Alain
Boulier, Frankreich—DIE HERRLICHKEIT DES ALLMÄCHTIGEN
Einleitung
Die Botschaft
der Heiligen Schrift hebt die unermeßliche Erhabenheit Gottes über die ganze
Schöpfung hervor. "Die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes, und die
Ausdehnung verkündet seiner Hände Werk.’ { Ps 19:1}
Das Studium des
Wortes Gottes macht es möglich unter anderem, Gott besser zu erkennen, den
Allmächtigen, den Ewigen, und sich seiner Herrlichkeit bewußt zu werden.
Vom Beginn des
ersten Buches der Bibel an erfahren wir, daß Gott den Menschen Adam in seinem
Bild erschaffen hat. Bedauerlicherweise waren Adam und seine Gefährtin Eva Gott
gegenüber ungehorsam, obwohl er sie vor den Folgen des Ungehorsams gewarnt
hatte: sie sündigten und verloren so die bis dahin bestehende Gemeinschaft mit
Gott.
In diesem
tragischen Moment, in dem alles umgestürzt wurde, ließ Gott seine Gerechtigkeit
walten: Der Mensch, der geschaffen worden war, um zu leben, wurde zum Sterben
verurteilt (1.Mose 3:19).
Aber der
Ungehorsam des Menschen brachte nicht nur seine Verurteilung mit sich.
Sie brachte
auch die Offenbarung des Planes Gottes mit sich, den damals die Engel nicht
kannten (vgl. Offenbarung 5:1-5), einen Plan, in dem wir alles sehen, im dem
Gerechtigkeit, Weisheit, Macht und Liebe des Allmächtigen zusammenwirken.
Und in der Tat
hatte Gott durch sein Vorherwissen aller Dinge die Möglichkeit des Fallens des
Menschen vorausgesehen, denn er hatte ihm einen freien Willen gegeben.
Wenn auch Gott
diese Freiheit den Nachkommen des von ihm geschaffenen Menschengeschlechts
nicht wegnahm, behielt er dennoch die Herrschaft über die Ereignisse, die
anschließend aufeinanderfolgten.
"Gott
regiert über die Nationen; Gott hat sich auf den Thron seiner Heiligkeit
gesetzt...’, lesen wir in Ps 47, Verse
8 und 9.)
Er griff sogar
ein, um der Bosheit, die sich auf Erden ausbreitete, ein Ende zu setzen-wie es
in Ps 29:10 heißt: "Jehova thront
auf der Wasserflut, und Jehova thront als König ewiglich.’ -"Denn Jehovas
sind die Säulen der Erde, und auf sie hat er den Erdkreis gestellt.’ (1.Samuel
2:8)
Gliederung des
Vortrags
Wir beginnen
unsere Betrachtung mit Auszügen aus der Vision über die Herrlichkeit des ewigen
Gottes auf seinem Thron aus Hesekiel, Kap. 1.
Daran
anschließen werden sich allgemeine Bemerkungen, und wir untersuchen in diesem
Abschnitt die Einzelheiten, die möglicherweise die vier Grundeigenschaften
Gottes abbilden, in dieser Reihenfolge:
die Macht die Weisheit
die
Gerechtigkeit und
die Liebe
Danach werden
wir die wesentlichen Gedanken zusammenfassen und wollen dann zum Abschluß
kommen.
Lesung von
Hesekiel 1:4-22 und 26-28
"Und ich
sah: und siehe, ein Sturmwind kam von Norden her, eine große Wolke und ein
Feuer, sich ineinander schlingend und ein Glanz rings um dieselbe; und aus
seiner Mitte, aus der Mitte des Feuers her, strahlte es wie der Anblick von
glänzendem Metall.
Und aus seiner
Mitte hervor erschien die Gestalt von vier lebendigen Wesen; und dies war ihr
Aussehen: sie hatten die Gestalt eines Menschen.
Und jedes hatte
vier Angesichter, und jedes von ihnen hatte vier Flügel.
Und ihre Füße
waren gerade Füße, und ihre Fußsohlen wie die Fußsohlen eines Kalbes; und sie
funkelten wie der Anblick von leuchtendem Erze.
Und
Menschenhände waren unter ihren Flügeln an ihren vier Seiten; und die vier
hatten ihre Angesichter und ihre Flügel.
Ihre Flügel
waren verbunden einer mit dem anderen; sie wandten sich nicht, wenn sie gingen:
sie gingen ein jeder stracks vor sich hin.
Und die Gestalt
ihres Angesichts war eines Menschen Angesicht; und rechts hatten die vier eines
Löwen Angesicht, und links hatten die vier eines Stieres Angesicht, und eines
Adlers Angesicht hatten die vier.
Und ihre
Angesichter und ihre Flügel waren oben getrennt; jedes hatte zwei Flügel
miteinander verbunden und zwei, welche ihre Leiber bedeckten.
Und sie gingen
ein jedes stracks vor sich hin; wohin der Geist gehen wollte, gingen sie; sie
wandten sich nicht, wenn sie gingen.
Und die Gestalt
der lebendigen Wesen: ihr Aussehen war wie brennende Feuerkohlen, wie das
Aussehen von Fackeln. Das Feuer fuhr umher zwischen den lebendigen Wesen; und
das Feuer hatte einen Glanz, und aus dem Feuer gingen Blitze hervor.
Und die
lebendigen Wesen liefen hin und her wie das Aussehen von Blitzstrahlen.
Und ich sah die
lebendigen Wesen, und siehe, da war ein Rad auf der Erde neben den lebendigen
Wesen, nach ihren vier Vorderseiten.
Das Aussehen
der Räder und ihre Arbeit war wie der Anblick eines Chrysoliths, und die vier
hatten einerlei Gestalt; ihr Aussehen und ihre Arbeit war, wie wenn ein Rad
inmitten eines Rades wäre.
Wenn sie
gingen, so gingen sie nach ihren vier Seiten hin: sie wandten sich nicht, wenn
sie gingen.
Und ihre
Felgen, sie waren hoch und furchtbar; und ihre Felgen waren voll Augen ringsum
bei den Vieren.
Und wenn die
lebendigen Wesen gingen, so gingen die Räder neben ihnen; und wenn die
lebendigen Wesen sich von der Erde erhoben, so erhoben sich die Räder.
Wohin der Geist
gehen wollte, gingen sie, dahin, wohin der Geist gehen wollte; und die Räder
erhoben sich neben ihnen, denn der Geist des lebendigen Wesens war in den
Rädern.
... denn der
Geist des lebendigen Wesens war in den Rädern.
Und über den
Häuptern des lebendigen Wesens war das Gebilde einer Ausdehnung, wie der Anblick
eines wundervollen Kristalls, ausgebreitet oben über ihren Häuptern.
Und oberhalb
der Ausdehnung, die über ihren Häuptern war, war die Gestalt eines Thrones, wie
das Aussehen eines Saphirsteines; und auf der Gestalt des Thrones eine Gestalt
wie das Aussehen eines Menschen obendrauf.
Und ich sah wie
den Anblick von glänzendem Metall, wie das Aussehen von Feuer innerhalb
desselben ringsum; von seinen Lenden aufwärts und von seinen Lenden abwärts sah
ich wie das Aussehen von Feuer; und ein Glanz war ringsum denselben.
Wie das
Aussehen des Bogens, der am Regentage in den Wolken ist, also war das Aussehen
des Glanzes ringsum. Das war das Aussehen des Bildes der Herrlichkeit Jehovas.
-Und als ich es sah, fiel ich nieder auf mein Angesicht’
Anmerkungen
Diese
Beschreibung ist sehr beeindruckend. Versuchen wir uns diese Gefühle Hesekiels
vorzustellen: Schon ab Vers 4 gibt er uns einen entscheidenden Hinweis:
"Und ich sah, und siehe, ein Sturmwind kam von Norden her, eine große
Wolke und ein Feuer, sich ineinander schlingend, und ein Glanz rings um
dieselbe....’
Würde uns nicht
Furcht ergreifen angesichts einer solchen Vision? "..um Gott ist
furchtbare Pracht!’ (Hiob 37:22)
Tatsächlich ist
der Herkunftsort dieses gewaltigen Windes, dieser großen Wolkenmasse und dieser
Feuergarbe der Norden, der Wohnsitz des Allmächtigen (siehe Hiob 26:7: "Er
spannt den Norden aus über der Leere, hängt die Erde auf über dem Nichts’ und
Hiob 37:22).
Wir lesen auch:
"Das Siebengestirn läßt ihn glänzen wie Gold.’ Wir erinnern uns, daß der
Neid Satans seinen Sturz nach sich zog-Jesaja 14:13. Alle diese Textstellen
bestätigen, daß, der Aussage der Schrift nach, Gott im Norden wohnt.
Aus diesem
Grund fiel der Prophet auf sein Angesicht nieder, und stellen wir fest, wie
heilig die göttliche Offenbarung war, die ihm zuteil wurde.
Damit der Leser
sich seine Vision vorstellen kann, gebraucht Hesekiel die gleiche Technik wie
ein Schriftsteller, der eine Szene beschreibt: zuerst läßt er die Umgebung
erstehen; dann beschreibt er die Einzelheiten nacheinander, die seine
Aufmerksamkeit erregen.
Im weiteren
Fortschreiten seines Berichts kommt bei Hesekiel zwölf Mal das Wort ‘vier’ vor.
Wir meinen, daß das kein Zufall sein kann. Diese Wiederholung der Zahl ‘vier’
hat zum Zweck, nachdrücklich auf ihren Symbolgehalt hinzuweisen.
Was Hesekiel
sieht, ist einerseits das Bild von etwas Irrealem, anderseits erscheint diese
Zahl ‘vier’ wiederholt und gibt eine Konstante an, eine Art Ausgleichselement
in dieser Vision von außergewöhnlichen Kreaturen, die es auf der Erde nicht
gibt.
Außer für diese
Eigenschaft gebraucht Hesekiel einfache (aber genaue) Worte, die das
Empfindungsvermögen des Menschen erfassen kann, und durch die wir uns ganz
realistisch hineindenken können in das, was er sah.
Aber, wie wir
schon gesagt haben, er beschreibt uns etwas, das es auf der Erde nicht gibt.
Oder können wir
uns vorstellen, wie ein Tier aussieht, das "die Gestalt eines Menschen’
hat (Vers 5), das "wie brennende Feuerkohlen’ aussieht, das "vier
Angesichter’ hat und "vier Flügel’, die "verbunden waren einer mit
dem anderen’ und dessen Füße "gerade Füße waren und ihre Fußsohlen wie die
Fußsohle eines Kalbes’, mit Menschenhänden unter ihren Flügeln an den vier Seiten?
Das ist schwierig;
wir können nicht begreifen, daß solche Wesen existieren und sich von der Stelle
bewegen können.
Warum? Weil
sich die Menschen und die meisten Tiere nach vorne, in die Richtung der
Sichtachse ihrer Angesichter fortbewegen.
Ein Löwe, ein
Stier oder ein Adler können sich nicht vom Standort nach rückwärts bewegen;
wenn sie zurückgehen wollen, müssen sie sich umdrehen; dann bewegen sie sich
wieder nach vorne, und zwar in die andere Richtung.
Wir Menschen
müßten ständig den Kopf drehen, um zu sehen wohin wir laufen, aber dabei
könnten wir nicht mehr sehen, was vorne geschieht.
Außerdem sind
die Gelenke unserer Beine so gestaltet, daß wir gut vorwärts und nicht nach
Belieben gleichermaßen vorwärts und rückwärts laufen können.
Nun haben die
beschriebenen Wesen vier Gesichter, was ihnen erlaubt, zugleich in alle
Richtungen zu schauen, und sie müssen nicht einmal den Kopf drehen, um zu
sehen, wohin sie gehen.
Hesekiel
schreibt: "...sie gingen ein jedes stracks vor sich hin.’ Ihre
Aufmerksamkeit bleibt ungeteilt, was auch immer vor sich geht, und sie behalten
ihr Ziel bei und beobachten dabei, was um sie herum passiert.
Daher fährt er
fort: "...sie wandten sich nicht, wenn sie gingen.’ Zusätzlich haben sie
vier Flügel, was vermutlich bedeutet, daß sie auch in jede Richtung fliegen
können.
Mit dieser
Fähigkeit ist kein auf der Erde lebender Vogel begabt. Außerdem fügt Hesekiel
hinzu, daß diese Wesen "hin und her liefen wie das Aussehen von Blitzstrahlen.’
Das ist
einerseits furchterregend, andererseits bedeutet es aber, daß sie mit einer
außergewöhnlichen Geschicklichkeit und vor allem einer Schnelligkeit
ausgestattet sind wie kein anders Geschöpf auf der Erde.
Es ist ein Bild
für die Überlegenheit der Geistwesen im Dienste Gottes verglichen mit den
irdischen Geschöpfen: die Engel handeln und greifen in dem von Gott
geschaffenen Universum ein, ohne die Zwänge, denen wir Menschen unterliegen,
wenn wir uns von einem Ort zu einem anderen begeben wollen.
Für Gott und
seine Engel gibt es diese Schranke der Distanz nicht! Er betrachtet seine
Schöpfung, das ganze Universum, als ob er es in der Hand hätte.
Vier; die Zahl
der Eigenschaften Gottes
Hesekiel
erkennt im Zentrum der Vision:
0. vier Wesen (Vs.5)
1. die vier Gesichter haben (Vs.6)
2. vier Flügel (Vs.6)
3. vier Seiten (Vs.8)
4. alle vier hatten ihre Gesichter und ihre Flügel (Vs.8)
5. Was das Aussehen ihrer Gesichter anbelangt, so haben
alle ein Menschengesicht (Vers 10)
6. alle vier rechts ein Löwengesicht (Vers 10)
7. alle vier links ein Stiergesicht (Vers 10)
8. und alle vier ein Adlergesicht (Vers 10)
9. es gab ein Rad auf der Erde, nahe bei den Wesen und vor
ihren vier Gesichtern (Vers 15)
10. und alle vier Räder hatten die gleiche Form (Vers 16)
11. die Räder waren von furchtauslösender Höhe und furchteinflößendem Umfang. Sie waren
umlaufend mit lauter Augen bestückt
(Vers 18)
Wir meinen, daß
die Zahl vier das Handeln Gottes darstellen kann, das sich in seinen vier
Wesensmerkmalen ausdrückt, denn es heißt in Vers 20, daß die vier Wesen kamen
und gingen "wohin der Geist gehen wollte.’
Beachten wir,
daß Johannes in Offenbarung 4:7 eine ähnliche Vision vom Thron Gottes
beschreibt; dem Bibelkommentar zufolge repräsentiere jedes der vier vom
Apostel-in anderer Reihenfolge-dargestellten Wesen eine der Grundeigenschaften
Gottes.
Erste
Eigenschaft Gottes: die Macht-der Stier
Im Allgemeinen
finden Gläubige, daß Gottes Macht in seiner Schöpfung sichtbar zum Ausdruck
kommt. Die Bibel beginnt auch mit der Feststellung: "Im Anfang schuf Gott
die Himmel und die Erde.’ (1.Mose 1:1)
Die Auffassung
vom "Urknall’ oder die 1929 von Edwin Hubble aufgestellte Theorie von der
Ausdehnung des Universums ist vielleicht die Erklärung DES "Anfangs’. Und
tatsächlich sei, diesem Astrophysiker nach, eine unermeßliche Kraft von einer
nicht erfassbaren Macht am Werk gewesen, die jene gewaltige Explosion als eine
Art glühend heißem Gasball hervorgebracht habe.
"...die
Feuergarbe, sich ineinander schlingend, und ein Glanz rings um dieselbe...’
(Vers 4) scheint uns ein ausgewogenes Bild zu sein, um diesen Gasball zu
beschreiben, der, wenn sich die Hypothese von Hubble als richtig erweist,
explodiert ist, um den "Urknall’ "am Anfang zu erzeugen...’
Diese Explosion
habe eine unerschöpfliche Energiequelle geschaffen, sowie die Ausdehnung des
Weltraumes nach sich gezogen, in dem alle Galaxien, Sterne und Planeten nach
und nach durch Erkalten entstanden seien.
Wir sehen, daß
im ersten Satz der Bibel die Erklärung dafür enthalten ist, was einige als das
Geheimnis der Schöpfung bezeichnen. Wenn die Hypothese von Hubble richtig ist,
können wir sagen, daß dieser "Ball’ von Gott geschaffen wurde.
Es ist
interessant festzustellen, daß die Entdeckungen verschiedener Wissenschaftler
in diesem Jahrhundert schließlich mit der Aussage der Schrift zur
Übereinstimmung kommen.
Die Sonne, eine
weitere Bekundung der Macht:
Wir sehen auch
eine Äußerung der Macht Gottes, wenn wir die Sonne betrachten. Das
Larousse-Lexikon sagt, daß sie 150 Millionen Kilometer von unserem Planeten
entfernt ist, daß ihre Masse das 333.000-Fache der Erdmasse ausmacht und ihr
Durchmesser 1.392.000 Kilometer beträgt.
Die Temperatur
im Innern der Sonne beträgt 15 Millionen Grad Celsius.
Wir sind
angesichts dieser Zahlen fassungslos, die die außerordentlich große
Energiereserve der Sonne illustrieren; und dennoch berichtet uns das Lexikon
weiter, dass die Sonne in dieser Galaxie "ein Sternenzwerg (!) ist’,"
völlig bedeutungslos’," deren Besonderheit nur darin liegt, der erdnäheste
Stern zu sein.’
In dem
Bewußtsein, dass es Milliarden und Abermilliarden von Sternen gibt, die von
Gott geschaffen worden sind, wird uns klar, welche Macht er hat.
Eine weitere
Offenbarung der Macht Gottes können wir in der unermeßlichen Zahl der Heere des
Himmels sehen, die ihm dient. (Vgl. 1.Könige 22:19) Deshalb "... herrscht
er durch seine Macht auf ewig.’ { Ps 66:7}
Wenn auch bei
Hesekiel nur von wenigen Wesen die Rede ist, so ist doch ihr Kommen und Gehen
durch überhaupt nichts gestört. ("Und sie gingen ein jeder stracks vor
sich hin.’ (Vers 12) Der Hörer dieser Vision bekommt einen starken Eindruck von
Macht.
Seit der Antike
und in manchen Ländern bis heute wurden auf der Erde die Ochsen vom Menschen
für solche Arbeiten für Haus und Hof hergenommen, für die Kraft erforderlich
war, wie z.B. Pflügen, Wasserschöpfen aus Brunnen oder Ziehen von Wagen.
Daher ist
dieses Tier in der Vision von Hesekiel ein Symbol der Macht.
Gehen wir zu
der nächsten Eigenschaft Gottes, die in dieser Vision dargestellt wird.
Die
Weisheit-der Adler
Zunächst
könnten wir überrascht sein, daß der Adler, ein unreines Tier (3.Mose 11:13)
und eines, das Blut zu sich nimmt (Hiob 39:30), eine der Eigenschaften Gottes
darstellt.
Aber der
Allmächtige hat sich des Bildes eines Adlers bedient, um die Hinausführung
seiner Werke zu verdeutlichen. Vgl. 2.Mose 19:4: "Ihr habt gesehen, was
ich an den Ägyptern getan habe, wie ich euch getragen auf Adlers Flügeln und
euch zu mir gebracht habe.’
Ebenso lesen
wir in Jer 48:40: "Denn so spricht
Jehova: Siehe, wie der Adler fliegt er daher und breitet seine Flügel aus über
Moab.’
Ein anderes
Merkmal des Adlers ist sein scharfer Blick, durch den er geradewegs auf die
Sonne zufliegen kann. Daher kommt der Ausdruck vom "Adlerblick’ in dem
Sinne, daß jemand ein scharfes Auge hat.
Wenn man den
Gedanken weiter verfolgt, meint man mit dem "Adlerblick’, daß jemand einen
scharfsinnigen Geist besitzt.
Solche
Fähigkeiten passen zu der bildhaften Darstellung der göttlichen Weisheit, die
alles durchdringt. "Denn Jehova erforscht alle Herzen, und alles Gebilde
der Gedanken kennt er,’ 1. Chronik 28:9; und in Jer 20:12 lesen wir: "Und du Jehova der Heerscharen, der
du...Nieren und Herz siehst....’
Fügen wir noch
hinzu, daß der Adler eine Fluggeschwindigkeit von 120 km/h erreichen kann, und
daß er sich auch die aufsteigenden Ströme warmer Luft zu Nutze macht, um sehr
hoch und ohne Anstrengung zu schweben.
So wie der
Adler uns in seinem Flug überlegen ist, gehen Wissen und Weisheit Gottes weit
über unseren Verstand.
Um zu unserem
Kommentar über das Offenbarwerden der Macht Gottes im Kosmos und im Bild der
Sonne zurückzukommen, betrachten wir die Weisheit Gottes in seiner Schöpfung:
Leben hier auf der Erde ist möglich unter anderem dank der Sonne, die sich in
einer ganz bestimmten Distanz befindet, nicht zu nahe und auch nicht zu weit
entfernt.
Das Licht der
Sonne braucht ungefähr sieben Minuten und dreißig Sekunden bis zur Erde, und
die Sonne befindet sich dreißigtausend Lichtjahre vom Inneren der Galaxis
entfernt, d.h. etwa zwei Milliarden Mal weiter weg.
Nun geht man
nach bestimmten Untersuchungen davon aus, daß, wenn der Abstand zwischen Erde
und Sonne nur um wenige Prozent verändert würde, ein Leben auf der Erde nicht
möglich wäre. (Es wäre entweder zu heiß oder zu kalt.)
Als Beispiele
dienen uns die anderen Planeten des Sonnensystems, wo es kein Leben gibt.
Ist es ein
Zufall, wie viele behaupten, oder ist es vielmehr die ungeheure Weisheit
Gottes, der es unternommen hat, erst ein Mal die Schöpfung in Gang zu setzen,
nachdem er all die folgenden Dinge vorherbedacht und berücksichtigt hat?
Vor dem
berühmten Urknall hatte Gott die Gesetze der Astrophysik, der Thermodynamik,
der Kernkraft sowie die in der Chemie herrschenden Gesetzmäßigkeiten etc.
aufgestellt.
Die Erde ist
also im Weltraum mit sehr viel größerer Genauigkeit als der eines Uhrmachers
positioniert, da sie durch verschiedene Luftschichten vor der Strahlung der
Sonne gut geschützt ist; daher kommen wir in den Genuß eines relativ gemäßigten
Klimas, das geeignet ist, auf dem größten Teil des Erdballs das Leben angenehm
zu machen, was wir jeden Tag feststellen können.
Preisen wir
unseren ewigen Gott für seine Weisheit, dass er ein so wunderbares Universum
geschaffen hat, in dem es gut ist zu leben!
Obwohl manche
es behaupten, brauchen wir nicht zu befürchten, dass ein Asteroid oder ein
anderer Planet auf der Erde aufschlägt, denn Gott hat sie in Übereinstimmung
mit seinen zuvor festgelegten Gesetzen geschaffen, damit sie bewohnt wird, und
nicht, um sie zerstören zu lassen.
Ist all dies
nicht erstaunlich, wenn man das gewaltige Reservoir an (scheinbar
unkontrollierter) Energie betrachtet, die im Universum enthalten ist? Die
gewaltige Aktivität, die Hesekiel sieht, scheint diese unerschöpfliche und
überall wirksame Energiequelle abzubilden:
Dieses Feuer,
das sich zwischen den Wesen bewegt, dieses funkelnde Licht, von dem Blitz
ausgehen, und dieses Getöse, durch das die Wesen unbeirrt bleiben; so verhält
es sich auch mit Gott, der seine Schöpfung völlig beherrscht, dessen Gewalt und
Energie, wie wir schon gesagt haben, für den Menschen beängstigend sind. Nichts
kann die alles beherrschende Macht Gott herabsetzen.
Wir haben auch
das scharfe Auge des Adlers angesprochen; dieses scharfe Sehen, das eine
bildliche Darstellung des unbegrenzten Wissens (der unbegrenzten Weisheit) sein
kann, wird unterstrichen durch die in Vers 17 und 18 angegebenen Einzelheiten:
Hesekiel sieht
Räder, besteckt mit Augen; sie gingen "nach ihren vier Seiten hin’ und
"sie waren hoch und furchtbar’. Warum waren Augen an den Rädern? Wir
vermuten, dass diese große Anzahl von Augen an den Rädern, die sich in jede
Richtung bewegen konnten, und sich sogar "erhoben’, die Tatsache
wiedergibt, daß vor Gott nichts verborgen ist; seine Augen beobachten Nationen
und durchlaufen die ganze Erde. ( Ps 66:7; Sacharja 4:10)
Die
Gerechtigkeit-der Löwe
Über Salomo
lesen wir in 1.Könige 10:18: "Und der König machte einen großen Thron von
Elfenbein und überzog ihn mit gereinigtem Gold.
Vers 19: Sechs
Stufen waren an dem Throne, und der obere Teil des Thrones war hinten gerundet;
und Armlehnen waren auf dieser und auf jener Seite an der Stelle des Sitzes,
und zwei Löwen standen neben den Armlehnen;
Vers 20: und
zwölf Löwen standen da auf den sechs Stufen, auf dieser und auf jener Seite.
Desgleichen ist nicht gemacht worden in irgend einem Königreiche.’
In der
Darstellung der Weihe des Tempels, ist Salomo ein Bild der verherrlichten
Kirche, die gemäß 2.Tim. 4:1 "richten wird Lebendige und Tote.’
Diese Beschreibung
von Salomos Thron, geschmückt mit Löwen, scheint uns ganz besonders gut
übereinzustimmen mit einer anderen Textstelle, nämlich mit Ps 89:14 und 15, wo es heißt:
"Gerechtigkeit und Gericht sind Gottes Thrones Grundfeste.’
Wir erinnern
uns, daß die Weisheit Salomos in der ganzen Welt bekannt war, besonders weil er
gerechte Urteile sprechen konnte.
Der König besaß
die unumschränkte Macht über sein Königreich, und dann, wenn er auf seinem
herrlichen, von Löwen flankierten Thron saß, hielt er Gericht. Daher meinen
wir, daß die Verzierung des Thrones mit diesen Tieren als Symbol für das
Schaffen von Gerechtigkeit gelten kann.
Das Beispiel
für dieses Gericht-Halten durch einen Löwen finden wir in 1.Könige 13:24, wo es
um einen Mann Gottes geht, der, nachdem er dem bösen König Jerobeam geweissagt
hatte, sich gegen Gott auflehnte und die bestehende Anweisung, unverzüglich
nach Hause zurückzukehren, nicht beachtete: dieser Prophet begegnete einem
Löwen, der ihn auf seinem Rückweg tötete. Seine Leiche lag auf dem Weg, ....
und der Löwe stand daneben.
In Jesaja 31:4
und Ho 11:10 wird der Ewige mit einem
Löwen verglichen:
"Denn also hat Jehova zu mir gesprochen;
wie der Löwe und der junge Löwe, wider den Hirten der Menge zusammengerufen
wird, über seinem Raube knurrt, vor ihrer Stimme nicht erschrickt und sich vor
ihrem Lärmen nicht ergibt, also wird Jehova der Heerscharen herniedersteigen,
um auf dem Berge Zion und auf seinem Hügel zu streiten.’
"Sie
werden Jehova nachwandeln: wie ein Löwe wird er brüllen; denn er wird brüllen,
und zitternd werden die Kinder herbeieilen vom Meere.’
In Jeremia,
Kap. 4 erfahren wir, daß Gott Israel das Kommen seines Gerichts ankündigt. In
Vs. 7 steht geschrieben: ‘Ein Löwe steigt herauf aus seinem Dickicht, und ein
Verderber der Nationen bricht auf; er zieht von seinem Ort aus, um dein Land
zur Wüste zu machen, daß deine Städte zerstört werden, ohne Bewohner’. Gott
schickt vom Norden aus sein Gericht durch einen Zerstörer in Löwengestalt.
Wir meinen, daß
diese Verse die Übereinstimmung zwischen der Vision von Kap. 1 in Hesekiel und
dem Löwen zeigt, der ein Symbol für die Gerechtigkeit, eine der
Grundeigenschaften Gottes, ist.
Fügen wir noch
hinzu, daß bei uns der Löwe immer als König der Tiere, die Furcht vor ihm haben,
gesehen wird.
Die Liebe-der
Mensch
Warum
symbolisiert der Mensch die Liebe, eines der vier Eigenschaften Gottes? Liegt
es daran, daß der Mensch Gott gegenüber eine besondere Liebe an den Tag gelegt
hat?
Leider nicht,
ganz im Gegenteil, denn "hierin ist die Liebe Gottes zu uns geoffenbart
worden, daß Gott seinen eingeborenen Sohn in die Welt gesandt hat, auf daß wir
durch ihn leben möchten.
Hierin ist die
Liebe: nicht daß wir Gott geliebt haben, sondern daß er uns geliebt und seinen
Sohn gesandt hat als eine Sühnung für unsere Sünden.’ (1.Joh. 4:8, 9) Und Vers
19: ".... weil Gott uns zuerst geliebt hat’, d.h. noch bevor wir ihn
geliebt haben.
Darin sehen
wir, wie sehr wir ihm gegenüber verpflichtet sind. Diese Verse schließen in
sich den wunderbaren Plan der Wiederherstellung aller Dinge für den Menschen.
Das
Wunderbarste (und zuweilen für einige das, was am schwersten zu begreifen ist)
an diesem Plan ist, daß Gott bewilligt hat, daß das Loskaufopfer sein eigener
geliebter Sohn ist. (Vgl. Hebräer 10:5-10)
In Philipper
2:7 und 8 heißt es von diesem einzigen Sohn Jesus Christus: "...
welcher.... sich selbst zu nichts machte und Knechtsgestalt annahm, indem er in
Gleichheit der Menschen geworden ist, und.... sich selbst erniedrigte, indem er
gehorsam ward, bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz.’
Wir sehen es:
Die Liebe Gottes zu den Menschen hat sich in ganz besonderer Weise kundgetan.
Daher erhält diese Grundeigenschaft sein stimmigstes Bild in Form eines
(vollkommenen) Menschen; diese Gestalt nahm Jesus an, um den Plan Gottes zu
erfüllen. (vgl. den vorausgehenden Vers)
Grundgedanken,
die in der Vision von der Herrlichkeit des Allmächtigen enthalten sind.
Bevor wir
schließen, fassen wir die Grundgedanken, die wir in dieser Vision finden,
zusammen:
1. Die Beschreibung dessen, was Hesekiel sieht, stellt sich
in unseren Augen als Bilder von etwas
Irrealem dar. Das ist normal, denn es
handelt sich um die göttliche Natur, die ohne Grenzen ist, unendlich vielfältig, eine unerschöpfliche
Energiequelle, und die Leben in sich
selbst hat. Für unser Verständnis als Menschen, das "beschränkt’ ist, ist sie tatsächlich nicht zugänglich
(irreal). 2. Wir sehen die Einheit im
harmonischen Zusammenwirken der
Eigenschaften Gottes. Bei ihrer Betrachtung haben wir gesehen, daß sie nicht nur miteinander tätig sind,
sondern sich in vollkommenem
Gleichgewicht gegenseitig ergänzen.
Sollte sich
auch ein vorherrschendes Merkmal dieser Grundeigenschaften in den vier
Gesichtern der Wesen abbilden, so hat doch kein Merkmal ein nur ihm eigenes und
begrenztes Wirkungsgebiet, und es scheint nicht so zu sein, daß eines mehr
Gewicht hat als das andere (oder die anderen).
Macht und
Weisheit (Wissen) waren unabdingbar, damit Gott das Universum so vollkommen
erschaffen konnte, wie es ist.
Ebenso gibt
Gott uns durch seinen Plan kund, daß Gerechtigkeit nicht ohne Liebe ausgeübt
werden kann. Wir lesen in Römer 5:20,21: "Das Gesetz aber kam daneben ein,
auf daß die Übertretung überströmend würde. Wo aber die Sünde überströmend
geworden, ist die Gnade noch überschwenglicher geworden, auf daß, gleichwie die
Sünde geherrscht hat im Tode, also auch die Gnade herrsche durch Gerechtigkeit
zu ewigem Leben, durch Jesum Christum, unseren Herrn.’
So handeln die
Gerechtigkeit und die Liebe (die Gnade) gemeinsam, und dieses Prinzip offenbart
die wunderbare Weisheit Gottes (gemeinsames Handeln von drei
Grundeigenschaften).
3. Die Schriftstellen, die von Gottes Gerechtigkeit
sprechen, wie z.B. Ps 45:6, Ps 89:14 und Ps 97:2, fügen dem ein weiteres wichtiges Element hinzu: die
Billigung. Gott hat für die Menschen
vollkommene Gesetze aufgestellt. {vgl.
Ps 19:8}
Jede
Gesetzesübertretung bringt Verurteilung mit sich, die Gott billigerweise
ausspricht, denn er hat seine Gesetze nicht nach einem diktatorischen Prinzip
aufgestellt: Er hat dem Menschen Grundsätze gegeben, um ihm ewiges Leben in
Glück und Glückseligkeit zu ermöglichen.
4. Vers 15: Neben den vier Wesen auf der Erde waren vier
Räder, die "wie der Anblick
eines Chrysoliths’ waren, eines olivgrünen
durchscheinenden Edelsteins.
Beim Studium
dieser Vision in unserer Versammlung haben wir angenommen, daß diese Räder
vermutlich den Plan Gottes darstellten, der sich kompromißlos erfüllt.
Diese Räder,
die so aussahen "wie wenn ein Rad inmitten eines Rades wäre’ (Vers 16),
bewegten sich oder standen still im gleichen Rhythmus wie die Wesen:
"...und wenn die lebendigen Wesen sich von der Erde erhoben, so erhoben
sich die Räder.’ (Vers 19), "...denn der Geist der lebendigen Wesen war in
den Rädern.’ (Vers 21) Auch der Plan Gottes läuft im Rhythmus des Uhrwerks
Gottes ab.
5. Verse 22, 26, 27 und 28: Hesekiel sieht ".... eine
Ausdehnung wie den Anblick eines
funkelnden Kristalls.’ "Und oberhalb der Ausdehnung (des Himmels)... die Gestalt eines Thrones wie das Aussehen eines Saphirsteines’ und
"eine Gestalt wie das Aussehen
eines Menschen’, und "den Anblick von glänzendem Metall, wie
das Aussehen von Feuer... und ein
Glanz war rings um denselben’, und
"wie das Aussehen des Bogens, der am Regentage in der Wolke ist....’
Diese ganze
Beschreibung gibt die Heiligkeit Gottes wieder, und wir denken, daß sich hier
eine Parallele herstellen läßt zu dem "Strom von Wasser des Lebens, rein
wie Kristall, der hervorging aus dem Throne Gottes und des Lammes.’ Aus
Offenbarung 22:1.
Die Transparenz
von Kristall und der strahlende Glanz von Saphir erinnern an die Klarheit und
Reinheit der Wahrheit, die Bestandteil der Grundfeste des Thrones Gottes sind
(vgl. 2.Mose 24:10).
(6) Poliertes
Metall, Erz, ist ebenso kostbar wie Gold-gemäß Esra 8:27-,das die göttliche
Natur darstellt.
(7) Der Bogen
symbolisiert den Frieden, der sich nach dem Aufruhr des Gewitters wieder
einstellt,
um nach der
stürmischen Zeit der Sünde die Aufrichtung von Gottes Frieden anzukündigen,
wenn sein Reich beginnt.
Schlußbemerkung
Lassen wir uns
anregen von den Grundeigenschaften Gottes, und handeln wir in der Einheit des
Glaubens mit gesundem Menschenverstand und ohne Überschwang auf dem einen oder
dem anderen Gebiet:
1. Laßt uns nicht nur stark sein (wie der Stier).
2. Laßt uns nicht Rächer sein (wie der Löwe) und die andern
nicht verurteilen, wenn wir uns für
Opfer von Ungerechtigkeit halten.
3. Seien wir nicht überzeugt, die beste Erkenntnis der
Schrift zu haben, weil wir wissen,
wie sie im Urtext zu lesen ist oder weil
wir sie scharfsinnig studiert haben (wie der Adler).
4. Akzeptieren wir keine der Wahrheit entgegenstehenden
Gedanken, handeln wir nicht nach Zu-
oder Abneigung (wie es der Mensch
macht): Stellen wir immer die Gerechtigkeit und die Weisheit neben die Liebe, so wie es Gott macht, um seinen
Willen zu tun.
5. Laßt uns nach Reinheit streben und heiligen wir uns
durch das Studium der Heiligen
Schrift.
6. Versuchen wir immer, bessere Nachahmer dessen zu sein,
der in seinem irdischen Leben diese
vier Grundeigenschaften vollkommen in
die Tat umgesetzt hat, unseres Erlösers Jesus Christus.
7. Laßt uns geradewegs vorangehen wie die vier Wesen, indem
wir den Heiligen Geist in uns wirken
lassen (Vers 12) und unserer Weihung
treu bleiben, "vergessend, was dahinten’ (Philipper 3:13-14).
Dann können wir
hoffen, an der Hochzeit des Lammes teilzunehmen und uns niederzuwerfen und Gott
auf seinem Thron anzubeten, indem wir sprechen: Amen! Halleluja! Und wir werden
hören: "... eine Stimme kam aus dem Throne hervor, welche sprach: Lobt
unseren Gott, alle seine Knechte, und die ihr ihn fürchtet, die Kleinen und die
Großen!’ (Offenbarung 19:5)
Amen.
Br. Eugene
Burns, U.S.A. —Josephs Silberbecher
Die Geschichte
von Joseph, die 14 Kapitel einnimmt (1. Mose 37 bis 50), ist eine der längsten
im Alten Testament.
Es ist eine zu
Herzen gehende Geschichte, die von Gemeinheit und großem Charakter zeugt. Haß
und Liebe beherrschen die Geschichte, während göttliche Vorsehung sich bewegt
Gottes Vorsatz zu erfüllen.
Am Ende setzt
sich die Liebe durch. Es ist der schöne Teil von Gottes Plan, daß Liebe am Ende
triumphiert. Es gibt auch ein glückliches Ende für Jakob.
Er glaubte, daß
Joseph tot sei und fand ihn lebend in Ägypten. Als Jakobs Leben endet, ist es
Joseph, der durch Gottes mitfühlende Barmherzigkeit Jakobs Augen schließt. 1.
Mose 46:4)
Jakobs Leib
wird in das verheißene Land zurückgebracht und in der Höhle Machpela bei
Abraham und Isaak begraben. Dies stärkte seine Hoffnung in Gottes Verheißungen.
Jakobs Liebe
für Joseph
Joseph war ein
Kind von Jakobs geliebter Rachel. Er war jünger als die meisten seiner Brüder,
weil Rachel eine Zeit lang unfruchtbar war.
Als Rachel
schließlich Joseph gebar, bedingte dies ihn besonders zu lieben. Und was sogar
noch wichtiger war, er war ein entzückendes Kind.
Dies mag für
Joseph schön gewesen sein, aber es schuf Eifersucht unter seinen Brüdern.
Folglich tendierten sie dazu ihn ins Verderben zu stürzen.
Es ist jedoch
wichtig zu verstehen, daß Josephs enge Bindung an Jakob das Mittel war, durch
welches er zu einem Verständnis und einer Wertschätzung seiner Erbschaft kam,
der Abrahamischen Verheißung.
In all den
Jahren, die er in Ägypten verbrachte, verging wahrscheinlich kein Tag, an dem
er sich nicht an die kostbaren Verheißungen erinnerte.
Vielleicht
fühlte er, daß sich die Abrahamischen Verheißungen zu erfüllen begannen, als er
der Retter Ägyptens wurde.
Eifersucht ist
so grausam wie das Grab
Wenn Eifersucht
zuzunehmen beginnt, so kann sie ein normales gutes Herz in ein böses
verwandeln.
Wir alle
erinnern uns, wie Josephs Brüder ihn haßten und schließlich überein kamen, ihn
zu töten. Ruben, der älteste Sohn, wollte nicht zulassen, daß seine Brüder
Joseph töteten.
Er flüsterte
ihnen ein, Joseph in eine Grube zu werfen, in der Hoffnung ihn später zu
befreien. Hier erkennen wir, wie Gott den Zorn des Menschen zu Seiner eigenen
Herrlichkeit wendet. Gott wollte Joseph in Ägypten haben. Er erlaubte den Zorn
von Josephs Brüdern ihn in die Sklaverei zu verkaufen. Dies zu tun war eine
gemeine und verächtliche Sache.
Es wird
angenommen, daß Brüder zusammenhalten und einer dem anderen hilft. Dies ist
eine Aufgabe, die wir im Sinn haben sollten. Wenn wir jemals finden, daß wir
einem Bruder oder einer Schwester Unrecht zu tun wünschen, so sind wir
sicherlich nicht vom Tod zum Leben hinübergegangen, weil wir die Brüder lieben.
Uns selbst
verletzen wir am meisten, wenn die Liebe bei der Erprobung fehlt. Wir müssen
die Brüder lieben. Es mag nicht immer mit der Maserung unserer alten Natur
gehen, aber ohne Liebe sind wir nichts.
Joseph wurde
für zwanzig Silberlinge verkauft. Das war der Preis für einen Sklaven, der
weniger als dreißig Jahre alt war. Joseph war zu dieser Zeit siebzehn Jahre
alt. Jesus wurde für dreißig Silberlinge verkauft, da er ein reifer Mann war.
Die Lektion ist
die gleiche, außer daß wir für einen Altersunterschied berücksichtigen. Es wird
uns nicht mitgeteilt, wie sie das Geld aufteilten. Da es zehn Brüder gab, würde
jeder zwei Silberlinge bekommen haben, wenn sie dieselben gleichmäßig
aufgeteilt hätten. Vielleicht wiesen einige das Geld zurück, als die Qualen der
Schuld sie zu bedrücken begannen.
Joseph erlaubte
seinem Umfeld nicht seinen Charakter zu gestalten
Modern gedacht
tendierte es dahin, daß zu erwarten sei, daß die persönliche Verrichtung durch
das Umfeld beherrscht werden würde. Es wird gesagt, daß Leute auf Grund ihres
Umfeldes sich schlecht oder gut benehmen.
Einerlei in
welcher Umgebung wir leben, können wir auf der höheren Ebene unserer Ideale und
Hoffnungen leben. Das ist die Lehre von Joseph. Er wurde kein Verbrecher, weil
er mit Kriminellen im Gefängnis war. Während seine Brüder gemein und gehässig
waren, handelte Joseph nicht in gleicher Weise.
Er behielt
seine Ehrlichkeit, obwohl es keinen Lohn für sein Tun gab, sondern nur Bestrafung.
Warum? Weil er auf einer höheren Ebene lebte und es sich selbst nicht erlauben
würde auf die Ebene herabzusteigen, wo Zähne und Klauen vorherrschen.
Er plante nicht
mit denen, die ihn mißhandelten, gleichförmig zu werden. Er hätte viele Gründe
gehabt verbittert und rachsüchtig zu sein.
Er war von
seinen Brüdern, von Potiphar und seiner bösen Frau, und von dem Mundschenk
schlecht behandelt worden, der ihn zwei Jahre lang bei dem Pharao zu erwähnen
vergaß.
Der Bericht in
1. Mose sagt uns, daß Gott mit ihm war, und er in allem Gelingen hatte, was er
tat. Es mag nicht so erscheinen, daß Gott mit ihm war, weil er nach Ägypten
gebracht wurde.
Es mag nicht so
erscheinen, daß Gott mit ihm war, weil Potiphars Frau ihn fälschlich anklagte.
Es mag nicht so erscheinen, daß Gott mit ihm war, als er für zwei weitere Jahre
im Gefängnis war. Doch Gott war mit ihm, und er hatte Gedeihen im Gefängnis.
Er war ein Mann
von unfehlbarem Charakter und erstaunlicher Fähigkeit zu organisieren und in
einer fairen und brillianten Weise zu beaufsichtigen. Noch war er im Gefängnis
und verbrachte einige der besten Jahre seines Lebens als ein Sklave oder
Krimineller.
Wieviele von
uns würden im Stande sein unter solch widrigen Umständen zu überwinden?
Es ist
menschlich zu wünschen, daß Gott den Berg für uns fortbewegt, aber Gott
wünscht, daß wir auf den Berg steigen, während Er uns die Kraft dazu gibt. Ihr
wißt, wie Joseph aus dem Gefängnis genommen wurde, um Pharaos Traum zu deuten
und dann Herrscher über Ägypten zu werden.
In 1.Mose 41:44
lesen wir: "Ich bin der Pharao, aber ohne dich soll kein Mensch im ganzen
Land Ägypten seine Hand oder seinen Fuß erheben!’
Pharao stellt
hier Gott dar. Joseph stellt Christus dar. Was für ein wunderbares Verhältnis
bahnte sich hier zwischen dem Pharao und Joseph an. Denkt daran welche
gewaltige Macht ein Mann in den Händen hielt, der gerade ungefähr dreißig Jahre
alt war, der als ein Sklave und Gefangener dreizehn Jahre lang dahingesiecht
hatte.
Stellt euch
vor, wie weit die Macht reichte, die ihm gegeben wurde, daß niemand "seine
Hand oder seinen Fuß erheben konnte,’ ausgenommen durch Josephs Einwilligung.
Dies war
natürlich eine übertriebene Sprache, aber es bedeutete für den Einzelnen und
für alle, daß Joseph vollkommene Macht und Autorität besaß.
Die sieben
Jahre der Fülle stellen die Gnade und Wohltätigkeit Gottes bildlich dar, die in
Christo während des Evangelium-Zeitalters ist, die Zeit der Gnade.
Die sieben
Jahre der Hungersnot stellen das Mittlerkönigreich dar, wenn Christus mit
oberster Herrschergewalt regieren wird. In dieser Zeit wird keiner im Stande
sein in seiner eigenen Gerechtigkeit zu stehen. Der Mittler wird sie vor der
exakten Forderung der Gerechtigkeit beschützen.
Christus wird
sie aufrechterhalten. Wie die Hungersnot schädigte, so mußte das Volk alle
seine Besitztümer verkaufen und sich selbst zu Sklaven des Pharao machen.
Dies stellt
bildlich dar, wie alle Menschen sich Gott übergeben und völlig geweiht sein
müssen, wenn Christus das Königreich dem Vater übergibt.
Ihre einzige
Chance zu überleben wird sein die Bedingungen anzunehmen, die der
gegenbildliche Joseph über sie bringt.
Die Welt braucht
die Vorsorge, die der Mittler für sie trifft, dessen Gerechtigkeit sie stützen
wird, um vor dem Thron Jehovas zu stehen, bis daß sie ihre eigene menschliche
Vollkommenheit erlangen. Ohne die Vorsorge des gegenbildlichen Joseph würden
sie alle umkommen, sie könnten niemals Vollkommenheit oder ihre eigene
Gerechtigkeit erlangen.
Wir hingegenen
sind im Stande jetzt unser Leben zu weihen. Wir gaben unseren Besitz ab und
übergaben unseren Willen Gott während der Zeit der Gnade, und unser Platz wird
daher bei Joseph sein. Es wird unsere Aufgabe im Königreich sein, die Menschen
in Bezug auf Eigenwillen arm zu machen, und sie unter den Willen Gottes zu
bringen.
Um Josephs
Vorrat an Nahrung zu bekommen, (die, wenn sie diese Nahrung essen, sie in
Gerechtigkeit wachsen läßt), müssen sie sich von ihren aufgehäuften
Hilfsmitteln entladen, um sich schließlich ganz der Oberherrschaft Gottes zu
übergeben. (1. Mose 47:24,25)
Israel mußte
ein Zehntel (den Zehnten) den Priestern und Leviten geben. Joseph brachte die
Ägypter dazu ein Fünftel dem Pharao zu geben, ein doppeltes Zehntel in Gottes
Königreich. Ich weiß, nichts von dem stellt Joseph sehr freigiebig dar, aber
dies sind die Bedingungen für ewiges Leben.
Die
"Böcke’ werden diese Anordnung nicht mögen. Sie werden sich ein wenig
unter der Königreichsherrschaft wund reiben und begierig sein, für sich selbst
bessere Bedingungen zu schaffen.
Was wir
verstehen müssen ist, daß die gegenwärtige Menschheit vier Fünftel haben wird,
was reichlich mehr ist, als was sie jemals nutzen können.
Wenn die
Menschheit nur ein Fünftel ihrer Arbeit zu dem allgemeinen Gut weihen würde,
wie reich würde diese Welt sein! Hat Gott jemals nur soviel wie einen Pfennig
von der Erde genommen? Nein! Und Er wird es niemals tun.
Gott und
Christus werden jedoch das, was zur Förderung der Menschheit getan wird, so
bewerten, als ob es ihnen getan würde. 1. Mose 44:18: "denn du bist dem
Pharao gleich.’ Dies sind die Worte, die Juda zu Joseph sprach. Ja, Christus
übt die ihm von Gott gegebene Macht und Autorität aus. Wahrscheinlich nahmen die Ägypter es Joseph
übel, solch eine Macht auszuüben. Ich bin sicher, daß sie versuchten, diese
Autorität zu umgehen. Der Pharao würde jedoch nicht einem Ägypter Josephs
Autorität entziehen, -nicht einem. Christus ist jetzt unser Haupt.
Wir können
nicht erwarten, daß die Welt seine Vormachtstellung anerkennt, wenn wir das
Haupt jetzt nicht anerkennen.
Diejenigen, die
danach trachten die Braut Christi zu sein, müssen eifrig sein, die überragende
Stellung jetzt und für immer zu akzeptieren. Die hier anders denken brauchen
nicht zu hoffen, seine Braut zu sein.
Das Ringen um
höchste Autorität
Viel Schmerz
und Leid, das in die Welt kommt, wird durch selbstsüchtige Menschen und den
Teufel verursacht, der versucht Autorität auszuüben. Nimrods Turm von Babel
wurde als ein Trachten nach Weltherrschaft und Dominanz errichtet.
Gott mußte
einschreiten und das Vorhaben beenden, welches als Gegenstand des Ehrgeizes
betrieben wurde. Solange wir menschliche Geschichte geschrieben haben, haben
die Nationen Krieg geführt.
Die mächtigen
Nationen plünderten die schwächeren Nationen, indem sie sie beherrschten und
versklavten. Wir bemerken sogar unter den Aposteln vor Pfingsten einen
ähnlichen Geist.
In Markus
9:33,34 lesen wir: "Was habt ihr unterwegs besprochen? Sie aber schwiegen;
denn sie hatten sich auf dem Weg untereinander besprochen, wer der Größte sei.’
Sie schämten
sich dem Meister die Wahrheit über ihre Unterhaltung zu berichten. Es
überrascht uns nicht zu sehen, daß später in der christlichen Kirche eine
Rivalität unter den Bischöfen entstand.
Als die Zahl
der Bischöfe sich vervielfältigte, tauchte bald die Frage auf, wer der Bischof
der Bischöfe sein würde.
Kaiser
Justinian beendete das Ringen, indem er den Bischof von Rom zum Haupt aller
heiligen Kirchen erklärte.Von da an versank die Welt in die dunklen Zeitalter,
die durch Pfaffenlist und Könige beherrscht wurden, die die Welt und die
Gedanken der Menschen kontrollierten. Satan ist in der grausamen und blutigen
Herrschaft repräsentiert gewesen. Die Autorität, die in dieser Welt ausgeübt
wird, ist durch die Sünde fatal mit Fehlern behaftet.
Folglich sind
einige zu dem Entschluß gekommen, daß aller Autorität widerstanden und sie
mißbilligt werden soll. Dies hat einen übermäßigen Anspruch auf menschliche
Rechte und Privilegien entstehen lassen.
Bei diesem
Nachforschen nach Rechten ereignet es sich oft, daß aller Autorität
widerstanden wird, und die Leute sich einbilden, daß menschliche Oberherrschaft
ohne Grenzen sein muß.
Wir leben in
einer Zeit, in der Einschränkungen der Autorität widerstanden wird, und sie
verworfen werden. Wir dürfen dem anarchistischen Geist in der Welt nicht
erlauben von uns Besitz zu ergreifen.
Wir müssen uns
daran erinnern, daß Gott nach solchen ausschaut, die die Oberherrschaft Christi
lieben und wertschätzen. Christus soll jeden Tag unseres Lebens unser Haupt
sein.
Sogar in der
Auferstehung werden wir für alle Ewigkeit unter der Oberherrschaft Christi
sein. Die Lehre von Joseph ist, daß während er vollkommene Autorität ausübte,
er sich selbst ganz der Autorität des Pharao unterstellte, so wie Christus
immer die Oberhoheit seines Vaters anerkannte.
Er zeigte
keinen unkontrollierten Ehrgeiz. Zügelloser Ehrgeiz zerstörte Satan und wird
auch jeden Christen vernichten, der sich nicht dem Haupt unterstellt.
Dieser Vers, 1.
Mose 45:8 besagt: "Und nun, nicht ihr habt mich hierher gesandt, sondern
Gott; und er hat mich zum Vater des Pharao gemacht und zum Herrn seines ganzen
Hauses und zum Herrscher über das ganze Land Ägypten.’
Dies ist eine
wunderbare Schriftstelle. Joseph wurde der Vater der Nation, -sie lebten nur
seinetwegen.
Christus wird
der Ewigvater der Welt sein. Er wird sie schließlich zu Gott bringen. Begann
Josephs Vaterschaft nur in der Hungersnot? Begann sie in den Jahren der Fülle?
Begann sie, während er versklavt und im Gefängnis war, wo er lernen mußte
Gottes Führung unter rauhen und schmerzvollen Bedingungen zu folgen?
Vor der Größe
ist die Demut. Als des Herrn Volk benötigen wir selbst jetzt den wahren
nährenden Geist. Wie dankbar sollten wir sein, daß wir die gemeinsamen Leiden
der Welt in diesen Jahren der Gnade und Gunst teilen können!
Dies wird uns
befähigen, die Welt zur Weihung zu bringen. Die praktische Lehre, die wir von
Joseph lernen, ist die, daß er einem strengen Sinn gegenüber den Leuten zeigte.
Seine
Handlungen mit dem Volk bezweckten sie zur völligen Unterwerfung unter den
Pharao zu bringen. Dies ist nicht die zulässige Liebe, die jetzt zu verteidigen
ist. Erinnert euch an Römer 11:22: "Sieh nun die Güte und die Strenge
Gottes.’ Die moderne Vorstellung die man von Gott hat ist, daß Er nur Güte ohne
irgendwelche Strenge hat.
Der Gott, den
wir darstellen, ist beides, gut und streng. Laßt uns diese Lehre im Auge
behalten.
Josephs harte
Behandlung seiner Brüder
Als erstes
klagte Joseph seine Brüder an "Spione’ zu sein, als sie vor ihm
erschienen. Sie waren gekommen, um Getreide zu kaufen und befanden sich in vielen
Schwierigkeiten. In 1. Mose 42:17-19 lesen wir: "Und er setzte sie
zusammen drei Tage in Gewahrsam. Am dritten Tag aber sagte Joseph zu ihnen: Tut
folgendes! Dann sollt ihr leben; ich fürchte Gott. Wenn ihr redlich seid, so
bleibe einer eurer Brüder gefangen im Haus eures Gewahrsams: ihr aber zieht
hin, bringt Getreide für den Hunger eurer Häuser.’
Hier sehen wir,
wie unser Herr seine hebräischen Brüder für drei Tage in die Diaspora gesetzt
hatte (Teile von drei Tausendjahrtagen von der Verwerfung Jesu durch die Nation
bis zu seinem zweiten Kommen). Und an dem dritten Milleniumstag läßt er sie zu
ihren Häusern zurückkehren, um ihre Familien zu speisen.
Dies würde die
Zeit von Christi Tod bis zu seiner Wiederkehr ausfüllen, wenn er seine Brüder
in den Brennpunkt stellt, in der er ihnen wieder erlaubt, unter einigen
Vorkehrungen in ihr Heimatland zurückzukehren.
Als Joseph sie
vom Gefängnis entließ, bekannten sie ihre Sünden in hebräischer Sprache, wobei
sie nicht wußten, daß er ihre Sprache vollkommen verstehen konnte. Als Joseph
ihre Gewissensbisse und Schuldbekenntnisse hörte, mußte er sich abwenden, wie
1. Mose 42:24 berichtet, weil er seine Tränen nicht zurückhalten konnte.
Ich wundere
mich, wie oft in unserer Zeit viele vom jüdischen Volk mit Traurigkeit auf ihre
schmerzvolle Geschichte zurückgeschaut haben, auf das, was sich mit Jesus
ereignete.
Ich bin mir
sicher, daß es in vielen Herzen Gewissensbisse gibt, aber sie können dies nicht
öffentlich gegenüber den Nationen eingestehen.
Es ist nur in
der hebräischen Sprache, daß diese Gewissensbisse gehört werden. Bekennen geht
der wahren Vergebung voraus. Wir glauben, daß der Prozeß heimlich begonnen hat
und in Sacharja 12:10 seine Erfüllung erreichen wird: "Und sie werden auf
mich blicken, den sie durchbohrt haben, und werden über ihn wehklagen, wie man
über den einzigen Sohn wehklagt...’
Dies wird der
Moment sein, wenn Joseph zu ihnen spricht: "Ich bin Joseph, euer Bruder.’
Was für eine glückliche Wiedervereinigung. Im Gegenbild wird dies der große
Augenblick sein, wenn Christus sich Israel offenbart, und sie in seine offenen
Arme fallen.
Joseph
offenbarte jedoch seinen Brüdern nicht seine wahre Identität, als er sie aus
dem Gefängnis entließ. Dann tat er etwas sehr Harsches.
Er sonderte
Simeon ab. Wir lesen in 1. Mose 42:24: "Und er nahm von ihnen Simeon und
band ihn vor ihren Augen.’ Warum Simeon? Warum sollte er gebunden in das
Gefängnis geworfen werden, während den anderen Brüdern erlaubt wurde, zu ihren
Familien zurückzukehren? Das war sehr schmerzvoll und erniedrigend.
Ruben ist der
einzige, der unter seinen Brüdern unschuldig war. Er erklärt seine Unschuld in
1. Mose 42:22.
Warum band
Joseph nicht Juda, der ihnen vorgeschlagen hatte, ihn in die Sklaverei zu
verkaufen? (1. Mose 37:27)
Wir sind nicht
absolut sicher, aber wir denken, es war Simeon, der Joseph band, als sie ihn
verkauften, der am wenigsten Mitleid mit Joseph empfand, als er mit ihnen für
den Verkauf stimmte.
Nun mußte
Simeon am eigenen Leib den Schmerz fühlen, gebunden zu sein. Er mußte mit
ansehen, wie seine Brüder frei heimkehren konnten, und er in das Gefängnis
eingesperrt und gebunden wurde. Er mußte etwas von seiner eigenen Medizin
trinken, und es war nicht angenehm.
Vielleicht
hatte auch Simeon nicht hinreichende Zerknirschung des Herzens gezeigt, und
Joseph wandte diese strenge Behandlung an, um ihm zu helfen, zu einem wahren
bußfertigen Herzenszustand zu kommen.
Bitte beachtet
hier eine Sache: Juda und seine Brüder erheben keinen Einspruch bezüglich
Simeon, es bietet sich nicht einer an ihm beizustehen.
Im Gegenbild
wissen wir, wer Jesus (vorgeschattet durch Joseph) band. Es waren die
religiösen Führer, die Jesus haßten und ihn bei vielen Gelegenheiten zu töten
versuchten.
Schließlich
banden sie Jesus mit Judas Hilfe und überlieferten ihn an Pilatus. Dann hetzten
sie Pilatus auf ihn zu kreuzigen. Fünfmal stellte Pilatus fest: "Ich finde
keine Schuld an ihm.’
Die religiösen
Führer hatten jedoch nicht nur Erfolg Jesus zu binden, sondern befreiten sich
letztlich auch selbst von ihm, bis daß er auferstanden war.
Wen mag Simeon
in unserer Zeit darstellen, wenn die Brüder von Joseph (Jesus) vor ihm stehen,
nachdem sie im Begriff sind, aus dem Gefängnis der Diaspora entlassen zu
werden.
Wenn wir
darüber nachdenken, hat es den Anschein, daß es in unserer Zeit eine Klasse von
Juden gibt, die zusätzlich schwere Erfahrungen benötigen.
Alle Hebräer,
die vor Joseph standen, hatten ihn verworfen. Simeon wurde eine zusätzlich
harsche Behandlung auferlegt. (1.Mose 42:24)
Wen könnte er
in unserer Zeit darstellen? Es scheint, daß Juden, die sich mit der nominellen
Kirche, der falschen Darstellung vom Königreich Christi, verbinden, durch
besondere Drangsale gehen müssen. Sie sind im Begriff in Ägypten oder in
Babylon gebunden zu werden.
Nun, ich
spreche nicht von den Messianischen Juden, die Jesus als den Messias annehmen,
die sich aber nicht mit den Kirchen und ihren geschichtlichen Greueltaten an
den Juden in Verbindung zu bringen wünschen.
Sie wünschen
nur abgesondert von der Christenheit und abgesondert von der
Dreieinigkeitslehre an den Messias zu glauben.
Wir denken, daß
Simeon Juden darstellen mag, die Dreieinigkeits-Christen annehmen, die
brennenden Höllenfeuer-Christen, und die gemeinsame Sache mit den falschen
christlichen Kirchen zu machen wünschen, vornehmlich mit den evangelischen
Kirchen.
Die Juden, die
ein Teil von Babylon geworden sind, werden sich selbst in besonderen Nöten
befinden, wenn diese zusammenbrechen.
Sie werden in
jenes System eingebunden sein und sich Gottes Gericht zuziehen. Sie mögen
tatsächlich Simeon in unserer Zeit bildlich darstellen. Ja, die Simeonklasse
ist mit der Christenheit verbunden, während seine Brüder in ihr Heimatland
zurückgekehrt sind, indem sie ihre Familien und Jakob ernähren.
Die neun Brüder
werden mit dem Vorbehalt heimgeschickt, daß sie Benjamin mit sich bringen.
Das Zweite
Zusammentreffen
Das nächste
Zusammentreffen mit Joseph findet statt, als sie mit ihrem Bruder Benjamin,
Josephs nächststehendem Bruder, vor ihm stehen.
Ihr wißt, wie
es Jakobs Herz brach, daß er Benjamin nach Ägypten senden mußte, weil die
Hungersnot ihm keine andere Wahl ließ. Benjamin stellt die Große Schar dar, so
wie Joseph Christus bildlich darstellt. Joseph suchte fünf Geschwister aus, um
zehn seiner Brüder darzustellen. (1. Mose 47:2)
Wir lesen:
"Und er nahm aus der Gesamtheit seiner Brüder fünf Männer und stellte sie
vor den Pharao.’
Dies bestätigt
die Geschichte vom reichen Mann und Lazarus, wo fünf Brüder zehn Stämme
repräsentieren. (Lukas 16:19-31)
Das zweite
Zusammentreffen mit Josephs Brüdern fand im Gegenbild statt, als der
gegenbildliche Benjamin, die Große Schar, in Verbindung mit der Nation Israel
vor Christus (Joseph) kommt.
Es ist
interessant zu bemerken, daß Benjamin, während er die fünf törichten Jungfrauen
darstellt, seinen Bruder Joseph nicht verwarf. Er war unschuldig am Verbrechen
seiner Brüder. Benjamin liebt seinen Bruder Joseph, so wie die Große Schar
Christus liebt und auf diesen Felsen baut. Die fünf Anteile, die Benjamin in
Josefs Festhalle erhält, stellen ein Zeichen großer Gunst dar. (1. Mose 43:34)
Beachtet wie
Joseph, als er die Augen auf Benjamin richtete, sagte: "Gott sei dir
gnädig, mein Sohn! Und Joseph eilte (hinaus), denn sein Innerstes wurde erregt
über seinen Bruder.’ (1. Mose 43:29,30)
Hier erkennen
wir, daß Christus sich nach seinem Bruder, der Großen Schar, sehnt. Er ist
jedoch noch nicht bereit sich ihnen zu offenbaren.
Josephs
silberner Becher
Der Plan
verdichtet sich hier. Joseph füllte seines Bruders Taschen mit Geld, und siehe
da, er legte seinen silbernen Becher (wahrscheinlich das Wort der Wahrheit,
welches das natürliche Israel und das Verheißene Land betraf) in die Tasche von
Benjamin.
Dies ist
vernichtend für jeden. Sie werden alle eingesperrt, und es scheint nun, daß sie
ohne Benjamin zurückkehren müssen. Juda, der vorgeschlagen hatte, Joseph in die
Sklaverei zu verkaufen, wirft nun sein eigenes Leben in die Waagschale.
Joseph beharrt
darauf, daß derjenige, der seinen Becher besitzt, sein Sklave sein werde. Wir
wissen, daß die Große Schar vor dem Thron "Tag und Nacht in seinem Tempel’
dienen wird. In 1. Mose 44:18, 33, 34 lesen wir: "Da trat Juda zu ihm und
sagte: Bitte, mein Herr, laß doch deinen Knecht ein Wort reden zu den Ohren
meines Herrn, und es entbrenne nicht Zorn gegen deinen Knecht, denn du bist dem
Pharao gleich...’
Und nun, laß
doch deinen Knecht anstelle des Jungen (hier) bleiben, als Knecht meines Herrn,
der Junge aber ziehe hinauf mit seinen Brüdern! Denn wie könnte ich zu meinem
Vater hinaufziehen, ohne daß der Junge bei mir ist? -Daß ich nicht das Unglück
mitansehen muß, das meinen Vater dann trifft.’
Dies war der
Augenblick auf den Joseph wartete. Juda bekennt Joseph seine Sünden. (1. Mose
44:16)
Seine
Bereitwilligkeit, Benjamins Platz als Sklave einzunehmen, überwältigt Joseph.
Erinnert euch, daß es Juda war, der ursprünglich vorschlug, daß sie Joseph in
die Sklaverei verkaufen sollten, aber jetzt ist er zu einer wunderbaren Person
herangereift.
Er sorgt sich
um seinen Vater Jakob und seinen Bruder Benjamin. Es erforderte große
Charakterstärke, sich selbst an Stelle von Benjamin anzubieten, in die
Sklaverei zu gehen.
Erinnert euch,
daß niemand sich anbot für Simeon einzustehen. Natürlich muß Juda nicht in die
Sklaverei gehen. Sein wundervoller Herzenszustand befreit ihn zuletzt.
Dies ist
ziemlich aufregend. In Offenbarung 16 gießen "sieben Engel’ sieben goldene
Schalen aus, -alle diese kommen vom Tempel, der von Gottes Herrlichkeit erfüllt
ist.
Den
"sieben Engeln’ werden dann "goldene Schalen’ göttlichen Gerichts
gegeben. Diese erfüllen den Zorn Gottes.
Benjamin ist
nicht in das Werk dieser "sieben Engel’ eingeschlossen, die vom Tempel
kommen, der wahren Kirche Gottes. Gold stellt Göttliches vor. Beachtet, daß
Benjamin, der die Große Schar vorschattet, der Silberbecher gegeben wird. Daher
wird Silber mit der Großen Schar gleichgesetzt.
In Offenbarung
16:15 finden wir unseres Herrn Botschaft an die Große Schar: "Siehe, ich
komme wie ein Dieb. Glückselig, der wacht und seine Kleider bewahrt, damit er
nicht nackt umhergehe und man nicht seine Schande sehe!’
Dies ist eine
Botschaft an die Große Schar, ihre Kleider der Gerechtigkeit anzubehalten, wenn
alles um sie herum zusammenbricht. Nun sehen wir, daß Joseph seinen silbernen
Becher in Benjamins Tasche legte, so wie Christus es mit der Großen Schar tut.
Es brachte für
Benjamin eine Zeit großer Drangsal und Verwirrung. Er schien verurteilt, weil
er Josephs Silberbecher hatte.
Die Große Schar
wird auch in großer Drangsal sein, wegen der "Silberbecher’ Wahrheiten,
die in ihre "Tasche’ gelegt werden. Genau wie der Silberbecher in
Benjamins Tasche verborgen war, so wird Christus seine silbernen Wahrheiten auf
die Große Schar legen, und sie werden im Besitz von einiger wichtiger Wahrheit
sein, die normalerweise nur Joseph (Christus) gehört.
Was mag diese
sein? Ich denke, daß die Wahrheit, die die Große Schar besitzen wird, die
Wahrheit ist, die das natürliche Israel betrifft.
Die Große Schar
wird daher wissen, daß jeder Versuch Israel zu vernichten verurteilt werden
wird.
Wenn Gog und
Magog gegen Israel kommen, werden die Kirchen diese verurteilte Invasion
segnen. Die Große Schar wird jedoch wissen, daß diese Mission zum Scheitern
verurteilt ist. Sie werden dies aussprechen und so den Zorn gegen sich selbst
bringen.
Wo tritt Juda
ein? Die Treuen im natürlichen Israel schatten Juda vor, der bei irgendwelchen
Fragen auszusprechen und versuchen mag, die Benjaminklasse, die Große Schar,
vor Unrecht in Schutz zu nehmen, wenn die nominellen Systeme sich gegen sie
wenden.
Dies wird der
große Wendepunkt sein, wenn der gegenbildliche Joseph die Gewissensbisse im
Herzen Judas sieht, und er sich nicht länger vor seinen natürlichen Brüdern
verbergen kann.
Wir lesen in 1.
Mose 45:1,2,3: "Da konnte Joseph sich nicht mehr bezwingen vor all denen,
die um ihn her standen, und er rief: Laßt jedermann von mir hinausgehen! So
stand niemand bei ihm, als Joseph sich seinen Brüdern zu erkennen gab.
Und er erhob
seine Stimme mit Weinen, daß die Ägypter es hörten und auch das Haus des Pharao
hörte es. Und Joseph sagte zu seinen Brüdern: Ich bin Joseph.’
Joseph versucht
seine Sehnsucht nach seinen Brüdern vor den Ägyptern, der Welt, zu verbergen,
aber bald bemerken alle, daß Christus sich seinen natürlichen Brüdern offenbart
hat. Ist das nicht wundervoll?
Wenn Gogs
Invasion zusammenbricht, wird die Große Schar diese Erde in großer Trübsal
verlassen. Dann lesen wir in Hesekiel 38:23: "Und ich werde mich groß und
heilig erweisen und werde mich kundtun vor den Augen vieler Nationen. Und sie
werden erkennen, daß ich der Herr bin.’
So wird Josephs
(Christi) Liebe für sein natürliches Volk der ganzen Welt bekannt werden.
Beachtet, daß
dies nicht sein wird, bis Juda (das natürliche Israel) versucht, Benjamin (die
Große Schar) in einer einzigartigen Weise zu beschützen, daß Joseph (der
gegenbildliche Christus) sich seinen Brüdern offenbaren wird. Christus bereitet
seine natürlichen Brüder im Fleische, Israel, über eine lange Zeitperiode auf
die Zeit vor ihn zu empfangen.
Unsere Lektion
zeigt jedoch an, daß er sich am Ende seinen natürlichen Brüdern sehr plötzlich
und spontan offenbaren wird.
Joseph scheint
Benjamin für eine besondere Trübsal abgesondert zu haben, die darin bestand,
daß sich sein Silberbecher der Wahrheit, die das natürliche Israel betrifft, in
Benjamins Besitz befand.
Er scheint auch
seinen Brüdern sowohl Segnungen als auch Kummer bis zu der Zeit zu bereiten,
als Juda sich anbietet Benjamins Platz einzunehmen.
Erinnert euch,
Benjamin ist Josephs Vollbruder, ein Teil der Kirche der Erstgeborenen. Diese
Geschichte scheint zu gewährleisten, daß zu erwarten ist, daß das
gegenbildliche Juda einige edle Anstrengungen macht die Leiden der Großen Schar
zu, mildern.
Ich erwäge
dies, um ein anderes Fenster einer Prophezeiung zu öffnen, die unmittelbar vor
uns liegt. Es gibt wenig Zweifel darüber, daß die Geschichte von Joseph in
mancher Weise ein Vorbild ist.
Vielleicht
wurde die vorbildliche Geschichte gegeben, um uns die Beziehung zwischen der
Großen Schar, Christus, Juda, Gogs Invasion und Harmagedon zu verstehen zu
geben.
Hätte Juda
seine wahren Gewissensbisse und seine wundervolle Herzensstellung auf eine
überzeugendere Weise zeigen können, als in der edlen Weise in der er handelte,
um Christi Brüder, die Große Schar, zu beschirmen?
Aber dieses
Eintreten wird die Große Schar nicht erretten. Erinnert euch, daß Joseph sagte:
"Der Mann, in dessen Hand der Kelch gefunden worden ist, der soll mein
Knecht sein.’ (1. Mose 44:17)
Die Große Schar
wird Gott in seinem Tempel vor dem Thron dienen. Es ist Judas Gnadengesuch, der
Christus veranlaßt sein Herz seinen natürlichen Brüdern zu öffnen.
Sieben Jahre
lang kein Säen oder Pflanzen
Es ist wichtig
zu wissen, daß einer der Gründe, daß sie die siebenjährige Hungersnot
überlebten, darin bestand, daß sie sieben Jahre lang nicht säten und nicht
pflanzten.
Wenn sie es
getan hätten, so hätten sie nicht überlebt. Ich bin sicher, daß Furcht die
Herzen der Ägypter erfüllte, als die Hungersnot sich ausbreitete. Es wäre für
sie natürlich gewesen zu wünschen Getreide anzubauen und auf eine Ernte zu
hoffen. Sie konnten jedoch nur dadurch überleben, daß sie Joseph übergeben
wurden. Wir lesen in 1. Mose 45:6: "Denn schon zwei Jahre ist die Hungersnot
im Land, und es dauert noch fünf Jahre, daß es kein Pflügen und Ernten gibt.’
Wenn sie dann
am Ende der sieben Jahre der Dürre pflanzen, wir lesen in 1. Mose 47:23:
"Und Joseph sagte zum Volk: Siehe, ich habe euch und euer Land heute für
den Pharao gekauft. Da habt ihr Samen! Besät nun das Land!’
Das ist dann,
wenn sie ein Fünftel ihrer Ernte dem Pharao, Gott, geben müssen, oder wirklich
für das Gemeinschaftswohl.
Einen letzten
Kommentar gibt Paulus in Hebräer 11:22: "Durch Glauben gedachte Joseph
sterbend des Auszugs der Söhne Israels und traf Anordnung wegen seiner
Gebeine.’
Dies war eine
bedeutsame Geste von Joseph. Er hätte leicht ein großes monumentales Begräbnis
in Ägypten haben können.
Sein Name war
groß und die Nation verdankte ihm ihr Leben. Joseph hatte jedoch niemals die
Abraham, Isaak und Jakob gegebene Verheißung vergessen. Unter keiner Bedingung
war er bereit in Ägypten zu ruhen.
Der Charakter
kann entwickelt werden
Die Geschichte
von Joseph beweist, daß Leute, die einst gemein und häßlich handelten in
wundervoll sorgende Leute umgewandelt werden können.
Was ein Mensch
ist sollte nicht störend auf das einwirken, was er einst sein mag, wenn er sich
entschließt zu bereuen und sich zu bessern. Ein Dichter hat gesagt: "Die
traurigsten Worte der Zunge oder Feder sind die Worte: Es hätte sein können.’
Was Leute sind
und was sie sein könnten können zwei verschiedene Dinge sein. Alles hängt davon
ab, die richtige Wahl und die rechten Entscheidungen zu treffen.
Die Leute, die
die falsche Wahl und die falsche Entscheidung treffen, werden mit gebrochenem
Herzen darauf zurückblicken, was gewesen wäre, wenn sie anders gehandelt
hätten. Wir wünschen nicht zu sein, was "wir hätten sein können’,
Christen.
Rückblick auf
Benjamin
Wir sind
tatsächlich mehr um Benjamin besorgt als um Simeon. Bei allem ist Benjamin
unser Bruder in Christo.
Warum würde der
gegenbildliche Joseph seinen Silberbecher in Benjamins Tasche legen, um solch
eine Trübsal über ihn und alle natürlichen Israeliten zu bringen?
Erinnert euch,
als Joseph seinen Bruder Benjamin sah, sehnte sich seine Seele nach ihm, und er
mußte den Raum verlassen und einen Ort zum Weinen aufsuchen. (1. Mose 43:30)
Danach gab er
seinem Bruder Benjamin fünf Teile! Er scheint übertriebenen Gefallen an
Benjamin zu finden. Dann legt er seinen Silberbecher in Benjamins Tasche und
läßt ihn wie einen Dieb erscheinen. Nichts scheint zusammenzupassen.
Benjamin war
nicht wirklich in Gefahr buchstäblich ein Sklave Josephs zu werden. Sicherlich
würde Joseph nicht erlauben, daß irgendein Leid über seinen Bruder kommen
würde, den er liebte.
Joseph wußte,
daß seine Brüder Benjamin unter großen Bedenken seines Vaters Jakob zu ihm
gebracht hatten.
Bestimmt
beabsichtigte Joseph nicht irgend etwas zu tun, um seinem Vater weh zu tun.
Sein silberner Becher wurde Benjamin untergeschoben, um seine Brüder zu prüfen.
Was würden sie
tun, wenn es danach aussah, daß Leiden über Benjamin kommen sollten?
Zu Josephs
großer Freude wandelte sich Juda, der selbe Bruder, der vorgeschlagen hatte,
ihn in die Sklaverei verkaufen würden, in eine liebende und fürsorgliche
Person.
Als Juda
erkannte, daß sie ohne Benjamin zurückkehren müßten, hatte er Angst um seinen
Vater Jakob.
Sie hatten ihn
seines Sohnes Joseph beraubt. Sie können nicht ohne Benjamin zurückkehren, und
so bietet sich Juda an, Benjamins Platz einzunehmen.
Von nun an kann
sich Joseph nicht mehr weiter vor seinen Brüdern verbergen. Während er alle
Ägypter hinausschickt, weint er so laut, daß jeder Ägypter ihn hört.
Dies ist
natürlich ein Vorbild Christi. Der gegenbildliche Joseph wartet anscheinend, um
bei seinem natürlichen Bruder, Juda, dem führenden Stamm Israels, nicht nur
verbale Zerknirschung sondern auch die Bereitwilligkeit ausgedrückt zu sehen,
als ein Bürge für die Errettung seines Bruders Benjamin zu leiden.
Dies ist der
Augenblick, an dem sich Christus allen seinen Brüdern und der Welt offenbaren
wird.
Erinnert euch,
bis zu diesem Punkt war Joseph ein wenig hart zu ihnen. Er hatte sie wiederholt
in anstrengende und qualvolle Situationen gebracht, obgleich er sie allezeit
prüfte, um ein großer Wohltäter für sie zu sein.
Es war nur
durch seine Großzügigkeit, daß Vorkehrungen für sie getroffen wurden, um
weiterzuleben.
Wir können
nicht sicher sein, wie sich dies in den Tagen, die vor uns sind, entwickeln
mag.
Es ist möglich,
wenn der Höhepunkt von Harmagedon erreicht ist, und die Nationen der
Christenheit im Begriff sind, über Jerusalem zu kommen, daß dann die Wahrheit
über Israel gefunden wird, hervorkommend aus Benjamins (der Großen Schar)
Tasche.
Die nominellen
Kirchen werden bestürzt sein über die Große Schar, die ihren Kreuzzug gegen
Israel und Jerusalem tadeln wird.
Es mag während
dieses Augenblicks sein, daß einige der Treuen vom natürlichen Israel freimütig
zur Verteidigung der Großen Schar ihre Stimme erheben werden.
Es wird die
Große Schar nicht erretten, weil sie durch "große Trübsal’ gehen muß, um
letztlich zu überwinden und vor dem Thron Gottes zu stehen.
Die ganze Summe
dieser Lektion ist die, daß Christus sich dem natürlichen Israel und der Welt
nicht offenbaren wird, bis "Juda’, der die Treuen vom natürlichen Israel
bildlich darstellt, sich anbietet, sich für Benjamin, die Große Schar,
einzusetzen.
Das ist der
große Augenblick, wenn Christus sagen wird: "Ich bin Joseph, euer Bruder.’
Zum Abschluß,
liebe Geschwister, erinnert euch, warum wir heute hier sind.
Die Wahrheit
Gottes ist alles, um dafür zu leben, und sie ist auch alles, um dafür zu
sterben.
Amen.
Zaharia
Chiorean, Rumänien—Warum wir leiden müssen
Liebe
Geschwister, für uns ist es ein Vorrecht hier sein zu können. Zuerst bin ich
Gott dankbar für all das was er uns schenkt und danach denen, die uns helfen
hierher zu kommen.
Ich bringe
allen, die hier anwesend sind, die Liebesgrüße der Geschwister aus der
Versammlung in Cluj, Rumänien, zu der auch ich gehöre.
Warum müssen
wir leiden? Die erste Antwort wäre, weil es auf der Erde das Böse gibt, dass
das Leiden verursacht.
Wir wissen aber
aus den Schriften, dass das Böse für einen guten Zweck von Gott erlaubt wurde.
Wenn wir um uns
herum schauen, bemerken wir, dass das Leben jedes Menschen sein Licht der
Freude und Dankbarkeit hat sowie auch seinen Schatten der Betrübtheit und
Unzufriedenheit.
Dies sind die
Fäden der täglichen Erfahrungen. Die Leinwand des Charakters, die sich daraus
ergibt, wird fein und schön oder hart und häßlich sein, gemäß der Fertigkeit,
Sorge und Geschicklichkeit mit welcher jene Person die Fäden der täglichen
Erfahrungen webt.
In der
gegenwärtigen Zeit unter der Herrschaft der Sünde und des Bösen, herrschen in
jedem Leben die Schatten vor.
In solchen
Gegebenheiten beschreibt Gott passend die menschliche Familie in ihrem jetzigen
Zustand als eine seufzende Schöpfung. Gott erlaubt die harte Lektion des
Leidens über die Menschen, damit sie zum Schluß seinen liebevollen Charakter
und die ewigen Segnungen schätzen, die er für die Unterwürfigen und Gehorsamen
vorbereitet.
In Römer 8:22
sagt Apostel Paulus, dass bis zum heutigen Tag jede Schöpfung in Geburtswehen
liegt und seufzt und leidet.
Auch die Kinder
Gottes sind von dieser allgemeinen Regel nicht ausgenommen. Denselben sagt der
Apostel im Vers 23: "Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die
wir die Erstlingsgabe des Geistes haben, auch wir selbst seufzen in uns selbst
und erwarten die Sohnschaft: die Erlösung unseres Leibes.’
Beispiele der
Treue und des Leidens.
Nachdem der
Apostel Paulus uns in Hebräer 11 an eine große Zahl von Helden des Alten
Testaments erinnert, spornt er uns an: "Deshalb Last nun auch uns, da wir
eine so große Wolke von Zeugen um uns haben, jede Bürde und die uns so leicht
umstrickende Sünde ablegen und mit Ausdauer laufen den vor uns liegenden
Wettlauf." (Hebräer 12:1)
Apostel Jakobus
spornt uns ebenfalls an: "Nehmt, Brüder, zum Vorbild des Leidens und der
Geduld die Propheten, die im Namen des Herrn geredet haben!’ (Jakobus 5:10) Ich
möchte, dass wir uns einige Alttestamentliche Überwinder in Erinnerung bringen,
als Beispiele für ein Leben mit Gott.
Ein Beispiel
von wichtiger Bedeutung ist der Prophet Hiob, welchen Gott als einen besonderen
Charakter hervorhebt. In Hiob 1:8 lesen wir: "Und der HERR sprach zum
Satan: Hast du acht gehabt auf meinen Knecht Hiob? Denn es gibt keinen wie ihn
auf Erden-ein Mann, so rechtschaffen und redlich, der Gott fürchtet und das
Böse meidet.’
Gott hat ihn
sehr gesegnet, aber er hat auch eine schwere Prüfung über ihn zugelassen. Ihm
wurde all das was er hatte weggenommen, danach wurde er mit einem schweren
Leiden geschlagen, in welchem ihm nicht mal seine Frau beistand. Nach all
diesen Geschehnissen kamen drei Freunde zu ihm, um ihn zu trösten, aber sie
haben ihm das Leiden vermehrt. In all diesem sündigte Hiob nicht und hat Gott
gepriesen. (Hiob 1:20-22)
All das, was er
durchmachte, ging entmutigte Hiob nicht und voll Glauben in Gott sagte er:
"O dass doch meine Worte aufgeschrieben würden! Dass sie in ein Buch kämen
und aufgezeichnet würden, mit eisernem Griffel und Blei in den Felsen gehauen
würden auf ewig!
Doch ich weiß:
Mein Erlöser lebt; und als der letzte wird er über dem Staub stehen. Und
nachdem man meine Haut so zerschunden hat, werde ich doch aus meinem Fleisch
Gott schauen. Ja, ich werde ihn für mich sehen, und meine Augen werden ihn
sehen, aber nicht als Fremden. Meine Nieren verschmachten in meinem Innern’
(Hiob 19:23-27)
Seine Treue
gegenüber Gott brachte ihm zweifache Segnungen im Vergleich zu denen die er
vorher hatte. So wie die Ehre für seine Freunde zu beten, damit Gott ihnen ihre
Taten verzeiht. (Hiob 42:7-8)
Wie zur Zeit
Hiobs gibt es viele Freunde, die Gott für seine Gerechtigkeit loben, ohne
seinen liebevollen Charakter zu kennen.
Glückselig
werden diejenigen sein, die das Lob von Gott und seine Gutheißung wie Hiob bekommen
werden; sie werden das Vorrecht haben für ihre Freunde zu Gott zu beten, damit
denen verziehen wird.
Hiob war ein
großes Bild, sowohl für die Kirche im Evangeliumszeitalter durch seinen Glauben
und seine Standhaftigkeit neben Gott, wie auch für das menschliche Geschlecht
durch seine schwere Prüfung, die er gemacht hat.
Unter den von
Paulus in Hebräer 11 erwähnten möchte ich auf den Patriarch Jakob bezug nehmen,
dem Gott, wie auch Abraham und Isaak, eine Verheißung gab. (1.Mose 28:14)
Mit großem
Risiko kaufte Jakob das Recht des Erstgeborenen, welches Esau mit soviel
Leichtsinn verkaufte. Er wußte dass es einen großen Wert hatte und Segnungen
enthielt.
Im Gegenbild
hat dieses Recht des Erstgeborenen einen noch größeren Wert, und viel
wertvollere Segnungen. Liebe Geschwister, Last uns dieses Recht wertschätzen,
denn man kann es mit nichts auf der Erde vergleichen.
Apostel Paulus
ermahnt uns in Hebräer 12:16-17 "Achtet, dass nicht jemand ein Hurer oder
ein Gottloser sei wie Esau, der für eine Speise sein Erstgeburtsrecht
verkaufte! Denn ihr wißt, dass er auch nachher, als er den Segen erben wollte,
verworfen wurde, denn er fand keinen Raum zur Buße, obgleich er sie mit Tränen
eifrig suchte.’
Ich möchte drei
wichtige Zeitabschnitte aus Jakobs Leben erwähnen: 1) Aus Angst vor seinem
Bruder flieht Jakob nach Paddan-Aram; bei dieser Gelegenheit segnet ihn Gott
und erneuert die Verheißungen die er Abraham gemacht hat. (1.Mose 28:14-15)
2) Mit Schmerz und Mühe kämpft Jakob 20 Jahre in
Paddan-Aram für seine Existenz und
die seiner Familie und bewältigt dies. (1.Mose 31:38-42)
3) Jakob überwältigt im Kampf den Engel, und bittet ihn,
ihn zu segnen und wird so Israel.
(1.Mose 32:24-29)
Liebe
Geschwister, aus dem Leben Jakobs lernen wir, dass wir die Segnung Gottes nur
durch einen Glauben, welcher sich durch Tätigkeit, Schmerz und Kampf zeigt
bekommen können.
Ein anderes in
Hebräer 11 erwähnt Beispiel ist David, an den ich oft denke, und über welchen
Gott sagt, dass er ein Mann nach Seinem Herzen war.
David hatte ein
großzügiges, aufrichtiges Herz, über dass er im Ps 17:3 sagt: "Du hast mein Herz geprüft, hast mich des
Nachts durchforscht; du hast mich geläutert-nichts findest du. Ich habe
überlegt: nichts wird meinem Mund entschlüpfen.’
Viele von
Davids Psalmen sind Beweise von Anbetung, Respekt und Aufrichtigkeit gegenüber
Gott; als Beispiel können wir Ps 19
geben, in welchem Worte von großem Wert sind, die auch wir uns zu eigen machen
können.
Wir finden bei
David viele bemerkenswerte Eigenschaften. Eine sehr bedeutungsvolle war die
Freundschaft zwischen ihm und Jonatan, die schönste auf der Erde. (1.Samuel
18:1-5)
Dieser Respekt
gegenüber Gott veranlaßte ihn Saul nicht mit Güte zu behandeln, "den
Gesalbten Gottes’, auch wenn sich dieser wie sein Todesfeind verhalten hat.
(1.Samuel 22 und 26)
David konnte
seinen Feind Saul töten, aber er tat es nicht und trat aus diesen Prüfungen der
Aufrichtigkeit Gott gegenüber als Sieger hervor.
Schließlich
veranlaßte das Verhalten Davids, dass Saul sagte: "Du bist gerechter als
ich. Denn du hast nur Gutes erwiesen, ich aber habe dir Böses erwiesen.’ { 1Sa
24:18}
In der Tat, von
seiner Salbung als König bis er tatsächlich König geworden ist, hat David viele
Erfahrungen und Schmerzen gehabt.
Wenn wir all
dies im Auge behalten, können wir David als ein großes Bild der Kirche, in
ihrem Leben der Weihung und Schmerzen ansehen. (Manna vom 17 April)
In der Tat,
sagt Apostel Paulus in Apostelgeschichte 14:22, dass "wir durch viele
Bedrängnisse in das Reich Gottes hineingehen müssen’ und in 2.Timotheus 3:12
"Alle aber auch, die gottesfürchtig leben wollen in Christus Jesus, werden
verfolgt werden.’
Liebe
Geschwister, während wir unsere Befreiung erwarten und uns alle wünschen, dass
die Prüfungen vorübergehen und wir unter die Sieger kommen, haben die täglichen
Erfahrungen des Lebens, seien es Wohlergehen oder Widerwärtigkeit, die
wichtigste Aufgabe für uns.
Diese in
rechter Weise anzunehmen soll unsere wichtige Beschäftigung sein, weil sie nach
der Art wie wir sie benutzen, uns eine Segnung oder einen Fluch bringen werden.
Die
Erfahrungen, die wir gewöhnt sind als Wohlergehen unserem Leben zu sehen haben
in sich feinsinnige Gefahren. Wenn unser Haben wächst, wenn sich unsere Freunde
sich mehren oder wir ein großes Maß der irdischen Freude haben, dann findet
auch unseres Herz gefallen in diesen Dingen!
Wenn aber der
Augenblick der Betrübnis und der Enttäuschung erscheint, wenn Haben und
Gesundheit vorübergehen, wenn die Freunde uns verlassen und die Feinde uns
bestürmen, dann ist die natürliche Neigung zu Verzweiflung und
Hoffnungslosigkeit.
Genau hier ist
ein sehr wichtiger Teil des großen Kampfes im Leben eines Christen. Er muss mit
den Neigungen der alten Natur kämpfen und muss um Hilfe bitten und Siege
erringen durch die Kraft des großen Erlösers.
Apostel Jakobus
sagt uns im 1.Kapitel Vers 2: "Haltet es für lauter Freude, meine Brüder,
wenn ihr in mancherlei Versuchungen geratet.’ Last uns diesen Entmutigungen
niemals nachgeben, sondern Vertrauen haben in die liebreiche Hand unseres
Herrn. Das Manna vom 16. Februar gibt uns in diesem Sinne eine gute Anleitung.
Die Traurigkeit
bringt Freude
Traurigkeit und
Schwierigkeiten können kommen, und sie kommen öfter wie die Sintflut, aber der
Herr wird in jeder Erfahrung, die Er erlaubt, unsere Stärke und unser Schild
sein.
Die Seele, die
niemals die Zucht der Traurigkeit und Schwierigkeiten gekannt hat, hat auch
nicht die Freude und den Wert der Liebe und Hilfe des Herrn erfahren.
Wenn wir uns in
Zeiten der Traurigkeit und Schwierigkeiten dem Herrn nähern, nähert er sich uns
besonders. Wie gut ist es immer seine liebevolle Stimme zu hören: "Seid
guten Mutes! Ich bin es. Fürchtet euch nicht!’ (Matthäus 14:27)
So hat auch
David Trost erfahren, als er in seinen Schwierigkeiten zu dem Herrn rief:
"Aus den Tiefen rufe ich zu dir, o HERR. Herr, höre auf meine Stimme! Laß
deine Ohren aufmerksam sein auf die Stimme meines Flehens’ { Ps 130:1-2}
Weil er seine
Schwachheiten und Unzulänglichkeiten fühlte, und sich nach einer vollkommenen
Befreiung von jeder Unvollkommenheit sehnte, prophezeite er über die liebevolle
Fürsorge des göttlichen Plans der Errettung in Christus und fügt auf
prophetische Weise im Vers 3 und 4 desselben Psalm hinzu: "Wenn du, Jah,
die Sünden anrechnest, Herr, wer wird bestehen? Doch bei dir ist die Vergebung,
damit man dich fürchte.’
Wie kostbar
sind diese Zusicherungen des Wortes Gottes, wenn die Seele sich ihrer Schwäche
und Unfähigkeit bewußt ist um sich zu den Anforderungen der vollkommenen
Gerechtigkeit zu erheben.
Was für eine
Segnung ist es, zu wissen, dass Gott unsere unabsichtlichen Mängel unserem
Gefäß nicht zurechnet, wenn wir täglich zu ihm kommen, um Reinigung zu erlangen
durch das Verdienst Christi, unser Erlösers.
Wenn wir dies
mit Dankbarkeit und Aufrichtigkeit tun, werden uns unsere Sünden nicht
vorgehalten, sondern verziehen und abgewaschen.
Die vollkommene
Gerechtigkeit des Erlösers ist unser herrliches Kleid, und mit diesem bekleidet
können wir immer in die Gegenwart Jehovas kommen.
Wenn Gott die
Schwäche unseres Fleisches nicht beachtet und zuläßt, dass wir mit ihm, als
seine Kinder, innige Verbundenheit haben, so müssen auch wir einer den anderen
ansehen.
Wir sollen die
Schwächen des Fleisches, die unser Bruder mit Demut bekennt und durch die Gnade
Gottes zu überwinden versucht, nicht in Betracht ziehen.
Anders ist es,
wenn die Schwächen des Fleisches gepflegt und erlaubt werden, ohne das wir uns
die angemessene Mühe machen, sie zu korrigieren.
Wenn die Fehler
bestehen, sind sie uns in der Tat angerechnet, und wenn wir nicht schnell die
Maßnahmen ergreifen, um sie zu korrigieren, dann wird der Herr uns selbst
richten und züchtigen. (1.Korinther 11:31-32)
Liebe
Geschwister, wir müssen in Mitten aller Sorgen, Ärgernisse und Schwierigkeiten,
die über uns kommen, vollkommen dem Herrn vertrauen und unsere Seele durch
Frieden und Geduld bewahren.
Wir müssen mit
Geduld auf den Herrn warten, damit er in seiner gütigen Weise unsere
Erfahrungsschwierigkeiten löst.
In geduldiger
Erwartung der Befreiung durch den Herrn sagt der Psalmist weiter in den Versen
5 und 6 des Ps 130: "Ich hoffe auf
den HERRN, meine Seele hofft, und auf sein Wort harre ich. Meine Seele harrt
auf den Herrn, mehr als die Wächter auf den Morgen, die Wächter auf den
Morgen.’.
In den
Erfahrungen von Kummer und Ärgernis, in der Spannung der Auseinandersetzung und
brennenden Wunden, wenn das Herz schmerzerfüllt ist und die Seele besiegt
scheint, soll sich das Kind Gottes erinnern, dass Er uns liebt und Er sich um
alles kümmert, was über uns kommt, und dass der Schutzengel immer neben uns ist
und keine zu harte Probe über uns zulassen wird.
Unser
himmlischer Vater steht neben dem Ofen der Erfahrungen und wird nicht zulassen,
dass das Feuer zu stark ist, und dass das wertvolle Gold unseres Charakters
beschädigt wird.
Er liebt uns zu
sehr um irgendein unnötiges Ärgernis oder einen unnötigen Kummer über uns
zuzulassen.
Die Belohnung
des geduldigen Wartens
"Habe
deine Lust am HERRN, so wird er dir geben, was dein Herz begehrt. Befiehl dem
HERRN deinen Weg und vertraue auf ihn, so wird er handeln,
und wird deine
Gerechtigkeit aufgehen lassen wie das Licht und dein Recht wie den Mittag. Sei
still dem HERRN und harre auf ihn.’ { Ps 37:4-7}
Wir sollen
nicht entmutigt sein und wir sollen auch nicht unseren Glauben schwanken
lassen, wenn die Probe der notwendigen Disziplin auf uns angewendet wird, auch
wenn der Friede und die äußerliche Ruhe sich lange verspäten.
Unser
himmlischer Vater hat uns nicht vergessen, auch wenn seine Antwort auf unsere
Gebete sich zu verspäten scheint. Der Friede und die äußerliche Ruhe sind nicht
immer die entsprechendsten Verhältnissen für unsere Bedürfnisse als Neue
Schöpfungen;
und wir dürfen
uns nicht die Verhältnisse wünschen, in welchen sich die wertvollen Früchte des
Geistes in uns nicht entwickeln können. (siehe Manna vom 28.Nov.)
Deswegen,
"Last euch durch das Feuer der Verfolgung unter euch, das euch zur Prüfung
geschieht, nicht befremden, als begegne euch etwas Fremdes, sondern freut euch’
(1. Petrus 4:12,13)
Der, der sogar
die Haare unseres Hauptes zählt, kann nicht gefühllos und gleichgültig
gegenüber unseren Schmerzen und Bedürfnissen sein.
Ach, wie
lieblich ist der Gedanke an eine solche liebevolle Fürsorge. Wenn er die Ruhe
gibt, wer kann sie stören? Fürwahr haben die Heiligen des Herrn in jedem Leid
und Trübsal einen gesegneten Trost, von welchem die Welt und sogar unsere
Freunde nichts wissen. Nur der Geweihte kann diesen kennen.
Was kann der,
der sich nicht unter dem Banner des Kreuzes eingeschlossen hat, über diesen
göttlichen Trost wissen, der nicht ganz in den Händen des Herrn ist, um in sein
herrliches Aussehen geformt und modelliert zu werden, der sich übergeben hat,
der nicht eine ernste Anstrengung gemacht hat, um die Strömung der Neigungen
der Gefallenen Natur anzuhalten, der nicht ernst für Wahrheit und Gerechtigkeit
inmitten einer ungerechten und verdrehten Generation gekämpft hat.
Der ist ein
teuerer Balsam für unseren, auf dem Kampfplatz des Lebens, zerschlagenen Geist,
er ist der beruhigende Trost einer Hand auf der Stirn eines Kämpfers für
Wahrheit und Gerechtigkeit. Dies ist der göttliche Trost, der einzige den wir
erwarten können.
Er ist nur für
diejenigen Seelen vorgesehen, die mit Treue des Tages Last und Hitze im Dienst
des Königs tragen.
Wie lieblich
und gütig ist unser Gott, seine Verheißungen haben diejenigen niemals
verlassen, die ihr Vertrauen in ihn gesetzt haben.
Die Heiligen
Gottes aus allen Zeiten haben die Segnungen des Leidens und der Trübsal
kennengelernt, durch die Er sie geführt hat.
Der Psalmist
David sagt uns: "Bevor ich gedemütigt wurde, irrte ich. Jetzt aber halte
ich dein Wort’;" Es war gut für mich, dass ich gedemütigt wurde, damit ich
deine Ordnungen lernte’ { Ps 119:67,71}
Christus,
vervollkommnend durch Leiden
Liebe
Geschwister, so wie wir alle wissen, war das christliche Zeitalter von Gott für
die Herauswahl der Neuen Schöpfung, die auf dem schmalen Weg geht, vorbestimmt.
Unser Erlöser,
Jesus Christus, hat diesen Weg eingeschlagen und ist auf ihm gewandelt. Er hat
alle die, die Ohren zum Hören haben eingeladen, den Weg zu betreten:
"Ringt danach, durch die enge Pforte hineinzugehen; denn viele, sage ich
euch, werden hineinzugehen suchen und werden es nicht können’ (Lukas 13:24)
Das Wandeln auf
diesem Weg hat viel Aufopferung verlangt, wahrhaftig ein Leben voll
Aufopferung. Wahrhaftig, Jesus hat dieses Leben voll Aufopferung gezeigt, eine
lebendige Aufopferung.
In den Prophezeiungen
war geschrieben: "Doch dem HERRN gefiel es, ihn zu zerschlagen. Er hat ihn
leiden lassen... Wenn er sein Leben als Schuldopfer eingesetzt hat, wird er
Nachkommen sehen’ (Jesaja 53:10)
Apostel Paulus
spornt uns an, auf Jesus zu schauen: "Denn es geziemte ihm, um
dessentwillen alle Dinge und durch den alle Dinge sind, indem er viele Söhne
zur Herrlichkeit führte, den Urheber ihrer Rettung durch Leiden vollkommen zu
machen’ (Hebräer 2:10)
"Und
lernte, obwohl er Sohn war, an dem, was er litt, den Gehorsam’ (Hebräer 5:8)
"Indem wir
hinschauen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens, der um der vor
ihm liegenden Freude willen die Schande nicht achtet und das Kreuz erduldete
und sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones Gottes.
Denn betrachtet
den, der so großen Widerspruch von den Sündern gegen sich erduldet hat, damit
ihr nicht ermüdet und in euren Seelen ermattet. Ihr habt im Kampf gegen die
Sünde noch nicht bis aufs Blut widerstanden’ (Hebräer 12:2-4)
So wie wir in
den Schriften bemerken, liebe Geschwister, lädt der Herr uns ein, in seinen
Fußstapfen zu wandeln. Apostel Paulus spornt uns an, ihm zu folgen, da auch er
Christus folgt. Er macht uns aufmerksam, dass alle die, die in Christus
andächtig leben wollen, verfolgt werden.
Also, wenn wir
in diese Schule eingegangen sind, muss sich jeder von uns bewußt sein, dass es
keinen anderen Weg gibt, durch welchen man die große Belohnung gewinnen kann.
Unser
himmlischer Vater und der Herr Jesus stellen denen die laufen, alle erforderlichen
Mittel zur Verfügung, um diese Belohnung zu gewinnen.
In Römer 8:28
sagt uns der Apostel: "Wir aber wissen, dass denen, die Gott lieben, alle
Dinge zum Guten mitwirken, denen, die nach seinem Vorsatz berufen sind.’
Apostel Petrus
versichert uns in 1. Petrus 1:5-7: "Ihr, die ihr in der Kraft Gottes durch
Glauben bewahrt werdet zur Rettung, die bereit steht, in der letzten Zeit
geoffenbart zu werden damit die Bewährung eures Glaubens viel kostbarer
befunden wird als die des vergänglichen Goldes, das durch Feuer erprobt wird,
zu Lob und Herrlichkeit und Ehre in der Offenbarung Jesu Christi.’
Das Feuer das
unter uns brennen soll
In 1. Petrus
4:12,13 sagt man uns:’ Geliebte, Last euch durch das Feuer der Verfolgung unter
euch, das euch zur Prüfung geschieht, nicht befremden, als begegne euch etwas
Fremdes sondern freut euch, insoweit ihr der Leiden des Christus teilhaftig
seid, damit ihr euch auch in der Offenbarung seiner Herrlichkeit jubelnd
freut!’
Die Andeutung
ist, dass diese feurigen Prüfungen die Kirche prüfen werden, sie werden brennen
unter dem Volke Gottes. Diese Prüfungen bilden ein Feuer, welches eine Arbeit
der Läuterung unter uns machen soll, wenn es notwendig ist, brennend in unserer
Mitte.
Es ist eine
Erfahrung die von jedem persönlich gemacht werden muss, weil jeder ein Teil in
ihr haben muss. Deswegen, brennt dieses Feuer in unserer Mitte und wird bis zum
Ende brennen.
Diese Art von
Prüfungen ist verschieden von denen, die über jede andere Gruppierung von
Menschen kommt. Ihre Erklärung ist in Vers 13 gezeigt: "insoweit ihr der
Leiden des Christus teilhaftig seid.’
Wenn wir
wissen, dass jedes Glied des Leibes Christi geprüft werden muss, können wir uns
freuen wenn uns etwas von diesem Feuer berührt. Dann können wir sagen: wir
haben Teil an den Leiden Christi. Wenn aber diese Prüfungen kommen, sollen wir
uns freuen, dass die göttliche Vorsehung uns an ihnen teilhaben läßt. Sie sind
ein Beweis, dass wir Glieder des Leibes sind.
Es ist passend
hier den Bericht des Apostel Paulus aus Römer 8:17,18 in Erinnerung zu bringen:
"Wenn aber Kinder, so auch Erben, Erben Gottes und Miterben Christi, wenn
wir wirklich mitleiden, damit wir auch mitverherrlicht werden.
Denn ich denke,
dass die Leiden der jetzigen Zeit nicht ins Gewicht fallen gegenüber der
zukünftigen Herrlichkeit, die an uns geoffenbart werden soll.’
"Es tut
Not, dass wir uns stets klar vor Augen halten, dass, wofern wir nicht seinen
Kelch trinken und in seinem Tod getauft werden, wir keinen Anteil an seinem
Reiche in der Herrlichkeit haben können. Last uns denn alles als Schaden und
Unrat achten, um diese notwendige Erfahrung zu erlangen. Wenn der Kelch an uns
herantritt, Last uns nicht furchtsam wegen des Feuers der Prüfung sein, als
begegne uns etwas Fremdes.
Im Gegenteil,
gerade dazu sind wir berufen, dass wir jetzt mit dem Herrn leiden und hernach
mit ihm auch verherrlicht werden.’ (Manna von 22. Oktober)
So liebe
Geschwister, Last uns freuen, wissend, dass diese feurigen Prüfungen mit
Erlaubnis des Herrn kommen. Wir haben uns völlig in die Hand des Herrn
übergeben, und er hat versprochen, dass er alle unsere Interessen überwachen
wird. Deswegen können wir sicher sein, was auch immer über uns kommen mag, es
mit Erlaubnis des Vaters zu unserem Wohl ist. Wenn wir feststellen, dass die
Prüfungen zu schwer sind, haben wir immer Zutritt zur Hilfe vor den
Gnadenthron, durch den Verdienst des Herrn.
Diese Prüfungen
kommen nicht immer von dem Widersacher, sondern sie kommen öfter auch von der
Schwachheit und Unvollkommenheit des Anderen. Wir alle erkennen, dass die
schwersten Prüfungen von Seiten der Geschwister sind, weil sie am schwersten zu
ertragen sind.
Hier ist das
Geheimnis der Überwindung und des Sieges über unser eigenes ich, weil dies eine
Ausscheidungsprüfung ist: "Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. So ist
nun die Liebe die Erfüllung des Gesetzes.’ (Römer 13:10)
Liebe
Geschwister, bevor ich zum Schluß komme, möchte ich einige erfreuliche Gedanken
aus dem Wort Gottes bringen. "Nur Güte und Gnade werden mir folgen alle
Tage meines Lebens; und ich kehre zurück ins Haus des HERRN lebenslang.’ { Ps
23:6}
"Die Güte
und Huld, welche unser jenseits des Vorhanges warten, haben schon hier ihren
Anfang genommen, und wir schätzen sie daher.
Wer die Freuden
des Herrn in der gegenwärtigen Zeit nicht kennt, wird offenbar nicht für die
Freuden des Herrn in seinem Reiche vorbereitet sein...
Die Güte und
Huld des Herrn sind keine Sache der Vergangenheit, auf die man zurückzublicken
hätte, sondern sie sind ein Gegenstand des Besitzes und der Wertschätzung in
der Gegenwart’ und in Zukunft.
"Gottes
Güte und Huld folgen uns täglich und erfrischen und stärken und segnen uns.’
Um diese
Segnungen von Gott am Ende des Laufens zu bekommen, brauchen wir einen
Herzenszustand voll Dankbarkeit, Demut und Ergebenheit so wie David in Ps 23 und anderen zeigt.
Die Tatsache,
dass wir in dieser Endzeit, am Ende der Ernte leben, soll uns nicht als
benachteiligt fühlen lassen, was die göttliche Segnung betrifft, im Gegenteil,
wir sollen sie im Verhältnis zu der Notwendigkeit sehen.
Liebe
Geschwister, so wie wir in dieser Betrachtung gesehen haben, verwendet unser
liebreicher Vater die Lektion der Disziplinierung gerade um in uns einen
starken und standhaften Charakter zu entwickeln, um, nachdem wir alles
überwinden werden, standhaft bleiben können.
Wir können
erwarten, dass das Ende unserer Reise wie im Fall Elias und Johannes dem Täufer
sei: den feurigen Wagen dem einen und die Enthauptung des anderen.
"Als aber
Johannes im Gefängnis die Werke des Christus hörte, sandte er durch seine
Jünger und ließ ihm sagen: Bist du der Kommende, oder sollen wir auf einen
anderen warten? Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen:
Geht hin und
verkündet Johannes, was ihr hört und seht: Blinde werden sehend, und Lahme
gehen, Aussätzige werden gereinigt, und Taube hören, und Tote werden
auferweckt, und Armen wird gute Botschaft verkündigt. Und glückselig ist, wer
sich nicht an mir ärgern wird!’ (Matthäus 11:2-6)
Gott helfe uns
um dies als Gegenbild zu sehen unter der Verwaltung des neuen Königs, der
wiedergekehrt ist.
Wenn das Ende
unseres Weges in schweren Prüfungen sein wird, sollen wir uns an Elia erinnern.
Der feurige Wagen, in den er genommen wurde, stellt schwere Prüfungen dar und
der Sturm stellt viel Trübsal dar. Wir sollen liebevoll warten in den Wagen des
Herrn hineinzugehen. Die beste Sache ist in den Wagen hineinzugehen, weil
dieser uns nach Hause bringen wird.
Wenn dieser
Wagen kommen wird, sollen wir uns nicht fürchten; wir sollen Vertrauen im Herrn
haben, dass er mit uns sein wird bis wir unseren irdischen Lauf beenden werden.
{ Mt 28:20}
Liebe Geschwister,
ich möchte mit den Worten des Herrn und des Apostel Paulus beenden: "Ihr
werdet weinen und wehklagen, aber die Welt wird sich freuen; ihr werdet traurig
sein, aber eure Traurigkeit wird zur Freude werden.’ (Johannes 16:20)
"Dies habe
ich zu euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr
Bedrängnis; aber seid guten Mutes, ich habe die Welt überwunden.’ (Johannes
16:33)
"Werft nun
eure Zuversicht nicht weg, die eine große Belohnung hat. Denn Ausharren habt
ihr nötig, damit ihr, nachdem ihr den Willen Gottes getan habt, die Verheißung
davontragt. Mein Gerechter aber wird aus Glauben leben und: Wenn er sich
zurückzieht, wird meine Seele kein Wohlgefallen an ihm haben.’ (Hebräer
10:35,36,38)
Die Gnade
unseres Herrn Jesus Christus sei mit euch allen, Amen.
Adolphe
Debski, Frankreich—Die drei Großen Bündnisse
Liebe
Geschwister! Der Friede Gottes sei mit Euch!
Die
vorliegenden Ausführungen haben die Bündnisse zum Gegenstand. Ihr Titel lautet:
Die drei großen Bündnisse
Diese Bündnisse
sind:
0. der Abrahamische Bund
1. der Gesetzesbund
2. und der Neue Bund.
Der erste, der
Abrahamische Bund, ist der wesentliche Bund, der den ganzen Plan Gottes
umschließt, der sich auf die ganze Menschheit bezieht. Er war nicht an
Bedingungen geknüpft, er wurde mit einem Eid bestätigt und läßt sich in einem
kurzen Satz zusammenfassen: ‘In deinem Samen werden sich segnen alle
Geschlechter der Erde.’ -1. Mose 22: 16, 18.
Achten wir auf
die zwei Teile dieser Verheißung:
-den Teil, der
sich auf das Kommen einer Nachkommenschaft bezieht
-den Teil, der
die Segnung aller Geschlechter der Erde durch eben diesen Samen verheißt.
Die Segnung der
ganzen Menschheit wird unter dem Neuen Bund geschehen.
Darum behandeln
wir in der Untersuchung dieser Verheißung oder dieses Bundes hauptsächlich die
Entwicklung des verheißenen Samens.
Diese
Entwicklung geschieht auf dem Wege des Opfers. Deshalb ist mit dem
Abrahamischen Bund ein besonderes Bündnis verknüpft, der Bund über Opfer. Ps 50:5
Es soll hier
deutlich gesagt werden, daß mit diesem Opferbund keinesfalls Selbstmorde
einzelner oder von Gruppen gemeint sind, wie sie heutzutage von Mitgliedern
mancher Sekten verübt werden, was das Gewissen des Menschen ablehnen muß. Es
handelt sich einzig um das Opfern von irdischen Interessen und Bestrebungen, um
das vom Evangelium angebotene ewige Leben auf himmlischer Stufe zu ergreifen.
Was den
Gesetzesbund anbelangt (2. Mose 24:6-8), so wurde dieser durch das Blut von
Tieren als Vorbildern versiegelt. Es gab eine Priesterschaft gemäß der Ordnung
Aarons, einen Mittler, Moses, und dieser Bund war an Bedingungen geknüpft.
Das in dieser
Anordung gültige Gesetz wird in Matthäus, Kap. 22, Verse 37 und 39
zusammengefaßt:
‘Du sollst den
Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele
und mit deinem ganzen Verstande... und... du sollst deinen Nächsten lieben wie
dich selbst.’
Der Neue Bund
wiederum wird durch Christi Blut versiegelt ( Jer 31:31-34; Lukas 22:20) Er
wird auch eine Priesterschaft enthalten, jedoch nach der Ordnung Melchisedeks,
es wird einen Mittler geben, Christus, und er wird an ebenfalls Bedingungen
geknüpft sein. Sein Gesetz ist das gleiche wie das des Gesetzesbundes: höchste
Liebe zu Gott und Liebe für den Nächsten so wie zu sich selbst.
Paulus zufolge
stellt Sara den Abrahamischen Bund dar, den wir auch als ‘Gnadenbund’ oder
‘Sarabund’ bezeichnen, und Hagar den ‘Gesetzesbund’.( Galater 4:24-28). Im
Einklang mit diesem Gedanken können wir sagen, daß Ketura, die letzte Frau von
Abraham, den Neuen Bund darstellt. (1.Mose 25:1, 2)
Abraham
seinerseits stellt Gott dar. Jedes dieser Bündnisse entwickelt seinen ‘Samen’.
Im
Abrahamischen Bund ist die Nachkommenschaft der vollendete Christus, Haupt und
Leib, als neue Schöpfungen (Galater 3:16). Diese Nachkommenschaft wurde in
Isaak vorgeschattet.
Unter dem
Gesetzesbund ist die Nachkommenschaft das Volk Israel, vorgeschattet in Ismael.
Und was den
Neuen Bund anbelangt, wird der Same aus all denen bestehen, die zur
menschlichen Vollkommenheit wiederhergestellt sein werden und in die Zeitalter
der Herrlichkeit eintreten werden. Sie werden durch die sechs Söhne der Ketura
vorgeschattet.
Die
Wirkungsweise dieser Bündnisse wird in Abrahams Familie wunderbar abgebildet.
Beim Betreten
Kanaans war Abraham 75 Jahre alt. Die Verheißung oder der Abrahamische Bund
wurde befestigt. Von da an war Gott verpflichtet, denn Abraham hatte die
geforderte Voraussetzung erfüllt, nämlich Ur zu verlassen und in ein Land zu
gehen, das er zum Zeitpunkt seines Auszugs nicht kannte.
Er erwartete
eine Nachkommenschaft, die die Welt segnen sollte. Aber Sara war unfruchtbar;
der Same kam nicht.
Ebenso war der
Abrahamische Bund lange unfruchtbar. Die von Gott vorgesehene Nachkommenschaft
kam nicht.
Sara glaubte
recht zu handeln, indem sie auf die Bräuche der damaligen Zeit zurückgriff. Sie
gab Abraham ihre Dienerin Hagar als Nebenfrau, was so verstanden wurde, daß die
Kinder aus dieser Verbindung als die ihren angesehen würden.
Ein Sohn wurde
geboren, Ismael. Abraham war damals 86 Jahre alt (1.Mose 16:16), und für ihn
sowohl als auch für Sara galt Ismael als der verheißene Same; aber in Gottes Augen
war es anders.
Diese
Verbindung von Abraham mit Hagar entspricht dem Gesetzesbund, der zwischen Gott
und den Israeliten am Sinai geschlossen wurde. Dieses Bündnis war sofort
furchtbar. Es brachte seinen Samen, das Volk Israel, hervor.
Und im Lauf der
Jahrhunderte betrachten sich die Israeliten unter dem Gesetzesbund als die
Abraham verheißene Nachkommenschaft, durch die die Segnung der Welt erfolgen
sollte, unter dem Schutz des erwarteten Messias. Aber Gott sah für dieses
Segnungswerk nicht einen fleischlichen, sondern vor allem einen geistigen Samen
vor, nämlich Christus und seine Kirche.
Das Volk Israel
als der fleischliche Same Abrahams wird dennoch in diesem zukünftigen Werk der
Segnung eine Rolle spielen.
Dreizehn Jahre
nach der Geburt von Ismael erschienen Abraham drei Engel, und einer von ihnen
erklärte, daß zur gleichen Zeit des darauffolgenden Jahres Sara einen Sohn zur
Welt bringen würde. Und ein Jahr später wurde Isaak geboren. Abraham war 100
Jahre, Sara 90 Jahre alt.
Das war ein Ereignis,
und was für eines! Sara, die Unfruchtbare, gebar ein Kind.
Mit dieser
Geburt und der vorausgegangenen Empfängnis stehen wir an dem Punkt, wo der
Abrahamische Bund begonnen hat, fruchtbar zu sein, nach mehr als zwanzig
Jahrhunderten Unfruchtbarkeit, und wir können diesen Zeitpunkt mit der Taufe
unseres Herrn am Jordan festmachen, als der Heilige Geist auf ihn herabkam und
in ihm die geistige Natur zeugte.
Dort wurde
unser Herr zu einer neuen Schöpfung im Embryonalstadium; später, bei seiner
Auferstehung, wurde diese neue Schöpfung geboren und bekam ihren himmlischen
Leib.
Fünfzig Tage
später, an Pfingsten, wurde die Fruchtbarkeit des Abrahamischen Bündnisses in
der Ausgießung des Heiligen Geistes sichtbar, wo die Apostel und alle zum
damaligen Zeitpunkt Geweihten mit dem Geist gezeugt wurden.
Das gleiche ist
bis auf den heutigen Tag mit solchen geschehen, die ihren Leib als heiliges,
lebendiges und Gott wohlgefälliges Opfer dargestellt haben. Durch den
Opferbund-wir wiederholen, daß es sich keineswegs um Selbstmorde, sondern um
einen vernünftigen Gott dargebrachten Dienst handelt-und durch die darauf
folgende Geisteszeugung treten diese Geweihten in den Schoß des Abrahamischen
Bundes ein und entwickeln sich dort als neue Schöpfungen.
Kehren wir zur
Geburt Isaaks zurück. Sie offenbarte, daß Ismael nicht der verheißene Same war.
Diese Tatsache
wurde nachdrücklich hervorgehoben anläßlich des Festes der Entwöhnung Isaaks
(1.Mose 21:8-13). Dieser konnte 5 Jahre alt sein, und Ismael 19.
Sara sah, wie
Ismael sich über Isaak lustig machte. Sie befahl, ihn mit seiner Mutter zu
verbannen, denn, so sagte sie, ‘... denn der Sohn dieser Magd soll nicht erben
mit meinem Sohne, mit Isaak.’
Diese Worte
mißfielen Abraham sehr, aber Gott ließ ihn wissen, er solle dem Wunsche Saras
gemäß handeln, und er sicherte ihm zu, sein Auge werde über Ismael wachen.
Abraham
gehorchte. Er schickte Hagar und ihren Sohn weg. So waren die beiden Samen,
Isaak und Ismael säuberlich voneinander getrennt, und so auch ihre Mütter.
Wie sprechend
ist doch dieses Vorbild!
Daß Ismael
Isaak verspottete ist ein Bild für die Prüfungen, die die ersten aus dem
jüdischen Volk hervorgegangenen Christen in der Erntezeit des jüdischen
Zeitalters erdulden mußten, angefangen bei unserem Herrn Jesus selbst. Er wurde
mißhandelt, gehaßt, verstoßen, und schließlich hat man ihn kreuzigen lassen.
Und es waren seine Landsleute, die Israeliten, die ihm das angetan haben.
So wie sie ihn
verworfen haben, sind auch sie verworfen worden, und dieses Verstoßen wurde
durch die Worte des Herrn ausgedrückt, die er kurz vor seiner Kreuzigung gegen
sie sprach:
‘Siehe, euer
Haus wird euch öde gelassen.’
Das Doppelte
der Gunst von 1845 Jahren neigte sich seinem Ende entgegen. Das Doppelte der
Ungnade von gleicher Dauer begann.
Die Gnade auf
das Volk als Gesamtheit bezogen hörte auf, auch wenn sie für die Israeliten als
Individuen noch weitere dreieinhalb Jahre andauerte bis zum Ablauf der siebzig
Wochen der besonderen Gnade, die von Daniel { Da 9:24-27} verkündet worden war.
Die verstoßene
Hagar verirrte sich in der Wüste bei Beer Scheba. Das Wasser war zu Ende. Sie
wurde von Durst geplagt wie auch Ismael, der anfing, zu schreien. Der Tod
schien gewiß. Hagar entfernte sich etwas, um ihren Sohn nicht sterben zu sehen.
Und da griff
der Allmächtige durch einen Engel ein und sagte zu ihr: ‘stehe auf, nimm den
Knaben und faß ihn mit deiner Hand, denn ich will ihn zu einer großen Nation
machen. Und Gott öffnete ihre Augen, und sie sah einen Wasserbrunnen; und sie
ging hin und füllte den Schlauch mit Wasser und tränkte den Knaben.’ (1.Mose
21:18,19)
Genauso wurden
die Israeliten im Jahr 70 nach der Zerstörung des Tempels und der Stadt
Jerusalem aus ihrem Land gejagt und über die ganze Welt zerstreut, wo sie von
Land zu Land irrten.
Im Lauf der
Zeit wurde ihr Glaube an die auf sie selbst bezogenen Verheißungen Gottes
schwächer, und die Auffassung der Assimilation gewann die Oberhand, wodurch die
Israeliten Bürger der Länder, in denen sie lebten, bleiben sollten, und das
Volk Israel sollte aufhören zu bestehen und als eigenständiges Volk untergehen.
Aber der
Allmächtige hatte andere Absichten. Daher ist er zum gegebenen Zeitpunkt
eingeschritten. Und wir sehen heute das Ergebnis. Der Staat Israel besteht
wieder, und zwar im Heiligen Land.
Die Geschichte
der letzten 120 Jahre weist auf eine Kette von Ereignissen hin, die zum
Wiedererstehen dieses Staates führten, und wir wissen daß das letzte
Kettenglied erst noch kommt, Die Aufrichtung des Reiches des Messias.
Unter anderem
existierte da die Vision vom Staat Israel, von der 1895 / 96 Theodor Herzl ergriffen
war, und die 1897 zur Bildung der zionistischen Bewegung führte, wodurch der
Glaube und die Hoffnung der Juden auf eine Rückkehr und ein Wiedererstehen als
Volk im Land der Verheißung gefestigt wurden.
Diese Bewegung
hat so die Israeliten vor dem Erlöschen als Volk gerettet.
Aber es besteht
kein Zweifel daran, daß in diesem Wiederbelebungswerk der Engel des
Allmächtigen, der wiedergekommene Herr die treibende Kraft war, der durch den
klugen und treuen Knecht die Aufmerksamkeit auf das Wort Gottes gelenkt hat und
auch auf die Verheißungen bezüglich der Wiederkehr ins Heilige Land; und der
Herr hat auch die notwendigen Voraussetzungen geschaffen, die diese Rückkehr
ermöglichten.
Stellen wir uns
die Szene vor: Hagar und Ismael irrten in der Wüste umher, während Isaak im
väterlichen Hause und unter dem stolzen und wachsamen Auge von Sara wuchs und
stark wurde.
Genau diese
Situation hat sich das ganze Evangeliumszeitalter hindurch ergeben.
Auf der einen
Seite sind die Juden, die in der Wüste der Völker umherirren, wobei sie sich an
den Gesetzesbund klammern, und auf der anderen Seite sind die Nachfolger des
Herrn, die die Gnade Gottes haben und sich während dieser Zeit entwickeln,
jedoch im ‘Haus des Vaters’, in der Geborgenheit des Abrahamischen Bundes.
Das Gleichnis
vom reichen Mann und dem armen Lazarus liefert ein weiteres Bild für die Lage.
Und diese
Situation dauert an.
Aber es wird
ein Tag kommen, wo diese Gegebenheiten aufhören.
Das wird bei
der Aufrichtung des Neuen Bundes der Fall sein.
Dann werden
Jesus und die Kirche den geistigen Bereich bilden und die Regentschaft des
Königreiches innehaben, und sie werden mit Abraham, Isaak, Jakob und den
anderen alttestamentlichen Überwindern zusammenarbeiten, die für den irdischen
Bereich zuständig sind. Sie werden in erster Linie das Volk Israel segnen, und
vermittels dieses Volkes die ganze Welt.
Dann wird unter
Christus die Einheit Wirklichkeit sein, die Einheit, die sich auf alle Nationen
erstrecken wird!
So wie Hagar
die Dienerin Saras war, spielte der Gesetzesbund auf vielfältige Weise die
Rolle einer Dienerin gegenüber dem Abrahamischen Bund.
Er hat die
Sünde offenbar gemacht, so wie die Unvollkommenheit des Menschen und sein
Unvermögen, aus eigener Kraft zur Vollkommenheit als Mensch zu gelangen, und
daraus resultierend sein Unvermögen, aus eigener Kraft ewiges Leben zu
erlangen.
So hat jenes
Bündnis die Notwendigkeit des Opfers eines vollkommenen Menschen für die Sünde
Adams und für die Sünde der Welt offenbar gemacht, und es wurde so ein
Lehrmeister auf Christus hin. -Galater 3:24
Die
Vorschriften, Bilder und Vorbilder des Gesetzes, die Schatten der zukünftigen
Dinge sind, enthalten wichtige Lehren des Evangeliumszeitalters und des
Millenniumszeitalters.
Darüber hinaus
hat das Gesetz die Vollkommenheit des Menschen Jesus Christus aufgezeigt, denn
der Herr hat es vollkommen eingehalten, ohne im Geringsten zu fehlen. So hat es
gezeigt, daß Jesu Opfer das Opfer eines vollkommenen Menschen war, daß es für
den Loskauf der Welt annehmbar war. Um Abrahams Glauben zu prüfen, verlangte
der Allmächtige von ihm das Opfer Isaaks.
Diese Forderung
zeigt, daß der im Abrahamischen Bund genannte besondere Same eines Opfertodes
sterben mußte.
Dies war
hauptsächlich bei unserem Herrn Jesus der Fall, und es war und ist in zweiter
Linie der Fall bei den Gliedern der Kirche.
Das nächste
einschneidende Ereignis in der Familie Abrahams war der Tod von Sara, über den
in Kapitel 23 von 1.Mose berichtet wird. Sie war 127 Jahre alt, Abraham 137 und
Isaak 37 Jahre.
Dieser Tod
steht für das Ende der himmlischen Berufung, das dann eintreten wird, wenn die
letzten Glieder der Kirche ihren Lauf vollendet haben und wenn die anderen
Leibesglieder verwandelt sein werden in herrliche Geistwesen, die teilhaben an
der göttlichen Natur. Dies geschieht durch die Kraft der ersten Auferstehung,
die derzeit im Gange ist.
Drei Jahre
später fand die Hochzeit zwischen Isaak und Rebekka statt. Davon wird berichtet
in 1.Mose 24:67. Isaak war 40 Jahre alt. Er führte Rebekka ins Zelt von Sara.
Diese Hochzeit
findet ihr Gegenstück in der Hochzeit des Lammes, die in Offenbarung. 19, Vers
7 dargestellt ist, bei der die Vorstellung der Braut vor dem himmlischen Vater
stattfindet. Nach der Aussage in Ps 45
handelt es sich dabei im Himmel um ein Ereignis von nie dagewesener
Feierlichkeit.
Nach dieser
Hochzeit ist der verheißene Same bereit, seine Aufgabe unter dem durch Ketura
vorgeschatteten Neuen Bund zu erfüllen.
Daher wird
auch, wie zu erwarten war, die Tatsache, daß Abraham Ketura zur Frau nahm,
unmittelbar im Anschuß an die Schilderung von Isaaks Hochzeit berichtet (1.Mose
25:1). Sie entspricht dem Besiegeln des Neuen Bundes zwischen Gott und dem Volk
Israel.
Beachten wir,
daß in 1.Chronik 1:32 Ketura als Konkubine Abrahams bezeichnet wird. In diesem
Fall sollten wir verstehen, daß Abraham sie unmittelbar nach der Hochzeit
Isaaks zur Ehefrau nahm.
Wir sehen also,
wie wunderbar der Heilsplan Gottes in der Familie Abrahams abgebildet ist.
Auch zu ganz
besonderen Punkten sind Klarstellungen vorhanden, insbesondere zu:
Der Berufung
und der Entwicklung der Herauswahl.
Diese
Entwicklung vollzieht sich auf dem Weg des Opfers; wir sagten es bereits.
Und wie wir
schon gesehen haben, wurde dieses Opfer in der Familie Abrahams, an Isaak, wohl
vorgeführt. Da dieser Saras Sohn war, erkennen wir, daß der vollendete
Christus, Jesus und die Kirche, unter dem in Sara vorgebildeten Bund entwickelt
wird, d.h. unter dem Abrahamischen Bund, und nicht unter dem Neuen Bund, der in
Ketura abgebildet wird. Beachten wir den Umstand, daß das Opfer an keinem der
Söhne Keturas aufgezeigt wird, sondern einzig an Isaak.
Beachten wir
außerdem, daß Ketura sechs Söhne gebar, eine relativ große Zahl im Vergleich zu
dem einzigen Sohn, den jede der beiden anderen Frauen hatte. Das zeigt, daß der
durch Ketura abgebildete Bund der Bund ist, der die zahlenmäßig größte
Nachkommenschaft hervorbringen wird.
Es ist ja der
Neue Bund, der ohne jeden Widerspruch alle Geschlechter der Erde als
Nachkommenschaft hervorbringen wird, abgesehen von denen, die in den zweiten
Tod gehen.
Hier wiederum
wird völlig klar, daß die Kirche, die eine zahlenmäßig kleine Gruppe ausmacht,
nicht unter dem Neuen Bund gebildet wird.
In Römer 10:4
heißt es:
‘Denn Christus
ist des Gesetzes Ende, jedem Glaubenden zur Gerechtigkeit.’
Dabei geht es
nicht um das Ende des Gesetzes, das in den zehn Geboten auf die Tafel
eingraviert und an Moses übergeben wurde. Diese Gebote sind ewig. Es geht
vielmehr um den auf der Grundlage dieser Gesetze mit den Israeliten
geschlossenen Bund.
Beachten wir
den in diesem Vers enthaltenen Gedanken.
Der Apostel
sagt nicht, daß der Gesetzesbund nach dem Tod von Christus am Kreuz nicht mehr
besteht, und daß folglich kein Jude mehr daran (an diesen Vertrag) gebunden
ist.
Sondern der
Apostel erklärt, daß der Herr das Ende des Gesetzes, des Gesetzesbundes, IST,
und daß er dessen Ende aus einem ganz bestimmten Zweck geworden ist: für die
Rechtfertigung all derer, die ihn aus den Juden annehmen würden.
Indem er am
Kreuz starb, nachdem er das Gesetz mit allen seinen Forderungen erfüllt hatte,
hat der Herr getan, was getan werden mußte, um die Juden von ihren
Übertretungen des Gesetzesbundes zu befreien, sowie auch vom Fluch des Gesetzes
und vom Gesetzesbund als solchem. - Heb 9:15???; Galater. 3:13; 2:19
Und diejenigen
unter den Israeliten, die seine Nachfolger geworden sind, kamen in den Genuss
dieses Vorzugs, und für sie war der Gesetzesbund beendet.
Sie wurden
gerechtfertigt durch Glauben und wechselten vom Gesetzesbund hinüber zum
Abrahamischen Bund, und von Moses zu Christus.
Die anderen
Israeliten jedoch, die Christus nicht annahmen, blieben unter dem Gesetzesbund.
Dieser ist wahrhaftig reichlich alt geworden. Er ist sehr eingeschränkt und von
seinen Verheißungen entleert, die sich auf Jesu Seite befinden.
Nichtsdestoweniger sind die Israeliten an ihn gebunden.
Das hat das
Vorbild klar gezeigt.
Als Hagar und
Ismael aus dem Haushalt Abrahams verstoßen wurden, starb Hagar nicht, sondern
sie ging mit Ismael weg und kümmerte sich weiter um ihn.
Als beim Tod
Christi das Volk Israel aus Gunst Gottes für eine gewisse Zeit verstoßen wurde,
hörte der Gesetzesbund nicht auf. Darauf weißt der Apostel Paulus hin, als er
etwas mehr als 20 Jahre nach Christi Tod schrieb:
‘Und ich bin
den Juden geworden wie ein Jude, auf daß ich die Juden gewinne; denen die unter
Gesetz sind, wie unter Gesetz.... auf daß ich die, welche unter Gesetz sind,
gewinne.’ 1.Korinther 9:20
Beachten wir
die gegenwärtige Zeit, die der Apostel Paulus in der Wendung ‘denen, die unter
Gesetz sind’ gebraucht, und das in einem Brief in etwa aus dem Jahr 56, d.h. 23
Jahre nach dem Tod Christi, nach dem Zeitpunkt also, als dieser ‘des Gesetzes
Ende’ wurde.
Die Tatsache,
daß der Gesetzesbund während des ganzen christlichen Zeitalters in Kraft blieb,
erweist sich auch noch aus den Prüfungen, die die Juden zu erdulden hatten, und
die in dem mit Gott geschlossenen Vertrag als Strafe für Untreue vorgesehen
waren. 3.Mose 26:14-39
Der Tag wird
jedoch kommen, wo dieser Bund sterben wird, und zwar, wenn die Israeliten ihren
Blick auf den richten, den sie durchstochen haben, und über ihn weinen, wie man
über den Erstgeborenen weint.
‘...und ich
werde.... dich setzen zum Bunde des Volkes...., heißt es in Jesaja 42:6.
Der Bund, von
dem hier die Rede ist, ist der Neue Bund, und das Volk ist das Volk Israel.
Der Herr Jesus
Christus ist gesandt und der Welt gegeben worden, um das durch den Neuen Bund
bedingte Werk ganz zu tun.
Er hat schon
getan, was am allernotwendigsten war. Er hat das vom Neuen Bund geforderte Blut
bereitgestellt. Ohne dieses Blut konnte der neue Bund niemals errichtet werden,
und die Welt und auch die Kirche wären verloren.
Während des
Evangeliumszeitalters bildet Jesus die Diener dieses Neuen Bundes aus, damit
sie die ganze benötigte Kompetenz und alle nötigen Fähigkeiten erwerben, die
gebraucht werden, um unter seiner Leitung das wunderbare Werk, den Menschen zu
Gott zurückzubringen, durchführen können. -2.Korinther 3:6
Sobald diese
Diener-es handelt sich um die Kleine Herde-ausgebildet sind, und sobald auch
die letzten Glieder der Großen Schar ihre Kleider im Blut des Lammes rein
gewaschen haben, wird der Herr die Handlung ausführen, die erforderlich ist, um
jenen Neuen Bund in Kraft zu setzen.
In seiner
Eigenschaft als Hohepriester wird er ein zweites Mal vor Gott erscheinen, um,
dieses Mal zu Gunsten der Welt, das Verdienst seines Blutes geltend zu machen
oder, bildlich gesprochen, um zu Gunsten der Welt sein Blut auf den Gnadenstuhl
der göttlichen Gerechtigkeit zu sprengen.
Was werden die
Folgen davon sein?
Die adamische
Sünde, die Sünde der Welt, wird weggetan werden.
Die Menschen
werden von ihren persönlichen Sünden befreit werden, die sie im jetzigen Leben
begangen haben.
Das
Todesurteil, das auf Adam und seine Nachkommen gefallen war, wird weggenommen.
Das Blut
Christi, der Loskaufpreis (1.Petrus 1:18, 19), wird so um der göttlichen
Gerechtigkeit willen für die Welt vergossen, und die welt wird dann wirksam und
gesetzesgemäß eingelöst.
Bei diesem
zweiten Erscheinen vor Gott wird der Herr die Menschheit loskaufen, so wie er
auch die Glieder der Kirche bei seinem ersten Erscheinen am Anfang des
christlichen Zeitalters losgekauft hat, indem er das Verdienst seines Blutes
für sie verwendet hat. -Hebräer 9:24
Lesen wir dazu
nach in Offenb. 14, Vers 4:
‘Diese sind es,
die sich mit Frauen nicht befleckt haben, denn sie sind Jungfrauen; diese sind
es, die dem Lamm folgen, wohin irgend es geht. Diese sind aus den Menschen
erkauft worden als Erstlinge Gott und dem Lamm.’
Wenn nun die
Glieder der Kirche aus den Menschen heraus losgekauft worden sind, bedeutet
dies, daß die Menschen damals nicht losgekauft waren.
Und wenn diese
Glieder als Erstlinge, als Erstlingsfrucht erkauft worden sind, dann heißt das,
daß die Menschheit auch losgekauft wird, das aber später, als Früchte des
Spätjahres.
Und wenn dies
geschieht, wird die Welt dem Herrn anvertraut werden, der dann sein Mittleramt
ausführen kann.
Dann wird der
Neue Bund versiegelt und in Kraft treten.
Beachten wir
nebenbei, daß die Schrift die letztgenannten Gedanken über das Lösegeld, niedergeschrieben
durch den klugen und treuen Knecht, bestätigt.
Wenngleich sie
aus dem Tode auferweckt und von ihren jetzigen Sünden befreit sind, werden die
Menschen immer noch unvollkommen sein. Damit sie Vollkommenheit als Menschen
erreichen, wird ihnen der Herr sein Fleisch, das Brot vom Himmel, geben.
Und der, der
davon ißt, der sich das Recht auf das vollkommene menschliche Leben des Herrn
aneignet, das durch dieses Fleisch dargestellt wird und die gerechten
göttlichen Prinzipien einhalten wird; dieser wird nach und nach Vollkommenheit
als Mensch erhalten, die es ihm ermöglicht, vollständig dem vollkommenen Gesetz
Gottes zu gehorchen und so ewig zu leben.
‘...Das Brot
aber, das ich geben werde, ist mein Fleisch, welches ich geben werde für das Leben
der Welt.’ Johannes 6:51
So ist, wie wir
feststellen, einzig der Herr in der Lage, alle Forderungen des Neuen Bundes zu
erfüllen, und er wird es zum höchsten Wohl Israels und der Welt tun.
Sobald sein
Werk getan ist, wird die Abraham im ersten Buch Mose (Kap 2:17) gegebene
Verheißung Wirklichkeit.
Sein Same wird
geworden sein wie die Sterne des Himmels-dabei handelt es sich um seinen
geistigen Samen, um die Kirche, aber auch um die große Schar-und wie der Sand
am Ufer des Meeres-dabei handelt es sich um seinen irdischen
Samen, um die
Menschheit, die zu Gott zurückgebracht ist und sich ewigen Lebens erfreut.
Vergessen wir nicht, daß Abraham Gott selbst darstellt.
Einige Gedanken
zu den Namen der drei Frauen.
‘Sara’ heißt
‘Prinzessin’;‘ edle Dame’.
Dieser Name
spiegelt den vorherrschenden Rang des Abrahamischen Bundes, sein edeler,
fürstlicher und königlicher Charakter wieder.
Er ist edel
wegen des Opferwerkes, das dort vollbracht wird.
Er ist
fürstlich, königlich wegen der Ehre und des Ruhms, die das Erbteil der
Nachkommenschaft sein werden, die dort entwickeltt wird.
Internationale
Versammlung.
Sie sind oft in
die Irre gegangen. Oft haben sie sich von Gott entfernt. Schließlich wurden sie
‘hinausgetan’, jedoch nur begrenzte Zeit, wie die Schrift lehrt.
Man sieht in
dem Wort ‘Hagar’ auch die Bedeutung von ‘felsig’.
So kann Hagar
auch an dem felsigen Berg des Sinai erinnern, an dessen Fuß der Gesetzesbund
geschlossen wurde, was mit den Worten des Apostels Paulus übereinstimmen würde,
der geschrieben hat: ‘Denn Hagar ist der Berg Sinai in Arabien...’ Galater 4:25
Der Name
‘Ketura’ bedeutet ‘Weihrauch’ oder ‘Duft’.
Diese
Bedeutung, auf den Neuen Bund angewendet, bezeichnet das segensreiche Ergebnis
des Werkes, das sich unter diesem Neuen Bund vollziehen wird.
Seine
Schwerpunkte liegen in den Gefühlen von Erkenntlichkeit, Dankbarkeit und
Lobpreisungen, die die Menschen dem Allmächtigen gegenüber darbringen werden,
wie Weihrauch, wie einen angenehmen Duft, der ohne Unterlaß von der Erde zum
Thron der Gnade aufsteigen wird.
Mit diesem
Gedanken wollen wir schließen, und wir hoffen, daß dieses Thema zu unserer
gemeinsamen geistigen Auferbauung und zum Ruhm des heiligen Namens unseres
himmlischen Vaters beiträgt.
Amen.
Bertoldo
Fonsaka, Brasilien—Fall, Lösegeld und Wiederherstellung in Plan Gottes Plan
Meine geliebten
Freunde, Schwestern und Brüder. Gnade und Friede von Gott, unserem Vater und
vom Herrn Jesus Christus, unserem Erretter sei unter euch!
Ich befinde
mich unter euch auf dieser internationalen Versammlung der Bibelforscher und
ich bin sehr erfreut, daß ich durch Gottes Gnade jetzt die Möglichkeit habe,
euch einige Punkte aus der guten Botschaften zu übermitteln, die wir in dem
Evangelium gelernt haben, und auch einige Worte Jesu Christi, der Apostel und
Propheten.
Das Vorhaben
Gottes gemäß seines geoffenbarten Planes betreffs der Menschheit ist die
Wiederherstellung oder Wiederherrichtung zur Herrlichkeit, die sie früher
hatte.
Um diese
wichtige Aufgabe auszuführen, war es für Gott notwendig, zu planen oder Umrisse
zu zeichnen, was als Bestes zu tun war. Bevor Gott die Welt schuf hatte er
einen Plan, der die Schöpfung des Menschen, dessen möglichen Fall, Erlösung und
Wiederherstellung umfaßte.
In
Apostelgeschichte lesen wir:"...Spricht der Herr, der dieses tut, was von
jeher bekannt ist.’ (Apg. 15:18.) Dies bedeutet, daß Gott voraussah, was
vorkommen würde. In der Prophezeiung Jesajas sagte er:
"Gedenkt
des Früheren von der Urzeit her, daß ich Gott bin. Es gibt keinen sonst, keinen
Gott gleich mir, der ich von Anfang an den Ausgang verkünde und von alters her,
was noch nicht geschehen ist, -der ich spreche: Mein Ratschluß soll zustande
kommen, und alles, was mir gefällt, führe ich aus...’ (Jes. 46:9-11.)
"Der Herr
der Heerscharen hat geschworen und gesagt: Fürwahr, wie ich es erwog, so
geschieht es, und wie ich es beschlossen habe, so kommt es zustande... Denn der
Herr der Heerscharen hat es beschlossen. Wer wird es ungültig machen? Und seine
Hand ist ausgestreckt. Wer wendet sie zurück?’ (Jes. 14:24,27).
Die Gedanken
und die Pläne des Menschen sind des öfteren im direkten Widerspruch zu Gottes
Gedanken und Plänen. Deshalb werden die Pläne des Menschen völlig mißlingen,
wenn sie gegen Gottes Vorhaben sind. Durch den selben Propheten sagte der Herr:
"Denn
meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege,
spricht der Herr. Denn so viel der Himmel höher ist als die Erde, so sind meine
Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken.
So wird mein
Wort sein, das aus meinem Mund hervorgeht. Es wird nicht leer zu mir
zurückkehren, sondern es wird bewirken, was mir gefällt, und ausführen, wozu
ich es gesandt habe.’ (Jes. 55:8,9,11)
Gott sagte
auch: "Laßt uns Menschen machen in unserm Bild, uns ähnlich! (...) Und
Gott schuf den Menschen nach seinem Bild, nach dem Bild Gottes schuf er ihn.
(1. Mose 1: 26,27) Die Mehrzahl "uns’ ist in Bezug auf das interessant,
was in Johannes 1: 1 und in Sprüche 8: 22 geschrieben steht:
"Im Anfang
war das Wort und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.’ { Joh 1:1} Und
Sprüche sagt uns: "Der Herr hat mich geschaffen als Anfang seines Weges,
als erstes seiner Werke von jeher.’ Diese Texte sagen uns, daß Christus vom
Anfang an mit Gott als die verkörperte Weisheit existierte.
Wenn wir heute
über "den in Gottes Bild gemachten Menschen’ reden, verstehen wir ihn als
im Bezug auf dieses göttliche Vermögen des logischen Denkens und des
Gedächtnisses, oder auf diese Fähigkeit, Gerechtigkeit und Liebe auszudrücken
und durchzuführen, die dem Menschen gegeben wurde.
Wir lesen:
"Gott schuf den Menschen in seinem Bild.’ Es war nach einem irdischen Bild
seiner Selbst mit der Fähigkeit logisch zu denken und mit einem moralischen
Bewußtsein ausgestattet worden. Daraus können wir sehen, wie die Lehre der
Dreieinigkeit wirklich der Lehre der Schrift entgegengesetzt ist.
In Johannes 8:
14, 17 und 18 sind Jesu Worte geschrieben: "Auch wenn ich von mir selbst
zeuge, ist mein Zeugnis wahr, weil ich weiß, woher ich gekommen bin und wohin
ich gehe; ihr aber wißt nicht, woher ich komme oder wohin ich gehe... Aber auch
in eurem Gesetz steht geschrieben, daß das Zeugnis zweier Menschen wahr ist.
Ich bin es, der von mir selbst zeugt, und der Vater, der mich gesandt hat,
zeugt von mir.’
Und Apostel
Paulus schrieb den Korinthern: "So ist doch für uns ein Gott, der Vater,
von dem alle Dinge sind und wir auf ihn hin, und ein Herr, Jesus Christus, durch
den alle Dinge sind und wir durch ihn.’ 1.Kor. 8:6
Auf der anderen
Hand glauben diejenigen, die die Theorie der Evolution lehren, daß der Mensch
nicht das Ergebnis der Schöpfung Gottes sei, sondern er sei der natürliche
Nachkomme eines Affen. Man fragt dann also, woher der Affe herkommt? Wir werden
ohne Antwort erhalten, denn sie wissen es auch nicht.
In 1.Mose 2:7
lesen wir: "Da bildete Gott, der Herr, den Menschen, aus Staub vom
Erdboden und hauchte in seine Nase Atem des Lebens; so wurde der Mensch eine
lebende Seele.’ Der erste Mensch, durch welchen die ganze Menschheit zum Leben
kam, besaß eine irdische Natur.
Der zweite
Mensch, durch welchen Leben in die Welt kommen wird, besaß jedoch eine
himmlische Natur, denn er kam aus dem Himmel.
Der Schrift
nach "wurde der Mensch eine lebende Seele’. Er war nicht unsterblich, wie
viele es irrtümlich glauben. Gott sagte ihm: "Von jedem Baum des Gartens
darfst du essen; aber vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen, davon darfst
du nicht essen; denn an dem Tag, da du davon ißt, mußt du sterben!.’ (1.Mose
2:17)
Als der Mensch
diesen Befehl übertrat, starb er am selben Tag. Aber wie kann dies sein, wenn
doch Adam 930 Jahre alt wurde? Um eine Antwort zu finden, gehen wir zu den
Worten des Apostels in 2.Petrus 3:8.
"Dies eine
aber sei euch nicht verborgen, Geliebte, daß beim Herrn ein Tag ist wie tausend
Jahre und tausend Jahre wie ein Tag.’ Und in
Ps 90:4 lesen wir: "Denn tausend Jahre sind in deinen Augen wie der
gestrige Tag, wenn er vergangen ist.’
Daraus können
wir schließen und sicher sein, daß dies die Art von Tag war, während Adam
starb. Und dies hat sich auch für die Nachkommen Adams bewahrheitet. Keiner von
ihnen lebte bis zum Alter von 1000 Jahren.
Nach Adams
Übertretung wurde das Urteil Gottes im Garten gehört. "Gewißlich wirst du
sterben und zu Staub werden, dem du genommen wurdest.’
Gottes Absicht
war nicht, den Mensch mit ewiger Qual zu bestrafen, ihm die Möglichkeit
abzusprechen, wieder aus diesem Zustand der Strafe zu gelangen. Noch bestrafte
er ihn mit ewiger Zerstörung, was das Ende des menschlichen Lebens auf Erde
hätte bedeuten können.
Gott verfluchte
den Mensch mit folgenden Worten: "Im Schweiße deines Angesichts wirst du
dein Brot essen, bis du zurückkehrst zum Erdboden, denn von ihm bist du
genommen. Denn Staub bist du, und zum Staub wirst du zurückkehren!’ (1.Mose
3:19)
Adam war
menschlich und somit irdisch. Er war kein geistiges Wesen. Kein Wort wurde über
eine ewige Strafe mit Qual gesagt.
Dennoch sagte
Satan durch die Schlange zu Eva: "Da sagte die Schlange zur Frau:
Keineswegs werdet ihr sterben!...Sie nahm von seiner Frucht und aß, und sie gab
auch ihrem Mann bei ihr, und er aß.’ (1 Mose 3:4,6.) Durch seinen Ungehorsam
starb Adam. Dies ist wahr.
Es gab aber etwas
anderes, nämlich Gottes Verheißung, daß der Same der Frau den Kopf der Schlange
zermalmen würde.
Dies gab
unseren ersten Eltern Hoffnung. Wie wir wissen, wurde Christus dieser Same, der
sich selbst zur Erlösung gab, nicht nur für die Gläubigen, sondern auch für die
ganze Menschheit.
Während des
Bestehens des Volkes Israel waren die Opfer von solcher Natur, daß sie nie die
Sünde vom Volk hinwegnehmen konnten.
Die Opfer waren
unvollkommen und es waren auch die, die sie darstellten. Aber Jesus, unser
Hohepriester, ist vollkommen und damit auch sein Opfer. Wir lesen in Hebräer
9:11,12:
"Christus
aber ist gekommen als Hoherpriester der zukünftigen Güter und ist durch das
größere und vollkommenere Zelt-das nicht mit Händen gemacht, das heißt, nicht
von dieser Schöpfung ist. und nicht mit Blut von Böcken und Kälbern, sondern
mit seinem eigenen Blut ein für allemal in das Heiligtum hineingegangen und hat
uns eine ewige Erlösung erworben.’ Dies bedeutet ewige, jetzige und zukünftige
Befreiung von der Knechtschaft der Sünde.
Die durch das
Opfer des Menschen Jesus Christus bereitgestellte Erlösung für alle garantiert
kein ewiges Leben oder Segnung für irgend jemand, sondern sie garantiert allen
Menschen eine völlige Möglichkeit oder Prüfung, um ewiges Leben zu erlangen.
Die
bereitgestellte Erlösung sieht nicht über die Sünde hinweg die Sünde und ihr
Zweck ist nicht, den Schwachen und Sünder als Heiligen zu betrachten oder die
Tore des ewigen Lebens für solche weit zu öffnen.
Sie befreit vom
adamischen Tod nur diejenigen, die in dessen Gefangenschaft stehen und gibt
allen eine völlige Möglichkeit, gehorsam zu sein und zu leben oder ungehorsam
zu sein und vernichtet zu werden.
Adam scheiterte
unter dieser Prüfung. Er sündigte willentlich. Es gibt kein Zweifel darüber.
Aber seine Nachkommen hatten keinen Anteil an diesem Ungehorsam und wurden dennoch
in Adams Lenden verurteilt. Aber während des Millennium wird die Sache anders
sein.
Die Gehorsamen
werden ewiges Leben erlangen und die willentlichen Sünder werden im zweiten Tod
für ewig vernichtet werden. (Offenbarung 20:6)
Die von Gott
für alle vorgesehene Erlösung wird zur rechten Zeit stattfinden. Sie wird den
treuen Gläubigen die gesegnete Befreiung vom adamischen Urteil bringen und
damit die Möglichkeit, das Glück zu genießen, das nur den Söhnen Gottes gehört,
das Glück, das vor dem Fall in Eden genossen wurde.
Niemand genießt
die Freiheit, die Christus bringt, außer die wenigen, die ihn annehmen und ihm
gehorchen. Diese wenigen bilden die Kirche. Sie werden in der besonderen
Absicht ihrer Teilnahme mit Gott an der Aufgabe des Segnens der Welt berufen
und geprüft.
Heute sind sie
diejenigen, die der Welt Zeugnis über diese zukünftige Zeit geben. Gleichzeitig
sind sie die einzigen, die gegenwärtig den Segen der Erlösung genießen. Sie
werden jetzt geprüft.
Den wenigen
werden die Segnungen der Wiederherstellung durch ihren Glauben zuteil. Wegen
ihres Glauben an Christus werden sie jetzt auf eine besondere Art und Weise
behandelt.
Als Gott
Abraham sagte: "in dir werden alle Geschlechter der Erde gesegnet’,
deutete er so auf eine Auferstehung aus dem Tod hin. Denn als diese Worte
ausgesprochen wurden, waren schon viele Menschen gestorben, ohne daß sie je ein
Segen von Gott empfangen hätten.
Dies ist eine
wahre Verheißung Gottes. Wenn die Zeit der Erquickung kommt, sollen alle
Geschlechter der Erde gesegnet werden. (Apg.3:19). Sie werden langsam zur
Vollkommenheit. Im Gegensatz zu dem, was jetzt in der Welt stattfindet, wird
der Tod verschwinden.
Es besteht kein
Zweifel, daß die Schrift uns ein zukünftige Wiederherstellung aller Dinge lehrt.
Wir finden in Apostelgeschichte 3: 19-21 die wichtigen Worte des Apostels im
Bezug auf "die Zeiten der Wiederherstellung aller Dinge, von denen Gott
durch den Mund seiner heiligen Propheten von jeher geredet hat.’
Das Königreich
Gottes war das Hauptthema dieser Propheten. Vom 1.Mose an bis zur Offenbarung
war dies die zentrale Botschaft der Bibel. Und alle Propheten ohne Ausnahme
lenkten die Aufmerksamkeit auf dieses zukünftige Ereignis.
Während des
Herrschens der Sünde und des Todes waren Tränen ein Symbol des Schmerzes und
der Leiden, aber in einer dieser Prophezeiungen über die Wiederherstellung, die
Gott vollziehen wird, schrieb Jesaja:
"Den Tod
verschlingt er auf ewig, und der Herr Herr wird die Tränen abwischen von jedem
Gesicht, und die Schmach seines Volkes wird er von der ganzen Erde hinwegtun.
Denn der Herr hat geredet.’ (Jes. 25:8) Was für eine wunderbare Hoffnung!
Wir lesen in
Jesaja 35:5-10 "Dann werden die Augen der Blinden aufgetan und die Ohren
der Tauben geöffnet. Dann wird der Lahme springen wie ein Hirsch, und jauchzen
wird die Zunge des Stummen. Denn in der Wüste brechen Wasser hervor und Bäche
in der Steppe.
Und die
Wüstenglut wird zum Teich und das dürre Land zu Wasserquellen. An der Stelle,
wo die Schakale lagerten, wird Gras sowie Rohr und Schilf sein. Und dort wird
eine Straße sein und ein Weg, und er wird der heilige Weg genannt werden.
Kein Unreiner
wird darüber hinziehen, sondern er wird für sie sein. Wer auf dem Weg
geht-selbst Einfältige werden nicht irregehen. Kein Löwe wird dort sein, und
kein reißendes Tier wird auf ihm hinaufgehen noch dort gefunden werden, sondern
die Erlösten werden darauf gehen.
Und die
Befreiten des Herrn werden zurückkehren und nach Zion kommen mit Jubel, und
ewige Freude wird über ihrem Haupt sein. Sie werden Wonne und Freude erlangen,
und Kummer und Seufzen werden entfliehen.’
Der Hauptlöwe,
der während der dunklen Nacht der Sünde und des Todes auf der Erde gänzlich
frei herum geht, war der Teufel selbst. Apostel Petrus bezieht sich auf ihn als
"ein... Löwe, der sucht, wen er verschlingen kann.’ (1.Petr. 5:8)
Während des
Millenniums wird der Satan für 1000 Jahre gebunden sein. (Offenbarung 20:2)
Deshalb wird dieser alte Feind Gottes nicht in der Lage sein, sich einzumischen
und die zu zerstreuen, die jenen Hochweg begehen, die auf ihrem Weg zurück zur
Vollkommenheit und ewigem Leben sind.
Es steht
symbolisch geschrieben, daß auf diesen Weg "kein hungriges Tier gelangen
wird.’ Das bedeutet, daß riesige Konzerne, die aus selbstsüchtigen Gründen
organisiert wurden, nicht länger geduldet werden. "Man wird nichts Böses
tun noch verderblich handeln auf meinem ganzen heiligen Berg. Denn das Land
wird voll von Erkenntnis des Herrn sein, wie von Wassern, die das Meer
bedecken.’ Jes. 11:9; Jes. 62:10
Steine
(Irrtümer, etc.) werden beiseite geräumt und das Banner der Wahrheit wird für
das Volk erhoben. Jesaja schrieb: "Und die Erlösten des Herrn werden
wiederkehren.’
Jesus gab sich selbst
als ein Lösegeld für alle, sagt Paulus (1.Tim. 2:3-6). Das bedeutet, daß die
ganze Menschheit vom Tode zurückkehren und über diesen Hochweg der Heiligung
der Vollkommenheit entgegen laufen wird.
Sie werden mit
Freude und Fröhlichkeit zurückkehren, weil es keine Sorgen und kein Klagen mehr
geben wird. (Offenbarung 21:4) Alle Gründe für Verzweiflung und Klagen und
besonders der Tod werden hinweggetan werden.
Über die Zeiten
der Wiederherstellung schrieb Jesaja: "Sie werden Häuser bauen und
bewohnen, und Weinberge pflanzen und ihre Frucht essen.
Wolf und Lamm
werden zusammen weiden; und der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind; und die
Schlange: Staub wird ihre Nahrung sein. Man wird nichts Böses und nichts
Schlechtes tun auf meinem ganzen heiligen Berg, spricht der Herr.’ Jes.
65:21,25
Die
Wiederherstellung wird dennoch mit den Juden beginnen. (Römer 12:7) "Der
Herr aber wird die Zelte Judas zuerst retten...’ (Sacharja 12:7)
Im Jahre 70
n.Chr. wurden Jerusalem und die Nation Israel zerstört, und die Juden wurden
unter die Nationen zerstreut. Die Bibel beinhaltet viele Prophezeiungen
bezüglich der Rückkehr der Juden nach Palästina, was auch in den
"Schriftstudien’ erwähnt wird.
Im Mai 1948
wurde das Volk Israel gebildet. Dies war für die Juden in aller Welt ein
besonderes Datum. Und was stattfand, läßt die Segnungen erahnen, die bald
während des Millenniums über das Volk Israel kommen werden.
Die
Illustration des Feigenbaums in Matthäus 24:32 im Bezug auf Israel war
angebracht. Israel hat seine Botschafter in vielen Ländern und umgekehrt.
Israel ist keine unterdrückte Nation mehr. Es ist frei und respektiert.
Im Hesekiel
Kapitel 37 finden wir eine Prophezeiung über die Wiederherstellung Israels in
das verheißene Land. In dieser Prophezeiung wird die Nation Israel mit einem
Tal verdorrter Gebeine verglichen. Diese Gebeine werden prophetisch gesehen,
wie sie sich zusammen ziehen, wie sie mit Fleisch und Haut überzogen werden und
den Geist des Lebens von Gott bekommen.
Die
verschiedenen Nationen, in welchen Israel die vergangenen 2000 Jahre weilte,
werden in dieser Prophezeiung mit offenen Grabstätten verglichen.
Heute haben
über 2 Millionen Juden diese Grabstätten verlassen. Nur sehr wenige erkennen
jedoch die Bedeutung dieser Sache.
Letztlich
werden sie den Herrn kennen. Die Prophezeiung erklärt:
"Und ihr
werdet erkennen, daß ich der Herr bin, wenn ich eure Gräber öffne und euch aus
euren Gräbern heraufkommen lasse als mein Volk. Und ich gebe meinen Geist in
euch, daß ihr lebt, und werde euch in euer Land setzen. Und ihr werdet
erkennen, daß ich, der Herr, geredet und es getan habe, spricht der Herr.’
(Hesekiel 37:13,14)
Doch bevor
Israel wieder den Geist des Herrn erhalten kann, müssen sie eine Periode von
großen Ängsten und Drangsalen durchleben.
Hesekiel 38
behandelt diese Ereignisse, in denen Israel durch Armeen unter dem Kommando von
Gog aus dem Land Magog angegriffen werden wird. In Jer 30:7 lesen wir: "Wehe! Denn groß ist jener Tag, keiner
ist wie er, und es ist eine Zeit der Bedrängnis für Jakob; doch wird er aus ihr
gerettet werden.’
Durch die
angeführten Verheißungen sind wir sicher, daß der Nahe Osten Zeuge einer großen
Umwälung werden wird. Bruder Russell schrieb in Band 4 (Seite 554 engl.
Ausgabe), daß dieses Ereignis im Land Palästina stattfinden wird.
Inmitten der
Drangsal wird Gott einschreiten und Israel befreien, wie er es in der
Vergangenheit tat. Wenn er für Israel kämpfen und Seuchen und Katastrophen
gegen ihr Feinde einsetzen wird, dann wird Gottes macht wunderbar dargestellt
werden.
"Dann
werden sie den Namen des Herrn fürchten vom Sonnenuntergang an und vom
Sonnenaufgang seine Herrlichkeit. Denn er wird kommen wie ein drängender Strom,
den der Hauch des Herrn vorwärtstreibt. Und ein Erlöser wird kommen für Zion
und für die, die in Jakob vom Treubruch umkehren, spricht der Herr.’ (Jesaja
59:19,20; Römer 11:25-32)
Dann wird
Israel wie die übrigen Nationen lernen, das Königreich Gottes wertzuschätzen.
Diese
Zerstörung der Feinde Israels (welche die Zeit der Drangsal und Angst beenden
und das Königreich beginnen lassen wird) ist klar in Hesekiel 38:18-39
dargestellt.
Die alte
Gesellschaftsordnung wird zerstört (Jes. 24:19,20), um die Erde zur
Vorbereitung für die neuen Himmel und neue Erde zu reinigen.
Die Erde (die
gegenwärtige soziale Struktur) wird "schwanken wie eine Nachthütte’ (Jes
24:19,20), um den Weg für "neue Himmel und eine neue Erde, worin
Gerechtigkeit wohnt’ freizumachen. (2. Petrus 3:13; Jesaja 65:17)
Vor der Flut
war die Erde mit Wasser umgeben. Gott benutzte es, um jene Welt zu zerstören.
Heute findet etwas ähnliches statt.
In der
Atmosphäre der Erde befinden sich Flugkörper und strategische Waffen, mit denen
der Mensch den ganzen Planeten zerstören kann. Nachdem in Japan zwei Städte
zerstört wurden, ist dies zu einer erschreckenden Möglichkeit geworden. 1945
sind wir ins Atomzeitalter eingetreten und dann 1957 in die Ära der Raumfahrt.
Dennoch wurden
diese Erfindungen nur am Rande zu Gunsten der Menschheit angewandt. Sie werden
mehr zum Herstellen von Waffen benutzt, um die Welt zu zerstören.
Wird es ein
nuklearen Weltbrand geben? In Sacharja 14:12 lesen wird: "Und dies wird
die Plage sein, mit der der Herr alle Völker plagen wird, die gegen Jerusalem
in den Krieg gezogen sind: Er läßt jedem sein Fleisch verwesen, während er noch
auf seinen Füßen steht, und seine Augen werden verwesen in ihren Höhlen, und
seine Zunge wird in seinem Mund verwesen.’
In Buch Joel
(2:3) lesen wir (manche Übersetzungen
Joe 3:3) "Und ich werde Wunderzeichen geben am Himmel und auf der
Erde: Blut und Feuer und Rauchsäulen.’ Dies ist wie die Atomexplosion in Japan
1945, welche eine Rauchsäule verursachte.
Die einzigen,
die heute wirklich wissen, was auf dieser Welt vor sich geht, sind die, die das
biblische und prophetische Zeugnis durch Glauben angenommen haben. Für diese
sind die Bibelprohezeiungen ein Lichtstrahl.
Sie wissen
durch die Schrift, daß keine menschliche Regierung in der Lage ist, diese Welt
von ihren Problemen zu befreien. Sie erkennen, daß nur Christus sie lösen kann,
wenn die Erde den Herrn erkennen wird.
Wenn jemand
sagt, daß das Heil durch eine religiöse Gruppe oder Sekte erworben werden kann,
dann glaubt es nicht, weil Christus für alle gestorben ist und, dies ist
wahrlich eine große Hoffnung.
Das Heil wird
durch den Herrn auf die ganze Welt kommen, "von Meer zu Meer’, von Berg zu
Berg, von Tal zu Tal. Das sind die Lehren der Heiligen Schrift, die wir nicht
umgestalten oder weglassen können.
Dieser
prophetische Tag ist herbeigekommen. Wir müssen die Bibel erforschen und die
Früchte des Geistes, unsere Standhaftigkeit und brüderliche Liebe entwickeln.
"Siehe, wie gut und wie lieblich ist es, wenn Brüder einträchtig
beieinander wohnen.’ { Ps 133:1}
Apostel Petrus
sagt: "Darum, Brüder, befleißigt euch um so mehr, eure Berufung und
Erwählung fest zu machen! Denn wenn ihr diese Dinge tut, werdet ihr niemals
straucheln.’ (2. Petr. 1:10)
Laßt uns die
Geschwister lieben, den Herrn lieben und in der Kraft des Heiligen Geistes
verweilen.
Es war eine
Freude, euch in diesem Teil der Welt wiederzusehen und sicherlich war es für
mich ein wunderbares Vorrecht euch diese Gedanken zu vermitteln. Und ich hoffe,
daß wir uns wieder treffen werden, um an der Sache des Herrn teilzuhaben. Möge
Gott euch segnen.
Amen.
Bruder
Kopcyk, Australien—Der Balsam von Gilead
Liebe Freunde,
ich möchte euch für die Gelegenheit danken, einige Worte mit euch zu teilen.
Mein Akzent ist
von Australien und ich bringe die Liebe und Grüße der Geschwister von der
Melbourne Beröer Bibelstudien-Versammlung.
Die Leute von
heute wenden ihre Aufmerksamkeit bei vielen Krankheiten wieder den guten, alten
Natur- und Pflanzenheilmitteln zu.
Ich möchte euch
in der Zeit zurückführen und den Balsam von Gilead untersuchen, der im Alten
Testament erwähnt wird.
Das
geschichtliche alte Wort: "Balsam von Gilead’, oder Mekkabalsam,
beinhaltet einen kleinen immergrünen Strauch, der einst als Opobalsam von der
Weihrauchgattung bezeichnet wurde.
Das Wort Balsam
erscheint im Alten Testament sechsmal und das Wort Gilead neunundneunzigmal.
Die Bezeichnung "Balsam von Gilead’ finden wir nur zweimal. Gilead war für
seinen Balsam oder Duft berühmt. Heute beabsichtige ich den Namen Gilead und
diesen ziemliche Neugierde erregenden Duft zu untersuchen, der von dort kommt.
Laßt uns zuerst
ein wenig archäologisch und forstwirtschaftlich arbeiten, um zu sehen, warum
der Balsam von Gilead in der antiken Welt so wichtig war. Dann werden wir
einige der Schriftstellen anführen, die den Balsam erwähnen. Alle englischen
Zitate stammen von der amerikanischen Standard Bibelversion. Gilead ist eine
Bergregion östlich des Jordanflußes, die sich 915 Meter über den Meeresspiegel
erhebt. Es ist 97 km vom nahen Südende des Sees Genezareth entfernt und
erstreckt sich bis zum Nordende des Toten Meeres.
Gilead ist
ungefähr 32 km breit, es wird im Süden von Moab durch des Jordanfluß begrenzt,
im Norden durch den Yarmukfluß und im Osten durch die Wüste. Der Jabbokfluß
teilt Gilead in zwei Teile, Nordgilead zwischen dem Jabbok- und dem Yarmukfluß
und Südgilead zwischen dem Jabbok- und dem Arnonfluß. (Josua 12:2)
Die Bezeichnung
Gilead wurde jedoch auf das ganze Gebiet des israelischen Transjordanien
angewandt. (5. Mose 34:1) Nelsons illustriertes Bibel-Wörterbuch.
Die
Haupthandelsroute in Transjordanien, die Straße der Könige, führte vom Golf von
Akaba nach Damaskus und verlief durch das Gebiet von Gilead, welches wegen
seiner Gewürze bekannt war, sowohl der Myrrhe als auch des Balsam.
Die Quelle des
echten Balsam von Gilead ist ein Strauch mit rutenähnlich ausgebreiteten
Zweigen, der drei- bis dreieinhalb Meter hoch wird. Die äußerliche Rinde ist
von tiefbrauner Farbe. Die innere Rinde ist grün und sehr aromatisch, die
Blätter sind schmal und weiß.
Die Blüten sind
schmal und von rötlicher Farbe, die Samen einzelstehend gelb und auf der Seite
gefurcht. Die Frucht ist rötlich grau und von der Größe einer kleinen Erbse mit
einem annehmbaren und aromatischen Geschmack.
Der Strauch
wächst aus Samen. Er ist kostbar und schwierig heranzuziehen.
Balsam wird in
der Bibel und in den Werken von Galen als auch von Dioskorides erwähnt.
Josephus stellt
fest, daß die Königin von Sheba Sträucher von Arabien als ein Geschenk für
König Salomo nach Judea brachte.
Man glaubt, daß
diese ursprünglich vom König Salomo in Judea und Jericho gepflanzt wurden, der
die Sträucher unter anderen Geschenken von der Königin von Sheba Bekam.(könige
10:10)
Nachdem sie
dort wegen ihres Saftes kultiviert worden waren, erlangten sie den populären
Namen "Balsam von Gilead’.
Andere
Historiker informieren uns auch darüber, daß die Sträucher zuerst in Judea
gepflanzt wurden, und daß sie nur in des Königs Garten wuchsen.
Dies schloß
zwei Gärten ein, in denen es erlaubt war den Balsamstrauch anzupflanzen.
Der Saft
schwitzt während der Sommerhitze in harzigen Tropfen aus. Diesem Prozeß wird
durch Einschnitzen der Rinde nachgeholfen.
Der Ertrag, den
man an flüssigem Balsam von einem Strauch erzielt, beschränkt sich auf ungefähr
drei Tropfen an einem Tag. Das Harz verhärtet sich zu kleinen Knötchen.
Nachdem das Öl
getrennt war, bereitete man es unter großer Geheimhaltung zu und brachte es in
die Vorratshäuser der Herrscher, wo es sorgfältig bewacht wurde. Die Menge des
Öls, die erzielt wurde, betrug grob gerechnet ein Zehntel der Saftmenge.
Der
"Balsam von Gilead’ war in der Antike eine lange Zeit für seine nahezu
übernatürlichen Eigenschaften bei der Heilung von Wunden berühmt.
Er wurde
gebraucht um Wunden zu reinigen, tiefe Wunden zu heilen, als Augensalbe, als
ein Gegengift bei Giftschlangenbissen und bei dem Zusammenbruch von
Kalziumansammlungen im Körper.
Tatsächlich
wurde er in Israel bei der Heilung aller möglichen Arten von Krankheiten
allgemein für nützlich gehalten.
Der liebliche
Duft, den das Harz oder Gummi des Balsamstrauchs verbreitete wurde auch bei der
Herstellung von Ölen und Parfümen eingesetzt.
Das Produkt
wird auf arabisch Balsam genannt, daher bedeutet das hebräische Wort "Baal
shemen’ wahrscheinlich "Herr’ oder "Oberhaupt des Öls’ und unser Wort
Balsam.
Kürzliche
Ausgrabungen einer antiken Stadt in dem Gebiet von Gilead haben die Überreste
eines burgähnlichen Gebäudes freigelegt, das für die Herstellung von Balsamöl
gebraucht wurde.
Balsam wird in
der Antike als ein "kostbares, wohlriechendes und berauschendes
Schmiermittel’ beschrieben.
Seine Fähigkeit
Wunden zu heilen grenzte ans Wunderbare, und sein Duft kam in seinen
Auswirkungen einem Aphrodisiakum gleich.
Tatsächlich war
das Balsamöl von Gilead so kostbar, daß der siegreiche römische Eroberer,
Titus, (70 n. Chr.), nachdem er das Gebiet von Gilead eingenommen hatte, in
seinem Triumphzug durch Rom Zweige von Balsamsträuchern aus Gilead vorzeigte.
Der Balsam war
außerordentlich wertvoll und wurde oft für den Tauschhandel benutzt.
Der Wert des
Balsamöls für das Gemeinwesen in der alten Welt wurde durch eine kürzlich
erfolgte Ausgrabung offenbar.
Dieses Öl war
für den Handel Gileads so wertvoll, daß der Prozeß der Herstellung und
Destillation als streng gehütetes Handelsgeheimnis bewahrt wurde.
Der Turm, wo es
destilliert wurde, war so gut befestigt, daß der Ausgräber, der unmittelbar
dort grub, ausrief: "Dieser Platz wurde gebaut wie Fort Knox.’
Die
Dorfbewohner wurden durch Eidschwur zur Geheimhaltung verpflichtet.
Archäologen
entdeckten eine Inschrift, in einen Mosaikfußboden einer örtlichen Dorfsynagoge
mit folgendem Wortlaut: "Jeder, der das Geheimnis des Ortes den Nationen
offenbart, derjenige, dessen Augen über die ganze Erde umherschweifen und sehen
was verborgen ist, wird samt seinem Samen unter der Sonne vertilgt.’ (Biblische
Archäologiezeitschrift September/Oktober 1996)
Es ist
bemerkenswert, daß Josefs Brüder Joseph an eine Karawane von Ismaelitern zu
verkaufen suchten, die auf dem Weg nach Ägypten war, und deren Kamele mit
Gewürzen, Balsam und Myrrhe beladen waren, die sie in Gilead eingekauft hatten.
(1. Mose 37:25)
Und so war der
Gebrauch von dem Auszug von Pflanzenölen eine feststehende Industrie für
tausende von Jahren, bevor unser Herr Jesus Christus auf der Erde wandelte.
Heute wird eine
von dem Balsamstrauch abstammende Art in der südlichen arabischen Halbinsel und
in Somalia kultiviert, und das Öl wird für den Gebrauch hergestellt.
Seine Anwendung
ist die gleiche geblieben, denn jetzt, wie in biblischen Tagen, wird es
hauptsächlich zur Förderung der Heilung eingesetzt. Der Balsam wird als ein
Gegenmittel bei Schlangenbissen und Skorpionstichen benutzt.
Laßt uns jetzt
unsere Aufmerksamkeit auf Jeremias Bezugnahme auf den Balsam von Gilead
richten.
Wir stellen
fest, daß der Prophet in Jer 8:22 drei
Fragen stellt: "Ist denn kein Balsam in Gilead oder kein Arzt dort? Ja,
warum ist die Genesung der Tochter meines Volkes ausgeblieben?’
Jeremia war ein
Prophet, der wegen des Volkes Israel zu Gott schrie. Sie hatten eine stolze
Geschichte, und das Volk war schnell bereit anzunehmen, daß Gottes Segnungen in
der Vergangenheit eine Garantie für Seine zukünftigen Segnungen wären, ohne
Rücksicht auf ihr eigenes Handeln und ihre Hingabe.
Wir wissen, daß
die drei Fragen von Jeremia nicht den physischen Zustand Israels betrafen, noch
den natürlichen Balsam, der in dem Balsamstrauch von Gilead enthalten war.
Er bezog sich
nicht auf die Ärzte jener Zeit, sondern auf Israels moralischen Zustand. Als
das Volk sich von Gott abwandte, und als Trübsale kamen, schienen sie
überrascht.
Als Krankheit
und Bedrängnis kamen, bemerkten sie, daß sie an allen falschen Plätzen nach
Erleichterung und an allen falschen Orten nach Heilung suchten.
Sie vertrauten
ihren eigenen Methoden anstatt Gott. Das Ergebnis war eine kommende Zerstörung,
Krankheit und Bedrängnis.
Angesichts
dieser kommenden Verwüstung wird Jeremia von Sorgen und Niedergeschlagenheit
überwältigt.
Er sieht die
kommende Krankheit, die bevorstehenden schrecklichen Tage, und fleht zu Gott.
"Gibt es
einen Balsam, um diese Krankheit zu heilen’, fragt Jeremia?
In seinen Tagen
zählten Düfte und Balsame zusammen mit Salben zur Medizin. Düfte und Balsame
waren aromatisch.
Sie wurden aus
Harzen und Pflanzensubstanzen der Umgegend hergestellt und auf verschiedene
Weise angewandt.
Wir können uns
sowohl die schrecklichen Ausdünstungen vorstellen, die von erkranktem Fleisch
erkrankter Körperteile in jenen Tagen ausgingen, als auch die mit der Arbeit
verbundenen Ausdünstungen von Schweiß.
Düfte und
Balsame wurden hergestellt, um die Gerüche zu neutralisieren, um sie zu
überdecken.
So wurden
Wunden und kranke Teile des Fleisches mit Balsam bestrichen, und schon bald
zeigte sich eine Genesung.
Viele dieser
Anwendungen wirkten sich günstig auf den Heilungsprozeß aus. Viele linderten
sogar den Schmerz, weil sie vielleicht die Nerven irgendwie betäubten.
Sie waren von
medizinischem Wert und wurden zu einem natürlichen Weg den Heilungsprozeß zu
beschleunigen.
Wenn jemand
erkrankte, wurde Balsam angewandt, um die Gerüche zu überdecken, die Schmerzen
zu lindern und die Heilung zu fördern.
Der Balsam von
Gilead war noch dort. Der Balsam, liebe Freunde, war das Wort Gottes. Es gab
noch fähige Ärzte über des Herrn Wort in Israel. Es gab noch Propheten Gottes
in Israel, die den heilenden Balsam geschickt angewandt hätten.
Diese Propheten
würden die Krankheit der Nation behandelt haben.
Warum erholte
sich dann Israel nicht? Israel erholte sich nicht, weil sie nicht auf die Worte
jener wahren Ärzte hörten, die den notwendigen heilenden Balsam besaßen.
Die Nation als
Ganzes war geistig krank. Seine moralische Gesundheit verschlechterte sich, und
Gott wurde höchst ungehalten. Jeremia stellte die Frage nicht so, als ob er die
Antwort nicht gekannt hätte. Er kannte die Antwort nur zu gut. Jeremia bat die
Nation ernsthaft zu Gott zurückzukehren.
Für die Nation
Israel wäre es nicht schwierig gewesen die Frage zu verstehen. Sie wußten, daß
der Prophet eine bildliche Sprache anwandte.
Sie erkannten,
daß er sich auf den Gott ihrer Väter bezog, den Gott von Abraham, Isaak und
Jakob und den persönlichen Arzt der Nation.
In Jer 2:13 wird über Israel geschrieben:
"Denn zweifach Böses hat mein Volk begangen: Mich, die Quelle lebendigen
Wassers, haben sie verlassen, um sich Zisternen auszuhauen, rissige Zisternen,
die das Wasser nicht halten.’
Israel hat sich
selbst nicht in Einklang mit jenen wahren Propheten oder Ärzten gebracht, die
den Balsam von Gilead oder das Wort Gottes bereithalten. Dafür ernennt und
horcht Israel auf die falsche Priesterschaft, die nicht länger das wahre Wort
Gottes verbreitet, sondern welche rissige Zisternen geworden sind, die das
Wasser nicht halten.
Dies wurde so,
weil Israel sich nicht erholt hat.
In Hesekiel
22:28 lesen wir: Und seine Propheten streichen ihnen Tünche (darüber), indem
sie Nichtiges schauen und ihnen Lügen wahrsagen und sprechen: So spricht der
Herr, HERR! Und doch hat der HERR nicht geredet.’ Wie bedeutsam ist dieser
Vers.
Anstatt des
richtig gemischten, vollkommen ausgewogenen Balsams bestrichen diese falschen
Propheten mit ungehärtetem Mörtel.
Sie gebrauchten
nicht länger einen beruhigenden heilenden Balsam. Anstatt den wahren Balsam zu
besitzen mit welchem geheilt werden konnte, strichen diese falschen Propheten
ungehärteten Mörtel darüber, welcher die Wiederherstellung Israels unmöglich
machte.
Weil sie die
"Ärzte’ ablehnten, kam ein Gericht über Israel, und Gilead zusammen mit
dem Berg Zion, dem heiligen Heiligtum, wurden den Römern gegeben.
Das fruchtbare
Land wandelte sich zur Unfruchtbarkeit, und viele von dem Volk Israel wurden
getötet.
Jehova, der
einst gesagt hatte: "Mein ist Gilead...’,{ Ps 60:9} hatte nun diesem eine
andere Geschichte zu berichten. Er sagt durch den Propheten Hosea in Kapitel 6,
Vers 8: "Gilead ist eine Stadt von Übeltätern, voll Blutspuren.’ Sogar
Gilead, die Stadt der Priester, ist verunreinigt.
Heute hören wir
von falschen Lehren des Fegefeuers, ewiger Qual, Unsterblichkeit der Seele, die
von vielen Kirchen gelehrt werden.
Alle diese
falschen Lehren zerstören die Lehre der Auferstehung und des Lösegeldes. Sie
lehren das Gegenteil, was die Schriften sagen.
Aber laßt uns
zurückkommen und den Balsamstrauch ein wenig mehr im Detail untersuchen. Der
Balsamstrauch von Gilead war in den Tagen des Altertums von großem
medizinischen Wert.
Wir besitzen
ein wundervolles Bild des Wortes Gottes in den Samen des Strauches, dem Holz
und dem Strauch selbst. Der Balsamstrauch war ein schützender oder heilender
Strauch. Seine vielen Medizinen und Chremen heilten zu jener Zeit Wunden auf
wunderbare Weise.
Und, liebe
Freunde, das Wort Gottes, wie es durch Jesus gelehrt wurde, und wie es in den
Schriften dargelegt wird, ist das einzige Mittel der Errettung für die Kirche
und für die Menschheit. Es gibt keinen anderen Weg.
Der
Balsamstrauch bringt einen Samen hervor aus dem ein neuer Strauch entsteht.
Dies könnte den Samen unserer Neuen Schöpfung bildlich darstellen, ein Same,
der durch die Wirksamkeit des Heiligen Geistes in uns erzeugt wird.
Dies ist dem
Samen des Balsamstrauches ähnlich, der, wenn er in den Boden gepflanzt wird
keimt und eine neue Pflanze sprießen läßt. Was für ein wunderschönes Bild gibt
es von unserer Zeugung durch den Heiligen Geist als Neue Schöpfung ab.
Der Same
braucht lebengebende Flüssigkeit, Wasser.
Wenn wir das
Wachstum des Strauches beobachten, so finden wir, daß er bis zu einem
bestimmten Alter Blätter hervorbringt, und wenn er blüht beginnt ein weiteres
Stadium des Wachstums.
Mit dem Öffnen
der Blüten erfreut er das Auge, strömt einen angenehmen Duft aus, und wir
erkennen als ein zukünftiges Resultat, daß er einige Früchte hervorbringen
wird. So ist es mit den Christen, wenn er oder sie zu "blühen’ beginnen,
so bemerken wir den Fortschritt.
Es freut uns
dies zu sehen, und es ist ein süßer Duft für den Haushaltsvorstand, der einige
Frucht erwartet.
Wenn der
Strauch gut gewässert wird, wird er ein gesundes wie auch ein schnelles
Wachstum zeigen. Er wird stark werden und imstande sein mehr zu produzieren.
Der Mangel an
lebengebender Flüssigkeit wird krankes, verkümmertes Laub zum Ergebnis haben,
und der Strauch wird allmählich vertrocknen oder ein kümmerliches Wachstum
zeigen.
Es ist ähnlich
mit dem Christen. Der Christ benötigt mit dem Wasser des Lebens, der Wahrheit,
bewässert zu werden.
Der Strauch mag
viel von der Bewässerung verlieren, wenn die Wurzeln nicht mit dem Wasser in
Berührung kommen und es aufsaugen.
Alle
Bewässerung mag umsonst sein, wenn die Wahrheit von dem Christen nicht
aufgesaugt wird. Wo sie jedoch angenommen wird, erkennen wir die erfrischenden
Ergebnisse.
Der Prophet
sagt: "Gesegnet ist der Mann, der auf den HERRN vertraut und dessen
Vertrauen der HERR ist!
Er wird sein
wie ein Baum, der am Wasser gepflanzt ist und am Bach seine Wurzeln ausstreckt
und sich nicht fürchtet, wenn die Hitze kommt.
Sein Laub ist
grün, im Jahr der Dürre ist er unbekümmert, und er hört nicht auf, Frucht zu
tragen.’ { Jer 17:7,8}
Es ist
notwendig, daß Christen sich selbst nahe dem Lebensstrom planen, da die Nahrung
dem Fluß so genügend nahe ist, wo die Früchte des Geistes wachsen.
Sie müssen aus
dem Blattstadium wachsen und sich zu dem Blütenzustand entwickeln und Frucht
tragen. Sie sollen in der Entwicklung zu dem Abbild und der Ähnlichkeit des
großen Schöpfers heranreifen. Zeit und Wachstumsprozeß sind höchstwichtige
Faktoren bei der christlichen Charakterbildung.
Uns wird
gesagt, daß wir "umgestaltet werden durch die Erneuerung unseres Sinnes.’
Der Apostel
schreibt ferner in 2. Korinther 5:17:132 "Daher, wenn jemand in Christus
ist, so ist er eine neue Schöpfung: das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist
geworden.’
Die Bezeichnung
"Neue Schöpfung’ ist an sich von vielsagender Bedeutung.
Der Apostel
sagt in Epheser 2:10: "Denn wir sind sein Gebilde, in Christus Jesus
geschaffen zu guten Werken, die Gott vorher bereitet hat, damit wir in ihnen
wandeln sollen.’
Und in
Philipper 2:13 lesen wir: "Denn Gott ist es, der in euch wirkt sowohl das
Wollen als auch das Wirken zu (seinem) Wohlgefallen.’
Da wir als
Mitarbeiter mit Ihm zusammen sind, müssen wir Seine Kraft in uns offenbaren,
durch die wir
all unsere schöpferische Arbeit vollbringen.
137 Wir können
nicht aufhören das große Vorrecht wertzuschätzen, so durch die Erneuerung
unseres Sinnes
zur Harmonie mit dem göttlichen Willen umgestaltet zu werden.
138 Es wird
unsere vollkommene Gleichförmigkeit im Charakter und Natur mit unserem Herrn
Jesus Christus beabsichtigt. Der Saft des Balsamstrauches könnte den durch
Gottes Wort zirkulierenden Heiligen Geist bildlich darstellen.
Wie der Saft
des Balsamstrauches von Gilead durch jenen Strauch zirkuliert, um ihm Leben und
Vitalität zu geben, so zirkuliert in ähnlicher Weise der Heilige Geist durch
das Wort Gottes. Er gibt dem Christen Leben und Vitalität und ist eine
anspornende Kraft. Wie der Saft des Balsamstrauches den Samen jenes Strauches
erzeugt oder zu formen verursacht, so macht es der Heilige Geist, der in
unseren Gedanken und Herzen wirkt und den Samen der Neuen Schöpfung entwickelt,
indem er sein Wohlergehen bewässert, beisteht, ernährt und fördert.
Uns wird
gesagt, daß die Blätter des Balsamstrauches von Gilead weiß waren und dicht
über dessen Zweige verteilt, indem sie den Strauch buchstäblich bedeckten und
ihm ein sehr süßes Aussehen verliehen. Dies mag möglicherweise das bedeckende
Kleid der Gerechtigkeit Christi und die Reinheit und Fleckenlosigkeit des
Wortes Gottes bildlich darstellen.
In Ps 12:7 lesen wir: "Die Worte des HERRN
sind reine Worte-Silber, am Eingang zur Erde geläutert, siebenmal gereinigt.
‘Und in Sprüche 30:5: "Alle Rede Gottes ist geläutert. Ein Schild ist er
denen, die bei ihm (ihre) Zuflucht suchen.’
Die Schriften
geben uns zu verstehen, daß wir zu Beginn unserer christlichen Erfahrung
bildlich mit einem weißen Kleid bekleidet sind.
Dieses weiße
Kleid stellt die Rechtfertigung dar. Wir sind umsonst von allen Dingen
gerechtfertigt. Es ist ein pfleckenloses Kleid. Es wird manchmal von diesem als
dem Kleid der Gerechtigkeit Christi gesprochen, weil es durch Christus zu uns
kommt.
Es ist nur
durch Jesus zu erlangen. Er ist imstande seine Gerechtigkeit uns zuzuschreiben,
um uns dieses zeitliche Kleid zu garantieren.
Der Herr hat
angeordnet, daß zum Abschluß unserer Trübsal, am Ende unseres gegenwärtigen
Lebens, alle Überwinder einen neuen Leib erhalten werden. Dieser neue Leib wird
von wirklicher Reinheit sein.
Der Apostel
sagt: "Denn in diesem freilich seufzen wir und sehnen uns danach, mit
unserer Behausung aus dem Himmel überkleidet zu werden.’ 2. Korinther 5:2
Der Balsam von
Gilead hat einen ziemlich scharfen, beißenden Geschmack. Er ist aber höchst
förderlich für die Verdauung. Ähnlich verhält es sich mit dem Wort Gottes, das
für den normalen Geschmack tatsächlich scharf und nicht angenehm ist.
Das Wort Gottes
war den Juden eine Torheit und für die Nationen ein Stolperstein, aber für die
Auserwählten der Juden und Nationen war es die Kraft Gottes zur Errettung.
Oft ist die
Wahrheit anfänglich herb im Geschmack, aber danach wird sie immer so süß wie
der süßeste Honig.
Es gibt eine
Klasse, die geschmeckt und gesehen haben, daß der Herr gut ist, die in
ergangenen Tagen die heilende Kraft und den Balsam von Gottes Wort erfahren
haben, die aber aus verschiedenen Gründen wieder elend geworden sind, die
jedoch jenen kostbaren Balsam erneut für ihre Gesundung anzuwenden ablehnen.
Sie sind
gegenüber den Warnungen des Heiligen Geistes taub geworden. Sie sind in Gefahr
den Herrn erneut zu kreuzigen und öffentlich in Schande zu bringen.
An solch eine
Klasse ist durch den Propheten Jesaja eine ernste Warnung ergangen: "Wehe
denen, die das Böse gut nennen und das Gute böse, die Finsternis zu Licht
machen und Licht zu Finsternis, die Bitteres zu Süßem machen und Süßes zu
Bitterem!’ (Jesaja 5:20)
Solch ein Lauf
kann, wenn er weiterbesteht, nur ein schließliches Ende finden. Der
Balsamstrauch von Gilead schwitzt oder scheidet eine Art von Gummi in der Form
von Tränen aus. Dies könnte möglicherweise die Tränen der Trauer und des
Mitgefühls, die Jesus vergoß, bildlich darstellen.
Wir sehen ihn,
wie er über Jerusalem trauerte und weinte, und wir hören jene süßen Worte, die
in Matthäus 23:37 wiedergegeben werden:
"Jerusalem,
Jerusalem, die da tötet die Propheten und steinigt, die zu ihr gesandt sind!
Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken
versammelt unter ihre Flügel, und ihr habt nicht gewollt!’
Und seht ihn an
dem Grab des Lazarus, als er mit einem Herzen voller Mitleid für diese
leidtragenden Geschwister von der Gefühlsregung des Kummers ergriffen wird, und
er Tränen des Mitleids weint. Der kürzeste Text der Bibel, Johannes 11:35
stellt dies schriftlich dar, wo es heißt: "Jesus weinte.’
Der
Balsamstrauch von Gilead wurde zuerst nur einem Land gewährt, dem Land Juda.
Von dort wurde er zu anderen Ländern überführt, aber die Kaufleute von Judäa
brachten ihn zuerst nach Israel.
Und so war es
mit dem Balsam des Wortes Gottes. Es wurde zuerst Israel gegeben. Wir lesen
in Ps 147:19,20:
"Er
verkündete Jakob sein Wort, Israel seine Ordnungen und seine
Rechtsbestimmungen. So handelte er an keiner Nation, und die
Rechtsbestimmungen, die haben sie nicht gekannt. Halleluja!’
Dies unterscheidet
sie von allen anderen Nationen der Erde und gibt ihnen besonderen Anlaß zur
Dankbarkeit.
Unser Herr
Jesus befahl seinen Jüngern ausdrücklich nicht zu den Nationen zu gehen, noch
zu irgendeiner Stadt der Samariter, sondern nur zu den verlorenen Schafen vom
Hause Israel.
Die erste
günstige Gelegenheit für eine Teilnahme am Königreich, die erste Chance für den
Hohen- und Heiligen Ruf, wurde dem jüdischen Volk gewährt. Römer 2:10 zeigt
dies gut: "Herrlichkeit aber und Ehre und Frieden jedem, der das Gute
wirkt, sowohl dem Juden zuerst als auch dem Griechen.’
Als eine Nation
versäumten sie es diese besondere, einmal im Leben gegebene Gelegenheit, zu
ergreifen. Aber als die Zeit für den geistigen Balsam kam zu anderen Nationen
und anderen Völkern zu gehen, waren es die jüdischen "geistigen
Kaufleute’, die Apostel, die ihnen denselben brachten. Apostelgeschichte 13:46
sagt: "Paulus aber und Barnabas sprachen freimütig: Zu euch mußte
notwendig das Wort Gottes zuerst geredet werden; weil ihr es aber von euch
stoßt und euch selber des ewigen Lebens nicht für würdig haltet, siehe, so
wenden wir uns zu den Nationen.’
Historiker
informieren uns darüber, daß, als der Balsamstrauch zuerst in Judäa wuchs, er
nur in des Königs Garten wachsen durfte.
Untertanen des
Königs hatten zu ihrem Gebrauch und bei Krankheiten vollen Zugang zu dem
Balsam, aber sie durften den Ertrag des Balsamstrauchs nicht kontrollieren. Das
Gleiche kann von dem geistigen Balsam gesagt werden, dem Wort Gottes. Er kam
nicht ursprünglich vom Menschen, er selbst kam vom Himmel. Er wurde dem
Menschen zuerst von Gott durch die Propheten gegeben, dann durch unseren Herrn
Jesus, und später durch die Apostel.
Wie schon
bemerkt, durfte der Balsamstrauch nur in des Königs Garten wachsen, der aus
zwei Teilen, oder zwei Obstgärten, bestand. Einer dieser zwei Obstgärten war
größer, viel großartiger und feiner als der andere. Was für ein schönes Bild
wird hier von dem bald kommenden Tag vermittelt, wenn zwei Phasen des
Königreichs wirksam sind.
Der
Auferstehungstag ist die Zeit, wenn die lang geplante Vollendung der Kirche,
des Leibes Christi, stattfinden wird. Die Auferstehung hat sowohl einen
geistigen Bestandteil für die Kirche, als auch einen natürlichen Bestandteil
für den Rest der Menschheit.
Auf diese wird
durch Johannes hingewiesen als (1) eine Auferstehung zum Leben für die
Überwinder des Evangeliumzeitalters, und (2) eine Auferstehung zum Gericht für
die übrige Menschheit.
Das letzte
Gericht zum Leben für die Menschheit im allgemeinen wird das Ende ihrer
Trübsalszeit bringen. Denjenigen aber, die in der Auferstehung zum Leben
beschrieben sind wird als der "Ersten Auferstehung’ versichert:
"Glückselig
und heilig, wer teilhat an der ersten Auferstehung! Über diese hat der zweite
Tod keine Macht, sondern sie werden Priester Gottes und des Christus sein und
mit ihm herrschen die tausend Jahre.’ (Offenbarung 20:6)
Ihnen gebührt
der Lohn der Unsterblichkeit, der göttlichen Natur. Wie der Apostel Paulus
feststellt: "Um ihn und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft
seiner Leiden zu erkennen, indem ich seinem Tod gleichgestaltet werde.’
(Philipper 3:10)
Die geistige
Auferstehung ist der Zugang zu einem von Angesicht zu Angesicht Verhältnis mit
dem Vater und dem Bräutigam. Wenn unsere Herzen sich nach jener Erfahrung
sehnen, dann müssen wir die Unreinigkeiten des Herzens ausbrennen, wie Johannes
sagt:: "Geliebte, jetzt sind wir Kinder Gottes, und es ist noch nicht offenbar
geworden, was wir sein werden; wir wissen, daß wir, wenn es offenbar werden
wird, ihm gleich sein werden, denn wir werden ihn sehen, wie er ist. Und jeder,
der diese Hoffnung auf ihn hat, reinigt sich selbst, wie er rein ist.’
(Johannes 3:2,3)
Die himmlische
Phase des Königreichs wird großartig und eindrucksvoll sein, jenseits der
Dimensionen unseres Verständnis. Es wird die beträchtlichere und /oder größere
Phase des Königreichs sein.
Die geringere
oder irdische Phase jenes Königreichs wird auch herrlich sein. Von beiden
Phasen wird der heilende Balsam von dem ausgewogenen, gleichmütigen Wort Gottes
ausgehen. Jesaja, der von jener Zeit spricht, sagt: "Und die mit irrendem
Geist werden Einsicht kennen, und Murrende werden Belehrung annehmen.’ (Jesaja
29:24)
Hier sehen wir
einen kommenden Tag, wenn der Geist der Liebe und der Wahrheit der Bibel Hand
in Hand gehen werden. Es wird ein richtig gemischtes und vollkommen
ausgewogenes Evangelium sein, nicht "ungehärteter Mörtel’.
Es wurde über
den Balsam von Gilead geschrieben, daß er für das Abbrechen oder Auflösen von
Steinen oder Kalziumbildungen im Körper empfohlen wurde. Dies könnte den
geistigen Balsam von Gottes Wort bildlich darstellen und seine Macht, die
härteste Entstehung von allen, das steinerne Herz abzubrechen und aufzulösen.
Jeremia 23:29
sagt: "Ist mein Wort nicht brennend wie Feuer, spricht der HERR, und wie
ein Hammer, der Felsen zerschmettert?’ Wiederum lesen wir in Hesekiel 36:21-30,
was an die Nation Israel gerichtet ist, daß Gott Seinen Namen unter den
Nationen heiligen wird. Frei wiedergegeben sagen diese Verse: Die Nationen
werden erkennen, daß ich der HERR bin, spricht der Herr, HERR, wenn ich euch
aus den Nationen holen und euch in euer eigenes Land bringen werde. Dann werde ich
dich waschen mit der Wahrheit über den Messias und den Weg zum ewigen Leben und
Freude in Ewigkeit.
In Hesekiel
36:26 lesen wir: "Und ich werde euch ein neues Herz geben und einen neuen
Geist in euer Inneres geben; und ich werde das steinerne Herz aus eurem Fleisch
wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben.’
Wie trostreich
sind die Worte für die Nation Israel: "Ich werde euch ein neues Herz
geben...Und ich werde meinen Geist in euer Inneres geben; und ich werde machen,
daß ihr in meinen Ordnungen lebt und meine Rechtsbestimmungen bewahrt und tut.
Und ihr werdet in dem Land wohnen, das ich euren Vätern gegeben habe, und ihr
werdet mir zum Volk, und ich, ich werde euch zum Gott sein.’
Was für eine
wundervolle Verheißung wird der Nation Israel gegeben!
Heute sucht
eine bedrängte Welt nach heilendem Balsam. Jede ihrer Erfindungen unserer Welt
Frieden zu bringen schlägt fehl und verfehlt Heilung für die Krankheit des
Volkes der Erde zu bringen.
So viele der
Führungspersönlichkeiten der Erde suchen nach dem Balsam, aber sie verwerfen es
in Gilead danach zu suchen. Die Führer der Nationen verwerfen den einzigen
Arzt, der all ihre Probleme und Krankheiten heilen kann. Wir haben auf unserem
Globus über die Jahre Faschismus, Kommunismus und andere -ismen gehabt.
Die Vereinten
Nationen und die NATO werden durch eine verzweifelnde, sterbende Welt versucht,
aber sie scheitern ihr Heilung zu bringen.
Ihre Lösungen
sind nur zeitlich, und sie bringen für diese Welt mehr Probleme durch ihrer
sogenannten Versuche Frieden zu stiften.
Die kürzliche
Kosovokrise ist ein Beispiel dafür. Die Menschheit kann nicht und wird nicht
Frieden in diese unsere Welt bringen. Mit all unserer modernen Medizin, mit all
unseren modernen medizinischen Hilfsmitteln, -von denen einige über 100 Jahre
zurückreichen mögen, -müssen wir alle doch schließlich sterben.
Diese Welt wird
letztlich auf ausrangierte Dämme zerborstener "Zisternen’ starren. Wie
Israel nach dem Fleisch tat, so werden die Nationen dieser gegenwärtigen bösen
Welt Zisternen aufhäufen, zerbrochene Zisternen, die kein Wasser halten können.
Bald, liebe
Freunde, wird der Große Arzt erkannt werden, der den Weg zum heilenden Balsam
denen zeigt, die befreit worden sind von der belagerten Stadt.
Er wird von
denen, die von der Macht des Satan befreit worden sind, als derjenige gesehen
werden, der zum buchstäblichen Gilead weist, dem Gilead von alters her, denn
das Wort des Herrn wird aus der Nation Israel hervorgehen, der heilende Balsam
für jeden Kranken. Jer 30:17 spricht
von der Verheißung, daß Gott die Nation Israel wiederherstellen wird:
"Denn ich
will dir Genesung bringen und dich von deinen Wunden heilen, spricht der HERR,
weil man dich eine Verstoßene nennt: << Das Zion, nach dem niemand
fragt!>>
Hosea 6:1
verheißt die Heilung Israels: "Kommt und laßt uns zum HERRN umkehren! Denn
er hat zerrissen, er wird uns auch heilen; er hat geschlagen, er wird uns auch
verbinden.’
Jesaja 2:2,3
sagt: "Und es wird geschehen am Ende der Tage, da wird der Berg des Hauses
des HERRN feststehen als Haupt der Berge und erhaben sein über die Hügel; und
alle Nationen werden zu ihm strömen. Und viele Völker werden hingehen und sagen:
Kommt, laßt uns hinaufziehen zum Berg des HERRN, zum Haus des Gottes Jakobs,
daß er uns aufgrund seiner Wege belehre und wir auf seinen Pfaden gehen!
Denn von Zion
(der himmlischen Phase des Königreichs) wird Weisung ausgehen und das Wort des
HERRN von Jerusalem’ (der irdischen Phase des Königreichs), wo die
auferstandenen "Alten Glaubenshelden’ die "Fürsten auf der ganzen
Erde’ sein werden.
Der geistige
Same wird den irdischen Samen unterweisen und unterstützen. Was für eine
strenge und unwiderstehliche Herrschaft wird dann aufgerichtet sein!
Das Königreich
Gottes, das Königreich der Himmel, worüber der Meister uns beten lehrte, ist
noch nicht gekommen. Die göttliche Verheißung versichert uns, daß es kommen
wird.
Das
Messianische Königreich, das in diesen Versen beschrieben wird, ist die
Hoffnung für die Menschen. Der "Berg des Hauses Gottes’ zeigt das
Königreich des Hauses Gottes an, seine Kirche. Es wird in der Höhe aufgerichtet
werden oder über den Königreichen der Welt. Es wird erhöht sein unter den
Nationen, und alle werden dorthin fliehen. Es wird eine Anziehungskraft für
alle Völker besitzen. Es wird sie dazu führen aufwärts zu schreiten. Die
Anziehungskraft wird für die Menschheit in den Segnungen der Gesundung und der
Wiederherstellung bestehen.
Das Königreich
wird darauf vorbereitet sein alle Völker zu begrüßen, die in Harmonie mit
seinen Forderungen kommen werden. (Apostelgeschichte 3:19-23)
In den letzten
Tagen dieses Evangelium-Zeitalters wird in dem göttlichen Plan der Zeitalter
die Zeit kommen, das Königreich des Messias aufzurichten, unter dem alle
Generationen der Erde durch den verheißenen Samen Abrahams gesegnet werden
sollen.
Dieser Same
wird aus dem Messias, Jesus Christus, und seiner Braut, der Kirche, bestehen,
die in der Aufrichtungsnatur und der Herrlichkeit geistige Wesen sein werden,
obgleich unsichtbar für die Menschheit.
Durch diesen
Samen werden alle Völker gesegnet werden. Alle Nationen, Völker, Familien und
Zungen sollen allmählich zu einer Wertschätzung des göttlichen Planes
zurückgekauft werden.
Sie sollen alle
mit Wiederherstellungsprivilegien, Gelegenheiten und Erleuchtung gesegnet
werden.
"In jener
Zeit wird man Jerusalem den Thron des HERRN nennen, und alle Nationen werden
sich zu ihr versammeln wegen des Namens des HERRN in Jerusalem.
Und sie werden
nicht mehr der Verstocktheit ihres bösen Herzens folgen.’ { Jer 3:17}
Von einem
anderen Standpunkt aus mögen wir uns manchmal wundern, daß es solche unter des
Herrn Volk gibt, die unaufhörlich zu Jeremias Frage Anlaß finden: "Gibt es
keinen Balsam in Gilead?’
Möglicherweise
mag diese Frage von einem einsamen Herzen kommen, oder von einem, der nach
Wahrheit und Gerechtigkeit sucht.
Ist jemals
irgend jemand der auf der Suche nach dem wahren Balsam von Gilead zu uns
gekommen ist, ohne ihn zu bekommen weggegangen? Dies ist eine Frage, über die
ein jeder von uns ernstlich nachdenken sollte.
Kommt fernerhin
einem jeden von uns in solchen Momenten diese Frage der Selbstprüfung? Laßt uns
unsere Herzen und Sinne prüfen!
Ist der Balsam
von Gilead dort zu finden? Regiert der wahre und große Arzt in unseren Herzen?
Laßt uns die
uns gegebenen geistigen Segnungen festhalten, indem wir uns immer daran
erinnern, daß wir nicht mit Fleisch und Blut ringen, denn unser großer
Widersacher lauert dem geistigen Israel dieser Zeit auf wie niemals zuvor.
Wenn unsere
Wachsamkeit nachläßt, so wird er sicher sein einige verwundbare Schwachstellen
bei uns zu finden.
Ich wünsche
einem jeden von euch wie auch mir selbst, daß wir am Ende unseres irdischen
Laufs die höchst wunderbaren Worte hören mögen: Wohlgetan, du guter und treuer
Knecht...gehe ein in die Freude deines Herrn.
Möge der Herr
uns alle in dieser Mission segnen!
Amen
Wolodymir
Krajeckij, Ukraine—Die Laodizea-Periode
Geliebte Brüder
und Schwestern in unserem Herrn Jesus! Wir heißen euch willkommen mit den
Worten Jesu: Friede sei mit euch. Wir sind Gott dankbar für die brüderliche
Gemeinschaft, die Freude, den geistigen Ruheort und für das, was ihr,
Geschwister, getan habt, so daß wir hier zusammen sein können.
Laßt uns jetzt
unsere Aufmerksamkeit auf die Laodizea-Periode richten. (Offenb. 3:11-22)
Der siebte Brief
Christi ist an die Kirche von Laodizea gerichtet, die während der zweiten
Gegenwart unseres Herrn im Jahre 1874 begann. Der Herr stellte sich dieser
Kirche selbst als der "Amen", der "treue und wahrhaftige
Zeuge", der "Anfang der Schöpfung Gottes" vor.
Amen bedeutet
wahrhaftig. Aus dem Munde unseres Herrn hat dieses Wort die Rolle eines
Gelöbnisses, einer Bestätigung von dem, was zu der Kirche von Laodizea
geschrieben und gesagt würde. Diese Worte sind bitter, streng und imstande das
Gewissen des zaudernden Volkes zu bewegen, das stolz und selbstsüchtig ist. Der
Herr spricht von sich selbst als dem treuen und wahrhaftigen Zeugen. Alle
Wahrheit, die der Kirche während
der Zeit der
Ernte gegeben wurde, verdient die höchste Wertschätzung, weil sie strikt unter
der Kontrolle des Einen ist, der starb und sich treu gegenüber dem gegebenen
Versprechen erwies: "Und wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite, so
komme ich wieder..." (Johannes 14:3)
Der letzte
Ausdruck, "der Anfang der Schöpfung Gottes", hat eine besondere
Bedeutung, weil es zu der Kirche von Laodizea zu einer Zeit allgemeiner
Zweifelsucht, des Mangels an Glauben und des Evolutionismus gesagt wurde. Wir
leben in einer wundervollen Zeit, in der viele Ideen entwickelt worden sind.
Trotzdem bemerken wir eine völlige Ignoranz von Ideen in Form von Spiritismus,
Hypnose und verschiedenen Täuschungen durch Dämonen u.s.w.
Allgemein
gesprochen offenbart der Herr sich selbst und seinen Charakter dieser Kirche
und zeigt der Kirche von Laodizea ihr Zukurzkommen. Wer die Schriftstudien
kennt, weiß, daß der fünfte Band sich auf unseren Erlöser konzentriert. Er
erklärt und prüft auf der Grundlage des Wortes Gottes seine vormenschliche
Existenz, seine Einstellung gegenüber Gott, dem Vater, sein Lösegeldwerk, das
gegeben wurde, als er Mensch wurde, so daß er durch die Gnade Gottes für jeden
den Tod schmeckte. (Hebräer 2:9) Er zeigt auch unseres Erlösers gegenwärtigen
Stand, nachdem ihn Gott hoch erhoben und ihm einen Namen verliehen, der über
jeden Namen ist. (Philipper 2:9)
Dieser Herr ist
nur bei seinen treuen Nachfolgern bekannt, die sich der gegenwärtigen Wahrheit
erfreuen. Die übrigen, die sich selbst Christen nennen, kennen den Herrn nicht.
Die Gegenwart unseres Herrn gibt dem Volk des Herrn während der
Laodizea-Periode alle Möglichkeiten viele Segnungen und des Herrn Wertschätzung
zu erlangen. Bis jetzt zeigt die Botschaft an die Kirche etwas völlig anderes.
Der Name Laodizea besteht aus zwei griechischen Worten:
"laos"bedeutet das Volk, und "dike" bedeutet Gesetz,
Richten, Gerechtigkeit, Bestrafung und Zurückerstattung. Daher bedeutet
Laodizea "Gesetz für das Volk", "Richten der Nation" und
sowohl des Volkes Überlieferung als auch ihre Bestrafung. Dies ist eine Zeit,
in der das Volk für sich selbst Gerechtigkeit, Gericht erwirkt und Bestrafung
durchführt, aber sie sind auch gerecht gerichtet und bestraft.
Nebenbei ist es
eine Zeit des Gerichts, die von unserem Herrn in seinem Brief an die Kirche von
Philadelphia prophezeit wird: "Darum werde auch ich dich bewahren vor der
Stunde der Versuchung, die über den ganzen Erdkreis kommen wird."
(Offenbarung 3:10)
So haben wir
eine Prophezeiung, daß diese Stunde über die ganze Welt kommen wird,
einschließlich die Kirche. Ein Schluß kann gezogen werden, daß auf der Erde und
in der Luft es etwas gibt, (die sogenannten dämonischen Mächte), die einen
jeden erreichen werden. Wir können sehen, daß allmählich mehr Versuchungen
kommen aus verschiedenen Richtungen. Jeder wünscht mehr für sich zu erlangen,
für Ehre zu kämpfen, Privilegien und Stellungen, u.s.w. Die Christenheit, die
allmählich Prüfungen bekommt, wird in dem zweiten Brief des Paulus an Timotheus
3:1-5 gezeigt.
Der Apostel
beschreibt einige Einzelheiten dieser Stunde der Versuchung auf die bei verschiedenen
Gelegenheiten bezug genommen wird, als eine Zeit großer Drangsal, die über die
ganze Erde kommt. Von den prophetischen Beschreibungen lernen wir, daß die
Essenz dieser Trübsal Selbstsucht ist. Die heiligen Schriften sprechen von
einer kommenden Stunde der Prüfung für alle. Wir sind uns bewußt, daß diese
Stunde schon begonnen hat. Für weltliche Leute bedeutet sie Mißvergnügen,
Kummer, böses Gericht, Haß, Streit, Raub, Mord, u.s.w. Es ist dieser Geist, von
dem die Zerstörung der ganzen Gesellschaft droht.
Laßt uns die
Welt beiseite lassen und unsere Aufmerksamkeit auf die Stellung richten, in der
des Herrn Volk steht. Laßt uns nicht vergessen, daß diese Stunde der Prüfung in
einem bestimmten Sinn von uns, der Kirche, beginnen soll. Es ist Gott, der dies
erlaubt. Der Schöpfer will uns ein klares Verständnis der Möglichkeit der
Selbsterneuerung des Charakters geben, das Verständnis Seines herrlichen Planes
und der gegenwärtigen Wahrheit. Er will uns die Möglichkeit geben über die hohe
Berufung zu einer göttlichen Natur zu lernen.
Wir haben Seine
Einladung erhalten und sind von Seinem heiligen Geist gezeugt worden. Wir sind
in die Schule Christi eingetreten, und wir lernen etwas über unseren Charakter,
der in uns poliert werden muß, wenn wir es erreichen sollen, unter den Gliedern
der "Braut Christi" zu sein. Wir gehen jetzt durch eine Erprobung,
eine besondere Prüfung. Diejenigen, die aus ihr erfolgreich hervorgehen werden
gelobt werden und werden beweisen, daß sie trotz Schwäche, Unvollkommenheiten
des Fleisches und ererbter schlechter Gewohnheiten imstande sind in ihren
Gedanken und Herzen einen Charakter zu erreichen, der unserem Herrn gleicht.
Obwohl der Herr
seine Treuen der Laodizea-Periode nicht vor der Drangsal bewahren will, können
wir sicher sein, daß diejenigen, die an seinem Wort des Ausharrens festhalten
werden, die Kraft gegeben wird sich selbst zu verteidigen, wie es verheißen
ist: "Siehe, ich stehe an der Tür und klopfe an, wenn jemand meine Stimme
hört und die Tür öffnet, zu dem werde ich hineingehen und mit ihm essen, und er
mit mir." (Offenbarung 3:20)
Dies ist ein
besonderer Lohn für jene, die ihr Rennen zur schicklichen Zeit laufen. Obwohl
es nicht unser Vorrecht ist, der Stunde der Prüfung aus dem Wege zu gehen, ist
es unser Vorrecht größere Segnungen zu haben, die mit der Gegenwart des Herrn
verbunden sind.
Wir können in
der Gemeinschaft mit ihm große Freude finden, in Lektionen und geistiger Speise
zur rechten Zeit, die in einem größeren Maß vorgesehen ist, als zu irgendeiner
der vorhergehenden Zeitperioden. Wir sollten wissen, daß diesen großen
Segnungen ernste Trübsale und Versuchungen entgegenstehen, die zur ganzen Welt
kommen. Geduld und Ausharren waren immer notwendig, und sind es jetzt mehr als
je zuvor.
Diejenigen, die
das Rennen laufen, haben Geduld, weil sie imstande sind in dieser bösen Welt
auszuharren. Andere konnten es nicht, weil entsprechend den Worten des Apostel
Paulus "das Werk eines jeden offenbar werden wird, denn der Tag wird es
klarmachen, weil er in Feuer offenbart wird. Und wie das Werk eines jeden
beschaffen ist, das wird das Feuer erweisen." (1. Korinther 3:13)
Wir werden
durch einen weiteren Gedanken zur Laodizea-Periode geführt: "Glückselig
die Trauernden, denn sie werden getröstet werden." (Matthäus 5:4) Unsere
Herzen sind bekümmert über diejenigen, die durch schwere Trübsale gehen, die
nicht bemerken, daß sie durch Ehrgeiz, berufliche Interessen, weltliche
Reichtümer und die Sorgen des Lebens versklavt sind, anstatt zur Wahrheit
gezogen zu werden. Jahr für Jahr werden sie kälter und mehr distanziert. Diese
feurigen Trübsale sollten uns üben, zu prüfen wer seine Treuen sind.
Laßt uns
bestimmte Gedanken ins Gedächtnis zurückrufen über den "Engel" der
Laodizea- Kirche, Bruder Russell, ein treues Werkzeug Gottes, der alte Lehren und
Ermahnungen vorlegte, die der Herr seinem Volk nach seiner zweiten Gegenwart
gegeben hat. Trotz seiner Hilfe durch die heiligen Schriften befand sich die
Kirche von Laodizea in einem beklagenswerten Zustand.
Laßt uns zu den
wichtigen Worten zurückkehren, die den Kirchen gegeben wurden, und besonders
der Kirche von Laodizea, in den Versen 15, 16 und 17. Diese Worte sind nicht
auf die nominelle Christenheit anzuwenden, sondern auf die geweihte Klasse, die
ihren Opferbund mit dem Herrn macht. Laßt uns momentan erwägen, welche der
Ermahnungen des Herrn auf uns anzuwenden sein mögen, und wie sie durch den
treuen Knecht erklärt werden.
Laßt uns
aufzählen:
1. Oft machen wir keinen Gebrauch von dem Rat, der Gnade
und den Lehren unseres gegenwärtigen
Herrn.
2. Oft werden wir lauwarm im Dienst des Herrn anstatt heiß,
und kalt in den irdischen Dingen.
Lauwarmheit verursacht bei uns, daß
wir aus dem Mund des Herrn ausgespieen werden.
3. Oftmals verneinen wir Selbstaufopferung, suchen
nach selbstsüchtigen Dingen, die wir
schon geopfert haben.
4. Oftmals zeigen wir bei unseren Trübsalen in unserem
Umfeld einen Mangel an Geduld und
Glauben.
5. Oftmals zeigen wir Stolz in der Wahrheit, daß wir noch
nicht gewachsen sind, es zu wissen,
und in welchem wir nicht gehorsam
sind.
6. Oftmals sind wir arm, ermangeln Erkenntnis und seinen
Geist.
7. Oftmals sind wir lauwarm, kurzsichtig, wir sehen nicht
in welcher Zeit wir leben. (1.
Thessalonicher 5:4,8)
8. Oftmals sind wir nackt und ermangeln geistiger Waffen,
wir sind den feurigen Pfeilen unseres
Feindes, Satan, ausgesetzt.
Der Herr sagt
zu denen, die sich bemühen aus ihren eigenen Schwachheiten und Nachlässigkeiten
zu lernen: "sei eifrig und bereue". Eifer, inneres Feuer, inspiriert
zum Predigen der Wahrheit, anderen zu dienen, zum vollständigen Opfer für den
Herrn, die Wahrheit und die Geschwister. Opposition verursacht größeren Eifer.
Reue ist die Rückkehr zu einer verlorenen Gnade.
Wenn wir zur
rechten Zeit bereuen, bevor wir versiegelt sind, wird unser Stolpern vergeben
werden. Wir werden zu Gottes Gnade zurückgebracht werden, und wir können wieder
mit Sorgfalt und Beharrlichkeit bis zum Ende laufen. (siehe Manna vom 23. Juni)
Wenn unsere
Anstrengung nicht verzögert wird, wird der Herr uns nicht verwerfen, sondern
uns in unserem Ringen unterstützen. Laßt uns arbeiten, während es noch Tag ist.
Laßt uns Erkenntnis erwerben, weil wir dank dessen im Glauben auferbaut werden.
Wir bekommen Gottes Waffenrüstung, um in der bevorstehenden Nacht zu
widerstehen. ( Ps 119:8; Epheser 6:11,12 Ho 6:6; Römer 15:14; 1. Korinther
1:4-8)
"Ich rate
dir, von mir im Feuer geläutertes Gold zu kaufen, damit du reich wirst; und
weiße Kleider, damit du bekleidet wirst und die Schande deiner Blöße nicht
offenbar werde; und Augensalbe, deine Augen zu salben, damit du siehst."
Wenn wir
wünschen Gold (zu dem Preis der Selbstverleugnung) zu kaufen, himmlische
Schätze, die göttliche Natur, und den genauen Charakter, der unserem Herrn
ähnlich ist, so sollten wir zuerst durch feurige Trübsale gehen.
Unsere
Unvollkommenheiten, unsere Sünden, müssen mit dem weißen Kleid der
Gerechtigkeit Christi bedeckt werden, weil jede Abweichung von der Reinheit des
Herzens Flecken auf dem Kleid hinterläßt. Wir können nur durch Rechtfertigung
Gemeinschaft mit unserem himmlischen Vater haben.
Es ist auch
wichtig, daß wir unsere Augen mit Augensalbe der Demut, des Opfers und der
Unterwerfung unter den Willen Gottes salben. Im dritten Band lesen wir:
"Nur diejenigen, die Öl in ihren Lampen (in sich selbst ein vollkommenes
Opfer) haben können Licht haben und erkennen: Ich stehe an der Tür und klopfe
an; wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, zu dem werde ich
hineingehen und mit ihm essen, und er mit mir."
Der Herr hat
seit 1874 an der Tür von Laodizea gestanden. Einer der Beweise, der diese
biblischen Worte bestätigt, ist das Verständnis der Lehren, die in der
Offenbarung enthalten sind: "Wenn irgend jemand meine Stimme hört".
Ist diese Stimme undeutlich und schwierig zu hören, die Stimme, in welcher
diese wichtigen Worte gesprochen wurden? Im Radio hören wir auch verschiedene
Stimmen auf verschiedenen Frequenzen. Es hängt davon ab, wie wir unser Radio
einstellen. Ähnlich verhält es sich mit der Wahrheit. Man hört und versteht die
Wahrheit nur, wenn man einen Sinn und ein Herz hat, das darauf eingestellt ist
auf die Worte Gottes zu warten. Die Stimme des Herrn drängt sich nicht auf, sie
ist ruhig und unpopulär. Die Zeit wird kommen, daß der Herr wie ein Löwe
brüllen wird, und jeder ihn hören wird und vor des Herrn Zorn erzittern wird.
Laßt uns versuchen empfindsame Herzen und Gewissen zu haben, um das leiseste
Flüstern unseres himmlischen Bräutigams zu hören.
Warum wird das
Fest, das man Abendmahl nennt, vorbereitet? Die Wahrheit, die seit dem Anbruch
der Gegenwart des Herrn gesandt wurde, ist die Speise für den Abend des Tages
des Evangelium-Zeitalters. Die gegenwärtigen Lehren über Zeiten, die wir hier
vor Vollendung der Kirche bekommen, wenn die Nacht einbricht, ist ein Abendmahl
im Verhältnis zu der ganzen Periode von Laodizea. Der gleiche Gedanke kann in
den Worten des Apostel Jakobus (5:7)gefunden werden, wo er über Frühregen und
Spätregen spricht, die der Herr zu Beginn seiner Gegenwart und dem Ende des
Weges der Kirche senden wird.
Der Herr sagte:
"Und ich werde mit ihm essen und er mit mir." Welche Speise können
wir dem Herrn servieren? Er kommt uns näher durch seine Barmherzigkeit und
Wahrheit ohne zu imponieren, und wir erkennen seine Vorsorge und Sorge in
unserem Leben. Er weidet uns auf grünen Weiden. Wenn wir seine Botschaft
wertschätzen und ihm unsere Gastfreundschaft und unsere irdischen Besitztümer
opfern, geben wir in dieser Weise Dankbarkeit zurück für die empfangenen
Barmherzigkeiten. Wir können unseren Herrn mit den Früchten unseres Charakters
empfangen. Im Zusammenhang mit dem Hohelied Salomos 4:16 sind sie gleich
lieblichen Wohlgerüchen (unser Gehorsam gegenüber der Wahrheit, die wir
kennengelernt haben). Dann wird der Herr uns erlauben seine Wahrheit zu
schmecken, entsprechend der Zeit und Umstände, die uns zu der Vollendung der
Kirche und der Aufrichtung seines Königreiches führen. Vers 21 ermutigt uns
gegen den Stand der Lauheit anzukämpfen, gegen Stolz, Prahlerei und zu hohem
Denken von uns selbst, daß wir geistig reich sind und nichts mehr bedürfen.
Bruder Russell
schreibt: "Wir sollten unsere Eigenliebe, Ansehen und Erfolg in der Welt,
menschliche Theorien und Systeme überwinden...zu welchen wir die Furcht vor der
Einsamkeit, Zurücksetzung und Verachtung in den Augen der Welt hinzufügen
können.
Der Herr legt
Nachdruck darauf, daß dieser Sieg seinem Sieg ähnlich sein sollte: "Wer
überwindet, dem werde ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, wie auch
ich überwunden und mich mit meinem Vater auf seinen Thron gesetzt habe."
Diese Worte
geben zu verstehen, daß das letzte Glied des Leibes Christi die gleichen Erfahrungen
erwarten mag, die unser Herr hatte. Man ist geneigt geradeso wie im Fall des
Herrn eine Gethsemane- Ablehnung und ein unehrenvolles Ende zu erwarten. In den
Augen der Menschen wird die Kirche ein unehrenhaftes, erniedrigendes Ende
haben. (Siehe Manna vom 8. November) Sind wir dazu bereit? Es gibt noch
Möglichkeiten, die Anstrengungen fortzusetzen, um auf dem schmalen Weg zu
verbleiben, um die Welt und Satan zu überwinden. (Johannes 16:13; 1.
Johannes2:13; 4:4; 5:4,5; 11:22)
Der Herr machte
niemals einen Kompromiß. Er konnte mit den Mengen seinen Eifer teilen, und dann
gab er mit Demut sein Leben in einer höchst demütigenden Weise dahin. Die
Laodizea-Periode wird zu Ende gehen zusammen mit dem Ende der Kirche. Dann
werden den Überwindern Throne gegeben werden, und sie werden dort zusammen mit
ihrem Herrn sitzen. Dies ist der Lohn, der den Überwindern dieser höchst
schwierigen Zeitperiode verheißen ist.
Man benötigt
einen starken Willen, um sich in dieser Zeit der Versuchung und Freiheit seiner
Weihung zu erinnern. Laßt uns dann jubeln, daß es jene geben wird, die die Zahl
der Kirche vervollständigen werden. Laß ein jeder, der ein Ohr hat, hören, was
der Geist den Versammlungen sagt. Für die siebte und letzte Zeit ruft der Geist
Gottes einen jeden, der ein Ohr hat zu hören und gehorsam ist, um die Wahrheit
darzustellen und zu verstehen, was im Begriff ist sich später zu ereignen.
(Offenbarung 4:1)
Amen.
Ernie
Künzli, USA—Errettung
Schwester
Janice und ich und unsere Familie sind sehr glücklich mit euch in dieser
Versammlung zu sein. Dies ist die 3. Internationale Versammlung, an der wir das
Vorrecht haben teilzunehmen.
Die
Internationale Versammlung ist für uns ein großer Segen und eine Ermutigung
gewesen und wird es auch weiterhin sein, dieweil wir uns mit euch in dieser
Versammlung treffen. Wir übermitteln euch auch viele Liebesgrüße von euren
Geschwistern unserer Heimatversammlung in Orlando, Florida.
Verbunden mit
jener Liebe sendet unsere Versammlung Kolosser 3:16 als ihren Gruß an euch:
"Das Wort des Christus wohne reichlich in euch; in aller Weisheit lehrt
und ermahnt euch gegenseitig! Mit Psalmen, Lobliedern und geistlichen Liedern
singt Gott in euren Herzen in Gnade!
Gottes
Errettung ist ein Prozeß
Was kommt euch
in den Sinn, wenn ihr über den Begriff Errettung nachsinnt? Vorbildlich denken
wir an den Tag, an dem wir von einer sehr langen und schwierigen Anfechtung
errettet wurden.
Wir denken an
Errettung als an ein Ereignis, -an den Tag an dem unsere Anfechtung
zuende ging, -weil es für unser Fleisch natürlich ist, die Behebung der
physischen Not oder Erfahrung in den Brennpunkt zu stellen.
Gottes
Errettung ist ein Prozeß, nicht ein Ereignis.
Für Gott besteht Errettung in einer Reihe von Ereignissen, welche unsere
Befreiung vollbringen, indem sie uns zu einem Abbild unseres Herrn Jesus
Christus formen.
In 2. Korinther
1:9, 10 schreibt Paulus: "Wir selbst aber hatten in uns selbst (schon) das
Urteil des Todes erhalten, damit wir nicht auf uns selbst vertrauen, sondern
auf Gott, der die Toten auferweckt. Und der hat uns aus so großer Todesgefahr errettet und wird uns erretten, auf
ihn hoffen wir, daß er uns auch ferner erretten werde.’
Paulus erwähnt
in diesen Passagen die Errettung dreimal: (1) Gott hat uns errettet von dem
Todesurteil in uns selbst. (2) Gott errettet uns jetzt, und (3) wir vertrauen
darauf, daß Gott uns noch erretten wird.
Paulus
beschreibt die Errettung als einen aus vielen Schritten bestehenden Prozeß,
welcher unser ganzes geistiges Leben einschließt.
Zunächst
belehrt uns Paulus über die Errettung von der Adamischen Verdammnis zu einer
Beziehung zu Gott, die auf Grund unseres Glaubens an das Opfer Jesu Christi besteht.
Paulus spricht
über unsere Rechtfertigung, und wie wir errettet worden sind in die
herrliche Freiheit der Söhne Gottes. (Römer 8:21-1. Johannes 3:1)
Zweitens,
spricht Paulus über die Errettung, die jetzt stattfindet, vom Dienst des
Fleisches zum Leben nach dem Geiste.
Paulus spricht
über Heiligung, wie wir den alten Menschen ablegen, der
verdorben ist bezüglich der verführerischen Lüste, und wie wir "den neuen
Menschen angezogen haben, der nach Gott geschaffen ist in wahrhaftiger
Gerechtigkeit und Heiligkeit.’ { Eph 4:22-24}
Drittens,
spricht Paulus von der kommenden Errettung zur Herrlichkeit, Ehre und
Unsterblichkeit, ewigem Leben in der Ersten Auferstehung. (Römer 2:7)
Diese Errettung
ist zur göttlichen Natur, die der Kirche verheißen ist, denjenigen, die treu
bis in den Tod sind. (Offenbarung 2:10)
Unsere
Errettung ist eine Reise
Unsere
Errettung in Gottes geistige Familie ist eine Reise. Es beginnt mit der Weihung
und endet mit der Ersten Auferstehung. (Römer 2:7)
Während dieser
Reise gibt es viele Schwierigkeiten, aber diese Erschwernisse sind ein
Katalysator zu unserer geistigen Errettung.
Während unser
Fleisch aufschreit von diesen Nöten befreit zu werden, gehen wir durch diese
Erfahrungen, weil (1) "wir den Heilsbecher erheben und den Namen des HERRN
anrufen.’ { Ps 116:13} und (2) beantwortet Gott unsere Gebete um geistige
Errettung vom Tode zum Leben. Gott benutzt diese Erfahrungen, um unsere
Umgestaltung und Vorbereitung als Söhne Gottes zu beschleunigen.
Die Errettung
des Petrus war ein Prozeß
Die Errettung
des Apostel Petrus vom Gefängnis war ein Prozeß, nicht bloß ein Ereignis. Oftmals vergleichen wir schwierige Trübsale in unserem
Leben mit der Errettung des Petrus, und wir bezeichnen unsere Trübsale als
"Eisentor-Erfahrungen’.
Aber die
Errettung begann nicht bei dem "Gefängnistor’, sondern als der Engel des
Herrn Petrus aufweckte und ihn ersuchte aufzustehen. Die Errettung des Petrus
wird in Apostelgeschichte 12:6-11 berichtet:
"Als aber
Herodes ihn vorführen wollte, schlief Petrus in jener Nacht zwischen zwei
Soldaten, gebunden mit zwei Ketten, und Wächter vor der Tür verwahrten das
Gefängnis.
Und siehe, ein
Engel des Herrn stand da, und ein Licht leuchtete im Kerker; und er schlug
Petrus an die Seite, weckte ihn und sagte: Steh schnell auf! Und die Ketten
fielen ihm von den Händen.
Und der Engel
sprach zu ihm: Gürte dich und binde deine Sandalen unter! Er aber tat es. Und
er spricht zu ihm: Wirf dein Oberkleid um und folge mir!
Und er ging hinaus
und folgte und wußte nicht, daß es Wirklichkeit war, was durch den Engel
geschah; er meinte aber, eine Erscheinung zu sehen.
Als sie aber
durch die erste und zweite Wache gegangen waren, kamen sie an das eiserne Tor,
daß in die Stadt führte, das sich ihnen von selbst öffnete; und sie traten
hinaus und gingen eine Straße entlang, und sogleich schied der Engel von ihm.
Und als Petrus
zu sich selbst kam, sprach er: Nun weiß ich in Wahrheit, daß der Herr seinen
Engel gesandt und mich gerettet hat aus der Hand des Herodes und aller
Erwartung des Volkes der Juden.
Die Errettung
des Petrus illustriert, wie Gott die Kirche von der Adamischen Verdammnis
befreit bis zu Gottes geistiger Familie im Himmel. In dieser Erfahrung schattet
Petrus die Kirche des ganzen Evangelium-Zeitalters vor.
Errettung kommt
durch die Wahrheit
Bevor wir die
Wahrheit bekamen, waren wir (wie Petrus) im Gefängnis des Todes. Wir schliefen
oder waren uns der göttlichen Verheißung nicht bewußt und waren als Glieder des
gefallenen Geschlechts mit unseren Mitmenschen zusammengekettet. (Römer 13:11,
1.Thessalonicher 5:6,7)
Satan, durch
Herodes vorgeschattet, sucht uns im Gefängnis zu behalten. Die Errettung des
Petrus beginnt mit einem Licht, das von einem Engel des Herrn kommt.
Jener Engel
schattet unseren Herrn Jesus bei seiner Ersten, -und Zweiten Gegenwart vor, als
das Licht des Evangeliums in das Gefängnis schien, um die ganze Menschheit in
der rechten Herzensstellung zu erleuchten. (Jesaja 9:2-Offenbarung 18:1, 2.
Korinther 4:6)
Geradeso, wie
der Engel Petrus in die Seite schlug, um seine Aufmerksamkeit auf das Licht zu
richten (Apostelgeschichte 12:7), richtet der Herr unsere Aufmerksamkeit durch
unsere Erfahrungen auf die Wahrheit, damit wir erkennen und sie wertschätzen
mögen.
Nur Petrus
erwachte, um den Engel und das Licht zu sehen. Keiner der Wächter hörte oder
sah den Engel. Das Gleiche trifft auf uns zu.
Während wir
unseren Herrn Jesus und das Licht der Wahrheit erkennen, verbleiben unsere
Mitmenschen durch den Widersacher blind gegenüber dem glorreichen Evangelium
Christi. (2. Korinther 4:4)
Rettung ist
abhängig vom Glauben
Der Engel
forderte Petrus auf aufzustehen, und als er dies tat, fielen die Ketten von ihm
ab (Vers 7). Wenn Petrus nicht aufgestanden wäre, wären die Ketten niemals von
ihm abgefallen.
Petrus
demonstrierte seinen Glauben, indem er aufstand, und als er dies tat, wurde er
frei von den Ketten.
Dies zeigt an,
wie wir von der Adamischen Verdammnis erlöst werden, indem wir eine Weihung
machen und in Gottes Sicht "aufstehen’ durch Glauben an das Blut Jesu.
Rechtfertigung
durch Glauben wird in den
Schriften durch "stehen’ oder "aufstehen’ bildlich dargestellt. In
Römer 5:2 beschreibt Paulus Rechtfertigung als die Gnade, in der wir stehen.
In Römer 11:20
und 2. Korinther 1:24 erwähnt Paulus, daß wir stehen oder die Beziehung mit
Gott durch Glauben haben.
Petri Aufstehen
ist ein Bild unserer Rechtfertigung, die uns zu unserem Stehen vor Gott
führt, als probeweise Glieder Seiner geistigen Familie, weil wir eine
annehmbare Weihung zu Ihm gemacht haben.
Wie bei Petrus
hängt unsere Errettung von unserem Glauben an die Anweisungen des Herrn und
unserem Gehorsam gegenüber denselben ab.
Heiligung
stellt unser Gürten bildlich dar, indem wir dem Engel folgen.
Nachdem Petrus
aufgestanden war, gürtete er sich und legte sein Oberkleid an, bevor er seine
Reise aus dem Gefängnis begann. Dies zeigt bildlich unser Anlegen des
Charakters Christi an, der Früchte und Gnaden des Geistes, die wir für unsere
Reise aus dem Gefängnis haben müssen.
Sich gürten und
dem Engel zu folgen bezieht sich auf den Prozeß der Heiligung, welcher während unseres christlichen Wandels in
Erscheinung tritt.
Paulus
beschreibt Heiligung in Kolosser 3:10 und 12:14 als angezogen
sein. "Und den neuen Menschen (die neue Schöpfung) angezogen habt, der
erneuert wird zur Erkenntnis nach dem Bilde dessen, der ihn erschaffen hat!
Zieht nun an als Auserwählte Gottes, als Heilige und Geliebte: herzliches
Erbarmen, Güte, Demut, Milde, Langmut! Ertragt einander und vergebt euch
gegenseitig... Zu diesem allen aber (zieht) die Liebe (an), die das Band der
Vollkommenheit ist.’
Wenn wir uns
mit den Früchten des Heiligen Geistes bekleiden, wie der Apostel Petrus uns in
2. Petrus 1 sagt, dann werden wir zu einem Gefäß der Ehre geheiligt und zu des
Meisters Gebrauch versammelt und zubereitet für jedes gute Werk. (2. Petrus
1:5-7, Timotheus 2:21)
Durch das
Gefängnis zu gehen entspricht unserem christlichen Wandel
Petri Wandel
durch das Gefängnis entspricht unserem christlichen Wandel. Während unseres
Wandels haben wir eine Beziehung mit Gott, selbst wenn die Neue Schöpfung noch
in unserem irdischen Gefäß ist, und wir daher noch im Gefängnis sind, bis wir in
der Ersten Auferstehung verwandelt werden. (1. Korinther 15:53)
Wie Petrus
weiter und weiter aus seiner Gefängniszelle (Apg. 12:9,10) näher und näher zur
vollkommenen Errettung wandelte, so machen wir dasselbe Tag für Tag, indem wir
dem Engel des Herrn folgen. Der Engel ist der einzige, der den Weg zum
"Eisernen Tor’ und zur vollkommenen Errettung kennt.
Zukünftige
Errettung-durch das eiserne Tor
So wie bei
Petrus führt uns der Engel zu dem Eisernen Tor und der Errettung vom Tode (Vers
10). Wir haben keine Kraft das Tor zu öffnen. Nur unser Herr Jesus kann durch
Gottes Kraft das Gefängnistor vom Haus des Todes öffnen. (Jesaja 61:1, 42:7)
Unser Herr
wurde aufgrund seiner Treue bis zum Tode durch die gewaltige Kraft Gottes von
den Toten auferweckt. (Apostelgeschichte 2:24, Epheser 1:19,20)
Wenn in der
Nachfolge des Herrn treu sind bis zum Tode, wird er die Tore des Todes öffnen
und uns völlig erretten.
Israels
Errettung war ein Prozeß
Israels
Errettung aus Ägypten war auch ein Prozeß. Er begann mit einem neuen König, der
über Ägypten herrschte, und der Joseph nicht kannte. Nach seiner Anordnung
machten die Ägypter den Israeliten das Leben schwer durch harte Knechtschaft.
(2. Mose 1:8, 11, 14; 2:23,24)
Gott bereitete
die Nation durch bittere Erfahrungen zu sich nach ihrer Errettung zu sehnen. Er
regte ihren Appetit auf die Errettung an. Parallel zu den Leiden Israels
verbrachte Gott 80 Jahre damit einen Mann vorzubereiten, um sein Repräsentant
der Errettung zu werden: Moses. Während dieser Zeit überwaltete Gott Moses
Erfahrungen, um seinen Glauben zu entwickeln, Sanftmut und Unterwerfung unter
den göttlichen Willen. (2. Mose 2; Hebräer 11:24-29)
Diese
Qualitäten würden für Mose wichtig sein, um die ganze Nation aus der
ägyptischen Knechtschaft zu erretten. Das gleiche Prinzip trifft bei uns zu.
Wir müssen Glauben entwickeln, Sanftmut und
Unterwerfung
unter den göttlichen Willen, bevor wir als Glieder der Kirche bereit sein
werden in Christi Königreich der Menschheit zu helfen errettet zu werden.
Israels
Errettung erfolgte nicht unmittelbar
Als Mose aus
dem Land Midian nach Ägypten zurückkehrte, dauerte Israels Errettung als ein
Prozeß an. Durch die Konfrontation mit Pharao und die zehn Plagen belehrte Gott
die Nation über sich selbst und über die Notwendigkeit des Glaubens und
Gehorsams, um erlöst zu werden.
Dieser Prozeß
erfüllte tatsächlich drei Dinge:
Erstens, machte
er die Nation auf ihren Gott aufmerksam. Sie erfuhren Seinen Namen: der Große:
ICH BIN. (2. Mose 3:14)
Sie wurden über
Seinen Charakter belehrt, über Seine Macht durch die Plagen (Vers 20), über
Seine Liebe durch die Erlösung der Nation (Vers 17) und über Seine Weisheit und
Gerechtigkeit.
Zweitens,
einigte es die Israeliten zu einer Nation. Es erinnerte sie an ihr gemeinsames
Erbe als Nachkommen Jakobs und festigte ein Verhältnis zwischen ihnen und ihrem
Gott. (2. Mose 4:31)
Drittens, gab
es der Nation den Brennpunkt den Willen des Herrn zu tun und nicht ihren
eigenen. (2. Mose 12:28) "Und die Söhne Israel gingen hin und machten es
wie der HERR Mose und Aaron geboten hatte, so machten sie es.’
Der Prozeß der
Errettung veränderte das Verhältnis der Israeliten zu Gott völlig. Ihr
Brennpunkt, ihre Eigenschaften, ihr Charakter und Lebensweg, alles veränderte
sich. Das Ergebnis war ihre Errettung von der Sklaverei zur Freiheit.
Unsere
Errettung enthält die gleiche Belehrung
Die Errettung
verwandelt unser Leben in der gleichen Weise. Erstens, macht sie uns darauf
aufmerksam, und dann belehrt sie uns über unseren Gott und Seinen Charakter:
Seine Weisheit, Gerechtigkeit, Liebe und Macht.
Zweitens,
bestimmt und vereinigt sie uns als ein Volk, die Söhne Gottes, die Kirche der
Erstgeborenen. (Hebräer 12:22,23; 1. Johannes 3:1)
Drittens,
stellt sie uns in den Brennpunkt dem lebendigen Gott zu dienen, in Jesu
Fußstapfen nachzufolgen und seinen Willen zu tun. Schließlich beseitigt sie
jeden Wunsch, der in uns ist für diese gegenwärtige böse Welt und lenkt unsere
Herzen und Neigungen auf Dinge nach oben. (Kolosser 3:1-3)
Zwei
Gelegenheiten der Errettung-Ein von der Verdammung zur Sohnschaft führender
Prozeß
Gottes Plan der
Errettung sieht zwei Gelegenheiten zur Errettung vor, -eine für die Kirche und
eine für die Menschheit der Welt. In beiden Fällen führt der Errettungsprozeß
die betroffenen Personen von der Verdammnis der Sünde und des Todes zurück zur
herrlichen Freiheit der Söhne Gottes, von Dienern des Fleisches zu solchen, die
den Willen Gottes tun. (Römer 6:17,18)
Der Prophet
Joel weißt in Joe 3:5 auf beides hin:
"Und es wird geschehen: Jeder, der den Namen des HERRN anruft, wird
errettet werden.’
Denn auf dem
Berg Zion und in Jerusalem wird Errettung sein, wie der HERR gesprochen hat,
und unter den Übriggebliebenen, die der HERR berufen wird.’ Errettung für die
Kirche oder die geistige Phase des Königreichs wird auf dem Berg Zion sein.
Errettung für
das natürliche Israel und die Menschheit der Welt wird in Jerusalem sein,
während der irdischen Phase des Königreichs Christi.
Die Errettung
der Menschheit ist auch ein Prozeß
Die Errettung
Israels und der ganzen Menschheit in Christi Königreich wird ein Prozeß sein.
Ihre Errettung wird durchgeführt werden, während sie auf dem Weg der Heiligung
zu dem Ziel menschlicher Vollkommenheit und Sohnschaft mit Gott wandeln.
(Jesaja 35:8-10)
Gott wird Sein
Gesetz in das Innere des Menschen legen und auf ihre Herzen schreiben, und sie
werden Sein Volk sein. { Jer 31:33} Das natürliche Israel und die Welt müssen
umgeformt werden. Sie müssen ein Herz von Fleisch bekommen, und der Charakter
Gottes muß in die Herzen geschrieben werden, wenn sie Vollkommenheit erlangen
möchten, Sohnschaft, immerwährendes Leben und Errettung. (Hesekiel 11:19,20)
Erste oder
vergangene Errettung: Rechtfertigung
In dem Text
unseres Themas von 2. Korinther 1:9,10 erwähnt der Apostel Paulus drei
Errettungen: Die erste ist von der Verdammnis der Sünde in die Freiheit der
Söhne Gottes. Der Psalmist beschreibt diese Errettung in Ps 69:14,15: "Ich aber (richte) mein
Gebet an dich, HERR, zur Zeit des Wohlgefallens. O Gott, nach der Größe deiner
Gnade, erhöre mich durch die Treue deiner Hilfe.
Ziehe mich
heraus aus dem Schlamm, daß ich nicht versinke! Laß mich errettet werden von
denen, die mich hassen, und aus den Wassertiefen!’
Der Schlamm
beschreibt des Menschen gegenwärtige Stellung als ein gefallenes und verdammtes
Geschlecht. Diese Schriftstelle erinnert uns an Ps 40:2:
"Er hat
mich heraufgeholt aus der Grube des Verderbens, aus Schlick (und) Schlamm; und
er hat meine Füße auf Felsen gestellt, meine Schritte fest gemacht.’
Der Fels ist
Christus. Unser Glaube an sein Opfer ist die Grundlage unserer Errettung bei
Gott, und wir können nicht in Jesu Fußstapfen folgen, bis wir diese Errettung
erlangt haben. Der Apostel Paulus erläutert diese Errettung in Kolosser
1:12-14: "Dem Vater danksagend, der euch fähig gemacht hat zum Anteil am
Erbe der Heiligen im Licht; Er hat uns errettet aus der Macht der Finsternis
und versetzt in das Reich des Sohnes seiner Liebe. In ihm haben wir die
Erlösung, die Vergebung der Sünden.’
Gott rief uns
durch unseren Glauben an Jesu Blut und befähigte oder rechtfertigte uns zu
einem Anteil an
jener zukünftigen Erbschaft. Wegen unseres Glaubens sind wir von Satans Einfluß
errettet worden, und Gott verwandelte uns in Neue Schöpfungen. "Auch uns,
die wir in den Vergehungen tot waren, mit dem Christus lebendig gemacht-durch
Gnade seid ihr errettet!’
Er hat uns
mitauferweckt und mitsitzen lassen in der Himmelswelt in Christus Jesus.’
(Epheser 2:5,6)
Diese Errettung
basiert auf unserem Glauben an Gott und das Opfer Seines Sohnes und unserer
Annahme der Einladung uns selbst zu verleugnen, unser Kreuz aufzunehmen und
Jesus zu folgen. (Matthäus 16:24) Wir können diese Errettung nicht erreichen,
es sei denn, daß wir diesen Schritt tun.
Zweite oder
laufende Errettung: Heiligung
Die zweite
Errettung, die in 2. Korinther 1:9,10 erwähnt wird, ist ein Prozeß, den Gott
benutzt, um uns auf dem schmalen Weg des Opfers aufwärts zu führen.
Er schließt
Gottes überwaltende Vorsehungen und den Prozeß der Heiligung ein, durch welche
wir in das Abbild Seines lieben Sohnes umgestaltet werden.
Der Psalmist
beschreibt diese Errettung in Ps
91:3,4: "Denn er errettet dich von der Schlinge des Vogelstellers, von der
verderblichen Pest. Mit seinen Schwingen deckt er dich, und du findest Zuflucht
unter seinen Flügeln. Schild und Schutzwehr ist seine Treue. Der Vogelsteller,
Satan, sucht uns zu verschlingen (1. Petrus 5:8). Bruder Russell gibt zu
verstehen, daß die verderbliche Pest die sündigen Neigungen unserer gefallenen
Natur sind (Reprints, Seite 3331).
Der Herr
beschützt uns vor diesen beiden Feinden durch Seine Rüstung und Seine Treue.
In Ps 33:18,19 identifiziert David
beide Errettungen, die wir erwähnt haben: "Sieh, das Auge des HERRN (ruht)
auf denen, die ihn fürchten, die auf seine Gnade harren, daß er ihre Seele vom
Tod errette und sie am Leben erhalte in Hungersnot.’
Der Herr hat
uns nicht nur vom Adamischen Tod errettet, sondern Er erhält uns lebendig
"in Hungersnot’ oder dem Wüstenzustand. Während es in dieser gegenwärtigen
bösen Welt einen Hunger nach dem Hören des Wortes Gottes gibt, sieht Gott die
geistige Speise für unser Wachstum und unsere Entwicklung als Neue Schöpfungen
vor.
Die Errettung
der drei hebräischen Jünglinge war eine Befreiung
Der Apostel
Petrus schreibt in 2. Petrus 2:9: "Der HERR weiß die Gottseligen aus der
Versuchung zu erretten...’ Die Befreiung der drei Hebräer, Schadrach, Meschach
und Abed-Nego war eine solche Errettung.
Nebukadnezar
hatte eine kolossale Statue von Gold herstellen lassen und versammelte alle
Beamten seines Königreichs zu seiner Einweihung. Während seiner Einweihung
mußten die Versammelten sich niederwerfen und das Standbild anbeten. Wenn
jemand sich weigerte, es zu tun, so sollte derselbe in einen Feuerofen geworfen
werden. { Da 3:1-8}
In ähnlicher
Weise hat Satan versucht die Welt in der Anbetung des falschen Gottes zu
vereinigen. Das große Papstsystem wurde errichtet, um durch Vorkaufsrecht
unseres Herrn Königreich zu erwerben, und alle Nationen wurden versammelt, um
sich vor demselben niederzuwerfen. Wie die drei Hebräer hat die Kirche des
Evangelium-Zeitalters sich geweigert diesen falschen Gott anzubeten.
Schadrach,
Meschach uns Abed-Nego weigerten sich vor dem großen Standbild niederzuwerfen.
Der entrüstete Nebukadnezar stellte den dreien das Ultimatum: das Bild
anzubeten oder in den Feuerofen geworfen zu werden, und "Wer ist der Gott,
der euch aus meiner Hand erretten könnte?’ { Da 3:15}
Dies ist Satans
Einstellung gewesen, um die Kirche des Evangelium-Zeitalters zu vereiteln. Er
hat angedroht sie zu zerstören, wenn sie nicht das große falsche System
anbetet, das er eingesetzt hat. (1. Petrus 5:8; Offenbarung 13:7)
Viele, die sich
geweigert haben sich niederzubeugen, verloren ihr irdisches Leben durch Babylon
die Große. (Offenbarung 17:5,6)
Die drei
Hebräer antworteten mit großem Glauben und Loyalität zum Himmlischen Vater. Sie
wußten nicht, ob Jehova sie tatsächlich erretten würde, aber sie wollten ihre
Anbetung Gottes nicht aufgeben, um ihr physisches Leben zu retten. Sie hatten
Glauben in Gottes Verheißung einer besseren Auferstehung (Hebräer 11:35).
Satan bot ihnen
Errettung von der Prüfung an, aber Gott bot ihnen eine größere Errettung zum
Leben und der Verwandtschaft mit Gott an. Und so weigerten sich die drei
Hebräer sich vor dem goldenen Bild niederzuwerfen, welches Nebukadnezar
errichtet hatte. { Da 3:16-18}
Ihre Antwort
erzürnte den König. Nebukadnezar hatte den Ofen siebenfach angeheizt, und seine
starken Männer banden die Hebräer und warfen sie ins Feuer. { Da 3:19-22}
Aber das Feuer
hatte keine Auswirkungen auf die Hebräer, ausgenommen, daß es sie von ihren
Fesseln befreite. Ein Engel des Herrn erschien, und zusammen wandelten die vier
inmitten des Ofens ohne Schaden zu nehmen.
Als die Hebräer
aus dem Ofen hervorkamen war kein Geruch des Feuers an ihnen oder ihren
Kleidern. Sie wurden durch die Erfahrung von den Banden befreit. Diese
Geschichte offenbart einen der Schlüssel um geistige Errettung von Gott zu
erlangen. David erwähnt diesen Schlüssel in
Ps 91:14,15: "Weil er an mir hängt, will ich ihn erretten. Ich will
ihn schützen, weil er meinen Namen kennt. Er ruft mich an, und ich antworte
ihm. Ich bin bei ihm in der Not. Ich befreie ihn und
bringe ihn zu
Ehren.’ Die drei Hebräer zeigten ihre Liebe, indem sie des Herrn Willen
ausführten und das Bild nicht anbeteten. (2. Mose 20:3; Johannes 15:10)
Wir zeigen
unsere Liebe auf ähnliche Weise, indem wir Gottes Willen tun. Weil wir IHN
lieben, befreit uns der Herr.
Während die
Errettung von Schadrach, Meschach und Abed-Nego buchstäblich und physisch war,
schattet sie die Befreiung der Kirche vor, die um dem Herrn zu dienen durch
Trübsal geht. (Johannes 8:32)
Während das
Feuer (Trübsal) Nebukadnezars starke Männer (Agenten Satans) vernichtete, macht
es das Kind Gottes (1) frei um IHN anzubeten und IHM in diesem Leben zu dienen
(2)und frei um befreit zu werden durch die Erste Auferstehung.
Die Errettung
des Apostel Paulus
Der Apostel
Paulus wurde während seines christlichen Wandels vielmals errettet, und er
führt einige dieser Erfahrungen in 2. Korinther 11:22-28 für uns an. Als ein
Diener Christi wurde Paulus mit Schlägen gepeinigt, mit Ruten geschlagen,
gesteinigt und war schiffbrüchig. Er ertrug Gefahren und Räuber, seine
jüdischen Brüder, Heiden und falsche Brüder.
Und als Paulus
in Philipper 3:10,11 über seine Errettung berichtet, schreibt er seine
Errettung vom Tod nicht seinen schwierigen Erfahrungen zu: "Um ihn und die
Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden zu erkennen, indem
ich seinem Tod gleichgestaltet werde, ob ich irgendwie hingelangen möge zur
Auferstehung aus den Toten.’
Paulus wünschte
vom Tode errettet zu werden und in Harmonie mit Gott zu kommen. Paulus wurde nicht von seinen schwierigen irdischen Erfahrungen befreit, sondern durch sie befreit.
Eine der Lasten
des Paulus war sein "Dorn im Fleisch’. Dieses Problem war Paulus bei
seinem Dienst für den Herrn hinderlich, und er bat den Herrn dreimal ihn davon
zu befreien. (2. Korinther 12:7-10)
Der Herr
beantwortete dies nicht durch die Hinwegnahme der Betrübnis sondern gab Paulus
die Kraft und Gnade dies zu ertragen. Paulus erkannte den Wert von schwierigen
Erfahrungen. In solch einer Erfahrung wirkte die Kraft Christi zu seinen
Gunsten. Diese Kraft beseitigte nicht die Leiden, aber sie versicherte Paulus,
daß seine geistige Errettung verbürgt sei, solange er sich auf diese Kraft
stützte.
Wir sehen uns
mit ähnlichen Erfahrungen konfrontiert
Wir sehen uns
ähnlichen Erfahrungen gegenübergestellt, wie sie Apostel Paulus und die drei
Hebräer zu ertragen hatten. Sie mögen Verfolgungen oder Opposition
einschließen, die sich direkt auf unseren Dienst in der Wahrheit beziehen. Oder
es mögen mehr normale Lebenserfahrungen sein. Was auch immer die Quelle sein
mag, diese Erfahrungen sind schmerzlich für das Fleisch, und unser Fleisch
schreit nach Beendigung der Trübsal.
Oftmals geht
jedoch die Trübsal weiter und weiter, ohne daß das Ende sichtbar wird. Wir
machen diese Erfahrungen, weil wir den Himmlischen Vater um geistige Errettung
gebeten haben, und dies die beste Methode ist, um unsere zukünftige Errettung
zu ermöglichen.
Ein wirkliches
Lebensbeispiel der Errettung
Das Leben einer
kürzlich geweihten Schwester illustriert dieses Beispiel. Vor Jahren, bevor sie
die Wahrheit kannte, war sie das Opfer eines alkoholabhängigen und
randalierenden Ehemannes. Mit einem drei Jahre alten Sohn suchte sie
verzweifelt einer unerträglichen Situation zu entkommen. Obgleich sie zu der
Zeit nicht religiös war, betete und betete sie eines Abends zu Gott, daß Er
ihre Dinge recht mache.
Später, an
jenem Abend, kam ihr Ehemann betrunken zurück und gab ihr die schlimmste Prügel
ihres Lebens. Die junge Mutter war sehr wütend auf Gott, weil Er ihr Gebet
nicht beantwortet hatte.
Aber der letzte
Schlag brachte die Polizei auf den Plan und bestärkte sie ihren Ehemann zu
verlassen und brachte sie schließlich dazu Geschwister aufzusuchen, die sie auf
die Wahrheit aufmerksam machten. Jahrelang dachte diese Person, daß Gott ihre
Gebete jener Nacht niemals beantworten würde. Nur kürzlich, jetzt nachdem sie
die Weihung gemacht hat, kann sie sehen, daß Gott ihr Gebet wirklich erhörte.
Die Antwort war
nicht das, was die junge Mutter zu jener Zeit erwartet hatte, noch war sie physisch
oder zeitlich. Statt dessen las Gott ihr Herz und wußte, daß Er sie mit den
exakten Erfahrungen und Lehren in die herrliche Freiheit der Söhne Gottes
leiten konnte. Und Gott befreite sie genau in dieser Weise.
Dritte oder
zukünftige Errettung: Erste Auferstehung
Eine dritte
Errettung wird in 2. Korinther 1:9,10 erwähnt, die eine Verheißung für jene
ist, die treu bis in den Tod sind. Diese Errettung erscheint in der ersten
Auferstehung, wenn "dieses Vergängliche Unvergänglichkeit und dieses
Sterbliche Unsterblichkeit anziehen muß’. Wenn dies erscheint: "dann wird
das Wort erfüllt werden, das geschrieben steht: Verschlungen ist der Tod in
Sieg.’ (1. Korinther 15:53,54)
Wenn die Erste
Auferstehung stattfindet, öffnen sich die eisernen Tore des Gefängnishauses des
Todes, so wie es bei dem Apostel Petrus geschah, und wir wandeln frei, als ein
Glied der geistigen Familie Gottes. "Denn nach mir begehrt er, so befrei’
ich ihn, ich stell’ ihn hoch, weil er meinen Namen kennt. Er ruft mich an, und
ich erhöre ihn, mit ihm bin ich in der Not, ich errette ihn und schaffe ihm
Ehren.’.{ Ps 91:14,15 nach
Leopold Zunz} Ihn "hoch stellen’ bedeutet, daß wir zusammen mit unserem
Herrn Jesus auf seinem Thron sitzen werden. (Offenbarung 3:21)
Wer darf in
Gottes Zelt weilen, wohnen auf seinem heiligen Berg und an seiner heiligen
Stätte stehen? { Ps 15:1,2 24:3}
Wir werden
"Priester Gottes und des Christus sein und mit ihm herrschen die tausend
Jahre.’ (Offenbarung 20:6)
Um aber hoch
gestellt zu werden, gibt es drei Erfordernisse, die wir entsprechend dem Psalm
treffen müssen.
Erstens, müssen
wir unsere Liebe auf den Herrn richten. Das ist die einzige Einstellung des
Herzens und des Verstandes die Gott verherrlichen und uns befähigen wird zu
freudigem Ausharren in schwierigen Prüfungen, denen wir als einen Teil unseres
christlichen Wandels entgegensehen müssen.
Alle die treu
gewesen sind, Petrus, Moses, die drei Hebräer und Paulus zeigten diese große
Liebe für Gott. Es war ihre Liebe und Loyalität zu Gott, die sie zum Triumph in
der Trübsal befähigte.
Zweitens,
müssen wir den Herrn kennen. Wir müssen unseres Himmlischen Vaters und unseres
Herrn Charakter, Pläne und Prinzipien erkennen und dann danach trachten ihren
Charakter und ihre Prinzipien in unserem Leben anzuwenden. Wie der Apostel
Paulus es ausdrückt, müssen wir Christus und die Gemeinschaft mit seinen Leiden
erkennen, indem wir zu seinem Tod umgestaltet werden, wenn wir erwarten zur
Auferstehung von den Toten zu gelangen. (Philipper 3:10,11)
Drittens,
müssen wir den Namen des Herrn anrufen um Gnade und Hilfe in jeder Zeit der Not
zu finden. (Hebräer 4:15,16) Wir benötigen des Herrn Hilfe, wir können uns
nicht selbst erretten. Wenn wir versuchen von unserer eigenen Stärke und
Weisheit abhängig zu sein, werden wir fehlgehen.
Paulus machte
diesen Fehler nicht. Er setzte sein Vertrauen völlig in den Herrn und stützte
sich auf ihn, als alle anderen ihn verließen. Er schrieb in 2. Timotheus
4:16-18: "Bei meiner ersten Verteidigung stand mir niemand bei, sondern
alle verließen mich; ... der Herr aber stand mir bei und stärkte mich, damit
durch mich die Predigt vollbracht werde und alle die (aus den) Nationen hören
möchten;
und ich bin
gerettet worden aus dem Rachen des Löwen.
Der Herr wird
mich erretten von jedem bösen Werk und mich in sein himmlisches Reich
hineinretten.’
Wenn wir ihn
anrufen, wird der Herr uns aus dem Rachen des Löwen (Satan’s Rachen) erretten,
so wie er den Apostel Paulus, Daniel, die drei Hebräer und alle treuen Knechte
des Herrn errettet hat.
Schlußfolgerung
Der Herr
errettet einen jeden von uns an jedem Tag unseres Lebens von der Verdammnis zur
Sohnschaft.
1. Er hat uns schon von der Adamischen Verdammnis in
die probeweise Sohnschaft gerettet.
(1. Johannes 3:1; Epheser 2:6)
2. Er errettet uns jetzt davon den Willen des Fleisches zu
tun, damit wir Sklaven der
Gerechtigkeit werden. (Römer 6:17, 18)
3. Er verheißt uns zu erretten zu Ruhm, Ehre und
Unsterblichkeit jenseits des
Vorhangs, ewigem Leben, wenn wir treu bleiben. (Römer 2:7)
Wie dankbar
sollten wir für Gottes Prozeß der Errettung sein. Es befreit uns nicht von
persönlichen Erfahrungen tut aber soviel mehr, indem es uns in Harmonie,
Sohnschaft und ewige Gemeinschaft mit unserem Himmlischen Vater zurückbringt.
Um unsere
Wertschätzung für so eine großartige Errettung zu zeigen, ist es der beste Weg
sie mit unserem ganzen Herzen, Verstand, Kraft und Seele anzunehmen. Es wäre
undenkbar, weniger zu tun.
Amen.
Marius
Kwarciak, Frankreich—Die besondere Priesterschaft des Melchisedek
Geliebte
Geschwister, liebe Jugend und Freunde der wunderbaren Wahrheit.
Ich ergreife
diese Gelegenheit und möchte euch den Ausdruck christlicher Liebe und die Grüße
aller Geschwister übermitteln, die sich in den Versammlungen Bollwiller und
Staffelfelden in Ostfrankreich versammeln.
Ich hätte nie
gedacht, daß ich eines Tages in meinem Geburtsland in einer fremden Sprache und
vor einer so zahlreichen Zuhörerschaft sprechen würde. Aber mit Gottes Hilfe
und viel Liebe und Verständnis eurerseits möchte ich so gut wie möglich meiner
Aufgabe und dem Vorrecht dieses Dienstes nachkommen.
Ich möchte
einige biblische Überlegungen mit euch betrachten. Wir können sie mit dem Titel
"die besondere Priesterschaft des Melchisedek’ versehen.
Bis jetzt
versuchte die Menschheit jede erdenkliche Form des Regierens. Sie fing mit dem
Königtum an, ging zu religiöser und militärischer Macht, dann zur Diktatur, zum
Sozialismus und Kommunismus über und kam schließlich zur parlamentarischen
Demokratie. Alle diese Formen des Regierens sind gescheitert. Sie brachten der
Menschheit weder Friede noch Wohlstand, nach welcher sie sich gerechter Weise sehnt.
Oft bewogen
edle Gefühle und Nächstenliebe die Menschen, die an jenen Formen der
Regierungen teilnahmen, aber menschliche Unvollkommenheit, Selbstsucht und
Sünde verursachten das Mißlingen ihrer Bemühungen.
Wird die
gegenwärtige Sachlage, die sich in zahlreichen Ländern zu Anarchie wendet, ewig
andauern? Lernte der Mensch genügend aus seiner Vergangenheit, um die gleichen
Fehler nicht mehr zu begehen?
Wird der Mensch
mit allen erlebten und erzählten Kriegen der Geschichte in der Lage sein, eines
Tages auf Gewalt und Krieg zu verzichten?
Ist das
Gedächtnis des Menschen so unzulänglich, daß er das Shoah vergaß und die
Rassenvernichtung des Kosovo zuließ? Sind die Behauptungen des amerikanischen
Philosophen Santanya wahr, wenn er folgendes erklärt: "Diejenigen, die
sich an die Vergangenheit nicht erinnern können, sind dazu verdammt sie wieder
zu erleben?’
Ist irgend eine
Regierung vorhanden, die fähig ist, dieses säumige Gedächtnis des Menschen zu
heilen und Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen? Ist ein vollkommenes
politisches und soziales System vorhanden, das Ordnung und Freiheit
gleichzeitig gewähren kann?
Dies sind die
zahlreichen Fragen, die sich nicht nur die gut aufgeklärten Christen stellen,
sondern auch eine Fülle von Menschen, die vom Fürsten dieser Welt nicht völlig
geblendet sind.
Wenn wir in die
Bibel schauen, in das Buch, in dem Gottes Plan auf eine wunderbare, obgleich
manchmal verborgene, Art und Weise beschrieben worden ist, entdecken wir
Informationen.
Sehr oft
bezeichnen wir, um es zu vereinfachen und um unsere Gedanken verständlicher
darzustellen, diese zukünftige Regierung als Königtum mit Jesus als König.
Wenn wir einige
Passagen der Bibel prüfen, wenn wir die Bilder und Vorbilder des Alten und des
Neuen Testaments erforschen, dann kommt eine genauere Vorstellung dieser
zukünftigen Regierung hervor.
Mit
Verwunderung entdecken wir, daß Jesus seine königliche Macht nicht allein
erhalten wird, sondern daß eine Klasse von Auserwählten ihn begleiten und ihm
in seiner Regierungsaufgabe helfen werden, in der Wiederaufrichtung der ganzen
Menschheit zur Gemeinschaft mit Gott.
In der Bibel
finden wir viele Bilder, die uns diese besondere Klasse darstellen. Die Liebe,
Treue und Herauswahl dieser Klasse wurden im Bild des Bräutigams, Jesu mit
seiner Braut, der Kirche der 144.000 Glieder, dargestellt.
Ein anderes
Bild, das uns einen langen und auch komplizierten Bau beschreibt, ist das des
Tempelbaus Gottes. In jenem Bild ist Jesus der Eckstein, und alle Glieder
werden persönlich vorbereitet, gestaltet und geschliffen wie Steine in den
Steinbrüchen dieser Welt, um in den Himmel in Stille ohne das Geräusch des
Hammers zusammengesetzt zu werden.
Das Bild einer
gewissen Macht und Regierung, das uns heute besonders interessiert, ist das von
Apostel Petrus in seinem ersten Brief erwähnte Bild.
Wir lesen in
1.Petrus 2:9: "Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches
Priestertum, eine heilige Nation, ein Volk zum Besitztum, damit ihr die
Tugenden dessen verkündigt, der euch aus der Finsternis zu seinem wunderbaren
Licht berufen hat."
In diesem Vers
werden die Auserwählten mit Priestern und Königen verglichen, also mit Menschen
von einem sehr hohen sozialen Rang und mit sehr hoher Verantwortung.
Wenn wir von
Priestern sprechen, wendet sich unser erster Gedanke den Bildern Aarons und
seiner Söhnen zu, die Priester aus dem Stamm Levi waren. Aber die Bibel spricht
von einem anderen Priester, der nicht nach der Ordnung Aarons ist, sondern
einer anderen Ordnung entspricht.
In seinem Brief
an die Hebräer läßt uns Apostel Paulus eine andere Priesterschaft entdecken,
die nach der Ordnung Melchisedeks. Wir werden jetzt die Persönlichkeit
Melchisedek untersuchen, um die Bilder und Vorbilder, die er darstellt, gut zu
verstehen. Wer war Melchisedek? In wie
fern war seine Priesterschaft besonders? Wen stellt er dar?
Der Name
Melchisedek wird das erste mal in der Bibel in Zusammenhang mit der Geschichte
Abrahams erwähnt. Tatsächlich begegnet Abraham, Melchisedek, auf dem Weg nach
Hause, nachdem er, Abraham, seinen Neffen aus der Gefangenschaft befreit und
den König Kedorlaomer besiegt hatte.
Wir lesen in
1.Mose 14:17-20: "Und als er zurückgekehrt war, nachdem er Kedorlaomer und
die Könige, die mit ihm gewesen, geschlagen hatte, zog der König von Sodom aus,
ihm entgegen, in das Tal Schawe, das ist das Königstal. Und Melchisedek, König
von Salem, brachte Brot und Wein heraus; und er war Priester Gottes, des
Höchsten.
Und er segnete
ihn und sprach: Gesegnet sei Abram von Gott, dem Höchsten, der Himmel und Erde
besitzt! Und gepriesen sei Gott, der Höchste, der deine Feinde in deine Hand
geliefert hat! Und Abram gab ihm den Zehnten von allem."
Auf der
Grundlage von 2.Samuel 18:18 und mit hoher Wahrscheinlichkeit können wir den
Ort dieser Begegnung als das Kidron Tal ausmachen, welches am Fuß Jerusalem
lag.
Heute noch können
wir in Jerusalem das Denkmal Absaloms sehen, welches uns ermöglicht, das Tal
Schawe als das Königstal zu bestimmen. In diesem Tal kam Melchisedek Abraham
entgegen.
In 1. Mose 14:
18 haben wir gelesen, daß er König von Salem war, also von Jerusalem. In Ps 76:3 finden wir auch die Bestätigung, daß
die Stadt Jerusalem früher den Namen "Salem’ trug.
In seiner
hebräischen Bezeichnung "Jeruschalajim’ (dies ist die Lautschrift) hört
man auch diesen Namen "Schalem’ heraus, was Frieden bedeutet.
Der Name
Melchisedek bedeutet "König der Gerechtigkeit’ oder "mein König ist
Gerechtigkeit.’
Dieser König
der Gerechtigkeit brachte Abraham und seinen Soldaten Brot und Wein. Für durch
den Kampf erschöpfte Männer war dies gewiß ein sehr geschätzter Trost, und da
er vom König der Gerechtigkeit kam, mußte er sicherlich gerechtfertigt sein.
Ein wichtiges
Detail, das auch im Vers 18 erwähnt wird, weist darauf hin, daß Melchisedek
auch ein Priester des Höchsten Gottes war. Auf Hebräisch heißt er der Priester
des "El-elyon’, des höchsten Gottes der Götter. Er erfüllte also die Rolle
eines Königs und eines Priesters.
Wir alle kennen
die Rolle eines Königs, deshalb wollen wir kurz erinnern, was die Rolle eines
Priesters war.
Der Priester
nach der Ordnung Aarons kam gezwungenermaßen aus dem Stamm Levi und
gezwungenermaßen aus der Familie Aarons. Im Volk Israel spielte er eine
wichtige Rolle.
Er war
gleichzeitig geistiger Führer, Richter und Mittler zwischen dem Volk und Gott.
Er wurde mit dem Dienst beauftragt, anfänglich in der Stiftshütte und dann im
Tempel; er brachte die zahlreichen Sünd- und Sühnopfer dar.
Er belehrte das
Volk, übermittelte den Willen Gottes, aber manchmal war er auch Arzt, denn er
war derjenige, der Aussatz diagnostizierte.
Es war ein vom
ganzen Volk sehr geschätztes und respektiertes Amt. Unter den angenehmen
Aufgaben des Priesters können wir das Vorrecht erwähnen, den priesterlichen
Segen auszugeben.
Dieser Segen
nahm eine besondere Bedeutung ein und war weitaus mehr geschätzt, als der von
einem anderen Mensch ausgesprochenen Segen. Sehr oft lesen wir diese Verse des
Segens, wenn wir brüderliche Grüße übermitteln.
Wir lesen sie
noch ein Mal aus 4. Mose 6: 24-27 "Der Herr segne dich und behüte dich!
Der Herr lasse sein Angesicht über dir leuchten und sei dir gnädig! Der Herr
erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden! Und so sollen sie meinen
Namen auf die Kinder Israel legen, und ich werde sie segnen."
Auf diese Art
und Weise segneten Aaron und seine Söhne das Volk.
Im Falle
Melchisedeks wird nirgends erwähnt, daß er Opfer darbrachte. Seine
Priesterschaft war anders: er segnete.
Als er sich mit
Abraham traf, sprach er auch zwei Segnungen aus; darin sehen wir sehr deutlich
das Amt des Mittlers.
Im ersten Segen
lautet: "Gesegnet sei Abram von Gott, dem Höchsten, der Himmel und Erde
besitzt!’ erfleht er den göttlichen Segen für Abraham. Er stellt sich als
Mittler zwischen den Mensch Abraham und das allerhöchste Wesen, Gott, um die
Gunst des Großen für den Kleinen, des Gerechten für den Ungerechten, zu
erbitten.
Bei der zweiten
Segnung sagt er: "Gepriesen sei Gott, der Höchste, der deine Feinde in
deine Hand geliefert hat!" Er drückt die Danksagungen und den Lobpreis
Abrahams Gott gegenüber für seine Hilfe in dem gerade gewonnen Krieg aus.
Am Ende dieser
Segnungen gibt Abraham Melchisedek den Zehnten, d. h. den Zehnten seiner Güter.
Wir können annehmen, daß dieser Zehnte vom hohen Wert war, denn Abraham kehrte
vom Krieg mit einer großen Beute zurück.
Das von uns
schon angesprochene Amt, welches Melchisedek gleichzeitig durchführte, war das
Amt eines Königs.
In jener Zeit,
wo Israel als Volk noch nicht existiert, herrschte über jede Stadt und jedes
noch so kleines Gebiet ein Herr, der den Titel König trug.
Aus diesem
Grund finden wir in 1. Mose, daß es den König der Stadt Sodom, den König von
Gommora und den König Melchisedek, König von Salem oder Jerusalem gab.
Die Vereinigung
der beiden religiösen und zivilen Ämter, des Priesters und Königs, in ein und
derselben Person war ungewöhnlich. Dies macht die stärkste Eigenschaft des
Amtes des Melchisedek aus.
Selbst wenn die
Bibel das unrechtmäßige Benehmen einiger Könige Israels erwähnt, welche sich
den Titel eines Priesters verliehen, so billigte Gott dieses Betragen nie.
(Beispiel: Der König Osias, in 2. Kronik 26:16).
Nur Melchisedek
war gleichzeitig König und Priester, und dies war im Einklang mit dem Willen
Gottes, denn dies sollte ein schönes Bild für die Zukunft ergeben.
Ein anderer
Vers des Alten Testaments spricht auch von Melchisedek. Wir finden ihn in Ps 110:4 "Geschworen hat der HERR, und
es wird ihn nicht gereuen: Du bist Priester in Ewigkeit nach der Weise
Melchisedeks!"
Der
Zusammenhang dieses Verses zeigt uns deutlich, daß der Psalmist hier von Jesus
Christus und seinem tausendjährigen Reich spricht.
Im ersten Vers
dieses Psalms lesen wir: "Der Herr sprach zu meinem Herrn: Setze dich zu
meiner Rechten, bis ich deine Feinde lege zum Schemel deiner Füße!"
Diese Worte
informieren uns darüber, daß Gott sich Jesu zuwendet und sagt: "Setze dich
zu meiner Rechten’ und der schon erwähnte Vers 4 betrifft so auch unseren Herrn
Jesus.
Jesus Christus
ist wirklich derjenige, der durch den König und Priester Melchisedek dargestellt
wurde.
Das Neue
Testament bestätigt uns diesen Gedanken mit den Worten des Apostels Paulus an
die Hebräer.
Dieser Brief
beschafft den Schlüssel, welcher das Verständnis des im Melchisedek verborgenen
Bildes ermöglicht.
In diesem Brief
zitiert Apostel Paulus die Verse aus 1. Mose und Ps 110 und fügt ziemlich ausführliche und sehr interessante
Erklärungen über Melchisedek hinzu.
Zunächst nennt
er ihn nicht "den Priester’, sondern "den Hohenpriester’, was ihm
noch mehr Wichtigkeit verleiht und ihn auf den höchsten Rang der religiösen
Hierarchie stellt.
Wir lesen in
Hebräer 5:4,5: "Und niemand nimmt sich selbst die Ehre, sondern er wird
von Gott berufen wie auch Aaron. So hat auch der Christus sich nicht selbst
verherrlicht, um Hohepriester zu werden, sondern der, welcher zu ihm gesagt
hat: "Mein Sohn bist du, ich habe dich heute gezeugt""
Christus selbst
ist kein berufener Hohepriester, sondern er bekam diese Autorität direkt von
Gott.
Er verdiente
diese Autorität, denn er erhielt sie Dank seines eigenen Leidens. Wenn man die
Verse 5 bis 10 des 5. Kapitels in Hebräer liest, dann findet man unter dem
Melchisedek betreffenden Bericht die Verse 7 und 8, die uns vom Leiden des
Herrn erzählen.
Wir lesen
Hebräer 5:7,8: "Der hat in den Tagen seines Fleisches sowohl Bitten als
auch Flehen mit starkem Geschrei und Tränen dem dargebracht, der ihn aus dem
Tod erretten kann, und ist um seiner Gottesfurcht willen erhört worden und
lernte, obwohl er Sohn war, an dem, was er litt, den Gehorsam."
Diese in ihrem
Zusammenhang betrachteten Verse scheinen uns zeigen zu wollen, daß Jesus diesen
glorreichen Titel "Melchisedek’, als Belohnung für sein Leiden und seinen
Gehorsam erhielt.
Gott ehrte und
erhöhte ihn zu dieser höchsten Würde des Hohenpriesters, um eine besondere
Mission mit der Hilfe seiner Braut durchzuführen, welche heute noch gewählt
auserwählt wird.
Melchisedek ist
das Vorbild Christi in der Macht und Herrlichkeit seines Königreiches, wenn er
die ganze Menschheit segnen wird.
Christus, der
König von Salem, der König des Friedens, der Christus aus Haupt und Leib, wird
auf gerechte Weise über die ganze Erde richten.
Wir erinnern
uns, daß Melchisedek ein König und Priester war, der segnete, aber kein Opfer
darbrachte. Aus diesem Grund wird Christus auch dieses Vorrecht des Segnens
erhalten.
In der Zeit des
Propheten Samuel verlangte das Volk Israel, das wie die anderen Nationen sein
wollte, nach einen König, damit er über das Volk herrsche.
Dies mißfiel
Gott. Denn er wollte ihr einziger König und Herr sein. Nichtsdestotrotz
entsprach Gott ihrer Bitte. { 1Sa 8:5,7}
Mit dem König
Saul machte das Volk Israel eine schlechte Erfahrung. Dieser König wurde wegen
seines labilen Charakters und seines Ungehorsams den göttlichen Anordnungen gegenüber
endgültig von Gott verworfen.
Die anderen
darauf folgenden Könige von Israel und von Juda sind mit einigen wenigen
Ausnahmen nicht wesentlich besser als Saul gewesen. Sie sind auch schnell dem
Götzendienst und Ungehorsam verfallen.
Aus diesem Grund
sieht Gott in seinem Plan vor, die beide Ämter des Königs und des Priesters in
einem einzigen Amt zusammenzufügen, damit der König auch eine religiöse
Verantwortung trägt und so im ständigen Kontakt mit Gott ist.
Gott möchte die
Macht seinen religiösen Vertretern geben, die ihm dienen und ihn gleichzeitig
ehren und auch über die zivilen Angelegenheiten herrschen werden.
Nicht daß sie
auf eine unbeugsame und despotische Art und Weise herrschen sollten. Unabhängig
von jeder Zivilmacht werden die Menschen und gleich geboren und sie bleiben es.
Niemand hat das
recht, auf königliche Weise über seinen Nächsten mit den Überschreitungen und
der Ausbeutung, die jeder königlichen Macht kennzeichnen zu herrschen.
Der Mensch soll
sich jederzeit daran erinnern, daß er schwach und ein Sünder ist. Er soll sich
daran erinnern, daß es einen einzigen Schöpfer gibt, dem er Respekt und
Verehrung erweisen sollte.
Deshalb wird
der im Königreich auferweckte Mensch eine Regierung benötigen, eine starke
Macht, die mit dem eisernen Stab dargestellt wird. Dies wird nicht deshalb
geschehen, um ein Mensch einem anderen zu unterwerfen, sondern um den Mensch
dem göttlichen Gesetz zu unterstellen.
In Apg 3:23
steht geschrieben: "Es wird aber geschehen: jede Seele, die auf jenen
Propheten nicht hören wird, soll aus dem Volk ausgerottet werden."
Aus diesem
Grund und zu diesem Ziel wurde das Amt des Melchisedek in Gottes Plan
vorausgesehen.
Der
gegenbildliche Melchisedek, der König des Friedens und der Gerechtigkeit, wird
darauf achten, daß Friede und Gerechtigkeit, Rechtlichkeit und Glück auf der
ganzen Erde respektiert werden. Dies wird die edle Mission dieser neuen Regierung
auf Erde sein.
In seinem Brief
an die Hebräer betont Apostel Paulus im 7. Kapitel die Überlegenheit der
Priesterschaft des Melchisedek gegenüber der Priesterschaft des Aaron.
Obwohl beide
Priesterschaften von Gott eingesetzt worden sind, so stellt jede von ihnen
etwas anderes dar.
Aaron stellte
unseren Herr in seinem Opferwerk dar. Er symbolisierte die irdische Mission
Jesu mit seinen Leiden und seinem Tod.
Durch das Opfer
am Versöhnungstag zeigte Aaron, auf welche Weise die Verdienste des Blutes
Christi jetzt der Kirche zugerechnet werden und wie sie zukünftig zu Gunsten
der ganzen Menschheit angewandt werden.
Die Söhne
Aarons waren auch Priester, hatten aber einen dem Aaron untergeordneten Rank.
Sie stellen die Glieder der Kirche, die "jetzt ergänzen, was noch aussteht
von den Bedrängnissen des Christus für seinen Leib dar.’ (Kolosser 1:24)
Die
Priesterschaft des Melchisedek war der des Aarons überlegen.
Der Apostel
kommentiert die Tatsache, daß Abraham, Melchisedek, den Zehnten gab und sagt
dabei, daß auf diese Art und Weise Aaron und der ganze Stamm Levi, welcher zu
jener Zeit noch in der Lende Abrahams war, Melchisedek auch den Zehnten gegeben
haben.
Wir lesen
Hebräer 7: 9,10 "Und sozusagen ist durch Abraham auch von Levi, der die
Zehnten empfängt, der Zehnte erhoben worden, denn er war noch in der Lende des
Vaters, als Melchisedek ihm entgegenging.’
Auf die gleiche
Art und Weise bekam Aaron die Segnungen Melchisedeks in der Lende seines
Vorfahren, denn "Ohne jeden Widerspruch aber wird das Geringere von dem
Besseren gesegnet.’ { Heb 7:7}
Im Heb 7:3 lesen wir: "Ohne Vater, ohne
Mutter, ohne Geschlechtsregister, hat er weder Anfang der Tage noch Ende des
Lebens, er gleicht dem Sohn Gottes und bleibt Priester für immer.’
Der Gedanke,
den der Apostel hier darstellen wollte, war, daß das Priestertum Melchisedeks
nicht vererblich wie das de Aaron war, daß sie nicht vom Vater zum Sohn
übertragbar war.
Wie jeder
andere Mensch kam auch Melchisedek dank seines Vater und seiner Mutter auf die
Welt. Wie die anderen Menschen starb er auch, aber sein Priestertum war von
einer anderen Ordnung als die von Aaron. Sie wurde anderen Gesetzen und anderen
Vorschriften unterstellt.
Dies schafft
ein Vorbild, das uns zeigt, daß die Funktion des Priesters, die von Christus
und der Kirche im Millennium durchgeführt wird, nicht vom Vater zum Sohn noch
zu irgend jemand anderem übertragbar sein wird.
Wir wollen
jetzt über den Anfang und das Ende dieser Priesterschaft sprechen.
Beim Zeitpunkt seiner
Auferstehung erhielt unser Herr den Titel "König und Priester nach der
Ordnung Melchisedeks’. Aber er wird diese Funktion wirklich erst ab dem
Zeitpunkt durchführen, wo die Kirche vollendet sein wird.
Diese
Priesterschaft wird in Kraft treten, wenn Christus anfangen wird, die ganze
Menschheit zu segnen.
Im Ps 110 haben wir gelesen, was in Hebräer 7:
17 aufgegriffen wird, nämlich daß Melchisedek "Priester in Ewigkeit’ war,
was nicht bedeutet, daß er sein Amt für immer und ohne Ende ausführen wird.
Jesus wird
dieser Priester und dieser Mittler so lange wie notwendig sein, also
prinzipiell bis zum Ende des Millenniums.
Wenn er sein
Werk als Mittler zu Ende bringen wird, wenn die ganze Menschheit zur
Vollkommenheit, die Adam vor seiner Sünde hatte, zurückgebracht sein wird, dann
wird Jesus seine königliche Macht an Gott, den Vater, übergeben.
Die Menschheit
wird keinen Mittler mehr benötigen, denn sie wird selbst vollkommen sein.
Sie wird eine
direkte Verbindung mit Gott haben und vor ihm verantwortlich sein.
Die
Priesterschaft nach der Ordnung Melchisedeks war noch aus einem anderen Grund
überlegen als die Aarons. Diese Seite ihrer Überlegenheit wird vom Apostel
ebenfalls im 7. Kapitel in den Versen 23 bis 28 dargestellt.
Er erklärt, daß
die Priester Aarons Menschen mit einer sündigen und sterblichen Natur waren.
Bevor sie zu
Gunsten der anderen Israeliten Fürbitte halten konnten, waren sie gezwungen,
sich selber zu reinigen und Opfer für ihre eigenen Sünden darzubringen.
Jesus war
dagegen rein, ohne Sünde. Er stellte sich als Opfer dar, ein für alle mal. Er
wurde auferweckt und lebt für immer.
Wir lesen den
Vers 25: "Daher kann er die auch völlig erretten, die sich durch ihn Gott
nahen, weil er immer lebt, um sich für sie zu verwenden.’
Im 8 Kapitel
des Hebräerbriefes enthüllt der Apostel die Geheimnisse des tausendjährigen
Zeitalters aus einem anderen Blickwinkel. Er stellt dort Christus als der
Hohepriester des Neuen Bundes dar.
Wenn die Kirche
vollendet sein wird, wenn die letzten Glieder der kleinen Herde auf die andere
Seite des Vorhanges gegangen sein werden, ja wenn die Glieder der großen Schar
ihre Kleider in der großen Drangsal gewaschen haben werden, wenn all dies
erfüllt sein wird, dann werden die Verdiente Christus für die ganze Welt
angewandt werden.
In jener Zeit
wird Gott einen Neuen Bund mit dem Volk Israel schließen. Dieser Bund wird
zunächst nur dem Volk Israel zu Gute kommen, aber später werden die Vorrechte
und Segnungen der Wiederherstellung schrittweise der ganzen Welt gewährt.
In diesem Bild
wird Christus, Haupt und Leib, der gegenbildliche Melchisedek, der neue Mittler
dieses Neuen Bundes.
Liebe
Geschwister! Die Person Melchisedek ist sehr reich an Vorbildern und Lehren.
Die Analyse jener neuen Priesterschaft, die anders als die Priesterschaft
Aarons ist, öffnet uns neue und herrliche Perspektiven.
Wie wir es
schon erklärten, dürfen auch wir behaupten, Teil der Kirche zu sein. Wir dürfen
diesen Wettlauf auch rennen, wo die Überwinder über jede menschliche
Vorstellung hinaus belohnt werden.
"Was kein
Auge gesehen und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist,
was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben.’ 1.Korinther 2:9.
Wenn wir dieses
Doppelamt als Könige und Priester uns genau anschauen, dann sind wir uns
sicher, daß es sehr schön dieser neuen, von der ganzen Welt erwarteten,
Regierung entspricht.
Dieser König
und Priester, der Christus und seine Kirche, wird in der Lage sein, alle
Probleme der Menschen zu verstehen und zu lösen, denn die Glieder der Kirche
werden wie schon Jesus sich eine sehr große Erfahrung während ihres Lebens auf
der Erde angeeignet haben.
Wenn wir dieser
Klasse angehören wollen, dann müssen unsere jetzigen Erfahrungen als Lehre
dienen und uns Vertrauen und Gehorsam Gott gegenüber lehren.
Unser jetziges
Ziel ist nicht zu lernen, die dringenden Probleme der Menschheit zu lösen!
Unser jetziges
Ziel ist nicht zu wissen, wie die Umweltverschmutzung zu bekämpfen ist, wie die
Probleme der Armut oder der Arbeitslosigkeit in der Welt auszuräumen sind!
Gott kennt die
Lösungen aller dieser Probleme und er wird sie uns mitteilen, wenn die Zeit
dafür gekommen sein wird.
Wir werden es
nicht schaffen, die Welt jetzt zu reparieren, denn es ist noch nicht die Zeit
dafür.
Unser jetziges
Ziel ist hingegen der Gehorsam Gott gegenüber, ihm zuzuhören, ihn zu lieben und
ihm vertrauen zu lernen.
Laß uns also in
den eigenen Leiden und Erfahrungen ausharren, denn wir haben noch sehr viel von
Jesus zu lernen. Laßt uns immer ein
Beispiel an
unseren Herrn nehmen, der, wie wir es schon erwähnt haben, "Gehorsam durch
was er erlitten hat lernte.’
Eines unserer
jetzigen Ziele ist es, die anderen Menschen zu verstehen und mit ihnen
mitzufühlen lernen, in deren Schwachheiten und auch manchmal in deren
Hoffnungslosigkeit, damit wir sie im Millennium zur Gemeinschaft mit Gott
zurückbringen können.
Wenn wir Teil
dieser Regierung werden wollen, müssen wir uns täglich an die wunderbaren, für
die Überwinder bestimmten, Verheißungen erinnern.
Durch das
Studium der Heiligen Schrift und die brüderliche Gemeinschaft sollen wir diese
Verheißungen besser verstehen, unseren Bund mit Gott besser in die Praxis
umsetzen, unsere Charaktere verbessern und unsere Erwählung festmachen.
In 2.Petrus
1:10,11 lesen wir: "Darum, Brüder, befleißigt euch um so mehr, eure
Berufung und Erwählung fest zu machen! Denn wenn ihr diese Dinge tut, werdet
ihr niemals straucheln. Denn so wird euch reichlich gewährt werden der Eingang
in das ewige Reich unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus."
Zum Schluß
möchte ich noch die Botschaft dreier Verse aus Offenbarung 1:4-6 an euch
richten, wo auch Apostel Johannes dieses ruhmreiche Vorrecht als König und
Priester erwähnt.
"Gnade
euch und Friede von dem, der ist und der war und der kommt, und von den sieben
Geistern, die vor seinem Thron sind, und von Jesus Christus, der der treue
Zeuge ist, der Erstgeborene der Toten und der Fürst der Könige der Erde!
Dem, der uns
liebt und uns von unseren Sünden erlöst hat durch sein Blut und uns gemacht hat
zu einem Königtum, zu Priestern seinem Gott und Vater: Ihm sei die Herrlichkeit
und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit!
Amen"
Teil 1-Jerry
Lesli, USA—Die Realität der probeweisen Rechtfertigung
Rechtfertigung
wird richtig als " gerecht oder recht machen oder gerecht sprechen’
erklärt. Sie zeigt eine Entscheidung zu Gunsten einer Person an.
Adam war vor
dem Fall wirklich gerecht. Jesus war wirklich gerecht, recht und vollkommen.
Die Menschheit wird unter dem Mittler wirklich gereinigt und gerecht gemacht
werden.
In dieser
Situation schließt die Rechtfertigung zuerst das Aufheben des Todesurteils
gegen Adam und sein Geschlecht, und als nächstes den Prozeß des Gerechtmachens,
und schließlich das Endresultat der Vollkommenheit ein. (Römer 5:16, 19;
Hebräer 12:23)
Alles dies
geschieht auf der Grundlage der höchstgesetzlichen Anwendung des Blutes Jesu.
Rechtfertigung wird jedoch auch mit Bezug auf andere angewandt, die schon
lebten, bevor das Blut vergossen wurde.
So verhielt es
sich bei Abraham. (Römer 4; Galater 3:6,8; Jakobus 2:23) Dies ist ein Fall von
Gottes Hoheitsrecht, "der das Nichtseiende ruft, wie wenn es da wäre.’
(Römer 4:17)
Paulus
bezeichnet Abel als recht, indem er das gleiche Wort "gerecht’ benutzt.
(Hebräer 11:4)
Von Noah wird
gesagt, daß er gerecht war. (1. Mose 6:9)
Bibelforscher
bezeichnen dies als "zugerechnete Rechtfertigung’. Es beschreibt diesen
besonderen Gebrauch der Rechtfertigung, der auf der Grundlage des Glaubens
besteht, die auf einer Freundschaft mit Gott beruht.
Sie beschreibt,
wie Gott sie ansieht oder betrachtet, obwohl sie nicht wirklich oder gesetzlich
vollkommen waren.
Das Wort
"zugerechnet’ ist ein schriftgemäßer Ausdruck, der "ansehen als’
bedeutet und in Bezug auf jene angewandt wird, die vor und nach dem Vergießen
des Blutes Christi lebten. (Römer 4:3-11; 6:11)
Aber bevor das
Blut vergossen wurde, konnte es keine gesetzmäßige oder lebenskräftige
Grundlage für diese Freundschaft geben.
In 3. Mose 16
wird die Rechtfertigungszeremonie des Versöhnungstages Israels beschrieben.
Wir bezeichnen
dies als "vorbildliche Rechtfertigung’ und wiederum nicht, weil es ein
schriftgemäßer
Ausdruck ist, sondern, weil Paulus sagt, daß der Schatten der Dinge die kommen
sollen, das Volk niemals vollkommen machen kann, und das Blut von Stieren und
Böcken niemals Sünde wegnehmen kann. (Hebräer 10:1-4)
Paulus benutzt
das griechische Wort, das in der deutschen Übersetzung "vorbildlich’
bedeutet in 1. Korinther 10:6, 11, wo er sagt, daß diese Dinge Vorbilder wären.
Wenn wir zum
Evangelium-Zeitalter kommen, so benutzen wir die Phrase "belebende
Rechtfertigung’, um ein lebengebendes Verhältnis zu unterscheiden, das auf der
Grundlage des Blutes Christi besteht, obgleich nicht eine physische oder
wirkliche Vollkommenheit im Fleisch besteht, wie es der Fall bei der
"wirklichen Rechtfertigung’ für die Welt im Königreich der Fall sein wird.
(1. Johannes 1:7; Römer 5:9; 1. Korinther 6:19,20)
So erkennen wir
die Nützlichkeit von Eigenschaftsworten, die die weitere Anwendung der
Rechtfertigung in den Schriften beschreiben. Wenn wir die belebende
Rechtfertigung eines Christen anerkennen, die nur durch Gottes
Annahme einer
völligen und rückhaltlosen Weihung in den Tod vorkommen kann, so respektieren
wir auch den erweiterten Gebrauch der Anwendungen in Gottes Plan.
In seinen
frühen Schriften benutzte Bruder Russell die einfache Phrase
"Rechtfertigung’, um alle zu beschreiben, die auf das Blut Jesu
vertrauten, entweder in einem weiten nominellen oder in einem völlig geweihten
Sinn.
Deshalb
kennzeichnete er beide in der Zeitalterkarte auf oder über der Ebene "N’.
Trotzdem unterscheidet er in den Stiftshüttenbildern immer die allgemeinen
Dienste der Leviten von dem Opferwerk und der Annahme der Priester.
Es war für ihn
hinreichend, um den Haushalt des Glaubens und die Kirche zu beschreiben, da
beide ihre Dienste auf die Grundlage der Rechtfertigung stellen.
Als der
Gegenstand der Rechtfertigung klarer in seiner Schönheit und im Detail wurde,
wünschte Bruder Russell zu zeigen, daß die Schriften nur eine Probe zum Leben
erlaubten, die auf dieser mit "Lebenskraft erfüllenden Rechtfertigung’
basierte.
Aber eine
Erklärung war nicht hinreichend für alle Beziehungen der Schrift auf die
Rechtfertigung. Andere, die sich einer weiteren Gunst erfreuen, während sie die
Kosten berechnen, sind auch als gerechtfertigt bezeichnet, aber in einem
anderen Sinn.
In Band 6 und
in verschiedenen Artikeln bezeichnete er dies als "probeweise
Rechtfertigung’.
Mit dem
Eigenschaftswort "probeweise’ wurde beabsichtigt einen bedingten,
vorläufigen oder Probestatus zu zeigen. Der Ausdruck beschreibt jene, die
Rechtfertigung suchen und sich ihr nähern, welche das Verdienst von Christus
erfordert, welches aber ihr Opfer mit Christus zu sterben bedingt.
Jemand könnte
seine günstigen Gelegenheiten zurückberechnen und niemals zu einer vollen Weihung
über Opfer voranschreiten. Dieser mag sich dafür entscheiden zu der
ungeschützten
Verwirrung der
Welt zurückzukehren. Oder vielleicht würde dieser zufrieden sein ein frommes
Leben zu führen und auf das irdische Königreich zu warten.
Andererseits mag
er voranschreiten, um sein Alles auf den Opferaltar zu legen, und dann mit dem
Blute Christi bedeckt in einen Leben- und Tod Vertrag eintreten, welcher
unwiderruflich ist.
Bruder Russell
bezeichnete dies als eine "mit Lebenskraft erfüllte Rechtfertigung’.
Aber machen die
Schriften eine solche Unterscheidung? Wir denken, sie tun es.
In 1. Korinther
7:14 bezeichnet Paulus die Kinder der Geweihten als nicht unrein sondern
heilig. Wir bemerken hier zwar nicht das Wort gerechtfertigt, aber deutlich,
daß die Idee von "Reinheit’ und "Heiligkeit’ benutzt wird, um die
nichtgeweihten Glieder einer Familie zu beschreiben.
Dann haben wir
mit Römer 12:1 einen der meistbenutzten Texte der Bibelforscher. Paulus drängt
nicht Ausländer und Freunde ihre Leiber darzustellen, sondern vielmehr
"Brüder’.
Weiterhin
drängt er sie ein heiliges und annehmbares Opfer darzubringen. Es gibt kein
annehmbares Opfer, es sei denn, daß es zuerst heilig, rein, gerechtfertigt ist.
In Hebräer 9:14
lernen wir, daß das Werk des Blutes Christi das Gewissen von toten Werken
reinigen wird, indem es zu dem Dienst des lebendigen Gottes führt. Dies zeigt,
daß es vor der Verpflichtung der völligen Weihung eine Reinigung gibt.
Im nächsten
Kapitel, Hebräer 10:19-22, beschreibt Paulus die Zuversicht in das Heiligtum
einzutreten.
Er sagt, daß
dies auf unserer Herzensannäherung beruht, besprengt (mit dem Blut) und damit
gereinigt vom bösen Gewissen und den Leib gewaschen mit reinem Wasser (der
Wahrheit).
Dieser
gereinigte und gewaschene Zustand ermutigt dann zur Zuversicht in das Heiligtum
einzutreten. Es ist dieser Vorhof-Zustand, der dem Eintreten in das Heilige
vorausgeht, den Bruder Russell als probeweise Rechtfertigung bezeichnet.
Aus diesem
Grund wurden den Leviten Dienste im Vorhof erlaubt, aber nicht im Heiligen. Nur
opfernde Priester konnten weitergehen. (Hebräer 9:6; Matthäus 12:4)
Jakobus
beschreibt diese fortschreitende Beziehung als: "Naht euch Gott! Und er
wird sich euch nahen.’ (Jakobus 4:8)
Diese Gunst- oder
Gnadenperiode wird ferner von Apostel Paulus in 2. Korinther benutzt. In
Kapitel 5:20 nötigt er eine Klasse mit Gott versöhnt zu werden, nicht solche,
die schon versöhnt sind. "Wir bitten für Christus: Laßt euch versöhnen mit
Gott!’
In Kapitel 6:1
legt er Nachdruck darauf die Gabe Gottes nicht umsonst zu empfangen. "Als
Mitarbeiter aber ermahnen wir auch, daß ihr die Gnade Gottes nicht vergeblich
empfangt.’
Worin besteht
diese Gnade? Wenn es lebenskräftige Rechtfertigung ist, dann ist diese
Zuhörerschaft schon versöhnt worden.
Aber als ein
bedingtes Nahestehen zu den heiligen Dingen erwägen sie das große Opfer, das am
Kreuz gegeben wurde und waschen sich am Reinigungsbecken der Wahrheit.
Aber wenn es
nicht für die besonderen Opfer des Evangelium-Zeitalters benutzt wird, dann ist
diese Gnade in der Tat umsonst.
Römer 2:4
beschreibt diese Gnade als die Güte Gottes, die zur Buße führt. Daher ist es
eine besondere Begünstigung, daß völlige Buße und Weihung vorausgeht.
Betrachte
Kornelius vor seiner Taufe und dem Empfangen des Heiligen Geistes.
(Apostelgeschichte 10:4, 10-14, 28, 31, 35)
Bevor Kornelius
den Geist bekam, sind "seine Gebete hinaufgestiegen zum Gedächtnis vor
Gott.’
Dies waren
gerechte und rechte Gebete, sonst wären sie nicht erhört worden. Petrus wurde
gesagt, daß Gott einige "gereinigt’ hatte, die Petrus als unrein
betrachtete. Dann verstand Petrus, daß diejenigen von jeder Nation, die Gott
fürchten und Gerechtigkeit wirken, Ihm angenehm sind. (Vers 35)
Solch eine
Reinigung von Kornelius und anderen, bevor sie den heiligen Geist empfingen,
kann als bedingte oder probeweise Rechtfertigung betrachtet werden, oder als
ein gerecht rechnen, jedoch nur im Verhältnis zu ihrem Verständnis. Zeugung
durch den Heiligen Geist wird jedoch nur gewährt, nachdem jemand völlig
darinunterwiesen ist, was das Blut Christi betrifft, und nachdem er eine
rückhaltlose Weihung gemacht hat.
Eine mit
Lebenskraft erfüllte Rechtfertigung ist unter jenem Blut gesichert. Nun mag
jemand einwenden, daß diese Texte das Wort Rechtfertigung nicht erwähnen. Römer
5:1, 2 benutzt jedoch das Wort "Rechtfertigung’, welche Frieden mit Gott
bringt durch Jesus, der für die Einführung in "diese Gnade’ Vorsorge trifft.
Es ist eine
Form von rechtfertigender Gnade, die jenen Frieden bringt wovon in Vers 1 die
Rede ist. Aber es ist nicht bis Vers 9, daß Paulus sagt: "Vielmehr nun, da
wir jetzt durch sein Blut gerechtfertigt sind, werden wir durch ihn vom Zorn
gerettet werden.’
Seine
Betrachtung schreitet fort von der Rechtfertigung durch Glauben die Frieden
bringt bis zu der Blut-Rechtfertigung die den Fluch beseitigt.
Es ist dieser
erste Schritt des Glaubens den Bruder Russell als "probeweise
Rechtfertigung’ beschreibt, um sie von dem völligen Vertrauen in das Blut zum
Leben zu unterscheiden.
Wir finden
dieses Wort auch in Sprüche 4:18 angewandt, wo der Pfad des Gerechten heller
und heller erstrahlt bis zur Tageshöhe.
Hier verstehen
wir es als Erkenntnis, die weiterhin heller erstrahlt, aber der "Pfad des
Gerechten’, als das Fortschreiten der Rechtfertigung, die bis zur absoluten
Tageshöhe erstrahlt.
Dieses
Fortschreiten wird in Römer 1:17 beschrieben: "Denn Gottes Gerechtigkeit
wird darin offenbart aus Glauben, wie geschrieben steht: Der Gerechte aber wird
aus Glauben leben.’
Diese
Gnadengabe, der "Pfad der Gerechten’, beginnt mit einem Maß von Glauben,
aber die Tageshöhe ist noch nicht erreicht, "bis wir alle hingelangen zur
Einheit des Glaubens und der
Erkenntnis des
Sohnes Gottes, zur vollen Mannesreife, zum Vollmaß des Wuchses der Fülle
Christi.’ (Epheser 4:13)
Paulus
unterscheidet dieses Fortschreiten als Diener, Freunde und dann Söhne, alle die
einen Fortschritt zu der mit höchster Lebenskraft erfüllten gerechtfertigten
Beziehung machen. (Johannes 15:14,15; Galater 4:7)
Zurückkehrend
zu dem Vorbild von 3. Mose 16:6 finden wir, daß Aaron seinen Stier opferte,
"der für ihn ist’, und Sühnung für sich und sein Haus erwirkte.
Wir verstehen,
daß Jesus, der in Aaron dargestellt ist, keiner Sühne bedurfte. Daher verstehen
wir die Worte: "der für ihn ist’, daß sie seine Leibesglieder
repräsentieren, die den Christus ausmachen.
Was verstehen
wir jedoch unter dem "Haus’? Es sind alle anderen Gläubigen, die in einem
bestimmten Maße auf den Erlöser vertrauen.
Diese schließen
jene ein, die "die Kosten berechnen’ (Lukas 14:28), und sie sind
betrachtet als diejenigen, die das Wort "probeweise’ einschließt. Dieses
"Haus’ wird in einem anderen Bild gezeigt, das beides umschließt,
Beziehungen zu dem Blut in erster und in zweiter Linie.
2. Mose 12:7, 13, 22 beschreibt den Schutz des Blutes über
den Haushalt der Erstgeborenen bei
dem Auszug.
Immerhin ist es
ausdrücklich festgesetzt, "von euch darf bis zum Morgen keiner zur Tür
seines Hauses hinausgehen.’
Es ist
festzustellen, daß es einen Segen für die ganze Familie gab, die unter dem Blut
in Verbindung mit den Erstgeborenen blieb, obgleich die anderen nicht von jener
Klasse waren.
Auch dies
drückt ein Maß der Begünstigung göttlichen Schutzes für andere Gerechte aus,
aber nur, wenn sie in der Nähe des Lammes und seines Blutes bleiben.
Alle außerhalb
des Hauses waren Gegenstand der Plagen, und jene, die innen waren, wurden
als durch das
Blut beschützt betrachtet und gerecht genug, daß an ihnen vorübergegangen
wurde, aber nicht alle waren Erstgeborene.
Weitere
Bezugnahmen finden wir in den Reprints (Wachttürmen) 3605, 4656, 5206-8, 5316,
5959 usw. Amen.
Teil 2-Homer
Montage, USA—Rechtfertigung ist nicht probeweise
Probeweise
Rechtfertigung ist kein Ausdruck der Schriften. Daher würde es bei der
Diskussion dieses Gegenstandes hilfreich sein die Bedeutung von beiden Worten
zu erfahren, die in diesem Ausdruck benutzt werden.
Das
amerikanische Heritage Wörterbuch der englischen Sprache erklärt das Wort
"probeweise’ als:
1. Von experimenteller Natur, vorläufig.
2. Unsicher
Da das Wort
"Rechtfertigung’ in der Schrift gefunden wird, werden wir von Vine’s
Expository Wörterbuch biblischer Worte zitieren, das diese Erklärungen gibt:
1. Dikaiösis (1337) bedeutet: "der Akt des
Gerechtsprechens, der Rechtfertigung,
Freisprechung.’
2. dikaiösis (1347) hat drei verschiedene Bedeutungen
und erscheint am besten beschrieben
umfassend als "ein konkreter
Ausdruck der Rechtschaffenheit.’
Es ist eine
Erklärung, daß eine Person oder eine Sache gerecht oder rechtschaffen ist und
im weiten Sinn den Ausdruck und die Auswirkung von dikaiösis repräsentiert.
Bevor wir den
Ausdruck "probeweise Rechtfertigung’ analysieren, werden wir die
Philosophie der Schrift in Bezug auf den Gegenstand der Rechtfertigung erwägen.
Der Mensch war in seinem ursprünglichen Zustand recht oder gerecht. Das ganze
menschliche Geschlecht erbte die Auswirkungen der Sünde als eine Folge von
Adams Ungehorsam in Eden. Wir lesen: "Denn alle haben gesündigt und
erlangen nicht die Herrlichkeit Gottes. (Römer 3:23)
Des weiteren
konnte niemand in Übereinstimmung mit Gottes Eigenschaft der Gerechtigkeit der
Strafe entfliehen, die dem ersten Menschenpaar ohne die Bezahlung des
entsprechenden Preises eines Lösegeldes auferlegt wurde.
Die Hingabe
eines vollkommenen menschlichen Lebens war nötig, um Adam und seine
Nachkommenschaft zu erlösen.
Als ein Zeugnis
für die Treue, mit der er sein vollkommenes menschliches Leben für diesen Zweck
dahingab, führen wir das folgende Schriftzeugnis an:
"Denn
einer ist Gott, und einer ist Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch
Christus Jesus, der sich selbst als Lösegeld für alle gab, als das Zeugnis zur
rechten Zeit.’ Timotheus 2:5,6)
Die
Rechtfertigung ist ein Zustand der befleckt ist, wenn ein früherer Sünder für
gerecht gehalten wird und nicht länger unter der Verdammnis ist. Das Objekt der
Rechtfertigung ist, daß die Person Leben haben möge. "Wenn es nun durch
eine Übertretung für alle Menschen zur Verdammnis (kam), so auch durch eine
Gerechtigkeit für alle Menschen zur Rechtfertigung des Lebens.’ (Römer 5:18)
Bevor Christus
kam, um der Erretter der Welt zu sein, hatten glaubensvolle und gehorsame
Menschen, solche wie Abraham, ein Verhältnis mit Gott.
"Abraham
aber glaubte Gott, und es wurde ihm zur Gerechtigkeit gerechnet, und er wurde
‘Freund Gottes’ genannt.’ (Jakobus 2:23)
Obgleich Abrahams
Rechtfertigung (Gerechtigkeit) in diesem Zusammenhang erwähnt wird, war es
nicht eine Rechtfertigung zum Leben sondern zur Freundschaft. Während des
Evangelium-Zeitalters konnte keiner diese gleiche Erfahrung der Rechtfertigung
zur Freundschaft machen.
Wenn Abraham
und andere Glaubenshelden der Vergangenheit während dieser Zeit gelebt hätten,
wären sie zweifellos unter den völlig geweihten und geistgezeugten Gliedern der
Kirche gewesen, die jetzt zum Leben gerechtfertigt sind.
Aber wie wir
lesen: "Und diese alle, die durch den Glauben ein Zeugnis erhielten, haben
die Verheißung nicht erlangt, da Gott für uns etwas Besseres vorgesehen hat,
damit sie nicht ohne uns vollendet werden sollen.’ (Hebräer 11:39, 40)
Die
Rechtfertigung zum Leben begann im Evangelium-Zeitalter auf der Grundlage der
Bedeutung von dem was Jesus tat.
"Sondern
auch unsretwegen, denen es zugerechnet werden soll, die wir an den glauben, der
Jesus, unseren Herrn, aus den Toten auferweckt hat, der unserer Übertretung
wegen dahingegeben und unserer Rechtfertigung wegen auferweckt worden ist.’
(Römer 4:24, 25)
Dies wurde
offenkundig, als "er jetzt vor dem Angesicht Gottes für uns erscheint.’
(Hebräer 9:24)
Wenn wir der
Zuschreibung des Verdienstes des Opfers Christi folgen, so waren geweihte
Gläubige in Jerusalem, gerechtfertigt zum Leben, und sie empfingen die
Ausgießung des heiligen Geistes zu Pfingsten.
Hinsichtlich
der Rechtfertigung ist ein Prinzip des Herzens: "Gott ist es, der
rechtfertigt.’ (Römer 8:33)
Mit anderen Worten,
es ist der Himmlische Vater, der bezeugt, daß er jemanden für recht hält.
Wie zuvor
erwähnt wurde Abraham aufgrund seines bewiesenen Glaubens, seiner Weihung und
seines Gehorsams, als ein Freund Gottes betrachtet. Während dieses
Evangelium-Zeitalters rechtfertigt Gott geweihte Gläubige auf der Grundlage
ihrer Annahme der Beimessung des bedeckenden Verdienstes von Christi
Lösegeldopfer und zeugt sie durch den Heiligen Geist. Jedoch ist aller Zutritt
zu Gott durch Jesus. "Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die
Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich.’ (Johannes
14:6)
Trotzdem,
obgleich der Sünder durch Jesus zu Gott kommen muß, muß ein solcher zuerst nach
Gerechtigkeit trachten und mit Jesus bekannt gemacht werden durch ein Studium
des Wortes Gottes. "Niemand kann zu mir kommen, wenn nicht der Vater, der
mich gesandt hat, ihn zieht...’ (Johannes 6:44)
Nachdem wir
etwas von Gottes Plan lernen und von den Zielen der Jüngerschaft hören, einer
völligen Weihung in den Tod, mögen wir unseren verlorenen sündenvollen Zustand
völlig erfassen, indem wir bemerken, daß das Opfer Jesu auf Golgatha die
Grundlage unserer Errettung ist.
Wenn wir
geloben in des Meisters Fußstapfen nachzufolgen, ist der Erlöser imstande seine
Gerechtigkeit uns zuzuschreiben und unsere Mängel zuzudecken und uns so dem
Vater annehmbar zu machen, der uns rechtfertigen wird und uns mit der
ernstesten Zeugung des Geistes ausstatten wird, in einer augenblicklichen
Handlung.
Sie werden mit
der Menschenwelt, wenn diese sich der gerechten Regierung unterwirft, die
während der ganzen Millenium-Herrschaft besteht, unter der Regierung des
Christus, Haupt und Leib, graduell auf dem Hochweg der Heiligung
voranschreiten. "Und der Geist und die Braut sagen: Komm! Und wer es hört,
spreche: Komm! Und wen dürstet, der komme! Wer da will, nehme das Wasser des
Lebens umsonst!’ (Offenbarung 22:17)
Alle die das
Ende dieser Tausendjahr-Herrschaft erreichen werden, werden in der
"Kleinen Weile’ von der göttlichen Gerechtigkeit geprüft werden.
Die böse sind
werden vernichtet werden, aber die große Mehrheit wird gerechten Gehorsam
zeigen und für würdig erachtet werden immerwährendes irdisches leben zu
erhalten.
Es ist Gott der
rechtfertigt Es kann keine Verneinung darüber geben, daß der Ausdruck
"probeweise Gerechtigkeit’ in den Schriften Bruder Russells vorhanden ist
in Verbindung mit dem Lauf des Gläubigen, vor Gottes Annahme seiner Weihung,
vom Tor des Vorhofes bis zum Tor des Heiligen. Auf der Linie mit den
Erklärungen, die für "probeweise’ und für "Rechtfertigung’ gegeben
werden, entsteht eine Frage, die gestellt werden muß, ob der Pastor zu
verstehen geben wollte, daß jemand als "probeweise’ gerecht anzusehen sei,
bevor Gott seine Weihung annimmt.
Ein Rückblick
auf die Erntebotschaft gibt Bruder Russells letzte Gedanken über den Gegenstand
der Rechtfertigung wieder, die beabsichtigt waren, um den Lauf des Sünders als
"probeweise’ hervorzuheben, bis er eine volle Entscheidung trifft, sein
Alles zu weihen.
Wir verstehen
nicht, daß der Himmlische Vater den Sünder während dieses Evangelium-Zeitalters,
bevor er mit Christi Verdienst bedeckt wird, als "probeweise’ oder
"provisorisch’ gerecht betrachtet.
Ausgenommen von
dieser Erwägung sind jedoch die Kinder Neuer Schöpfungen bis zu einem Alter der
Verantwortlichkeit. (1. Korinther 7:14) In Unterstützung dieser Prämisse, daß
des Sünders Lauf entgegengesetzt zu jeder Handlung Gottes ist, welche
"probeweise’ ist, zitieren wir die folgenden Auszüge vom Fragebuch mit dem
Titel. "Was Pastor Russell sagte’, Seite 139, Paragraph 2 und 3 von 1916: "Das
Verdienst Christi rechtfertigt gar nichts probeweise... "
Wenn er zu
erkennen beginnt, daß er ein Sünder ist, und danach trachtet sich von der Sünde
wegzuwenden und Gott zu suchen und nach Gerechtigkeit zu streben, dann schlägt
er eine Richtung ein, die wir als einen "probeweise’ gerechtfertigten Lauf
bezeichnen mögen... Er hat keine Segnungen, ausgenommen jene, die ihm zufallen,
weil er die rechte Richtung eingeschlagen hat, indem er sich dem zuwendet, was
Gott anerkennt... Aber er ist nicht in die Familie Gottes hineingekommen und
seine Sünden sind nicht
vergeben.
Die Segnungen,
deren er sich erfreut, sind dadurch zu ihm gekommen, daß er die Richtung des
Glaubens und Gehorsams bezüglich dem Gesetz der Gerechtigkeit eingenommen hat,
-mehr oder weniger.
Die Person, die
in den Vorhof kommt, ist nicht gerechtfertigt sondern nähert sich dem
gerechtfertigten Zustand. Sie sieht den Altar und hat einen Segen durch die
lebendige Vorstellung, daß Christus für unsere Sünden starb. Er ist noch nicht
gerechtfertigt sondern erkennt bloß die göttliche Vorsehung. Er sagt: "Ich
glaube es’, und hat einen entsprechenden Segen.
Der nächste
Schritt ist der der Reinigung durch das Waschen am Reinigungsbecken. Dies
bedeutet das Abwaschen des Schmutzes des Fleisches oder das Bemühen darum.
Es bedeutet
nicht, daß er nun gerechtfertigt ist. Wenn jemand ein unmoralisches Leben
geführt hat und jene Sünden abzulegen und rechtschaffen zu leben versucht,
kommt er Gott näher, und es wird ihm selbst mehr Frieden des Geistes bringen. Wenn
er die rechte Sinnesart hat, so wird er fortfahren, anderenfalls wird er
zurückfallen.
Aber wenn er
vorangeht, wird er zum Tor der Stiftshütte gelangen. Er kann durch eigene Kraft
nicht weitergehen. Er wird hier durch den Bock des Herrn dargestellt, der
angebunden oder an dem Tor der Stiftshütte festgebunden ist.
Er hat sich als
ein Gläubiger genähert, er hat sich von äußeren Sünden gereinigt, und da er nun
das Vorrecht des Opferns kennt, bindet er sich am Tor an.
Dies bedeutet,
daß er sich unterwirft oder sich dem Herrn weiht. Er legt seinen eigenen Willen
nieder. Aber noch ist er nicht gerechtfertigt. Er begehrt bloß Rechtfertigung.
Er hat die richtige Richtung eingeschlagen, was wir jedoch "probeweise
Rechtfertigung’ benennen, weil er auf dem Wege ist und mehr Erfahrungen macht,
die notwendig sind, um ihn zur wirklichen Rechtfertigung zu bringen. Er kann
sich nicht selbst rechtfertigen. Er kann sich nur am Tor festbinden.
Was wird ihn
rechtfertigen? Hier nimmt ihn der Priester an, aber selbst dies rechtfertigt
ihn nicht. ‘Es ist Gott der rechtfertigt’.
Der
Hohepriester kommt und wendet sein Verdienst an, und dann wird die göttliche
Annahme durch die Zeugung des Heiligen Geistes angezeigt.
So bezieht sich
der Ausdruck "probeweise Rechtfertigung’ auf die versuchsweise Stellung
oder den Lauf des Sünders, der während des Evangelium-Zeitalters mit Gott in
Beziehung
zu treten
wünscht. Es scheint die erklärte Absicht bei Bruder Russells Gebrauch des
Ausdrucks "probeweise Rechtfertigung’ zu sein, daß sie nicht zu verstehen
gibt, daß Gott eine solche Person als vorläufig gerechtfertigt betrachtet.
Wir schließen
mit einem letzten Zitat vom Fragebuch, Seite 412, Paragraph 1 von 1916:
"Aus Gnaden erkennt der Herr daher niemand an, bis er alle diese Schritte
getan hat, gerade bei solch einer probeweisen Rechtfertigung, bis er gründlich
entschieden hat, daß er des Herrn Jünger zu sein wünscht und dies wahrhaft
kundgetan hat, nachdem er sich hingesetzt und die Kosten berechnet hat.
Bis er zu
diesem Punkt der Entscheidung gekommen ist, will der Herr nichts mit ihm zu tun
haben. Aber wenn er sich selbst in der Weise am Tor anbinden wird, daß er einen
Bund mit Gott macht, dann wird der Herr sich seiner annehmen, und alles wird zu
seinem Guten mitwirken, aber nicht bevor er diesen Schritt getan hat.’ Amen.
Regis
Liberda, Frankreich—Das kleine Fischerboot
Eines Tages
sagte der Herr seinen Jüngern am See Genezareth, daß ihm immer ein kleines Boot
bereitgehalten werden sollte, damit ihn die Volksmenge nicht so bedrängte.
Diese Worte des Herrn werden in Markus 3:9 berichtet.
Dieses von
Jesus benutzte Boot gibt uns die Gelegenheit mit ihm eine Spazierfahrt auf dem
See zu machen, den er so sehr liebte und einige der wunderschönen Lektionen zu
hören, die er an dessen Ufern gab. Der See Genezareth, den viele für das Juwel
Israels halten, ist schon von seiner geographischen Lage her ein Kuriosität der
Natur. Er ist tatsächlich der einzige See der Welt, der sich unter dem
Meeresspiegel befindet, genauso wie der Jordan, der ihn durchströmt und im
Toten Meer endet.
Wenn wir uns
einen Augenblick vorstellen, daß das Mittelmeer das Jordantal überschwemmt,
dann würde die Landkarte so aussehen. Aber Gott wollte es zum Glück nicht so
und überließ uns eine herrliche Landschaft, die zur Bühne der Taten und
Handlungen unseres Herrn wurde.
Es wird im
allgemeinen angenommen, daß der Flußverlauf des Jordan den langen Abwärtslauf
der Menschheit zum Tode darstellt. Der Tod ist durch das Tote Meer sehr gut
illustriert, weil dort kein Leben möglich ist. Der See Genezareth erscheint
dagegen durch seine außerordentliche Schönheit wie ein bevorzugter Ort der
Ruhe.
Trotz seiner
Bedeutung für das Land Israel wird der See Genezareth, mit der Bezeichnung Meer
von Kinnereth, nur dreimal im Alten Testament genannt, in 4. Mose 34:11 und in
Josua 12:3 und 13:27.
Beim Einzug des
Volkes Israel in das Land Kanaan war er das Erbe des Stammes von Sebulon. Vom
Meer von Kinereth wird uns im Alten Testament kein biblisches Ereignis, kein
Kampf, kein Prophetenwunder, übermittelt. Dagegen spielt der See Genezareth vom
Anfang bis zum Ende eine wesentliche Rolle in der Mission unseres Herrn.
Laßt uns also
gemeinsam die Orte entdecken, wo der Herr lehrte, Jünger berief, Kranke heilte,
auf dem Wasser erstaunliche Wunder vollbrachte und uns einige seiner
wichtigsten Gleichnisse hinterließ.
Wenngleich
Jesus in Nazareth aufwuchs, so gab er sich aber erst wirklich in Kapernaum zu
erkennen. Kapernaum ist die Stadt, die er für einige Zeit auswählte, und in der
er mit seinen ersten Jüngern wohnte. Kapernaum ist vor allem die Stadt des
Apostel Petrus. Markus beschreibt uns im Kapitel seine Fischerarbeit. Das Boot,
das Petrus dem Herrn zur Verfügung stellte, ähnelte wahrscheinlich sehr den
Booten, die wir heute noch auf dem See sehen.
"Kommt mir
nach und ich werde euch zu Menschenfischern machen,’ sagte er zu seinen ersten
Jüngern. Der Herr hatte keine Bedenken, diese einfache Menschen auszusuchen,
diese demütigen Arbeiter am Ufer des Sees.
Genauso
bedenkenlos ruft er alle diejenigen zu seinem Dienst, die heute noch seinen Willen
tun wollen. Das Netz, das er in diesen großen See, die Welt, auswirft, um die
ihm Gehörenden zu fangen, stellt nicht nur eine bloße Beschränkung ihrer
Freiheit dar, sondern es bietet ihnen die Möglichkeit, auf Ewigkeit Mitarbeiter
in seinem Reich zu sein.
Zahlreich sind
die Lektionen, die er uns überließ. In seinem kleinen Boot sitzend hat er in
vielen Gleichnissen das Reich seines Vaters vorgestellt, wie zum Beispiel in
den Gleichnissen vom Sämann oder vom Senfkorn.
Können wir uns
diese Volksmenge vorstellen, die an den ruhigen Ufern des Sees sitzt, die
zuhört, ohne vielleicht die Beschreibung einer Zukunft zu verstehen, die sich
in den geheimnisvollen Worten des Herrn manchmal so leicht, so schön, dann
wieder voller Schwierigkeiten, so schwer zu verdienen erscheint. So stellt er
uns in einem seiner Gleichnisse das Königreich in der Gestalt eines Senfkorns
vor.
Obgleich es
beim Säen kleiner ist als viele andere Samen, wird es majestätisch, wenn es zu
einem Baum heranwächst.
Damit wollte
der Herr sagen, daß dieses wunderbare und mächtige Königreich, das wir
erwarten, anfänglich oft von unbedeutenden Männern und Frauen gebildet wird,
die trotz Hindernissen gewillt sind, dem Herrn zu folgen.
Ja, jeder
Christ soll in jedem Moment seines Lebens mit Hindernissen rechnen, auch wenn
das Leben oft ruhig und friedlich ist, so wie die Wellen des Sees. Denn dieser
friedliche See kann auch stürmisch werden. So wird es in Markus 4:37 gezeigt,
nachdem Jesus das Volk entlassen hatte und im Boot auf dem See war, als sich
ein heftiger Sturm erhob, so wie es heute noch bei heißem Wetter geschieht.
Jesus schlief im Boot, als seine Jünger ihn erschrocken fragten: "Meister,
kümmert es dich nicht, daß wir umkommen?’ Jesus wachte auf, bedrohte den Wind
und beruhigte den Sturm. Er sagte zu seinen Jüngern: "Was seid ihr so
furchtsam? Wie, habt ihr keinen Glauben?’
Ja, unser Leben
kann stürmisch werden, wie das unvorhersehbare Aufschäumen des Sees. Werden wir
dann, bei diesem erschreckenden Aufschäumen, im Glauben bleiben und jeder Zeit
unser ganzes Vertrauen in Gott setzen?
So beschreibt
dieses Boot sehr gut die Lage des Christen in der Welt: Solange er sich mit dem
Herrn im Boot befindet, können ihn die wilden Wogen nicht treffen. Was für ein
Trost, was für eine Hoffnung geben uns die Anwesenheit des Herrn und die
Verheißungen Gottes!
An den Ufern
des Sees gibt uns Jesus aber noch andere Lehren. So ist dies Boot, das ihm dazu
dient, sich von dem Volk zu entfernen und das Arbeitsinstrument von Petrus und
Andreas ist vor allem ein praktisches und schnelles Fortbewegungsmittel, um vom
einen Ufer zum anderen zu gelangen. So beschließt der Herr eines Tages von
Kapernaum zum anderen Ende des Sees zu fahren, ins Land der Gerasener.
Gleich nach
seiner Ankunft begegnet ihm ein Besessener. Als Jesus sich der dramatischen
Macht Satans über diesen unglücklichen Menschen gegenübergestellt sieht,
vollbringt er ein großes Wunder.
Indem er die
Dämonen verjagt, beweist der Herr, daß er den Kräften des Bösen überlegen ist,
und daß der Prinz dieser Welt nichts gegen die Allmacht des Sohnes Gottes
ausrichten kann, auch wenn der Kreuzestod des Herrn den Jüngern eine Zeit lang
dies gegenteilig erscheinen ließ.
Können wir uns
die Freude dieses Mannes namens Legion vorstellen, der von zahlreichen Dämonen
befreit wird? Eine Freude, die auch durch den Verlust der Schweineherde nicht
gemindert werden kann, in diese Herde fahren nämlich mit Jesu Erlaubnis die
Dämonen fuhren, und sie stürzte über die steile Uferböschung ins Meer.
Als er sich zum
anderen Ufer aufmachte, erlaubt der Herr eine außergewöhnliche Verkündigung
dieses Wunders, indem er den Mann dazu auffordert, im Zehnstämmegebiet von
seiner Heilung zu berichten.
Das 5. Kapitel
des Markus-Evangelium berichtet von anderen Wundern des Herrn, nachdem er über
den See zurückgekehrt war, wie zum Beispiel von der Frau, die darauf vertraute,
geheilt zu werden, wenn sie nur den Saum seines Kleides berühren könnte.
Aber auch im
Hause des Jairus, eines Obersten der jüdischen Synagoge, zeigt Jesus seine
außergewöhnliche Macht, als er dessen zwölfjährige Tochter wieder zum Leben
erweckt. Wie groß mußte die Überraschung des Volkes sein, das zum erstenmal
einen Toten zum Leben zurückkehren sah. Der Herr wird noch zwei Auferstehungen
durchführen wird, aber das Ufer des Sees Genezareth ist der erste Zeuge des
Sieges über den Tod, der im großen Maßstab sichtbar sein wird, wenn alle, die
gelebt haben, zum Leben zurückkehren werden.
Es ist fast
2000 Jahre her, daß der Herr sagte: "Talita kum! Mädchen, ich sage dir,
steh auf! Ich befehle es dir!’ Wie glücklich sind wir, daß diese Worte bald
unter den Menschen ertönen werden.
Aber der See
war auch Zeuge vieler anderer wunderschönen Lehren des Herrn. So ist nach
dieser Auferweckung der Toten die Brotvermehrung eine logische Folge. Es ist
wiederum Markus, der uns im 6. Kapitel sagt, daß Jesus in das Boot stieg und
vor dem Volk zu fliehen versuchte, um etwas Ruhe an einem abgelegenen Ort zu
suchen. Vergeblich, denn das zahlreiche Volk ahnte, wohin er gehen würde, und
kam ihm zuvor.
Der Herr
versuchte nicht mit dem Boot zu einem anderen Ort am See zu gelangen. Von
Mitgefühl bewegt über diese Menschen, die ihn an Schafe erinnern, die keinen
Hirten haben, steigt er aus und beginnt zu predigen. Dieser grüne Ort ist
wahrscheinlich die Stelle, wo der Herr die Menge lehrte. Als Hintergrund diese
wunderschöne Aussicht auf den See und die alle Seiten umgebenden umgebenden
Hügel. Jesus spricht. Er spricht wieder vom Königreich seines Vaters und
wahrscheinlich von den "Armen im Geiste’, die es erben werden. Er heilt
die Kranken, die man zu ihm führt.
Als der Abend
kommt, nachdem er die Menge über Gottes Königreich belehrt hat, wird Jesus noch
eine andere Facette seiner Macht und Großzügigkeit zeigen. Mit fünf Broten und
zwei Fischen speist er durch ein Wunder 5000 Menschen.
Gibt die
Vermehrung der Brote nicht ein herrliches Bild von einem sehr wichtigen Werk
Christi in diesem Reich ab? Ja, nachdem Christus zu allen sagen wird:
"Talita Kum!’, um sie aus dem Todesschlaf zu holen, wird er sie speisen.
Er wird sie mit seinen Worten des Lebens speisen, um ihnen Frieden, Freude und
Glück zu bringen.
Gleich nach
diesem außerordentlichen Wunder veranlaßt Jesus seine Jünger ins Boot zu
steigen und allein zum anderen Ufer nach Bethsaida zu fahren, während er selbst
die Menge wegschicken wird.
Und nachdem er
sie weggeschickt hat, steigt er auf den Berg, um zu beten. Aber in der vierten
Wache, als seine Jünger auf dem See gegen den Wind rudern, begibt sich Jesus zu
ihnen und läuft auf dem Wasser.
Fühlen wir uns
für einen Moment in die Jünger hineinversetzt, die Jesus auf sich zukommen
sehen, der zum wiederholtenmal seine übernatürliche Macht auf eine ganz
unerwartete Weise benutzt. Nach einem ersten verständlichen Schreck, denn die
Jünger denken, es sei ihnen ein Geist erschienen, fühlen sie sich durch die
Anwesenheit ihres Meisters beruhigt, der sie einen Teil der Nacht allein
gelassen hatte und in der 4. Wache nachkommt, das heißt zwischen 3 Uhr und dem
Sonnenaufgang.
Sind wir nicht
auch manchmal wie diese Jünger ohne ihren Meister, indem wir nicht wahrnehmen,
daß uns der Herr trotz allem nicht verlassen hat?
Was für ein
schönes Bild vermittelt uns hier der Herr? Sein Kommen zu den Jüngern während
der 4. Wache, also gerade vor Tagesanbruch, erinnert uns daran, daß, wenn
Christus am Ende dieses Evangelium-Zeitalters anwesend ist, dies nicht nur
geschieht, um sein kommendes Reich vorzubereiten, sondern auch um uns seines
Beistandes in unserem täglichen Leben zu versichern, durch den Glauben an sein
bevorstehendes Königreich.
Unser Herr hat
einen wichtigen Teil seiner Mission in diesen Orten um den See durchgeführt. Er
hat gepredigt, Wunder vollbracht, und es ist auch hier in Kapernaum, seiner
Stadt, daß der Herr in seiner Predigt über das Brot des Lebens für viele falsch
verstandene
Schranken
aufstellt, die zwischen denen steht, die sich nur dank seiner Anwesenheit
speisen ließen und denen, die bereit waren weiterzugehen, indem sie bereit
waren in ihm das Brot des Lebens, den Sohn Gottes, zu sehen, der gekommen war,
um Leben zu geben, Leben im zukünftigen Königreich, dessen Türen er allen
öffnet, die ihn annehmen wollen.
Jesus hat auch
an anderen Orten gepredigt und Wunder vollbracht. Seine irdische Mission
beendete er in Jerusalem, wo er verurteilt wurde und am Kreuz starb, um uns zu
erretten. Wir wissen jedoch, daß Jesus gemäß der ihn betreffenden Prophezeiung
am dritten Tag auferstanden ist. Und nach seinem Sieg über den Tod begegnete
der Herr den Jüngern noch einmal am Ufer des Sees, bevor er zu seinem Vater in
den Himmel hinaufstieg.
Diese Begegnung
gleicht einer anderen Begebenheit, als er in einem Boot saß und einen
wunderbaren Fischfang zuließ, aber da war er nicht mehr dieser Jesus von
Nazareth, dem das ganze Volk zuhörte. Hier am Ufer des Sees kam der Herr zu
seinen Jüngern, um ihnen seine ewigen und letzten Empfehlungen zu geben, bevor
er sie verließ, um zu seinem Vater zu gehen.
Er teilte mit
ihnen das Mahl, aber die Apostel, obgleich sie sich freuten, den Herrn an dem
See wiederzusehen, auf dem sie so oft mit ihm gefahren waren, fühlten die
Gewichtigkeit von dem, was vor ein paar Wochen geschehen war, von den Umständen
unter denen sie nicht fähig waren den Herrn in seinen dunkelsten Stunden zu
begleiten.
Aber der Herr
verzieh ihnen. Er tat es bei Petrus und auch bei den anderen. Können wir die
Vergebung des Herrn im entsprechenden Größenwert bei denen ermessen, die seinen
Willen tun wollen und stolpern?
Wappnen wir uns
mit Mut wie diese Jünger, und schauen wir zum Herrn auf, der uns am Ufer die
Speise gibt und uns segnet.
Und wenn wir in
unserem Lauf als Menschenfischer stolpern, so erinnern wir uns, daß unser Herr
fähig ist unsere Verfehlungen zu vergeben, wie er es vor langer Zeit bei den
Menschen guten Willens am Ufer vom See von Galiläa tat. Gott möge unseren Lauf
segnen! Amen.
Avel Lupsor,
Argentinien—Das historische und geistige Israel in Gottes Plan
Das Volk Israel
ist nicht nur mit der Heiligen Schrift verbunden, sondern auch mit dem heiligen
Land Palästina. Dies sind die Grundbestandteile, die von Gott vorbereitet
wurden, um Seinen Plan der Errettung auszuführen, in dem der Messias die
zentrale Figur ist, die dies zur Erfüllung bringen soll.
Israel ist das
einzige Volk der Erde, das Gott als Sein Volk anerkannte. { Am 3:2} Gott
erwählte Abram als seinen Begründer und begann das Volk Israel mit Jakob zu
formen, dem Haupt der zwölf Stämme. Gott änderte den Namen Jakob, indem Er ihn
"Israel’ nannte. (1. Mose 32:28)
Der Name
"Juden’ ist abgeleitet von Juda und wurde erstmals auf die Einwohner
Judäas und später allgemein auf alle Nachkommen Jakobs angewandt. (2. Könige
16:6)
Hinsichtlich
des Namens "Hebräer’ existieren Zweifel über dessen Ursprung. Er erscheint
erstmalig in Ge 14:13 und wurde auf
Abram angewandt.
Es wird allgemein
angenommen, daß er von "Heber’, einem Stammvater des Abram, abgeleitet
ist. Andere nehmen an, daß er von dem Wort "Abar’ abgeleitet wird, das
"hinübergehen’ bedeutet, und daß die Kanaaniter dies anwandten, weil er
der Mann war, der von der anderen Seite des Euphrats kam.
Gottes Ruf
gehorchend verließ Abram die Stätte seiner Geburt, Ur in Chaldäa, überquerte
den Fluß Euphrat und begab sich in das Land, das wir heute als Palästina
kennen. Mose 12:1-3
In 1. Mose 12:7
versprach Gott dem Abram, daß Er dieses Land seinen Erben für immer geben
werde. Jahre später erschien Gott dem Abram, erneuerte seine Verheißung und
kündigte ihm die Geburt eines Sohnes an, dessen Nachkommen eine Nation bilden
und das Land für immer in Besitz nehmen würden. Um diesen Bund zu besiegeln,
änderte Gott den Namen Abram in "Abraham’ (1. Mose 17:1-16), was
"Vater einer großen Menge’ bedeutet, und Er befahl ihm seine Nachkommen
als Zeichen Seines Bundes, zu beschneiden. Zur festgesetzten Zeit wurde die
Verheißung erfüllt, und Sarah gebar dem Abraham einen Sohn. (1. Mose
21:1-3) Aus diesem Bund, den Gott mit
Abraham schloß, entstanden verschiedene Fakten von entscheidender Bedeutung,
sowohl für seine Nachkommen, als auch für die Nationen im allgemeinen. An
erster Stelle wurde das Land Kanaan seinen Nachkommen zum immerwährenden Besitz
gegeben.
An zweiter
Stelle wurden durch seinen Samen alle Nationen gesegnet. Drittes sollten sein
Same wie die Sterne am Himmel und wie der Sand am Ufer des Meeres sein. (1.
Mose 21:1-3)
Es ist eine
beachtenswerte Tatsache, daß Gott die Nachfahren Abrahams in zwei Klassen
aufteilte, die eine himmlisch und die andere irdisch, jeweils dargestellt durch
die Sterne und den Sand.
Wir sollten uns
daran erinnern, daß, nachdem die Tür der himmlischen Berufung nach dem Tod und
der Auferstehung Jesu Christi geöffnet wurde, nur irdische oder natürliche
Segensverheißungen dem irdischen Israel verheißen wurden, (Galater 3:16,29
Hebräer 3:1; Epheser 4:1-4)
So wurde mit
Christus die Gründung des geistigen Israel eingeleitet. (Philipper 3:20)
Außerdem verspätete sich die Verheißung in ihrer irdischen Hinsicht eine
Zeitlang in ihrer Erfüllung. Die Schriften offenbaren uns, daß Abraham, Isaak
und Jakob als Fremde im Lande Kanaan lebten. (Apostelgeschichte 7:4,5)
In den Tagen
Jakobs gab es eine Hungersnot im Osten. Deshalb sandte Jakob seine Söhne nach
Ägypten, um nach Weizen zu suchen. Dort zeigte sich Joseph seinen Brüdern.
Unter diesen Umständen holte Joseph seinen Vater und dessen Nachkommen nach
Ägypten.
Bevor er starb,
kündigte Jakob eine hoffnungsvolle Zukunft für die Nachkommen seines Sohnes
Juda an, dem Haupt des königlichen Stammes, aus dem der Messias hervorgehen
würde, und so lesen wir in 1. Mose 49:8-10):
"Juda, du,
dich werden deine Brüder preisen! Deine Hand wird auf dem Nacken deiner Feinde
sein. Vor dir werden sich niederbeugen die Söhne deines Vaters. Juda ist ein
junger Löwe; vom Raub, mein Sohn, bist du hochgekommen. Er kauert, er lagert
sich wie ein Löwe und wie eine Löwin. Wer will ihn aufreizen? Nicht weicht das
Zepter von Juda, noch der Herrscherstab zwischen seinen Füßen weg, bis daß der
Schilo kommt, dem gehört der Gehorsam der Völker.’
Nach dem Tod
Josephs und dem Sturz der Dynastie des Pharao, der das Volk Israel begünstigte,
wurden die Nachkommen Jakobs einer harten Sklaverei unterworfen.
Dann erweckte
Gott einen Befreier in der Person des Mose, dem sich Gott selbst als "der
Gott deiner Väter, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs’ vorstellte und ebenso
als der Ewige:
"Ich bin,
der ich bin. Dann sprach er: So sollst du zu den Söhnen Israel sagen: Der ich
bin-hat mich zu euch gesandt. So sollst du zu den Söhnen Israel sagen: JAHWE...
hat mich zu euch gesandt. Das ist mein Name in Ewigkeit, und das ist meine
Benennung von Generation zu Generation.’ (2. Mose 3:6-14)
In den Versen
6-8 kündigt Gott Mose an, daß Israel nach der Befreiung in Sein Volk
umgewandelt, und der mit Abraham geschlossene Bund erfüllt würde. Diese
Befreiung wurde in einer unwiderstehlichen Art und Weise vollzogen und alle,
die mit den Schriften vertraut sind, kennen die zehn Plagen, die Durchquerung
des Roten Meeres und die Offenbarung der Macht und Herrlichkeit am Berg Sinai.
An diesem Berg
machte Gott einen Bund mit Israel, indem Er ihnen die zehn Gebote gab, die für
immer das Schicksal der Kinder Israel mit dem Gott Jahwe verband. Sie
versprachen ihm die Treue, die Bewahrung des Gesetzes und des Wortes Gottes.
(Römer 9:4,5; 3:1,2)
Für
Jahrhunderte waren sie die Boten des einen Gottes, während all die anderen
Völker Vielgötterei und Dämonenkult betrieben. So wurde mit Israel eine Periode
der Vorbereitung zum Zeugnis für das Kommen des Messias eingeleitet. Von der
Berufung Abrahams bis zum Tod Christi war Israel das einzige Volk, das Gott
anerkannte. Er war Zeuge des einen Gottes und Verwalter der Thora, dieses
wunderbaren Gesetzes, das die hebräische Gesellschaft strukturierte und von
allen anderen Nationen unterschied. Um die Mission Israels zu verstehen, müssen
wir das Gesetz vom Sinai und seinen wunderbaren Nutzen und Einfluß auf die
spätere Zivilisation kennen.
Mit dem Bündnis
am Sinai gab Gott dem Volk Israel andere Gesetze oder Maßstäbe, geistige,
rechtliche, soziale, moralische und rituelle Richtlinien, welche die Absicht
verfolgten, die zehn Gebote durchzusetzen. Das erste Gebot gibt uns zum
Beispiel den Gedanken des einen Gottes:
"Ich bin
der Herr dein Gott, du sollst nicht andere Götter haben neben mir’; aber die
Erklärung im 5. Buch Mose, Kapitel 6 Vers 4, sagt: "Höre, Israel: Der Herr
ist unser Gott, der Herr allein!’ -läßt keinen Raum für Zweifel.
Gott ist einer
und nicht drei Götter in einem. ( Ne 9:6; Jesaja 45:5-7) Mit dem sechsten Gebot
(du sollst nicht töten), gibt es Verordnungen zur Anwendung, die einen
Unterschied zwischen vorsätzlichem Mord, Totschlag oder dem Vorliegen von
grober Fahrlässigkeit machen. (2. Mose 21:12-27; 22:2; 4. Mose 35:9-28; 5. Mose
19)
Im Bezug auf
das zehnte Gebot wird das Recht auf Privateigentum eingeführt. Es spricht von
persönlichen Besitz und zieht bei der möglichen Schädigung von Gütern oder
Tieren die Einführung eines Schadenersatzes in Betracht.
Das Jubeljahr
gehörte zu den wichtigsten Verordnungen, welche das Eigentumsrecht, die
Sklaverei und die Tilgung von Schulden regelte. Das 50. Jahr war das Jubeljahr,
in dem die Schulden erlassen, und die Besitztümer an ihre eigentlichen Besitzer
zurückgegeben wurden.
Auf diese Weise
ist das allumfassende, große Jubeljahr symbolisch dargestellt, die Zeiten der
Wiederherstellung aller Dinge. (Apg. 3:19-21; Offenb. 21:4,5)
Es gibt auch
das Gesetz der Vergebung, die Richtlinie zur Anbetung, Zeremonien, die
Priesterschaft und die Opferhandlungen, den Zehnten und Opfer, die alle
Schatten der guten, kommenden Dinge sind. (Hebräer 10:1; 2.Mose 21:1-11; 28-36;
22:1-15; 2.Mose 25)
Der Glaube
Israels an den einen Gott wurde auf eine harte Probe gestellt, weil die Völker,
die Israel umgaben, sehr verdorben waren. Gott forderte vollständige Hingabe
und Gehorsam, und die Zuwiderhandlung wurde schwer bestraft.
Folglich
stellte Gott dem Volk, als es den Bund annahm, Segen und Fluch in Aussicht.
Mose 28:9-13; 58; 68)
Vers 64 sagt
uns: "Und der Herr wird dich unter alle Völker zerstreuen vom einen Ende
der Erde bis zum anderen Ende der Erde. Und du wirst dort andern Göttern
dienen, die du nicht gekannt hast, weder du noch deine Väter-Göttern aus Holz
und Stein.’
Das Volk wurde
auf mannigfache Weise bestraft, bis es schließlich gefangen nach Babylon
gebracht wurde. Die Schriften berichten, daß die Israeliten 70 Jahre lang dafür
bestraft wurden, weil sie das Gesetz und die Verordnungen, die Gott ihnen
gegeben hatte, nicht aufmerksam befolgten. (2. Chronik 36:21; Jeremia 25:11)
Nach 70 Jahren
kehrte ein kläglicher Rest der Kinder Israel in sein Land zurück und stellte
seine nationale Einheit wieder her. Aber sie konnten ihre Würde und Freiheit
als eine Nation nicht wiedererlangen. Durch ihre Geschichte hindurch waren die
Hebräer ein sehr schwierig zu regierendes Volk.
Sie befanden
sich in kontinuierlicher Rebellion gegen das römische Reich, bis schließlich im
Jahre 70 nach Chr. Jerusalem und ihr Tempel zerstört wurden, so wie Jesus es
Jahre zuvor vorausgesagt hatte. (Matthäus 24:1,2; Lukas 19:41-44)
Moses und
andere hebräische Propheten, die die Zerstreuung vorhersagten, sagten ebenso
die Rückkehr Israels in das Land ihrer Väter voraus. Die Rückkehr fand in
keinem anderen Zeitraum statt, als in den letzten Tagen der Endzeit, am Ende
des Evangelium-Zeitalters. (Apostelgeschichte 15:15-18; 5. Mose 4:30; Hesekiel
38:8)
Heute werden
wir Zeugen der Erfüllung dieser Prophezeiungen. Die Christenheit im allgemeinen
(bis auf kleine Gruppen) zieht nicht in Betracht, daß die Gründung des Staates
Israel in Palästina etwas mit der Erfüllung dieser Prophezeiungen zu tun hat.
Sie glauben, daß diese bereits mit der Rückkehr aus Babylon erfüllt wurden.
Aber die Worte Gottes sagen uns in Am
9:14,15 im übrigen: "Da wende ich das Geschick meines Volkes Israel. Sie
werden die verödeten Städte aufbauen und bewohnen und Weinberge pflanzen und
deren Wein trinken und Gärten anlegen und deren Frucht essen. Ich pflanze sie
in ihr Land ein. Und sie sollen nicht mehr herausgerissen werden aus ihrem
Land, das ich ihnen gegeben habe, spricht der Herr, dein Gott.’
Dennoch wurden
die Juden im Jahre 70 nach Chr. aus ihrem Land vertrieben; deshalb gehen die
Prophezeiungen in unserer Zeit in Erfüllung. Sowohl der einfache Mann als auch
politische und religiöse Führer betrachten die Bildung des modernen Staates
Israel als einen politischen Umstand der Zeiten, in denen wir leben.
Es ist auch ein
weitverbreiteter Irrtum anzunehmen, daß der Zionismus eine Schöpfung des
Imperialismus ist. Das Wort Zionismus ist abgeleitet von Zion, dem Berg, der
sich im Südosten Jerusalems befindet.
Er ist auf drei
Seiten von tiefen Schluchten umgeben und auf der verbleibenden Seite vom
Tyropeontal, das ihn vom Berg Moriah trennt, auf dem der Tempel errichtet war.
Jerusalem ist um diese Berge herum gebaut, was die irdischen und geistigen
Phasen des Königreiches Gottes symbolisch darstellt.
Der Zionismus
wurde von Theodor Herzl organisiert, der in seiner hervorragenden Schrift:
"Der hebräische Staat’, die im Jahre 1896 in Wien veröffentlicht wurde,
einen kompletten Plan zur Gründung eines hebräischen Staates in Palästina
ausarbeitete.
Im Jahre 1897
fand der erste zionistische Kongreß statt, auf dem Ziele für die Durchführung
der Gründung des hebräischen Staates in Palästina gesetzt wurden. Dies ist ein
guter Augenblick, um einen kleinen Kommentar über die Auslegung dieser Fakten
durch die Geschwister der ersten Bibelforscher anzubringen. Sieben Jahre bevor
der erste zionistische Kongreß stattfand, sagten die Bibelforscher die
Wiederherstellung des Volkes Israel und ihre Rückkehr nach Palästina voraus, in
dem von Bruder Russell 1890 veröffentlichten Band 3 der Schriftstudien mit dem
Titel "Dein Königreich komme’. Wie wir sehen, waren die Geschwister
Pioniere in dieser Angelegenheit.
Nun fragen wir:
"Wie konnte der Zionismus entstehen?’ Wir erwidern, daß er entstand, um
die Prophezeiungen zu erfüllen. Tatsächlich stimmen nur sehr wenige mit diesem
Gedanken überein. Aber wenn Gott, Cyrus, den König von Medo-Persien benutzte,
um die Israeliten zu befreien, dann benutzte Er in gleicher Weise den
Zionismus, um die Rückkehr der Juden nach Palästina zu ermöglichen.
Im Licht der
Geschichte sehen wir den Zionismus in seinen Anfängen als Aufgabe die Juden zu
überreden in das Land ihrer Väter zurückzukehren. Zur selben Zeit begann er in
Palästina Land zu kaufen, um landwirtschaftliche Kolonien zu gründen und Häuser
zu bauen.
Heute ist der
Staat Israel eine Realität, und die vorausgesagten Prophezeiungen wurden durch
diese Tatsache erfüllt. In Jer 32:44
lesen wir: "Man wird Felder für Geld kaufen und Kaufbriefe schreiben, sie
versiegeln und Zeugen hinzunehmen im Land Benjamin, in der Umgebung von
Jerusalem und in den Städten Judas, sowohl in den Städten des Gebirges als auch
in den Städten der Niederung und in den Städten des Südens. Denn ich werde ihr
Geschick wenden, spricht der Herr.’
Der Prophet
Jeremia sagt uns, nachdem er ihre Zerstreuung in ein Land, welches weder sie
noch ihre Väter kannten vorausgesagt hat: "Darum siehe Tage kommen,
spricht der Herr, da wird man nicht mehr sagen: So wahr der Herr lebt, der die
Söhne Israel aus dem Land Ägypten herausgeführt hat! -sondern: So wahr der Herr
lebt, der die Söhne Israel aus dem Land des Nordens (Rußland) herausgeführt hat
und aus all den Ländern, wohin er sie vertrieben hatte!
Und ich werde
sie in ihr Land zurückbringen, das ich ihren Vätern gegeben habe. Siehe, ich
will zu vielen Fischern senden, spricht der Herr, die sollen sie fischen. Und
danach will ich zu vielen Jägern senden, die sollen sie jagen von jedem Berg
und von jedem Hügel und aus den Felsenklüften.’ { Jer 16:13-16}
Wir können die
zionistische Bewegung mit den Methoden der Fischer vergleichen, und die Jäger
sind die Verfolger, Antisemitismus mit seinen Verfolgungen, zuerst in Rußland
und anschließend überall in Europa, die der Grund dafür waren, daß die Juden
nach ihrem Heimatland zurückschauten.
Der Holocaust,
der 6 Millionen Juden im Herzen des christlichen Europa bedeutete, war ein
teuflischer Plan mit dem Ziel, den Samen Abrahams zu vernichten und die
Verheißung Gottes ungültig zu machen. Aber wie uns der Prophet Jesaja sagt:
"So wird mein Wort sein, das aus meinem Mund hervorgeht. Es wird nicht
leer zu mir zurückkehren, sondern es wird bewirken, was mir gefällt und
ausführen, wozu ich es gesandt habe.’ Folglich haben all diese fürchterlichen
Verfolgungen, anstatt das jüdische Volk zu vernichten, die Gründung des Staates
Israel und das Ende des zweiten Weltkriegs beschleunigt.’
Auch der
Prophet Jeremia bestätigt uns dasselbe, indem er sagt: "Denn ich bin mit
dir, spricht der Herr, um dich zu retten. Denn ich werde ein Ende machen mit
allen Nationen, unter die ich dich zerstreut habe. Nur mit dir werde ich kein
Ende machen, sondern dich mit rechtem Maß züchtigen und dich keineswegs
ungestraft lassen.’ { Jer 30:11}
Der offizielle
Gedanke der traditionellen oder Namenchristenheit ist, daß die Mission des
natürlichen Israel mit dem ersten Kommen Christi endete, und daß während der
gegenwärtigen Zeit und der zukünftigen Zeitalter das Volk Gottes das geistige
Israel ist, das heißt, die Kirche. Der Apostel Paulus teilte diesen Gedanken
nicht. Und so lesen wir in Römer 11:1: "Ich sage nun: Hat Gott etwa sein
Volk verstoßen? Das ist ausgeschlossen!’ Und dann fügt er in den Versen 11 und
12 hinzu: "Sind sie etwa gestrauchelt, damit sie fallen sollten? Das ist
ausgeschlossen! Sondern durch ihren Fall ist den Nationen das Heil geworden, um
sie zur Eifersucht zu reizen. Wenn aber ihr Fall der Reichtum der Welt ist und
ihr Verlust der Reichtum der Nationen, wieviel mehr ihre Vollzahl.’
In den Versen
28 und 29 versichert er uns, daß sie "hinsichtlich der Auswahl aber
Geliebte um der Väter willen sind. Denn die Gnadengaben und die Berufung Gottes
sind unbereubar.’
In Vers 25 sagt
der Apostel Paulus die Wiederherstellung Israels voraus und spricht über eine
zeitweilige Verstockung, bis die Vollzahl aus den Nationen eingegangen ist.
Unter
"Vollzahl’ verstehen wir den Ruf zur himmlischen Berufung, die Herauswahl
der Glieder des Leibes Christi, eine kleine Herde getrennt von den großen
Mengen der nominellen oder offiziellen Christenheit, welche Erwählung Paulus
als "ein Geheimnis, das von den Weltzeiten und von den Geschlechtern her
verborgen war, jetzt aber seinen Heiligen geoffenbart worden ist’, bezeichnet.
(Kolosser 1:25,26)
In
Apostelgeschichte 15:14-20 sehen wir, daß Gott nicht vorhat, die Welt während
des Evangelium-Zeitalters zu bekehren, sondern Er erwählt nur ein Volk für
Seinen Namen aus allen Nationen, das geistige Israel. Wenn die Auswahl dieses
Volkes abgeschlossen ist, wird die Stiftshütte von David erneut gebaut, so daß
der Rest der Menschheit nach dem Herrn suchen mag, und alle Nationen von denen
Gottes Name angerufen wird.
In Römer
11:25-27 zitiert Paulus Jesaja und berichtet uns über die zukünftigen Segnungen
Israels, wenn die Vollzahl der Nationen eingegangen ist, indem er sagt:
"Und so wird ganz Israel errettet werden, wie geschrieben steht: Es wird
aus Zion der Erretter kommen, er wird die Gottlosigkeiten von Jakob abwenden;
und dies ist für sie der Bund von mir, wenn ich ihre Sünden wegnehmen werde.’
Indem er über diesen
zukünftigen Bund mit dem Volk Israel spricht, zitiert Paulus die Prophezeiung
des Jeremia über einen neuen Bund, der anders als der alte Gesetzesbund von dem
jüdischen Volk nicht entkräftet werden kann, sondern daß dieser neue Bund ein
starker und dauerhafter sein wird. Wir lesen wie folgt: "Siehe, Tage
kommen, spricht der Herr, da schließe ich mit dem Haus Israel und mit dem Haus
Juda einen neuen Bund... Ich werde mein Gesetz in ihr Inneres legen und werde
es auf ihr Herz schreiben. Und ich werde ihr Gott sein, und sie werden mein
Volk sein.’ { Jer 31:31-33}
Aber
bedauerlicherweise wissen wir, daß Israel, bevor es in den neuen Bund eintritt,
durch eine große Drangsal gehen muß, die als Ergebnis die Herzen der Israeliten
dafür empfänglich macht den Messias anzuerkennen.
Jeremia 30:7-11
weist auf diese Zeit der Leiden, die vor der Errichtung des neuen Bundes sein
wird, als eine "Zeit der Bedrängnis für Jakob’ hin, indem er sagt:
"Wehe! Denn groß ist jener Tag, keiner ist wie er, und es ist eine Zeit
der Bedrängnis für Jakob; doch wird er aus ihr gerettet werden... und Fremde
sollen ihn nicht mehr dienstbar machen... Denn ich werde ein Ende machen mit
allen Nationen, unter die ich dich zerstreut habe.’
Laßt uns nun
betrachten unter welchen Umständen diese Prüfung für Israel entsteht. Die
Schriften sprechen zu uns von einem Gericht der Nationen, und wir lesen in Joe 4:1-3???: "Denn siehe, in jenen
Tagen und zu jener Zeit, wenn ich das Geschick Judas und Jerusalems wenden
werde, dann werde ich alle Nationen versammeln und sie ins Tal Joschafat
hinabführen. Und ich werde dort mit ihnen ins Gericht gehen wegen meines Volkes
und meines Erbteils Israel, das sie unter die Nationen zerstreut haben. Und
mein Land haben sie geteilt.’
Hesekiel
beschreibt in den Kapiteln 38 und 39 die große Drangsal im Detail. In
Offenbarung 16:13-16 wird uns über die Schlacht des großen Tages berichtet:
"Und ich sah aus dem Mund des Drachen und aus dem Mund des Tieres und aus
dem Mund des falschen Propheten drei unreine Geister kommen, wie Frösche; denn
es sind Geister von Dämonen, die Zeichen tun, die ausziehen zu den Königen des
ganzen Erdkreises, sie zu versammeln zu dem Krieg des großen Tages Gottes, des
Allmächtigen... Und er versammelte sie an den Ort, der auf hebräisch Harmagedon
heißt.’ Das Wort Harmagedon bedeutet Berg Megiddo, der sich im Tal von Jesreel
erhebt, das sich vom Mittelmeer bis an den Jordan erstreckt.
Nach Harmagedon
kommen die Armeen der Welt zu einer Art Heiligem Krieg. dennoch wird Harmagedon
nur der Mittelpunkt eines Konfliktes sein, der die ganze Welt umspannt.
Jesus sagte,
daß das Ausmaß dieses Konfliktes so groß sein wird, daß: "wenn jene Tage
nicht verkürzt würden, kein Fleisch gerettet werden würde’.( Matthäus 24:22,
Markus 13:20)
In den
Prophezeiungen von Jeremia, Hesekiel, Sacharja und anderen Propheten finden wir
Aufzeichnungen über Gottes Eingreifen in die Geschichte der Menschheit. Noch
einmal wird Jerusalem von feindlichen Armeen umstellt, die danach trachten,
Israel zu zerstören.
Aber wenn die
Zerstörung unumgänglich erscheint, wird die Befreiung auf eine wunderbare,
unwiderstehliche Art und Weise herbeikommen. In Sacharja 12:9-10 lesen wir:
"Und es wird geschehen an jenem Tag, da trachte ich danach, alle Nationen
zu vernichten, die gegen Jerusalem herankommen.
Aber über das
Haus David und die Bewohnerschaft von Jerusalem gieße ich den Geist der Gnade
und des Flehens aus, und sie werden auf mich blicken, den sie durchbohrt
haben...’
Jesus
vervollständigte seine Prophezeiung, als er sagte: "Denn ich sage euch:
Ihr werdet mich von jetzt an nicht sehen, bis ihr sprecht: Gepriesen sei, der
da kommt im Namen des Herrn!’ (Matthäus 23:39)
Dann wird Gott,
indem Er Seine Herrlichkeit und Macht offenbar macht, sagen: "Kommt,
schaut die Großtaten des Herrn, der Entsetzen verbreitet auf Erden. Der Kriege
beschwichtigt bis ans Ende der Erde, ... ich werde erhöht sein unter den
Nationen, erhöht auf Erden.’ { Ps 46:8-11}
Die Zeit der
Drangsal wird für die politischen Führer und die Finanzgesellschaften, die
unseren Planeten lenken, Instabilität und Verwirrung über die Welt bringen. Die
politischen, militärischen und religiösen Gruppen werden hinweggetan und jedes
System, das nicht mit dem Willen Gottes übereinstimmt, wird zerstört. (Hebräer
12:26-28) Gott selbst wird eine neue Weltordnung einführen, die von Christus
und seiner verherrlichten Kirche geleitet wird, dem geistigen Israel, so daß
alle Königreiche und Regierungen ihm gehorchen und dienen werden. { Da
7:13,14,18,26,27}
Wie der Prophet
Micha uns berichtet, wird während dieser neuen Weltordnung "Weisung von
Zion ausgehen, (dem geistigen Teil des Königreiches) und das Wort des Herrn von
Jerusalem’.( Micha 4:1-4)
Der sichtbare
Teil des Königreiches wird aus den treuen Dienern Gottes gebildet werden, von
Abel bis zu Johannes dem Täufer. Gott wird sie zu Fürsten und Richtern über die
gesamte Menschheit machen. Sie werden Repräsentanten des Christus auf Erden
sein. ( Ps 45:16; Jesaja 1:25, 27)
Dies wird eine
Zeit der Wiederherstellung aller Dinge werden, während der alle Menschen die
Kenntnis über die Wahrheit erlangen, weil die gesamte Erde voll von der
Erkenntnis Jahwes sein wird, wie die Wasser den Meeresgrund bedecken. (Jesaja
11:9)
Dann wird Gott
den Menschen reine Lippen geben, so daß sie Ihm alle einmütig dienen können.
(Zephanja 3:9)
Dann wird der
Herr auf diesem Berg (dem Königreich) allen Völkern ein Festmahl bereiten, und
Er wird die Blindheit wegnehmen, welche die Augen aller Nationen bedeckt. Er
wird den Tod verschlingen, und aller Kummer und Schmerz wird für immer geheilt
und wird die Menschheit nie mehr betrüben. (Jesaja 25:6-9)
Nachdem was wir
bisher gesagt haben, können wir erkennen, daß das Volk Israel vollen Anteil an
dem messianischen Königreich haben wird. Und wir haben gesehen, daß die
Wiederherstellung Israels kein Ergebnis politischer Umstände ist, sondern des
göttlichen Willens in Erfüllung der Verheißungen, die Gott zur Zeit Abrahams
gegeben hat.
Heute befindet
sich das irdische Israel in der Anfangsphase seiner Wiederherstellung, und es
ist derzeit nicht dazu bereit, die Rolle anzunehmen, die ihm von Gott
zugewiesen wurde. Sie haben noch immer einen Schleier über ihren Augen, sie
haben Christus nicht als den Messias angenommen, und sie können das von Gott
vorbereitete Werk der Segnung, das sich jetzt entwickelt, nicht sehen. (2.
Korinther 3:16)
Wenn der
Vorhang weggenommen ist, wird Israel die führende Nation unter allen Nationen
sein, und Jerusalem wird die Hauptstadt der Welt sein. ( Jer 3:17; Sacharja
8:22,23)
Auf die Frage,
welchen Platz Christen in dem Königreich einnehmen werden, finden sich die
Antworten in den zwei Berufungen; die irdische Berufung für das natürliche
Israel und die himmlische Berufung für das geistige Israel.
Im Alten
Testament gibt es keine Verheißungen bezüglich einer himmlischen Belohnung für
die Diener Gottes, von Abel bis zu Johannes dem Täufer. Jesus leitete die
himmlische Berufung mit seinem Tod und der Wiederauferstehung zu Beginn des
Evangelium-Zeitalters ein.
Das Leben auf
der geistigen Stufe im Königreich des Vaters wird die Belohnung für die sein,
die Jesus als ihren persönlichen Erlöser annehmen, ihr Leben im Dienst weihen
und seinen Geboten während dieses Zeitalters Folge leisten. Diese Berufung und
Auswahl der königlichen und priesterlichen Klasse bildet das verborgene Geheimnis,
welches nun den Heiligen Gottes offenbart wurde. (Kolosser 1:26) Die
Auserwählten dieser himmlischen Klasse bilden den Leib Christi, seine Kirche,
Säule und Bollwerk der Wahrheit, das geistige Israel. (1. Timotheus 3:15)
Wir leben in
einer Zeit großer geschichtlicher Ereignisse, und durch die Gnade Gottes wurde
uns das Vorrecht zuteil, unseren Glauben erfüllt zu sehen durch all die Dinge,
die dem jüdischen Volk während des letzten Jahrhunderts widerfahren sind. Wir
sehen nicht nur mit den Augen des Glaubens, sondern auch mit unseren
fleischlichen Augen, wie die so lang erwarteten Prophezeiungen sich zu erfüllen
beginnen.
Mit großer
Freude sehen wir das irdische Israel, das von neuem eine Nation unter den
Nationen der Erde wurde und Jerusalem als seine Hauptstadt. Wieviel stärker
sollten unser Glaube und unsere Hoffnung sein eingedenk dieses erstaunlichen
Zeichens der Zeit, in der wir leben!
Liebe
Geschwister, laßt uns gestützt von der Liebe und Treue Gottes fortfahren, die
gute Nachricht der Versöhnung zwischen Gott und den Menschen zu verkünden. In
enthusiastischer Erwartung der vollständigen Erfüllung der Verheißung, die
Abraham gegeben wurde: "In deinem Samen werden sich segnen alle Nationen
der Erde’.
Zweifellos
schauen wir nach vorne auf die künftigen Segnungen Gottes, die Er über den
geistigen und über den irdischen Samen Abrahams bringen wird-in Seiner
unermeßlichen Barmherzigkeit, das Gericht und die Wiederherstellung aller
Dinge.
Amen.
Michael
Nekora, USA—Ein Mann mit einer Botschaft, -Albert Hudson, England
Albert Hudson
wurde am 20. Mai 1899 geboren. Er starb am 10. Februar dieses Jahres im Alter
von 100 Jahren.
Ich weiß nicht,
, wie er die Wahrheit bekam, aber er erinnerte sich, daß er Bruder Russell 1914
in London sprechen hörte, als er 15 Jahre alt war. Im Wachtturm vom 15. Juli
1914 sagte Bruder Russell, daß er vor ein paar Wochen an einer dreitägigen
Versammlung im Londoner Opernhaus teilnahm, und daß dort während der größten
Veranstaltung 2000 anwesend waren.
Zur Zeit als
dieses Videoband aufgenommen wurde, glaubte Bruder Hudson, daß er der einzige
noch lebende Bruder in England war, der Bruder Russell sprechen hörte. Jetzt
gibt es keinen mehr.
Bruder Hudson
war in der Verbreitung der Wahrheit sehr aktiv. Er schrieb Bücher und Traktate
und war viele Jahre lang der Herausgeber von "Bible Students Monthly’,
eine der lehrreichsten Veröffentlichungen in der Wahrheitsbewegung.
Im Februar 1998
gebrauchte Bruder Donald Holliday seine Videokamera, um einige Gedanken von
Bruder Hudson festzuhalten. Unser lieber Bruder spricht über das, was sich in
der Vergangenheit nach dem Tode eines Mannes ereignete, den Gott benutzte, um
große Dinge zu tun.
Der Eifer unter
solch Begünstigten stirbt oftmals mit ihrem Führer. Er sieht eine ähnliche
Verminderung des Eifers seit den Tagen Bruder Russells.
Er erzählte
Bruder Holliday, daß er sich an die große Menge erinnerte, die an Sonntagen in
London in einem Gebäude mit 1200 Sitzplätzen zusammenkam.
Heute gibt es
dieses Gebäude nicht mehr, und es gibt nicht einen einzigen Bibelforscher, der
in der Stadt London lebt.
Die Singstimme,
die ihr hören werdet, bevor Bruder Hudson spricht, stammt von einer
Tonaufnahme, die bei dem 1914 erstmals vorgestelltem Photodrama benutzt wurde.
Die Gesichter auf den Fotografien sind Älteste des alten London Tabernakel. Es
gibt auch ein Bild von der Royal Albert Hall, in der Bruder Russell 1910 bei
verschiedenen Gelegenheiten zu einer Zuhörerschaft von 4000 bis 7000 bei jedem
Vortrag sprach.
Beginn der
Videovorführung mit Bruder Hudson
In der ganzen
Geschichte hat es kritische Zeiten in der Kirchengeschichte gegeben. Seit
frühesten Zeiten sind Menschen erschienen, die eine Botschaft gebracht haben,
die diejenigen, die sie hörten, inspirierte und sie dazu führte Fortschritte in
dem Verständnis des göttlichen Planes zu machen und ihren Platz in ihrer
eigenen Zeit und Zeitalter in jenem Plan und seinen Auswirkungen einzunehmen.
Und immer ist
eine Zeit gekommen, daß die Begeisterung erlosch, wenn Generation auf
Generation folgte. Der Einfluß des Mannes, der einst die Botschaft brachte, ist
nicht länger spürbar.
Ich denke, das
Wesentliche von diesem liegt in den Worten des Propheten Habakuk in den Tagen,
die der Zerstörung Jerusalems durch Nebukadnezar vorausgingen, der Verödung des
Landes und der Deportation der Menschen von Juda nach Babylon.
Habakuk war ein
Prophet des Herrn. Er kannte etwas von dem, was wir als den göttlichen Plan
bezeichnen, und er sagte dies am Ende seines Buches:
"Denn der
Feigenbaum blüht nicht, und an den Reben ist kein Ertrag. Der Ölbaum versagt
(seine) Leistung, und die Terrassen(gärten) bringen keine Nahrung hervor.
Die Schafe sind
aus der Hürde verschwunden, und kein Rind ist in den Ställen. Ich aber, will
dem HERRN frohlocken, will jubeln über den Gott meines Heils.’
Jene Worte
wurden genau zu der Zeit geäußert, als die Drohung der Zerstörung über Israel
hing. Und sie kam. Viele Male, wenn wir diese Worte betrachtet haben, haben wir
sie in einer symbolischen Art und Weise dargestellt und auf uns selbst
angewandt.
"Der
Feigenbaum blüht nicht.’ Der Feigenbaum ist sicherlich Israel. Wir haben darauf
gewartet ihn blühen zu sehen und sehen ihn jetzt blühen.
"An den
Reben ist kein Ertrag.’ Der Wein, -das Symbol der Kirche-und alle angewandte
Mühe der Ermunterung derjenigen, die des Herrn sein würden, scheinen umsonst
und verschwendet, da so viele von ihnen sich wieder abwenden.
"Der
Ölbaum versagt (seine) Leistung und die Terrassen(gärten) bringen keine Nahrung
hervor.’ In jenen Tagen bestand die Hauptnahrung in Weizen und Gerste. Alle
diese Symbole sollten uns bekannt sein.
Die Leistung
des Ölbaums, -das Werk der Heiligen Geistes, -scheint unwirksam zu sein. Und
das, was die Nahrung derjenigen ist, die des Herrn sein würden, wird nicht da
sein.
Und dann das
vielleicht deutlichste von allen: "Die Schafe sind aus der Hürde
verschwunden und kein Rind ist in den Ställen.’
So oft haben
wir gesagt, daß die Zeit für die letzten der Herde herbeigekommen ist, um
heimwärts gebracht zu werden und dann diejenigen, die für ein irdisches Leben
vorgesehen sind, ihren Platz finden.
Habakuk sah
diese Dinge sich in Israel ereignen. Er sah die Zerstörung voraus. Und in einer
sehr buchstäblichen Art und Weise wurden jene Aussagen wahr.
Er sah Israel
und Juda in die Gefangenschaft gehen und des Herrn Land zerstört und dem Feind
übergeben. Und er fand noch Grund sich zu freuen.
Er war sicher,
-gewiß, -daß eines Tages, wie der Herr gesagt hatte, es allen gut gehen würde.
Aber in der
Zwischenzeit zeigte Israel keine Reue. Und ihr müßt euch an dies erinnern, daß
er an einem Tag lebte, an dem viele von dem wahren Glauben Israels abgefallen
waren.
Die Tage von
dem guten König Josia lagen ein paar Generationen in der Vergangenheit zurück.
Der Mann, der
das wundervolle Passah eingeführt hatte, von dem jemand sagt: "Ein Passah
wie dieses aber war in Israel nicht gefeiert worden seit den Tagen des
Propheten Samuel.’ (2. Chronik 35:18)
Es war die
vierte Generation von Hiskia an, und Hiskia hatte die Macht des Allerhöchsten
Gottes auf die Probe gestellt, als Sanherib das Land umstellte, -eine der sehr
seltenen
Gelegenheiten
in denen Israel nicht auf die Macht Ägyptens vertraute, um sie vor den Feinden
zu verteidigen. Sie vertrauten auf den Herrn. Und sie gingen mit der
Überzeugung zur Nachtruhe, daß der Herr mit dem Feind handeln konnte, der die
Stadt umstellte.
Und sogar der
assyrische König, Sanherib, spricht in seinem eigenen Bericht triumphierend von
einem besonderen Ereignis: "Hiskia, ihren König, habe ich in der
königlichen Stadt Jerusalem wie einen Vogel in einen Käfig eingesperrt.’
Und dann,
höchst seltsam (unerklärlich) für Sanherib, stockt er zu erzählen, was sich als
nächstes ereignet. Er war in seinen Berichten niemals langsam von seinen
Großtaten zu prahlen, aber alles was er darüber sagte, war: "Und der König
ging die lange Straße nach Ninive.’
Wenn wir den
Bibelbericht lesen, so wissen wir, daß es eine einsame Straße für ihn war, denn
all seine Streitkräfte waren in einer Nacht von dem Engel des Herrn geschlagen
worden. (2. Könige 19:35)
Aber diese Tage
lagen alle in der Vergangenheit. Das Israel in den Tagen Habakuks betrachtete
diese Dinge weitgehend als märchenhafte Erzählungen der Vergangenheit, die
vielleicht von ihren Vorfahren ausgeschmückt worden waren und nicht besonders
ernst genommen werden sollten.
Und dann machte
Jeremia, der Prophet, zur fast gleichen Zeit die fast gleiche Erfahrung.
Jeremia hatte einen langen Dienst von 60 bis 70 Jahren.
Er kam fast zum
Ende seines Dienstes, und er ist so enttäuscht, daß er sagt: "Und sage
ich: Ich will nicht mehr an ihn denken und nicht mehr in seinem Namen reden.’
Aber dann in
einer Umkehr des Gedankens fährt er fast augenblicklich fort zu sagen: "
so ist es in meinem Herzen wie brennendes Feuer, eingeschlossen in meinen
Gebeinen. Und ich habe mich (vergeblich) abgemüht, es (weiter) auszuhalten, ich
kann nicht (mehr)!’ { Jer 20:9}
Und Jeremia war
seinem Ruf treu. Er sagte dem letzten König von Juda, (Zedekia), daß er sicher
in die Hände der Babylonier fallen würde, es sei denn, daß er dem Wort des
Herrn
gehorchte und
sich ruhig verhielte. Er sagte den Menschen von Juda, daß, wenn sie ruhig nach
Babylon gingen, denn dies war des Herrn Erlaß für sie, sie sicher sein würden.
Anderenfalls aber nicht. Ich denke, wir kennen den Rest der Geschichte. Sie
entschieden sich noch auf Ägypten zu stützen, und Ägypten ließ sie im Stich.
Es war eine
lange, lange Zeit, bevor ein Tag kam, an dem sie durch die Wirksamkeit eines
Erlasses des Cyrus zurückkamen, mit voller Begeisterung ihr Land und ihren
Tempel aufzubauen und die wahre Anbetung Gottes wiederherzustellen, wie sie in
den Tagen von Alters her gewesen war.
Und als die vierte
Generation vergangen war, hatten sie alles darüber vergessen. So kam ungefähr
30 Jahre später der Prophet Sacharja mit seiner Botschaft, in der er sie an
ihre Mission erinnerte jenen Tempel zu beenden, den sie kaum wiederherzustellen
angefangen hatten. Die Generation, der er predigte, war so begeistert, daß
innerhalb von 4 Jahren das Werk beendet und der Tempel geweiht war. Mit großer
Begeisterung begannen die Menschen Israels ein neues Leben.
Dann, ein paar
Generationen später, hatten sie alles darüber erneut vergessen. Immer blieben
einige wenige treu, immer haben die vielen sich heimlich davongemacht.
Ihr braucht
nicht an jene Zeit zu denken, als diese Dinge sich bewahrheiteten. Es ereignete
sich wieder in den Tagen von Josua.
Ich erinnere an
den Bericht, daß Josua starb und alle Ältesten, die Josua und die ganze
Generation überlebten, und eine neue Generation aufwuchs, die den Herrn nicht
kannte, noch die Wunder, die Er in der Wüste getan hatte.
Wiederum seht
ihr, daß der Herr sie nach jenen 40 Jahren in der Wüste zuletzt in ihr Land der
Verheißung gebracht hat.
Und mit großer
Begeisterung kamen sie unter ihrem Führer Josua das Land zu besiedeln, indem
sie in den Geist des Bündnisses eintraten, den sie am Sinai geschlossen hatten
und wurden in Wahrheit das Volk des Landes.
Ihre Generation
verging. Und die nächste Generation? Sie folgte, weil dies die Weise ist, in
der sie belehrt worden waren. Die nächste Generation? Nun, vielleicht war sie
dem Volk in den Tagen Hesekiels ähnlich, von der der Herr sagte: "Und
siehe, du (das heißt Hesekiel) bist ihnen wie (einer, der) ein Liebeslied
(singt), der eine schöne Stimme hat und gut zu spielen versteht; und sie hören
deine Worte, doch sie tun sie nicht.’ (Hesekiel 33:32)
Wir können uns
dort ganz einfach erinnern, wie wahr das Wort Gottes erfüllt ist. Erinnert
euch, daß es zu
jener Zeit die Geschichte in den Schriften gibt.
Der Mann
Elimelech von Juda nahm sich und seine Familie und ging nach Moab, um dort zu
wohnen, weil das Land unter einer schweren Hungersnot litt. Und er starb in
Moab.
Wenn ihr dazu
kommt darüber nachzudenken, als das Land in eine Hungersnot gefallen war, -und
Moab ist nur gerade über den Fluß, nicht so viele Meilen entfernt, dort gab es
vieles, so daß er dort siedeln konnte, -so kann es dafür nur eine Erklärung
geben: zu jener Zeit hatten sie den Bund aufgegeben, und die Strafe des
gebrochenen Bundes war über sie gekommen.
Dies ist so,
weil der Bund versprach, daß, wenn sie seine Vorschriften bewahren würden, ihre
Feinde niemals in ihr Land kommen würden, das Getreide niemals fehlschlagen
würde, ihr Vieh leben und die Sonne und der Regen ihr Werk tun würden, und
alles gut würde. Und hier war das Land, ungefähr drei Generationen nach Josua,
in Hungersnot.
Dann kam der
König eines fernen Landes mit einem langen Namen, -Cushan Rishathaim, -kam und
nahm sie in Knechtschaft für 8 Jahre. Das nächste was wir in der Geschichte
hören ist, daß die Frau Naomi hörte, daß der Herr Israel gesegnet und ihnen
Brot gegeben hatte. So ging sie zurück und lebte dort mit ihrer
Schwiegertochter Ruth.
Das konnte nur
eines bedeuten: wenn der Herr Israel gesegnet hatte, indem er ihnen Brot gab,
konnte das nur bedeuten, daß sie zu dem Bündnis zurückgekommen waren. Sonst
würde die Hungersnot sich fortgesetzt haben. So bekommen wir wieder eine Zeit
des Unglücks, die auf den gebrochenen Bund zurückgeht und dann die Verleumdung.
Othniel, der
erste Richter Israels, war erschienen. Er hatte den fremden König aus dem Land
vertrieben, und als Naomi und Ruth in das Land kamen, fanden sie Boas, einen
begüterten Landwirt, eine reichliche Ernte, -er hat Arbeiter für sein Feld
bekommen mit Männern die beaufsichtigten.
Und dann, nicht
lange danach, eine Lücke, die nur bedeuten konnte, daß Israel den Bund wieder
verlassen hatte.
So wird alle
Geschichte von Josua an aufwärts durch Menschen gekennzeichnet, die den Weg
nach vorn zu einem zunehmenden Verständnis der göttlichen Wahrheit zeigten und
den Platz des Menschen in jener Wahrheit in ihren Tagen und Zeitalter, um nur
verdunkelt zu werden durch den ansteigenden Unglauben bei ihren Gefolgsleuten.
Heute findet
ihr die gleiche Sache. Ein Mann ist mit einer Botschaft erschienen, die uns entlang
des Weges göttlicher Wahrheit weiter bringt als jemals zuvor.
Der Mann geht,
und binnen kurzem, was er zu sagen hatte, was er zurückließ, -anstatt es zu
nehmen und damit zu arbeiten und vorwärts zu tragen, vielleicht sogar zu einer
höheren
Ebene des
Verständnisses, -wird auf die gleichen Dinge hingewiesen, auf die Israel in
Hesekiels Tagen angesprochen wurde: "Und siehe, du bist ihnen wie (einer,
der) ein Liebeslied (singt), der eine schöne Stimme hat und gut zu spielen
versteht; und sie hören deine Worte, doch sie tun sie nicht.’
Dies ist unsere
Position an diesem Tag. Wir haben uns einer wundervollen Vision erfreut, der
Auswirkung des göttlichen Vorsatzes in unserem Tag und Zeitalter.
Wir müssen dies
festhalten und es in immer klarerer Gestalt erkennen, da die Tage vorangehen,
da die Ereignisse kommen und gehen.
Wir müssen
beachten, was der Psalmist sagt, oder noch mehr die Worte aus den Sprüchen:
"Aber der Pfad der Gerechten ist wie das glänzende Morgenlicht, heller und
heller erstrahlt es bis zur Tageshöhe.’ (Sprüche 4:18)
Das ist unsere
Mission heute. Wir haben in der Vergangenheit wundervolle Dinge gesehen,
wundervolle Offenbarungen göttlicher Wahrheit, und wir schauen sogar nach noch
größeren Dingen in der Zukunft aus.
Je länger wir diese
Dinge gesehen haben, um so sicherer können wir sein, daß wir recht geführt
worden sind.
Der Tag wird
kommen, an dem alles, das wir hoffen und nach dem wir uns ausstrecken,
geschehen wird. -Ende-
Edward
Pietrzyk, Polen—Ein Gott-ein Mittler zwischen Gott und Mensch
Geliebte
Geschwister in Christo, liebe Freunde-alle diejenigen, die " lesen und die
Worte der Weissagung hören und bewahren, was in ihr geschrieben ist: Gnade euch
und Friede von dem, der ist und der war und der kommt (...), und von Jesus
Christus, [der] der treue Zeuge [ist], der Erstgeborene der Toten und der Fürst
der Könige der Erde!’ -Offenbarung 1:3-5
Als Grundlage
für unsere heutige Betrachtung wollen wir die Worte des Apostel Paulus, eines
Gelehrten und Theologen des Neuen Testaments nehmen. Im ersten Brief an
Timotheus 2:5-6 hat er uns das folgende Zeugnis hinterlassen:
"Denn
einer ist Gott, und einer ist Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch
Christus Jesus, der sich selbst als Lösegeld für alle gab, als das Zeugnis zur
rechten Zeit.’ - _ 1Ti 2:5-6???
Mit diesen
Worten richtet der Apostel unsere Aufmerksamkeit auf drei Dinge, welche er
vielfach und an vielen Stellen zum Credo des Evangeliums macht, das er
verkündet:
0. Zum einen: daß es einen Gott gibt,
1. zum zweiten: daß es einen Mittler zwischen Gott und
Menschen gibt, den Menschen Christus
Jesus, der sich selbst als Lösegeld
für alle gab
2. zum dritten: daß Gott in seinem Plan eine bestimmte
Zeit vorgesehen hat, in der davon
Zeugnis gegeben werden soll.
Wenn wir dem
Gedanken des Apostels folgen, werden wir uns an dieser Stelle drei grundlegende
Fragen stellen:
(I.) Warum weist Apostel Paulus darauf hin und
ermahnt, daß es einen Gott gibt? Kann man denn meinen, daß es mehrere Götter
gibt?
(II.) Warum sieht Apostel Paulus es als
angebracht und wichtig an, zu ermahnen und zu erinnern, daß es nur einen
Mittler zwischen Gott und Mensch gibt, dieser ist einzig und allein der Mensch
Jesus Christus, und sein Amt des Mittlers beruht auf dem Verdienst des auf
Golgatha niedergelegten Lebens-konnte auch das ein Problem für die Gläubigen
des Zeitalters des Evangeliums, der Zeitspanne in welcher die frohe Botschaft
des Evangeliums verkündet wird, darstellen?
(III.) Warum verbindet Apostel Paulus das Wesen
des auf Golgatha vollbrachten Erlösungswerks mit dem Kommen der rechten
Zeit-erstreckt sich etwa das Verständnis, ja vielmehr das Profitieren von dem
Erlösungswerk über eine längere Zeitspanne? Ist es verschieden für
unterschiedliche Gruppen von Menschen?
Laßt uns auf
das Wort Gottes zurückgreifen, welches "von Gott eingegeben und nützlich
zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der
Gerechtigkeit ist’ - _ 2Ti 3:16???, um eine Antwort auf die eben gestellten
Fragen zu finden.
EIN GOTT
Apostel Paulus
sagt: "Denn einer ist Gott’, mehr noch-im ersten Brief an Timotheus 4:10
fügt Paulus hinzu, daß "wir auf einen lebendigen Gott hoffen’. Wir
ergänzen also die vorher gestellte Frage: Kann Gott tot sein?
Um dem Gedanken
des Apostels folgen zu können, möchten wir die Bibel im zweiten Buch Moses
20:1-6 öffnen, wo das Überreichen der Zehn Gebote Gottes an das von ihm
auserwählte Volk Israel beschrieben ist: "Und Gott redete alle diese Worte
und sprach: Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus dem Land Ägypten, aus
dem Sklavenhaus herausgeführt habe.
Du sollst keine
andern Götter haben neben mir. -Du sollst dir kein Götterbild machen, auch
keinerlei Abbild dessen, was oben im Himmel oder was unten auf der Erde oder
was in den Wassern unter der Erde ist. Du sollst dich vor ihnen nicht
niederwerfen und ihnen nicht dienen. Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein
eifersüchtiger Gott, der die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern, an der
dritten und vierten [Generation] von denen, die mich hassen,
der aber Gnade
erweist an Tausenden [von Generationen] von denen, die mich lieben und meine
Gebote halten. -’- _ 2Mo 20:1-6
Also gibt es
einen, ewigen Gott, der "der Anfang und das Ende ist’, denjenigen, dessen.
"Hand die Grundmauern der Erde gelegt hat und dessen Rechte die Himmel
ausgespannt hat.’ -Jesaja 48:13, denjenigen, der " das Volk Israel aus
Ägypten, aus dem Sklavenhaus herausgeführt hat’. Gott stellt die Frage:
"Gibt es einen Gott außer mir?’
Er antwortet:
"Es gibt keinen Fels, ich kenne keinen’ (Jesaja 44:8)
Und Gott warnt:
Du sollst dir kein Götterbild machen, auch keinerlei Abbild dessen, was oben im
Himmel oder was unten auf der Erde oder was in den Wassern unter der Erde ist.
Du sollst dich vor ihnen nicht niederwerfen und ihnen nicht dienen. Denn ich,
der HERR, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott.’
Ausgerechnet
hier lassen viele Christen, wenn sie den Inhalt des göttlichen Gebotes
zitieren, mehr oder weniger bewußt die Worte der Warnung Gottes weg. Es ist
nicht unsere Aufgabe, Richtsprüche auszusprechen, wie gefährlich jedoch klingen
in diesem Kontext die krönenden Worte der Offenbarungsvision Johannes:
"Und wenn
jemand von den Worten des Buches dieser Weissagung wegnimmt, so wird Gott sein
Teil wegnehmen von dem Baum des Lebens und aus der heiligen Stadt, von denen in
diesem Buch geschrieben ist.’ -Offenbarung. 22:19. In der Tat, " es ist
furchtbar, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen!’ - Heb 10:31???
Laßt uns also
die Worte des Apostels wiederholen: "Denn einer ist Gott’, der lebendige
Gott, auf den wir hoffen, nicht auf ein Götterbild jeglicher Art, das von dem
Menschen angefertigt wurde. Der Prophet Jeremia, der die Herrlichkeit des
einzigen, lebendigen Gottes pries, schrieb folgendes:
"Hört das
Wort, das der HERR zu euch redet, Haus Israel! So spricht der HERR: Gewöhnt
euch nicht an den Weg der Nationen und erschreckt nicht vor den Zeichen des
Himmels, [auch] wenn die Nationen vor ihnen erschrecken! Denn die Ordnungen der
Völker-ein Götze ist es, [der sie gab]. Ja, [ihre Götzen] sind Holz, das einer
aus dem Wald geschlagen hat, ein Werk von Künstlerhänden, mit dem Schnitzmesser
[hergestellt]. Man schmückt es mit Silber und mit Gold. Mit Nägeln und mit
Hämmern befestigen sie es, daß es nicht wackelt. Sie sind wie eine
Vogelscheuche [im] Gurkenfeld und reden nicht; sie müssen getragen werden, denn
sie gehen nicht. Fürchtet euch nicht vor ihnen! Denn sie tun nichts Böses, und
Gutes tun können sie auch nicht. (...)Sie sind allesamt dumm und töricht; die
Unterweisung der Nichtigkeiten-Holz ist sie.
Dünngeschlagenes
Silber wird aus Tarsis gebracht und Gold aus Ufas, ein Werk des
Kunsthandwerkers und der Hände des Goldschmieds. Violetter und roter Purpur ist
ihr Gewand, sie alle sind [nur] ein Werk von Kunstfertigen. Aber der HERR ist
in Wahrheit Gott. Er ist der lebendige Gott und ein ewiger König.’ - Jer
10:2-10???
Und noch eins.
Als Apostel Paulus Zeugnis über einen Gott und einen Mittler zwischen Gott und
Mensch gab, lieferte er gleichzeitig eine Erklärung für ein weiteres Problem:
Er lehrt, daß es zwei Personen gibt-einen Gott und einen Mittler, also einen
Vater und einen Sohn, zwei unabhängige, unterschiedliche Wesen und nicht zwei
oder drei in einer Person; und obwohl beide unsterblich sind, sind sie doch
einander nicht gleich, wie viele Kirchen der modernen Welt lehren.
Im ersten Brief
an die Korinther 15:27-28 spricht Apostel Paulus über die Herrlichkeit des
zukünftigen Königreiches, um welches jeder von uns tagtäglich betet, indem er
sagt: "Dein Königreich komme’ und gibt in einer ausgesprochen logischen
und nicht bestreitbaren Ausführung Aufschluß über diese Dinge:
"Denn
alles hat er seinen Füßen unterworfen. Wenn es aber heißt, daß alles
unterworfen sei, so ist klar, daß der ausgenommen ist, der ihm alles
unterworfen hat. Wenn ihm aber alles unterworfen ist, dann wird auch der Sohn
selbst dem unterworfen sein, der ihm alles unterworfen hat, damit Gott alles in
allem sei.’ -1.Kor 15:27-28
EIN MITTLER
Der Apostel
sagt: "und einer ist Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch
Christus Jesus, der sich selbst als Lösegeld für alle gab’
Hier kehrt
unsere Frage zurück: Warum sieht Apostel Paulus es als angebracht und wichtig
an, zu ermahnen und zu erinnern, daß es nur einen Mittler zwischen Gott und
Mensch gibt, dieser ist einzig und allein der Mensch Jesus Christus, und sein
Amt des Mittlers beruht auf dem Verdienst des auf Golgatha niedergelegten
Lebens-konnte auch das ein Problem für die Gläubigen des Zeitalters des
Evangeliums, der Zeitspanne in welcher die frohe Botschaft des Evangeliums
verkündet wird, darstellen?
Wenn wir eine
Antwort auf eine so gestellte Frage suchen, sollten wir uns 6000 Jahre
zurückversetzen in eine Zeit, in welcher durch die Macht des Wortes Gottes hier
auf der Erde Leben entstanden ist. Laßt uns nachlesen im Buch Moses 1:26-27:
"Und Gott sprach: Laßt uns Menschen machen in unserm Bild, uns ähnlich!
Sie sollen herrschen über die Fische des Meeres und über die Vögel des Himmels
und über das Vieh und über die ganze Erde und über alle kriechenden Tiere, die
auf der Erde kriechen! Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bild, nach dem
Bild Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie.’
Das Zeugnis der
Bibel besagt also, daß Gott den Menschen "nach seinem Bild’ geschaffen
hat’ -zwar nicht was die Natur oder die Art des Lebens anbetrifft, denn
diesbezüglich lehrt Apostel Paulus, daß es " himmlische Leiber und
irdische Leiber gibt’ und "der Glanz der himmlischen, anders als der der
irdischen ist’ - _ 1Kor 15:40-aber
bezüglich dessen, daß der Mensch, ähnlich wie Gott, ein Begriffsvermögen und einen
freien Willen erhalten sollte. Im Menschen sollte sich die Harmonie der
göttlichen Eigenschaften: Weisheit, Macht, Gerechtigkeit, Liebe widerspiegeln,
damit der Mensch, ähnlich wie Gott, König und Herr des gesamten Weltraums sei,
lebe und über den ganzen Erdkreis herrsche.
Mensch und
Gott-Ähnlichkeiten, aber auch Unterschiede, nämlich das Fleisch -das wissen wir bereits-es handelt sich zum einen um einen
irdischer Körper, aus Erdstaub geschaffen, und zum anderen um einen
himmlischen, also geistigen Körper-und das Leben. Über
Gott, den Schöpfer des Weltalls sagt uns die Schrift deutlich, daß er
unsterblich ist, und dies bedeutet, daß der Zustand des Todes in seinem Fall
nicht möglich ist.
Die Aussage der
heiligen Schrift läßt diesbezüglich keine Zweifel zu: "König der Könige
und Herr der Herren, der allein Unsterblichkeit hat und ein unzugängliches
Licht bewohnt, den keiner der Menschen gesehen hat noch sehen kann. ‘-
1.Tim.6:15-16
Und der Mensch?
Im ersten Buch Mose 2:8, 16-17 lesen wir das folgende Zeugnis: "Und Gott,
der HERR, pflanzte einen Garten in Eden im Osten, und er setzte dorthin den
Menschen, den er gebildet hatte. Und Gott, der HERR, gebot dem Menschen und
sprach: Von jedem Baum des Gartens darfst du essen; aber vom Baum der Erkenntnis
des Guten und Bösen, davon darfst du nicht essen; denn an dem Tag, da du davon
ißt, mußt du sterben!
Also war der
Tod im Falle des Menschen möglich! Der Tod der Seele, des
lebendigen
Wesens, nicht des Leibes: soweit die Auslegung, welche das Wort Gottes liefert.
Dieses besagt, daß der Mensch eine Seele ist und nicht eine Seele hat. Als
Bestätigung für diese These lesen wir im ersten Buch Mose 2:7: "da bildete
Gott, der HERR, den Menschen, [aus] Staub vom Erdboden und hauchte in seine
Nase Atem des Lebens; so wurde der Mensch eine lebende Seele. ‘- 1.Mo. 2:7
Mehr noch: Das
selbe Wort Gottes lehrt, daß die menschliche Seele sterblich ist, der Tod also
im Falle der menschlichen Seele möglich ist! Der erste Mensch, der als Abbild
Gottes geschaffen worden ist, hat das Gesetz Gottes gebrochen:
"Und die
Frau sah, daß der Baum gut zur Speise und daß er eine Lust für die Augen und
daß der Baum begehrenswert war, Einsicht zu geben; und sie nahm von seiner
Frucht und aß, und sie gab auch ihrem Mann bei ihr, und er aß.’ -1.Mo. 3:6
Adam starb, als
er 930 Jahre alt war. Die Worte des göttlichen Richtspruchs fanden ihre
Erfüllung: "denn an dem Tag, da du davon ißt, mußt du sterben’. Adam, eine
lebende Seele starb, entsprechend den späteren Aussagen des Propheten Hesekiel:
"Siehe, alle Seelen gehören mir; wie die Seele des Vaters, so auch die
Seele des Sohnes. Sie gehören mir. Die Seele, die sündigt, sie [allein] soll
sterben. ‘- Hesekiel. 18:4
Seit diesen
Ereignissen sind nun sechstausend Jahre vergangen. Indem Adam seine Hand nach
der verbotenen Frucht ausstreckte, brachte er den Fluch des Todes über sich-und
nicht nur das. Die Worte des göttlichen Urteils umfaßten auch alle diejenigen,
die aus ihm geboren werden sollten: sie umfaßten das gesamte menschliche Geschlecht.
Die Aussage des
Apostels ist hier eindeutig: "Darum, wie durch einen Menschen die Sünde in
die Welt gekommen ist und durch die Sünde der Tod.’ -Röm. 5:12 Ja, "die
Väter haben unreife Trauben gegessen, und die Zähne der Söhne sind stumpf
geworden;’ - Jer 31:29???
Durch seinen
Fall stand der Mensch nicht nur dem Todesurteil gegenüber, sondern verlor auch
in einem sichtlichen Ausmaß die Ähnlichkeit zu Gott, er wurde befleckt und
verdorben. Aus einem Kind Gottes wurde ein Kind des Ärgernisses, oft ohne
"Hoffnung und ohne Gott in der Welt.’ -Epheser 2:12
Gibt es denn
nun für uns Menschen keinerlei Hoffnung mehr? Stehen uns heute nur noch Leiden,
Schmerz, Sünde und Tod zu? Nein, auf keinen Fall. Johannes offenbart uns
nämlich das große Geheimnis des göttlichen Planes, welchen die Weisheit Gottes
noch "vor Grundlegung der Welt’ festgelegt hat.- 1.Petr. 1:20
"Hierin
ist die Liebe Gottes zu uns geoffenbart worden, daß Gott seinen eingeborenen
Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben möchten. Hierin ist die
Liebe: nicht daß wir Gott geliebt haben, sondern daß er uns geliebt und seinen
Sohn gesandt hat als eine Sühnung für unsere Sünden.’ -1.Jo. 4:9-10
Denselben
Gedanken bestätigt Paulus im Brief an die Römer 3:25, wo wir lesen:
"...Ihn hat Gott dargestellt zu einem Sühneort durch den Glauben an sein
Blut’. Und Jesus sagte: "Aber auch in eurem Gesetz steht geschrieben, daß
das Zeugnis zweier Menschen wahr ist.’ { Joh 8:17}
Ja, Adam, ein
perfekter Mensch, hat das Gesetz Gottes gebrochen, starb, und in ihm die ganze
Menschheit. "Gerechtigkeit und Recht sind deines Thrones Grundfeste.’
-in Ps 89:15 -sagt der Psalmist des
Herrn und das vollkommene Gesetz der Gerechtigkeit Gottes kennt keine
Ausnahmen: Auge um Auge, Zahn um Zahn, ein Mensch für einen Menschen, ein Leben
für ein Leben.’
Weil der
vollkommene Mensch gesündigt hat, mußte ein vollkommener Mensch sein Leben
opfern, um die Menschheit von dem Todesurteil zu befreien.
Das ist der
Grund, aus dem Jesus auf die Welt kam! "als aber die Fülle der Zeit kam’
-entsprechend Seinem Plan, der vor der Grundlegung der Welt festgelegt
wurde-sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau, geboren unter Gesetz, ‘-
Galater 4:4, also mußte der Mensch Jesus Christus, kein verkörperter Engel,
sondern der Menschensohn, in allem den Brüdern gleich werden-in allem in
gleicher Weise [wie wir] versucht werden, [doch] ohne Sünde.’ - Heb
2:17,4:15???
Laßt uns
wiederholen: Dieser Jesus, der Mensch Jesus Christus-der Eingeborene Sohn
Gottes hat freiwillig sein Leben niedergelegt als Lösegeld für alle:
"Dieser aber hat ein Schlachtopfer für Sünden dargebracht’-ein Schlachtopfer-dies
bedeutet, daß es nicht erforderlich ist, ein solches Opfer zu irgendeinem Zweck
zu wiederholen. { Heb 10:12}
Dies ist der
Kern des göttlichen Planes dem Menschen gegenüber, die Hoffnung der in Sünde
und Tod versunkenen Welt. "Antilutron’ bedeutet "äquivalenter
Preis’:"die Erlösung, die in Christus Jesus ist. Ihn hat Gott dargestellt
zu einem Sühneort durch den Glauben an sein Blut’ -Röm. 3:24-25
Deshalb sagt
Apostel Petrus: "Und es ist in keinem anderen das Heil; denn auch kein
anderer Name unter dem Himmel ist den Menschen gegeben, in dem wir errettet
werden müssen.’ -Apg. 4:12. Apostel Paulus lehrt mit Überzeugung: "Denn
einer ist Gott, und einer ist Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch
Jesus Christus.’
Es gibt also
keinen anderen Mittler zwischen Gott und Mensch, es gibt keinen anderen
Fürsprecher-weder auf der Erde, noch im Himmel, denn "niemand ist
hinaufgestiegen in den Himmel als nur, der aus dem Himmel herabgestiegen ist,
der Sohn des Menschen.’ - Joh 3:13???
Aus diesem
Grunde ermahnte Jesus, als er auf der Erde war, seine Jünger, und über sie auch
uns: "Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Was ihr den Vater bitten werdet
in meinem Namen’ -also nicht im Namen dieses oder jenen Menschen-"wird er
euch geben.’ - Joh 16:23???
Zusammenfassend
kann man sagen, daß wir uns merken sollten, daß Jesus, "Gottes Lamm im
Voraus vor der Grundlegung der Welt erkannt’ für Adam und damit für das ganze
menschliche Geschlecht gestorben ist, denn das war die Absicht Gottes gegenüber
dem Menschen.
DIE RECHTE ZEIT
Der Apostel
sagt: "der sich selbst als Lösegeld für alle gab, als das Zeugnis zur
rechten Zeit’.
Hier stellen
wir uns wieder die Frage: Warum verbindet Apostel Paulus das Wesen des auf
Golgatha vollbrachten Erlösungswerks mit dem Kommen der rechten Zeit-erstreckt
sich etwa das Verständnis, ja vielmehr das Profitieren von dem Erlösungswerk
über eine längere Zeitspanne? Ist es verschieden für unterschiedliche Gruppen
von Menschen?
Um den Sinn
dieses Gedanken des Apostels zu begreifen, laßt uns vor allem darauf achten,
daß wir, wenn wir von Jesus als einzigem Weg der Versöhnung des Menschen mit
Gott sprechen, uns der Tatsache bewußt sein müssen, daß eine große Mehrheit der
Menschen im Grab liegt, und selbst viele von denen, die im
Evangeliumszeitalter, also in der Zeit, in welcher die frohe Botschaft über das
Königreich Gottes verkündet wird, lebten und leben, keine Gelegenheit hatten,
um den Namen Jesus zu hören, an ihn zu glauben und schließlich erlöst zu
werden.
Weiter sagt die
heilige Schrift deutlich, daß Gott nicht die Absicht hat, Menschen aufgrund
ihres mangelnden Wissens oder Bewußtseins darüber zu erlösen, sondern möchte,
"daß alle Menschen (alle ohne Ausnahmen) (wenn sie wollen) zur Erkenntnis
der Wahrheit kommen.’ 1.Tim. 2:4 Und wenn es heißt, daß "es weder Tun noch
Berechnung, noch Kenntnis, noch Weisheit im Scheol gibt.’ -Prediger 9:10, so
sollten wir erwarten, daß der allmächtige, gerechte und liebevolle Gott auch
das in seinem Plan vorgesehen hat.
Tatsächlich.
Laßt uns noch mal die Worte des Apostel Paulus lesen: "Denn
einer ist Gott,
und einer ist Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch Christus Jesus,
der sich selbst als Lösegeld für alle gab, als das Zeugnis zur rechten Zeit’
Hören wir die
Botschaft heraus, die Paulus uns überbringt? Die rechte Zeit-ja, Gott hat eine
rechte Zeit für alles vorgesehen. Er hätte zwar auch denen, die in der
Vergangenheit, vor der Geburt Jesu, gelebt haben, ein Zeugnis geben können, die
Tatsache, daß er es nicht getan hat, zeigt jedoch, daß die rechte Zeit für
diese Menschen in der Zukunft liegt.
In seinem
Erlösungsplan sah Gott eine rechte Zeit für die Allgemeinheit der Menschheit,
eine Zeit, die laut der Lehre der Heiligen Schrift ein tausend Jahre dauern
soll, eine gesegnete Zeit "der Wiederherstellung aller Dinge, von denen
Gott durch den Mund seiner heiligen Propheten von jeher geredet hat.’ -Apg.
3:21
Eine Zeit, in
der die Menschheit-sowohl diejenigen die vor Christus gelebt haben, als auch
diejenigen, die nach ihm geboren wurden, aber "zu jener Zeit ohne Christus
waren, ausgeschlossen vom Bürgerrecht Israels und Fremdlinge hinsichtlich der
Bündnisse der Verheißung; keine Hoffnung hatten und ohne Gott in der Welt
waren.’ -Epheser. 2:12, eine Gelegenheit bekommen, um von dem Opfer unseres
Herrn zu profitieren, eine Gelegenheit, um Harmonie und Versöhnung mit ihrem
Schöpfer, dem Allmächtigen Gott zu erlangen.
In dem immer
noch andauernden Evangeliumzeitalter hat Gott dagegen diese Gelegenheit auf der
Grundlage eines freiwillig eingegangenen Opferbundes nur einer besonderen
Klasse von Menschen überlassen: der Kirche der Erstgeborenen, den Teilnehmern
der himmlischen Berufung, den Heiligen des gegenwärtigen Zeitalters. Sie sind
es, die Apostel Paulus im Römerbrief meint, Röm. 12:1 als er sagte:
"Ich
ermahne euch nun, Brüder, durch die Erbarmungen Gottes, eure Leiber
darzustellen als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer, was euer
vernünftiger Gottesdienst ist.’ -Römer 12:1.
Der Absicht
Gottes entsprechend, wird diese Klasse, die 144.000 Mitglieder zählt, zusammen
mit Jesus das königliche Priestertum der zukünftigen Zeitalter bilden. Durch
dieses werden alle Menschen zur Erkenntnis der Wahrheit gebracht.
Diese Gedanken
bestätigt auch Apostel Johannes in seinem Brief: "Meine
Kinder, ich
schreibe euch dies, damit ihr nicht sündigt; und wenn jemand sündigt-wir haben
einen Beistand bei dem Vater: Jesus Christus, den Gerechten. Und er ist die
Sühnung für unsere Sünden (unsere, also der Kirche der Erstgeborenen des
gegenwärtigen Zeitalters), nicht allein aber für die unseren, sondern auch für
die ganze Welt (also für die Sünden der übrigen Menschheit).’ - _ 1Jo 2:1-2???
Um unsere
Betrachtung abzuschließen, wollen wir kurz zusammenfassen.
Nachdem wir den
Inhalt der Aussage von Apostel Paulus in 1.Tim. 2:5-6 analysiert haben:
"Denn einer ist Gott, und einer ist Mittler zwischen Gott und Menschen,
der Mensch Christus Jesus, der sich selbst als Lösegeld für alle gab, als das
Zeugnis zur rechten Zeit.’ kommen wir zu folgenden Ergebnissen:
(I) Es gibt einen, lebendigen Gott,
"dessen Hand die Grundmauern der
Erde gelegt hat
und dessen Rechte die Himmel ausgespannt hat.’ Auf diesen Gott soll man hoffen,
nicht auf vom Menschen angefertigte Abbilder.
(II) Der Mensch, nach dem Bild Gottes
geschaffen-allerdings nicht was die
Natur oder die
Art des Lebens anbetrifft, eine sterbliche Seele war und ist. Durch das
Verstoßen gegen das Gesetz Gottes brachte der Mensch den Fluch des Todes über
sich, wurde befleckt und verdorben.
(III) Um die Menschheit dem Todesurteil zu
entziehen, das ihr durch die Gerechtigkeit Gottes auferlegt wurde, mußte ein
vollkommener Mensch, und keine verkörperte geistige Gestalt, sein Leben opfern.
Dieses tat der Mensch Jesus Christus, der eingeborene Sohn Gottes, "der
sich selbst als Lösegeld für alle gab’.
(IV) In seinem Plan hat Gott eine bestimmte
Zeit für die Erkenntnis und Annahme der sich daraus ergebenden Erlösung
vorgesehen-eine für die Kirche der Erstgeborenen des gegenwärtigen Zeitalters
und eine andere für die übrige Menschheit.
Möge jeder von
uns, der "liest und die Worte der Weissagung hört und bewahrt, was in ihr
geschrieben ist’ die ihm gegebene rechte Zeit-sei es jetzt oder in der
Zukunft-richtig nutzen. Dann werden sich die Worte des Apostel Paulus, die im
ersten Brief an Timotheus zu finden sind, in ihm erfüllen:
"Denn
dafür arbeiten wir und werden geschmäht, weil wir auf einen lebendigen Gott
hoffen, der ein Retter aller Menschen ist, besonders der Gläubigen.’
Amen.
David Rice,
USA—Das Wort Gottes
(Schlussansprache)
Liebe
Geschwister, wir sind nun am Ende einer weiteren wunderschönen Versammlung
angelangt. Wir haben von vielen Lektionen gehört, die gut vorbereitet wurden.
Wir haben an
des Herrn Tisch gespeist und vom Wasser des Lebens empfangen. All diese
Großzügigkeit ist vom Wort Gottes ausgegangen.
Wir stehen am
Ende eines Jahrhunderts und am Anfang eines anderen... am Ende eines
Millenniums und dem Anfang eines andern.
Heute Abend
werden wir zurückblicken und nach vorne schauen. Wir werden sehen, wohin uns
das Wort des Herrn geführt hat und wohin es uns noch führen wird.
Doch zuvor
möchten wir darauf schauen, wie die Schrift selbst vom Wort Gottes spricht.
Wir betrachten
das Manna in der Wildnis, die Schaubrote und den Leuchter in der Stiftshütte,
einen Psalm, der dem Wort Gottes gewidmet ist und die beiden Zeugen der
Offenbarung.
Das Manna in
der Wüste.
Das "Wort
Gottes" hat zweierlei Bedeutung: das buchstäbliche Wort, die Schrift, und
das lebendige Wort, Jesus.
Das Erste wird
in Mt 4:4 erwähnt: "Nicht von Brot
allein soll der Mensch leben, sondern von jedem Wort, das durch den Mund Gottes
ausgeht."
Und die Zweite
steht in Offenbarung 19:13: "...und sein Name heißt: Das Wort
Gottes."
Das tägliche
Manna, welches Israel in der Wüste ernährte, versinnbildlicht das Wort Gottes
in beiderlei Hinsicht.
Zuerst
versinnbildlicht es die Schrift, von welcher wir täglich ernährt werden. ( Mt
24:41 4. Mose 11:8; Band 4 S. 609 -engl. Ausgabe-)
Als die
Israeliten zum erstmals das Manna vom Himmel aßen, war "sein Geschmack wie
Kuchen mit Honig" (2. Mose 16:31)
Diese Symbole,
Kuchen und Honig, versinnbildlichen den wunderbaren Ruf nach Herrlichkeit, der
in der Schrift enthalten ist. Der Kuchen war einer jener drei Gegenstände, die
als Webopfer bei der Weihung der Priesterschaft für Gott dargebracht wurden.
In der
Stiftshütte deutet Bruder Russell auf Seite 46 -engl. Ausgabe- die beiden als
Rechtfertigung und Heiligung.
Und der Kuchen
bedeutet Verherrlichung-"unsere Hoffnung und unser Glaube an die überaus
kostbaren Verheißungen der Herrlichkeit, Ehre und Unsterblichkeit."
Der Kuchen
wurde auch zum Schluß des Nazaräergelübdes benutzt, das unsere Weihung Gott
gegenüber darstellt, die zur Verherrlichung führt. (4. Mose 6:19)
Der Honig
versinnbildlicht sie Süße unserer Hoffnung in Christo.
Denkt an das
Rätsel, welches Samson aufgab: "Aus dem Fresser kam Fraß, und aus dem
Starken kam Süßes." Richter 14:14
Das Rätsel
betraf einen getöteten Löwen, in welchem von Bienen Honig aufbewahrt wurde.
Der Löwe
versinnbildlicht Jesus, den "Löwen aus den Stamme Juda", dessen Tod
die Süße des himmlischen Rufes bereitstellt.
Weil der Honig
unseren himmlischen Ruf darstellt, war dieser einer der beiden Gegenstände, für
welche Gott gebot, sie niemals auf dem Altar zu opfern. (3. Mose 2:11)
Eines war der
Sauerteig, weil wir nichts sündiges Gott opfern können. Das andere war der
Honig, weil wir niemals die Verheißung der Herrlichkeit, Ehre und
Unsterblichkeit opfern können.
Das Manna
versinnbildlicht auch Jesus, das lebendige Wort.
In Johannes
6:48-51 bezieht es Jesus auf sich persönlich. "Eure Väter haben das Manna
in der Wüste gegessen... Ich bin das lebendige Brot, das aus dem Himmel
herabgekommen ist... Das Brot aber, das ich geben werde, ist mein Fleisch für
das Leben der Welt."
Ohne dieses
Brot vom Himmel würde wir kein Leben haben.
Die Schaubrote
in der
Stiftshütte
Im Heiligtum
der Stiftshütte war ein Tisch mit zwei Stapeln Brot, welche
"Schaubrote" genannt wurden, weil sie offen dargestellt oder
vorgezeigt wurden.
Aber eine
bessere Übersetzung ist "Brot der Gegenwart", das Brot, das in der
"Gegenwart" Jehovas gezeigt wurde, der gerade hinter dem Vorhang
dargestellt ist. (2. Mose 25:23-30 engl. Übersetzung)
Es wurde
wahrscheinlich in großen runden Laiben gebacken, die nicht zu dick waren. Es
gab 12 Laib, welche in zwei Stapeln von sechs angeordnet wurden, auf denen es
dann oben Weihrauch gab.
Den Israeliten
versinnbildlicht dies die geistige Speise für die 12 Stämme, aber es hat für
uns eine höhere Bedeutung.
Es ist Speise
für das geistige Israel-das Wort Gottes, die Schrift. Die Schrift besteht aus
zwei Teilen, dem Alten und Neuen Testament, die durch die beiden Stapel
veranschaulicht sind.
Es gibt viele
Symbole für das Wort Gottes, die alle aus der Zahl zwei bestehen...
Zwei
Silbertrompeten (4. Mose 10:2); zwei Olivenbäume (Sachaja 4:3); zwei Zeugen
(Off. 11:3);
Zwei Flügel des
großen Adlers (Off. 12:14); zwei Schwerter (Lukas 22:38)
So sind die
beiden Brotstapel im Heiligtum ein folgerichtiger Weg, die beiden Teile der
Bibel zu zeigen.
Auch der
eigentliche Tisch zeigt dies, denn er maß nur eine Elle in der Breite, aber
zwei Ellen in der Länge.
Daß die beiden
Stapel je sechs Laib enthalten ist für das Erreichen von zwölf notwendig, die
zwölf Stämme Israel.
Aber dies
erinnert uns gleichzeitig an das, was sie darstellen, den die beiden Zahlen von
jeweils sechs formen die Zahl sechsundsechzig, welches die Anzahl der Bücher in
der Bibel ist.
Wir alle
wissen, daß es im Alten Testament mehr Bücher als im Neuen gibt und nicht
einfach dreiunddreißig in jedem.
Wenn wir jedoch
dieser Zahl noch sechs hinzufügen, dann erhalten wir die Anzahl der Bücher des
Alten Testaments, also neununddreißig.
Wenn wir von
dreiunddreißig sechs anziehen, dann erhalten wir die Anzahl der Bücher des
Neuen Testaments, also siebenundzwanzig. Dies ist ein kleiner leicht zu
merkender Trick. Die, die das Brot aßen, nachdem es wöchentlich ausgetauscht
wurde, waren die Priester.
Und dies zeigt
uns nochmals, daß die Nahrung für die Kirche ist, weil die Priester die Kirche
darstellen. (Offenbarung 20:4-6)
Jeder Laib
wurde mit "zwei Zehntel Maß" feinem Mehl gebacken, zusammen 24
Zehntel Maß insgesamt. Genau so wurde die Priesterschaft später in 24
Dienstabteilungen unterteilt. (3. Mose 24:5; 1. Chronik 24:18)
Während sich
das Brot der Gegenwart auf Jesus, das lebendige Wort, bezieht, so bemerken wir,
daß die Höhe des Tische, des diese Brot zeigt, in Ellen war. (2. Mose 25:23)
Die gleiche
Höhe hat die Bundeslade im Allerheiligen (2. Mose 25:10) und der Feuerrost des
Altars im Vorhof. { Ex 27:1,5}
Deswegen ist
Jesus in der gleichen "Höhe" in allen drei Fällen dargestellt. So war
das Opfer im Vorhof, das Brot im Heiligtum und das Blut im Allerheiligen
jeweils 1,5 Ellen hoch.
Der Leuchter
Ebenfalls im
Heiligtum befand sich ein Leuchter auf der linken Seite des Eingangs.
Er auf jeder
Seite drei Arme und einen in der Mitte, also insgesamt sieben Arme, auf denen
sieben Lampen das Öl verbrannten und Licht erzeugten.
In Johannes
15:5 sagt Jesus: "Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben-Zweige."
(engl. Übersetzung)
Auf ähnliche
Weise stellt der Leuchter Christus dar und die sieben Arme die Kirche.
Die Offenbarung
zeigt die Dinge nur wenig unterschiedlich als Leuchterarme, die sieben Stufen
der Kirche während des Evangeliumszeitalters.
Das Gewicht des
goldenen Leuchters betrug ein Talent. Dies war genau so viel wie die silbernen
Sockel der Stiftshütte, von denen jeder ein Talent wog.
Diese
Silbersockel kamen von dem Lösegeld, das bezahlt wurde, um alle männlichen
Erwachsenen in Israel zu auszulösen.
Sie stellen das
Lösegeld durch Christum dar, welches die Grundlage des Planes Gottes zur
Versöhnung ist. (2. Mose 30:12-16; 38:25-27; 1. Könige 20:39)
Wie nun
Christus in der gleichen Höhe des Vorhofes, des Heiligen und des Allerheiligen
gezeigt ist, so wird ist er auch durch das gleiche Gewicht dargestellt.
Ein Talent
Silber war es bei den Sockeln und ein Talent Gold beim Leuchter.
Das Öl, das in
den sieben Lampen brannte, stellt den Heiligen Geist Gottes dar. Wenn wir es
gebrauchen, wenn wir es "verbrennen", dann werden wir erleuchtet.
Doch was ist
die Quelle des Heiligen Geistes?
Eine Vision
Sacharjas aus dem vierten Kapitel gibt die Antwort. In dieser Vision gab es
auch einen Leuchter mit sieben Lampen.
In der Nähe gab
es zwei Olivenbäume, einer auf jeder Seite, die ihr Öl durch zwei goldene
Leitungen in ein Gefäß ausgossen, welches die Lampen speiste. Die beiden
Olivenbäume stellen das Alte und Neue Testament dar-das Wort Gottes-die ein
Speicher von Gottes Heiligem Geist sind.
Von diesen
beiden Quellen erhalten wir inspiriertes Licht, Anleitung und Führung in
unserem christlichen Lauf.
Der Leuchter
der Stiftshütte wird in 2. Mose 25:31-40 beschrieben. Vers 33 sagt, daß die
Arme Gefäße wie Mandeln mit einem Knoten und einer Blume enthielten.
Sicherlich war
der Knoten eine Blütenknospe, die mit ihrem aufgehenden Blütenblatt die Form
eines Gefäßes oder einer Schale bildetet.
Diese Blume
stellt die liebevolle Gnade des Geistes dar, die durch die Heiligen entwickelt
wird.
Die
Mandelblüten erinnern uns an ein Ereignis in 4. Mose 17, als die Autorität Mose
und Aarons herausgefordert wurde.
Jehova wies
jeden Stamm an, einen Stab dem Herrn vorzulegen und am Morgen hatte Aarons Stab
Mandelknospen, Blüten und Früchte hervorgebracht.
Durch dieses
Mittel wußte jeder, daß Levi und insbesondere Aaron Gottes Wahl für die
Priesterschaft war.
Gleichsam
werden Christus und die Kirche als Gottes Wahl für die Priesterschaft erkannt
werden, wenn ihr Charakter im Königreich "dargelegt" wird.
Das Wort
"Mandel’ bedeutet im Hebräischen "eilen’, weil Mandelbäume vor den
anderen Bäume "hereilen’.
Sie blühen
früher, während andere Bäume noch ruhen. Gleichsam blüht die Kirche, bevor die
Welt im Königreich wiederauflebt.
Mandelblüten
haben auch fünf Blütenblätter, und fünf ist eine biblische Zahl von Gottes
Neuer Schöpfung.
Im Gleichnis
von den klugen und törichten Jungfrauen beispielsweise hat jede Klasse fünf.
Jeder der sechs
Arme hatte drei Blütenknospen, doch der Mittelarm hatte vier, was zusammen 22
Blütenknospen ergibt.
Am Ende jeder
Spitze gab es Platz für eine Lampe, zusammen also sieben Lampen.
Diese
Verbindung von Zahlen-22 und 7-ist sehr interessant.
Einige unter
euch werden sich daran erinnern, daß 22/7 (zweiundzwanzig siebtel) eine
Standardannäherung für den Wert "PI’ ist, welche Kreise und gerade Linien
in Zusammenhang bringt.
Einige glauben,
das dies ein Abbild der göttlichen Dinge oder von Gott selbst ist.
Laßt uns nun
die Zahl 22 betrachten.
Die ist zwei
mal 11; dies ist eine Zahl, die in der Stiftshütte benutzt wird, um die Kirche
im Fleisch darzustellen.
Vielleicht
stellen die 22 Blüten auch die Frucht des Geistes Gottes dar, der mit der
Kirche (elf) handelt. Dies kommt von den beiden Behältern, den zwei
Olivenbäumen, dem Alten und Neuen Testament.
Psalm 119
Dieser Psalm
handelt vom Wort Gottes.
Dies ist auf
mehrfache Weise einzigartig. Und ich verdanke vieles der nachfolgenden
Informationen Bruder I.A. Joseph, dem demütigen und gut belesenen Bruder aus
Indien, der letztes Jahr seinen irdischen Lauf beendete.
Es ist der
längste aller Psalmen und auch das längste Kapitel der Bibel mit 176 Versen.
Diese Verse
sind keine Einteilung durch den Schreibers, sie sind dem Urtext innewohnend.
Es gibt genau
22 Teile dieses Psalms, von denen jeder 8 Verse enthält.
Jeder Vers im
ersten Teil beginnt mit den hebräischen Buchstaben Aleph (Alef), jeder Vers im
2. Teil beginnt mit Beth, jeder Vers im 3. Teil mit Gimel usw., bis hin zu
allen 22 Buchstaben des hebräischen Alphabets.
Jeder Vers in
dem Psalm (außer 122 und 132) erwähnen auf besondere Weise das Wort Gottes
durch einen der folgenden Ausdrücke: Gesetz, Zeugnis, Weg, Vorschrift, Statut,
Gebot, Gericht, Wort.
Der Psalm
preist das Verdienst des Lesens, Studierens, Meditierens und das Anwenden des
Wortes Jehovas in unserem Herzen, Leben und Dasein.
Aus diesem
Psalm stammen diese bekannten Aussprüche:
"Wie liebe
ich dein Gesetz! Es ist mein Nachdenken den ganzen Tag." Ps 119:97: "Großen Frieden haben die,
die dein Gesetz lieben. Sie trifft kein Straucheln." Ps 119 165
"Deine
Zeugnisse sind... meine Lust, meine Ratgeber <sind sie>." Vers 24
"...ich
will dein Gesetz bewahren und es halten von ganzem Herzen." Vers 34
Wie gut treffen
diese Ausdrücke den Geist und die Einstellung unseres liebreichen Erlösers. Wie
wunderschön ist es, wenn diese ebenso auch unsere Gefühle ausdrücken.
Wie diese 22
Teile dieses Psalms dem jüdischen Volk das Wort Gottes anpreisen, so
interessant ist es, daß ein früher Bericht sagt, daß die heiligen Bücher der
Hebräer 22 an der Zahl waren.
Der Bericht
stammt von Josephus, einem jüdischen Geschichtsschreiber, der im ersten
Jahrhundert n. Chr. lebte. Hier nun der Auszug:
"Wir
haben... nur 22 Bücher, die die Berichte der vergangen Zeit beinhalten; von
ihnen wird richtigerweise geglaubt, daß sie göttlich sind.
Fünf sind von
Mose; diese beinhalten die Gesetze und die Traditionen des Ursprungs der
Menschheit bis zu seinem Tod...
Vom Tod des
Mose bis zur Herrschaft Artaxerxes, des Königs von Persien...(haben wir) die
Propheten... (sie) schrieben in dreizehn Büchern nieder, was in ihrer Zeit
geschah.
Die übrigen
vier Bücher beinhalten Lieder Gottes und Vorschriften zum Verlauf des
menschlichen Lebens (Buch Gegen Apion, I, 8)
Alle 39 Bücher,
die wir haben, waren in den 22 Büchern enthalten, die Josephus erwähnte. Einige
Bücher wurden zusammengefaßt, wie wir nun feststellen werden.
Es gibt eine
Verbindung zwischen den 22 Teilen von
Ps 119, die das Wort Gottes preisen und den ursprünglichen 22 Büchern
des Alten Testament.
Doch als
Christen betrachten wir die 22 Teile des
Ps 119 als Lobgesang bezüglich des ganzen Wortes Gottes einschließlich
des Neuen Testaments.
Deshalb stellen
die 22 Blüten des goldenen Leuchters die Früchte des Geistes im Alten und Neuen
Testament dar.
Eine Leuchte
umserem Fuße
Einer der
bekannteren Stellen dieses Psalms ist Vers 105 "Eine Leuchte für meinen
Fuß ist dein Wort, ein Licht für meinen Pfad.’
Sicherlich war
dieser Text in Petrus Gedanken, als er sagte: "Und so besitzen wir das
prophetische Wort <um so> fester, und ihr tut gut, darauf zu achten als
auf eine Lampe, die an einem dunklen Ort leuchtet, bis der Tag anbricht und der
Morgenstern in euren Herzen aufgeht."
Petrus scheint
der Auffassung zu sein, daß die Lampe der Prophezeiung die Kirche bis ans Ende
des Zeitalters begleitet, wenn der Morgenstern erscheint-Christus bei seinem 2.
Advent.
Ein Morgenstern
wird einzig durch die Wächter gesehen, welche vor dem Anbruch des Neuen Tages
wach sind.
In der
Vergangenheit haben Christen die Prophezeiungen studiert, um den Fortschritt
der Ereignisse im Hinblick auf das Ende des Zeitalters zu bezeichnen.
Aber nun sind
wir hier. Die Lampe, die uns hierher geleitet hat, zeigt, daß wir angekommen
sind.
Unseres Herrn
große Prophezeiung in Mt 24 und 25
betrifft den zweiten Advent.
Sie hat
zweierlei Bedeutung, die Eine für das Ende des Jüdischen Zeitalters und die
Andere für das Ende des Evangelium-Zeitalters.
Gottes Gericht
über Israel stellt dann Gottes Gericht über die heutige Christenheit dar. Die
erste Durchführung formt ein Muster, das uns hilft, die zweite zu verstehen.
Des gibt im
Vortrag unseres Herrn drei Teile:
0. Seine Antwort auf die Fragen der Jünger;
1. Einige Lektionen zu diesen Antworten;
2. Einige Gleichnisse, die die Lektionen veranschaulichen.
Jede dieser Teile sind in drei andere
Teile gegliedert.
Im Gleichnis
von den klugen und törichten Jungfrauen gibt zwei Elemente, die direkt mit Ps 119 verbinden.
(1)Mt 25:6 sagt. "Um Mitternacht aber
entstand ein Geschrei: Siehe, der Bräutigam!’ Dann standen die Jungfrauen auf
und gingen aus, um ihm zu begegnen.
Psalm 119 sagt:
"Um Mitternacht stehe ich auf, .... wegen der Bestimmungen deiner
Gerechtigkeit.’ (Verse 62, 63)
(2) Das Gleichnis handelt von den Lampen, die
die Jungfrauen mit sich nahmen. Die Klugen hatten genügend Öl, die Törichten
waren weniger sorgfältig.
Diese Lampen
versinnbildlichen das Wort Gottes, und
Ps 119:105 bezeichnet dieses Symbol: "Eine Leuchte für meinen Fuß
ist dein Wort, ein Licht für meinen Pfad.’ Deshalb hat Ps 119 für uns heute eine besondere
Bedeutung.
Er ermutigt
uns, das Wort Gottes zu erforschen und es im Lichte sich eröffnender Wahrheiten
zu sehen-unsere Augen werden mit Augensalbe gesalbt.
Im Licht dieser
Lampe sind wir reichlich gesegnet. Die Speise zur rechten Zeit hat uns
großartig gestärkt.
Unseres Herrn
Prophezeiung
Teil eins der
Prophezeiung unseres Herr in Mt 24 ist
in den Versen 4-31 enthalten.
Er erklärt
zuerst, was vor dem Ende des Zeitalters passieren wird. (Verse 4-14)
Er schließt
diesen Teil mit "und dann wird das Ende kommen. Und die folgenden Verse
(15-28) beschreiben das Ende.
Diese Verse
beschreiben die Parousia des Sohnes des Menschen, die Zeit der Drangsal in
religiösen Systemen und das Sammeln der Heiligen aus den selben,
ihr Kampf auf
den "Bergen’ (von dem Ps 125:2
erklärt, daß er den Herrn darstellt) und ihr Essen der reichlichen geistigen
Speise, da, wo die Adler versammelt sind.
Während dieser
Zeit herrscht große Drangsal, und eine Flucht ist schwierig.
All dies
passiert vor dem Höhepunkt. Dieser Höhepunkt, der in den Versen 29 und 30
beschrieben wird, ist die Apokalypsis.
Dann "wird
bei der Offenbarung des Herrn Jesus er vom Himmel her mit den Engeln seiner
Macht, in flammendem Feuer’ Vergeltung nehmen. { 2Th 1:7-9}
Dann "wird
ihn jedes Auge sehen’ (Off. 1:7) "Dann werden wehklagen alle Stämme des
Landes, und sie werden den Sohn des Menschen kommen sehen auf den Wolken des
Himmels mit großer Macht und Herrlichkeit.’ { Mt 24:30}
Die Menschheit
wird Christus durch die Leiden der Geschehnisse in Harmagedon wahrnehmen.
Sie werden
Christus auf gleiche Weise "sehen’, wie sie Gott "sehen’ werden (Off.
22:4) -so wie Hiob, der sagte "jetzt aber hat mein Auge dich gesehen’.(
Hiob 42:5)
Sie werden
Christus durch die Erfahrungen um sie herum sehen, welche die mächtige Kraft
des neuen Königs offenbaren.
Aber sie werden
später in der Apokalypsis erkennen, wir aber sehen jetzt, in der Parousia.
Die zwei Zeugen
In Offenbarung
11 erscheinen "zwei Zeugen’, welche "1260 Tage weissagen, mit
Sacktuch bekleidet.’ (Vers 3)
Die meisten
Geschwister beziehen diese beiden Zeugen auf das Alten und Neue Testament und
wir stimmen dem zu. Vers 4 sagt, daß die beiden Zeugen die gleichen wie die
"zwei Ölbäume’ aus Sacharjas Vision.
Für 1260
Jahre-ein Tag für ein Jahr in der Prophezeiung-wurde das Wort Gottes während
der päpstlich Herrschaft von ungefähr 539 bis 1799 unterdrückt.
Während
bestimmter Zeiten dieser Periode wurde sogar das private Lesen der Bibel durch
Laien als Straftat betrachtet.
Willialm
Tyndale wurde lebendig verbrannt, weil er sich diese zu übersetzen traute.
Vers 6
beschreibt die zwei Zeugen als Elia und Moses. Sie haben die Macht, "die
Himmel zu verschließen, daß es in den Tagen ihrer Prophezeiung nicht regnet.’
(wie es Elia tat.)
Und sie konnten
Wasser zu Blut werden lassen und die "Erde mit allen Plagen schlagen’ (wie
es Mose tat). Mose stellt das Alte Testament dar und Elia das Neue Testament.
Die Verse 7- 13
erklären, was der Schrift am Ende jener 1260 Jahre widerfuhr.
Obwohl wir
annehmen mögen, daß ihre Umstände sich bald gebessert hätte, was es das
Gegenteil.
Sie (die beiden
Zeugen) wurden "getötet’ und tot "auf die Straße der großen Stadt’
für dreieinhalb "Tage’ gelegt, -die Christenheit-während ihre Feinde
feierten.
Aber dann
wurden die beiden Zeugen wieder zu Leben erweckt und führen in einer Wolke zum
Himmel auf.
All dies wurde
innerhalb von drei Jahren ungefähr um und nach 1799 erfüllt. Die Christenheit
wurde förmlich für eine kurze Zeit aufgehoben und die Schrift war sinnbildlich
tot.
Aber dann wurde
sie wieder lebendig und durch viele Bibelgesellschaften wurde sie in den
gängigen Sprachen veröffentlicht und in Millionenauflagen verteilt.
Dadurch fuhr
die Bibel mit großer Bekanntheit "in den Himmel’.
Man bemerke,
wie diese Erfahrungen ihre Parallelen mit denen von Jesus haben. Er hatte
ebenfalls einen Dienst von 1260 Tagen, also ungefähr dreieinhalb Jahren.
"Er litt
ebenfalls, als er "ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut’ war.
Er wurde auch
getötet, war für drei Tage tot, und wurde auferweckt.
Er fuhr
ebenfalls "auf einer Wolke in den Himmel’, wie es über die beiden Zeugen
berichtet wird.
Die Parallele
zwischen dem geschriebenen Wort und dem lebendigen Wort ist so klar wie mit dem
Manna, den Schaubroten und dem Leuchter.
Die Schrift ist
Gottes "zwei Zeugen’, und Jesus ist "der treue und wahrhaftige Zeuge’
(Off. 1:5)
Vor 1000 Jahren
Wir stehen am
Anfang eines neuen Millenniums, und es geht uns viel besser als vor 1000
Jahren.
Damals schaute
Isebel dem Gipfel ihrer Macht entgegen, und die dunklen Zeitalter nahmen die
christliche Welt in ihren festen Griff. Das Wort Gottes wurde weitgehend
unterdrückt.
In anderthalb
Jahrhunderten-von ungefähr 880 bis 1030-herrschten 35 Päpste im Durchschnitt
jeweils ungefähr 4 Jahre. Viele waren vom Alter "in ihren frühen
Zwanzigern, einige waren Teenager.
Einigen blieben
20 Tage oder einen Monat oder drei Monate im Amt. Sechs von ihnen wurden
entthront. Eine Anzahl wurde ermordet.
Verderbtheit
wucherte in höchsten Kreisen, und christliche Führer waren manchmal nur dünn
verschleierte Heiden.
Kirchenämter
und sogar das Papsttum wurden von reichen Familien für ihre Kinder erworben.
Der elfjährige Benedikt IX wurde 1032 Papst.
Noch vor dem
Stimmbruch trug er die Tiara, celebrierte die Hohe Messe, salbte Bischöfe und
exkommuniziere Häretiker.
Bevor er 14
wurde, hatte er die Exzesse seiner Vorgänger übertroffen.
Er wurde später
von einem katholischen Schreiber als "ein Dämon aus der Hölle unter dem
Deckmantel eines Priesters’ beschrieben, der "sich an Unmoral labte.’
Später in
diesem Jahrhundert wurde die Oberherrschaft der Kaiser über die Päpste
umgekehrt. Es brachte die päpstliche Macht, die päpstliche Autokratie auf ihren
Höhepunkt.
Gerichtlich
verordnete Folterungen, Bannung durch Rom, wurden wieder eingesetzt und das
nicht nur einfach gegen den Beschuldigten. Nun konnten Zeugen gefoltert werden,
um eine Aussage gegen den Beschuldigten zu erhalten.
Die Inquisition
blühte und Millionen kamen um. Die dunkelste Zeit des finsteren Mittelalters
war herbeigekommen.
1000 Jahre
später
Noch weitere
1000 Jahre und alle Heiligen sind seit langem in Herrlichkeit und alle
Drangsale dieses Zeitalters sind Vergangenheit.
Recht, Wahrheit
und Aufrichtigkeit werden vorherrschen. Eine unparteiische Verteilung der Güter
der Erde wird jeder Person Wohlstand bringen.
Freude wird die
Regel sein und sorge wird Vergangenheit. Die Auferstehung wird vollendet sein
und alle Leidtragenden seit langem getröstet.
Die Gedanken
des Menschen-sie werden vollkommen sein und seit Jahrhunderten Fortschritte
gemacht haben. Technologie wird Wunder hervorbringen, von den wir nur träumen können
und einige, die wir uns gar nicht vorstellen können.
Des Menschen
schöpferischer Intellekt wird freie Gestaltungsmöglichkeiten zum Fortschritt
auf jedem Gebiet haben. Die Erkundung des Weltraums wird vorangekommen sein.
Die Künste
werden Kostbarkeiten in Form, Farbe und Anmut hervorgebracht haben. Und Musik
wird so lieblich sein, als bringe sie jedem Frieden und Vergnügen.
Die Erde wird
ihren Ertrag vermehren, der ganze Bedarf wird gedeckt, und Schönheit wird
überall sein. Die Güte wird aufblühen.
Ob jene
"kurze Zeit’ schon ihr Werk vollendet hat oder nicht können wir nicht
sagen. Aber es wird eine fabelhafte Zeit sein.
Und dies wird
nur der Anfang einer Ewigkeit sein, die Gesund und wunderbar ist.
Das vergangene
Jahrhundert
Vor einhundert
Jahren waren die frühen Jahre der Erntezeit vorüber und sie kam in Schwung.
Die Anzahl der
Geschwister, die in diesem Jahr dem Abendmahl bewohnten, waren ungefähr 4000
(Reprints Seite 2623) und würden sich bis 1915 vervierfacht haben (Reprints
Seite 5675)
Diese lieben
Geschwister erfreuten sich an den ersten Morgenrot-Strahlen des Tagesanbruchs.
Doch es war wie es Jesaja vorhersagte: "Der Morgen ist gekommen, und
<doch> ist auch <noch> Nacht.’ (Jes. 21:12)
Das letzte
Jahrhundert war das tödlichste seit der Flut. Kriege, Revolutionen und
Säuberungen haben die leben von mehr als 100 Millionen Personen gefordert.
Dann war die
"Zeit der Drangsal’ sehr heftig, und ihr Höhepunkt liegt immer noch vor
uns.
Zu Beginn der
Ernte zeigt uns die Offenbarung drei Engel, von denen jeder eine Botschaft
verkündet.
Der Erste hatte
"das ewige Evangelium’, der Zweite erklärte "die Stunde ihres
Gerichts’ und der Dritte sagte, daß "Babylon gefallen ist, (ja) gefallen
ist’.( Offenb. 14:6-8)
Wir haben das
ewige Evangelium gehört, Gottes Plan der Zeitalter. Wir haben Gottes Gerichte
beobachtet.
Wir haben
gesehen, wie Babylon als Gottes Sprachrohr abgelehnt wurde. Deshalb erwählte er
einen ergebenen Geschäftsmann als sein Botschafter, anstatt eines Priesters aus
der Christenheit
Der Fortgang
der Ereignisse
1872 wurde Brd.
Russell die Lehre des Lösegeldes und dessen Auswirkung klar.
Ungefähr 1874
wurde er getauft, obwohl er schon für einige Jahre geweiht war.
In 1876
erkannte er die Art und Weise der Wiederkunft unseres Herrn,
Und in diesem
Jahr zeigte ihm Nelson Barbour, daß die Zeitprohezeiungen, die William Miller
ernsthaft erforschte, eigentlich andeuteten, daß Christus in 1874
wiedergekommen ist.
Deshalb
erkannte er, daß die Ernte herbegekommen war... und das Erntewerk anstand.
Dies bewog in
ihm den Entschluß, daß wenn der Herr die Sache mehren würde, er sein Leben den
Erntewerk hingeben würde.
Dies tat er bis
zu seinem Tod 40 Jahre später. Somit begann eine wunderbare Segnung für die
Kirche, jedoch auch ein Periode des Abstiegs für die Christenheit, welche in
sieben Stufen zusammengefaßt werden könnte.
(1) Obschon ein
Segen für uns, so war die Erntebotschaft für die Kirchen eine Irritation. Sie
sollte die Christenheit für eine frische und lebendige Beobachtung der Schrift
wachrütteln.
Statt dessen
begegneten ihr viele mit Gleichgültigkeit, andere mit Opposition.
(2) Als
Nächstes kam ein ernsthaftes Gericht in 1914, als die sich Christenheit einem
großen Weltkrieg hingab.
(3) Dies hatte
einen größeren Einschlag verursacht, als nur eine offensichtliche Verwüstung.
Die ganze
Hoffnung der Christenheit wurde erschüttert, weil die allgemeine Erwartung, daß
sie das Christentum in der ganzen Welt fördern würden, nun zerbrochen in den
Ruinen der Schlacht nieder lag.
Seitdem war es
nicht mehr das selbe.
(4) Als
Ergebnis verbreiteten sich die schlummernden modernen Theorien einiger
Kirchenmänner sehr schnell durch den Klerus und das Leientum.
So verwarfen
die meisten Mitglieder der großen Bekenntnisse das Wesentliche des Evangeliums,
indem sie das Blut der Versöhnung verleugneten. Dies war ein Fall, von dem
viele glauben, er sei niemals passiert.
(5) Das strenge
und formelle Papsttum schien den Aufruhr und Disput anzugreifen. In 1929 wurde
sogar ein Teil ihrer Verluste in den 1970iger Jahren durch ein Abkommen
wiederhergestellt.
Aber nach dem
Zweiten Weltkrieg besetze ihr Erzfeind, der Kommunismus, die Hochburgen des
Papsttums in Zentral- und Osteuropa.
In den 1960iger
Jahren sagte Papst Johannes XXIII mit Meinungsverschiedenheiten nach innen und
Feinden nach außen, daß "es der Kirche Los sei, zu sterben.’
Dennoch
verbesserten sich die Umstände mit den Fall des Kommunismus in den 1980iger
Jahren ein wenig.
(6) Heute ist
die westliche Welt wie eine Muschel, scheinbar stabil, aber ohne die moralische
Stabilität, um einen weiteren Schlag zu überstehen. Doch es werden weitere
Schläge kommen.
Einige
vermuten, daß eine tiefe finanzielle Krise die westliche Wirtschaft verheeren
und das ganze Gewebe der Gesellschaft zerreißen könnte.
Vielleicht
stellt das Austrocknen des Flusses Euphrat, das wirtschaftliche Lebensblut
Groß-Babylons, eine solche Begebenheit dar.
Dann werden die
Regierungen die moralische Stabilität der Kirchen suchen, und jeder wird sich
in Schwachheit auf den anderen Stützen,
um eine
gemeinsame Anstrengung der Kirchen und Regierungen zu Stüzung der Gesellschaft
zu unternehmen.
Offenbarung
16:13 scheint die vorherzusagen, indem die Teilnehmer als Drache (Zivilmächte),
als Tier (Papsttum) und als falscher Prophet (protestantische Kirche)
aufgeführt werden.
(7) Ungefähr zu
jener Zeit wird eine andere Krise an die Oberfläche kommen und die Nationen
versammeln zur "Schlacht des großen Tages Gottes, des Allmächtigen... an
einen Ort... genannt Harmagedon.’
Das dritte
Kapitel Joels besagt, daß die Krise im Nahen Osten sein wird, wahrscheinlich
die Invasion durch Gog von Norden her. Die Schlacht wird anfangen und...
"...alle
Menschen, die auf der Fläche des Erdbodens sind; und die Berge werden
niedergerissen werden, ...
und jede Mauer
(der nationalen Verteidigung) wird zu Boden fallen.’ (Hesekiel 38:20)
Dann wird der
zweite Teil Harmagedon einschlagen.
"..und ein
großes Erdbeben geschah, desgleichen nicht geschehen ist, seitdem ein Mensch
auf der Erde war, ein so gewaltiges, so großes Erdbeben.
Und die große
Stadt wurde in drei Teile <gespalten> (zivil, päpstlich, protestantisch),
und die Städte der Nationen fielen,
und der großen
<Stadt> Babylon wurde vor Gott gedacht, ihr... des Grimmes seines Zornes
zu geben...
jede Insel
verschwand, und Berge wurden nicht gefunden.’ (Offenb. 16:18-20)
Deshalb wird
diese Ordnung aufhören. In Israel wird "die sanfte Stimme’ des Herrn durch
die auferstandenen Propheten zu den Nationen sprechen.
Der Herr wird
den aufgewühlten Aufruhr zurechtweisen-"Friede, seid ruhig’ -und zunehmend
werden die Menschen sehen, daß ihre Not zu einer Lösung Gottes führte... dem
friedlichen Königreich Christi.
Sicherlich
werden die Nationen-zuerst mit einer Reserviertheit und viele noch dickköpfig
durch verletzten Stolz-nur zögerlich die Gelegenheit erkennen.
Einige werden
widerstehen, und auf diese wird kein Segen kommen, bis sie sich bessern.
Doch mit
voranschreitender Zeit werden die Stimmen des Lobpreises und des Dankes zu
einem weltweiten Chor anschwellen...
"Siehe da,
unser Gott, auf den wir hofften, daß er uns rette! Da ist der HERR, ... Wir
wollen jauchzen und uns freuen in seiner Rettung! (Jesaja 25:9)
Weil Gott
"die Decke verschlingen wird, die das Gesicht aller Völker verhüllt, und
die Decke, die über alle Nationen gedeckt ist.
Den Tod
verschlingt er auf ewig, und der Herr wird die Tränen abwischen von jedem
Gesicht, .... denn der HERR hat geredet.’ (Jesaja 25:7,8)
Das kommende
Jahrhundert
Sicherlich
vermuteten sehr wenige der Geschwister vor hundert Jahren, wenn überhaupt, daß
die Heiligen noch einhundert Jahre später auf ihre Vollendung warten würden.
Natürlich war
für uns die verlängerte Zeit ein Segen. Sie erlaubte uns, in die himmlische
Berufung eingeschlossen zu werden.
Sicherlich
glauben die meisten von uns nun, wie sie es damals taten, daß kein weiteres
Jahrhundert mehr vergehen wird, bis die Heiligen vervollständigt sein werden.
Das ist auch mein Standpunkt.
Aber haben wir
nun weit größere Anhaltspunkte als sie es damals hatten? Ich denke, daß dem so
ist.
Die Offenbarung
spricht von sieben besonderen Gerichten Gottes, die dieses Zeitalter schließen.
Wir kennen sie als die "sieben letzten Plagen, die letzten; denn in ihnen
wurde der Grimm Gottes vollendet.’ (Offenb. 15:1)
Diese Plagen
beziehen sich auf Jer 50:35-40 als fünf
Schwerter, eine Dürre und eine Verwüstung. In 2. Mose sind sie als die letzten
sieben der zehn Plagen über Ägypten bezeichnet.
Es gibt eine
Anzahl von Standpunkten bezüglich dieser Plagen und der Zeit dieser Plagen, und
manchmal unterscheiden sich sehr gute und wohl studierte Geschwister in ihren
Schlußfolgerungen.
Es ist unsere
Ansicht, daß diese Plagen mit dem Gericht über Babylon ungefähr 1878 begannen
und die Erste von ihnen die Botschaft der gegenwärtigen Wahrheit selbst war,
welche ein Plage für die nominelle Christenheit war.
Gemäß dieser
Ansicht bezieht sich das Füllen des Tempels mit "Rauch der Herrlichkeit
Gottes’, welches den Plagen vorangeht,
auf die
Auferweckung der schlafenden Heiligen zu deren Belohnung. (Vergleiche Offenb
15:8 mit 1.Könige 8:6-11)
Wenn diese
Ansicht richtig ist-wenn also die sieben Plagen während der Erntezeit in
Sequenzen erscheinen-dann beachte man die Auswirkungen.
Die meisten
Geschwister, die diese Ansicht nicht teilen, glauben das fünf Plagen schon
vergangen sind.
Die fünfte
Plage war am "Sitz des Tieres’ -des Papsttums-und dies war mit dem Fall
des Kommunismus in den späten 1980iger Jahren vorüber.
Natürlich
benötigen nicht alle Plagen die gleiche Zeitlänge, wie auch die sieben Kirchen
und die sieben Posaunen nicht das gleiche Zeitmaß benötigen.
Aber als eine
Schätzung dauerten die fünf Plagen ungefähr 110 Jahre, und dann würden die noch
verbleibenden zwei Plagen nicht 100 weitere Jahre benötigen.
Eigentlich sind
wir von noch einer weiteren Plage betroffen, nämlich der sechsten Plage, weil
die Heiligen nicht durch die Siebte hindurch müssen, welche Harmagedon ist.
Dann werden
sicherlich die Heiligen nicht für weitere hundert Jahre im Fleisch sein.
Unser
bleibendes Vorrecht
Liebe Freunde,
wir haben noch einige Jahre zur Verfügung. Wir können noch einige wenige
Juwelen des göttlichen Charakters gewinnen
Wir können
immer noch unsere Liebe für den Herrn, die Wahrheit und die Geschwister zeigen.
Wir zeigen unsere Liebe für den Herrn durch Gehorsam und den Dienst für seine
Sache.
Wir zeigen unseren
Liebe für die Wahrheit und ernsthaftes und gebetsvolles Studium des Wortes
Gottes. Wir zeigen unsere Liebe zu den Geschwistern durch unsere Freundlichkeit
und das regelmäßige Treffen mit ihnen.
Laßt uns ganz
geweiht sein. Laßt uns in unseren Eifer nicht träge werden oder unsere Inbrunst
vernachlässigen oder unseren Geist trüben.
Laßt uns hinter
die zeitlichen Dinge der "Tonerde" blicken und "den
raumteilenden Vorhang beiseite ziehen und die Herrlichkeiten der Ewigkeit
schauen!’ Amen
Roman
Rorata, Polen—Grundlagen und Bilder der Gemeinschaft
Geliebte
Geschwister in Jesus Christus!
Durch die
herrliche Gnade unseres himmlischen Vaters haben wir die Möglichkeit, uns zum
10 mal in der Internationalen Versammlung durch die Lehre der Heiligen Schrift
und der darin gegebenen Verheißungen zusammenzufinden. Laßt uns diese
außergewöhnliche Gelegenheit nutzen, um über das große Privileg der
Gemeinschaft mit Geschwistern nachzudenken, die wir dank des Opfertodes unseres
Erlösers erhalten haben und durch ihn das Vorrecht der Versöhnung und der
Gemeinschaft mit Gott.
Nichts kann uns
hier unten auf der Erde größere Freude bereiten als die Gewißheit, zur Familie
Gottes zu zählen, als Kinder Gottes und Geschwister Christi angesehen werden zu
können. Laßt uns also einige Grundlagen der Gemeinschaft und manche von ihren
Bildern betrachten, denn um den gesamten Sachverhaltes zu erörtern, reicht die
kurze Zeit nicht.
Apostel Paulus
schreibt im Brief an die Epheser 4:4-6 über sieben Grundlagen der Gemeinschaft.
Er faßt sie in wenigen Sätzen zusammen: "Ein Leib und ein Geist, wie ihr
auch berufen worden seid in einer Hoffnung eurer Berufung. Ein Herr, ein
Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater aller, der über allen und durch alle und
in allen ist’
In der
Beschreibung der Grundlagen der Gemeinschaft mit Gott weist der Apostel darauf
hin, daß diese nur auf die wahren Christen, die vom heiligen Geist gezeugt
sind, zutreffen. Er wendet sich nicht an die Welt, nicht an ungläubige
Menschen, die nicht gerechtfertigt worden sind sondern an die gerechten, die in
Jesus Christus geweiht sind.
Nicht alle
haben gleichen Zugang zu Gott. Es besteht ein großer Unterschied zwischen den
Gläubigen und der Welt, welche fern von der Gemeinschaft mit Gott ist und
keinen Zugang zum Gnadenthron hat. Die Gläubigen aber wurden mit ihm vereint
auf der Grundlage des Gnadenbündnisses, welches dem Opferbündnis entspricht
{nach Ps 50:5} und sie haben
Gemeinschaft mit ihm aufgrund ihres Glaubens.
Diese wurden in
Ihm angenommen und werden als Söhne Gottes angesehen. Sie haben das Privileg
des Gebets, erfreuen sich an seiner Fürsorge und vorsehenden Aufsicht.
Deshalb nennt
der Apostel sieben Grundlagen, die das Fundament der Gemeinschaft der Kinder
mit dem Vater ausmachen. Er sagt, daß es die folgenden sind: ein Leib, ein
Geist, eine Hoffnung der Berufung, ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott
und Vater aller.
Man könnte sie
wie folgt beschreiben:
"Ein Leib’
bezieht sich ausschließlich auf die Glieder des Leibes Christi, die Kirche des
lebendigen Gottes. Das ist der Samen Abrahams, der wie die Sterne am Himmel
sein sollte, die kleine Herde. Das sind diejenigen, "die sich mit Frauen
nicht befleckt haben, denn sie sind jungfräulich; diese sind es, die dem Lamm
folgen, wohin es auch geht. Diese sind aus den Menschen als Erstlingsfrucht für
Gott und das Lamm erkauft worden.’ -Off.b 14:4
Nur diejenigen,
die durch das Wort Gottes auf diese Weise beschrieben wurden, werden den
mystische Leib Christi bilden, sie werden Miterben der himmlischen Herrlichkeit
und der ewigen Gemeinschaft mit Ihm sein.
"Ein
Geist’ -Der Geist der Wahrheit, der Liebe und der Gottgefälligkeit. Das ist für
die Glieder der Kirche die nächste Grundlage der Gemeinschaft mit Gott. Sie
sollen durch den heiligen Geist unter einem Haupt, Jesus Christus mit den
anderen Gliedern seines Leibes vereint werden. Wir sollten daran denken, daß
das Wachsen in der Gemeinschaft mit Gott in Frömmigkeit und Reinheit
stattfinden soll.
Es wäre eine
Sünde zu meinen, daß wir Gemeinschaft mit Gott hätten, wenn unser Leben voller
Sünde wäre. Diejenigen, die es tun, täuschen sich selbst. Wenn wir in Einklang
und in Gemeinschaft mit Gott leben, werden wir auch Gemeinschaft mit allen
haben, die seine Kinder sind.
"Die
Einheit des Geistes’ -dies ist das Geheimnis der wahren, wünschenswerten
Gemeinschaft, um welche unser Herr betete. Eine Einheit des Geistes ist eine
Einheit der Absichten, des Willens, der Bestrebungen und des Ziels. Diejenigen,
die wirklich verstanden haben und die große Berufung des Evangeliumszeitalters
angenommen haben, werden zu einem Geist und haben das erhabenste himmlische
Ziel der ewigen Gemeinschaft mit dem Herrn vor Augen.
"Eine
Hoffnung eurer Berufung’, schreibt weiter Apostel Paulus. Die Berufenen haben
die Hoffnung, zusammen mit unserem Herrn am Königreich, an der Herrlichkeit,
Ehre und Unsterblichkeit teilzuhaben. Es gibt keine schönere Hoffnung als
diese, die Gott den Berufenen gegeben hat. Der Weg, der zum Ziel der Berufung
führt, ist schmal und schwierig, hier wird Ausdauer und Selbstverleugnung
gefordert.
Der Apostel
bezeichnet diese Tatsachen als Opfer und vernünftigen Gottesdienst: "Ich
ermahne euch nun, Brüder, durch die Erbarmungen Gottes, eure Leiber
darzustellen als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer, was euer
vernünftiger Gottesdienst ist.’ -Röm. 12:1. Als er diese Worte schrieb, wollte
der Apostel die Gläubigen dazu anregen, die ihnen gegebenen Privilegien zu
schätzen und von ihnen zu profitieren, damit sie dadurch die ihnen gegebene
Verheißung der hohen Berufung erhalten konnten. (2. Petr. 1:4)
"Und der Friede
des Christus regiere in euren Herzen, zu dem ihr auch berufen worden seid in
einem Leib; und seid dankbar.’ -Kol. 3:15
"Ein Herr’
-Jesus Christus, der das Haupt der Kirche-seines Leibes ist. Keiner von den
Aposteln sah sich selbst als Oberhaupt in der Urkirche an. Wir haben nicht
einmal das geringste Indiz dafür, daß irgendeiner von ihnen sich ein solches
Recht herausgenommen hatte. Den Anweisungen des Herrn entsprechend, sahen sie
sich als Brüder und Diener Christi an.
"Dafür
halte man uns: für Diener Christi und Verwalter der Geheimnisse Gottes. ‘-
1.Kor. 4:1. Ihr Herr war also Jesus, der zur göttlichen Natur erhoben wurde und
Herr aller Dinge wurde. Und sie-durch den heiligen Geist mit ihm vereint-hatten
Gemeinschaft mit Ihm und mit Gott. Ähnlich verhält es sich mit den Gläubigen
des Evangeliumszeitalters.
"Ein
Glaube’ -"Da wir nun gerechtfertigt worden sind aus Glauben, so haben wir
Frieden mit Gott durch unseren Herrn Jesus Christus,’ -Röm 5:1. Daraus ergibt
sich für uns die Folge, daß Gott uns aufgrund richtigen Glaubens und richtiger
Werke und nicht aufgrund dessen, als was wir uns ausgeben, in Seine
Gemeinschaft aufnehmen wird.
Wenn der
Apostel über einen Glauben spricht, so soll es für die Christen ein Warnzeichen
sein. Sie sollen überprüfen, ob sie nicht Anhänger eines anderen Glaubens sind
als des einzigen richtigen, welcher Frieden mit Gott bringt. In der
Beschreibung des richtigen Glaubens erwähnt Jakobus den nutzlosen Glauben.
"Willst du
aber erkennen, o eitler Mensch, daß der Glaube ohne die Werke nutzlos ist?’
-Jak. 2:20. Nur der lebendige Glaube, von Werken begleitet, der Glaube an das
Werk des Erlösungsopfers Christus ermöglicht uns die Gemeinschaft mit Gott.
"Eine
Taufe’ -die Weihung durch das einzige Symbol als Zeichen dafür, daß man sein
Leben opfert und zum Diener Gottes wird.
Das Symbol der
Taufe bringt uns jedoch nicht immer Gemeinschaft mit Gott, wenn ihm keine wahre
Taufe in den Tod Christi vorausgeht.
All das ist in
der vollen Ergebung in den Willen Gottes und in einer ehrlichen Erfüllung
unserer Opfergelübde enthalten. "Daraus folgt, daß, wie es nur eine
richtige Taufe gibt, also auch nur ein richtiges Symbol derselben, und im
allgemeinen stimmen Christen darin überein, daß das Untertauchen in Wasser am
besten der Bedeutung der Schriftsprache entspricht." (6 Band, S. 457)
"Ein Gott
und Vater aller’ -dies ist die siebte Grundlage der Gemeinschaft mit Gott.
Diese Besonderheit Gottes, des Vaters gegenüber anderen Götzen, ja sogar ihm
selbst gegenüber hat Jesus in vielen von seinen Reden ganz besonders betont.
"Ihr habt
gehört, daß ich euch gesagt habe: Ich gehe hin, und ich komme zu euch. Wenn ihr
mich liebtet, so würdet ihr euch freuen, daß ich zum Vater gehe, denn der Vater
ist größer als ich.’.{ Joh 14:28} Jesus weist deutlich auf die Überlegenheit
seines Vaters hin; er hat sich nie das Recht herausgenommen, sich dem Vater
gleichzustellen. In seinem Dasein als göttliche Natur hat er es nie darauf
angelegt, Gott gleich zu sein.
Dies widerlegt
die Ansicht der Vertreter der Trinitätslehre, die behaupten, daß Gott, der Sohn
und der heilige Geist in ihrer Macht, Ehre und Herrlichkeit gleich seien.
Wenn Jesus über
eine Einheit sprach, so meinte er damit die Einheit der Absichten, der Gedanken
und des Zusammenwirkens und um diese Einheit bat er Seinen Vater für Seine
Nachfolger. "Vater! Bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast,
daß sie eins seien wie wir!
Damit sie alle
eins seien, wie du, Vater, in mir und ich in dir, daß auch sie in uns eins
seien, damit die Welt glauben daß Du mich gesandt hast.’ { Joh 17:11,21}
Jeder denkende
Christ wird aufgrund der oben genannten Worte zu der Erkenntnis kommen, daß es
sich hier nicht um die Einheit der Göttlichkeit, die aus mehreren göttlichen Personen
bestehen solle, handelt, denn sonst müßten dieser Aussage zufolge auch die
Nachfolger Jesu dazu zählen. Unter den Nachfolgern muß eine sichtbare oder
unsichtbare Bindung der Gemeinschaft und der Einheit bestehen-und diese Bindung
macht ein Glaube und eine Taufe in einen Jesus Christus, der Sohn Gottes ist,
aus.
Im ersten Brief
an Timotheus 2:5 ergänzt Apostel Paulus den Gedanken über den Unterschied
zwischen Vater und Sohn und sagt: "Denn einer ist Gott, und einer ist
Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch Christus Jesus.’
Die
Gemeinschaft, die zwischen uns, unserem Herrn und allen, die seinen Geist
haben, besteht, gründet sich auf unserem Wandel in den Fußstapfen des Erlösers
auf der Grundlage des Opferbundes je nach den Begabungen, die man besitzt.
Diese geistige Gemeinschaft orientiert sich an keinen territorialen Grenzen,
kennt keine Nationalität, Rasse und keinen sozialen Status eines Menschen.
Selbst das
Geschlecht spielt keine Rolle. Wo immer auch Nachfolger Jesu wohnen, auf
welchem geographischen Breitengrad sie sich auch befinden mögen, sie alle
unterliegen demselben geschwisterlichen Bund. "Denn ihr alle seid Söhne
Gottes durch den Glauben in Christus Jesus.
Denn ihr alle,
die ihr auf Christus getauft worden seid, ihr habt Christus angezogen. Da ist
nicht Jude noch Grieche, da ist nicht Sklave noch Freier, da ist nicht Mann und
Frau, denn ihr alle seid einer in Christus Jesus.’.{ Ga 3:26-28} "Daher,
wenn jemand in Christus ist, so ist er eine neue Schöpfung; das alte ist
vergangen, siehe, Neues ist geworden.’ (2.Kor. 5:17)
Wenn wir diese
wunderbare Lehre des Apostels über die Kirche betrachten, erkennen wir die
Herrlichkeit der Gemeinschaft in der göttlichen Familie. Diese stützt sich auf
die starken Grundmauern der Einheit-auf den Glauben, die Taufe, die Hoffnung
usw. Eine solche Einheit besteht-wie unser Herr sagte-bereits zwischen Ihm und
dem Vater und für Seine Jünger ist sie ein Bestreben, ein ideales Ziel, welches
wir erreichen möchten.
Die Lehren des
Apostels, welche die sieben Grundlagen unserer Gemeinschaft mit Gott betreffen,
regen das Volk Gottes an zur Einheit im Verständnis der eben erwähnten
Sachverhalte, was unsere Gemeinschaft mit Gott und untereinander noch mehr
befestigen kann.
BILDER DER
GEMEINSCHAFT
Wir haben nun
die Grundlagen der Gemeinschaft kurz besprochen, laßt uns jetzt in der Bibel
nach Bildern für sie suchen.
Das erste und
bedeutendste Symbol für die Gemeinschaft ist das Emblem des Brotes und des
Weines. Diese hat der Herr verwendet, um ein Gedächtnis seines Todes
einzurichten.
"Während
sie aber aßen, nahm Jesus Brot und segnete, brach und gab es den Jüngern und
sprach: Nehmt, eßt, dies ist mein Leib! Und er nahm einen Kelch und dankte und
gab ihnen den und sprach: Trinkt alle daraus! Denn dies ist mein Blut des
Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden.’ { Mt 26:26-29}
Die
Gemeinschaft, also die "Kommunion’ zwischen dem Herrn und Seinen Jüngern
wurde in dem Emblem des Brotes und des Weines, sowie in der Symbolik des
Brechens und des Verzehrens des Brotes und des Trinkens aus dem Kelch gezeigt.
Die
Gemeinschaft mit dem Herrn und die Verbundenheit mit den Gliedern Seines
Leibes, sowie die aus dem Herzen kommende Erfüllung des Sinnes unseres
Opferbundes-das ist die wahre Kommunion. Wenn wir jeden Tag das Brot mit
unserem Herrn brechen und uns regelmäßig von seinem Verdienst nähren, werden
wir als ein Teil dieses Brotes angesehen.
Wie wunderbar
ist die Bedeutung dieser Feststellung, die besagt, daß der Leib des Herrn das
Brot war, welches für die Welt gebrochen wurde, und die Gläubigen des
Evangeliumszeitalters, die Auserwählten, die Treuen werden als Glieder des
Leibes Christi angesehen-wenn si den selben Bedürfnissen nachgehen.
In dem Brechen
des Brotes als Symbol des Opfers des Herrn für uns sehen wir also das Mitwirken
der ganzen Kirche, aller derjenigen, die sich geweiht haben, um mit ihm
gebrochen zu werden, um an seinen Erfahrungen der Selbstaufopferung
teilzuhaben.
Laßt uns
bemerken, daß der Kelch und der Wein den zweiten Teil des eingerichteten
Gedächtnisses darstellen. Die Worte des Herrn "Trinkt alle daraus!’ stehen
für die Gemeinschaft derjenigen, die sich in das Blut Christi geweiht haben.
Das gesamte
Evangeliumszeitalter hindurch haben die wahrhaftig Geweihten, die treue
"kleine Herde’ an dem Opfer für die Sünden teilgehabt. Das Leid, die
Prüfungen, die Schande und der Tod derer, die der Herr angenommen hat und als
"Glieder Seines Leibes’ anerkannt hat, werden als ein Teil Seines Opfers
angesehen, denn diese Glieder sind mit ihm vereint und er ist ihr Haupt.
Solche Menschen
trinken aus dem Kelch des Herrn. Sie scheuen sich nicht vor der Schande im
Namen Christi und wollen ihr Leben dem Dienst für den Herrn, die Wahrheit und
die Geschwister widmen. Einen Ausdruck davon finden wir in den Worten Paulus:
"Wandelt nur würdig des Evangeliums des Christus (...), denn euch ist es
im Blick auf Christus geschenkt worden, nicht allein an ihn zu glauben, sondern
auch für ihn zu leiden.’ { Php 1:27,29}
Apostel Paulus
bestätigt die oben erwähnte Bedeutung des Gedächtnismahles: "Der Kelch der
Segnung, den wir segnen, ist er nicht die Gemeinschaft des Blutes des Christus?
Das Brot, das wir brechen, ist es nicht die Gemeinschaft des Leibes des
Christus? Denn ein Brot, ein Leib sind wir, die vielen, denn wir alle nehmen teil
an dem einen Brot.’ (1.Kor. 10:16-17).
Indem er sich
auf das von dem Herrn eingerichtete Gedächtnis bezieht, bestätigt der Apostel
die Bedeutung der Gemeinschaft der Glieder des Leibes Christi, welche sich im
Brot und im Kelch äußert.
Er lehrt, daß
das Brot vor allem den gebrochenen Leib Christi symbolisiert, der für uns
geopfert wurde, und der Kelch für das für uns vergossene Blut steht. Außerdem
zeigt er, daß die Glieder der Kirche Christi an seinem Opfer und seinem Tod
teilhaben und "ergänzen, was noch aussteht von den Bedrängnissen des
Christus’.( Kol. 1:24)
Unser Erlöser
hat sein Gelübde des Opfers auf dem Kreuze eingehalten, als er seine letzten
Worte sagte: "Es ist vollbracht’. Das Vertrauen auf die grenzenlose
Weisheit des Vaters ließ ihn nicht verzweifeln, sondern an die Güte und Gnade
glauben. Dank dieses Vertrauens war er immer bereit, alles zu ertragen. Diese
Bereitschaft führte zu einer endgültigen Überwindung der Gerechtigkeit und der
Wahrheit.
Auch die
Gläubigen können ihr Gelübde des Opfers bis in den Tod einhalten, da sie tiefes
Vertrauen in Gott und in Seinen treuen geliebten Sohn haben und glauben, daß
ihr Opfer angenommen und ihre Treue mit der ersten Auferstehung belohnt wird.
Ja, es ist
wirklich eine herrliche Gemeinschaft der Freude und des Leidens-die Freude
ergibt sich aus dem gemeinsamen Erwarten der zukünftigen Herrlichkeit und das
Leiden aus der gemeinsamen Erfahrung der Prüfungen, die zur Herrlichkeit
führen. Der Herr litt unter der Demütigung und während seiner Agonie.
Seine
Nachfolger gehen durch vergleichbare Prüfungen, damit ihr Opfer vervollständigt
werden kann, wenn sie ihr Leben für diejenigen hingeben, die auf dem schmalen
Pfad mitschreiten, denn "ein Jünger ist nicht über dem Lehrer und ein
Sklave nicht über seinem Herrn; (...) Wenn sie den Hausherrn Beelzebub genannt
haben, wieviel mehr seine Hausgenossen!’ { Mt 10:24-25}
Was für eine
herrliche Gemeinschaft! Wer könnte ihrer sonderbaren Schönheit und
Vollkommenheit noch etwas hinzufügen? Noch größer ist die Freude, wenn wir
erfahren, daß wir das Privileg der Gemeinschaft mit dem Herrn haben-sowohl in
seiner Freude als auch in seinem Leid. Wir haben das Privileg, wie der Herr zu
sagen: "Es ist mir eine Wonne, Deinen Willen zu tun’.
Gott hat einen
Plan gemacht, damit sein geliebter Sohn durch das Erfüllen des Willens seines
Vaters ein Erbe der himmlischen Herrlichkeit werde. Derselbe göttliche Plan ist
uns vorgestellt worden und wir haben ihn angenommen und wir wurden eingeladen,
Mitarbeiter Gottes bei der Verwirklichung dieses Plans zu werden, indem wir in
unseren Herzen Treue ihm gegenüber und wahrhaftige Weihung erweisen.
Diese
Gemeinschaft bezüglich des Ziels und des Werkes wendet unsere Herzen zum Ewigen
Gott, denn wir wurden dazu berufen, Miterben Seines Sohnes zu werden und an
seiner Herrlichkeit teilzuhaben. Alle Dinge, die ihm gebühren, gebühren auch
uns: "Wenn aber Kinder, so auch Erben, Erben Gottes und Miterben Christi’
(Röm. 8:17)
Die ganze
göttliche Familie ist verbunden durch den Bund der Liebe, der Gemeinschaft, des
Vertrauens, der Sympathie, der Harmonie und des Interesses füreinander, und die
Ehre und die Herrlichkeit eines Mitgliedes der Familie ist die Ehre und
Herrlichkeit aller. Gott will, daß wir denselben Geist in uns aufneh
men, dasselbe
Ziel anstreben, er will, daß wir in Treue und Fleiß unsere Möglichkeiten
nutzen, um den Willen Gottes zu erfüllen.
EIN BILD FÜR
DIE GEMEINSCHAFT IM GEISTE UND IN DER WAHRHEIT
Mat. 28:20:
"Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters.’
Es ist bemerkenswert, daß der Herr diese Worte sagte als er sich von den
Jüngern trennte, als er nach seiner Auferstehung zu seinem Vater ging. Beim
Abschied versichert er sie, daß er immer bei ihnen sein wird, daß die geistige
Gemeinschaft und die Sorge um ihr Wohlergehen bis zum Ende des Zeitalters
andauern wird, also bis zu dem Zeitpunkt, in welchem die Herauswahl der Kirche
beendet sein wird.
"Alle Tage
bis zur Vollendung des Zeitalters’ -das bedeutet, daß er immer bei ihnen sein
wird.
Amen,
Lutz
Ruthmann, Deutschland—"Seht ihr nicht dies alles...?’
Auf die Frage
der Jünger nach dem Zeichen seiner Gegenwart und der Vollendung des Zeitalters
antwortet der Herr mit einer allgemeinen Warnung, die sich auf das ganze noch
vor ihnen liegende Zeitalter erstreckt: "Seht zu, daß euch niemand
verführe!’
Um eine solche
Warnung vorausschickend auszusprechen, muß die Wahrscheinlichkeit, hinsichtlich
der Zeit der Gegenwart und der Vollendung des Zeitalters irregeführt oder
verführt zu werden, sehr naheliegend gewesen sein.
Der Herr sah
voraus, daß in der noch unbekannt langen Zeitperiode bis zur Vollendung des
Zeitalters falsche Propheten und falsche Messiasse auftauchen würden mit dem
Anspruch, der Christus zu sein. Die Worte scheinen jedoch mehr als nur eine
Warnung vor einigen religiösen Betrügern und Fantasten zu beinhalten.
Wir denken
dabei an Paulus, der die Urkirche mit fast gleichlautenden Worten warnte,
"daß niemand euch auf irgendeine Weise verführe!’( 2.Thessalonicher
2:3). Wir fragen: Wozu "verführe’? Antwort: Daß dieser Tag der
"Gegenwart Christi’ schon zu seiner Zeit gekommen sei.
Paulus warnte
und setzte vorausschauend ein Zeichen mit dem Hinweis: "Denn (dieser Tag
kommt nicht), es sei denn, daß zuerst der Abfall gekommen und der Mensch der
Gesetzlosigkeit geoffenbart worden ist....den der Herr Jesus vernichten wird
durch die Erscheinung seiner Gegenwart.’
Paulus warnt
hier nicht, wie es zunächst den Anschein haben mag, vor einer Person mit
falschen Ansprüchen, sondern vor einem antichristlichen System; antichristlich,
weil es vorgibt an Christi Statt zu regieren. Es behauptet in seinem
Namen und seiner Autorität zu handeln.
Rückblickend in
die Geschichte ist mit diesem damals noch prophetischen Worten zweifellos das
Papsttum gekennzeichnet, durch dessen falsche Ansprüche tatsächlich viele
verführt wurden.
Aber das Ende
ist nicht sogleich da
Als zweites
Zeichen spricht unser Herr von "Kriegen und Kriegsgerüchten’ und fügt dem
noch die mahnenden Worte hinzu: "Seht zu, erschreckt nicht! Denn es muß
geschehen, aber es ist noch nicht das Ende.’ (Matthäus 24:6) Aus Lukas 21:9
geht der Sinn der Worte deutlicher hervor, denn dort heißt es: "denn dies
muß vorher geschehen, aber das Ende ist nicht sogleich da.’
Wir dürfen
annehmen, daß der Herr hier seiner Herauswahl zu verstehen geben wollte, daß
Kriege und Kriegsgerüchte während des ganzen Evangelium-Zeitalters vorhanden
sein, und daß Kriege und Empörungen während dieser Zeit nichts Ungewöhnliches
bedeuten würden.
Es hat auch
immer in den folgenden Jahrhunderten regional begrenzte Kriege in den
erschiedenen sogenannten christlichen Ländern gegeben. Ja, es gab sogar einen
Glaubenskrieg in Deutschland, der dreißig Jahre lang wütete und unvorstellbare
Leiden und Zerstörungen hinterließ. Aber alle diese Kriege sollten nichts mit
dem Ende dieses Zeitalters zu tun haben.
Der Anfang der
Wehen
Dann heißt es
in Vers 7: "Denn es wird sich Nation gegen Nation erheben und Königreich
gegen Königreich, und es werden Hungersnöte und Erdbeben da und dort sein.’ Das
Fazit daraus wird in Vers 8 mit den Worten gezogen: "Alles dies aber ist
der Anfang der Wehen.’
Wir erkennen,
daß in Vers 6, wo von "Kriegen und Kriegsgerüchten’ die Rede ist, das Ende
des Zeitalters noch nicht sogleich da sein sollte, denn diese sollten vorher
geschehen. Mit dem "Erheben von Nation gegen Nation und Königreich gegen
Königreich’ sollte jedoch der Anfang der Wehen verbunden sein.
Was können wir
unter dem Erheben von "Nation gegen Nation’, oder "Königreich gegen
Königreich’, verstehen? Ist es eine politische oder ist es eine kriegerische
Auseinandersetzung unter den Nationen? Oder trifft beides zu?
Soviel ist
jedenfalls zu erkennen: wenn es sich um die Beschreibung eines Krieges handelt,
so muß dieser ungewöhnlich und anders sein, als die vielen Kriege, die sich in
den Jahrhunderten zuvor ereignet haben, und die noch vor dem Ende des
Zeitalters stattfinden sollten.
Viele glauben,
daß es sich bei dieser prophetischen Vorausschau um den Ersten Weltkrieg
handelt. Und es ist nicht zu bezweifeln, daß dieser Krieg "anders’ war als
alle Kriege zuvor; denn tatsächlich waren fast alle Nationen der Erde mehr oder
weniger daran beteiligt.
Das Ende der
Zeiten der Nationen
Dieser
verheerende Krieg, der die Welt veränderte, kam für Bibelforscher nicht
unerwartet. Pastor Russell hatte vier Jahrzehnte lang in seinen Schriften auf
den zu erwartenden Konflikt der Nationen im Jahr 1914 hingewiesen. In seinem
letzten Vorwort zu Band 2 schreibt er 1916:
"Natürlich
konnten wir im Jahre 1889 nicht wissen, ob das Datum 1914 in der Bibel so genau
als das Ende der Macht oder des Herrscherrechtes bestimmt war, daß es
bedeutete, daß ihre Macht zu jener Zeit völlig gebrochen sein, oder ob mit
Ablauf ihrer Frist ihre Entsetzung beginnen würde.
Wir sehen, daß
das letztere die Verfahrensweise Gottes ist, und zur festgesetzten Zeit, im
August 1914, begannen die Nationen, auf die in der Prophetie Bezug genommen
wird, den gegenwärtigen gewaltigen Krieg, welcher der Bibel gemäß in einem
vollständigen Umsturz der menschlichen Regierungen gipfeln und so die
Aufrichtung des Königreiches des geliebten Sohnes Gottes vorbereiten wird.’
-Zitatende-
Mit dem Jahr
1914 endeten die "Zeiten der Nationen’. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Gott
den Königen der Erde die Erlaubnis gegeben, über die Nationen zu herrschen. Und
von nun an sollte das Herrschaftsrecht über die Nationen demjenigen gegeben
werden "dem das Recht gehört’, Jesus Christus. (Hesekiel 21:32)
Michael-und die
Drangsal
Der Prophet
Daniel sagt dies auf seine Weise voraus, wenn er feststellt: "Und in jener
Zeit wird Michael auftreten, der große Fürst, der für die Söhne deines Volkes
eintritt. Und es wird eine Zeit der Bedrängnis sein, wie sie (noch) nie gewesen
ist, seitdem irgend eine Nation entstand, bis zu jener Zeit.’ { Da 12:1}
Der Name
"Michael’ bedeutet: "Einer wie Gott’, und weist verschlüsselt
auf unseren Herrn hin. Halten wir die prophetische Aussage fest, daß mit dem
Annehmen seiner Macht und Autorität als "König der Könige’ eine Zeit
großer Bedrängnis (oder Drangsal) verbunden sein sollte.
Der Psalmist
stellt im Ps 2 als Sprecher Gottes die
Frage: "Warum toben die Nationen und sinnen eitles die Völkerschaften...?
Und er antwortet-wiederum als Sprecher Gottes: "Habe doch ich meinen König
geweiht auf Zion, meinem heiligen Berg!’
Viele Menschen
bemerken heute, daß 1914 eine "Welt’ zu Ende ging, und daß nach dem Ersten
Weltkrieg nichts mehr so war wie zuvor.
Weltweite
Bedrängnis
Das Zeichen,
das uns unser Herr in Matthäus 24 gibt, daß "Nation sich wider Nation
erheben wird’, ist nicht auf die Zeit des Ersten Weltkriegs beschränkt, denn wie
wir wissen, ist ein noch verheerenderer Zweiter Weltkrieg gekommen; und auch
danach ist "Nation wider Nation’ gewesen in einer Weise, die wir als
"kalten Krieg’ bezeichnen.
Aber mit dem
"Toben der Nationen’ im Ersten Weltkrieg wurde dieses Zeichen, das des
Herrn Gegenwart und die Vollendung des Zeitalters anzeigen sollte, zum ersten
Mal sichtbar erfüllt.
Die Drangsal,
von der die Endzeit-Propheten sprechen, kam nicht über Nacht, im August
Nein-sie entwickelte sich über einen bestimmten Zeitraum zuvor. Was jedoch den
großen Krieg im Jahre 1914 betrifft, so wurde sie (die Drangsal) zum ersten Mal
in ihrem ganzen Ausmaß "gesehen’ als etwas, das zuvor noch niemals
dagewesen war.
Sie zeigte sich
erstmals als das, was sie sein sollte, eine weltweite Bedrängnis der
Nationen. Unser Herr kennzeichnete dieses "Zeichen seiner Gegenwart’ als
den "Anfang der Wehen’.
Wenn wir diese
sinnbildliche Ausdrucksweise mit den natürlichen Wehen einer schwangeren Frau
vergleichen, so sagt uns dieses, daß nach der ersten Wehe weitere Wehen in
immer kürzeren Abständen zu erwarten sind. Mit der ersten Wehe ist aber auch zu
erkennen, daß die Zeit der Geburt nahe herbei gekommen ist.
Als das
"Toben der Nationen’ in diesem nie zuvor gekannten Ausmaß begann, war
unser Herr nach der biblischen Chronologie schon vier Jahrzehnte (unsichtbar
und wie ein Dieb in der Nacht) gegenwärtig. (1. Thessalonicher 5:2) Wir sehen
im buchstäblichen wie im übertragenen Sinn, daß das "Toben der Nationen’
ein Zeichen für die Gegenwart des Herrn ist.
Der Erste
Weltkrieg fegte die "Könige von Gottes Gnaden’ von ihren Thronen. Und die
Monarchen, die bis in unsere Tage geblieben sind, üben keine Herrschaft mehr
aus und dienen nur noch der Bewahrung der Tradition und der Repräsentation
ihres Landes.
Der Feigenbaum
und die Zeit der Ernte
Ein weiteres
Zeichen das uns der Herr gab, um seine Gegenwart und die Vollendung des
Zeitalters zu erkennen, erfüllte sich wenige Jahre nach dem Ende des zweiten
Weltkrieges.
Als am 14.Mai
1948 der Judenstaat "Israel’ in Tel Aviv durch Ben Gurion ausgerufen
wurde, kehrten im Verlauf aus 184 Ländern der Erde die Nachkommen Abrahams in
ihr verheißenes Land zurück. Es erfüllte sich die Prophezeiung Hesekiel 36:24
"Und ich werde euch aus den Nationen holen und euch aus allen Ländern
sammeln und euch in euer Land bringen.’
Seit dem
Zusammenbruch des Kommunismus konnten erstmals Juden aus Rußland nach Israel
einwandern. Sie kamen zu Tausenden und erfüllten die biblische Prophezeiung von
Jesaja 43:6 in unseren Tagen: "Ich werde zum Norden (Rußland) sagen: Gib
her! und zum Süden (Äthiopien): Halte nicht zurück! Bring meine Söhne von fern
her und meine Töchter vom Ende der Erde...’ In Matthäus 24:32,33 spricht unser
Herr in verschlüsselter Form von der Wiederbelebung des "Feigenbaums’ als
Zeichen seiner Gegenwart:
"Von dem
Feigenbaum aber lernt das Gleichnis: Wenn sein Zweig schon weich geworden ist
und die Blätter hervor treibt, so erkennt ihr, daß der Sommer nahe ist. So
sollt auch ihr, wenn ihr dies alles seht, erkennen, daß es nahe an der Tür ist.’ (Lukas 21:29-31)
Aus dem
Gleichnis vom Feigenbaum (Lukas 13:6-9) geht hervor, wen der symbolische
Feigenbaum darstellt. Es ist das auserwählte Volk Israel, daß aus der
Zerstreuung aus allen Völkern gesammelt und wieder in das Land der Väter nach
Eretz Israel gebracht wurde. Sein verdorrter Zweig wurde in dieser Zeit
"weich’.
Der Herr lenkt
unsere besondere Aufmerksamkeit auf den Zusammenhang, der zwischen der
Wiedereinsetzung Israels im verheißenen Land und dem nahen "Sommer’
besteht.
Dieser
versteckte Hinweis über die Nähe des "Sommers’ ist natürlich bildlich zu
verstehen. Nach jüdischem Brauch gibt es nur zwei Jahreszeiten, den Winter und
den Sommer. Der Sommer ist die Zeit der Ernte. Und unser Herr spricht von der
sinnbildlichen "Ernte’ als der "Vollendung des Zeitalters’.( Matthäus
13:39)
In 5 blutigen
Kriegen versuchten die feindlich gesinnten arabischen Staaten den Staat Israel
zu vernichten und die Juden ins Meer zu treiben. Sie scheiterten, weil sie
nicht wissen, daß es Gottes Plan ist, sein Volk in das verheißene Land
zurückzuführen-und nicht menschliche Politik.
Heute sehen
wir, wie Israel in den Blickpunkt des politischen Weltgeschehens gerückt ist.
Alle Staaten verlangen die Rückgabe des im Sechstagekrieg eroberten Gebietes,
daß von Gott verheißenes Land ist. Jerusalem ist nun in den Brennpunkt
getreten, indem die erneute Teilung der "ewigen Hauptstadt Israels’
verlangt wird.
Der Prophet
Sacharja prophezeite für unsere Tage, daß sich alle Nationen wider
Israel versammeln werden, was sich schon heute in den einseitigen und nahezu
einstimmigen Verurteilungen Israels im Sicherheitsrat der UNO zeigt.
Im Brennpunkt
der Interessen der Völker steht Jerusalem von dem der Prophet weissagte:
"Siehe, ich mache Jerusalem zu einer Taumelschale für alle Völker
ringsum...Und es wird geschehen an jenem Tage, da werde ich Jerusalem zu einem
Laststein machen für alle Völker: alle die ihn aufladen wollen werden sich
gewißlich daran verwunden.’ (Sacharja 12:3)
Sehen wir nicht
dies alles in unserer Zeit in Erfüllung gehen? -
Wenn wir nun
einen Sprung vom Jahre 1914 bis in unsere Tage machen und die vergangene Zeit
im Zeitrafferstil betrachten, so werden wir ohne weiteres zugeben müssen, daß
sich die vorhergesagte "Drangsal der Nationen’ weltweit verstärkt
hat.
Dies ist nichts
Ungewöhnliches; es bestätigt nur die Aussagen unseres Herrn in Matthäus 24 und
Lukas 21, daß die Drangsal sich letztlich bis zu einem Punkt steigern wird, an
dem die Menschheit ohne Gottes Einschreiten nicht überleben könnte. Wir
erkennen schon heute, daß es nicht mehr eines dritten Weltkriegs bedarf, um
unsere Erde unbewohnbar zu machen.
Unser Herr sagt
in Matthäus 24:22: "Und wenn jene Tage nicht verkürzt würden, so würde
kein Fleisch gerettet werden; aber um der Auserwählten willen, werden jene Tage
verkürzt werden.’ Eine genauere Übersetzung lautet: "Durch die
Auserwählten werden jene Tage verkürzt werden.’
Wir können dies
so verstehen, daß die verherrlichte Kirche, der Christus, Haupt und Leib, in
der Zeit, in der die letzten sieben Plagen über die Menschheit kommen, den
Ablauf der Dinge kontrolliert und rechtzeitig zum Abschluß bringt.
Es wäre
verfehlt, die für die Zeit des Endes vorhergesagte Drangsal allein in
weltumfassenden kriegerischen Auseinandersetzungen erfüllt zu sehen, denn seit
1945 hat es keinen weiteren Weltkrieg gegeben, statt dessen aber "kalten
Krieg’ und "Erdbeben da und dort’.( Matthäus. 24:7)
Man sagt, daß
die Anzahl der buchstäblichen Erdbeben zugenommen hat. Wir aber wollen an
dieser Stelle "Erdbeben’ als ein symbolisches Zeichen für Revolutionen
ansehen, als Zeichen der Zeit, die sich in politischen, sozialen, finanziellen
und klerikalen Bereichen bis in unsere Tage mit zunehmender Tendenz zeigen.
(Siehe Offenbarung 16:18)
Die weltweite
Drangsal der Nationen hat sich gesteigert. Wer sprach vor 50 Jahren über
Waldsterben, wer über das Ozonloch? Wer machte sich Sorgen über vergiftete
Nahrungsmittel? Wer sprach von Aids oder BSE? Und wer fürchtete sich vor
atomaren Reaktor-Unfällen?
Ratlosigkeit
der Nationen
Die weltweite
Drangsal hat sich gesteigert, und mit ihr die Furcht der Menschen vor der
Zukunft. Das Vertrauen auf eine Hilfe durch menschlichen Rat schwindet. Denn
welcher Politiker, Wissenschaftler oder Weiser dieser Welt könnte die jetzt
anfallenden und nie zuvor dagewesenen Probleme lösen? Wer könnte mit gutem
Gewissen nur eine kleine Hoffnung für die Zukunft geben?
Der Herr sah
diese "Ratlosigkeit der Nationen’ voraus als ein Zeichen der Zeit seiner
Gegenwart. In Lukas 21:25,26 steht geschrieben:
"Und auf
der Erde Bedrängnis der Nationen in Ratlosigkeit bei brausendem Meer und
Wasserwogen; indem die Menschen verschmachten vor Furcht und Erwartung der
Dinge, die über den Erdkreis kommen...’
Das
"brausende Meer’,- wir sehen es täglich in den Tagesnachrichten, wenn von
Demonstrationen und Kundgebungen auf den Straßen in aller Welt berichtet wird.
Jesaja sagt: "Aber die Gottlosen sind wie das aufgewühlte Meer.
Denn es kann nicht ruhig sein, und seine Wasser wühlen Kot und Schlamm auf.’
(Jesaja 57:20)
Es sind die
beunruhigenden Probleme der Menschheit, die wie Kot und Schlamm durch
Demonstrationen von Tausenden Unzufriedener täglich aufgewühlt werden. Zu ihnen
zählen: Arbeitslosigkeit, Umweltvergiftung, Rauschgiftbekämpfung, Terrorismus,
Wirtschaftskriminalität, Ausländerfeindlichkeit, Antisemitismus,
Fundamentalismus, Korruption und Erpressung, u.s.w.
Letztlich ist
es das Problem, das Pastor Russell im 4.Band seiner Schriftstudien anspricht:
die große weltweite Auseinandersetzung zwischen Armen und Reichen, zwischen
Besitzenden und Besitzlosen, zwischen Kapital und Arbeitnehmern. Das Problem
ist die ungerechte Verteilung der Güter dieser Welt und die Gier nach Profit.
Es geht um
diesen Profit, wenn Arbeitsplätze abgebaut werden, oder wie man sagt,
"wegrationalisiert’ werden.
Nehmen wir an:
Vier Arbeiter arbeiten im Team in einer Fabrik für einen vertraglich
festgesetzten Lohn. Dann passiert es, daß der Arbeitgeber zwei Arbeiter
entläßt, -nicht aus dem Grund, daß keine Arbeit mehr für vier vorhanden wäre,
-wie es zumeist dargestellt wird, -sondern weil die Lohnkosten für vier seinen
Profit schmälern.
Die Folge ist,
daß nun die zwei übriggebliebenen Arbeiter die Arbeit von vier Arbeitern
leisten müssen-und das zum gleichen Lohn. So gesehen wird ihr gesetzlich
vereinbarter Lohn halbiert, weil sie nun die Arbeit von den zwei Entlassenen
mit übernehmen müssen.
Der Arbeitgeber
dagegen spart den Lohn für zwei Arbeiter ein und steigert auf diese Weise
seinen Profit. Wir erkennen das Prinzip der Ungerechtigkeit, das den Schwachen
und Wehrlosen benachteiligt und ihm einen Teil seines vereinbarten Lohnes vorenthält.
Es erscheint uns als ob Jakobus prophetisch für unsere Tage spricht, wenn er
feststellt:
"...Ihr
habt Schätze gesammelt in den letzten Tagen. Siehe der Lohn der
Arbeiter, die eure Felder geschnitten haben, der von euch vorenthalten ist,
schreit, und das Geschrei der Schnitter ist vor die Ohren des Herrn Zebaoth
gekommen. Ihr habt auf der Erde geschwelgt; ihr habt eure Herzen gepflegt wie
an einem Schlachttage...’ (Jakobus 5:3-5)
Gottes
Königreich-die Lösung aller Probleme
Als ein großes,
weltweites Problem stellt sich die sprunghaft ansteigende Erdbevölkerung dar.
Im Jahr 1970 betrug die Gesamtzahl der Erdbevölkerung 3,7 Milliarden Menschen.
Vierzehn Jahre später, 1984 wurde lt. Statistik ein Anwachsen der
Weltbevölkerung um mehr als eine Milliarde verzeichnet.
Mehr
Menschen-das bedeutet: daß mehr Arbeitsplätze benötigt werden, mehr
Nahrungsmittel und Textilien produziert werden müssen, mehr
Müllbeseitigungsprobleme entstehen, und folglich mehr Umweltbelastung zu
erwarten ist.
Dieses Beispiel
zeigt uns mit aller Deutlichkeit, wie die ungelösten Probleme unserer Zeit
weltweit miteinander verbunden und verwoben sind und einander bedingen.
Mehr als 800
Millionen Menschen in aller Welt sind unterernährt, Millionen hungern und
verhungern. Zusätzlich ist festzustellen, daß die landwirtschaftlich nutzbare
Fläche der Erde durch Umweltzerstörung und Bebauung rasch abnimmt, daß die
Wüsten sich ausbreiten und der Trinkwasservorrat abnimmt.
Wirtschaftsplaner
und Wissenschaftler, die für die Zukunft planen, sehen keine Lösung. Sie tun
ihr Bestes und hoffen mit dem Fortschritt der Wissenschaft Verbesserungen bei
diesem oder jenem Problem zu erzielen.
Aber letztlich
ist jede kleine Reform oder Verbesserung nur ein "neuer Flicken, der auf
ein altes Kleid genäht wird’ und der, wie unser Herr sagt, den Riß nur noch
ärger macht. (Matthäus 9:16)
Es gibt nur
eine Lösung aller Probleme, und die ist GOTTES KÖNIGREICH! Diese alte
Weltordnung der Ungerechtigkeit muß vergehen, sie ist nicht mehr zu reparieren.
Schmiedet eure
Flugscharen zu Schwertern
Unsere Zeit ist
voller Widersprüche, denn während zunehmend der Ruf nach Frieden ertönt, wird
weltweit eine Aufrüstung zum Krieg betrieben, wie nie zuvor. Die Ausrüstung mit
modernster Waffentechnik verschlingt in allen Ländern große Milliardenbeträge,
die dann in den wirtschaftlichen Bereichen fehlen.
So ist die
mächtige Sowjetunion an den finanziellen Aufwendungen, die sie in den
Rüstungswettlauf steckte, zerbrochen, und hinterließ eine ruinierte Wirtschaft.
Es sind aber
nicht nur die großen und reichen Staaten, die einen Großteil ihrer finanziellen
Mittel für den Kauf von Waffen einsetzen, sondern auch die armen und
unterentwickelten Länder in Afrika, Asien und Lateinamerika.
Man hat
festgestellt, daß oftmals finanzielle Entwicklungshilfen, die für die
Bekämpfung der Armut und des Hungers in Afrika oder den Ländern der
"dritten Welt’ bestimmt waren, letztlich für Waffenkäufe benutzt wurden.
Wie wahr spricht
der Prophet Joel, wenn er von unseren Tagen weissagt: "Ruft dies unter den
Nationen aus, heiligt einen Krieg, erweckt die Helden! Herauskommen und
heraufziehen sollen alle Kriegsleute! Schmiedet eure Pflugscharen zu
Schwertern und eure Winzermesser zu Lanzen! Der Schwache sage: Ich bin ein
Held! ‘{ Joe 4:9,10???}
Zunahme der
Erkenntnis
Wir leben heute
in einer Zeit, in der sich die Erkenntnis auf jedem Gebiet sehr gemehrt hat.
Das sogenannte "Zeitalter der Technik’ hat uns nicht nur die Dampfmaschine,
den Telegraphen und das Radio gebracht sondern auch das Fernsehen, das tragbare
Telefon, den Computer, die Weltraumtechnik, Online und Internet.
Die Erkenntnis,
so prophezeite es der Prophet Daniel, sollte sich am Ende des Zeitalters
mehren. { Da 12:4} Wer wachsam war, konnte diese "Mehrung der Erkenntnis’
zur angekündigten Zeit des Endes wahrnehmen. Der in Matthäus 24:45
vorhergesagte "kluge und treuen Knecht’ kam zur rechten Zeit, und wurde
über die ganze Habe gesetzt, um die "Speise’ der Erntewahrheit
auszuteilen.
Die Wahrheit,
daß die Vollendung des Zeitalters gekommen, und der Herr schon gegenwärtig war,
wurde als ein Zeugnis seit 1879 durch "Zions Wachtturm’ verkündigt.
Daniels
Prophezeiung von dem "Hin- und Herrennen’ begann sich in den Tagen
Pastor Russells zu erfüllen. Pastor Russell sah in seinen Tagen die Erfüllung
der Prophezeiung in den zu seiner Zeit neuesten Erfindungen der Eisenbahn und
der Dampfschiffe.
Heute, nach
mehr als 100 Jahren, sehen wir die Erfüllung mit aller Deutlichkeit in dem
weltweiten Flugverkehr von Kontinent zu Kontinent und den überfüllten
Autobahnen in Europa und anderen Kontinenten.
Der
Nachrichtenaustausch ist durch die verfeinerte Technik unglaublich gefördert
worden. Wir sprechen heute von weltweiter Vernetzung und
"Datenautobahnen’. Die Rede ist von Online und anderen Systemen die einen
sekundenschnellen Datenaustausch von Kontinent zu Kontinent per Computer und
Datenrechner ermöglichen.
Eine Erfindung,
die auf das Jahr 1924 zurückgeht, wurde in den 50er und 60er Jahren zum
Massenmedium:
das Fernsehen. Nun mag sich mancher fragen: Was ist denn so interessant am
Fernsehen, daß es hier Erwähnung findet? Konfrontiert es uns nicht täglich mit
Brutalität, Verbrechen und Unmoral?
Ja, sicherlich
tut es dies auch. Es zeigt uns den Zeitgeist wie in einem Spiegel und sagt uns,
daß unsere Tage wie "die Tage Sodoms’ sind. Denn es war typisch für die
Sodomiter, daß sie schamlos und offen von ihrer Sünde sprachen und sie
keineswegs verschwiegen. (Jesaja 3:9)
Jeder von uns
wird zugeben müssen, daß das Medium Fernsehen einen großen Einfluß auf die
Meinungsbildung der großen Masse ausübt. Korrespondenten und Journalisten
berichten aus jedem Winkel der Erde. Nichts bleibt verborgen was in der Welt
geschieht, -es wird alles offenbar.
Allein eine
Milliarde der Menschheit sind Analphabeten, die sich nur über Radio oder
Fernsehen informieren können. Und was sie da zu sehen bekommen, ob sie nun in
Afrika, Südamerika oder im Fernen Osten leben, das muß ihre Unzufriedenheit wecken.
Es offenbart
sich ihnen eine zweigeteilte Welt; zum einen: Luxus und Verschwendungssucht von
wenigen Mächtigen, die ihren unermeßlichen Reichtum mit Überheblichkeit zur
Schau stellen, und zum anderen Not und Armut der Massen, die heute nicht wissen,
wie sie den nächsten Tag überleben können.
Während täglich
in den von Armut geprägten Ländern Tausende hungern und verhungern, werden in
den reichen Ländern Überproduktionen von Nahrungsmitteln vernichtet, und das
nur um den Verkaufspreis hoch zu halten und auf diese Weise den Profit zu
steigern.
Kein Wunder,
daß die Erkenntnis, daß bei einer gerechten Verteilung der Güter dieser Welt
niemand zu hungern brauchte, zu gewaltsamen Protest und Revolution führt. So
ist auch dieses Medium unserer Tage ein Instrument zur rechten Zeit, daß die
Augen der Völker öffnet für die bestehende Ungerechtigkeit.
Die Erde bebt
Wir haben in
unseren Tagen die Möglichkeiten wie nie zuvor uns darüber zu informieren, was
um uns in der Welt vor sich geht. Und es gehört dies zu unserem Auftrag zu
wachen, daß wir das Zeitgeschehen und die Ereignisse in der Welt mit den Augen
des Verständnis im Hinblick auf die Prophezeiungen untersuchen.
Denn nur dann,
wenn wir dies tun, werden wir nicht zu denjenigen gehören, die da sagen:
"Wo ist die Verheißung seiner Gegenwart? Denn seitdem die Väter
entschlafen sind, bleibt alles so von Anfang der Schöpfung an...’ (2.Petrus
3:4)
Wer sieht es
nicht deutlich, daß sich die Welt in diesem letzten Jahrhundert sehr verändert
hat? Wer beobachtet nicht was allein in den letzten Jahrzehnten passiert ist?
Das kommunistische Imperium ist zerfallen, die Sowjetunion in Stücke
zerschlagen, Jugoslawien durch endlosen Krieg zerteilt, der Libanon
zerstückelt.
Bürgerkriege in
Rußland und Afrika. Aufruhr und Chaos in vielen Ländern der Erde. Bedrohung und
Erpressung durch Terrorismus. Unterdrückung durch Fundamentalismus und Aufruf
unter den Moslems zum sogenannten "Heiligen Krieg’. Wer erkennt es nicht,
daß die Erde "bebt’?
Der Prophet
Haggai weissagt über unsere Tage: "Denn so spricht Jehova der Heerscharen;
Noch einmal, eine kleine Weile ist es, da werde ich den Himmel erschüttern und
die Erde und das Meer und das Trockene. Und ich werde alle Nationen
erschüttern; und das Ersehnte aller Nationen wird kommen.’ { Hag 2:6,7}
Wir leben in
dieser Zeit, da alle Nationen von dem Ruf nach Gerechtigkeit und Frieden
erschüttert werden, der sich in Demonstrationen, die oft mit Gewalt verbunden
sind, äußert.
Der Ruf nach
"Friede und Sicherheit’ und sozialer Gerechtigkeit ist überall zu hören.
Aber es bleibt bei der prophetischen Vorausschau: "Friede, Friede! Und da
ist doch kein Friede. { Jer 6:14} Denn welcher Mensch könnte diesen Frieden
bringen?
Wer könnte alle
Probleme zur allgemeinen Zufriedenheit lösen, angesichts dessen, daß ein jeder
nur auf sich schaut? Wie könnten die selbstsüchtigen Interessen von Personen,
von Gruppen, von Völkern vereint werden?
Es ist
vergeblich, wenn die Nationen von Frieden reden, wo doch kein Friede ist und
nur der Herr wahren Frieden bringen kann. Alle Nationen und alle Menschen
wollen Frieden, aber statt dessen wird überall zum Krieg aufgerüstet.
Nach dem Ersten
Weltkrieg wurde der Völkerbund gegründet mit der Absicht von nun an gemeinsam
Frieden zu schaffen. Die Nationen schlossen sich zusammen um miteinander zu reden
und ihre Probleme friedlich zu lösen. Sie haben vergeblich geredet, denn
der Völkerbund konnte den Zweiten Weltkrieg nicht verhindern.
Nach dem Krieg
entstanden aus dem Völkerbund die Vereinten Nationen, eine interna-
tionale,
überstaatliche Organisation zur Wahrung des Weltfriedens. Und man hat weiterhin
vergeblich geredet, denn die UNO hat bisher keinen Frieden bringen
können und wird auch in Zukunft keinen Frieden bringen können, weil dies nicht
in Gottes Plan ist.
Nicht Menschen
und Organisationen können wahren Frieden bringen sondern nur der vom
Himmlischen Vater vorgesehene Friedefürst (Jesaja 9:6) kann einen dauerhaften
Frieden bringen. Und er wird den ersehnten Frieden bringen, wenn die Menschen
ihre letzten Erfahrungen in der Zeit des Zornes gemacht haben.
Nur Gottes
Königreich kann alle Interessen unter dem Grundsatz der Liebe und
Gerechtigkeit, vereinigen, eine Herrschaft die mit Weisheit und Macht den
Frieden bringt, nach dem sich die Menschheit sehnt. Schon ist der "König
der Könige’ gegenwärtig und trifft Vorkehrungen zur Aufrichtung seines
Friedensreiches.
Wir stehen
"am gläsernen Meer’!-" Seht ihr nicht dies alles’!?( Offenbarung
15:2)
Erkennen wir
das von Jahr zu Jahr zunehmende Feuer der Drangsal, das uns zeigt, daß wir der
Anarchie entgegen gehen? Wenn wir dies aber erkennen, so sagt es uns auch, daß
unsere Erlösung nahe ist.
Laßt uns in
dieser schwierigen Zeit der Versuchungen und Irreführungen vermehrt wachen und
beten, wozu uns das Wort Gottes auch mit den Worten aufruft:
"Wacht nun
und betet zu aller Zeit, damit ihr imstande seid, diesem allem, was geschehen
soll, zu entfliehen und vor dem Sohn des Menschen zu stehen!’ (Lukas
21:36) Dazu gebe der HERR seinen Segen!
Amen
Ioan Stan,
Rumänien—Liebend in der Wahrheit, Geliebt in der Wahrheit
Liebe
Geschwister und Freunde im Herrn! "Gnade und Friede werde euch immer
reichlicher zuteil in der Erkenntnis Gottes und Jesu, unseres Herrn! Da seine
göttliche Kraft uns alles zum Leben und zur Gottseligkeit geschenkt hat durch
die Erkenntnis dessen, der uns berufen hat durch eigene Herrlichkeit und
Tugend’ (2. Petrus 1:2-3)
Ich möchte
dieses wertvolle Treffen begrüßen, an die Worte des Apostel Paulus aus 2
Korinther 2:14 erinnernd "Gott aber sei Dank, der uns allezeit im
Triumphzug umherführt in Christus und den Geruch seiner Erkenntnis an jedem Ort
durch uns offenbart!’.
Ich glaube,
dass diese heilige Versammlung nicht möglich gewesen wäre, wenn in unseren
Herzen die Liebe für "den Geruch seiner Erkenntnis’ nicht brennen würde.
Wir möchten,
dass unser Thema, so wie alle anderen Themen, die aus dem Wort der göttlichen
Wahrheit genommen und von den Dienern des Herrn vorgeführt sind, wie ein
Wohlgeruch sein soll, welcher in uns noch mehr Liebe für den Herrn und seine
Wahrheit und für seine Brüder bewirken soll.
In dem Glauben
der Wahrheit auserwählt, in der Liebe der Wahrheit erprobt.
"Wir aber
müssen Gott allezeit für euch danken, vom Herrn geliebte Brüder, dass Gott euch
von Anfang an erwählt hat zur Rettung in Heiligung des Geistes und im Glauben
an die Wahrheit’ (2. Thessalonischer. 2:13)
Wir danken und
beten Gott an, denn er hat uns seine Wahrheit und seinen Plan bekannt gemacht,
er hat uns aus den häßlichen Träumen der irreführenden Lehren geweckt; er hat
uns von der Knechtschaft des Satans, welchen er "unter unseren Füßen
zertreten wird’, befreit. (Römer 16:20)
Wir alle müssen
die Art wie die Wahrheit die Herzen verbessert und unterscheidet ins Auge
fassen und auch die Tatsache, dass sie auch Trennung bewirkt.
Der Zweck des
Herrn ist, dass die Wahrheit nur die einzige Klasse, diejenigen die reine
Herzen haben, die wahren Israeliten, anziehen und trennen soll und diejenigen,
die nicht in richtigem Herzenszustand sind, sondern mit anderen Interessen,
sogar in ihrem religiösen Leben beschäftigt sind, offenbaren soll.
Nicht alle sind
für die gegenwärtige Wahrheit bereit. Jetzt benutzt der Herr die gegenwärtige
Wahrheit auf besondere Weise, um den Weizen vom Scheinweizen und das Gold von
der Schlacke zu trennen.
Wir können
nicht erwarten, dass Er was anderes macht, deswegen sollen unsere Gebete und
Bemühungen in die Richtung einer ausführlichen Ehrlichkeit mit dem Herrn, den
Geschwistern und seiner Wahrheit sein, indem die Liebe für die Wahrheit uns in
allen Dingen unseres geweihten Lebens unterstützt.
Die Aussage
unseres Herrn, was die Klasse betrifft, die in dieser Zeit der Erprobung fallen
wird, ist, dass Er starke Täuschungen erlauben wird, so dass sie die Lüge
glauben werden, "dass sie die Liebe der Wahrheit zu ihrer Errettung nicht
angenommen haben’.( 2. Thessalonicher. 2:10)
Die Wahrheit
aus den Herzen sagen.
Wir sind jetzt
an der Reihe um erprobt und beurteilt zu werden, jetzt wenn die schöne Wahrheit
über den göttlichen Charakter und Plan deutlicher ist denn je; eine große
Freude, die mit entsprechenden Erprobungen ausgeglichen ist.
Der Psalmist
David fragt den Herrn: "HERR, wer darf in deinem Zelt weilen? Wer darf
wohnen auf deinem heiligen Berg?’. Die Antwort lautet: "Der rechtschaffen
wandelt und Gerechtigkeit übt und Wahrheit redet in seinem Herzen.’ { Ps
15:1-2}
Das heißt, dass
er alle Motivationen und Neigungen unseres Herzens zur richtigen Zeit erproben
wird. Das Auge beeinflußt das Herz und das ist sehr gut zu erkennen, durch die
Art wie wir die Dinge um uns herum betrachten und wie wir handeln.
Wir betrachten
es als angemessen den Kommentar des Manna vom 17. Juni zu erwähnen: unsere
Handlungen werden beeinflußt "von Einflüssen des augenblicklichen
Vorteiles, der Weltklugheit, persönlicher Freundschaft, irdischer
Liebesbande-von Mann oder Frau oder Kindern, oder Liebe zur Gemächlichkeit, oder
der Liebe zum Frieden um jeden Preis;
oder ob wir uns
andererseits durch die nackten Grundsätze der Wahrheit und Gerechtigkeit
bestimmen lassen, und ob wir diese Grundsätze mit Eifer und Energie um jeden
Preis an Mühe oder Leiden verteidigen werden, um so den guten Kampf des
Glaubens bis zum Ende, selbst bis in den Tod zu kämpfen’.
Unser Schatz
soll im Himmel sein, denn der Herr Jesus sagte: "Wo euer Schatz ist, dort
ist auch euer Herz.’ { Mt 6:21}
Im ganzen
Evangeliumszeitalter gab es keinen Zeitraum mit solchen umfassenden Problemen
wie diesen, den wir durchlaufen. Die Freiheit, an welcher wir uns erfreuen,
gibt uns die Möglichkeit zwischen dem was richtig und dem was leicht ist zu
wählen.
Wir sollen uns
nicht über diejenigen wundern, die das wählen, was leicht ist. Aber wie viele
unter uns werden das wählen, was richtig ist?
Paulus hatte
ein einziges Ziel.
Apostel Paulus
erinnert an einen sehr wichtigen Faktor, welcher in unserem Lauf auf dem
schmalen Weg bestimmend sein wird, die Einheit des Zieles. Er sagt: "Eines
aber tue ich.’ ( Php 3:8-14; Manna 12. Juni)
Er hat nicht
mehrere Dinge zu tun versucht. Er hat sein Leben einem einzigen Ziel gewidmet,
der Belohnung der himmlischen Berufung in Jesus Christus. Alle anderen hat er
als "Dreck’ betrachtet.
Er erklärt,
dass er gewählt wurde als Apostel und Verkünder der Wahrheit an die Nationen,
"ich sage die Wahrheit, ich lüge nicht-als Lehrer der Nationen in Glauben
und Wahrheit.’ (1 Timotheus. 2:7)
Er hatte ein
Herz voller Liebe und Eifer in Verteidigung der Wahrheits-Grundsätze für welche
er berufen wurde.
Wir könnten
sagen, dass wir diese Einheit des Zieles verwirklichen können in dem wir mehr
und mehr die Wahrheit schätzen und gemäß der Wahrheit leben.
Die Wahrheit
und Freiheit-eine Erprobung.
Wir leben in
der Zeit des Endes des Evangeliumszeitalters, und wir können nicht wissen, wie
lange diese Zeit der Freiheit und die Möglichkeit gemäß der Wahrheit zu
arbeiten, andauern wird.
Aber, wie dem
auch sei, diese Zeit sollen wir als eine vom Herrn für uns eingerichtete
Segnung schätzen. Wir sehen, dass die Freiheit das beste Mittel zur Erprobung
unseres Herzens ist, besser als Freiheitsberaubung.
Eine typische
Erscheinung unserer Zeit stellt die Zerteilung und Vereinigung unter dem aus
dem "Haushalt des Glaubens’ dar. Ob wir uns, unter den
Freiheitsbedingungen, gemäß unserem Bewußtsein zu einer bestimmten Gruppierung
vereinigen oder nicht, wird eine sichtbare Bestätigung unseres Herzenszustands
sein, und in bestimmter Weise kann sie unsere Zukunft hervorrufen.
Das Sprichwort
der Weisen sagt: "diejenigen die sich ähneln, vereinigen sich’. Unser Herr
Jesus hat dieses Werk in seinem Gleichnis mit dem in den Acker "gesäten
Samen’ und mit "der Ernte’, die in dem letzten Abschnitt die Auswahl
macht, gezeigt.
In der Zeit der
Ernte bemerken wir unter denen, die aus Babylon-die falsche
Christenheit-herausgekommen sind, sogar auch unter den Geweihten, dass die
gegenwärtige Wahrheit mit allen ihren Aspekten mehr und mehr eine Erprobung
ist, die Trennungen und Verbindungen bewirkt, so wie die erste Gegenwart des
Herrn, mit all ihren Aspekten, eine Erprobung der Ernte des Jüdischen
Zeitalters war.
Die Bibel, das
Buch der Wahrheit
Die Bibel
bietet uns das Manna der göttlichen Wahrheit. Die Wahrheit muss gesammelt,
gegründet und harmonisiert werden, aber sie ist von Gott gegeben.
Im 2.
Timotheus. 3:15-17 lesen wir: "du kennst von Kind auf die heiligen
Schriften, die Kraft haben, dich weise zu machen zur Rettung...; Alle Schrift
ist von Gott eingegeben und nützlich zur Lehre... damit der Mensch Gottes
richtig sei, für jedes gute Werk ausgerüstet’. Weil "Gott möchte, dass
alle Menschen errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen’.( 1
Timotheus 2:4)
In dem Maße in
dem der Geist Gottes unsere Herzen in eine enge Teilnahme und Sympathie mit dem
göttlichen Denken anzieht, wird der Wert seiner kostbaren Verheißungen besser
verstanden werden, so, dass sich in unserem Herzen der gleiche Geist der
Begeisterung entzünden wird, der auch das Herz des Herrn Jesus und seiner
Apostel füllte.
So wurde über
den Herrn in Ps 40:8 prophezeit:
"Dein Wohlgefallen zu tun, mein Gott, liebe ich und dein Gesetz ist tief
in meinem Innern’. Diese Schrift hat sich in dem Leben unseres Herrn erfüllt,
und genau so muss es auch mit seinen gläubigen Nachfolgern geschehen.
Durch diese
große Arbeit, die der Herr machte, hat er einen "neuen und lebendigen Weg’
geöffnet. Dies ist der Weg, worauf auch wir wandeln müssen -gemäß unserer
Weihung.
Die wahren
Geweihten unterscheiden sich völlig von den Christen, die sich nicht geweiht
und nie den Heiligen Geist der Wahrheit empfangen haben. Das wahre geweihte
Kind Gottes verneigt sich nur vor Jehovas Willen, indem es bedingungs- und
vorbehaltlos sein Ich und sein Leben als Opfer auf den Altar des Herrn bringt.
Kostbar sind
die Worte des Lebens!
Lasst uns auf
die Worte des Herrn immer wieder acht geben, damit all ihre schöne Bedeutung
tief in unsere Herzen dringt und ihre gesegneten Früchte in unser Leben
bringen.
Unser Herr
Jesus spornt uns durch sein Wort an: "Ihr erforscht die Schriften, denn
ihr meint, in ihnen ewiges Leben zu haben.’;{ Joh 5:39} "Lernt von mir!
Denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, und ihr werdet Ruhe finden für
eure Seelen.’ (Math.11:29)
Gleicherweise
spornt uns auch der Prophet durch den Geist des Herrn an und sagt: "Mein
Sohn, auf meine Worte achte, meinen Reden neige dein Ohr zu! Lass sie nicht aus
deinen Augen weichen, bewahre sie im Innern deines Herzens! Denn Leben sind sie
denen, die sie finden, und Heilung für ihr ganzes Fleisch.
Mehr als alles,
was man bewahrt, behüte dein Herz! Denn in ihm entspringt die Quelle des
Lebens. Lass weichen von dir die Falschheit des Mundes und die Verdrehtheit der
Lippen entferne von dir!’;" Kaufe Wahrheit und verkaufe sie nicht,
Weisheit und Zucht und Verstand.’
"Wenn du
meine Reden annimmst und meine Gebote bei dir verwahrst... dann wirst du
verstehen die Furcht des HERRN und die Erkenntnis Gottes gewinnen.’ (Sprüche
4:20-24; 23:23; 2:2,5)
"Dies aber
ist das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast,
Jesus Christus, erkennen.’ { Joh 17:3}
Die in den
Heiligen Schriften dargestellte schöne Wahrheit soll uns in jeder finsteren
Stunde der Erprobung erheitern und unsere ermüdende Kraft mit erneuter
Vitalität, mit erneutem Mut und Eifer auffrischen, um auf dem schmalen Weg
weiter gehen zu können, bis wir tatsächlich "ihm gleich sein werden’ { 1Jo
3:2}
Deine Wege
unter meinen Augen
Unsere Freude
ist sehr vom Studium des kostbaren Wortes und von der Kenntnis der kostbaren
Verheißungen, die das Wort beinhaltet, abhängig. Der Prophet David, "der
Mann nach dem Herzen Gottes’, wurde vom Herrn sehr erprobt, er war der
bedeutendste König von Israel, der leibliche Vorfahre des Herrn Jesus.
Der Name David
bedeutet "der sehr geliebte’," der Liebende’," derjenige, der
die Verbindung macht’," derjenige der vereint’. Wie sehr eignen sich diese
für die Eigenschaften unseres Herrn Jesus, der viele bedeutungsvolle Namen hat!
David ist in manchen Hinsichten auch ein Vorbild unseres Herrn Jesus.
Es gibt sehr
viele Worte zum Lernen, zur Ermunterung und zum segensreichen Trösten, die vom
Psalmisten David angeboten werden. Wir lesen seine Worte im Ps 119, Verse 13-20: "Mit meinen Lippen
habe ich erzählt alle Bestimmungen deines Mundes. An dem Weg deiner Zeugnisse
habe ich Freude, mehr als an allem Reichtum... An deinen Satzungen habe ich
meine Lust. Dein Wort vergesse ich nicht.
Tue Gutes an
deinem Knecht, so werde ich leben. Ich will dein Wort halten! Öffne meine
Augen, damit ich schaue die Wunder aus deinem Gesetz!... Meine Seele zermürbt
sich vor Verlangen nach deinen Bestimmungen zu aller Zeit.’
Die Verse
140-142: "Wohlgeläutert ist dein Wort, dein Knecht hat es lieb. Gering bin
ich und verachtet. Deine Vorschriften habe ich nicht vergessen. Deine
Gerechtigkeit ist eine ewige Gerechtigkeit, und dein Gesetz ist Wahrheit.’
Die Verse
151,160: "Du bist nahe, HERR, und alle deine Gebote sind Wahrheit... Die
Summe deines Wortes ist Wahrheit, und jedes Urteil deiner Gerechtigkeit ewig.’
Der Vers 106:
"Ich habe geschworen und halte es aufrecht, die Bestimmungen deiner
Gerechtigkeit zu bewahren.’
Glückselig der
Mensch der sich mit ungeheucheltem Glauben und reinem und demütigen Herzen sich
Gottes Wort nähert-und mit Beten in der Tiefe der gelesenen Worte beharrt. Er
wird die lebengebende Wahrheit erkennen und wird von jedem geschriebenen Wort
in der Heiligen Schrift getröstet.
Wir eignen uns
die christliche Wahrheit in Gnade an.
Nachdem wir in
unseren Herzen und Gedanken uns die Wahrheit aneignen, brauchen wir Zeit und
einen ständigen Gebrauch des Glaubens, um die Verheißungen Gottes richtig zu
schätzen und uns anzueignen; dies wird biblisch "Wachsen in Gnade und
Erkenntnis’ genannt. (2 Petrus 3:18)
"Wir
wachsen im gleichen Maße in Erkenntnis wie wir die Verheißungen Gottes bemerken
und sie durch Glauben auf uns anwenden und dann in unserem Leben ihre Erfüllung
zu erkennen suchen.
Zu gleicher Zeit
wachsen wir in der Gnade, denn wofern nicht jedes Teil der Erkenntnis in ein
redliches und gutes Herz aufgenommen wird und dementsprechend Gehorsam und
Gerechtigkeit wirkt, werden wir nicht für den nächsten Schritt der Erkenntnis
zubereitet werden, sondern wir stehen still, wenn wir uns nicht gar
zurückwenden.’ (Manna 25. März)
Das Wort hat
die Macht der Umwandlung
Die Sprache
unseres großen Priesters muss die Sprache jedes einzelnen Gliedes der
königlichen Priesterschaften sein: "Ich tue nicht meinen Willen, sondern
den Willen dessen, der mich gesandt hat.’ { Joh 6:38}
Diese werden
Teilhaber des Heiligen Geistes. Diejenigen die ihren Willen vollständig geweiht
haben und an dessen Stelle das Wort und den Willen Gottes durch Christus
bekommen haben, haben himmlische oder geistige Inspiration oder Belebung.
Sie sind so
sehr umgewandelt, so verschieden von ihrem früheren, irdischen Zustand, dass
sie "Neue Schöpfungen’ genannt werden, aber dieser Name würde auf sie
nicht passen, wenn er ihnen nur eine grundlegende Umwandlung ihrer Herzen und
ihres Willen bedeuten würde.
Dies bedeutet
aber viel mehr, es bedeutet, dass diejenigen, die jetzt durch den Heiligen
Geist der Wahrheit aus der Welt auserwählt sind und sich "auf dem
lebendigen Wege’ zu Gott nähern, der ihnen durch das große Sühnopfer eröffnet
wurde, wirklich embryonale "Neue Schöpfungen’ sind, die in ihrer ersten
Auferstehung vollkommen im Leib von göttlicher Natur gemacht werden.
(Offenbarung 20:5,6)
Das Wort ist
der Agent der "Wiedergeburt’
Was auch immer
der Mensch ist, er ist nicht das, was er sein sollte, gemäß 1. Mose 1:26-31.
Für die Berufung des evangelischen Zeitalters muss er sich so radikal
verändern, dass diese Umwandlung nicht besser genannt werden kann als
"Wiedergeburt’, und das Wort ist der erste Agent in dieser
außergewöhnlichen Umwandlung.
"Wir haben
aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen, damit das Übermaß der Kraft von Gott sei
und nicht aus uns.’ (2. Kor. 4:7)
Das Wort muss
immer in unseren ersten Gedanken sein, wir müssen ständig darüber nachdenken,
damit es nicht verloren geht, denn es kann in weltlichen Dingen oder in Sünde
verloren gehen.
In dem Alten
Testament ist das Wort Gottes nicht nur ein Laut, es ist eine wirksame Kraft.
In den Erzählungen in Zusammenhang mit der Schöpfung, erschafft das Wort
(griechisch: Logos) Gottes: "Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es wurde
Licht.’.( 1.Mose 1:3)
Dies ist von
Schriften des Alten Testaments bezeugt: "Durch des HERRN Wort sind die
Himmel gemacht, ... Denn er sprach, und es geschah.’;{ Ps 33:6-9} "Er
sandte sein Wort und heilte sie’;{ Ps 107:20} "Mein Wort... wird meine
Pläne bewirken.’ (Jesaja 55:11)
In dem Neuen
Testament wird über das Wort (Logos) im Johannes-Evangelium, Kapitel 1,
besonders in Versen 14-17, gesprochen: "Und das Wort wurde Fleisch und
wohnte unter uns, voller Gnade und Wahrheit... Denn das Gesetz wurde durch Mose
gegeben; die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden.’
Wir sehen eine
enge Verbindung zwischen 1. Mose 1:3 "Und Gott sprach: Es werde Licht! Und
es wurde Licht.’ und Joh 1:4 "In
ihm war Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.’
Diese
Verbindung ist auch von Apostel Paulus in 2. Kor. 4:6 unterstützt, wo wir
lesen: "Denn Gott, der gesagt hat: Aus Finsternis wird Licht leuchten!, er
hat unseren Herzen aufgeleuchtet.’
In 1. Mose war
das Wort für die Schöpfung tätig; in
Joh 1 ist das Wort für die Wiederherstellung tätig. Johannes ist der
Erste, der über die "Geburt aus Gott’ spricht, { Joh 1:12,13} die als
"neue Geburt’ von Apostel Petrus in 1. Petrus 1:23 genannt wird.
Die anderen
Evangelisten haben über die Dinge geschrieben, wie sie äußerlich erscheinen,
Johannes hat die Dinge beschrieben, wie sie innerlich erscheinen. Indem er
Jesus "Wort’ (Logos) nennt, sagt er mehrere Dinge über Jesus aus.
Durch Jesus ist
die schöpferische Macht Gottes tätig, die für Menschen bestimmt ist. Er ist
nicht nur das Wort der Erkenntnis, sondern auch das Wort der Macht. Er ist
nicht nur deswegen gekommen, um uns zu lehren, sondern viel mehr, um für uns
etwas zu tun.
Der Logos war
der direkte Ausdruck der Schöpfung des himmlischen Vaters, so wie auch Johannes
das Wort Schöpfung (Logos) erwähnt um uns denjenigen vorzustellen, durch den,
bevor er Fleisch wurde und unter uns wohnte, alles gemacht worden ist. Er
verwendet den gleichen Titel für den Herrn auch nach seiner Auferstehung, indem
er ihn Logos oder das Wort des Lebens nennt. { 1Jo 1:1}
Johannes,
"der Jünger, den Jesus liebte’
Johannes hat
einen besonderen Platz unter den Zwölfen, die alle von Jesus geliebt wurden.
Wenn wir uns auch nur flüchtig seine Schriften anschauen, zeigen sie uns, dass
seine Gedanken immer auf die wichtigsten Charakterzüge und Handlungen Jesu
gerichtet waren und möglicherweise ist das der Grund, der ihn zu dem
"Jünger’ machte, "den Jesus liebte’.{ Joh 13:23}
Der Name
Johannes, wie auch viele andere Namen in der Bibel, hat mehrere sehr schöne
Bedeutungen, die nicht zu vernachlässigen sind, wie folgt: "eine reiche
Gabe aus der Gnade Jehovas’," Jehova ist wirklich’," der Herr ist
Gnade’," von Gott begnadigt’," von Gott geliebt’," nach Jehovas
Gefallen’," das Kind der Barmherzigkeit’," reich in Gnade’. Dies sind
ein paar Bedeutungen, die wir alle, auch auf uns angewandt haben möchten.
Johannes ist
von den großen Prinzipien der "Wiedergeburt’ und von dem Recht des Sohnes
angezogen. Aber er markiert auf besondere Weise den grundlegenden Charakterzug
Jesu: "Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich für
die Wahrheit Zeugnis gebe.’ { Joh 18:37}
Johannes
benutzt das Wort "Wahrheit’ mehr als 20 mal, während die anderen
Evangelisten es jeder nur ein paar mal benutzten. Johannes hat sein Evangelium
nach den anderen drei Evangelisten geschrieben, und er gibt viele Lehren und
Handlungen des Herrn Jesus wieder, von denen anderen drei Evangelisten nicht
berichtet haben.
"Ich bin
dazu geboren’.
Sogar die von
Autoritäten eingesetzten Menschen, die Jesus fangen sollten, sind zurückgekehrt
ohne ihre Aufgabe erfüllt zu haben, und sie erklärten voller Bewunderung:
"Niemals hat ein Mensch so geredet wie dieser Mensch’ { Joh 7:32,45,46}
Wir wundern und
freuen uns sehr, wir, die so unwichtig in den Augen der Welt sind, aber vom
Vater und von unserem geliebten Heiland geliebt werden. Wir danken unserem
geliebten Vater, dass er uns eine solche wunderbare Gabe geschenkt hat-Jesus,
der "uns geworden ist Weisheit von Gott und Gerechtigkeit und Heiligkeit
und Erlösung’.( 1 Kor. 1:30)
Wer hätte eine
solche Aussage machen können, wie Jesus vor Pilatus aus Pontius machte:
"Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich für die
Wahrheit Zeugnis gebe. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört meine Stimme.’ {
Joh 18:37}
Hier ist eine
wichtige Bedingung: um "seine Stimme’ hören zu können, müssen wir nicht
nur theoretisch die Wahrheit kennen, sondern wir müssen "aus der Wahrheit’
sein, wir müssen die Wahrheit nicht nur im Gedanken, sondern auch im Herzen
haben.
Pilatus fragte
ihn: "Was ist Wahrheit?’ Jesus schwieg und vielleicht dachte sich Pilatus,
dass niemand wissen kann, was Wahrheit ist. Seitdem, bis zu den heutigen Tagen
glauben die meisten Menschen, dass niemand weiß von welcher Wahrheit Jesus
sprach.
Die dreieinhalb
Jahre des öffentlichen Lebens Jesu beweisen, dass er sich nie mit Wahrheiten
dieser Welt, deren viele sind, befaßt hat. Wir erkennen, dass er immer
Propheten wie Mose, Elias, David, Jesaja, Daniel, und andere zitierte. Er
sagte: "Erforschet die Schriften’ { Joh 5:39}
Nur eine
ausführliche und seriöse Kenntnis des Planes Gottes, der in den "Heiligen
Schriften’ offenbart ist, bringt wirkliches Glück und Freude. Die Kenntnis
befreit die Gedanken und das Herz von Aberglauben und unnötigen Sorgen, die die
Menschen bedrücken.
Jesus sagte:
"Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaft meine Jünger; und
ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.’ {
Joh 8:31-32} Diese Worte des Herrn Jesus trennen die wahren Jünger von denen,
die nur den Namen tragen.
Wenn wir auch
weiterhin seine wahren Jünger bleiben wollen, dann müssen wir die von ihm
geforderte Bedingung beachten, in seinem Wort zu bleiben.
Wir sollen
nicht den Fehler machen, das Wort des Herrn zu vergessen oder zu mißachten, die
Wahrheit mit dem Irrtum zu vermischen oder, das Wort der Wahrheit nicht recht
zu teilen. (2 Timotheus 2:15) Wir sollen nicht so sein, wie diejenigen über die
Paulus sagt, dass sie immer lernen und nie zur vollen Erkenntnis der Wahrheit
kommen können. (2 Timotheus 3:7)
Der Weg, die
Wahrheit und das Leben
Gegen Ende
seines irdischen Lebens sprach unser Herr Jesus über seine Reise zu dem Vater,
und er sagte ihnen, dass er erst weggehen wird, und dann zurückkehren und sie
mitnehmen wird. Dann sagte er ihnen: "Und wohin ich gehe, dahin wißt ihr
den Weg.’ { Joh 14:1-6}
Thomas, der
weniger als die anderen durch Glauben wandelte, aber aufrichtig war, fragte:
"Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst. Und wie können wir den Weg
wissen?’ Jesus antwortete ihm: "Ich bin der Weg und die Wahrheit und das
Leben’.
Ja, der Herr
sagt uns, dass er der einzige ist, durch den wir zum Vater gelangen und seine
Söhne werden können. Seit dem, werden bis heute alle, die Söhne Gottes werden
wollen, wissen müssen, dass der Vater nur diejenigen annimmt, die zu ihm durch
den Verdienst Jesu, seines Sohnes, kommen und freudig auf dem "schmalen
Weg’ in seinen Fußstapfen gehen.
An diese
richten sich die Verse 15,16 aus Kapitel 14 des Johannes-Evangeliums:
"Wenn ihr mich liebt, so werdet ihr meine Gebote halten; und ich werde den
Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben, dass er bei euch
sei in Ewigkeit, den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann,
weil sie ihn nicht sieht noch ihn kennt.’.
Aber wenn wir
den Heiligen Geist des Vaters in unserem Herzen empfangen haben und gemäß
seinem Plan und Wort wandeln, sind wir im Stande, die von Gott bereiteten
tiefen Dinge wertzuschätzen, die für diejenigen bereitet sind, die ihn lieben
und im Glauben wandeln. (1 Kor. 2:9-10)
Liebe der
Wahrheit, Liebe in Wahrheit, Treue gegenüber der Wahrheit, Wandeln in Wahrheit.
Ich werde mit
einigen Erklärungen aus den Briefen des Apostel Johannes schließen.
Joh. 2:20-21:
"ihr habt die Salbung von dem Heiligen und habt alle das Wissen; ... Ich
habe euch nicht geschrieben, weil ihr die Wahrheit nicht kennt, sondern weil
ihr sie kennt.’
Joh. 1,2:
"Der Älteste der auserwählten Herrin und ihren Kindern, die ich liebe in
Wahrheit; und nicht ich allein, sondern auch alle, die die Wahrheit erkannt
haben, um der Wahrheit willen, die in uns bleibt und mit uns sein wird in
Ewigkeit.’
3 Joh. 3,4:
"Denn ich habe mich sehr gefreut, als Brüder kamen und für deine Wahrheit
Zeugnis gaben, wie du in Wahrheit wandelst. Eine größere Freude habe ich nicht
als dies, dass ich höre, dass meine Kinder in der Wahrheit wandeln.’
Liebe
Geschwister, ich glaube, dass nichts vor dem himmlischen Vater und seinem Sohn
größer und wertvoller sein kann, als die Kenntnis und die Liebe der Wahrheit,
Liebe in Wahrheit, Treue gegenüber Wahrheit und Wandeln in Wahrheit.
Wenn wir dies
so machen werden, werden wir in Wahrheit lieben und wir werden in der Wahrheit
geliebt. Möge der Herr uns dabei helfen, Amen!
Waldemar
Szymanski, Polen—Gott wird in Stille dein Leben planen
Liebe
Geschwister! Ich möchte euch ein paar Beobachtungen zu den Problemen mitteilen,
die jeder von uns im Leben bewältigen muß. Wenn wir auf die gelebten Jahre
zurückblicken, so werden wir erkennen, daß es Momente der Erhöhung aber auch
Momente des Fallens gab. So sieht das Leben eines jeden Menschen aus.
Es enthält
Abschnitte, die uns zur Ehre gereichen, wir sind gesund, wir entwickeln uns,
wir sind zufrieden, alles gelingt uns. Nach der Zeitperiode des Wachstums
kommen die Depressionen, das Lachen fehlt, alles fällt uns aus den Händen. Wir
kommen mit den geringsten, einfachsten Sachen nicht klar, wir treffen die
denkbar ungünstigsten Entscheidungen, wir sind mit uns selbst und der ganzen
Welt unzufrieden.
Dann sagen die
Menschen: "Ich bin in einem Loch.’ Nach einer gewissen Zeit kommt wieder
die Wende, es fängt an alles wieder gut zu werden, und der ganze Prozeß beginnt
wieder von vorne an.
Wenn wir auf
prominente Menschen schauen, auf ehrenhafte, reiche, haben wir das Gefühl, daß
sie immer oben auf dem Gipfel sind. Es ist aber nicht so, auch sie haben ihre
"Löcher’ und wie die armen und einfachen Menschen klettern sie auf ihre
Gipfel.
Das Leben eines
jeden Menschen besteht aus einer "Amplitude’ der Erhöhungen und des
Fallens. Dieser Zyklus wiederholt sich mehrmals in unserem Leben.
Als junger Mann
habe ich in unserer Versammlung ein Gedicht vorgetragen. An den Dichter
erinnere ich mich nicht mehr, nur der Anfang des Gedichts ist mir noch im
Gedächtnis.
"Gott wird
in Stille dein Leben planen’,- so klang der erste Satz des Gedichts, und heute
möchte ich es zum Motto meiner Betrachtung machen.
Es war ein
besonderer Gottesdienst, der aus Anlaß einer Eheschließung stattfand, und die
Worte des
Gedichts waren der Inhalt meiner Glückwünsche für die Geschwister auf ihrem
neuen Lebensabschnitt. "Gott wird in Stille dein Leben planen.’
Nach mehreren
Jahren dachte ich, warum hat Gott das Leben des Menschen nicht so gestaltet,
daß er immer auf dem höchsten Punkt seiner Lebensamplitude bleiben kann. Warum
ist das nicht so?
Die Antwort auf
diese Frage gibt der Apostel Paulus in 2. Korinther 12:10, wenn er sagt:
"Deshalb habe ich Wohlgefallen an Schwachheiten, an Mißhandlungen, an
Nöten, an Verfolgungen, an Ängsten um Christi willen; denn wenn ich schwach
bin, dann bin ich stark.’
"Wenn ich
schwach bin, dann bin ich stark’. Wenn ich im "Loch’ bin, wenn es mir im
Fleisch schlecht geht, dann nähere ich mich Gott im Geiste. Das Fallen und
Stolpern auf dem irdischen Lebensweg ist uns hilfreich für die Höhen des
Lebensweges. Was für
wunderliche
Dinge beherrschen das Menschenleben. Kommen wir nun zum Worte Gottes, um andere
Beispiele zu zeigen, wie Gott mit seinem Volk verfährt. Gott hat in Stille mein
und dein Leben geplant.
Ich beginne mit
einer Geschichte aus dem Alten Testament. Wir alle wissen bestimmt wer Salomo
war. Ich lese jetzt zwei Verse, die diese Geschichte einleiten. Könige 11:42-43
NP)
"Und die
Tage, die Salomo in Jerusalem über ganz Israel herrschte, betrugen 40 Jahre.
Und Salomo
legte sich zu seinen Vätern und wurde in der Stadt seines Vaters begraben.
Und sein Sohn
Rehabeam wurde an seiner Stelle König.’ Nach dem Tode Salomos wurde
Rehabeam neuer
König von Israel.
Zum neuen
Herrscher kamen Gesandte der zehn Stämme Israels mit den Worten Könige 12:4
NP): "Dein Vater hat unser Joch hart gemacht. Du aber erleichtere nun den
harten Dienst deines Vaters und sein schweres Joch, das er auf uns gelegt hat!
Dann wollen wir dir dienen.’
Rehabeam hat
nicht gleich auf die Bitte seines Volkes geantwortet. Er hat zuerst die
Ältesten, die seinen Vater schon beraten hatten, zu sich gerufen und sie um Rat
für seine Entscheidung befragt. Die Ältesten antworteten (1. Könige 12:7):
"Und sie
redeten zu ihm und sagten: Wenn du heute diesem Volk zum Knecht wirst und ihnen
dienst und sie erhöhst und gute Worte zu ihnen redest, dann werden sie alle
Tage deine Knechte sein’. Der König ignorierte diese Worte und fragte die
Jünglinge, die an seinem Hofe dienten. Gemäß seinem Versprechen kam das Volk
nach drei Tagen zum König, um seine Antwort zu hören. (1. Könige 12:13-14)
"Und der
König antwortete dem Volk hart und verwarf den Rat der Alten, den sie ihm
geraten hatten; und er redete zu ihnen nach dem Rat der Jüngeren; mein Vater
hat euer Joch schwer gemacht, ich aber will euer Joch noch schwerer machen.
Mein Vater hat euch mit Peitschen gezüchtigt, ich aber will euch mit Skorpionen
züchtigen.’
Bestimmt wird
jeder von uns den Unterschied zwischen dem Rat der Alten und dem der Jugend
bemerken. Ich werde jetzt hier die Ursachen analysieren, warum die Meinungen so
verschieden waren.
Nach den Worten
des Königs entstand solch ein Aufruhr, daß Rehabeam nach Jerusalem flüchten
mußte. Das Volk hat einen neuen König gewählt-Jerobeam, der zur Zeit der
Herrschaft Rehabeams in Ägypten weilte.
Zur Zeit als
der Königs Rehabeam vom Volke abgelehnt wurde, hat Rehabeam in Jerusalem seine
Armee in Höhe von 180 000 Soldaten aus den Stämmen Juda und Benjamin mit der
Absicht rekrutiert, die aufständigen zehn Stämme zur Ordnung zu bringen. Der
Herr widerspricht jedoch den Absichten und sagt folgendes (1.Könige 12:24):
"So
spricht der HERR: Ihr sollt nicht hinausziehen und sollt nicht mit euren
Brüdern, den Söhnen Israels, kämpfen! Kehret um, jeder in sein Haus! Denn von
mir ist diese Sache ausgegangen.’
Rehabeam, der
rechtmäßige König Israels verliert den Kampf um sein Königreich, verliert den
Kampf um seine Rechte, und am Ende hören wir die Worte: "Denn von mir ist
die
Sache
ausgegangen.’ Die Geschichte, und im Grunde genommen ihr Ende, illustriert
vollkommen wie
seltsam Gott mit seinem Volk handelt.
Der rechtmäßige
König kommt, man könnte meinen, sein Eigentum zu holen, und der Herr sagt:
"Gehe weg von hier, du wirst nicht kämpfen, denn von mir ist die Sache
ausgegangen.’ Wir sagen heute: "Gott hat dein Leben anders geplant.’
Wie oft plant
der Herr unser Leben auf solche Weise! Zum Beispiel. Ein Bruder ist seit vielen
Jahren Diener in der Versammlung. Die langen Jahre seines Dienstes bewirkten,
daß er sich für den besten, geeignetsten Kandidaten für die Neuwahl hält.
Es scheint, daß
die bevorstehende Wahl nur eine Formsache ist. Er fühlt aus den langjährigen
Versammlungserfahrungen, daß dieser Dienst gerade ihm zusteht. Nun kommt die
Wahl. Der Herr sagt durch die Stimmen der Geschwister was anderes.
Die Versammlung
hat für den Bruder für die nächste Kadenzzeit einen anderen Dienst vorgesehen,
wie Bruder Russell in Band 6 sagt: "einen weniger ehrbaren Dienst’. Er war
doch so viele Jahre Ältester. Jetzt hat der Herr in Stille sein Leben anders
geplant. Jetzt muß er die Charaktereigenschaften erreichen, denen er in der
letzten Zeit zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet hatte.
König Rehabeam
wollte sein Königreich durch Kampf erreichen. In diesem Fall ist ein Kampf
nicht ratsam, denn Gott hat zu seinem Besten sein Leben geplant.
Wie oft
verstehen wir Sein Handeln nicht, ich werde sagen, begreifen wir Seine Führung
in Bezug auf uns nicht. Gott hat unser Leben so geplant, daß wir am Ende eine
hohe Belohnung empfangen können. Im Grunde genommen bitten wir jeden Tag Gott
im Gebet um etwas.
Gott antwortet
nicht immer auf unsere Bitten. Wir können nicht immer begreifen, daß es nur zu
unserem Besten ist. In vielen Fällen ist ein unerhörtes Gebet schon eine
Antwort Gottes auf unsere Bitte. Und es geschieht, weil wir übel beten.
Oft diktieren
wir Gott unsere eigene Meinung. Von unserem Standpunkt gibt es zwei
Möglichkeiten unser Problem zu lösen, das wir Gott vorgestellt haben. Wir knien
nieder zum Gebet und bitten Gott um ein Zeichen für die bessere Möglichkeit
unser Problem zu lösen.
Die Antwort
Gottes auf unsere Bitte ist immer für die bessere Lösung. Die dritte Lösung,
hier wiederhole ich wieder, "Gott wird in Stille dein Leben planen’. Er
zeigt dir die Lösung, an die du gar nicht gedacht hast. Auf diese Weise
offenbart sich unter anderem die Führung Gottes.
Jeder von uns
steht im Leben vor Situationen, in denen man wählen und eine Entscheidung
treffen muß. Oft zögern und überlegen wir, weil wir nicht wissen, wie wir es am
besten machen.
Wenn wir uns
auf dem Gipfel unserer Lebensamplitude befinden, fällt es uns leichter eine
Entscheidung zu treffen. Nicht immer sind es durchdachte Entscheidungen und
auch nicht immer die besten, aber immer selbst getroffene Entscheidungen ohne
fremde, oder sogar, ohne Gottes Hilfe.
Ich führe ein
Beispiel aus dem Alten Testament an, als Abraham mit der ganzen Familie aus
Ägypten nach Süden in die Stadt Bethel wanderte. (1. Mose 31:1): "Und
Abraham zog aus Ägypten herauf, er und seine Familie und alles, was er hatte,
und Lot mit ihm, nach dem Süden.’
So wie Abraham
hatte auch Lot eigene Güter und eigene Herden. Unter ihren Hirten kam es oft
zum Streit. Darauf hat Abraham entschieden, daß er nicht mehr weiter mit Lot
wandern kann. Ihre Wege müssen sich trennen. (1. Mose 13:8-9)
"Da sprach
Abraham zu Lot: Laß doch keinen Streit sein zwischen mir und dir und zwischen
meinen Hirten und deinen Hirten; wir sind doch Brüder! Ist nicht das ganze Land
vor dir? Trenne dich doch von mir! Willst du nach links, dann gehe ich nach
rechts, und willst du nach rechts, dann gehe ich nach links.’
Auf diese Weise
stand Lot vor der Wahl. Er ließ sich an der Mündung der Jordanebene im Lande
nieder, das ihn an den Reichtum Ägyptens erinnerte. Aus der Beschreibung geht
hervor, was ein polnisches Sprichwort sagt: Er nahm sein Schicksal in seine
eigenen Hände, und die Wahl hat er selbst getroffen, ohne Gebet. Vom
menschlichen Standpunkt hatte Lot eine ausgezeichnete Wahl getroffen. Er hat
ein reiches und anbaufähiges Land gewählt. Andererseits war das eine sehr
schlechte Entscheidung, weil Lot nicht die Charaktereigenschaften der Menschen,
mit denen er jetzt zusammenleben mußte, in Betracht gezogen hatte.
Auch uns
treffen gegenwärtig solche Erprobungen. Ganz unbewußt müssen wir zwischen
materiellen Gütern und dem Wachstum des Geistes wählen.
Dann sagen wir:
"Hier ist es bedeutend besser und bequemer. Wir haben Arbeit, ein Haus,
bessere finanzielle Möglichkeiten, aber keine Versammlung, weil es zu weit zu
den Geschwistern ist.’ Was soll ich wählen? Soll ich wie Lot wählen, der an
seine Frau und an seine Töchter gedacht hat? Oder sollen wir lieber vom
göttlichen Standpunkt die Sache betrachten?
Trotz des
sichtbaren Fehlers den Lot machte, hat ihn Gott nicht ohne Seine Fürsorge
gelassen und bezeichnet ihn sogar als einen "Gerechten’ (2. Petrus 2:7-8).
"Und (wenn) er den gerechten Lot rettete, der von dem ausschweifenden
Wandel der Ruchlosen gequält wurde-denn der unter ihnen wohnende Gerechte
quälte durch das, was er sah und hörte, Tag für Tag (seine) gerechte Seele mit
(ihren) gesetzlosen Werken’.
"Gott wird
in Stille dein Leben planen’. Trotz vieler Fehltritte und Fehler wird Gott
segnen. Jemand sagt, daß es ein unverständliches Handeln ist. Der Mensch fällt
oft, und Gott segnet ihn. Ja, aber das ist göttliche Art. Trotz unserer vielen
Fehler segnet uns Gott im Gegensatz zu den Weltmenschen weiterhin.
Ähnlich wie Lot
hat Gott auch die drei jungen Männer, die Nebukadnezar zu Verwaltern einer
babylonischen Provinz machte, nicht im Stich gelassen. Schadrach, Meschach und
Abed- Nego, weil die Rede von ihnen ist, standen vor einer Prüfung. Sie mußten
wählen: Entweder eine Verbeugung vor dem Standbilde oder im Feuerofen zu
sterben. Sie wählten das Zweite.
Vom
menschlichen Standpunkt haben sie falsch gehandelt. Es hätte genügt sich zu
verbeugen, und sie hätten weiter ein ruhiges Leben führen können. Sie waren
doch königliche Verwalter. Die jungen Männer wählten jedoch die für sie
ungünstigste Lösung. "Gott wird in Stille dein Leben planen’.
Gott hat die
jungen Männer in ihrer schrecklichen Prüfung nicht verlassen. { Da 3:26-27}
"Da trat Nebukadnezar an die Öffnung des brennenden Feuerofens, begann und
sagte: Schadrach, Meschach und Abed-Nego, ihr Knechte des höchsten Gottes: Geht
heraus und kommt her! (....) Und es versammelten sich die Satrapen, die Stadthalter,
die Verwalter und die Staatsräte des Königs; sie betrachteten die Männer, über
deren Leib das Feuer keine Macht gehabt hatte: das Haar ihres Hauptes war nicht
versengt, und ihre Mäntel waren nicht verändert, nicht einmal Brandgeruch ist
an sie gekommen.’
Vom göttlichen
Standpunkt haben sie sehr gut gehandelt, sie haben eine Wahl getroffen. Sie
waren auf dem Gipfel, haben ein ruhiges Leben geführt. Dann waren sie im
"Loch’ und ihr Leben war in Gefahr.
Gott hat sie
wieder gesegnet, so daß sie den Gipfel wieder erreicht haben. { Da 3:30}
"Sodann beförderte der König Schadrach, Meschach und Abed-Nego in der
Provinz Babel.’
Bemerken wir,
daß sie ihr Verhältnis Gott gegenüber niemals verändert haben. Trotz
Schwierigkeiten und Ärger, ungeachtet dessen, in welcher Lage sie sich
befanden, ob auf dem Gipfel ihrer Lebensamplitude oder im "Loch’, haben
sie immer eindeutig ihren Standpunkt vertreten. { Da 3:17-18}
"Ob unser
Gott, dem wir dienen, uns erretten kann-sowohl aus dem brennenden Feuerofen als
auch aus deiner Hand, o König, wird er (uns) erretten-oder ob nicht: es sei dir
(jedenfalls) kund, o König, daß wir deinen Göttern nicht dienen und uns vor dem
goldenen Bild, das du aufgestellt hast, nicht niederwerfen werden.’
Vom Erzählen
her kenne ich eine Situation, daß Geschwister in Polen während des zweiten
Weltkrieges und unmittelbar danach eine ähnliche Prüfung erlebt haben. Das war
die Generation meiner Eltern. Oft mußten Geschwister zwischen Leben und Tod
wählen.
Man mußte der
Wahrheit entsagen, Bibeln vernichten und den Kontakt zu den Geschwistern
abbrechen, sonst drohten der ganzen Familie Armut, Gefängnis, physische
Drangsale und sogar der Tod durch Erschießen.
Sehr viele
Personen haben auf diese Weise ihr Leben für die Wahrheit gelassen. Viele
Geschwister besitzen bestimmt die Abschiedsbriefe aus den KZ-Lagern, die kurz
vor der Urteilsvollstreckung geschrieben wurden. Diese Briefe sind sehr
erbauend.
Bei dieser
Gelegenheit erinnere ich an die Versammlung in Zemborzyce-Polen. Das war im
Juni vor 51 Jahren. Es kamen ca. 400 Personen zusammen, um das Wort Gottes zu
hören. Als Ergebnis des Überfalls der sogenannten "unbekannten Täter’
starben drei Personen, Bruder Miklaj Grudzien, der derzeitige Vorsitzende der
Bibelstudien-Vereinigung in Polen, und zwei Schwestern.
Weiterhin
wurden zehn Personen verwundet. Einige von ihnen leben noch unter uns. Damals
lag Zemborzyce ein paar Kilometer entfernt von der Stadt, in der ich wohne.
Jetzt ist das schon ein Ortsteil von Lublin.
Mitte der 70er
Jahre haben wir auf dem Friedhof in Lublin die Asche eines Bruders, des
Ehemannes der Schwester, die bei diesem Überfall erschossen wurde, in ihr Grab
gelegt.
Ich erinnere
mich an die Erzählung von der Beerdigung, als damals, 1949, die Menschen Steine
geworfen und die Trauergäste beschimpft hatten. Jetzt stand ich an derselben
Stelle.
"Gott wird
in Stille dein Leben planen’. So einen Zufall kann man nur schlecht erklären.
Kein Mensch war in der Lage vorauszusehen, was danach passiert. Wir wissen bis
heute nicht, was das für einen Einfluß auf die Entwicklung des Wortes Gottes in
unserem Land hatte. Eins ist aber sicher, wenn Gott nicht will, "wird
keinem von euch ein Haar des Hauptes verloren gehen.’ (Apostelgeschichte 27:34)
Von Erzählungen
weiß ich, daß solche Prüfungen auch noch in den späteren Jahren von den
Geschwistern in Osteuropa ertragen werden mußten. Vielleicht gibt es
Geschwister, die noch heute vor den Prüfungen stehen-Leben oder Tod.
Ich frage, ob jemand
von den Geschwistern bereut, daß er sich für Gott, die Wahrheit und die Brüder
entschieden hat, als er vor solchen Prüfungen stand? "Gott plant in Stille
dein Leben.’
Hiob mußte in
seinem Leben eine sehr schwere Entscheidung treffen. Wie wir wissen, war er ein
sehr reicher Mann. Er hatte zehn Kinder, besaß große Viehherden, Schafe und
Kamele, und er selbst war "rechtschaffen und redlich und gottesfürchtig
und mied das
Böse.’ (Hiob
1:1)
Heute werden
wir sagen, daß er auf dem Gipfel seiner Lebensamplitude war. Plötzlich begann
er nach unten zu fallen. Es erreichten ihn nur Unglücke. Auf einmal blieb er
allein, verlor seine Kinder, seine Diener und seinen ganzen Besitz.
Unter der Last
des Unglücks verlor er die Gesundheit, sein ganzer Leib wurde von Geschwüren
befallen. Sehr schnell befand er sich im "Loch’. Seine Freunde wollten ihm
beweisen, daß Gott ihn verlassen hat. Der gleichen Meinung war seine Frau, die
gesagt hat: "Hältst du noch fest an deiner Vollkommenheit? Fluche Gott und
stirb.’ (Hiob 2:9)
Hiob wählte
eine ganz andere Lösung. "Er aber sagte zu ihr: Wie eine der Törinnen
redet, so redest auch du. Das Gute nehmen wir von Gott, da sollten wir das Böse
nicht auch nehmen?’ (Hiob 2:10)
Wiederum finden
wir sehr merkwürdige Worte. Ich denke, daß jeder von uns von Gott nur gute
Sachen erwartet. Alles Böse schreiben wir dem Satan zu. Das Problem liegt
daran, daß wir nicht immer wissen, was gut für uns ist.
Nur Gott ist in
der Lage die Segnungen vorauszusehen, die sich aus den kurzen Prüfungen für uns
ergeben. "Gott plant in Stille dein Leben.’ Nimm jetzt die große Last auf
deine Schultern, und der Herr wird in der Zukunft die herrliche Krone auf dein
Haupt setzen.
Kurz nachdem es
geschah, gab Gottes Fürsorge Hiob alles zurück, was er vorher verloren hatte.
Wiederum werden ihm zehn Kinder geboren, und er erhält das Doppelte an Gütern
als Belohnung für seine Treue, denn "bei alledem sündigte Hiob nicht und
legte Gott nichts Anstößiges zur Last.’
Die Geschichte
Hiobs ist eine wunderbare Illustration des menschlichen Lebens. Er war auf dem
Gipfel, und fiel ins "Loch’. Wegen seiner Untergebenheit in die Sache
Gottes hat er wieder den Gipfel erreicht, aber diesmal auf noch höherer Stufe.
Er bekam mehr, als er vorher besaß.
Ich möchte
jetzt ein anderes Beispiel einer Prüfung und deren Resultat anführen, die eine
schlechte Entscheidung verursacht hat. Die Geschichte ist sehr kurz. Ich denke
an Esau und Jakob. (1. Mose 25:32-34)
"Esau sagte:
Siehe, ich gehe ja doch dem Sterben entgegen. Was soll mir da das
Erstgeburtsrecht? Jakob aber sagte: Schwöre mir heute! Da schwor er ihm und
verkaufte sein Erstgeburtsrecht an Jakob. Und Jakob gab Esau Brot und ein
Gericht Linsen; Und er aß und trank und stand auf und ging davon. So verachtete
Esau das Erstgeburtsrecht.’
Im Tausch für
den Segen seines Vaters wählt Esau die kurzen Freuden des Lebens, eine
schmackhafte Mahlzeit. Er tut seinem Fleisch wohl und weiß nicht, daß er auf
diese Weise viel Größeres verliert. Für Jakob hat der Teller Linsensuppe keinen
großen Wert. Er wählte geistige Güter.
Das ist eine
wunderbare Lehre für uns. Denn geistige Güter sind für uns immer kostbarer als
materielle Güter.
Liebe
Geschwister! Wir befinden uns oft in solchen Situationen, wie die von mir
erwähnten Männer, wenn wir durchs Leben gehen. Man steht vor irgendeiner Wahl
und muß eine Entscheidung treffen. Mit solchen Situationen werden wir schon in
jungen Jahren konfrontiert.
In der Familie
kommt ein Kind zur Welt. Es erscheint ein Problem. Man muß einen Namen wählen.
Es beginnt die Suche nach dem besten und schönsten Namen. Jemand sagt, daß es
sehr wichtig ist, weil von dem Namen der Charakter des Menschen abhängt, seine
Zukunft und seine Erfolge.
Schnell suchen
wir im Gedächtnis nach Namen von bekannten Personen und versuchen sie unserem
Kind anzupassen. Die Wahl biblischer Namen erfolgt nach demselben Prinzip. Für
unser Kind suchen wir den Namen einer positiven Person aus, einer treuen, Gott
ergebenen Person. Wir meinen, daß wir auf diese Weise unserem Kind eine
herrliche Zukunft garantieren können. "Gott plant in Stille dein Leben.’
Das Kind, mit
einem wunderbar ausgewählten Namen, beginnt die Schule. Man muß die Schule
wählen, die mein Kind besuchen wird. Das soll die beste Schule in der ganzen
Stadt sein.
Mein Sohn und
meine Tochter sollen die besten Lehrer haben. Sie müssen alles tun, daß mein
Kind das weiseste von allen wird. "Gott plant in Stille dein Leben.’
Es kommt der
Moment, wo wir unserem Kind einen Beruf wählen müssen und dazu auch
die passende
Schule. Wir stehen vor dem nächsten Problem. In dieser Periode machen sich oft
Zeichen der Selbständigkeit unseres Kindes bemerkbar.
Das Kind möchte
selbst über seinen Beruf entscheiden, auch die Schule selbst wählen. Vom
elterlichen Standpunkt aus gesehen muß dies selbstverständlich der beste Beruf
sein und die am meisten geschätzte Schule. "Gott plant in Stille dein
Leben.’
Nach erlerntem
Beruf steht das mittlerweile erwachsene Kind wiederum vor etlichen Problemen.
Die erste
Prüfung ist die Arbeit. Ein junger Mensch begibt sich auf die Suche nach
Arbeit, liest Angebote, sucht und wechselt die Angebote und geht zu Gesprächen.
Durch die
Erfahrungen seiner Eltern belehrt, weiß er, daß es die beste, die leichteste
und bestbezahlte Arbeit sein soll. Die Suche nach solcher Arbeit dauert
manchmal sehr lange. "Gott plant in Stille dein Leben.’
Mit der Suche
nach Arbeit erscheint die Entscheidung über einen Wohnungswechsel. Manchmal
müssen wir die Familie verlassen. Es zeigt sich, daß es am anderen Ende des
Landes eine gute Arbeit gibt, und es gibt gute Verdienstmöglichkeiten. Aber ob
es dies wert ist? Oft müssen wir wegen einer guten Arbeit ins Ausland gehen.
Aber ob es das wert ist? "Gott plant in Stille dein Leben.’
Etwa zur
gleichen Zeit stehen wir vor der Prüfung einen Ehegatten auszuwählen. Das ist
eine wichtige Entscheidung. Im Einklang mit der Schrift ist das eine nicht
umkehrbare Entscheidung. Einen Ehegatten kann man nicht wechseln wie einen
Beruf, einen Betrieb oder eine Wohnung.
Wieder entsteht
ein gleiches Problem. Ein Mann sucht die beste Ehefrau. Die Frau hofft, daß sie
den besten Partner fürs Leben bekommt. Wie kann man aus so vielen Kandidaten
den besten für sich auswählen?
Nach Bildung
einer Familie, nach der Geburt eines Kindes, stehen wir wieder in der Prüfung
der Wahl eines Namens. Wie wir sehen beginnt dieser Prozeß sich zu wiederholen
mit dem Unterschied, daß wir jetzt in der Rolle der Eltern auftreten. So sieht
das Leben eines Durchschnittsmenschen aus.
Bei manchen
Menschen kommen noch andere Situationen zum Vorschein, wenn man
andere wichtige
Entscheidungen treffen muß. Jeder von uns hat schon die wichtigste Wahl seines
Lebens getroffen. Wir entschieden uns unser Leben für Jesus Christus zu opfern.
Bedenken wir,
daß es von dieser Wahl für uns kein Zurück gibt. Für uns gegenwärtig Geopferte
gibt es keine andere Erprobung als nur die herrliche Belohnung im Reiche Gottes
oder den Zweiten Tod. In der Zukunft wird die ganze Menschheit auf die Probe
gestellt werden.
Sie wird sich
für den Herrn oder gegen Ihn entscheiden müssen. Sich für den Herrn zu
entscheiden wird für die Menschheit bedeuten im Königreich auf Erden zu leben,
sich gegenteilig zu entscheiden wird den Tod, die Vernichtung des Menschen,
herbeiführen.
Unsere
Entscheidung, die Wahl des Schmalen Pfades, gibt uns die Möglichkeit mit
unserem Herrn im Himmel zu regieren.
Ob jemand
bereut, daß er Gott sein Leben gegeben hat? Ob er in diesem Zusammenhang meint,
daß er eine schlechte Wahl getroffen hat? Ich denke, unabhängig davon welche
Schwierigkeiten, Prüfungen und Verfolgungen wir erleiden müssen, können wir uns
Hiob anschließen und sagen: "Der Name des HERRN sei gesegnet.’
Diejenigen, die
sich noch nicht entschieden haben, meinen, daß sie noch vor der Probe der Wahl
für den Weg Christi stehen. Ich zitiere den Teil eines Zionliedes (Zionlied 318
nach dem polnischen Liederbuch):
"Das
Warten hat sich gelohnt, unsere Mühe hat sich gelohnt, -denn heute erhielt
Gottes Volk die Erste Auferstehung. Immer warten wir auf den Augenblick,
-vorbei ist das Leiden, -aber leiden war angenehm’. Und wieder wunderbare
Worte: "aber leiden war angenehm’. Wer von den Menschen kann heute so
sagen? Wer kann diese Worte verstehen?
"Gott
plant in Stille dein Leben.’
Manchmal
erkrankt jemand in der Familie, ich meine an einer schweren, ernsthaften
Krankheit. Wie
kann man solch einen Fall mit Bezug auf die Worte erklären: "Gott plant
dein Leben in Stille?’
Ob alle
Prüfungen, Krankheiten und Tragödien, die einem Menschen in seinem Leben
widerfahren von Gott eingeplant sind um uns zu quälen? Oder hat sich Gott
vielleicht
beim Einplanen
unseres Lebens geirrt? Das ist nicht wahr!
Gott verwendet
bei der Ausführung seines Planes natürliche Methoden. So wie die Krankheit ist
auch der Tod eine natürliche Erbschaft der gefallenen menschlichen Natur.
"So sei der Erdboden verflucht um deinetwillen: Mit Mühsal sollst du davon
essen alle Tage deines Lebens; und Dornen und Disteln wird er dir sprossen
lassen.
Im Schweiße
deines Angesichts wirst du dein Brot essen, bis du zurückkehrst zum Erdboden, denn
von ihm bist du genommen. Denn Staub bist du, und zum Staub wirst du
zurückkehren!’ (1. Mose 3:17-19) Gott lenkt die Ursachen so, daß sie für uns
das höchstmögliche Gute bewirken.
Wir wissen doch
nie, wieviele und welche geistigen Vorteile uns die Krankheit eines
Familienmitgliedes bringt. Der Apostel Paulus sagt uns: "wenn ich schwach
bin, dann bin ich stark.’
Ob wir jetzt
diese Worte verstehen? Können wir geistige Vorteile wertschätzen, die aus
diesem Zustand entstehen? Auf welche Weise formt Gott unseren Charakter und
gibt uns die Möglichkeit, die Früchte des Geistes zu erarbeiten? (siehe Galater
5:22-23)
Liebe
Geschwister, in unserem Leben erfahren wir Leiden und Prüfungen, wie es auch
den zuvor erwähnten Männern, Abraham, Lot, Jakob, Esau, den drei Jünglingen und
Hiob ähnlich erging.
Abgesehen davon
wie schwer unsere Prüfungen und die von uns getroffenen Entscheidungen sind,
denken wir daran, daß "Gott unser Leben in Stille plant’, unter der
Bedingung, daß wir Ihn vorher darum bitten.
In allen
unseren Angelegenheiten, in geistigen und auch leiblichen, sollten wir den
Herrn als den Autor und "Vollender unseres Lebens’ anerkennen. Indem wir
die Weisheit suchen, die von oben stammt, müssen wir alles was in unserer Macht
steht tun, um mit Gott mitzuwirken.
In solchen
Fällen beobachten wir öfters zwei Randgrundlagen.
Es gibt
Menschen, die gar nicht glauben, oder Christen, die des Glaubens ermangeln. Sie
fühlen sich stark, klug und weise, daß sie alle ihre Angelegenheiten selbst
erledigen. Sie
suchen selbst
ihre Arbeit, suchen selbst ihren Ehegatten, wählen selbst ihren Beruf, und
schließlich entscheiden sie auch für ihre Kinder.
Irgendwie
komisch ergibt sich alles, daß sie zu viel Zeit auf der Suche nach einer Arbeit
benötigen und doch keine haben. Sie besitzen keine Mittel, um die Familie zu
versorgen, und immer sind sie auf der Suche nach irgend etwas. Nach vielen
Jahren sagen sie oft, daß sie irgendwann einen Fehler gemacht haben. Sie haben
einen Fehler gemacht, als sie ihre Heimatstadt verlassen haben oder bei der
Wahl ihres Ehegatten.
Bei dieser
Handlungsweise haben die Menschen Gott gänzlich vergessen. Es scheint ihnen,
daß alles was sie besitzen, sie ausschließlich sich selbst verdanken. Sie haben
sich nicht im Gebet an Gott gewandt, um Seine Führung bei dem Treffen wichtiger
Entscheidungen zu erbitten.
Ich stelle
jetzt die zweite Art der Menschen vor, diejenigen, die ihren Verstand nur wenig
benutzen und Gott alle ihrer Angelegenheiten überlassen. Im Gebet stellen sie
Gott alle ihre Probleme und Sorgen vor und tun selbst nichts um den Zustand zu
ändern. Sie suchen Arbeit, aber antworten auf keine Angebote.
Sie warten auf
die Erfüllung ihrer Bitten und hoffen, daß Gott ein Wunder vollbringen wird.
Ich möchte ein Beispiel geben. Morgens vor der Matura-Prüfung gehen viele
Studenten in die Kirche um zu beten. Früher habe ich sehr lange die Situation
analysiert.
In die Kirche
gehen Personen, die vorher niemals dorthin gegangen sind. Es gehen auch
Personen dorthin, die keine Fortschritte im Lernen gemacht haben. Was für einen
Sinn hat eine solche Tat? Eine Person, die nie an Gott geglaubt hat, jetzt aber
ein Wunder von Ihm erwartet. Jemand hat jahrelang nicht gelernt, jetzt hofft er
auf wunderbare Weise seine Prüfung zu bestehen. Ich denke, daß man auf diese
Weise Gott nicht versuchen kann.
Ich habe zwei
extreme Einstellungen vorgestellt. Ein Christ sollte den dritten Weg wählen und
Gott im Gebet um Führung bitten, bevor er eine Entscheidung oder Wahl trifft
und dann alles tun, um die beste Entscheidung oder Wahl zu treffen.
Nach solcher
Vorbereitung werden wir, wenn es Gottes Wille ist, die wunderbare Leitung
erfahren. Gott schafft solche Umstände, daß wir bei der Wahl unserer irdischen
Angelegenheiten solch eine Entwicklung vorfinden, an die wir niemals zu denken
gewagt hätten. "Gott plant in Stille unser Leben unter der Bedingung, daß
wir ihn zuvor darum bitten.’
Wenn ein Christ
den dritten Weg wählt, muß er bestimmte Proportionen erhalten, einerseits Gott
und seine Führung, andererseits die Auswirkung auf uns. Als Beispiel gerade
solch eines Wirkens und Vorgehens eines Christen in irdischen Angelegenheiten
kann das Beispiel der Wahl einer Frau für Isaak dienen.
Abrahams
Diener, Elieser, wendet sich, bevor er eine Entscheidung trifft, im Gebet an
Gott (1. Mose
24:12-14). "Und er sagte: HERR, Gott meines Herrn Abrahams, laß es mir
doch heute begegnen, und erweise Gnade an meinem Herrn Abraham! Siehe, ich
stehe an der Wasserquelle, und die Töchter der Leute der Stadt kommen heraus,
um Wasser zu schöpfen.
Möge es nun
geschehen: Das Mädchen, zu dem ich sagen werde: Neige doch deinen Krug, daß ich
trinke! und das dann sagt: Trinke! Und auch deine Kamele will ich tränken, das
(soll es sein, das) du für deinen Knecht Isaak bestimmt hast! Und daran werde
ich erkennen, daß du an meinem Herrn Gnade erwiesen hast.’ Diese Geschichte
illustriert das Thema unserer heutigen Überlegungen: "Gott plant in Stille
dein Leben unter der Bedingung, daß du Ihn vorher darum bittest.’ Amen.
Tarcea
Stefan, Rumänien—Elisa und sein Werk
Der Prophet
Elia hat durch sein Werk die Aktivität der Kirche während des
Evangeliumszeitalter wunderbar widergespiegelt.
Elisas Mission
ist scheinbar gemäß 1.Könige 19:10-14 zu einem enttäuschenden Ende auf dem Berg
Horeb gekommen, wie geschrieben steht: "Und er sagte: Ich habe sehr
geeifert für den HERRN, den Gott der Heerscharen. Deinen Bund haben die Söhne
Israel verlassen, haben deine Altäre niedergerissen und deine Propheten mit dem
Schwert umgebracht! Und ich allein bin übriggeblieben, ich allein, und nun trachten
sie danach, auch mir das Leben zu nehmen.’
Der Herr aber
hatte wichtige Missionen für Elia, und aus diesem Anlaß forderte ER ihn auf,
Hasael zum König Syriens zu salben, Jehu, den Sohn Nimschis, zum König Israels
zu salben, und Elisa, den Sohn Schafats anstelle von ihm als Prophet zu salben.
Die erste
Salbung von diesen dreien war die von Elisa, die durch Elia vollzogen wurde.
Die anderen
zwei Salbungen von Hasael und Jehu wurden nicht durch Elia persönlich
vollzogen, sondern unter der Aufsicht von Elisa. (2.Könige 8:13; 9:3)
Dadurch wurde
die Mission Elias nicht vermindert, sondern durch das Werk Elisas verstärkt,
der um den zweifachen Anteil von Elias Geist bat und ihn bei ihrer Trennung
bekam. (2.Könige 2:9-10)
Elia fand
Elisa, den Sohn Schafats, als er mit zwölf Gespannen pflügte. (1.Könige 19:19)
Die Arbeit im
Feld, die Elisa mit den zwölf Gespannen machte, kann mit der jetzigen Arbeit,
der letzten Glieder der Elias-Klasse verglichen werden, wie auch die Versetzung
der Elias-Klasse zur Elisa-Klasse.
Die Zahl zwölf
läßt uns an die zwölf Stämme Israels denken, und an die Tatsache, dass der
gegenbildliche Elisa die Lehre der zwölf Apostel als Grundlage hat, deren
Eckstein unser Herr Jesus Christus war.
Das Werfen des
Mantels von dem Propheten Elia über Elisa stellt den Anfang des Werkes Elisas
im Dienste Elias dar.
Er war sofort
zum Opfer bereit, nachdem er die Wichtigkeit des Werkes Elias erkannt hatte und
auch die wunderbare Mission, die ihm anvertraut werden sollte.
Genau so soll
das Gewand der Gerechtigkeit des Herrn Jesus Christus sofort das Interesse für
Weihung und Arbeit im Dienste des Herrn wecken.
"Ich
ermahne euch nun, Brüder, durch die Erbarmungen Gottes, eure Leiber als ein
lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer darzustellen, was euer
vernünftiger Gottesdienst ist.’ (Römer 12:1)
Der Name Elisa
bedeutet starker Befreier, und sein Werk war eine Arbeit der Wiederherstellung.
Ich glaube das
Elisa durch sein Werk zwei Klassen symbolisiert hat: Zuerst hat er diejenigen
symbolisiert, die jetzt mit der Elia-Klasse vereinigt sind (Große Schar), dann,
nach der Hinwegnahme des Elias und der Überquerung des Jordan, hat er
diejenigen symbolisiert, die die Segnungen der Wiederherstellung während des
Millenniumszeitalters teilen werden. (Alttestamentliche Überwinder)
So sehen wir
das Werk der Elisa-Klasse vom Propheten Jesaja 32:1 beschrieben: "Siehe,
ein König wird in Gerechtigkeit regieren; und die Obersten, sie werden nach
Recht herrschen.’
Auf ähnliche
Weise wird im Ps 72:1,2 gesagt:
"Gott, gib dem König deine Rechtssprüche und deine Gerechtigkeit dem
Königssohn, dass er dein Volk richte in Gerechtigkeit und deine Elenden nach
Recht.’
Die Reise von
Elisa zusammen mit Elia von Gilgal nach Bethel, dann nach Jericho und zuletzt
an den Jordan ist durch wichtige aber in hohem Maße enttäuschende Punkte
gemacht worden.
Trotzdem waren
Elia und Elisa nicht entmutigt, sondern sind weitergereist bis an den Jordan,
der das Ende der Zeit der Nationen darstellt in Gegenüberstellung der beiden
Klassen-Bild und Gegenbild.
Wir wissen
nicht genau, wie lange die Reise der beiden nach der Überquerung des Jordans
andauerte, aber wir wissen genau, dass der Mantel, der von Elia herunterfiel,
während er im feurigen Wagen auffuhr, und Elisa ihn aufgehoben hat, die
göttliche Kraft darstellt, die durch ihn gearbeitet hat und auch die
gleichartige Kraft Gottes darstellt, die jetzt durch seine Auserwählten
arbeitet.
Der zweifache
Anteil vom Geiste Elias, worum Elisa bat und auch bekam, welchen wir jetzt, am
Ende des Zeitalters bemerken können, ist zweifach gegenüber der Welt und den
früheren Zeiten.
Wir glauben,
daß dieser auch von Daniels Prophezeiung gezeichnet werden kann (12:4):
"Und du, Daniel, halte die Worte geheim und versiegle das Buch bis zur
Zeit des Endes! Viele werden suchend umherstreifen, und die Erkenntnis wird
sich mehren.’
Tatsächlich
haben heute diejenigen vom Volke Gottes eine außergewöhnliche Kenntnis über den
Plan Gottes, über das gegenwärtige und gemeinsame Werk der Elia- und
Elisa-Klasse und über ihre zukünftigen Werke.
Geliebte
Geschwister, laßt uns die Lenden unserer Gesinnung umgürten, laßt uns nüchtern
und Mitarbeiter in Erfüllung des göttlichen Plans sein und laßt uns die völlige
Hoffnung in die Gnade setzen, die uns bei der Offenbarung Jesu Christi gebracht
wird. (1.Petrus 1:13)
Genauso
erwarten wir, dass sich Tag für Tag der Verstand der ernsthaften und
nachdenklichen Menschen öffnet und sie sich über die Wahrheit bewußt werden.
Wie nie zuvor
werden sie die Heiligen des Herrn nötig haben, damit sie ihnen die Richtung
zeigen, ihre Aufmerksamkeit auf die Schrift und verschiedene Hilfen für das
Bibelstudium lenken, welche über hundert Jahre in den Händen vieler sind, wofür
der Herr gesorgt hat.
Das
Gesundwerden der Gewässer Jerichos (2.Könige:2,19-22)
Als Burg hatte
Jericho eine gute Lage, aber das Wasser in seinem Gebiet war schlecht und das
Land unfruchtbar.
Die Erde und
die menschliche Gesellschaft haben auch eine gute Lage und haben auch gut
gedacht von dem Schöpfer, aber ihre Verwaltung und ihre Gesetze haben den
Egoismus als Grundlage.
Das Eingreifen
des Elisa, indem er Salz in die Quelle des Wassers warf, bewirkte die Heilung
von zwei Plagen: dem Tod und der Unfruchtbarkeit.
Unser Herr
Jesus Christus erklärt die Wirkung des lebensspendenden Wassers der Samariterin
durch die Worte: "Wer aber von dem Wasser trinken wird, das ich ihm geben
werde, den wird nicht dürsten in Ewigkeit; sondern das Wasser, das ich ihm
geben werde, wird in ihm eine Quelle Wassers werden, das ins ewige Leben
quillt.’ (Johannes 4:14)
Der Wasserstrom
der im Millenniumszeitalter überfluten wird, stellt die Wahrheit dar.
Heute bemerken
wir, dass dieses Wasser bereit ist in die Ebene hinab ins Meer zu fließen, so
dass das Meerwasser geheilt wird. Jedes Lebewesen, das da wimmelt, wird überall
wohin der Fluß kommt, leben. (Hesekiel 47:8-11)
Das Salz, das
in die Quelle des Wassers geworfen wurde, erinnert uns an die Worte des Lehrers
in bezug auf die wahren Nachfolger: "Ihr seid das Salz der Erde.’
(Matthäus 5:13)
Durch das
verherrlichte "Salz der Erde" wird die Segnung, "der
Wahrheitsstrom’, tausend Jahre lang zur menschlichen Erfrischung kommen. Das
Licht der Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes wird die ganze Erde füllen,
genauso wie das Wasser den Meeresgrund bedeckt.
"Man wird
nichts Böses tun noch verderblich handeln auf meinem ganzen heiligen Berg. Denn
das Land wird voll von Erkenntnis des HERRN sein, wie von Wassern, die das Meer
bedecken.’ (Jesaja 11:9)
Der Kampf gegen
Moab (2.Könige 3:4-27)
Der Feldzug des
Königs Israels, Judas und Edoms gegen Mescha, den König von Moab, erschien als
Niederlage.
Nach einem Weg
von sieben Tagesreisen gab es kein Wasser mehr für das Heer und das Vieh.
Joram, der Sohn Ahabs, war sicher, dass der Herr sie in die Hand Moabs gegeben
hat.
Doch einer von
den Dienern des Königs hat empfohlen, den Propheten Elisa über die Aussicht auf
Erfolg der drei Könige zu befragen, die sich gegen Moab verbündeten-Joram,
Joschafat und der König von Edom.
Joschafat, der
König von Juda, war der Grund, warum Elisa für die Errettung des Heeres
eingetreten ist-Vers 14
Als der
Saitenspieler spielte, kam die Hand des Herrn über Elisa. Alle Gruben füllten
sich mit genügend Wasser für das Heer und für das Vieh, das ihnen gefolgt war-Verse
15-20
Das Lied des
Bräutigams und der Braut, das von der Elisa-Klasse gehört und geschätzt wird,
wird ein Lobgesang für unseren Gott sein. Viele werden hören und die Botschaft
des gegenbildlichen Elisa annehmen und auf den HERRN vertrauen. { Ps 40:4}
Der Ölkrug der
Witwe (2.Könige 4:1-7)
Eine arme
Witwe, die wegen ihrer Schulden in Sorge war, wendete sich an den Propheten
Elisa um Hilfe, denn sie hatte nichts zu Hause, außer einem Krug Olivenöl.
Elisa befahl
ihr alle Gefäße zu nehmen, auch die von Nachbarinnen und sie mit Öl bis zum
Rand zu füllen, und dann das Öl zu verkaufen und die Schulden zu bezahlen und
von dem restlichen Öl zu leben-Vers 3-5
Diese
Geschichte kann für uns die gesegnete Belohnung veranschaulichen, die der Herr
während des Millenniumszeitalters geben wird. Sie zeigt auch das allgemeine
Prinzip der Gerechtigkeit, auf deren Grund der Herr arbeitet. Die Schuld muss
bezahlt werden, die Gerechtigkeit kann nicht übertreten werden.
Der Herr wird
die Menschen gemäß ihrem Glauben segnen. Ihr Vermögen wird zur gleichen Zeit,
in welcher sie den Glauben in der Praxis anwenden, zur Befriedigung all ihrer
Bedürfnisse zunehmen.
Der Herr hat
einige von den großen Segnungen des Millenniumszeitalters veranschaulicht. Wie
fröhlich ist die Tatsache, dass das erste Wunder des Herrn bei seinem ersten
Kommen war, bei einer Hochzeit Freude zu bewirken.
"Diesen
Anfang der Zeichen machte Jesus zu Kana in Galiläa und offenbarte seine
Herrlichkeit; und seine Jünger glaubten an ihn.’ (Johannes 2:11) Jawohl, er hat
die Freude gebracht, seine Arbeit der Liebe nach dem Willen Gottes ist die gute
Botschaft für alle.
Ein anderes
seiner Wunder war die Sättigung von 5000 Menschen mit nur fünf Broten und zwei
Fischen. Es war. als ob er uns unter anderem sagen würde, wir sollen das was
wir haben benutzen, die Segnung des Herrn erbitten ohne an etwas zu zweifeln.
Der Herr belohnt den Glauben.
In dem Fall
dieser Witwe war genug Öl vorhanden, um alle Gefäße, die sie geliehen hatte,
sowie ihre eigenen, zu füllen.
Der Tod im
Topf. (2.Könige 4:38-41)
In der Zeit in
der die Hungersnot im Land herrschte haben die Söhne der Propheten Koloquinten
gekocht. Das Essen konnte man nicht verzehren, da die Koloquinten schädlich
waren. Elisa griff ein, warf Mehl in den Topf und das Essen konnte verzehrt
werden. Das todbringende Essen der Theologen wird durch das Wort der Wahrheit
geheilt werden.
Ich glaube,
dass die Wahrheit allmählich größere Auswirkung bei der Beseitigung der Decke,
die die Nationen verhüllt, haben wird. "Und der HERR der Heerscharen wird
auf diesem Berg allen Völkern ein Mahl von fetten Speisen bereiten, ein Mahl
von alten Weinen, von markigen fetten Speisen, geläuterten alten Weinen. Dann
wird er auf diesem Berg die Hülle verschlingen, die das Gesicht aller Völker
verhüllt, und die Decke, die über alle Nationen gedeckt ist. Den Tod
verschlingt er auf ewig." (Jesaja 25:6-8)
Die Heilung des
Naaman vom Aussatz. (2.Könige 5:1-19)
Im Osten ist
der Aussatz eine der schrecklichsten Krankheiten und im Prinzip ist er
unheilbar. Es scheint, dass die Bibel sich auf den Aussatz bezieht als eine
Abbildung der Sünde, weil er unheilbar ist, es sei denn, dass er durch ein
göttliches Wunder entfernt wird.
Naaman, der
oberste Herr des Königs von Syrien war aussätzig. In seiner Familie war ein
jüdisches Mädchen, das nach einem Kampf zwischen den Syrern und den Israeliten
gefangen genommen wurde.
Es sah den
Zustand ihres Herrn und machte ihre Herrin auf einen großen Propheten aus
Israel aufmerksam, Elisa, der ihn von seinem Aussatz heilen konnte.
Im
Millenniumszeitalter wird die Sünde des Aussatzes ausgerottet, auf Grund der
Einhaltung der göttlichen Gesetze die aus Zion kommen (der Christus-Jesus und
die Kirche in Herrlichkeit) und von Jerusalem aus verwaltet werden (die
Alttestamentlichen Überwinder). (Jesaja 2:3)
Die
israelitische Dienerin Naamans hat die Meinung angeregt, dass die Errettung von
den Juden kommt; eine Tatsache, die von unserem Herrn Jesus klar bestätigt
wird.
"Ihr betet
an, was ihr nicht kennt; wir beten an, was wir kennen, denn das Heil ist aus
den Juden. Es kommt aber die Stunde und ist jetzt, da die wahren Anbeter den
Vater in Geist und Wahrheit anbeten werden; denn auch der Vater sucht solche
als seine Anbeter.’ (Johannes 4:22-23)
Das was wie
leere Worte erschien, wurde von Naaman als letzte und einzige Hoffnung
angenommen. Er hat von seinem König einen Empfehlungsbrief für den König von
Israel bekommen, in dem in kürze geschrieben stand: "Ich sende diesen
Brief durch meinen Knecht Naaman, damit Du ihn von seinem Aussatz heilst.’
Der König von
Israel geriet in Panik, da er wußte, dass er keine Macht über die Krankheit
hat. Er schlußfolgerte, dass der syrische König Streit mit ihm suchte, und nach
dem Brauch der Zeit zerriß er seine Kleider. Als Elisa, der Mann Gottes, davon
hörte, sandte er dem König Botschaft, er solle sich nicht beunruhigen und
Naaman zu ihm schicken.
Naaman kam mit
teuren Geschenken zu dem Haus des Propheten und sandte ihm Botschaft über
seinen Zweck und auch, dass er vom König geschickt wurde. Als Antwort schickte
ihm Elisa, dass er sich sieben mal im Jordan baden sollte.
Naaman wurde
zornig. Er bemerkte, dass er nicht nach seinem Rang geachtet wurde. Dann sagte
er, dass es in Syrien Flüsse gab, die viel besseres Wasser hatten als der
Jordan, und ging im Zorn zurück. Schließlich ließ er sich von seinem Diener
überreden und badete sich siebenmal im Jordan, so wie es ihm der Prophet
empfohlen hatte.
Das Ergebnis
war die wunderbare Heilung. Naaman kehrte zu dem Propheten zurück um ihm die
Geschenke, die er mit sich brachte, zu überreichen und sich damit auch zu
bedanken, aber der Prophet nahm sie nicht an. Er hat nur als göttlicher
Vertreter gehandelt, seine Kräfte waren nicht zu verkaufen, sie waren göttliche
Segnungen.
Naaman sollte
dieses vor Gott erkennen, und er hat es auch getan. Er hat bekannt, dass kein
anderer Gott außer Jehova, ein solches Wunder machen konnte-Vers 15
So wie Naaman
auf keine andere Weise als nur im Jordan geheilt werden konnte, genau so nehmen
die Nachfolger Jesu im Evangeliumszeitalter ihre Lehre nur aus einer einzigen
Quelle, dem göttlichen Wort, den heiligen Schriften, um ewiges Leben zu
erlangen.
Keine andere
Quelle, keine andere Theorie kann das Wort Gottes ersetzen. Dieses Prinzip der
Einzigkeit wird auch im Millenniumszeitalter beibehalten. Alle Menschen müssen
sich nach einer einzigen Richtung umdrehen, nach Jerusalem. Sie müssen den
Weisungen folgen, die durch die Elisa-Klasse -Alttestamentliche Überwinder-
gegeben werden, um von der Sünde gereinigt und auch von dem Tod befreit zu
werden.
Wir bemerken
auch, dass seitens Elisa die vollkommene Gewissens- und Wahlfreiheit Naamans
respektiert wurde. Wir können davon das Prinzip der Willensfreiheit wunderbar
erkennen, welches einschließlich bei der Versöhnung der Menschen mit Gott durch
den Verdienst des Opfers Jesus Christus, angewendet wird.
Gott zwingt uns
nicht aber, er berät uns wie ein guter Vater wie wir auch in Micha 6:8 finden:
"Man hat dir mitgeteilt, o Mensch, was gut ist. Und was fordert der HERR
von dir, als Recht zu üben und Güte zu lieben und demütig zu gehen mit deinem
Gott?’
Die Erblindung
des Syrers (2.Könige 6:8-23)
Bei dem Anlaß
der Erblindung des Syrers sagte der Diener des Propheten Elisa, der vor dem
Heer erschrak, das die Stadt umringte mit dem Ziel Elisa zu fangen: "Ach
mein Herr! Was sollen wir tun?’ Der Prophet antwortete: "Fürchte dich
nicht! Denn zahlreicher sind die, die bei uns sind, als die, die bei ihnen
sind’.
Auf wunderbare
Weise hat der Herr die Augen des Dieners geöffnet, und er konnte den Berg, voll
von feurigen Pferden und Kriegswagen um Elisa herum, sehen. -Vers 15-17
Durch Glauben
bemerken die wahren Gläubigen das Werk des Engels des Bundes (Maleachi 3:1),
der gerufen ist den Plan Jehovas zu erfüllen, so wie auch die Tatsache, dass
die Gerechtigkeit und die Errettung nicht zögern, sondern sich zu den
festgesetzten Zeiten erfüllen werden. "Der ich den Raubvogel rufe von
Osten her, aus fernem Land den Mann meines Ratschlusses. Ja, ich habe es
geredet, ja, ich werde es auch kommen lassen.
Hört auf mich,
ihr Trotzigen, die ihr fern seid von Gerechtigkeit! Ich habe meine
Gerechtigkeit nahe gebracht, sie ist nicht fern, und mein Heil zögert nicht.
Und ich gebe in Zion Heil, für Israel meine Herrlichkeit’.( Jesaja 46:11-13)
Die Erblindung
des syrischen Heers und ihre Herbringung bis mitten nach Samaria hatte seine
mühelose Gefangennahme zum Ergebnis.
Das Öffnen
ihrer Augen mitten in Samaria (der Stadt Israels) und die Empfehlung des
Propheten Elisa sie nicht zu schlachten, sondern ihnen Brot und Wasser
vorzusetzen, damit sie essen und trinken und danach freizulassen ist in
vollkommener Harmonie mit den wunderbaren Prophezeiungen, die die
Wiederherstellung der Menschen betreffen, von welchen wir einiges zitieren:
"Dann wird
er auf diesem Berg die Hülle verschlingen, die das Gesicht aller Völker
verhüllt, und die Decke, die über alle Nationen gedeckt ist.’ (Jesaja 25:7)
"Und am
Ende des Tages wird es geschehen, da wird der Berg des Hauses des HERRN
feststehen als Haupt der Berge, und erhaben wird er sein über die Hügel. Und
Völker werden zu ihm strömen und viele Nationen werden hingehen und sagen:
Kommt, laßt uns hinaufziehen zum Berg des HERRN und zum Haus des Gottes Jakobs,
dass er uns aufgrund seiner Wege belehre! Und wir wollen auf seinen Pfaden
gehen. Denn von Zion wird Weisung ausgehen und das Wort des HERRN von
Jerusalem. Und er wird richten zwischen vielen Völkern und Recht sprechen für
mächtige Nationen bis in die Ferne. Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen
umschmieden und ihre Speere zu Winzermessern. Nie mehr wird Nation gegen Nation
das Schwert erheben, und sie werden das Kriegführen nicht mehr lernen.’ (Micha
4:1-3)
Elisa hilft der
Schunemitin (2. Könige 8:1-6)
Die
Wiederherstellung oder die Rückgabe der von unserem Vater Adam in Eden
verlorenen Rechte finden wir in dem Fall Schunemitin wunderbar beschrieben, der
von Elisa geholfen wurde nach ihrer symbolischen Rückkehr, nach einer Nacht der
Sünde (sieben Jahre Hungersnot). Elisa empfiehlt dem König alles was der Frau
gehörte von dem Tag an als sie das Land verlassen hatte bis zu ihrer Rückkehr
zurückzugeben. -Vers 6
Die Menschheit
wird im allgemeinen durch den neuen Bund gesegnet werden, welcher mit Israel
und durch ihn mit dem ganzen menschlichen Geschlecht geschlossen wird, mit dem
Ziel das Land aufzurichten (Beendigung des Fluches) und die verödeten Erbteile
(die verlorenen Rechte) auszuteilen.
Jesaja 49:8-9
"So spricht der HERR: Zur Zeit des Wohlgefallens habe ich dich erhört, und
am Tag des Heils habe ich dir geholfen. Und ich werde dich behüten und dich zum
Bund des Volkes machen, das Land aufzurichten, die verödeten Erbteile
auszuteilen, den Gefangenen zu sagen: Geht hinaus! und zu denen, die in
Finsternis sind: Kommt ans Licht! Sie werden an den Wegen weiden, und auf allen
kahlen Höhen wird ihre Weide sein.’
Für diesen
glorreichen Schluß ist der gegenwärtige große Kampf, den der zurückgekommene
Herr Jesus und seine Kirche, in einer der natürlichen Verständnis verborgenen
Weise führt:
Lukas 11:22
"Wenn aber ein Stärkerer als er über ihn kommt (über Satan) und ihn
besiegt, so nimmt er seine ganze Waffenrüstung weg, auf die er vertraute, und
seine Beute verteilt er.’
Schlußgedanken
Der
vorgestellte Ansichtspunkt über das Thema ist die harmonische Schlußfolgerung
mehrerer Studien über die durch Elia und Elisa dargestellten Klassen aus den
"Schriftstudien’.
Ich denke dass
die Ereignisse, welche das Werk der Elisa-Klasse kennzeichnen, sehr schnelle
Veränderungen in der Welt hervorrufen können. Es wird also eine aufmerksame
Wache in diesen Zeiten verlangt, in welchen wir auf dem vollkommenen und
endgültigen Sturz der von dem Bösen erfundenen Systemen teilnehmen.
Ich glaube,
dass wir bald Zeugen der Offenbarung der göttlichen Vorsehung sein werden, in
welcher die Erde der Schemel für Jehovas Füße werden wird.
Liebe
Geschwister, laßt uns verantwortlicher sein was das Vorrecht der Neuen
Schöpfungen anbetrifft, und mitarbeiten, jetzt und in Zukunft, bei dem
großartigen Höhepunkt des liebevollen Planes unseres himmlischen Vaters, für
die Wiederherstellung der Menschen und der Erde.
Gott segne
Euch, Amen!