit großer Bekanntheit "in den Himmel’.

 

Man bemerke, wie diese Erfahrungen ihre Parallelen mit denen von Jesus haben. Er hatte ebenfalls einen Dienst von 1260 Tagen, also ungefähr dreieinhalb Jahren.

 

"Er litt ebenfalls, als er "ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut’ war.

 

Er wurde auch getötet, war für drei Tage tot, und wurde auferweckt.

 

Er fuhr ebenfalls "auf einer Wolke in den Himmel’, wie es über die beiden Zeugen berichtet wird.

 

Die Parallele zwischen dem geschriebenen Wort und dem lebendigen Wort ist so klar wie mit dem Manna, den Schaubroten und dem Leuchter.

 

Die Schrift ist Gottes "zwei Zeugen’, und Jesus ist "der treue und wahrhaftige Zeuge’ (Off. 1:5)

 

Vor 1000 Jahren

 

Wir stehen am Anfang eines neuen Millenniums, und es geht uns viel besser als vor 1000 Jahren.

 

Damals schaute Isebel dem Gipfel ihrer Macht entgegen, und die dunklen Zeitalter nahmen die christliche Welt in ihren festen Griff. Das Wort Gottes wurde weitgehend unterdrückt.

 

In anderthalb Jahrhunderten-von ungefähr 880 bis 1030-herrschten 35 Päpste im Durchschnitt jeweils ungefähr 4 Jahre. Viele waren vom Alter "in ihren frühen Zwanzigern, einige waren Teenager.

 

Einigen blieben 20 Tage oder einen Monat oder drei Monate im Amt. Sechs von ihnen wurden entthront. Eine Anzahl wurde ermordet.

 

Verderbtheit wucherte in höchsten Kreisen, und christliche Führer waren manchmal nur dünn verschleierte Heiden.

 

Kirchenämter und sogar das Papsttum wurden von reichen Familien für ihre Kinder erworben. Der elfjährige Benedikt IX wurde 1032 Papst.

 

Noch vor dem Stimmbruch trug er die Tiara, celebrierte die Hohe Messe, salbte Bischöfe und exkommuniziere Häretiker.