DER PLAN DER ZEITALTER

 

1886

SCHRIFTSTUDIEN

 

"Der Pfad der Gerechten ist wie das glänzende Morgenlicht, das stets heller leuchtet bis zur Tageshöhe."

 

BAND 1.

 

DER PLAN DER ZEITALTER

 

Eine Rechtfertigung des göttlichen Charakters und seiner Herrschergewalt. Eine Darstellung unter der Anerkennung und in Übereinstimmung mit der ganzen Heiligen Schrift, daß die Zulassung des Bösen in der Vergangenheit und Gegenwart die Menschheit belehrt und vorbereitet hat für ihre Ein- führung in das

 

GOLDENE ZEITALTER DER PROPHFZEIUNG,  

 

in welchem alle Geschlechter der Erde gesegnet werden sollen mit einer vollen Erkenntnis Gottes und mit einer vollen Gelegenheit, durch den Erlöser das ewige Leben zu erlangen, welcher dann der große Erretter und Lebengeber sein wird. - Apg. 3:19-21

 

Dem König

 

ALLER KÖNIGE UND HERRN ALLER HERREN

 

zum Besten

 

seiner ihm geweihten  "Heiligen",

 

die da warten auf die Kindschaft,

 

-und-

 

"aller, die an allen Qrten den Namen unseres Herrn Jesus

 

Christus anrufen",

 

   "für die Hausgenossen des Glaubens",

 

-und-

 

,, der harrenden Kreatur, die zusammenseufzt und in Geburtswehen

 

liegt, wartend auf die Offenbarung der

 

Söhne Gottes",

 

IST DIESES WERK GEWIDMET

 

,, Alle zu erleuchten, welches die Verwaltung des Geheimnisses sei, das von den Zeitaltern her verborgen war in Gott". ,, Nach dem Reichtum seiner Gnade, welche er gegen uns hat überströmen lassen in aller Weisheit und Einsicht, indem er uns kundgetan hat das Geheimnis seines Willens nach seinem Wohlgefal- len, das er sich vorgesetzt hat in sich selbst, für die Verwaltung der Fülle der Zeiten: alles unter ein Haupt zusammenzu- bringen in dem Christus,"

 

 Eph 3:4, 5, 9; 1:8-10.

Vorwort des Verfassers.

 

Der Verfasser und die Herausgeber möchten öffentlich die Gnade Gottes rühmen, die es ihnen gestattet hat, einen Anteil zu haben an der Verbreitung dieses Bandes und an seinen Ergebnissen-dem Licht, der Freude, dem Frieden und der Gemeinschaft mit Gott, an viele hungernde, dürstende und irrende Seelen. Die erste Auflage in seiner jetzigen Form wurde im Jahre 1886 herausgegeben. Seitdem  folgte eine Auflage auf die andere in schneller Reihenfolge und in zwanzig verschiedenen Sprachen, bis jetzt sind ungefähr fünf Millionen Exemplare in den Händen der Menschheit in der ganzen Welt.

 

Wir können nicht hoffen, daß alle diese Bücher gelesen worden sind; aber die uns ständig zugehenden Briefe versichern uns, daß sie überall in den Herzen und in dem Verständnis der Menschen eine mächtige Wirkung ausüben. Tausende schreiben uns von dem Einfluß, den das Buch auf sie gehabt hat. Einige von ihnen waren hinsichtlich der Bibel, als einer göttlichen Offenbarung für die Menschen, völlig ungläubig. Andere schreiben uns, daß sie entweder Atheisten gewesen oder nahe daran gewesen sind, solche zu werden, weil sie vorher nicht den wahren Gott und seinen wahrhaftigen Plan der Zeitalter gekannt hatten, und den Charakter, der ihnen gewöhnlich in den Glaubensbekenntnissen gezeigt worden war, weder annehmen, noch wertschätzen oder anbeten konnten.

 

Etwa fünf Jahre vor der ersten Veröffentlichung dieses Bandes war im wesentlichen das gleiche schon einmal im Druck erschienen, nur unter einem anderen Namen und in einer anderen Form. Das Buch war betitelt: ,, Speise für denkende Christen". Der Inhalt war insofern verschieden, als zuerst der Irrtum angegriffen und niedergerissen wurde, und an dessen Stelle dann das Gebäude der Wahrheit errichtet wurde. Wir lernten schließlich jedoch, daß dies nicht der beste Weg ist, daß einige bestürzt waren, als sie ihre Irrtümer zusammenbrechen sahen, und sie unterließen es, weiterzulesen und damit einen Blick auf das wundervolle Gebäude der Wahrheit zu werfen anstelle ihrer niedergerissen Irrtümer.

 

Der vorliegende Band wurde von dem entgegengesetzten Standpunkt aus geschrieben. Er zeigt die Wahrheit, ihre Kraft und Schönheit, und dann empfiehlt er die Beseitigung des Irrtums, weil derselbe nicht nur unnötig, sondern absolut nutzlos und sehr schädlich ist. So findet der Leser des ,, GÖTTLICHEN PLANES DER ZEITALTER" bei jedem Schritt eine Stärkung seines Glaubens und empfindet eine größere Nähe zum Herrn und findet deshalb auch das Vertrauen, daß er auf dem richtigen Wege ist. Nachdem die Wahrheit erkannt worden ist, erscheinen die Irrtümer immer törichter, wertloser und schädlicher, und sie werden mit Freude abgelegt.

 

Der große Widersacher hat natürlich keine Liebe für irgendetwas, das die Augen von Gottes Volk öffnet, ihre Ehrfurcht vor Gottes Buch erhöht und ihr Vertrauen auf menschliche Glaubensbekenntnisse zerbricht. Deshalb widersteht der große Widersacher diesem Buch sehr, wie wir es haben erwarten dürfen. Nur wenige erkennen des Satans Macht und Gerissenheit; nur wenige erkennen die Bedeutung der Worte des Apostels bezüglich dieses Fürsten der Finsternis, der sich als ein Diener des Lichts darstellt, um die Wahrheit zu bekämpfen und ihren Einfluß zu zerstören. Nur wenige erkennen, daß unser schlauer Widersacher danach trachtet, die Besten, Tatkräftigsten und Einflußreichsten vom Volke Gottes zu benutzen, um das Leuchten des Lichtes zu verhindern und den göttlichen Plan der Zeitalter dem Volk vorzuenthalten.

 

Nur wenige erkennen, daß seit der Zeit, als das Aufstellen von Glaubensbekenntnisses anfing, im Jahre 325  n. Chr., es praktisch für 1.260 Jahre kein Bibelstudium gegeben hat. Nur wenige erkennen, daß sich während dieser Zeit die Glaubensbekenntnisse in das Verständnis von Millionen befestigt haben, sie an schreckliche Irrtümer gebunden haben und sie blind gemacht haben. Nur wenige erkennen, daß seit der Reformation, seitdem die Bibel begann, wieder in die Hände des Volkes zurückzugelangen-gut gesinnte, aber getäuschte Reformatoren durch die Irrtümer der Vergangenheit verblendet und gehemmt worden sind, und daß diese ihrerseits wieder dazu beigetragen haben, das Volk in Finsternis zu halten.

 

Nur wenige erkennen, daß ein wirkliches Bibelstudium, so wie es in den Tagen der Apostel in der frühen Herauswahl stattfand, erst jetzt wieder durch die Bibelforschern zurückgekommen ist.

 

In den ersten Auflagen dieses Bandes wurde der Titel ,, Millennium Tagesanbruch" gebraucht; aber wir fanden heraus, daß einige dadurch getäuscht worden sind, meinend, es  handle sich um einen Roman. Damit niemand getäuscht werde und niemand durch solch  eine Täuschung sich zum Kaufe bewegen lassen möge, haben wir ihm später den jetzigen Titel "Schriftstudien" gegeben, welchen niemand mißverstehen kann.

 

Viele Frage haben uns erreicht, warum diese Bücher nicht in den Buchhandlungen gefunden werden können. Unsere Antwort lautet, daß, während die Buchverleger sich freuen würden, diese Bücher zu haben, es doch gewisse religiöse Zeloten (Eiferer) gibt, die ihren Verkauf nicht erlauben wollen und deren Boykott androhen. Zuerst erschien das als ein großes Mißgeschick-als ob es der Macht des Widersachers gestattet wäre, die Ausbreitung der Wahrheit zu verhindern. Aber Gott lenkte in seiner Gnade die Angelegenheit, so daß heute wahrscheinlich kein anderes Buch so weit verbreitet ist, wie dieser Band. Diejenigen, welche sich aus Vorurteil weigerten, das Buch zu lesen, und gegen dasselbe ankämpften, taten es, weil sie an Unwahrheiten und falsche Darstellungen glaubten.

 

Viele von diesen Büchern sind von Menschen verbrannt worden, die sie niemals gelesen haben, weil sie durch falscher Darstellungen beeinflußt waren. Genauso war es während des Finsteren Mittelalters in bezug auf die Nachfolger Jesu, die als Märtyrer litten. Ja, Jesus selbst litt durch die Hände solcher, die weder Ihn noch seine Lehren verstanden, wie der Apostel Petrus sehr deutlich erklärt. ,, Und jetzt Brüder, ich weiß, daß ihr in Unwissenheit gehandelt habt, gleichwie auch eure Obersten." (Apg. 3:17.) ,, Denn wenn sie es erkannt hätten, so würden sie wohl den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt haben." (1. Kor. 2:8.)

 

Wenn aber die Feinde dieses Buches bitter, ungerecht und unaufrichtig gewesen sind, so sind seine Freunde in gleichem Maße warm und eifrig. Die Millionen von Kopien in den Händen des Volkes wurden nahezu alle durch die Freunde dieses Buches verbreitet, welche aus Liebe zur Wahrheit Zeit und Kraft für seine weite Verbreitung gegeben haben. Während wir diese Zeilen schreiben, haben wir Kenntnis von der Tatsache, daß ungefähr 600 Christen verschiedener Lebenswege ,, alles verlassen haben", irdische Geschäfte, Berufe und Aussichten, damit sie den Herrn verherrlichen und seine hungrigen Heiligen segnen mögen, indem sie diesen kleinen Band in ihre Hände legen. Sie schließen Ärzte, Schullehrer, Krankenschwestern, Prediger, Friseure, Mechaniker, Leute aus allen Lebenswegen mit ein, die selbst im Herzen durch die Liebe Gottes berührt wurden und jetzt darauf bedacht sind, den Segen auch anderen Herzen und Köpfen weiterzugeben.

 

Die Bücher werden zu einem niedrigen Preis verkauft, und diese Kolporteure, die sie der Öffentlichkeit anbieten, können damit kaum ihre Kosten bestreiten. Sie freuen sich jedoch umso mehr, wenn sie manchmal Entbehrungen erdulden und würdig erachtet werden, einige Unannehmlichkeiten und Verluste um des Herrn, der Wahrheit und der Brüder willen zu erleiden. Das gute Werk geht weiter, die Botschaft von dem Leben in Christus geht von Hand zu Hand. Das gegenwärtige Ergebnis von diesem Band ist enorm groß. Möge seine Segnung in zukünftigen Tagen ebenso groß sein wie in der Vergangenheit. Der Verfasser und die Herausgeber können nicht um mehr bitten.

 

Mit den besten Wünschen für alle Leser,

 

Euer Diener im Herrn Charles T, Russell

 

Brooklyn N. Y., 1. Oktober 1916

STUDIE 1—Die Sündennacht der Erde soll in einem Freudenmorgen zu Ende gehen.

 

Eine Nacht des Weinens und ein Morgen der Freude. -Zwei Wege, die Wahrheit zu suchen. -Der Weg, der hier eingeschlagen wird. -Der Umfang des Werkes. -Unterschied zwischen dem ehrfurchtsvollen Forschen in der Schrift und der gefährlichen Gewohnheit der Mutmaßung. -Der Zweck der Prophezeiungen. - Der gegenwärtige religiöse Zustand der Welt von zwei Standpunkten aus betrachtet. -Ägyptische Finsternis. -Ein Bogen der Verheißung. -Der Pfad der Gerechten ist ein fortschreitender. -Ursache des großen Abfalls. -Die Reformation. -Die gleiche Ursache verhindert erneut einen wirklichen Fortschritt. -Vollkommenheit in der Erkenntnis nicht eine Sache der Vergangenheit, sondern der Zukunft.

 

Der Titel von der Reihe der Schriftstudienbände- ,, Der Göttliche Plan der Zeitalter" -deutet auf einen Fortschritt in der göttlichen Anordnung hin, welche von Gott zuvor gekannt und festgelegt worden ist. Wir glauben, daß die Lehren der göttlichen Offenbarung nur von diesem Standpunkt aus und von keinem anderen als schön und harmonisch anerkannt werden können. Die Zeitspanne, in welcher die Sünde zugelassen ist, ist für die Menschheit eine finstere Nacht gewesen, die nie vergessen werden wird; aber der herrliche Tag der Gerechtigkeit und der göttlichen Gnade wird durch den Messias herbeigeführt werden, welcher sich als die Sonne der Gerechtigkeit erheben wird und vollkommen und sehr klar in und über allen scheinen wird, Heilung und Segnung herbeiführend, so daß dieser Tag bei weitem die schreckliche Nacht des Weinens und des Seufzen, der Schmerzen und der Krankheit und des Todes ausgleichen wird, in welchem Zustand sich die seufzende Schöpfung so lange befunden hat. ,, Das Weinen mag für eine Nacht lang anhalten, aber am Morgen kommt Freude."  Psl. 30:5 (Living-Bible-Übersetzung)

 

Obwohl die ganze Schöpfung, während sie sich in Schmerzen plagt und abmüht,  gefühlsmäßig auf den Tag wartet, sich nach ihm sehnt und auf ihn hofft, den sie ,, das goldene Zeitalter" nennt, tasten die Menschen bis jetzt blindlings um sich herum, weil sie nicht die gnadenvollen Absichten des großen Jehova kennen. Aber ihre höchsten Vorstellungen von solch einem Zeitalter liegen weit hinter dem zurück, was die Wirklichkeit sein wird. Der große Schöpfer bereitet ,, ein Mahl von Fettspeisen" vor (Jes. 25:6), welches seine Geschöpfe in Staunen setzen wird und über die Maßen und überaus reichlich jenseits dessen sein wird, was sie vernünftigerweise erbitten oder erwarten könnten. Und seinen erstaunten Geschöpfen, welche die Länge und Breite, die Höhe und Tiefe der Liebe Gottes betrachten, welche alle Erwartung übertrifft, erklärt er: ,, Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der Herr; denn wie der Himmel höher ist als die Erde, so sind auch meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken." -Jes. 55:8-9

 

Obgleich wir uns in diesem Werke darum bemühen werden, und wir glauben mit Erfolg, dem interessierten und vorurteilsfreien Leser den Plan Gottes, wie er sich auf die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft seiner Handlungen bezieht und sie erklärt, in einer harmonischeren,  schöneren  und  vernünftigeren Weise darzustellen als er gewöhnlich verstanden wird, so wird doch ganz klar darauf hingewiesen, daß dies nicht das Ergebnis außergewöhnlicher Weisheit oder Fähigkeit auf der Seite des Verfassers sei. Es ist das Licht von der Sonne der Gerechtigkeit in dieser Morgendämmerung  des Millenniumtages (des Tausendjährigen Tages), welches diese Dinge als ,, gegenwärtige Wahrheit" (2. Pet. 1:12) offenbart, die jetzt an der Zeit sind, von den Aufrichtigen, die reines Herzens sind, gewürdigt zu werden.

 

Seitdem es verbreitet ist, alles anzuzweifeln, wird oft sogar von Aufrichtigen die Grundlage von dem wahren Glauben und die Grundlage der Wahrheit in Frage gestellt. Wir haben uns darum bemüht, genug von dieser Grundlage, auf welcher aller Glauben aufgebaut sein sollte-dem Worte Gottes-zum Vorschein zu bringen, um selbst den Ungläubigen Vertrauen und Zuversicht in sein Zeugnis zu geben. Und wir haben uns darum bemüht,  das in einer Weise zu tun, daß es ansprechend ist und durch den Verstand als Grundlage angenommen werden kann. Dann haben wir uns darum bemüht, auf dieser Grundlage die Lehren der Schrift in solch einer Weise aufzubauen, daß, soweit als möglich, selbst rein menschliches Urteil seine Ecken und Kanten prüfen mag mit dem genauesten Maßstab der Gerechtigkeit, der ihm zur Verfügung steht.

 

In der Überzeugung, daß die Schrift einen feststehenden und harmonischen Plan offenbart, der, wenn erkannt, sich jedem geheiligten Gewissen von selbst empfiehlt, ist dieses Werk in der Hoffnung veröffentlicht worden, den Forschern des Wortes Gottes durch die Darlegung von Denkrichtungen, die mit einander und mit dem inspirierten Worte in Harmonie sind, eine Handleitung zu geben. Diejenigen, welche die Bibel als die Offenbarung von Gottes Plan anerkennen-und an solche wenden wir uns ganz besonders-werden zweifelsfrei zugeben,  daß die Lehren, wenn sie von Gott eingegeben sind, als Ganzes genommen einen harmonischen und mit sich selbst und mit dem Charakter des göttlichen Urhebers übereinstimmenden Plan offenbaren müssen. Unser Ziel als Wahrheitssucher sollte sein, den ganzen von Gott geoffenbarten Plan in seiner Vollkommenheit und Harmonie zu erkennen; und als Kinder Gottes haben wir allen Grund dafür, dies zu erwarten, weil es verheißen worden ist, daß der Geist der Wahrheit uns in die ganze Wahrheit leiten wird.  Joh. 16:13

 

Als Fragende, eröffnen sich uns dabei zwei Methoden. Die eine ist, unter allen Ansichten, die von den verschiedenen Sekten der Kirchen vorgeschlagen werden, zu suchen, und von jeder den Bestandteil anzunehmen, welchen wir als die Wahrheit betrachten mögen-eine endlose Aufgabe. Eine Schwierigkeit, auf welche bei dieser Methode treffen würden, ist die, daß, wenn unser Urteil verzerrt und verdreht ist, oder unsere Vorurteile nach irgend einer Seite hin eingeschlagen sind-und bei wem ist das nicht der Fall-diese Schwierigkeiten unsere richtige Wahl verhindern würden, und wir so den Irrtum wählen würden und die Wahrheit verwerfen. Außerdem, wenn wir dies als unsere Methode wählen würden, würden wir viel verlieren, weil die Wahrheit voranschreitet und bis zum vollkommenen Tag immer heller leuchtet für diejenigen, welche nach ihr suchen und in ihrem Lichte wandeln (Spr. 4:18), während die verschiedenen Glaubensbekenntnisse der vielen Sekten feststehend und stillstehend sind, und in dieser Weise  schon vor Jahrhunderten aufgestellt wurden. Und jedes von ihnen muß einen großen Teil von Irrtum enthalten, da eins dem andern in wichtigen Punkten widerspricht. Diese Methode würde in ein Labyrinth von Verwirrung und Unklarheit führen. Die andere Methode ist die, daß wir unser Verständnis von allen Vorurteilen befreien und bedenken, daß niemand mehr über Gottes Pläne wissen kann, als er in seinem Wort geoffenbart hat, und daß es den Sanftmütigen und von Herzen Demütigen gegeben worden ist; und nur als solche, welche ernstlich und aufrichtig seine Leitung und Belehrung suchen, werden wir von seinem großen Urheber geführt zu einem Verständnis desselben, wie es an der Zeit ist, verstanden zu werden, indem wir von den verschiedenen Hilfsmitteln, welche von Gott bereitgestellt wurden, Gebrauch machen. Siehe  Eph 4:11-16

 

Als ein Hilfsmittel für diese Klasse von Bibelforschern ist dieses Werk ganz besonders bestimmt. Man wird bemerken, daß die Beweisführungen nur aus der Schrift genommen sind, ausgenommen da, wo die Weltgeschichte angeführt werden kann als Erfüllung der Erklärungen der Schrift. Dem Zeugnis der modernen Theologen ist kein Gewicht beigelegt und das der sogenannten Kirchenväter ist beiseite gelassen worden. Viele von ihnen haben in Übereinstimmung mit den Gedanken, die hier ausgedrückt werden, Zeugnis abgelegt, aber wir glauben, daß es ein allgemeiner Irrtum dieser und aller Zeit ist, daß die Menschen bestimmte Lehren glauben, weil andere es taten, zu denen sie Vertrauen hatten. Das ist sehr eindeutig eine                                      fruchtbare Ursache für den Irrtum gewesen, weil viele gute Menschen Irrtum geglaubt und gelehrt haben mit einem ganz guten Gewissen. (Apg. 26:9) Die Wahrheitssucher sollten ihre Gefäße von den schlammigen Wassern der Tradition entleeren, und sie an der Quelle der Wahrheit-dem Worte Gottes-füllen. Keine religiöse Belehrung sollte Gewicht haben, es sei denn, daß sie die Wahrheitssucher zu dieser Quelle führe.

 

Auch wenn für eine allgemeine und schnelle Untersuchung der ganzen Bibel und ihrer Lehren, dieses Werk viel zu klein ist; so haben wir uns aber trotzdem darum bemüht, die Eile unserer Zeit erkennend, uns so kurz zu fassen, als die Wichtigkeit der Themen es zuzulassen erschien.

 

Dem interessierten Bibelforscher möchten wir darauf hinweisen, daß es für ihn nutzlos sein würde, dieses Werk nur zu überfliegen und zu hoffen, die Kraft und die Harmonie des dargelegten Planes und der darin angeführten Schriftbeweise zu erhalten. Wir haben uns stets darum bemüht, die verschiedenen Teile der Wahrheit nicht nur in solch einer Sprache, sondern auch in einer solcher Reihenfolge darzulegen, daß es für alle Leserkreise möglichst leicht werde, den Gegenstand und allgemeinen Plan sehr klar zu begreifen. Während für die Wertschätzung irgendeiner Wissenschaft ein durchgängiges und ordentliches Studium erforderlich ist, so ist das ganz besonders bei der Wissenschaft der göttlichen Offenbarung der Fall. Und bei diesem Werk ist es doppelt notwendig aus der Tatsache heraus, daß es zusätzlich zu seinem Wesen von einer Abhandlung über göttlich geoffenbarte Wahrheiten auch noch eine Untersuchung der Themen ist, und das von einem ganz unterschiedlichen Standpunkt heraus, als, soweit wie wir wissen, es in irgendeinem anderen Werk der Fall ist. Wir müssen keine Entschuldigung für die Behandlung vieler Themen anbieten, welche gewöhnlich durch Christen vernachlässigt werden-unter anderem das Kommen unseres Herrn, die Prophezeiungen und die symbolischen Darstellungen des Alten und Neuen Testaments. Kein theologisches System sollte aufgestellt oder angenommen werden, das die wichtigsten Züge der Lehren der Schrift übersieht oder ausläßt. Wir vertrauen aber darauf, daß ein großer Unterschied erkannt werden wird zwischen dem aufrichtigen, vernünftigen und ehrfurchtsvollen Studium der Prophezeiung und anderer Schriftstellen in dem Licht erfüllter, historischer Tatsachen, um zu Schlußfolgerungen zu gelangen, denen der geheiligte, gesunde Menschenverstand zustimmen kann, und im Gegensatz dazu einer sehr weitverbreiteten Ausübung allgemeiner Spekulation und Mutmaßung, welche, wenn sie auf die göttlicher Prophezeiung angewandt wird, sehr leicht dazu führt, die Zügel loszumachen hin zu unsicherer Theorie und zu ungenauer Phantasie. Diejenigen, welche in diese gefährliche Gewohnheit verfallen sind, entwickeln sich gewöhnlich zu Propheten (?) anstatt zu Forschern der Propheten.

 

Keine Arbeit ist edler und erhebender als das ehrfurchtsvolle Studium der geoffenbarten Absichten von Gott, ,, in welche Dinge die Engel hinauszuschauen wünschen." (1. Petr. 1:12) Die Tatsache, daß Gottes Weisheit sowohl Prophezeiungen über die Zukunft bereitgestellt hat als auch Aussagen über die Gegenwart und die Vergangenheit, ist an sich selbst ein Tadel von Jehova betreffend die Torheit einiger seiner Kinder, welche ihre Unwissenheit und Nachlässigkeit beim Studium seines Wortes damit entschuldigt haben, daß sie sagten: ,, Es ist genug im fünften Kapitel des Matthäus enthalten, um irgend einen Menschen selig zu machen." Ebensowenig dürfen wir annehmen, daß die Prophetie lediglich dazu gegeben worden ist, um die Neugierde über die Zukunft zu befriedigen. Ihr Zweck ist ganz offensichtlich der, das Gott geweihte Kind mit dem Plane seines Vaters vertraut zu machen und so sein Interesse und seine Anteilnahme an diesem Plan hervorzurufen und es so zu befähigen, sowohl die Gegenwart als die Zukunft von Gottes Standpunkt aus zu betrachten. Wenn es auf diese Weise an des Herrn Werk interessiert worden ist, dann mag es auch mit dem Geiste und mit dem Verstand dienen; nicht nur als ein  Knecht, sondern als ein Kind und als ein Erbe. Die Offenbarung dessen, was kommen soll, hebt für dasselbe den Einfluß auf, den die Gegenwart ausübt. Die Wirkung des sorgfältigen Studiums kann nicht anders als stärkend für den Glauben und antreibend zur Heiligung sein.

 

In Unwissenheit über Gottes Plan hinsichtlich der Befreiung der Welt aus der Sünde und ihren Folgen und unter der falschen Vorstellung, daß die Namenchristenheit in ihrem jetzigen Zustand das einzige Werkzeug für ihre Bekehrung sei, ist der Zustand der Welt von heute, nachdem das Evangelium seit fast neunzehn Jahrhunderten gepredigt worden ist, der, daß in jedem nachdenkenden Verstand, das in dieser Weise so falsch belehrt worden ist, ernste Zweifel entstehen. Und solche Zweifel sind nicht leicht von etwas anderem zu beseitigen als von der Wahrheit allein. In der Tat, jedem nachdenkenden Beobachter muß eins von beiden einleuchten: Entweder die Kirche hat einen großen Fehler gemacht, indem sie annahm, daß ihre Aufgabe im gegenwärtigen Zeitalter und in ihrem gegenwärtigen Zustand die gewesen sei, die Welt zu bekehren, oder aber Gottes Plan ist ein kläglicher Fehlschlag gewesen. Welche Seite von diesen zwei Situationen sollen wir annehmen? Viele haben und noch viele mehr werden ohne Zweifel die letztere annehmen und die Reihen des Unglaubens werden zunehmen, sei es heimlich oder öffentlich. Um solchen zu helfen, die auf diese Weise straucheln, ist eine der Absichten von diesem Band.

 

Auf der nächsten Seite stellen wir ein Diagramm dar, welches zuerst von der ,, Londoner Missions-Gesellschaft" und danach in den Vereinigten Staaten von dem ,, Presbyterianischen Frauen-Missions-Verein" veröffentlicht wurde. Er wurde ,, ein stummer Hilferuf von seiten der ausländischen Missionen" genannt. Er erzählt eine traurige Geschichte von der Finsternis und Unwissenheit von dem einzigen Namen unter dem Himmel, in welchem wir errettet werden können.

 

,, The Watchman" - eine Zeitschrift des Y. M. C. A. (des Christlichen Vereins Junger Männer-C. V. J. M.) von Chicago-veröffentlichte  auch dasselbe Diagramm und kommentierte es mit folgenden Worten:

 

"Die Vorstellungen, die manche von dem religiösen Zustand der Welt haben, sind sehr nebelig und unbestimmt. Wir hören von großartigem Erweckungswerk in der Nähe und Ferne, von neuen Missionsbestrebungen nach allen Seiten hin, von einem Land nach dem anderen, das sich dem Evangelium auftut, und von großen Summen, die zu seiner Verbreitung verwendet werden; und wir erhalten die Vorstellung, daß zur Bekehrung der Völker der Erde genügende Anstrengungen gemacht werden. Man schätzt die heutige Bevölkerung der Erde auf eine Milliarde vierhundertvierundzwanzig Millionen (1.424.000,000); und wenn man das Diagramm genau betrachtet, so wird man erkennen, daß bedeutend über die Hälfte-nahezu zwei Drittel-noch ganz heidnisch sind, und der Rest zum größten Teil entweder Nachfolger Mohammeds oder Glieder der beiden großen abtrünnigen Kirchen sind, deren Religion tatsächlich ein Götzendienst im christlichen Gewande ist, und von denen man kaum sagen kann, daß sie an dem  Evangelium von Christus noch festhalten oder lehren. Auch muß man, was die einhundertundsechzehn Millionen (116.000.000) Protestanten dem Namen nach anbetrifft, bedenken, welch ein großer Teil in Deutschland, England und in diesem Land in den Unglauben versunken ist-eine Finsternis, womöglich noch dichter als die des Heidentums-und wieviele durch Aberglauben verblendet oder in äußerster Unwissenheit geknechtet sind. Während also acht Millionen Juden Jesus von Nazareth verwerfen, und mehr als dreihundert Millionen, die seinen Namen tragen, vom Glauben an ihn abgefallen sind, beugen sich weitere hundertsiebzig Millionen vor Mohammed; und die ungeheuren Massen der übrigen Menschheit sind bis auf den heutigen Tag Anbeter von Stock und Stein, ihrer eigenen Vorfahren, toter Helden oder selbst des Teufels; alle

 

haben in der eine Weise oder in der anderen das Geschöpf angebetet und ihm gedient anstatt dem Schöpfer, welcher ist der Gott über allen und gesegnet für immer. Ist das nicht genug, um das Herz des denkender Christen tieftraurig zu machen."

 

Wahrlich, dies ist ein trauriges Bild! Und wenn das Diagramm auch unterschiedliche Schatten zwischen Heiden, Mohammedanern und Juden darstellt, so sind doch in der gänzlichen Unwissenheit über Christus alle gleich. Im ersten Augenblick möchten wohl manche meinen, daß diese Ansicht über das Zahlenverhältnis der Christenheit zu schwarz und übertrieben sei, wir hingegen glauben das gerade Gegenteil. Es zeigt die Namenchristenheit in möglichst glänzenden Farben. Die als Protestanten aufgezählten 116 Millionen zum Beispiel übersteigen bei weitem die wirkliche Zahl. Sechzehn Millionen, glauben wir, würde viel eher die Zahl der erwachsenen, bekennenden Kirchenmitglieder treffen; und eine Million, befürchten wir, wäre viel zu hoch eingeschätzt für die "kleine Herde", die "Geheiligten in Christo Jesu", die ,, nicht nach dem Fleisch wandeln, sondern nach dem Geist." Man sollte im Gedächtnis behalten, daß ein großer Teil der Kirchenmitglieder, welche in der Berechnung immer mitgezählt werden,  junge Kinder und Minderjährige sind. Besonders ist dies in den Ländern Europas der Fall. In einigen dieser Länder werden die Kinder von ihrer frühesten Kindheit an als Kirchenmitglieder angesehen.

 

Aber so dunkel wie dieses Bild auch erscheint, es ist noch nicht das dunkelste Bild, das die gefallene Menschheit darbietet. Das jetzt folgende Diagramm stellt nur die gegenwärtig lebende Generation dar. Wenn wir die Tatsache betrachten, daß Jahrhundert für Jahrhundert in den vergangenen sechstausend Jahren weitere große Mengen dahin geschwommen sind, die fast alle in derselben Unwissenheit und Sünde verstrickt gewesen sind, wie dunkel ist der Überblick dann! Vom allgemein üblichen Standpunkt aus gesehen ist es wahrlich ein schreckliches Bild! Das Diagramm, welches die Zahl der Menschheit im Jahre 1886 und ihr Zahlenverhältnis in religiöser Beziehung veranschaulicht.

 

Die verschiedenen Glaubensbekenntnisse von heute lehren, daß alle diese Milliarden der Menschen, unbekannt mit dem einzigen Namen unter dem Himmel, in welchem wir errettet werden können, sich auf dem direkten Weg zur ewigen Qual befinden; und nicht nur das, sondern auch all die 116 Millionen Protestanten, ausgenommen die verschwindend kleine Zahl der Heiligen, seien des gleichen Schicksals gewiß. Kein Wunder daher, daß diejenigen, welche solch schreckliche Gedanken über Jehovas Plan und Absichten haben, in der Förderung von Missionsunternehmungen sehr eifrig sind-das Wunder dabei ist, daß sie daran nicht verzweifeln. In Wirklichkeit an dies zu glauben und solche Schlußfolgerungen wertzuschätzen, würde jegliche Freude im Leben rauben und würde jeden heiteren Ausdruck des Wesens in Trauer hüllen.

 

Zum Beweis dafür, daß wir die sogenannte "Orthodoxie" in bezug auf das Schicksal der Heiden nicht falsch dargestellt haben, zitieren wir den Schlußsatz der Flugschrift ,, Ein stummer Hilferuf von seiten der ausländischen Missionen" an, in dem das Diagramm veröffentlicht worden war. Derselbe lautet: "Bekehrt die mächtigen Generationen im Ausland  - die 1.000 Millionen Seelen, von denen pro Tag 100.000 in Verzweiflung ohne Christus dahinsterben."

 

Aber obwohl dies vom Standpunkt menschlicher Glaubensbekenntnisse aus eine traurige Aussicht ist, so bietet die heilige Schrift doch einen viel tröstlicheren Ausblick dar, welchen darzulegen, die Absicht dieser Seiten ist. Durch das Wort belehrt können wir nicht glauben, daß Gottes großer Plan der Errettung je solch ein Fehlschlag sein sollte. Es wird für das erstaunte Kind Gottes eine Erleichterung sein festzustellen, daß der Prophet Jesaja diesen bestimmten Zustand der Dinge und seine Heilung genau voraussagt mit den Worten: ,, Siehe, Finsternis bedeckt die Erde und Dunkel die Völker, aber über dir geht auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. Und die Nationen (Heiden) werden in deinem Lichte wandeln." (Jes. 60:2,3) In dieser Prophezeiung wird die dichte Finsternis durch den Bogen der Verheißung erleuchtet: "Die Nationen (alle Nationen der Erde überhaupt) werden in deinem Lichte wandeln."

 

Der ständige Kummer und die andauernde Finsternis der Welt und der langsame Fortschritt der Wahrheit war ein Geheimnis, aber auch die Welt selbst hat ihren Zustand erkannt und gefühlt. Ähnlich der Dunkelheit, die Ägypten einhüllte, und die gefühlt werden konnte. Als Beweis für dies erkenne den Geist der folgenden Zeilen, ein Ausschnitt aus einer Zeitung aus Philadelphia. Der Zweifel und die Finsternis, welche durch die verschiedenen Glaubensbekenntnisse der verschiedenen Schulen zugenommen hat, ist bis jetzt in dem Verstand des Schreibers noch nicht beseitigt worden durch Strahlen von der göttlichen Wahrheit direkt aus dem Worte Gottes:

 

"Leben! Ein großes Geheimnis! Wer wir sagen: Wozu braucht Gott diesen armseligen Ton? Geformt aus seiner Hand mit mächtiger Geschicklichkeit- Verstand, Materie, Seele und einem sturen Willen; Geboren, aber am Sterben: sicheres Schicksal-der Tod. Dann, wohin, wohin flieht dieser Atem? Niemand von all den zahllosen Menschen, welche leben und sterben und lange leiden, kehrt zurück, um den großen Plan zu erzählen- die Zukunft, welche Dir und mir gehört. Wir bitten Dich, o Gott! um einige neue Lichtstrahlen, damit unser Weg erleuchtet wird; nicht auf Glauben gegründet, sondern auf klarer Sicht, um diese dunklen Wolken der Nacht zu vertreiben; dieser Zweifel, diese Angst, diese bebende Furcht; diese Gedanken, die trüben unsere Segnungen hier. Der ruhelose Verstand, welcher hin und her geworfen wird, verwirft die Glaubenssätze des Tages, welche durch sich widersprechende Sekten und Schulen gelehrt werden, um den Verstand mit ihren Regeln zu fesseln. Wir trachten danach, Dich zu erkennen, wie Du bist- unseren Platz bei Dir-und dann die Rolle, welche wir in diesem phantastischen Plan spielen, unendlicher Schöpfer. Hebe den Vorgang hoch, welcher die Sicht verdeckt; befehle erneut: Es werde Licht! Offenbare diese Geheimnisse deines Thrones; wir suchen in der Finsternis nach dem Unbekannten."

 

Wir antworten an diesen:

 

Es wird bald gesagt werden, das Geheimnis des Lebens ist unverschlüsselt, welche Freude hat Gott in seinem armseligen Ton, geformt aus seiner Hand mit mächtiger Geschicklichkeit, in seinem Ebenbild ausgezeichnet-Verstand und Willen; nicht geboren, um zu sterben-nein, eine zweite Geburt folgt auf den Satz-"Erde zu Erde." Einer von all den mächtigen Heerscharen, welcher lebte und starb und viel erlitt, wurde auferweckt und beweist Gottes großartigen Plan. - Deshalb gehört die Zukunft Dir und mir. Sein Wort gibt diese neue Lichtstrahlen bekannt, um uns auf unserem Weg zu leiten; jetzt auf Glauben gegründet, aber zuversichtlich in Aussicht, diese dunklen Wolken der Nacht vertreibend, diesen Zweifel, diese Angst, diese bebende Furcht, diese Gedanken, welche unsere Segnungen hier betrübt haben. Jetzt, Herr, verwirft dieser Verstand, welcher hin und her geworfen war, die Glaubenssätze dieser Zeit, welche von den verschiedenen Sekten und Schulen gelehrt wurde, um den Verstand mit ihren Regeln zu fesseln, Man suche und lerne Dich kennen, wie Du bist, unseren Platz bei Dir und dann die Rolle, die wir in diesem phantastischen Plan spielen, unendlicher Schöpfer. Hebe den Vorhang hoch, offenbare völlig, denjenigen, die in des Himmels Licht wandeln, das herrliche Geheimnis von deinem Thron, verborgen seit Zeitaltern, jetzt aber bekannt gemacht.

 

Solch ein Segen kommt jetzt zu der Welt durch die Entfaltung der göttlichen Absicht und der Öffnung des göttlichen Wortes, von dessen Segen und Offenbarung dieser Band ein Teil ist, wie wir zuversichtlich sind.

 

Derjenige, welcher sich von bloßer menschlicher Mutmaßung wegwendet und seine Zeit auf das Suchen in der Schrift verwendet und dabei seinen Verstand nicht ausschließt, den zu gebrauchen Gott geradezu einlädt (Jes. 1:18), der wird feststellen, daß ein gesegneter Bogen der  Verheißung die Himmel umspannt. Es ist ein Fehler anzunehmen, daß solche, die ohne Glauben und infolgedessen ohne Rechtfertigung sind, in der Lage sind, die Wahrheit klar zu erfassen: Für solche ist es nicht. Der Psalmist sagt: "Licht (Wahrheit) ist gesät dem Gerechten." (Psl. 97:11) Für das Kind Gottes ist eine Leuchte bereitet, deren Licht von seinem Wege viel Dunkelheit verscheucht. "Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege." (Psl. 119:105) Aber es ist nur ,, der Pfad der Gerechten", der immer "heller leuchtet bis zum vollen Tag." (Spr. 4:18) In Wirklichkeit gibt es keinen Gerechten; "da ist nicht, der gerecht sei, auch nicht einer" (Röm. 3:10); die "durch den Glauben Gerechtfertigten" sind damit gemeint. Diesen allein ist das Vorrecht gegeben, auf dem heller und heller werdenden Pfad zu wandeln-und nicht nur die gegenwärtigen Entfaltungen des Planes Gottes, sondern auch die Dinge zu sehen, die kommen. Während es wahr ist, daß der Pfad eines jeden einzelnen Gläubigen wie ein Licht ist, so gilt die besondere Anwendung dieser Aussage jedoch den Gerechten (Gerechtfertigten) als einer Klasse. Patriarchen, Propheten, Apostel und Heilige der Ver-gangenheit und Gegenwart wandelten in seinem zunehmenden Licht; und dieses Licht wird auch noch über die Gegenwart hinaus-"bis zum vollen Tag" hin-zunehmen. Es ist ein sich fortsetzender Pfad, und auf ihm leuchtet das beständig heller leuchtende Licht als die göttliche Urkunde, so wie es an der Zeit ist.

 

Darum "freuet euch des Herrn, ihr Gerechten", erwartend die Erfüllung seiner Verheißung. Viele haben so wenig Glauben, daß sie nicht nach mehr Licht suchen, und wegen ihrer Untreue und ihrer Gleichgültigkeit ist es zugelassen, daß sie in der Finsternis sitzen bleiben, während sie in dem zunehmenden Lichte hätten wandeln können.

 

Der Geist Gottes, gegeben um die Herauswahl in die ganze Wahrheit zu leiten, wird von dem nehmen, was geschrieben steht, und es uns offenbaren; aber über das hinaus, was geschrieben steht, bedürfen wir nichts, denn die Heilige Schrift ist fähig, uns weise zu machen für unsere Errettung durch den Glauben, der in Christus Jesus ist. -2. Tim. 3:15

 

Während es immer noch wahr ist, daß ,, Finsternis die Erde bedeckt und Dunkel die Völker", so wird die Welt jedoch nicht immer in diesem Zustand verbleiben, Wir sind gewiß, daß "der Morgen kommt" (Jes. 21:12). Wie Gott jetzt die natürliche Sonne über Gerechte und Ungerechte scheinen läßt, so wird im Tausendjahrtag die Sonne der Gerechtigkeit scheinen zum Heil der ganzen Welt und "ans Licht bringen, was im Finstern verborgen ist". (1. Kor. 4:5)  Sie wird die schädlichen Dünste des Bösen zerstreuen und Leben, Gesundheit, Friede und Freude bringen.

 

Wenn wir zurück in die Vergangenheit blicken, so finden wir, daß damals das Licht nur schwach leuchtete. Dunkel und unbestimmt waren die früheren Verheißungen. Die dem Abraham gegebenen Verheißungen und andere, vorbildlich in dem Gesetz und den Anordnungen des fleischlichen Israel dargestellt, waren nur Schatten und gaben nur eine schwache Vorstellung von Gottes wunderbaren und herrlichen Plänen. Sobald wir die Tage von Jesus erreichen, nimmt das Licht zu. Bis dahin war die höchste Erwartung die gewesen, daß Gott einen Erretter senden würde, der Israel von seinen Feinden befreien und sie zur ersten Nation der Erde erhöhen würde, in welcher Stellung der Macht und des Einflusses Gott sie benutzen würde als sein Werkzeug in der Segnung aller Geschlechter der Erde. Das ihnen angebotene Erbteil in dem Königreich Gottes war so unterschiedlich in dem Zustand, welcher gefordert wurde, von dem, was sie erwartet hatten, und die Aussichten für die "kleine Herde", die auserwählt wurde, waren äußerlich und menschlich betrachtet so unwahrscheinlich, daß sie jemals die verheißene Größe erreichen würden, daß dadurch alle, mit Ausnahme der Wenigen, der frohen Botschaft gegenüber verblendet wurden. Und ihre Blindheit und Feindseligkeit ihr gegenüber nahm natürlich noch zu, als in dem Fortgang des Planes Gottes die fest bestimmte Zeit kam, um die Botschaft auszuweiten, und die Einladung, an dem verheißenen Königreich teilzuhaben und durch die Ausübung des Glaubens zu einem Kind des gläubigen Abraham und zu einem Erben der ihm gegebenen Verheißung zu werden, an jedes Geschöpf unter dem Himmel erging.

 

Als aber das Evangelium, welches Jesus verkündigt hatte, nach Pfingsten verstanden wurde, wurde von der Herauswahl erkannt, daß die Segnungen für die Welt von andauerndem Charakter sein sollten und daß zur Vollendung dieser Absicht das Königreich ein geistiges sein wird und aus "rechten Israeliten", einer "kleinen Herde", bestehen würde, die sowohl aus Juden als auch aus den Nationen heraus gewählt werden, um zur geistigen Natur und Macht erhöht zu werden. Daher lesen wir, daß Jesus Leben und Unsterblichkeit an das Licht gebracht durch das Evangelium. (2. Tim. 1:10) Und noch helleres Licht leuchtet seit Jesus Tagen, wie er es selbst vorausgesagt hatte:

 

"Ich habe euch noch viel zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, der wird euch in die ganze Wahrheit leiten, ... und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen." -Joh. 16:12, 13

 

Nachdem die Apostel entschlafen waren, kam jedoch eine Zeit, da die Mehrzahl in der Herauswahl ihre Lampen zu vernachlässigen anfingen und nach menschlichen Lehrern um Führung ausschaute; und diese Lehrer, von Hochmut aufgeblasen, nahmen Titel und Ämter an und begannen, über Gottes Erbe zu herrschen. Danach wurde durch Rangordnungen ein besonderer Stand ins Leben gerufen, "die Geistlichkeit" genannt, die sich selbst als geeignete Führer in Glauben und Leben ansahen und von anderen so angesehen wurden, und die das Wort Gottes beiseite geschoben haben. Auf diese Weise wurde mit der Zeit das große System des Papsttums hervorgebracht durch diese unpassende Wertschätzung für die Lehren fehlbarer Menschen und durch die Vernachlässigung des Wortes des unfehlbaren Gottes.

 

Die üblen Auswirkungen sind tatsächlich sehr ernst gewesen, die durch diese Vernachlässigung der Wahrheit entstanden sind. Wie alle wissen sind sowohl die Kirche als auch die zivilisierte Welt durch jenes System fast vollständig versklavt und zur Anbetung menschlicher Überlieferungen und Glaubensbekenntnisse geführt worden. Aus dieser Sklaverei heraus wurde ein starker und gesegneter Streit für die Freiheit und für die Bibel geführt durch das, was man als die Reformation kennt. Gott erweckte starke Verfechter für sein Wort, unter ihnen waren Luther, Zwingli, Melanchton, Wycliff, Knox und andere. Diese lenkten die Aufmerksamkeit auf die Tatsache hin, daß das Papsttum die Bibel beiseite geschoben und sie mit Glaubensbekenntnissen und Glaubenssätzen der Kirche ersetzt hatte, und sie zeigten einige der falschen Lehren und verkehrten Gebräuche des Papsttums auf, indem sie zeigten, daß diese auf Menschentradition aufgebaut worden waren und mit dem Worte Gottes, der Wahrheit, im Widerspruch stehen.

 

Diese Reformatoren und ihre Nachfolger wurden ,, Protestanten" genannt, weil sie gegen das Papsttum öffentlich protestiert hatten und Gottes Wort als die einzige sichere Richtschnur des Glaubens und Lebens anerkannten. Viele treue Seelen wandelten in den Tagen der Reformation im Licht, so weit es damals leuchtete. Aber seit ihren Tagen haben die Protestanten wenig Fortschritte gemacht, weil sie, statt im Lichte zu wandeln, sich um ihre geliebten Lehrer geschart hatten und nur so viel sehen wollten, als diese sahen, und nicht mehr. Sie setzten ihrem Fortschritt auf dem Wege der Wahrheit Grenzen und zäunten dadurch mit dem kleinen Teil Wahrheit, den sie besaßen, einen große Menge Irrtum ein, den sie von der "Mutterkirche" mitgebracht hatten. Für diese vor vielen Jahren gebildeten Glaubensbekenntnisse hat die Mehrheit der Christen eine abergläubische Ehrerbietung, meinend, man könne heutzutage nicht mehr über Gottes Plan erkennen, als die Reformatoren damals erkannt haben.

 

Dieser Fehler ist teuer zu stehen gekommen. Denn abgesehen von der Tatsache, daß damals nur wenige Grundwahrheiten aus dem Schutthaufen des Irrtums wiedergefunden wurden, gibt es besondere Züge der Wahrheit, die fortwährend fällig und zeitgemäß werden, und durch ihre Zäune in Form der Glaubensbekenntnisse sind diesen Christen diese Wahrheiten vorenthalten geblieben. Um das zu verdeutlichen: Es war die Wahrheit in Noahs Tagen, daß eine Flut kommen wird, die den Glauben von allen denen erforderte, die damals im Lichte wandelten, während Adam und andere nichts davon gewußt haben. Es wäre nicht die Wahrheit, jetzt zu predigen, daß eine Flut kommt, aber es gibt andere Wahrheiten, die fortwährend an der Zeit sind, fällig und erkannt zu werden, welche wir, wenn wir im Licht der Leuchte wandeln, erkennen sollen. Wenn wir also all das Licht hätten, das vor mehreren hundert Jahre zeitgemäß war und weiter nichts, so wären wir in deutlicher Finsternis.

 

Gottes Wort ist eine große Vorratskammer für die hungrigen Pilger auf dem leuchtenden Pfad. Es gibt in ihr Milch für Säuglinge und starke Speise für die mehr Entwickelten (1. Pet. 2:2; Hebr. 5:14); und nicht nur dies, die Bibel enthält auch die Speise, welche den verschiedenen Zeiten und Zuständen angemessen ist; und Jesus sagte, daß der treue Knecht Speise zur rechten Zeit für den Haushalt des Glaubens hervorbringen wird  -" Altes und Neues" aus der Vorratskammer. (Luk. 12:42; Matth. 13:52) Es wäre unmöglich, solche Dinge aus dem Glaubensbekenntnis oder der Vorratskammer irgendeiner Sekte hervorzubringen. Etwas Altes und Gutes möchten wir wohl aus jeder hervorbringen, aber nichts Neues. Die in den Glaubensbekenntnissen der verschiedenen Sekten enthaltene Wahrheit ist so mit Irrtum vermischt und davon bedeckt, daß die in ihr wohnende Schönheit und ihr wahrer Wert nicht zu erkennen sind. Die verschiedenen Glaubensbekenntnisse widersprechen sich ständig und sind grundsätzlich verschieden; und weil jedes behauptet, es gründe sich auf die Bibel, so wird die Gedankenverwirrung und der offensichtliche Widerspruch dem Worte Gottes zur Last gelegt. Dies hat das Sprichwortes entstehen lassen: "Die Bibel ist eine alte Fiedel, auf der man jede Melodie spielen kann."

 

Wie drückt das doch den Unglauben unserer Zeit aus, verursacht durch falsche Darstellungen des Wortes und des Charakter Gottes durch menschliche Überlieferungen, zusammen mit der Zunahme an Erkenntnis, die sich nicht länger in blinder und abergläubischer Ehrfurcht vor den Meinungen der Mitmenschen beugen will, sondern einen Grund fordert für die Hoffnung, die in uns ist. Der treue Bibelforscher sollte immer in der Lage sein, einen Grund für "die Hoffnung zu geben, die in ihm ist". (1. Pet. 3:15) Das Wort Gottes allein ist in der Lage, "uns weise zu machen zur Errettung und ist nützlich zur Lehre, zur Überführung, auf daß der   Mensch Gottes vollkommen sei und durch und durch fest gegründet sei." (2. Tim. 3:l5-17 nach der King-James-Übersetzung). Nur diese Vorratskammer enthält einen unerschöpflichen Vorrat sowohl von Altem als auch Neuem-der Speise zur rechten Zeit für den Haushalt. Sicherlich wird keiner behaupten, der dem Schriftworte glaubt, daß der ,, Pfad des Gerechten" immer heller leuchtet ,, bis zum vollen Tag", daß der volle Tag zu Luthers Zeiten herbei gekommen war; und deshalb ist es richtig für uns, wenn wir auf unsere Leuchte achthaben, ,, als auf ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbreche". -2. Pet. 1:19

 

Doch ist es nicht genug, daß wir uns jetzt auf dem Pfade des Lichts befinden; wir müssen auch fortwährend ,, im Lichte wandeln", Fortschritte machen, ansonsten wird das Licht, das nicht stille hält, vorwärts eilen und uns in Finsternis zurücklassen. Die Schwierigkeit bei vielen ist, daß sie sich hinsetzen und nicht dem Pfade des Lichts weiter folgen. Nimm eine Konkordanz (alphabetisches Wörterverzeichnis zum Aufsuchen von Bibelstellen) und prüfe die Texte unter den Worten Sitzen und Stehen, und dann vergleiche sie mit denen unter Wandeln und Laufen, und du wirst einen gewaltigen Gegensatz herausfinden: Menschen "sitzen in Finsternis" und ,, unter den Spöttern", aber ,, wandeln im Licht" und ,, laufen nach dem Kleinod".  - Jes. 42:7; Psl. 1:1; Hebr. 12:1

 

Die Vollkommenheit in der Erkenntnis ist nicht eine Sache der Vergangenheit, sondern der Zukunft-wir glauben zuversichtlich, der sehr nahen Zukunft; und bis wir diese Tatsache erkennen, sind wir unvorbereitet, um neue Entfaltungen des Planes unseres Vaters zu würdigen und zu erwarten. Wohl ist es wahr, daß wir noch immer auf die Worte der Propheten und der Apostel zurückgehen, um eine ganze Erkenntnis der Gegenwart und Zukunft zu erlangen; dies geschieht zwar nicht, weil sie Gottes Pläne und Absichten immer besser verstanden hätten als wir, sondern weil Gott sie als seine Mundstücke gebraucht hat, um uns und der ganzen Herauswahl während des Evangeliumszeitalters die Wahrheit mitzuteilen, die sich auf seinen Plan bezieht, sobald sie fällig und zeitgemäß geworden ist.

 

Diese Tatsache wird vielfach durch die Apostel bewiesen. Paulus sagt uns, daß Gott der Herauswahl des Evangeliums das Geheimnis seines Willens kundgetan hat, das Er bei sich selbst zuvor beschlossen hatte, und welches Er nie zuvor geoffenbart hatte, obgleich Er es in dunklen Sprüchen niedergelegt hatte, welche nicht eher verstanden werden konnten bis die rechte Zeit dafür herbei gekommen war, um die Augen unseres Verständnisses zum Erfassen und Wertschätzen der "hohen Berufung" zu öffnen, die ausschließlich für Gläubige dieses Evangeliumszeitalters bestimmt ist. ( Eph 1:9, 10,17, 18; 3:4-6) Dies zeigt uns klar und deutlich, daß weder die Propheten noch die Engel die Bedeutung der von ihnen ausgesprochenen Prophezeiungen verstanden haben. Petrus sagt uns, daß, als sie begierig danach forschten, um ihre Bedeutung zu erkennen, Gott ihnen sagte, daß die in ihren Prophezeiungen verborgenen Wahrheiten nicht für sie selbst bestimmt seien, sondern für uns im Evangeliumszeitalter. Und er ermahnt die Herauswahl, in dieser Richtung noch weitere Gnade (Gunst, Segen) -noch mehr Erkenntnis über Gottes Plan zu erhoffen. -1. Pet. 1:10-13

 

Es ist ganz offensichtlich, daß, obwohl Jesus verheißen hat, daß die Herauswahl in die ganze Wahrheit geleitet werden wird, dies eine allmähliche Entfaltung gewesen ist. Wenn auch die Herauswahl in den Tagen der Apostel frei war von vielen der Irrtümer, die unter und in dem Papsttum aufgekommen sind, so können wir trotzdem nicht annehmen, daß die frühe Herauswahl einen so tiefen oder deutlichen Einblick in den Plan Gottes hatte, als es heutzutage möglich ist. Es ist ebenso offensichtlich, daß die verschiedenen Apostel in unterschiedlichem Ausmaß Einblick in Gottes Plan gehabt haben, obgleich alle ihre Schriften von Gott überwacht und eingegeben waren, gleichwie wie dies wahr gewesen ist von den Worten der Propheten. Um den Unterschied an Erkenntnis zu erläutern, brauchen wir nur an das schwankende Verhalten des Petrus und der anderen Apostel für eine kurze Zeit zu erinnern, mit Ausnahme des Paulus, als das Evangelium anfing, zu den Nationen zu gehen. (Apg. 10:28; 11:1-3;  Ga 2:11-14) Die Unsicherheit von Petrus war in einem bemerkenswerten Gegensatz zu der Gewißheit von Paulus, welche aus den Worten der Propheten und aus Gottes früheren Handlungen mit ihm und aus der direkten Offenbarungen an ihn eingegeben worden war.

 

Paulus hatte ganz offensichtlich reichlichere Offenbarungen empfangen als irgend ein anderer Apostel. Es war ihm nicht erlaubt, diese Offenbarungen der Herauswahl mitzuteilen, noch sie völlig und klar selbst den anderen Aposteln bekanntzugeben (2. Kor. 12:4;  Ga 2:2); dennoch können wir den Wert für die gesamte Herauswahl in den Visionen und Offenbarungen erkennen, welche dem Paulus gegebenen worden sind; denn obwohl es ihm nicht erlaubt war, zu sagen, was er sah, noch im Einzelnen  alles zu erklären, was er von Gottes Geheimnissen über die "Zeitalter, die kommen", wußte, so gab doch das, was er gesehen hatte, seinen Worten eine kräftige und tiefe Bedeutung, in welcher die Einzelheit für uns mehr klar erkennbar werden in dem Lichte der darauffolgenden Ereignisse und der prophetischen Erfüllungen und unter der Leitung des Geistes, als wie es in der frühen Herauswahl möglich war.

 

Zur Bekräftigung der vorangegangenen  Aussage erinnern wir an das letzte Buch der Bibel-die Offenbarung, die ungefähr im Jahre 96 n. Chr. geschrieben wurde. Die einleitenden Worte kündigen eine besondere Offenbarung solcher Dinge an, die vorher nicht verstanden wurden. Dies beweist eindeutig, daß Gottes Plan, bis zu jener Zeit wenigstens, noch nicht vollständig geoffenbart worden war. Ebensowenig ist das Buch bis auf diesen Tag das gewesen, was sein Name andeutet: eine Entfaltung, eine Offenbarung. Soweit die frühe Herauswahl in Betracht kommt, so hat wahrscheinlich niemand irgend einen Teil des Buches verstanden. Selbst Johannes, der die Visionen sah, kannte wahrscheinlich nicht die Bedeutung dessen, was er sah. Er war beides zugleich, ein Prophet und ein Apostel; und während er als Apostel das verstand und lehrte, was damals "Speise zur rechten Zeit" war, verkündigte er als Prophet Dinge, die erst in der Zukunft den Haushalt des Glaubens mit ,, Speise zur rechter Zeit" versorgen würden.

 

Während des Evangeliumszeitalters versuchten einige der Heiligen durch Erforschung dieses sinnbildlichen Buches die Zukunft der Herauswahl zu verstehen, und zweifellos wurden alle, die es gelesen haben, wie es verheißen war, reichlich gesegnet, auch wenn sie nur einen Teil seiner Lehren verstanden haben. (0ffb. 1:3) Das Buch öffnete sich solchen immer mehr, und in den Tagen der Reformation war es ein wichtiges Hilfsmittel für Luther, um das Papsttum, dessen aufrichtiger Diener er gewesen war, als den wirklichen, vom Apostel erwähnten ,, Antichrist" zu erkennen, dessen Geschichte einen sehr großen Teil dieser Prophezeiung ausfüllt, wie wir jetzt sehen.

 

Auf diese Weise eröffnet Gott ganz allmählich seine Wahrheit und offenbart uns den überaus großen Reichtum seiner Gnade; und folglich ist jetzt mehr Licht an der Zeit fällig und zeitgemäß zu werden, als in irgend einer vorangegangenen Zeit in der Geschichte der Herauswahl.

 

"Wir werden immer neue Schönheiten sehen, und das Licht wird immer mehr leuchten."

 

Mut! Der Morgen bricht an.

 

Obwohl die Nacht dunkel und trüb ist, obwohl der Weg lang und ermüdend ist, der Morgen wird dir Licht und Ermutigung bringen; Kind, blicke hinauf, der Morgen ist nahe.

 

Obwohl deine Augen vor Traurigkeit weinen, obwohl die Nacht über dir wacht, Gott wird deine Tränen abwischen, deine Dunkelheit in den Tag umwandeln.

 

Obwohl dein Geist schnell ermattet, obwohl die Stunden so langsam vergehen, der Morgen bringt ein herrliches Fest herbei; Du wirst als ein geehrter Gast dabei sitzen.

STUDIE II. —Das Dasein eines allerhöchsten intelligenten

 

Schöpfers nachgewiesen.

 

Beweise außerhalb von der Bibel im Lichte der Vernunft geprüft. -Eine unhaltbare Theorie.-  Eine vernünftige Anschauung. -Gottes Charakter dargestellt. -Vernünftige Schlussfolgerungen.

 

Der unbefangene und verständige Denker wird durch ein vernünftiges und aufrichtiges Erforschen des Unbekannten in dem Lichte bekannter Tatsachen selbst vom Standpunkte des Zweiflers aus in die Richtung der Wahrheit geführt. Aber es ist offensichtlich, daß sich der Mensch ohne eine direkte Offenbarung der Pläne und Absichten Gottes der Wahrheit nur nähern und nur zu ungewissen Schlußfolgerungen gelangen kann. Doch laßt uns für einen Augenblick die Bibel beiseite legen und die Dinge allein vom Standpunkte des Verstandes aus betrachten.

 

Derjenige, welcher mit einem Fernrohr oder auch nur mit seinem natürlichen Auge zum Himmel hinaufblickt und die Unermeßlichkeit der Schöpfung, ihre Gleichmäßigkeit, ihre Schönheit, ihre Ordnung, ihre Harmonie und ihre Vielseitigkeit sieht und dann noch daran zweifelt, daß der Schöpfer dieser Dinge sowohl an Weisheit als auch an Macht weit über ihm steht, oder wer für einen Augenblick annehmen kann, daß solche Ordnung durch Zufall ohne einen Schöpfer zustande kam, der hat die Fähigkeit seines Verstandes so weit verloren oder beiseite gelegt, daß er mit Recht als das betrachtet wird, was die Bibel ihn nennt, einen Toren (einen, der keinen Verstand hat oder ihn nicht gebraucht): ,, Der Tor spricht in seinem Herzen: Es ist kein Gott." Wie dem auch immer sei, jeder Verständige muß wenigstens zugeben, daß vieles in der Bibel wahr ist; denn es ist eine selbstverständliche Wahrheit, daß Wirkungen ihre entsprechenden Ursachen haben müssen, Jede Pflanze und jede Blume spricht Bände zum Zeugnis zu diesem Thema.

 

Kompliziert im Aufbau, überaus schön in ihrer Form und Beschaffenheit, alles zeugt von übermenschlicher Weisheit und Geschicklichkeit. Wie kurzsichtig ist die Ungereimtheit derjenigen, welche von menschlicher Geschicklichkeit und überragender menschlicher Veranlagung prahlen und die Regelmäßigkeit, Gleichförmigkeit und Harmonie der Natur anerkennen, und welche die Gesetze der Natur kennen, aber gleichzeitig leugnen, daß die Natur einen intelligenten Gesetzgeber hat.

 

Einige von denen, welche das Daseins eines intelligenten Schöpfers leugnen, behaupten, daß die Natur der alleinige Gott sei und daß alle Formen der Entwicklungen von Tier und Pflanze von der Natur aus hervorgebracht worden seien ohne die Anordnung eines intelligenten Wesens und, wie sie sagen, allein von dem Gesetz regiert werde, daß in dem Fortgang der Evolution der Stärkere den Schwächeren überlebt.

 

Diese Theorie ermangelt jeglichen Beweises; denn überall um uns herum sehen wir, daß die verschiedenartigen Geschöpfe fest bestimmte Naturen besitzen, die sich nicht zu höheren Naturen fortentwickeln; und obwohl die Vertreter dieser Theorie auch wiederholte Versuche angestellt haben, so ist es ihnen doch weder gelungen, die verschiedenen Gattungen zu vermischen, noch eine neue feste Art hervorzubringen. Kein Fall ist bekannt, wo eine Art sich in eine andere verwandelt hat. (Um einiger Leser willen bemerken wir, daß solche Veränderungen wie die Verwandlung der Raupen in Schmetterlinge keine Veränderungen der Natur sind; die Raupe ist nur die aus dem Ei des Schmetterlings ausgekrochene Larve.) Obwohl es Fische gibt, die einen Augenblick lang ihre Flossen als Flügel gebrauchen und aus dem Wasser fliegen und Frösche singen können, hat man doch noch nie erlebt, daß sie sich in Vögel verwandelt haben; und wenn es auch in der Tierwelt einige gibt, welche eine geringfügige  Ähnlichkeit mit dem Menschen haben, so fehlt doch  der  Nachweis  gänzlich,  daß  sich  der Mensch

 

aus solchen Geschöpfen entwickelt habe. Im Gegenteil beweisen Untersuchungen, daß, obwohl unterschiedliche Vielseitigkeiten in derselben Gattung hervorgebracht werden können, es aber unmöglich ist, die verschiedenen Gattungen zu vermischen oder eine aus der anderen hervorzubringen. Aus demselben Grund kann man vom Esel und Pferd, obgleich sie einander ähnlich sind, nicht behaupten, sie seien verwandt, denn es ist sehr gut bekannt, daß ihre Nachkommen unvollkommen sind und sich auch nicht fortpflanzen können.

 

Wenn die unvernünftige Natur der Schöpfer oder Entwickler wäre, so würde sie sicherlich den Entwicklungsgang fortsetzen, und dann würde es nichts dergleichen wie eine fest bestimmte Gattung geben, da ohne Intelligenz nichts zu feststehenden Zuständen gelangen würde. Die Fortentwicklung, die Evolution, würde heutzutage noch eine Tatsache sein, und um uns herum würden wir sehen, wie Fische zu Vögeln und Affen zu Menschen werden. Diese Theorie, schließen wir daher, ist sowohl wider den menschlichen Verstand als auch wider die Bibel, weil diese Theorie behauptet, daß intelligente Wesen von einer Macht erschaffen wurden, welche keine Intelligenz hat.

 

Eine Theorie in bezug auf die Schöpfung (den Menschen ausgenommen) durch eine Fortentwicklung, gegen die wir keine ernsteren Bedenken haben, stellen wir kurz wie folgt dar: Es wird angenommen,  daß die verschiedenen Gattungen der Gegenwart fest und unveränderlich sind, soweit die Natur oder die Art betrachtet wird, und obwohl die gegenwärtigen Naturen noch  zu einem viel höheren Standpunkt, bis zur Vollkommenheit hin, gebracht werden mögen, so werden diese Gattungen oder Naturen für immer dieselben bleiben. Diese Theorie nimmt ferner an, daß keine dieser fest bestimmten Gattungen ursprünglich so erschaffen waren, sondern daß sie in ferner Vergangenheit durch die Erde entwickelten wurden, und zwar durch eine allmähliche Evolution aus einer Form in die andere. Diese Evolutionen, nach göttlich festgelegten Gesetzen, bei welchen die Veränderungen in der Nahrung und in dem Klima eine wichtige Teil gespielt haben, mag sich fortgesetzt haben bis die fest bestimmten Gattungen, so wie sie jetzt zu sehen sind, erreicht waren, worüber hinaus ein Wechsel unmöglich ist, nachdem die endgültige Absicht des Schöpfers in dieser Hinsicht allem Anschein nach erreicht worden ist.

 

Obgleich jede der verschiedenen Pflanzen- und Tierfamilien der Verbesserung oder Verschlechterung fähig ist, so ist es doch unmöglich, sie in andere Arten oder Familien zu verwandeln oder aus ihnen andere hervorzubringen. Wenn auch jede derselben die Vollkommenheit ihrer eigenen fest bestimmten Natur erreichen mag, so ist doch die Absicht des Schöpfers erreicht worden und ein weiterer Wechsel in dieser Hinsicht ist unmöglich.

 

Es wird behauptet, daß die ursprünglichen Pflanzen und Tiere, von denen die gegenwärtigen, fest bestimmten Arten stammen, vor der Erschaffung des Menschen untergegangen sind. Skelette und Versteinerungen von jetzt nicht mehr vorhandenen Tieren und Pflanzen, tief unter der Erdoberfläche gefunden, begünstigen diese Theorie. Diese Ansicht vernachlässigt und verwirft in keinster Weise die Schriftlehre, daß der Mensch eine direkte und vollkommene Schöpfung war und in dem geistigen und moralischen Ebenbild seines Erschaffers erschaffen worden ist und nicht das Ergebnis eines Entwicklungsvorganges ist, den die übrige Schöpfung wahrscheinlich miteinander teilte. Diese Ansicht macht in keinster Weise die Behauptung der Bibel hinfällig, sondern stützt sie vielmehr, daß die Natur, wie sie heute ist, lehrt, daß ein intelligentes Wesen sie anordnete und ihre erste Ursache war. Laßt die menschliche Vernunft ihr Bestes tun, um bekannte Tatsachen auf vernunftgemäße und passende Ursachen zurückzuführen und dabei in jedem Fall den Naturgesetzen volle Rechnung tragen; aber im Hintergrund von all der verwickelten Maschinerie der Natur ist die Hand seines großen Urhebers, der intelligente, allmächtige Gott.

 

Deshalb behaupten wir, daß das Dasein eines intelligenten Schöpfers eine klar bewiesene Wahrheit ist. Der Beweis dafür liegt überall um uns herum; ja, auch in uns, denn wir selbst sind sein Werk, und jede Fähigkeit unseres Geistes und Körpers zeugt von einer wundervollen Geschicklichkeit, welche jenseits unseres Verständnisses liegt. Er ist auch der Entwerfer und Schöpfer dessen, was wir Natur nennen. Wir behaupten, daß er die Gesetze der Natur geordnet und festgelegt hat, deren herrliches und harmonisches Zusammenwirken wir sehen und bewundern. Diesen Einen, dessen Weisheit das Weltall geplant, und dessen Macht es erhält und leitet, dessen Weisheit und Macht unser eigenes Verstehen so unermeßlich übersteigen, diesen Einen verehren und bewundern wir, wenn auch unbewußt oder instinktiv.

 

Das Dasein dieses mächtigen Gottes zu erkennen, heißt aber vor seiner allmächtigen Kraft zu erbeben, bis wir erkennen können, daß er auch seiner Macht entsprechend von Wohlwollen und Güte erfüllt ist. Von dieser Tatsache werden wir völlig durch denselben Beweis überzeugt, welcher sein Dasein, seine Macht und seine Weisheit beweist. Nicht nur sind wir zu der Schlussfolgerung gezwungen, daß es einen Gott gibt und daß seine Macht und Weisheit unermeßlich weit über uns stehen, sondern unsere Vernunft zwingt uns auch zu der Schlussfolgerung, daß das größte erschaffene Ding seinem Schöpfer nicht überlegen ist; folglich müssen wir schließen, daß die größte Kundgebung von Wohlwollen und Gerechtigkeit unter den Menschen derjenigen des Schöpfers an Entfaltungsmöglichkeit untergeordnet ist, ebenso wie des Menschen Weisheit und Macht der seinigen nachstehen. Und auf diese Weise haben wir vor unserem Geiste den Charakter und die Eigenschaften des großen Schöpfers. Er ist weise, gerecht, liebend und mächtig: und die Entfaltungsmöglichkeit seiner Eigenschaften ist natürlich unendlich größer als die seiner großartigsten Schöpfung.

 

Doch weiter: Da wir hinsichtlich des Daseins und des Charakters unseres Schöpfers zu dieser vernunftgemäßen Schlussfolgerung gekommen sind, lasst uns fragen, was sollten wir von solch einem Wesen erwarten? Die Antwort ist, daß der Besitz solcher Eigenschaften vernünftigerweise ihre Ausübung, ihren Gebrauch erkennen lässt. Gottes Macht muß ausgeübt werden, und zwar in Harmonie mit seinem eigenen Charakter, welcher weise, gerecht und liebevoll ist. Was immer die Mittel zu diesem Zweck sein mögen, was auch immer die Wirkung von Gottes Macht sein mag, das abschließende Ergebnis muß mit seinem  Wesen und Charakter im Einklang stehen, und jeder Schritt muß die Zustimmung seiner unendlichen Weisheit haben.

 

Was könnte vernünftiger sein als die Ausübung der Macht, wie wir sie um uns herum in der Schöpfung des Weltalls und in der wundervollen Vielfalt der Erde geoffenbart sehen? Was könnte vernünftiger sein als die Erschaffung des Menschen, ausgestattet mit Vernunft und Urteilsvermögen, fähig, seines Schöpfers Werke zu würdigen, und über seine Geschicklichkeit-seine Weisheit, Gerechtigkeit, Macht und Liebe-nachzusinnen? Alles dies ist vernunftgemäß und vollkommen in Übereinstimmung mit den uns bekannten Tatsachen.

 

Und nun kommt unser Schlusssatz. Ist es nicht vernünftig, anzunehmen, daß solch ein unendlich weises und gutes Wesen, welches ein Geschöpf erschaffen hat, das imstande ist, ihn und seinen Plan zu begreifen, durch seine Liebe und Gerechtigkeit bewegt worden ist, das von ihm selbst in die Natur jenes Geschöpfes eingepflanzte Verlangen zu stillen und ihm eine solche Offenbarung zu geben? Wäre es nicht ganz vernunftgemäß, anzunehmen, daß Gott den Menschen über den Zweck ihres Daseins und seiner Pläne für ihre Zukunft Auskunft gäbe? Im Gegenteil, fragen wir, würde es nicht geradezu unvernünftig sein, zu denken, daß solch ein Schöpfer ein Geschöpf wie den Menschen macht, ihn ausstattet mit Vernunft, über die Zukunft nachzudenken, und ihm doch keine Offenbarung seiner Pläne gibt, um diesem Verlangen gerecht zu werden? Solch eine Handlungsweise wäre unvernünftig, weil es im Gegensatz steht zu dem Charakter, welchen wir vernünftigerweise Gott zuschreiben: im Gegensatz zu der rechten Handlungsweise eines von Gerechtigkeit und Liebe geleiteten Wesens.

 

Wir mögen schlussfolgern, dass, wenn die göttliche Weisheit bei der Erschaffung des Menschen es für ungeeignet geachtet hätte, ihm eine Kenntnis seiner zukünftigen Bestimmung und seines Anteils an seines Schöpfers Plan zu geben, dann hätten sicherlich sowohl die göttliche Gerechtigkeit als auch die göttliche Liebe darauf bestanden, daß das Geschöpf in seiner Fähigkeit so begrenzt worden wäre, daß es nicht beständig mit Zweifel, Furcht und Ungewißheit geplagt und verwirrt werde; und als eine Folge davon wäre die göttliche Macht mit solchen Einschränkungen gebraucht worden. Die Tatsache also, daß der Mensch die Fähigkeit besitzt, eine Offenbarung des göttlichen Planes zu erfassen, im Zusammenhang betrachtet mit dem zugegebenen Charakter seines Schöpfers, ist dies ein sehr großer Grund für die Erwartung, daß Gott solch eine Offenbarung bereit ist zu geben, in solcher einer Weise und zu solch einer Zeit, als seine Weisheit es zuläßt. Auf diese Weise würde uns unsere Vernunft in Hinsicht auf diese Betrachtungen selbst dann, wenn wir nichts von der Bibel wissen würden, zu der Erwartung und zu der Suche nach solch einer Offenbarung führen, wie die Bibel sie zu sein beansprucht. Und ferner, wenn wir die Ordnung und die Harmonie der allgemeinen Schöpfung bemerken, wie die Gestirne und Sternensysteme in großartiger Aufeinanderfolge Zeit und Raum einhalten, dann können wir nicht anders als folgern, daß die geringeren Unregelmäßigkeiten, wie Erdbeben, Wirbelstürme usw., nur Anzeichen dafür sind, daß das Zusammenwirken der verschiedenen Elemente in dieser Welt gegenwärtig nicht vollkommen ist. Das Fragen nach einer Zusicherung dafür, daß schließlich alles auf Erden so vollkommen und harmonisch sein wird wie in den Himmeln, mit einer Erklärung dafür, warum es gegenwärtig nicht so ist, wird verlangt und ist nicht unvernünftig für denkende Menschen, noch für den Schöpfer, dessen Weisheit, Macht und Liebe sich in der Antwort zeigt. Daher sollten wir erwarten, daß die gesuchte Offenbarung solch eine Zusicherung und Erklärung einschließt.

 

Indem wir nun gesehen haben, wie vernünftig es ist, eine Offenbarung über Gottes Willen und Plan unser Geschlecht betreffend zu erwarten, werden wir im nächsten Kapitel den allgemeinen Charakter der Bibel untersuchen, die behauptet, genau solch eine Offenbarung zu sein. Und wenn sie den Charakter Gottes in vollkommener Harmonie mit dem darstellt, was, wie oben betrachtet, die Vernunft vorschreibt, so sollten wir daraus schließen, daß sie sich auf diese Weise selbst als die Offenbarung ausweist, welche wir benötigen und vernünftigerweise erwarten sollten, und wir sollten dann ihr Zeugnis als solches annehmen. Wenn sie von Gott stammt, dann werden ihre Lehren, wenn völlig wertgeschätzt, mit seinem Charakter übereinstimmen, von welchem die Vernunft uns zusichert, daß er vollkommen ist an Weisheit, Gerechtigkeit, Liebe und Macht.

 

"Ihr neugierigen Köpfe! Ihr wandelt draußen, und sinnt nach über die Wunder der Schöpfung, bekennt die Fußstapfen von unserem Gott, und kniet nieder vor ihm und betet an.

 

Die Himmel verkündigen die Herrlichkeit des Herrn; in jedem Stern erscheint deine Weisheit; aber wenn unsere Augen Dein Wort sehen, lesen wir deinen Namen in Klarheit."

STUDIE III—Die Bibel als eine göttliche Offenbarung im Lichte der Vernunft betrachtet.

 

Die Ansprüche der Bibel und die deutlichen Beweise von ihrer Glaubwürdigkeit. -Ihr Alter und ihre Erhaltung. -Ihr moralischer Einfluß. -Die Beweggründe der Verfasser. -Allgemeiner Charakter der Schriften. -Die Bücher von Mose. -Das Gesetz von Mose. -Besonderheiten der von Mose eingesetzten Regierung. -Es war nicht ein System der Priesterlist. -Vorschriften für die bürgerliche Regierung. -Reich und arm vor dem Gesetz auf gleicher Stufe. -Schutzmaßnahmen gegen das Verändern der Rechte des Volkes. -Die Priesterschaft war keine bevorzugte Klasse, in welcher Weise sie unterstützt wurde usw. -Schutz vor der Unterdrückung der Fremden, Witwen, Waisen und Diener. -Die Propheten der Bibel. -Gibt es ein gemeinsames Band der Einigkeit zwischen dem Gesetz, den Propheten und Schreibern des Neuen Testaments? -Wunder sind nicht unvernünftig. -Die vernünftige Schlussfolgerung.

 

Die Bibel ist die Fackel der Zivilisation und der Freiheit. Ihr Einfluß zum Guten in der menschlichen Gesellschaft wurde von den größten Staatsmännern anerkannt, obwohl sie dieselbe hauptsächlich durch die verschiedenen Brillen der sich widersprechenden Glaubensbekenntnisse betrachtet haben, welche, während sie die Bibel hochhalten, ihre Lehren sehr falsch darstellen. Das bedeutsame alte Buch ist ohne Absicht, aber bedauerlicherweise, von seinen Freunden, von welchen viele ihr Leben für dasselbe niederlegen würden, falsch dargestellt worden; und bis jetzt beschädigen sie dasselbe schwerwiegender als seine Feinde, indem sie behaupten, daß es ihre lang verehrten falschen Darstellungen von seiner Wahrheit unterstützen würde, welche sie durch die Überlieferungen ihrer Vätern empfangen haben. Möchten solche erwachen und ihre Behauptungen erneut prüfen und die Feinde dadurch in Verlegenheit bringen, indem sie ihnen ihre Waffen hinweg nehmen!

 

Weil das Licht der Natur uns dazu geführt hat, eine vollständigere Offenbarung von Gott zu erwarten als diejenige, welche uns die Natur darbietet, wird auch der vernünftige, denkende Verstand bereit sein, die Behauptungen von allem zu prüfen, was darauf hindeutet, dass es eine göttliche Offenbarung ist, welche einen vernünftigen äußerlichen Beweis von der Wahrhaftigkeit solcher Ansprüche aufweist. Die Bibel beansprucht, solch eine Offenbarung von Gott zu sein, und kommt zu uns mit ausreichend äußerlichen Beweisen für die wahrscheinliche Richtigkeit ihrer Ansprüche und gibt uns eine vernünftige Hoffnung dafür, dass eine genauere Untersuchung vollständigere und bestimmtere Beweise offenbaren wird, dass es in der Tat das Wort Gottes ist.

 

Die Bibel ist das älteste Buch, das es gibt; es hat die Stürme von 30 Jahrhunderten überlebt. Die Menschen haben sich durch alle möglichen Mittel darum bemüht, es von der Oberfläche der Erde zu verbannen; sie haben es verborgen, verbrannt, haben seinen Besitz zu einem Verbrechen gemacht, welches mit dem Tode bestraft wurde, und die bittersten und erbarmungslosesten Verfolgungen sind geführt worden gegen diejenigen, welche Glauben an dasselbe hatten; aber das Buch lebt noch. Während heutzutage viele seiner Feinde im Tode schlummern und Hunderte von Bänden, geschrieben, um es in einen schlechten Ruf zu bringen und seinen Einfluß zu Fall zu bringen, schon längst vergessen sind, hat die Bibel ihren Weg in jedes Volk und jede Sprache der Erde gefunden, über 200 verschiedene Übersetzungen sind von ihr gemacht worden. Die Tatsache, dass dieses Buch so viele Jahrhunderte überlebt hat, ungeachtet solch unvergleichlicher Anstrengungen, es zu verbannen und zu zerstören, ist mindestens ein starker und einzigartiger Beweis dafür, daß der Allmächtige, von welchem es behauptet, dass es sein Urheber ist, auch sein Retter gewesen ist.

 

Es ist auch wahr, daß die Bibel überall einen guten moralischen Einfluß ausgeübt hat. Diejenigen, welche ihre Seiten sorgfältig durchforschen, werden beständig zu einem reineren Leben erhoben. Andere Schriften über Religion und die verschiedenen Wissenschaften haben  bis zu einem gewissen Grad unter der Menschheit Gutes vollbracht, sie erhoben und gesegnet; aber alle anderen Bücher zusammengenommen waren nicht imstande, der seufzenden Schöpfung die Freude, den Frieden und den Segen zu bringen, den die Bibel sowohl dem Reichen als auch dem Armen, dem Gebildeten wie Ungebildeten gebracht hat. Die Bibel ist kein Buch, welches lediglich gelesen werden muß; es ist ein Buch, das mit Sorgfalt und Nachdenken studiert werden muß; denn Gottes Gedanken sind höher als unsere Gedanken und seine Wege höher als unsere Wege. Und wenn wir den Plan und die Gedanken des unendlichen Gottes begreifen möchten, müssen wir alle unsere Kräfte für dieses wichtige Werk gebrauchen. Die reichsten Schätze der Wahrheit liegen nicht auf der Oberfläche.

 

Das ganze Buch hindurch weist es beständig auf einen hervorragenden Charakter hin, Jesus von Nazareth, welcher, wie es erklärt, der Sohn Gottes war. Vom Anfang bis zum Ende wird sein Name, seine Aufgabe und sein Werk hervorgehoben. Dass ein Mensch, Jesus von Nazareth genannt, lebte und um die Zeit herum, die von den Schreibern der Bibel angegeben wird, bekannt geworden war, ist eine Tatsache der Geschichte außerhalb der Bibel und ist verschiedentlich und vollständig bestätigt. Dass dieser Jesus gekreuzigt wurde, weil er den Juden und ihrer Priesterschaft anstößig geworden war, ist eine weitere von der Geschichte bestätigte Tatsache außer dem Beweis, den uns die Schreiber des Neuen Testaments liefern. Die Schreiber des Neuen Testaments (mit Ausnahme von Paulus und Lukas) waren persönliche Bekannte und Jünger von Jesus von Nazareth, dessen Lehren ihre Schriften darlegen.

 

Das Bestehen irgendeines Buches setzt einen Beweggrund auf Seiten des Schreibers voraus. Wir fragen daher, welche Beweggründe konnten diese Männer haben, für die Sache dieser Person einzutreten?  Er war zum Tode verurteilt und von den Römern als ein Übeltäter gekreuzigt worden, die jüdischen Anführer überlieferten ihn und forderten seinen Tod, als eines Menschen, der das Leben verwirkt hatte. Indem diese Männer für seine Sache eintraten und seine Lehren verkündigten, waren sie mutig in bitterer Verfolgung, Verachtung und Entbehrung, sie riskierten selbst ihr Leben und erduldeten sogar in einigen Fällen den Märtyrertod.

 

Zugebend, dass, während Jesus lebte, er eine bemerkenswerte Person war, sowohl in seinem Lebenswandel als auch in seiner Lehre, was für einen Beweggrund konnte es für irgend jemanden gegeben haben, für seine Sache einzutreten, nachdem er tot war? -Besonders, da sein Tod ein so schmachvoller gewesen war? Und wenn wir annehmen, dass diese Schreiber ihre Erzählungen erfunden hätten und dass Jesus ihr frei erfundener oder idealer Held war, wie völlig fern wäre es anzunehmen, dass diese Menschen mit gesundem Verstand, nachdem sie behaupten haben, dass er der Sohn Gottes war, dass er in einer übernatürlichen Weise gezeugt worden ist, dass er übernatürliche Kräfte gehabt hat, durch welche er Aussätzige geheilt hat, denjenigen das Augenlicht wiederhergestellt hat, welche blind geborenen worden waren, und Taube hörend gemacht hat und sogar Tote auferweckt hat-wie völlig fern ist es anzunehmen, dass die Geschichte eines solchen Charakters mit der Feststellung zu Ende gebracht werden würde, dass ihn eine kleine Menge seiner Feinde als Verbrecher hinrichten liess, während ihn alle seine Freunde und Jünger, und unter ihnen die Schreiber selbst, verlassen haben und in dem Augenblick der Prüfung geflohen sind!

 

Die Tatsache, daß die Weltgeschichte in gewisser Hinsicht mit diesen Schreibern nicht übereinstimmt, sollte uns nicht gleich dazu führen, ihre Berichte als unwahr zu betrachten. Diejenigen, welche auf diese Weise schlussfolgern, sollten auf Seiten dieser Schreiber irgendwelchen Beweggrund zum Aufstellen falscher Erklärungen feststellen und beweisen. Was für Beweggründe könnten sie veranlasst haben? Konnten sie vernünftigerweise damit auf Reichtum, Ruhm oder Macht oder irgend einen irdischen Vorteil hoffen?

 

Solch einem Gedanken widerspricht schon die Armut von Jesus Freunden und die Unbeliebtheit ihres Helden selbst hinsichtlich der großen Religionssyteme in Judäa; währenddessen die Tatsache, dass er als ein Übeltäter und als ein Friedensstörer starb und dass er kein Ansehen erlangt hat, keine Hoffnung auf beneidenswerten Ruhm oder irdischen Vorteilen für diejenigen anbot, welche versuchen sollten, sich für seine Lehre wieder einzusetzen. Ganz im Gegenteil, wenn das die Absicht derer gewesen wäre, die Jesus predigten, hätten sie es nicht sehr schnell aufgegeben, als sie feststellten, daß es Schande, Verfolgung, Gefängnis, Entbehrung und sogar den Tod mit sich brachte? Der Vernunft lehrt uns sehr klar, daß Männer, die ihr Heim, ihren Ruf, ihre Ehre und ihr Leben opferten; die nicht für die gegenwärtige Zufriedenstellung lebten; sondern deren wichtigsten Ziel es war, ihre Mitmenschen emporzuheben, und welche die moralischen und sittlichen Grundsätze der höchsten Art vorlebten; diese Männer hatten nicht nur einen Beweggrund, sondern vielmehr muß ihr Beweggrund ein reiner und ihre Absicht höchst erhaben gewesen sein. Der Vernunft erklärt außerdem, daß das Zeugnis von solchen Männern, die nur auf Grund von reinen und guten Beweggründen veranlaßt worden sind, zehnmal mehr das Gewicht hat und der Beachtung wert ist als das der gewöhnlichen Schreiber. Diese Männer waren in keinster Weise Fanatiker; sie waren Männer von gesundem und vernünftigem Verstand und gaben in jedem Falle einen Grund für ihren Glauben und ihre Hoffnung; und sie waren treu im Ausharren in Übereinstimmung mit ihren vernünftigen Überzeugungen.

 

Und was wir hier bemerkt haben, ist in gleicher Weise auf die verschiedenen Schreiber des Alten Testamentes anwendbar. Sie waren im großen und ganzen Männer, die wegen ihrer Treue zum Herrn bedeutsam gewesen sind; und die biblische Geschichte berichtet und straft unvoreingenommen ebenso ihre Schwachheiten und Zukurzkommen, wie sie auch ihre Tugenden und ihre Treue lobt. Das muß diejenigen erstaunen, welche annehmen, die Bibel sei eine erfundenen Geschichte zu dem Zweck entworfen, um den Menschen Furcht vor einem religiösen System einzuflössen. Es ist eine Aufrichtigkeit und Einfachheit und Klarheit in und an der Bibel, die sie als die Wahrheit ausweist. Betrüger, welche einen Mann als groß darstellen wollen, und besonders wenn einige seiner Schriften als von Gott eingegeben dargestellt werden sollen, würden den Charakter desselben ohne allen Zweifel tadellos und im höchsten Maße edel dargelegt haben. Die Tatsache, daß solch ein Weg in der Bibel nicht verfolgt wurde, ist ein vernünftiger Beweis dafür, daß sie nicht auf betrügerische Weise zurechtgemacht worden ist, um zu verführen.

 

Da wir einen Grund dazu haben, eine Offenbarung von Gottes Willen und Plan zu erwarten, und wir festgestellt haben, daß die Bibel, welche beansprucht, diese Offenbarung zu sein, von Männern geschrieben worden ist, deren Beweggründe wir aus keinem Grund in Zweifel ziehen, sondern die wir ganz im Gegenteil dazu mit Grund empfehlen, laßt uns den Charakter der Schreiben prüfen, welche beanspruchen, eingegeben zu sein, und laßt uns erkennen, ob ihre Lehren mit dem Charakter übereinstimmen, welchen wir vernunftgemäß Gott zugeschrieben haben und ob sie im Innern Beweise von ihrer Wahrhaftigkeit aufweist.

 

Die ersten fünf Bücher des Neuen Testaments und verschiedene des Alten Testamentes sind Erzählungen oder Geschichten von Tatsachen, welche den Schreibern bekannt gewesen sind, und welche durch ihren Charakter verbürgt sind. Es ist für jeden eindeutig, dass es keiner besonderen Offenbarung bedarf, um die Wahrheit zu erzählen, welche Dinge betrifft, mit denen sie bestens und völlig bekannt gewesen sind. Weil aber Gott wünschte, den Menschen eine Offenbarung zu geben, ist die Tatsache, dass diese Geschichten von geschehenen Ereignissen etwas mit der Offenbarung zu tun haben, ein ausreichender Grund zu der vernünftige Schlussfolgerung, dass Gott es so lenken und leiten würde, daß die ehrlichen Schreiber, welche er für dieses Werk erwählte, mit den nötigen Tatsachen in Berührung kamen. Die Glaubwürdigkeit dieser historischen Teile der Bibel beruht daher fast vollständig auf dem Charakter und den Beweggründen ihrer Schreiber. Gute Menschen werden keine Unwahrheiten sagen. Eine reine Quelle wird nicht bitteres Wasser hervorbringen. Und das gesamte Zeugnis dieser Schriften bringt jeden Verdacht, als ob ihre Verfasser Böses sagen oder tun wollten, damit Gutes daraus käme, zum Schweigen.

 

Die Wahrhaftigkeit gewisser Bücher der Bibel, wie zum Beispiel die der Könige, Chronika, Richter usw. wird in keinster Weise entkräftet, wenn wir sagen, dass sie einfach wahrheitsgemäße und sorgfältig aufgezeichnete Geschichten von hervorragenden Ereignissen und Persönlichkeiten ihrer Zeit sind. Wenn daran erinnert wird, dass die hebräischen Schriften sowohl die Geschichte als auch das Gesetz und die Prophezeiungen enthalten, und dass ihre Geschichtsereignisse, Geschlechtsregister usw. in Einzelheiten sehr ausführlich waren wegen der Erwartung, daß der verheißene Messias aus einer besonderen Geschlechtslinie von Abraham kommen wird, so erkennen wir einen Grund für das Berichten von bestimmten historischen Tatsachen, welche im Lichte dieses zwanzigsten Jahrhunderts als anstößig betrachtet werden. Zum Beispiel war ganz offensichtlich ein deutlicher Bericht über den Ursprung der moabitischen und ammonitischen Nationen und ihrer Verwandtschaft mit Abraham und den Israeliten eine Notwendigkeit in dem Verständnis des Geschichtsschreibers, um eine vollständige Geschichte ihrer Herkunft zu geben. (1. Mose 19:36-38) Gleicherweise wird von den Kindern von Juda ein sehr ins Einzelne gehender Bericht gegeben, von welchem der König David stammte, und durch welchen sowohl die Abstammung von Maria, der Mutter von Jesus (Luk. 3:23,31,33,34), als auch die des Joseph, ihres Mannes (Matth. 1:2-16), auf Abraham zurückverfolgt wird. Ohne Zweifel war die Notwendigkeit, den Stammbaum aufs genaueste nachzuweisen, höchst wichtig, weil aus diesem Stamm (1. Mose 49:10) sowohl der herrschende König von Israel als auch der verheissene Messias kommen sollte, und daher wird die Ausführlichkeit der Einzelheiten in anderen Fällen nicht gegeben. -1. Mose 38

 

Es mag ähnliche oder auch unterschiedliche Gründe für die Aufzeichnung anderer historischer Tatsachen in der Bibel geben, deren Nützlichkeit wir nach und nach erkennen mögen, welche man ohne Nachteil hätte weglassen können, wäre es nicht eine Abhandlung über Geschichtsereignisse, sondern nur eine Abhandlung über Moral; doch niemand  kann mit Recht sagen, daß die Bibel irgendwo Unreinheit gutheißt. Außerdem ist es gut zu bedenken, daß dieselben Tatsachen in jeder Sprache mehr oder weniger fein dargestellt werden können; und dass während die Übersetzer der Bibel mit Recht zu gewissenhaft waren, um irgend etwas von dem Bericht auszulassen, sie doch zu einer Zeit lebten, wo die Wahl verfeinerter Ausdrücke weniger genau genommen wurde als wie in der heutigen; und das gleiche mag auch von den früheren biblischen Zeiten und deren Gewohnheit, sich auszudrücken, angenommen werden. Sicherlich kann der Genaueste keinen Einwand in diesem Punkt in irgendeiner Äußerung des Neuen Testaments finden.

 

Die Bücher Mose und die darin verkündeten Gesetze

 

Die ersten fünf Bücher der Bibel sind bekannt als die fünf Bücher Mose, obgleich sie nirgends seinen Namen als ihren Verfasser erwähnen. Dass sie von Moses oder unter seiner Aufsicht geschrieben wurden, ist eine berechtigte Schlussfolgerung; der Bericht von seinem Tod und seinem Begräbnis wurde wahrscheinlich von seinem Schreiber hinzugefügt. Das Fehlen der ausdrücklichen Aussage, dass diese Bücher von Mose geschrieben wurden, ist kein Beweis gegen den Gedanken; hätte sie nämlich ein anderer geschrieben, um zu verführen und einen Betrug zu begehen, so würde er sicherlich behauptet haben, daß sie von dem großen Leiter und Staatsmann von Israel geschrieben wurden, um seine Täuschung gut zu machen. (Siehe 5. Mose 31:9-27) Über eines sind wir gewiß, Mose hat das hebräische Volk aus Ägypten heraus geführt. Er hat sie als eine Nation unter den in diesen Büchern dargelegten Gesetzen zusammengeschlossen; und über dreitausend Jahre lang hat das hebräische Volk diese Bücher einstimmig als eine durch Mose an sie verliehene Gabe angesehen und sie als so heilig gehalten, daß kein Jota noch Strichlein geändert werden durfte; auf diese Weise ist die Reinheit des Textes garantiert.

 

Diese Schriften von Mose enthalten die einzig glaubwürdige noch vorhandene Geschichte von dem Zeitabschnitt, welchen sie durchläuft. Die chinesische Geschichte gibt vor, mit der Schöpfung zu beginnen, indem sie erzählt, wie Gott in einem Kahn hinaus auf das Wasser fährt und in seiner Hand einen Klumpen Erde hält, den er ins Wasser wirft. Dieser Klumpen Erde, wird behauptet, wurde die Welt usw. Aber die ganze Geschichte ist ohne jegliche Vernunft, so dass sogar der Kinderverstand dadurch nicht irregeführt wird. Ganz im Gegensatz dazu beginnt der im ersten Buche Mose gegebene Bericht mit der vernünftigen Voraussetzung, dass ein Gott, ein Schöpfer, eine intelligente erste Ursache bereits bestanden hat. Er handelt nicht davon, daß Gott einen Anfang gehabt hat, sondern von seinem Werk und dessen Anfang und dessen planvollen und harmonischen Fortgang-"Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde." Dann über den Ursprung der Erde ohne weitere Einzelheiten oder Beschreibungen hinweggehend, schreitet die Erzählung von den sechs Tagen (Zeitabschnitten) für die Vorbereitung für den Menschen fort. Dieser Bericht ist durch das zusammengefasste Licht einer viertausendjährigen Wissenschaft im wesentlichen bestätigt worden; daher ist es bei weitem vernünftiger, die Behauptung anzunehmen, daß sein Verfasser, Mose, göttlich inspiriert war, als anzunehmen, daß das Verständnis eines Mannes größer gewesen sei als das Verständnis und die Forschung der Übrigen des Geschlechts in den dreitausend Jahren seither, unterstützt durch moderne Hilfsmittel und Millionen an Geld.

 

Beachte zunächst die Gliederung der Gesetze, die in diesen Schriften niedergelegt sind. Sie haben jedenfalls nicht ihresgleichen, weder damals noch auch seitdem bis in dieses Jahrhundert hinein; und die Gesetze dieses Jahrhunderts sind auf die Grundlagen gegründet, die im mosaischen Gesetz niedergelegt sind, und sind in der Hauptsache von Männern verfasst worden, welche den göttlichen Ursprung des mosaischen Gesetzes anerkannt haben.

 

Die zehn Gebote sind eine kurze Zusammenfassung des ganzen Gesetzes. Sie mahnen eindringlich zu bestimmten Regeln für die Anbetung und für die Moral, welche jedem Bibelforscher als bemerkenswert auffallen müssen; und wenn sie vorher nicht gekannt worden wären, und jetzt unter den Ruinen und Überbleibseln von Griechenland, Rom oder Babylon gefunden werden würden (Nationen, die emporstiegen und wieder herabgesunken sind, lange nachdem diese Gesetze gegeben worden waren), man würde sie als ein Wunder, wenn nicht als übernatürlich, betrachten. Aber die Vertrautheit mit ihnen und ihren Forderungen hat ein großes Maß von Gleichgültigkeit erzeugt, so daß ihre wahre Größe, außer von wenigen, nicht bemerkt wird. Es ist wahr, diese Gebote lehren nicht von Christus; aber sie wurden nicht den Christen, sondern den Hebräern gegeben; nicht um den Glauben an ein Lösegeld zu lehren, sondern um die Menschen von ihrem sündigen Zustand und von der Notwendigkeit eines Lösegeldes zu überzeugen. Und der Hauptinhalt dieser Gebote wurde von dem erhabenen Gründer der Christenheit herrlich in die Worte zusammengefasst: ,, Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen und aus deiner ganzen Seele und aus deinem ganzen Verstand und aus deiner ganzen Kraft"; und ,, du sollst deinen Nächsten lieben, wie dich selbst." -  Mr 12:30, 31

 

Die Regierung, die von Moses eingesetzt worden war, unterschied sich von allen anderen, alten und modernen, dadurch, dass sie beanspruchte, die des Schöpfers selbst zu sein und dass das Volk ihm gegenüber verantwortlich war.

 

Ihre Gesetze und Einrichtungen, sowohl bürgerliche als auch religiöse, erhoben den Anspruch, von Gottes zu stammen, und waren, wie wir jetzt sehen werden, in vollkommener Harmonie mit dem, was die Vernunft uns über Gottes Charakter lehrt. Die Stiftshütte inmitten des Lagers enthielt in ihrem ,, Allerheiligsten" eine Kundgebung von der Gegenwart Jehovas als ihr König, woher sie auf übernatürliche Weise die Belehrung zur richtigen Hinausführung ihrer Angelegenheiten als eine Nation empfingen. Eine Priesterschaft wurde gegründet, welche die vollständige Verantwortung für die Stiftshütte hatte, und durch sie allein war der Zutritt zu Jehova und die Gemeinschaft mit Jehova zugelassen. Der erste Gedanke von einigen in diesem Zusammenhang würde vielleicht der sein: "Ah, da haben wir den Zweck von ihrer Einrichtung; bei ihnen, wie bei den anderen Nationen, herrschten die Priester über das Volk, um deren Leichtgläubigkeit auszunutzen und um Furcht zu erwecken für ihre eigene Ehre und ihren eigenen Vorteil." Doch halt, Freund; laß uns nicht zu eilig irgend etwas voraussetzen. Wo es eine solch gute Gelegenheit gibt, um diesen Gegenstand an Tatsachen zu prüfen, würde es nicht vernünftig sein, ohne die Tatsachen Schlussfolgerungen zu machen. Die unwiderlegbaren Beweise sind solchen Mutmaßungen entgegengesetzt. Die Rechte und Vorrechte der Priester waren begrenzt; ihnen war überhaupt keine bürgerliche Macht gegeben worden, und es fehlte ihnen gänzlich die Möglichkeit, ihr Amt zu benutzen, um die Rechte oder das Gewissen des Volkes auszunutzen; und diese Anordnung war von Mose gemacht worden, ein Glied des priesterlichen Geschlechtes.

 

Nachdem er als Gottes Stellvertreter Israel aus der Knechtschaft Ägyptens heraus geführt hatte, hatte die Macht der Umstände die Regierung in seiner Hand zusammengefasst und machte aus dem ,, demütigen" Mose einen an Macht und Autorität unumschränkten Herrscher, obwohl er wegen seiner Demut in Wirklichkeit der Diener seines Volkes war, welcher am meisten in Anspruch genommen wurde und dessen ganze Lebenskraft von den beschwerlichen Mühsalen seiner Stellung aufgezehrt wurde. Zu diesem Zeitpunkt wurde die bürgerliche Herrschaft gegründet, welche fast einer Demokratie gleichkam. Laßt uns nicht missverstanden sein; als Ungläubige betrachtet, würde es erscheinen, als ob Israels Regierung eine Demokratie war, aber in dem Lichte ihrer eigenen Aussage war sie eine Theokratie, das bedeutet eine göttliche Herrschaft; denn die von Gott durch Mose gegebenen Gesetze ließen keine Änderungen zu; sie durften weder etwas zu ihrem Gesetzesbuch dazutun noch etwas davon weglassen. So betrachtet war Israels Regierung verschieden von jeder anderen bürgerlichen Regierung, sowohl vorher als auch seither. "Der Herr sprach zu Mose: "Sammle mir siebzig Männer aus den Ältesten in Israel, von denen du weißt, daß sie Älteste des Volk und seine Vorsteher sind, und nimm sie zu der Stiftshütte und laß sie sich dort neben dir aufstellen. Und ich werde hernieder kommen und dort mit dir reden und von dem Geiste, der auf dir ist, nehmen und auf sie legen, dass sie mit dir die Last des Volkes tragen, und du sie nicht allein trägst." (4. Mose 11:16, 17. Siehe auch die Verse 24-30 als ein Beispiel von aufrichtiger und ehrlicher Regierung und Demut). Bei der Erzählung dieser Angelegenheit sagte Mose: ,, Da nahm ich die Häupter eurer Stämme, weise und bekannte (einflußreiche) Männer, und setzte sie als Häupter über euch, als Oberste über tausend und Oberste über hundert und Oberste über fünfzig und Oberste über zehn, und als Vorsteher über eure Stämme." 5. Mose 1:15; 2. Mose 18:13-26.

 

Auf diese Weise wird deutlich, daß dieser ausgezeichnete Gesetzgeber, weit davon entfernt zu versuchen, seine eigene Macht aufrechtzuerhalten oder vergrößern, indem er die Regierung des Volkes unter die Kontrolle seiner direkten Verwandten aus dem priesterlichen Stamm gelegt und deren religiöse Autorität dazu genutzt hätte, um die Rechte und Freiheiten des Volkes in Fesseln zu legen, er ganz im Gegenteil eine Regierungsform für das Volke einsetzte, die darauf abzielte, den Geist der Freiheit zu pflegen.

 

%Die Geschichtsereignisse von anderen Nationen und Herrschern zeigen keine Parallele hierzu. In jedem Falle haben die Herrscher die Ausdehnung und Zunahme ihrer eigenen Macht erstrebt. Sogar in Beispielen, wo sie die Errichtung von Republiken unterstützt haben, erscheint es aus den darauffolgenden Ereignissen, dass sie es aus taktischen Gründen taten, um die Gunst des Volkes zu erhalten und ihre eigene Macht aufrechtzuerhalten.

 

Unter gleichen Umständen, wie die, in denen Mose sich befand, würde jeder ehrgeizige Mensch, der das Volk geschickt regiert und der versucht, die Täuschung aufrechtzuerhalten, darin tätig gewesen sein, noch größere Macht in ihm selbst und in seiner Familie zusammenzufassen; besonders da dies als eine leichte Aufgabe erschienen wäre auf Grund der religiösen Autorität, die bereits in diesem Stamm vorhanden war und auf Grund des Glaubens dieses Volkes, von Gott aus der Stiftshütte heraus regiert zu werden. Ebensowenig ist es vorstellbar, daß ein Mann, der fähig ist, solche Gesetze zu bilden und solch ein Volk zu regieren, so schwach im Verstehen gewesen sein würde, dass er nicht erkannt hätte, wohin sein Verfahren führen würde. So vollständig war die Herrschaft des Volkes in seine eigene Hände gelegt worden, daß, obwohl es festgelegt worden war, dass die schweren Fälle, die jene Vorsteher nicht entscheiden konnten, vor Mose gebracht werden sollten, sie trotzdem für sich selbst entscheiden konnten, was für Fälle vor Mose kommen sollten: "Die Sache aber, die zu schwierig für euch ist, sollt ihr vor mich bringen, dass ich sie höre." -5. Mose 1:17

 

Auf diese Weise haben wir gesehen, dass Israel eine Republik war, deren Vorsteher unter einem göttlichem Auftrag handelten. Und zur Beschämung derjenigen, welche unwissentlich behaupten, daß die Bibel die Herrschaft eines eingesetzten Kaiserreiches über das Volk bekräftigen würde anstatt ,, einer Regierung des Volkes durch das Volk", sei es bemerkt, daß diese republikanische Form der bürgerlichen Regierung über 400 Jahre lang andauerte. Und dann wurde sie auf das Bitten "der Ältesten" hin in die eines Königreiches geändert, ohne des Herrn Zustimmung, der zu Samuel sagte, welcher damals als eine Art Präsident handelte, aber dies ganz formlos: ,, Höre die Stimme des Volkes in allem, was sie dir sagen; denn nicht dich haben sie verworfen, sondern mich haben sie verworfen, dass ich nicht König über sie sein soll." Auf Gottes Anweisung hin erklärte Samuel dem Volke, wie ihre Rechte und Freiheiten mißachtet und wie sie selbst durch solch einen Wechsel zu Knechten werden würden; aber sie hatten sich der weitverbreiteten Meinung, die überall um sie herum bei den anderen Völkern dargestellt war, zugeneigt. (1. Sam. 8:6-22) Wem wird bei der Betrachtung dieses Berichtes über ihren Wunsch nach einem König nicht der Gedanke deutlich, daß sich Mose ohne Schwierigkeit selbst zum Haupte eines großen Reiches hätte einsetzen können?

 

Während Israel als Ganzes eine Nation bildete, so wurde doch nach Jakobs Tode die Einteilung in Stämme stets anerkannt. Jede Familie, jeder Stamm, wählte oder erkannte durch gemeinsame Zustimmung bestimmte Glieder als ihre Vertreter oder Häupter an. Diese Gewohnheit wurde sogar während der lang andauernden Sklaverei in Ägypten fortgesetzt. Diese wurden Häupter oder Älteste genannt, und sie waren es, denen Mose die Ehre und Macht der bürgerlichen Regierung übertrug; hätte er in Anbetracht dieser Tatsache gewünscht, die Macht  in sich selbst und seiner eigenen Familie zusammenzufassen, so wären diese Männer die letzten gewesen, welche er mit Macht und Amt geehrt hätte.

 

Die Anweisungen, die denjenigen gegeben wurden, welche für die bürgerliche Herrschaft als von Gott ernannt worden waren, sind ein Beispiel von Einfachheit und Reinheit. Mose erklärt dem Volk in Gegenwart dieser Richter: ,, Ich gebot euren Richtern zu derselben Zeit und sprach: Höret die Streitsachen zwischen euren Brüdern und richtet in Gerechtigkeit zwischen einem Manne und seinem Bruder und dem Fremdling bei ihm. Ihr sollt nicht die Person ansehen im Gericht; den Kleinen wie den Großen sollt ihr hören; ihr sollt euch vor niemand fürchten, denn das Gericht ist Gottes. Die Sache aber, die zu schwierig für euch ist, sollt ihr vor mich bringen, dass ich sie höre." (5. Mose 1:16,17) Solch schwierige Fälle wurden nach dem  Tod von Mose durch den Hohenpriester direkt zum Herrn gebracht; die Antwort bestand im Ja oder Nein durch das "Urim" und "Thummin".

 

Was sollen wir angesichts dieser Tatsachen über die Anschauung sagen, die glauben machen will, dass diese Bücher von betrügerischen Priestern geschrieben worden seien, um sich selbst den Einfluß und die Macht über das Volk zu sichern? Würden solche Menschen für solche Absichten Berichte verfassen, welche für jene Ziele zerstörerisch sind, wo sie die Ziele doch eigentlich fördern sollten- Berichte, die aufs überzeugendste beweisen, daß der große Führer von Israel, und dazu einer von ihrem eigenen Stamm, auf Veranlassung von Gott hin die Priesterschaft von der bürgerlichen Macht ausschloss, indem er jene Macht in die Hände des Volkes legte? Würde irgend jemand solch eine Schlussfolgerung als vernünftig betrachten?

 

Es ist ferner auch der Beachtung wert, daß die Gesetze der am meisten fortgeschrittenen Zivilisation in diesem zwanzigsten Jahrhundert keine größere und sorgfältigere Vorkehrungen hat, damit Reich und Arm an Verantwortlichkeit vor dem bürgerlichen Gesetz auf gleicher Stufe stehen. Es wurde durch die mosaischen Gesetze überhaupt kein Unterschied gemacht. Das Gesetz schützte das Volk auch vor der Gefahr, daß einige sehr arm und andere unermeßlich wohlhabend und mächtig wurden. Kein anderes nationales Gesetz ist jemals erlassen worden, das diesen Punkt so sorgfältig überwachte. Das Gesetz Mose sah für jedes fünfzigste Jahr eine Wiederherstellung vor-ihr Jubeljahr. Indem dieses Gesetz den vollständigen Verlust des Eigentums verhinderte, beugte es der Anhäufung desselben in den Händen einiger Weniger vor. (3. Mose 25:9,13-23, 27-30) Sie wurden in der Tat gelehrt, sich als Brüder zu betrachten und demgemäß zu handeln;  einander ohne Vergütung zu helfen und keinen Wucher von einander zu nehmen. -Siehe 2. Mose 22:25; 3. Mose 25:36, 37; 4. Mose 26:52-56.

 

Alle Gesetze wurden veröffentlicht. Auf diese Weise wurden die Menschen davon abgehalten, zu denken, dass sie die Rechte des Volkes erfolgreich verändern könnten. Die Gesetze wurden in solch einer Weise öffentlich dargestellt, daß jeder, der wollte, sie abschreiben konnte; und damit die Ärmsten und Unwissendsten nicht in Unkenntnis über dieselben sein sollten, wurde es den Priestern zur Pflicht gemacht, sie dem Volk an ihren alle sieben Jahre stattfindenden Festen vorzulesen. (5. Mose 31:10-13) Ist es vernünftig, anzunehmen, daß solche Gesetze und Anordnungen von schlechten Menschen entworfen wurden oder von raffinierten Menschen, die dem Volk seine Freiheiten und seine Zufriedenheit hinweg nehmen wollten?  Solch eine Annahme wäre unvernünftig.

 

In der Rücksichtnahme auf die Rechte und Interessen der Fremden und der Feinde war das mosaische Gesetz zweiunddreißig Jahrhunderte seiner Zeit voraus-wenn die besten und am meisten fortgeschrittenen Gesetze von heute ihm überhaupt an Gerechtigkeit und Wohlwollen gleichkommen. Wir lesen: "Ein und dasselbe Gesetz soll sowohl für den Einheimischen als auch für den Fremdling gelten; denn ich bin Jehova, euer Gott." -2. Mose 12:49; 3. Mose 24:22.

 

"Und wenn ein Fremdling bei dir in eurem Lande wohnt, so sollt ihr ihn nicht bedrücken; sondern wie ein Einheimischer aus eurer eigenen Mitte soll euch der Fremdling sein, der unter euch lebt, und du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr selbst seid Fremdlinge im Land Ägypten gewesen." -3. Mose 19:33, 34.

 

"Wenn du den Ochsen deines Feindes oder seinen Esel umherirrend antriffst, so sollst du ihm dasselbe auf jeden Fall zurückbringen. Wenn du den Esel desjenigen, der dich haßt, unter seiner Last zusammengebrochen liegen siehst, würdest du deine Beschäftigung beenden und ihm helfen? Du sollst auf jeden Fall hingehen und ihm helfen." -2.  Mose 23:4, 5 (nach Kautzsch-Übersetzung und Schlachter-Übersetzung)

 

Selbst die stummen Tiere waren nicht vergessen. Sowohl Grausamkeit gegen sie als auch gegen menschliche Wesen war streng verboten. Einem Ochsen durfte kein Maulkorb angelegt werden, während er das Getreide drosch aus dem guten Grund, daß ein Arbeiter seines Lohnes wert ist. Sogar der Ochse und der Esel durften nicht zusammen pflügen, weil sie so ungleich an Kraft und Schritt sind; es würde grausam sein. Ihre Ruhezeit war auch vorgesehen. -5. Mose 25:4; 22:10; 2. Mose 23:12.

 

Es mag von einigen behauptet werden, dass die Priesterschaft eine selbstsüchtige Einrichtung gewesen sei, weil der Stamm der Leviten durch den jährlichen Zehnten oder den zehnten Teil des persönlichen Verdienstes ihrer Brüder aus den anderen Stämmen unterhalten wurde. Diese Tatsache, auf diese Weise dargelegt, ist eine ungerechte Darstellung, welche bei den Zweiflern auch weitverbreitet ist, und welche dadurch, möglicherweise unwissentlich, eine der am meisten bemerkenswerten Beweise für Gottes Urheberschaft in der Beschaffenheit dieses Systems falsch darstellt; denn es war nicht das Werk einer selbstsüchtigen und Pläne schmiedenden Priesterschaft. In der Tat wird es nicht selten durch eine moderne Priesterschaft falsch dargestellt, welche betont, dass sie ein ähnliches System jetzt habe und jenes als ein vorangegangenes Beispiel benutzt ohne die Bedingung zu erwähnen, auf welcher es errichtet wurde,  noch die Art der Bezahlung zu erwähnen.

 

Es war in der Tat auf die genaueste Gleichheit aufgebaut. Als Israel in den Besitz des Landes Kanaan kam, hatten die Leviten sicherlich dasselbe Recht auf einen Anteil des Landes wie die anderen Stämme; doch auf Grund von Gottes ausdrücklichen Befehl hin erhielten sie keinen, außer bestimmte Städte oder Dörfer als Wohnsitz, welche unter den verschiedenen Stämmen, denen sie in religiösen Dingen dienen sollten, verstreut waren. Neunmal wurde dieses Verbot vor der Aufteilung des Landes gegeben. Anstatt des Landes sollte ihnen ein entsprechender Gegenwert gegeben werden, und der zehnte Teil war deshalb diese vernünftige und gerechte Versorgung. Doch das ist nicht alles. Obgleich der zehnte Teil, wie wir gesehen haben, eine gerechte Schuld war, so wurde er doch nicht wie eine Steuer erzwungen, sondern er wurde als freiwilliger Beitrag bezahlt. Und keine Drohung verpflichtete sie, diese Beiträge zu leisten; alles hing von ihrer Gewissenhaftigkeit ab. Die einzigen Ermahnungen an das Volk über diese Sachen waren folgende:

 

"Hüte dich davor, die Leviten unbeachtet zu lassen, solange du in deinem Lande lebst." (5. Mose 12:19 nach Menge-Übersetzung) "Und vergiß nicht die Leviten, die in deinen Wohnorten leben; denn sie haben keinen eigenen Besitz und kein Erbteil gleich dir." (5. Mose 14:27)

 

Ist es vernünftig, fragen wir, anzunehmen, daß diese Anordnung der Dinge von selbstsüchtigen und ehrgeizigen Priestern aufgestellt worden sind? -Eine Anordnung, sich selbst zu enterben und sich von der Unterstützung ihrer Brüder abhängig zu machen? Lehrt uns der Verstand nicht das Gegenteil?

 

In Harmonie damit, und es gibt gleichsam keine anderen erklärlichen Gründe, außer diesem, welcher den Anspruch erhebt-daß Gott der Urheber dieser Gesetze ist-steht die Tatsache, daß keine besondere Vorkehrung für das Verehren der Priesterschaft getroffen worden ist. In nichts würden Betrüger sorgfältiger gewesen sein als darin, sich Ehrfurcht und Respekt vor sich selbst zu verschaffen und für strengste Strafen und Verfluchungen gegen diejenigen zu sorgen, welche sie mißachten. Aber nichts dergleichen zeigte sich; es wurde keine besondere Ehre oder Verehrung und kein Schutz einer bestimmten Gruppe vor Strafverfolgung im Falle von Gewalttaten oder Beleidigung vorgesehen.

 

Das allgemeine Gesetz, das keinen Unterschied zwischen den Klassen machte und kein Ansehen der Person kannte, war ihr einziger Schutz. Dies ist das am meisten bemerkenswerte, weil die Behandlung der Diener, der Fremden und der Alten der Gegenstand besonderer Gesetzgebung war. Zum Beispiel: Du sollst weder einen Fremden, noch eine Witwe, noch ein vaterloses Kind  bedrängen oder unterdrücken; denn wenn sie zu  mir (Gott) rufen, so werde ich mit Sicherheit ihr Schreien hören; und mein Zorn wird entbrennen, und ich werde euch durch das Schwert töten, und eure Weiber sollen Witwen und eure Kinder vaterlos werden." (2. Mose 22:21-24; 23:9; 3. Mose 19:33,34). "Du sollst nicht einen armen und bedürftigen Tagelöhner bedrücken; mag er denn zu deinen Brüdern oder zu den Fremden gehören, welche in deinem Lande und in deinen Toren sind. An seinem Tage sollst du ihm seinen Lohn geben, auch soll die Sonne nicht vorher untergehen; denn er ist arm, und sein Herz sehnt sich danach; auf dass er nicht den Herrn gegen dich anrufe und Sünde an dir sei." (3. Mose 19:13; 5. Mose 24:14,15; 2. Mose 21:26, 27) "Vor einem grauen Haupt sollst du aufstehen und das Anlitz des alten Mannes ehren." (3. Mose 19:32. Siehe auch 3. Mose 19:14) Dies galt für alle, denn es gab keine Besonderheiten für die Priester oder die Leviten oder ihrem zehnten Teil.

 

Die gesundheitlichen Anordnungen des Gesetzes, sehr notwendig für ein armes, lang unterdrücktes Volk, sind zusammen mit den Anordnungen und Einschränkungen hinsichtlich reiner und unreiner Tiere, welche gegessen werden durften und welche nicht, bemerkenswert und würden mit anderen Merkmalen von Interesse sein, wenn der Raum ihre nähere Betrachtung zuliesse, weil sie zeigen, daß sich jenes Gesetz auf gleicher Höhe befindet mit den jüngsten Schlussfolgerungen der medizinischen Wissenschaft über diesen Gegenstand, wenn es ihnen nicht sogar voraus ist. Das Gesetz Mose hat auch einen vorbildlichen Charakter, welchen wir für eine zukünftige Betrachtung zurücklassen müssen; aber auch unser schneller Überblick hat  den überwältigenden Beweis geliefert, daß dieses Gesetz, welches den Rahmen des ganzen Systems der geoffenbarten Religion bildet, welcher von dem Rest der Bibel näher ausgeführt wird, wahrhaftig eine wunderbare Darstellung der Weisheit und der Gerechtigkeit ist, besonders, wenn sein Datum in Betracht gezogen wird.

 

Im Lichte der Vernunft müssen alle zugeben, dass es keinen Beweis davon in sich trägt, dass es das Werk übler und betrügerischer Menschen ist, sondern es entspricht genau dem, was die Natur über den Charakter Gottes lehrt. Es liefert den Beweis für seine Weisheit, Gerechtigkeit und Liebe. Und darüber hinaus lehnt es der ganz offensichtlich rechtschaffene und edle Gesetzgeber, Mose, ab, daß die Gesetze seine eigenen seien, und er schreibt sie Gott zu. (2. Mose 24:12; 5. Mose 9:9-11; 2. Mose 26:30; 3. Mose 1:1) Angesichts seines Charakters im allgemeinen und dass er selbst seinem Volke gebot, kein falsches Zeugnis abzulegen und Heuchelei und Lügen zu vermeiden, ist es da vernünftig anzunehmen, dass solch ein Mann selbst falsches Zeugnis ablegt und seine eigenen Ansichten und Gesetze als solche von Gott stammend darlegt?  Es sollte auch daran erinnert werden, dass wir die gegenwärtigen Abschriften der Bibel näher betrachten und dass also die originalgetreue Wiedergabe in gleichem Maße durch die Nachfolger von Mose weiter gegeben wurde, aus welchem Grund sie auch so hoch geehrt wird; denn obwohl üble Menschen unter diesen Nachfolgern gewesen sind, die ihren eigenen Vorteil und nicht das Gute für das Volk erstrebten, ist es offensichtlich, dass sie die geheiligten Schriften nicht verfälschten, welche bis auf diesen Tag rein sind.

 

Die Propheten der Bibel

 

Blicke jetzt auf den allgemeinen Charakter der Propheten der Bibel und deren Zeugnisse. Eine ziemlich bemerkenswerte Tatsache ist, dass die Propheten mit wenigen Ausnahmen nicht aus der priesterlichen Klasse waren; und dass in ihren Tagen ihre Prophezeiungen sowohl der verkehrten und zeitdienerischen Priesterschaft als auch dem zum Götzendienst neigenden Volke im allgemeinen anstößig waren. Die Last ihrer Botschaften von Gott an das Vo1k bestand im allgemeinen im Tadeln für die Sünden, verbunden mit Warnungen von kommender Bestrafungen, verknüpft damit finden wir gelegentlich Verheißungen von zukünftiger Segnungen, nachdem sie von der Sünde gereinigt und wieder in die Gunst des Herrn zurückgekehrt sind. Die Erfahrungen der Propheten waren zum größten Teil weit davon entfernt, beneidenswert zu sein; sie wurden im allgemeinen geschmäht, viele von ihnen wurden gefangengenommen und haben einen gewaltsamen Tode erlitten. (Siehe 1. Kön. 18:4, 10, 17, 18; 19:10;  Jer 38:6,  Heb 11:32-38) In einigen Fällen wurde ihr wahrer Charakter als Gottes Propheten erst Jahre nach ihrem Tode erkannt. Wir sprechen aber in dieser Weise von den prophetischen Schreibern, deren Äußerungen den Anspruch erheben, direkte Eingebungen von Jehova zu sein. Es ist gut, dass wir uns in diesem Zusammenhang daran erinnern, dass es beim Überreichen des Gesetzes an Israel kein priesterliches Eingreifen gab; es wurde dem Volke von Gott durch die Hand Mose gegeben. (2. Mose 19:17-25; 5. Mose 5:1-5) Und außerdem war es die Pflicht, dass, wenn jemand eine Übertretung des Gesetzes erkannte, er den Sünder warnte. (3. Mose 19:17) Auf diese Weise hatten alle das Recht, zu lehren und zu warnen; aber weil die Mehrheit, wie in unserem heutigen Tag, mit der Sorge um das Geschäftliche in Anspruch genommen war und gleichgültig und ungläubig wurde, erfüllten verhältnismäßig wenige dies Erfordernis, die Sünde zu strafen und zur Ehrfurcht vor Gott zu ermahnen; und diese Prediger werden sowohl im Alten wie im Neuen Testament als ,, Propheten" bezeichnet. Der Ausdruck Prophet, wie er im allgemeinen gebraucht wird, bezeichnet einen öffentlichen Ausleger; und so wurden zum Beispiel auch die öffentlichen Lehrer des Götzendienstes "die Propheten des Baal"  genannt usw. -Siehe 1. Kor. 14:1-6; 2. Petrus 2:1; Matth. 7:15; 14:5;  Ne 6:7; 1. Kön. 18:40;  Ti 1:12.

 

Prophezeien im gewöhnlichen Sinne von Lehren wurde später weitverbreitet durch eine bestimmte Klasse und führte zum Pharisäertum-diese lehrten anstatt der Gebote Gottes die Überlieferungen der Ältesten, dadurch widersetzten sie sich der Wahrheit und wurden falsche Propheten oder falsche Lehrer. -Matth. 15:2-9.

 

Außerhalb von der großen Klasse, Propheten genannt, wählte Gott zu verschiedenen Zeiten einige heraus, welche er in besonderer Weise beauftragte, damit sie seine Botschaften überbrachten, welche sich manchmal auf nahe bevorstehende Dinge, und ein anderes Mal auf noch zukünftige Ereignisse bezogen. Den Schriften dieser Klasse, die da sprachen und schrieben, wie sie vom Heiligen Geiste bewegt wurden, gilt jetzt unsere Aufmerksamkeit. Sie mögen  mit Recht bezeichnet werden als

 

Göttlich beauftragte Propheten oder Seher.

 

Wenn daran erinnert wird, dass diese Propheten hauptsächlich Laien waren, die keine Unterstützung durch den Zehnten des priesterlichen Stammes bezogen; und wenn zu diesem die Tatsache hinzu genommen wird, dass sie häufig nicht nur diejenigen waren, welche die Könige und Richter tadelten, sondern auch die Priester (obwohl sie nicht das Amt, sondern die persönlichen Sünden derer tadelten, die es inne hatten), so wird es klar, daß wir vernünftigerweise nicht meinen können, dass diese Propheten an irgend einem Bündnis mit den Priestern oder anderen beteiligt waren, um im Namen Gottes Unwahrheiten zu erfinden. Im Lichte der Tatsachen widerspricht die Vernunft solch einem Verdacht.

 

Wenn wir daher keinen Grund finden, die Beweggründe der verschiedenen Schreiber der Bibel in Frage zu stellen, sondern finden, dass der Geist von den verschiedenen Teilen der Bibel Rechtschaffenheit und Wahrheit ist, so laßt uns nun zu der Frage fortfahren, ob es eine Verbindung oder ein Band der Einigkeit gibt zwischen den Berichten des Mose, denen der Propheten  und  denen  der  Schreiber des Neuen Testaments. Wenn wir eine gemeinsame Denkrichtung durch das Gesetz, die Propheten und die Schriften des Neuen Testaments hindurch verwebt finden werden, welche ein Zeitperiode von 1.500 Jahren beträgt, so wird das in Verbindung mit dem Charakter der Schreiber ein guter Grund dafür sein, ihren Anspruch-dass sie göttlich eingegeben sind -zuzulassen, besonders wenn das allen gemeinsame Thema ein bedeutsames und erhabenes ist und sich gut mit dem vereinbaren läßt, was der geheiligte weitverbreitete Verstand in Bezug auf den Charakter und die Eigenschaften Gottes lehrt.

 

Gerade das finden wir. Ein Plan, ein Geist, ein Ziel und eine Absicht durchzieht das ganze Buch. Seine ersten Seiten berichten über die Erschaffung und den Fall des Menschen; seine letzten Seiten erzählen von des Menschen Wiederherstellung von diesem Fall; und die dazwischen liegenden Seiten zeigen die aufeinanderfolgenden Schritte des Planes Gottes zur Hin- ausführung dieser Absicht. Die Harmonie und auch der Gegensatz der ersten drei und der letzten drei Kapitel der Bibel ist beeindruckend. Die einen beschreiben die erste Schöpfung und die anderen die wiederhergestellte Schöpfung, wenn die Sünde und ihr Fluch hinweg getan ist: die einen zeigen, wie Satan und das Böse in die Welt gekommen ist, um zu verführen und zu verderben; die letzteren zeigen sein Werk zunichte gemacht, das Verlorene wiederhergestellt, das Böse zerstört und Satan vernichtet;  die einen zeigen die Herrschaft, die durch Adam verloren ging, die anderen zeigen dieselbe wiederhergestellt und für immer fest gegründet durch den Christus, und dass Gottes Willen auf der Erde hinaus geführt wird wie im Himmel; die einen zeigen, dass die Sünde die Ursache war, die das Verderben, die Schmach und den Tod hervorbrachte, die anderen zeigen, dass Herrlichkeit, Ehre und Leben der Lohn der Gerechtigkeit ist.

 

Obwohl von vielen Federn zu verschiedenen Zeiten und unter verschiedenen Umständen geschrieben, ist die Bibel nicht nur eine Sammlung von moralischen, weisen und leitenden Grundsätzen und trostreichen Worten. Sie ist mehr. Sie ist eine vernünftige, erkenntnisreiche  und harmonische Darstellung von der Ursache des gegenwärtigen Bösen in der Welt, seines  einzigen Heilmittels und von den endgültigen Ergebnissen, wie sie von der göttlichen Weisheit erkannt werden, welche das Ende des Planes schon vor seinem Anfang wußte, und sie zeichnet den Fußpfad von Gottes Volkes auf und stärkte und kräftigte sie mit den überaus großen und kostbaren Verheißungen, die zur rechten Zeit verwirklicht werden.

 

Die Lehre des ersten Buches Mose, dass die Menschheit in einem Zustand der ursprünglichen  Vollkommenheit in einem Repräsentanten (in einem Vertreter) geprüft wurde, dass er verfehlte, und dass die gegenwärtige Unvollkommenheit, Krankheit und der Tod die Folgen davon sind, dass aber Gott ihn nicht verlassen hat und ihn schließlich durch einen Erlöser, geboren von einer Frau (1. Mose 3:15), wiederherstellen wird, wird durchgehend fortgesetzt und bis zum Schluß ausführlich erklärt. Die Notwendigkeit des Todes von einem Erlöser, als ein Opfer für die Sünden, und von seiner Gerechtigkeit als eine Bedeckung für unsere Sünden wird in der Kleidung von Fell für Adam und Eva gezeigt; in der Annahme von Abels Opfer;  in Isaak auf dem Altar; in dem Tod der verschiedenen Opfer, durch welche die Patriarchen Zutritt zu Gott hatten, und in den unter dem Gesetz eingeführten und durch das jüdische Zeitalter hindurch fortgesetzten Opfern. Die Propheten, zwar mit einer Erkenntnis gesegnet, aber  nur ein geringes Verständnis über die Bedeutung einiger ihrer Aussprüche habend (1. Pet. 1:12), erwähnen, dass die Sünden auf eine Person gelegt werden anstatt auf ein stummes Tier, und in der prophetischen Vision sehen sie ihn, welcher die Menschheit erlöst und befreit, "wie ein Lamm zur Schlachtung" geführt, und dass "die Strafe zu unserem Frieden auf ihm lag", und dass wir "durch seine Wunden geheilt sind." Sie stellten ihn dar als "verachtet und verlassen von den Menschen, ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut", und erklärten, dass "der Herr die Schuld von uns allen auf ihn gelegt hat." (Jes. 53:3-6) Sie sagten, wo dieser Erlöser geboren wird (Mich. 5:1) und wann er sterben wird, und versichern uns, daß es "nicht für ihn selbst" ( Da 9:26, "The New Jerusalem Bible" Übersetzung) sein wird. Sie erwähnen verschiedene Besonderheiten ihn betreffend-dass er ,, gerecht" und frei von "Täuschung" und ,, Gewalt" und irgend einem Grund des Todes sein wird (Jes. 53:8, 9, 11); dass er für dreißig Stücke Silber verraten werden wird (Sach. 11:12); dass er in seinem Tod ,, zu den Übertretern gerechnet" wird (Jes. 53:12); dass ihm nicht ein Gebein gebrochen wird (Psl. 34:21; Joh. 19:36); und dass, obwohl er sterben und begraben wird, sein Fleisch doch nicht verwesen wird, und er nicht im Todeszustand verbleiben wird. -Psl. 16:10; Apg. 2:31.

 

Die Schreiber des Neuen Testaments berichten klar und überzeugend, und trotzdem in einer sehr einfachen Art und Weise, die Erfüllung von allen diesen Prophezeiungen in Jesus von Nazareth und zeigen durch logische Beweisführungen, dass solch ein Lösegeld-Preis, wie er es gab, notwendig war, wie es bereits in dem Gesetz und den Propheten vorausgesagt worden war, bevor die Sünden der ganzen Welt ausgelöscht werden können. (Jes. 1:18) Sie schildern  den ganzen Plan in einer überaus logischen und überzeugenden Art und Weise, sie fordern  weder die Vorurteile ihrer Hörer heraus noch möchten sie ihre Hörer begeistern, sondern sie wenden sich allein an deren erleuchteten Verstand und bieten einige der am meisten bemerkenswerten und genauesten und überzeugendsten Beweisführungen, die nirgends sonst über irgendein Thema gefunden werden können. Siehe Röm. 5:17-19, und weiter bis zum 12. Kapitel.

 

Mose wies in dem Gesetz nicht nur auf ein Opfer hin, sondern auch auf ein Auslöschen der Sünden und auf ein Segnen des Volkes unter diesem großen Erlöser, von dessen Macht und Autorität er erklärt, dass sie seine eigene bei weitem übersteigen wird, obwohl sie "gleich" ihm sein wird. (5. Mose 18:15,19) Der verheißene Erlöser wird nicht nur Israel, sondern durch Israel ,, alle Geschlechter der Erde" segnen. (1. Mose 12:3; 18:18; 22:18; 26:4) Und im Gegensatz zu den Vorurteilen des jüdischen Volkes fahren die Propheten in der gleichen Art und Weise fort, erklärend, dass der Messias ,, zu einem Licht für die Nationen" sein wird (Jes. 49:6; Luk. 2:32); dass die Nationen "von den Ende der Erde" zu ihm kommen werden ( Jer 16:19); dass sein Name "unter den Nationen groß sein wird" ( Mal 1:11); dass die "Herrlichkeit des Herrn sich offenbaren wird, und alles Fleisch sie sehen wird". -Jes. 40:5. Siehe auch Jes. 42:1-7.

 

Die Schreiber des Neuen Testamentes erheben den Anspruch auf eine göttliche Salbung, welche sie befähigte, die Erfüllung der Prophezeiungen hinsichtlich dem Opfer des Christus zu erkennen. Obwohl sie als Juden voreingenommen waren zu meinen, dass jede Segnung auf ihr eigenes Volk begrenzt sei (Apg. 11:1-18), so wurde es ihnen ermöglicht zu erkennen, dass, während ihr Volk gesegnet werden wird, auch alle Geschlechter der Erde mit ihnen gesegnet werden, und zwar durch sie. Sie erkannten auch die Tatsache, dass vor der Segnung Israels und der Welt eine Herauswahl von einer ,, kleinen Herde" aus beiden, Juden und Nationen, gemacht wird, welche, wenn erprobt und als würdig erfunden, zu Miterben an der Herrlichkeit und der Ehre des großen Erlösers und zu Teilhabern mit ihm an der Ehre, Israel und alle Völker zu segnen, gemacht werden. -Röm. 8:17.

 

Diese Schreiber zeigen die Harmonie von dieser Ansicht mit dem, was im Gesetz und in den Propheten geschrieben steht; und die Erhabenheit und die Breite des Planes, den sie darlegen, übertrifft bei weitem die erhabenste Vorstellung von dem, was es zu sein vorgibt: "Die frohe Botschaft von großer Freude, die für das ganze Volk sein wird."

 

Der Gedanke von dem Messias als ein Herrscher nicht nur von Israel, sondern auch von der ganzen Welt, auf welchen in den Büchern von Mose hingewiesen wird, ist das Thema aller Propheten. Der Gedanke von dem Königreich war auch in den Lehren der Apostel das wichtigste; und Jesus lehrte, dass wir beten sollten: ,, Dein Königreich komme", und verhieß denen einen Anteil daran, welche zuerst für die Wahrheit leiden und sich auf diese Weise desselben würdig erweisen werden.

 

Diese Hoffnung auf das kommende herrliche Königreich gab allen Gläubigen den Mut, Verfolgung zu ertragen und Schande, Entbehrung und Verlust, und sogar den Tod zu erleiden. Und in der großartigen sinnbildlichen Prophezeiung, mit welcher das Neue Testament endet, werden das würdige ,, Lamm, das geschlachtet worden ist" (0ffenb. 5:12), die würdigen "Überwinder", die er zu Königen und Priestern in seinem Königreich machen wird, und die Prüfungen und die Hindernisse, die sie überwinden müssen, um würdig zu werden, um Anteil zu haben an jenem Königreich, sehr genau geschildert. Dann folgen die symbolischen Darstellungen von den Segnungen, welche der Welt unter jener tausendjährigen Millenniumsherrschaft gegeben werden, wenn der Satan gebunden und der adamitische Tod und die Leiden vernichtet worden sein werden, und wenn alle Nationen der Erde im Lichte des himmlischen Königreiches-des neuen Jerusalem-wandeln werden.

 

Vom Anfang bis zum Ende bietet die Bibel eine Lehre, wie sie nirgendwo anders gefunden wird, und die im Gegensatz zu den Theorien aller heidnischen Religionen steht-nämlich dass für die Toten ein zukünftiges Leben durch eine Auferstehung von den Toten kommen wird. Alle die inspirierten Schreiber drückten ihre Zuversicht an einen Erlöser aus, und einer derselben erklärt, daß ,, an dem Morgen", wenn Gott sie aus dem Grabe rufen wird, und sie hervorkommen werden, die Bösen nicht länger mehr die Herrschaft der Erde in den Händen haben werden; denn ,, am Morgen herrschen die Aufrichtigen über sie". (Psl. 49:14)

 

Die Auferstehung von den Toten wird durch die Propheten gelehrt; und die Schreiber des Neuen Testaments gründen alle ihre Hoffnungen auf ein zukünftiges Leben und einer zukünftigen Segnung darauf. Paulus drückt es so aus: ,, Wenn es keine Auferstehung der Toten gibt, so ist auch Christus nicht auferweckt worden; und wenn Christus nicht auferweckt worden ist, so ist auch unsere Predigt vergeblich, und euer Glaube ist auch vergeblich; ... also sind auch die, welche in Christus entschlafen sind, verloren. ... Nun aber ist Christus auferweckt  worden von den Toten und ist der Erstling der Entschlafenen geworden; ... denn wie nämlich alle in Adam sterben, so werden auch alle in dem Christus lebendig gemacht werden." -1. Kor. 15:13-22

 

Die Bibel ist wie eine Uhr, bei welcher zuerst viele Räder als überflüssig erscheinen möchten, aber gerade die Räder, die sich am langsamsten drehen, sind unbedingt notwendig. Sie setzt sich aus vielen Teilen zusammen, und sie ist durch viele Federn zubereitet worden, und sie ist ein vollständiges und harmonisches Ganzes. Nicht ein einziger Teil ist überflüssig, und obwohl einige Teile mehr benutzt werden und eine hervorragendere Stelle einnehmen als andere, so sind sie doch alle nützlich und notwendig.

 

Es findet unter den sogenannten ,, fortgeschrittenen Denkern" und ,, großen Theologen" des heutigen Tages immer mehr Anklang, viele der "Wunder" des Alten Testaments geringschätzig zu behandeln oder nicht zu beachten, wenn sie dieselben nicht gar bestreiten, indem sie dieselben ,, Altweiber-Fabeln" nennen. Unter ihnen sind die Berichte von Jonas und dem großen Fisch, von Noah und der Arche, von Eva und der Schlange, von dem Stillstehen der Sonne auf Josuas Befehl hin, von Bileams sprechendem Esel. Ganz offensichtlich übersehen diese weisen Männer die Tatsache, daß die Bibel in ihren verschiedenen Teilen so verwoben und verbunden ist, dass, wenn diese Wunder von ihr beschädigt oder angezweifelt werden, das Ganze zerstört oder angezweifelt wird. Denn wenn die ursprünglichen Berichte falsch sind, so waren diejenigen, die sie wiederholten, entweder Fälscher oder selbst Betrogene, und in jedem Falle wäre es für uns unmöglich, ihr Zeugnis als göttlich eingegeben anzunehmen. Die erwähnten Wunder aus der Bibel herauszunehmen, würde das Zeugnis seiner hauptsächlichsten Schreiber ungültig machen, und außerdem das von unserem Herrn. Die Geschichte von dem Fall wird von Paulus bestätigt (Röm. 5:17); ebenso Evas Verführung durch die Schlange. (2. Kor. 11:3; 1. Tim. 2:14). Siehe auch unseres Herrn Bezugnahme auf letzteres in 0ffenb. 12:9 und 20:2. Das Stillstehen der Sonne bei dem Sieg über die Amoriter als ein Beweis für die Macht des Herrn war ganz offensichtlich vorbildlich von der Macht, die in der Zukunft an dem "Tage des Herrn" durch die Hand dessen ausgeübt werden wird, den Josua vorschattete. Dies wird durch drei Propheten bestätigt. (Jes. 28:21; Hab. 2:1-3,13,14 und 3:2-11, Sach. 14:1,6,7) Der Bericht von dem sprechenden Esel ist von Judas (V. 11) und von Petrus (2. Pet. 2:16) bestätigt worden. Und der große Lehrer, Jesus, bestätigt die Erzählung von Jonas und dem großen Fisch und von Noab und der Flut. (Matth. 12:40; 24:38, 39; Luk. 17:26; siehe auch 1. Pet. 3:20) Tatsächlich gibt es keine größeren Wunder als diejenigen, welche durch Jesus und die Apostel durchgeführt wurden, solche wie das Verwandeln von Wasser in Wein, die Heilung von Krankheiten usw.; und als Wunder ist die Auferweckung der Toten das wunderbarste von allen.

 

Diese Wunder, welche für unsere Erfahrung nicht üblich sind, finden jeden Tag Parallelen um uns herum, welche für uns gewöhnlicher sind, so dass sie sich ereignen, ohne beachtet zu werden. Die Fortpflanzung von lebendigen Organismen, sowohl bei den Tieren als auch bei den Pflanzen, liegt jenseits unseres Verstehens, sowie auch jenseits unsere Kraft-daher sind sie wunderbar. Wir können die Ausübung von dem Lebensgrundsatz sehen, aber wir können es weder verstehen noch erzeugen. Wir pflanzen zwei Samenkörner nebeneinander; die Bedingungen, Luft, Wasser und Boden sind gleich; sie wachsen, wir können nicht sagen wie, noch kann der Weiseste unter den Menschen dieses Wunder erklären. Diese Samenkörner entwickeln Organismen von entgegengesetzten Neigungen; der eine breitet sich am Boden aus, der andere wächst senkrecht; die Gestalt, die Blüte, die Farbe, alles unterscheidet sich, obgleich die Bedingungen dieselben waren. Solche Wunder sind für uns alltäglich, und sobald wir das Staunen der Kindheit verlassen, hören wir auf, sie als solche zu betrachten; dennoch offenbaren sie, wie sehr es eine Macht sowohl jenseits unseres eigenen Denkens als auch jenseits unseres begrenzten Verstandes gibt, und die wenigen Wunder in der Bibel sind zu besonderen Zwecken berichtet  und sind als Darstellungen von der Allmacht und von der Fähigkeit des großen Schöpfers, jedes Hindernis zu überwinden und seinen Willen zu vollenden, sowie der uns verheißene Auferweckung von dem Tode und der Vernichtung des Bösen und der schließlichen Herrschaft der ewigwährenden Gerechtigkeit beabsichtigt.

 

Hier lassen wir die Sache ruhen. Jeder Punkt wurde durch die Vernunft geprüft. Wir haben herausgefunden, dass es einen Gott gibt, einen höchsten, intelligenten Schöpfer, in welchem Weisheit, Gerechtigkeit, Liebe und Macht in vollkommener Harmonie vorhanden sind. Wir haben herausgefunden, dass es vernünftig ist, eine Offenbarung von seinen Plänen an seine Geschöpfe zu erwarten, welche fähig sind, eine solche wertzuschätzen, und welche an einer solchen Interesse haben. Wir haben herausgefunden, dass die Bibel, welche behauptet, diese Offenbarung zu sein, der Betrachtung würdig ist. Wir haben seine Schreiber näher betrachtet und ihre möglichen Absichten im Lichte dessen, was sie lehren; wir waren erstaunt; und unser Verstand sagte uns, dass solch eine Weisheit, mit einer solchen Reinheit des Beweggrundes verbunden, kein schlauer Kunstgriff von klugen Menschen mit selbstsüchtigen Zielen ist. Die Vernunft hat betont, dass es bei weitem wahrscheinlicher ist, dass solch gerechte und wohlwollende Ansichten und Gesetze von Gott und nicht von den Menschen sind, und sie bestand darauf, dass sie nicht das Werk von betrügerischer Priestern sein können. Wir haben die Harmonie des Zeugnisses in Bezug auf Jesus, sein Lösegeld-Opfer, und die Auferstehung und die Segnung von allen als das Ergebnis in seinem kommenden herrlichen Königreich gesehen; und die Vernunft sagte uns, dass ein so großartiger und verständlicher Plan jenseits allem liegt, was wir vernünftigerweise erwarten können, und weil er auf solch vernünftige Schlussfolgerungen aufgebaut ist, muss er der Plan Gottes sein, welchen wir suchen. Er kann nicht nur ein Kunstgriff der Menschen sein, denn selbst geoffenbart, ist er fast zu großartig, um von Menschen geglaubt zu werden.

 

Als Kolumbus den Fluß Orinoco entdeckte, sagte ihm einer, dass er eine Insel gefunden habe. Er erwiderte: ,, Kein solcher Fluß wie dieser fließt von einer Insel. Dieser reißende Strom muß die Wasser eines Kontinents mit sich führen." So überzeugt uns die Tiefe und die Macht und die Weisheit und der Umfang von dem biblischen Zeugnis, dass nicht Menschen, sondern der allmächtige Gott der Urheber von ihren Plänen und Offenbarungen ist. Wir haben nur einen schnellen Blick auf die Oberfläche der Schriften geworfen, welche den Anspruch erheben, von göttlichem Ursprung zu sein, und wir haben herausgefunden, dass dies vernünftig erscheint. Die folgenden Kapitel werden die verschiedenen Teile des Planes Gottes darlegen, und wir sind zuversichtlich, dass sie jedem ehrlichen Verstand einen reichlichen Beweis dafür geben, dass die Bibel eine göttlich eingegebene Offenbarung ist, und dass die Länge und Breite und Höhe und Tiefe des Planes, den sie entfaltet, den göttlichen Charakter herrlich widerspiegelt, welcher bis jetzt nur undeutlich erkannt wird, welcher aber jetzt in dem Lichte des angebrochenen tausendjährigen Millenniumtages deutlicher erkannt wird.

STUDIE IV—Die genauen Zeitabschnitte und Zeitalter, die in der Entwicklung des göttlichen Planes deutlich hervorgehoben sind.

 

Gottes Plan ist fest bestimmt und geordnet. -Drei große Zeitabschnitte in der Weltgeschichte. -Ihre unterschiedlichen Merkmale. -"Die Erde bleibt ewig.’ -Die kommende Welt, die neuen Himmel und die neue Erde. -Diese großen Zeitabschnitte sind unterteilt. -Die wichtigen Teile des Planes Gottes werden auf diese Weise zur Betrachtung hervorgehoben. -Das Erkennen der Reihenfolge offenbart die Harmonie. -Das rechte Teilen des Wortes der Wahrheit.

 

Wie einige in Unkenntnis die Fähigkeit und die Weisheit eines großen Architekten und Baumeisters falsch beurteilen, wenn sie sein unvollendetes Werk sehen, so beurteilen auch viele in ihrer Unwissenheit Gott falsch, wenn sie sein unvollendetes Werk sehen; aber in Kürze, wenn das harte Gerüst des Bösen beseitigt worden ist, welches zur Bestrafung des Menschen zugelassen worden ist und welches schließlich zu seinem Wohlergehen abgeschafft werden wird, dann wird Gottesvollendetes Werk jedem seine unendliche Weisheit und Macht verkünden; und seine Pläne werden als mit seinem herrlichen Charakter in Harmonie seiend anerkannt werden.

 

Weil Gott uns sagt, dass er eine fest bestimmte Absicht hat und dass alle seine Absichten vollendet werden, so geziemt es sich für uns, als seine Kinder, eifrig zu forschen, was diese Pläne sind, damit wir als solche erkannt werden, welche in Harmonie mit ihnen sind. Erkenne, wie nachdrücklich uns Jehova die Bestimmtheit seiner Absichten bestätigt: "Jehova der Heerscharen hat geschworen und gesprochen: Wahrlich, wie ich es geplant habe, so wird es geschehen; und wie ich es beschlossen habe, so wird es sein.’,, Denn Jehova der Heerscharen hat es beschlossen, und wer kann es zunichte machen?’ "Ich bin Gott, und es gibt keinen anderen; ich bin Gott, und es gibt keinen gleich mir...mein Plan wird bestehen, und mein Wohlgefallen führe ich hinaus...Wahrlich, ich habe gesprochen, und ich werde es auch herbeiführen; ich habe es geplant, und werde es auch durchführen.’ (Jes. 14:24-27; 46:9-11 nach der "Kleinen Jerusalemer Bibelübersetzung und der Übersetzung des Alten Testaments nach Kautzsch) Wie geheimnisvoll oder planlos uns daher Gottes Tun mit den Menschen auch erscheinen mag, so müssen doch diejenigen, welche dies Zeugnis seines Wortes glauben, zugeben, dass sein ursprünglicher und unveränderlicher Plan beständig seiner Vollendung entgegengegangen ist und noch geht.

 

Während die große Masse der Menschheit, sich in der Finsternis der Unwissenheit befindend, auf die eigentlichen Entwicklungen des Planes Gottes warten muß, bevor sie den herrlichen Charakter des göttlichen Baumeisters erkennen kann, ist es das Vorrecht des Kindes Gottes, durch den Glauben und das Licht seiner Leuchte (des Wortes Gottes) die vorausgesagten Herrlichkeiten der Zukunft zu sehen und dadurch das sonst geheimnisvoll erscheinende Tun Gottes in der Vergangenheit und der Gegenwart zu erkennen. Wir wenden uns daher als interessierte Söhne Gottes und Erben eines verheißenen, herrlichen Erbteils an unseres Vaters Wort, damit wir seine Absichten verstehen möchten, welche uns aus den Plänen und aus den Einzelheiten darin gegeben werden. Dort lernen wir, dass Gottes Plan in bezug auf den Menschen drei große Zeitabschnitte umfaßt, die mit der Erschaffung des Menschen beginnen und in die unbegrenzte Zukunft reichen. Petrus und Paulus bezeichnen diese Zeitabschnitte als "drei Welten’, die wir in der folgenden Abbildung darstellen:

 

Diese drei großen Zeitabschnitte stellen drei unterschiedliche Offenbarmachungen der göttlichen Vorsehung dar. Der erste, von der Schöpfung bis zur Sintflut, war unter der Aufsicht der Engel und wird von Petrus "die damalige Welt’ genannt. - _ 2Pe 3:6???

 

Der zweite große Zeitabschnitt, von der Sintflut bis zur Aufrichtung von Gottes Königreich, ist unter der eingeschränkten Kontrolle des Satans, ,, des Fürsten dieser Welt’, und wird daher ,, diese gegenwärtige böse Welt’ genannt. - Ga 1:4  _ 2Pe 3:7???

 

Der dritte Zeitabschnitt wird eine "Welt ohne Ende’ (Jes 45:17 nach der englischen King-James Bibelübersetzung) unter der göttlichen Herrschaft sein, das Königreich Gottes, und wird ,, die zukünftige Welt’ genannt, ,, in welcher Gerechtigkeit herrscht’.- Heb 2:5  _ 2Pe 3:13???

 

Der erste dieser Zeitabschnitte oder, , Welten’ war unter der Aufsicht der Engel ein Fehlschlag; der zweite unter der Herrschaft des Satans, der eigenmächtig die Macht an sich gerissen hat, ist in der Tat, , eine böse Welt’ gewesen; aber der dritte wird eine Zeit der Gerechtigkeit und der Segnung für alle Geschlechter der Erde sein.

 

Die beiden letzten dieser, , Welten’ werden ganz besonders erwähnt, und die Aussagen über sie sind in starkem Gegensatz zueinander. Der gegenwärtige zweite Zeitabschnitt wird nicht deshalb, , die gegenwärtige böse Welt’ genannt, weil es nichts Gutes in demselben gibt, sondern weil es dem Bösen gestattet ist zu herrschen., , Jetzt nennen wir die Hochmütigen glücklich; wahrlich, diejenigen, welche Böses verübt haben, sind erfolgreich gewesen; wahrlich, diejenigen, welche Gott versucht haben, sind auch befreit worden.’ ( Mal 3:15 nach der englischen King-James-Bibelübersetzung) Die dritte Welt oder der dritte Zeitabschnitt wird als ,, die zukünftige Welt’ erwähnt, ,, in welcher Gerechtigkeit wohnt’, nicht weil es kein Böses in ihr mehr geben wird, sondern weil das Böses nicht herrschen wird. Die Beseitigung des Bösen wird ganz allmählich vor sich gehen und die ersten tausend Jahre erfordern. Das Böse wird dann nicht herrschen; es wird nicht erfolgreich sein; es wird nicht länger mehr der Böse sein, der Gelingen haben wird, sondern "der Gerechte wird aufblühen’ (Psl. 72:7), und der Gehorsame, , wird das Gute des Landes essen’ (Jes. 1:19), und die, , Übeltäter werden vernichtet.’ (Psl. 37:9)

 

So gesehen wird das nächste Zeitalter in fast jeder Hinsicht sehr verschieden und das genaue Gegenteil von dem gegenwärtigen sein. Unseres Herrn Worte zeigen, warum es zwischen dem gegenwärtigen und dem zukünftigen Zeitalter einen Unterschied geben wird. Es ist, weil er selbst der Fürst oder Herrscher der kommenden Welt sein wird, so dass in ihr Gerechtigkeit und Wahrheit herrschen werden; während jetzt, weil Satan der Fürst (Herrscher) der gegenwärtigen bösen Welt ist, das Böse herrscht und der Böse Gelingen hat. Weil, wie Jesus sagte, der Fürst dieser Welt "nichts in mir hat’ (nichts mit ihm gemeinsam hat), hat er folglich auch kein Interesse an seinen Nachfolgern, ausgenommen, dass er ihnen widersteht, sie versucht, plagt und schlägt ( Joh 14:30 2. Kor. 12:7), und dass in dieser gegenwärtigen bösen Welt oder in diesem Zeitabschnitt jeder, der gottselig leben will, Verfolgung erleiden wird, während der Böse wie ein grünender, ragender Baum dasteht. - _ 2Ti 3:12???; Psl. 37:35

 

Jesus sagte:, , Mein Reich ist nicht von dieser Welt’, und bis der Zeitabschnitt oder "die kommende Welt’ kommt, wird das Königreich des Christus die Erde nicht beherrschen. Wir werden belehrt, auf dieses zu hoffen und für dasselbe zu beten: "Dein Königreich komme, Dein Wille geschehe auf der Erde.’ Der Satan ist "der Beherrscher dieser Welt der Finsternis’, und daher, , bedeckt Finsternis die Erde und tiefe Dunkelheit die Völker.’ Er herrscht jetzt in den Herzen der Kinder des Ungehorsams. - Eph 2:2 6:12??? (nach Menge-Übersetzung)

 

Es muß einige sehr wichtige Teile in dem Plan des großen Baumeisters für die Errettung des Menschen geben, welche bis jetzt noch nicht vollständig entwickelt sind-sonst wäre der neue Fürst und das neue Zeitalter schon längst in Erscheinung getreten. Warum es auf eine bestimmte Zeit hinausgeschoben worden ist, und ebenso die Art und Weise, wie der Wechsel von der gegenwärtige Herrschaft des Bösen unter Satan auf die Herrschaft der Gerechtigkeit unter Christus stattfindet, sind interessante Punkte, die im folgenden ausführlicher gezeigt werden. Jetzt ist es ausreichend zu sagen, dass die Reiche dieser Welt, die jetzt dem Satan unterworfen sind, zur rechten Zeit die Reiche von unserem Herrn und seines Christus werden. (0ffb. 11:15) Der Zusammenhang zeigt, dass der Übergang durch eine allgemeine Zeit der Drangsal erreicht werden wird. Was dies anbetrifft, sagte Jesus:, , Niemand kann in das Haus des Starken eindringen und seinen Hausrat rauben, wenn er nicht zuvor den Starken bindet, und alsdann wird er sein Haus berauben.’ { Mr 3:22-27} Auf diese Weise werden wir belehrt, dass der Satan zuerst gebunden, festgelegt und abgesetzt werden muß, bevor die Herrschaft des Christus in Gerechtigkeit und in Friedens aufgerichtet werden kann. In Übereinstimmung damit wird auch dies Binden des Satans als das erste Werk des neuen Zeitalters dargestellt. -0ffb. 20:2

 

Es sollte nicht vergessen werden, dass diese Erde die Grundlage aller dieser, , Welten’ oder Zeitalter ist und dass, obwohl Zeitalter vorübergehen und wechseln, die Erde immer fortbesteht:, , Die Erde besteht ewiglich.’ (Pred. 1:4) Dasselbe Bild ausführend nennt Petrus jeden dieser Zeitabschnitte einen eigenen Himmel und eine eigene Erde. Hier symbolisiert das Wort Himmel die höheren oder geistigen herrschenden Mächte, und die Erde symbolisiert die menschlichen Regierungen und gesellschaftlichen Einrichtungen. So endeten die ersten Himmel und die erste Erde, die Anordnung und Einrichtung der Dinge, die damals bestanden haben, in der Flut, nachdem sie ihren Zweck erfüllt hatten. Aber die natürlichen Himmel (die Lufthülle um die Erde herum, Atmosphäre genannt) und die natürliche Erde gingen nicht zu Ende; sie blieben bestehen. In gleicher Weise wird auch die gegenwärtige Welt (die Himmel und die Erde) mit einem großen Lärm vergehen und in Feuer, in Verwirrung, Drangsal und Auflösung zerschmelzen. Der Starke (Satan) wird sich, nachdem er gebunden worden ist, darum bemühen, seine Macht zu erhalten. Die gegenwärtige Form der Regierung und die gegenwärtige Gesellschaftsordnung, nicht aber der natürliche Himmel und nicht die natürliche Erde, werden vergehen. Die gegenwärtigen Himmel (die Mächte der geistiger Herrschaft) müssen den, , neuen Himmeln’ Platz machen-der geistigen Herrschaft des Christus. Die gegenwärtige Erde (die menschliche Gesellschaft, wie sie jetzt unter der Herrschaft des Satans aufgebaut ist) muß (symbolisch) zerschmelzen und aufgelöst werden, am Anfang des, , Tages des Herrn’, welcher, , brennen wird wie ein Ofen.’ { Mal 4:1} "Eine neue Erde’, das bedeutet eine neu aufgebaute Gesellschaft, wird folgen, welche in Harmonie mit dem neuen Fürsten der Erde sein wird-dem Christus. Gerechtigkeit, Friede und Liebe werden unter den Menschen herrschen, nachdem die gegenwärtigen Einrichtungen dem neuen und besseren Königreich Platz gemacht haben werden, dessen Grundlage die vollkommene Gerechtigkeit sein wird.

 

Dem Apostel Paulus wurde ein Blick in das nächste Zeitalter gegeben, oder wie er es nennt, in "die kommende Welt’. Er sagt, er wurde, , entrückt’ (ob in wortwörtlicher oder in geistiger Weise oder in beiden, konnte er nicht sagen, so wirklich waren die Dinge für seinen Anblick) den Strom der Zeit entlang in den neuen Zustand der Dinge, in den, , neuen Himmel’, also den, , dritten Himmel’. Er sah auf diese Weise die Dinge, wie sie unter der geistigen Herrschaft des Christus sein werden, Dinge, welche er nicht sagen durfte. (2. Kor. 12:2-4) Zweifellos waren es dieselben Dinge, die Johannes später sah, und es wurde ihm gestattet, sie der Herauswahl in Sinnbildern mitzuteilen, welche erst verstanden werden sollten, sobald sie fällig und an der Zeit sind. Johannes wurde bei der Offenbarung, die ihm unser Herr auf der Insel Patmos gab, in einer Vision durch dieses Evangeliumszeitalter und seinen wechselnden Begebenheiten von Kirche und Staat bis zum Ende der gegenwärtigen bösen Welt oder dieses Zeitabschnittes hindurch geführt, und in dieser prophetischen Vision sah er, dass der Satan gebunden war und Christus herrscht, und der neue Himmel und die neue Erde aufgerichtet waren; denn die vorigen Himmel und Erde waren vergangen. -0ff. 21:1.

 

Die Zeitalter

 

Wir betrachten jetzt die Zeitalter, in welche diese großen Zeitabschnitte eingeteilt sind, wie es in dem folgenden Diagramm veranschaulicht ist.

 

Der erste dieser großen Zeitabschnitte ("Welten’) war nicht unterteilt; Gottes Handlungsweise mit den Menschen war die ganze Zeit hindurch nicht unterschiedlich-von Adams Fall bis zur Flut. Gott hatte dem Menschen sein Gesetz gegeben und es in sein inneres Wesen geschrieben; aber nachdem er gesündigt hatte, überließ Gott ihn deutlich seinem eigenen Lauf, der abwärts führte und, , allezeit nur böse war’ (1. Mose 6:5), so dass der Mensch auf diese Weise seine Unvernunft erkennen möchte und damit die Weisheit Gottes geoffenbart werden sollte in der Forderung nach völligem Gehorsam. Jenes Zeitalter endete mit der Flut, welche alle hinweg nahm mit der Ausnahme des gläubigen Noah und seiner Familie. Auf diese Weise offenbarte das erste Zeitalter nicht nur die furchtbaren Auswirkungen der Sünde, sondern es zeigte auch die Folgen von der Sünde, dass sie in immer größerer Erniedrigung und in zunehmendes Elend abwärts führt, und es beweist die Notwendigkeit von dem Eingreifen von Jehova, damit die Wiederherstellung dessen, ,, was verloren war’ -des Menschen erster vollkommener Zustand-überhaupt hinaus geführt werden kann.

 

Der zweite Zeitabschnitt oder die, , Welt, welche jetzt ist’ schließt drei Zeitalter ein, jedes ist ein Schritt in dem Plane Gottes zum Umsturz des Bösen. Jeder Schritt ist weitreichender als der vorhergehende und führt den Plan weiter hinaus und näher zu der Vollendung.

 

Der dritte große Zeitabschnitt-, , die kommende Welt’ -mit der zweiten Gegenwart des Christus beginnend, umfaßt das Millenniumszeitalter oder, , die Zeiten der Wiederherstellung’ (Apg 3:21); und danach folgen andere, , kommende Zeitalter’,{ Eph 2:7} deren Einzelheiten nicht geoffenbart sind. Die gegenwärtigen Offenbarungen handeln von des Menschen Wiederherstellung aus der Sünde und nicht von der Ewigkeit in Herrlichkeit, die folgen wird.

 

Das erste Zeitalter in der, , Welt, welche jetzt ist’, nennen wir das Patriarchen Zeitalter, weil Gottes Handlungen und Gnaden während dieses Zeitabschnittes nur für einige wenige Personen waren und die Übrigen der Menschen fast vollständig unbeachtet blieben. Solche Auserwählten waren die Patriarchen Noah, Abraham, Isaak und Jakob. Jeder von ihnen scheint der Reihe nach Gottes Auserwählter gewesen zu sein. Bei dem Tode Jakobs endete dieses Zeitalter oder diese Hanldungsweise. Bei dem Tode Jakobs wurden seine Nachkommen zum ersten Mal, , die zwölf Stämme von Israel’ genannt und wurden gemeinsam von Gott als, , sein auserwähltes Volk’ anerkannt; und durch vorbildliche Opfer waren sie in vorbildlicher Weise, , ein heiliges Volk’, abgesondert von den anderen Nationen zu einem besonderen Zweck, und deshalb erfreuten sie sich an besonderen Gnadengaben. Die Zeit, welche für diesen Teil des göttlichen Planes bestimmt war, und welche hier begann und mit dem Tode des Christus endete, bezeichnen wir als das jüdische Zeitalter oder das Zeitalter des Gesetzes. Während jenes Zeitalters segnete Gott ganz besonders diese Nation. Er gab ihnen sein Gesetz; er schloß einen besonderen Bund mit ihnen; er gab ihnen die Stiftshütte, deren Schekinah-Herrlichkeit (ein übernatürlicher, heller Schein) in dem Allerheiligsten die Gegenwart Jehovas unter ihnen als ihres Führers und Königs darstellte. Zu ihnen sandte er die Propheten und schließlich seinen Sohn. Jesus vollbrachte in ihrer Mitte seine Wunder und unter ihnen lehrte Jesus, und weder er selbst ging zu den umliegenden Nationen, noch gestattete er es seinen Jünger. Er sandte sie aus, sagend:, , Gehet nicht auf einen Weg der Nationen, und gehet nicht in eine Stadt der Samariter; gehet aber vielmehr zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel.’ { Mt 10:5,6} Und wiederum sagte er: "Ich bin nicht gesandt, als nur zu den verlorenen Schafen von dem Hause Israel.’ { Mt 15:24} Dass diese nationale Gnadengabe mit ihrer Ablehnung von Jesu und der Kreuzigung von Jesus endete, wird durch Jesus Worte gezeigt, als er fünf Tage vor seiner Kreuzigung erklärte:, , Euer Haus wird euch öde gelassen.’ - Mt 23:38???

 

Mit dem Tod von Jesus begann damals ein neues Zeitalter-das Evangeliumszeitalter, in welchem die frohe Botschaft der Rechtfertigung nicht den Juden allein, sondern allen Nationen verkündigt werden sollte; denn Jesus Christus hat durch Gottes Gnade den Tod erlitten für jeden Menschen. Während dieses Evangeliumszeitalters gibt es ebenfalls eine Klasse, welche zu einer besonderen Gnade berufen ist und welcher besondere Verheißungen gegeben sind; nämlich diejenigen, welche Jesus Christus durch den Glauben als ihren Erlöser und Herrn annehmen und in seinen Fußstapfen wandeln. Die Verkündigung des Evangeliums ist nun nahezu neunzehn Jahrhunderte lang hindurch hierhin und dorthin über die ganze Erde gegangen, so dass jetzt gesagt werden kann, dass es in jeder Nation mehr oder weniger gepredigt worden ist. Es hat die Nationen nicht bekehrt-es war nicht beabsichtigt, es in diesem Zeitalter zu tun; aber es hat hier und da einige herausgewählt, im ganzen eine "kleine Herde’, wie es Jesus vorausgesagt hatte, { Lu 12:32} an welche es des Vaters Wohlgefallen ist, ihnen in dem Zeitalter, welches diesem folgt, das Königreich zu geben.

 

Mit diesem Zeitalter endet die "gegenwärtige böse Welt’; und beachte aufmerksam, dass während Gott auf diese Weise die Herrschaft des Bösen zugelassen hat zum scheinbaren Nachteil seiner Sache, nichtsdestotrotz seine erhabenen Pläne ununterbrochen vorwärts geschritten sind in Übereinstimmung mit einem festen und bestimmten Plan und in genauer Reihenfolge der Zeitabschnitte, welche er festgelegt hat. Am Ende dieses Zeitalters und mit dem Tagesanbruch des nächsten Zeitalters, dem Millenniumszeitalter, wird der Satan gebunden und seine Macht gestürzt, um die Aufrichtung von dem Königreich des Christus und den Anfang der "kommenden Welt, in welcher Gerechtigkeit wohnt’, vorzubereiten.

 

Das Wort Millennium bedeutet tausend Jahre und wird allgemeinen als Name für den in 0ffb. 20:4 erwähnten Zeitabschnitt benutzt-die tausend Jahre von der Herrschaft des Christus, dem ersten Zeitalter in der "kommenden Welt.’ Während des Millenniumszeitalters wird es eine Wiederherstellung aller Dinge geben, welche durch den Fall Adams verloren gingen (Apg. 3:19-21), und vor seinem Ende sollen alle Tränen abgewischt worden sein. Jenseits seiner Grenze in den Zeitaltern der Glückseligkeit, die folgen, wird es keinen Tod mehr geben, noch Leid, noch Geschrei, noch wird es irgendwelche Schmerzen mehr geben. Die früheren Begebenheiten werden vergangen sein. (0ffb. 21:4) Gottes Offenbarungen geben keine weiteren Einzelheiten, und deshalb hören wir hier auf.

 

Wir haben hier nur auf die äußeren Umrisse dieses Planes der Zeitalter einen Blick geworfen. Je mehr wir ihn untersuchen, desto mehr werden wir ihn in vollkommener Harmonie, Schönheit und Anordnung finden. Jedes Zeitalter hat seinen Teil zu erfüllen, notwendig zur vollständigen Entwicklung des Planes Gottes als ein Ganzes. Der Plan ist ein voranschreitender, ein sich ganz allmählich von Zeitalter zu Zeitalter entwickelnder, hinauf und vorwärts bis zur herrlichen Vollendung des ursprünglichen Planes des göttlichen Baumeisters, "der alle Dinge vollbringt in Übereinstimmung mit dem, was sein Wille festgelegt hat.’ { Eph 1:11} Nicht eines dieser großen Zeitabschnitte ist eine Stunde zu lang oder zu kurz zur Vollendung ihres Zieles. Gott ist vollkommen an Weisheit, auch hinsichtlich der Zeit und der Möglichkeiten, obwohl seine Mittel unendlich groß sind; und keine Macht, wie bösartig sie auch immer ist, verhindert oder verzögert seine Absichten einen Moment lang. Alle Dinge, sowohl böse als auch gute, bewirken gemeinsam unter der göttlichen Aufsicht und Leitung die Vollendung seines Willens.

 

Ein Verstand, der darüber keine Kenntnis hat und der die Vernunft außer Acht läßt, kann nur ein klein wenig von den komplizierten Vorgängen des göttlichen Planes erkennen, er erscheint ihm wie ein Durcheinander und wie ein Mißverfolg und er findet es verwirrend, gerade wie einem Kind das Ganze oder auch ein Teil einer komplizierten Maschine erscheinen würde. Seinem noch nicht ausgereiften und ungeschulten Verstand ist sie unverständlich, und die entgegengesetzten Bewegungen ihrer Räder und Riemen sind ihm nur Verwirrung. Aber eine sorgfältige und harmonische Betrachtungsweise und eine genaue Untersuchungen werden zeigen, dass die scheinbare Verwirrung eine herrliche Harmonie ist, die gute Ergebnisse bewirkt. Die Maschine war jedoch wahrhaftig ein Erfolg, sowohl bevor das Kind ihre Wirksamkeit verstand, als auch danach. So hat der Mensch, während Gottes Plan in erfolgreicher Wirksamkeit ist und die Zeitalter hindurch gewesen ist, die notwendige erzieherische Erfahrung gemacht, welche ihn nicht nur befähigt, die komplizierten Werke desselben zu verstehen, sondern auch um seine segensreichen Ergebnisse zu erfahren.

 

Wenn wir unser Studium des göttlichen Planes fortsetzen, ist es notwendig, dass wir diese Zeitalter und ihre jeweiligen Besonderheiten und Ziele in der Erinnerung behalten; denn in keinem Zeitalter allein kann der Plan gesehen werden, sondern nur in allen zusammen; gerade wie ein Glied nicht eine Kette ist, sondern mehrere verbundene Glieder eine Kette bilden. Wir erhalten eine richtige Ansicht über den ganzen Plan, indem wir die unverwechselbaren Merkmale von jedem Teil erkennen, und auf diese Weise werden wir befähigt, das Wort der Wahrheit richtig zu teilen.

 

Eine Erklärung des Wortes, welche in einen bestimmten Zeitabschnitt oder Zeitalter gehört, sollte nicht auf einen anderen Zeitabschnitt oder ein anderes Zeitalter angewendet werden, weil die Dinge, die von einem Zeitalter berichtet werden, nicht immer von einem anderen wahr sind. Es würde zum Beispiel eine Unwahrheit sein, von der gegenwärtigen Zeit zu sagen, dass die Erkenntnis des Herrn die ganze Erde erfüllt, oder dass es jetzt keine Notwendigkeit mehr dafür gibt, zu seinem Nachbarn zu sagen: Erkenne den Herrn. (Jes. 11:9; Jer. 31:34) Das ist in diesem Zeitalter nicht wahr, und es kann nicht wahr werden, bis der Herr, nachdem er wiedergekommen ist, sein Königreich aufgerichtet hat; denn dies ganze Zeitalter hindurch hat es viele irreführende Täuschungen gegeben, und es wird uns gesagt, dass gerade in der Endzeit dieses Zeitalters-"In den letzen Tagen...böse Menschen und Verführer werden im Bösen immer weiter fortschreiten, indem sie täuschen und getäuscht werden.’ { 2Ti 3:1,13} Es wird als das Ergebnis von der Herrschaft des Messias während des Millenniumszeitalters sein, dass Erkenntnis und Gerechtigkeit die Erde bedecken werden wie Wasser das Meer.

 

Ein ähnlicher Fehler, und ein ziemlich allgemeiner, ist es anzunehmen, dass Gottes Königreich jetzt schon aufgerichtet sei und auf der Erde herrsche und dass sein Wille jetzt geschehe unter den Nationen. Das ist offenkundig weit entfernt von der Wahrheit; denn die Reiche dieser Welt erhalten und bereichern sich durch Unterdrückung, Ungerechtigkeit und Betrug in einem so großen Maße, als es die zunehmende Bildung des Volkes zuläßt. Satan, der gegenwärtige, , Fürst dieser Welt’, muß erst vollständig abgesetzt worden sein, und diese Reiche, welche jetzt unter seiner Herrschaft stehen, müssen die Reiche unseres Herrn und seines Gesalbten werden, wenn er seine große Macht an sich nehmen und herrschen wird.

 

Durch das Licht, welches jetzt für den Haushalt des Glaubens an der Zeit ist, erkennen wir die Gesamtheit und die Anordnung, welche die erhabenen Schritte unseres Gottes die vergangenen Zeitalter hindurch hervorhebt, und wir werden nachdrücklich an die schönen Zeilen von Cowper erinnert, welcher durch einen lebendigen Glauben beeinflußt wurde, welcher da vertraut, wo er dem allmächtigen Jehova nicht folgen kann:

 

"Geheimnisvoll ist Gottes Rat,

 

Sein Wunderwerk zu tun;

 

In großen Wassern ist Sein Pfad,

 

Er reitet auf dem Sturm.

 

In Minen, unergründlich tief,

 

Mit Meisterhand vollführt,

 

Liegt Seiner Absicht Plan verbrieft;

 

Es geschieht, was Er erklärt.

 

Zaghafte Heilige, frischen Mut!

 

Die Wolke, vor der euch bang,

 

Ist voll von Gnade, und für euch gut

 

Entlädt sie sich auch lang.

 

Den Herrn mit schwachem Sinn nicht richt‘

 

Trau vielmehr Seiner Gnad‘!

 

Weisheit ist Sein freundlich Angesicht

 

Und ihn umhüllt dunkler Vorsicht Rat.

 

Seine Absicht reift gar schnell und fein,

 

stündlich entfaltet sie sich. -

 

Der Knospen Geschmack mag bitter sein,

 

Die Blume wird süß für dich.

 

Unglaube ist blind und gewiß irrt er,

 

Kann nie Sein Werk verstehen.

 

Sein eigener Erklärer ist der Herr,

 

Läßt es alle klar einst sehen.’

STUDIE V—"Das Geheimnis, welches von den Zeitaltern und von den Geschlechtern her verborgen war, jetzt aber seinen Heiligen geoffenbart worden ist.’ -Kol. 1:26

 

Das schimmernde Licht der ersten Verheißung. -Die Verheißung an Abraham. -Die Hoffnung wurde auf einen späteren Zeitpunkt hinaus geschoben. -Das Geheimnis begann an Pfingsten geoffenbart zu werden. -Worin das Geheimnis besteht. -Warum es solange ein Geheimnis geblieben ist? -Für die Welt ist es noch immer ein Geheimnis. -Es wird zur rechten Zeit allen geoffenbart werden. -Wann das Geheimnis vollendet sein wird.

 

Während die Menschheit unter der Bestrafung des Bösen war und seine Notwendigkeit nicht verstehen konnte, brachte Gott wiederholt seine Absicht zum Ausdruck, sie durch einen kommenden Erlöser wiederherzustellen und zu segnen. Aber wer dieser Erlöser sein sollte, war viertausend Jahre lang ein Geheimnis, und erst nach der Auferstehung von Christus, im Anfang des Evangeliumszeitalters, fing es an, deutlich geoffenbart zu werden.

 

Zurückblickend auf die Zeit, als durch unsere ersten Eltern das Leben und das Glück in Eden verwirkt wurden, sehen wir sie unter der gerechten Strafe für Sünde mit Leiden erfüllt und ohne einen Hoffnungsstrahl, außer dem, welcher aus der schwer verständlichen Erklärung gezogen werden konnte, dass der Same des Weibes der Schlange den Kopf zertreten sollte. Obwohl derselbe für uns im Lichte der darauffolgender Entwicklungen voller Bedeutung ist, war es für sie doch nur ein schwach schimmerndes Licht. Fast zweitausend Jahre vergingen ohne eines Anzeichens von einer Erfüllung.

 

Ungefähr zweitausend Jahre später berief Gott den Abraham und verhieß ihm, dass sein Same alle Geschlechter der Erde segnen wird. Dies sah danach aus, als ob Gott an seiner früher zum Ausdruck gebrachten Absicht noch festhalte und jetzt dabei war, sie zu erfüllen. Die Zeit verging; das verheißene Land Kanaan war bisher noch nicht in seinem Besitz; Abraham und Sarah waren alt geworden und hatten noch keinen Nachkommen. Abraham dachte, dass er Gott helfen muß, seine Verheißung zu erfüllen; auf diese Weise wurde Ismael geboren. Aber seine Hilfe war nicht nötig, denn zur rechten Zeit wurde Isaak, das Kind der Hoffnung und Verheißung, geboren. Danach erschien es, dass der verheißene Herrscher und Segner der Nationen gekommen war. Doch nein, erneut vergingen Jahre und es erschien, als ob Gottes Verheißung fehlgeschlagen wäre; denn Isaak starb und ebenso sein Erbe, Jakob. Aber der Glaube einiger Weniger hielt an der Verheißung fest und wurde von Gott aufrechterhalten, denn der Bund, ,, welchen er mit Abraham gemacht hatte’, wurde von Gott bekräftigt mit "einem Eid an Isaak...und er bestätigte ihn dem Jakob, und gab ihm Israel zum ewigen Bund.’ - _ 1Ch 16:16,17???

 

Zu der Zeit von Jakobs Tod seine Nachkommen zum ersten Mal die zwölf Stämme von Israel genannt und von Gott als eine, , auserwählte Nation" anerkannt wurden (1. Mose 49:28; 5. Mose 26:5), erschien die Erwartung, dass diese Nation als ein Ganzes als der verheißene Same von Abraham Kanaan besitzen und die Welt beherrschen und segnen wird, am Vorabend der Verwirklichung zu sein, denn in der Zeit unter den besonderen Vorrechten in Ägypten waren sie zu einer starken Nation geworden. Aber die Hoffnung wurde nahezu vernichtet und die Verheißung nahezu vergessen, nachdem die Ägypter die Herrschaft über sie erlangt hatten und sie für eine lange Zeit als Sklaven hielten.

 

Wahrlich, Gottes Verheißungen waren als ein Geheimnis verhüllt, und seine Wege schienen damals unerklärlich zu sein. Jedoch zur rechten Zeit kam Mose, ein großer Erlöser, durch dessen Hand Gott sie aus der Knechtschaft führte und große Wunder um ihrer willen vollbrachte. Vor dem Einzug in Kanaan starb dieser große Befreier; aber als des Herrn Mundstück erklärte er: "Einen Propheten wird euch der Herr, euer Gott, aus euren Brüdern erwecken, gleich mir.’ (5. Mose 18:15; Apg. 3:22) Dies gab einen weiteren Einblick in Gottes Plan, indem es zeigte, dass in dem zukünftigen Werk des Herrschens und der Segnung nicht nur ihr Volk als ein Ganzes in gewisser Hinsicht beteiligt sein wird, sondern dass einer aus ihnen erwählt sein wird, um sie zum Sieg und zur Erfüllung der Verheißung zu führen. Dann wurde Josua, dessen Name Erlöser oder Erretter bedeutet, ihr Anführer, und unter ihm erlangten sie große Siege und betraten tatsächlich das in dem Bunde verheißene Land. Zweifellos erschien es damals, dass der wahre Anführer gekommen war und dass die Verheißung dabei war, vollständig erfüllt zu werden.

 

Aber Josua starb, und sie kamen als eine Nation nicht voran, bis ihnen David und danach Salomon als Könige gegeben wurden. Da erreichten sie den Höhepunkt ihrer Herrlichkeit; aber schon bald wurde ihnen, anstatt die Verheißung erfüllt zu sehen, ihre Macht wieder genommen und sie wurden von anderen Nationen besiegt. Einige hielten jedoch an der Verheißung Gottes fest und hielten Ausschau nach dem großen Erlöser aus, von welchem Moses, Josua, David und Salomon nur Vorbilder waren.

 

Um die Zeit, als Jesus geboren wurde, waren alle Menschen in Erwartung des Messias, dem kommenden König von Israel, und durch Israel von der Welt. Aber Israels Hoffnung auf die Herrlichkeit und Ehre ihres kommenden Königs in seiner Größe und Macht, wie dies durch die Vorbilder und Prophezeiungen angezeigt worden war, bewirkte, dass sie eine andere Reihe von Vorbilder und Prophezeiungen übersahen, welche auf ein Werk des Leidens und des Todes als das Lösegeld für die Sünder hinwiesen, welches notwendig ist, bevor der Segen kommen kann. Dies wurde in dem Passahlamm vorgeschattet, bevor sie aus Ägypten befreit wurden, in dem Töten der Tiere beim Schließen des Gesetzesbundes, { Heb 9:11-20 10:8-18} und in den Versöhnungsopfern, welche beständig, Jahr für Jahr, von der Priesterschaft durchgeführt wurden. Sie übersahen auch die Erklärung der Propheten, ,, welche bezeugt haben, die im voraus kommenden Leiden des Christus und die Herrlichkeit, danach folgen wird.’ (1. Petr. 1:11 nach englischer King-James-Bibelübersetzung). Als daher Jesus als ein Opfer kam, erkannten sie ihn nicht; sie erkannten nicht die Zeit, in welcher ihnen die Gnade erschienen ist. { Lu 19:44 nach der Übersetzung von Otto Karrer} Auch seine unmittelbaren Nachfolger wurden schwer verwirrt, als Jesus starb; und traurig sagten sie:, , Wir vertrauten darauf, dass er der sei, der Israel erlösen wird.’ ( Lu 24:21 nach der englischen King-James-Bibelübersetzung) Ganz offensichtlich war ihr Vertrauen auf ihn erschüttert worden. Sie verfehlten zu erkennen, dass der Tod ihres Anführers eine Garantie für den Neuen Bund war, unter welchem die Segnungen kommen werden, eine teilweise Erfüllung des Bundes der Verheißung. Aber als sie herausfanden, dass er aus dem Grab auferweckt worden war, begannen ihre schwächer gewordenen Hoffnungen wieder stärker zu werden; { 1Pe 1:3} und als er im Begriff war, sie zu verlassen, fragten sie ihn in Bezug auf ihre lang ersehnte und oft hinaus geschobene Hoffnung:, , Herr, stellst du in dieser Zeit dem Israel das Reich wieder her?’ Dass ihre Hoffnungen in der Hauptsache richtig waren, obwohl sie die Zeit nicht wissen sollten, wann sie erfüllt werden, ist aus der Antwort unseres Herrn klar:, , Es ist nicht eure Sache, Zeiten oder Zeitpunkte zu wissen, die der Vater in seine eigene Gewalt gesetzt hat.’ -Apg. 1:6,7

 

Welche Wendung hat Gottes Plan nun genommen? muß die Frage seiner Jünger gewesen sein, als Jesus aufgefahren war; denn wir müssen bedenken, dass unseres Herrn Lehren hinsichtlich des Königreiches in erster Linie in Gleichnissen und dunkeln Aussprüchen bestanden. Er hatte ihnen gesagt:, , Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen; wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, gekommen ist, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten.’ "Jener wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe." { Joh 16:12,13 14:26} Aus diesem Grund konnten sie es nicht vor dem Kommen des Pfingstsegens verstehen.

 

Auch danach dauerte es noch einige Zeit, bevor sie ein klares, volles Verständnis des zu verrichtenden Werkes erhielten und seines Verhältnisses zu dem ursprünglichen Bund. (Apg. 11:9; Gal. 2:2, 12, 14) Es scheint jedoch, dass sie als Gottes Mundstücke benutzt wurden, auch bevor sie alles völlig klar verstanden haben, und ihre eingegebenen Worte waren wahrscheinlich klarere und tiefere Ausdrücke der Wahrheit, als sie es selbst vollständig verstanden haben. Lese zum Beispiel die Rede des Jakobus, in welcher er sagt: "Simon hat erzählt, wie Gott zuerst den Nationen die Gnade gesandt hat, um aus ihnen ein Volk zu nehmen für seinen Namen (eine Braut). Und hiermit stimmen die Worte der Propheten überein, wie geschrieben steht:, , Nach diesem (nachdem dieses Volk aus den Nationen herausgenommen worden ist) werde ich mich ihnen wieder zuwenden (den Juden) und werde die Hütte Davids (die irdische Herrschaft) wieder aufbauen, welche verfallen ist, und ihre Trümmer will ich wieder bauen und sie wieder aufrichten." -Apg. 15:14-16

 

Jakobus begann in Gottes Vorsehung zu lesen, in der Sendung des Evangeliums durch Petrus zu dem ersten aus den Nationen Bekehrten und durch Paulus zu den Nationen im allgemeinen, dass während dieses Zeitalters gläubige Juden und Gläubige aus den Nationen in gleicher Weise begnadigt werden. Dann schlug er in den Prophezeiungen nach und fand es so geschrieben; und nachdem das Werk dieses Evangeliumszeitalters vollendet ist, werden dem fleischlichen Israel die Verheißungen erfüllt. Ganz allmählich begann das große Geheimnis, welches so lange verborgen war, von einigen wenigen verstanden zu werden-den Heiligen, den besonderen Freunden’ Gottes.

 

Paulus erklärt (Kol. 1:27), dass dieses Geheimnis, welches von den Zeitaltern und von den Geschlechtern her verborgen war, und welches nun seinen Heiligen geoffenbart worden ist, dieses ist:

 

"Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit."

 

Dies ist das große Geheimnis Gottes, welches von allen vorhergehenden Zeitaltern her verborgen gewesen ist und noch vor allen verborgen ist, mit Ausnahme einer besonderen Schar-den Geheiligten oder geweihten Gläubigen. Aber was ist die Bedeutung von, , Christus in euch’? Wir haben gelernt, dass Jesus mit dem Heiligen Geist gesalbt gewesen ist (Apg. 10:38), und auf diese Weise erkennen wir ihn als den Christus-den Gesalbten-denn das Wort Christus bedeutet gesalbt. Und der Apostel Johannes sagt, dass die Salbung, die wir (die geweihte Gläubigen) empfangen haben, in uns bleibt. { 1Jo 2 27} Auf diese Weise sind die Geheiligten dieses Evangeliumszeitalters eine gesalbte Schar-gesalbt zu Königen und Priestern für Gott (2. Kor. 1:21  _ 1Pe 2:9); und zusammen mit Jesus, ihrem Haupt und Herrn, bilden sie Jehovas Gesalbten-den Christus.

 

In Übereinstimmung mit der Lehre des Johannes, dass auch wir gesalbt sind, versichert uns Paulus, dass dieses Geheimnis, welches in den vorhergehenden Zeitaltern geheim gehalten worden ist und welches jetzt jedoch den Geheiligten geoffenbart worden ist, das ist, dass der Christus (der Gesalbte), , nicht aus einem Glied besteht, sondern aus vielen’, genauso wie der menschliche Leib einer ist und doch viele Glieder hat; aber wie alle Glieder des Leibes nur ein Leib sind, auch wenn ihrer viele sind, so ist es auch mit dem Gesalbten-dem Christus. (1. Kor. 12:12-28) Jesus ist gesalbt zum Haupt oder Herrn über die Herauswahl, welche sein Leib ist (oder seine Braut, wie dies in einem anderen Vorbild dargestellt wird - Eph 5:25-30???), und zusammengenommen bilden sie den verheißenen, , Samen’- den großen Erlöser:, , Wenn ihr aber des Christus seid, dann seid ihr Abrahams Same und nach Verheißung Erben.’ - Ga 3:29???

 

Der Apostel warnt die Herauswahl sorgfältig vor irgendwelchen anmaßenden Gedanken, indem er von Jesu sagt, dass "Gott alle Dinge unter seine Füße unterworfen hat und ihn als Haupt über alles der Herauswahl gegeben hat, welche sein Leib ist’," auf dass er in allen Dingen die überragende Bedeutung habe.’ ( Eph 1:22; Kol. 1:18 gemäß der englischen King-James-Bibelübersetzung und der deutschen Übersetzung von Wilhelm Lueken) Dennoch zeigt er unter dem Vorbild des menschlichen Leibes herrlich und bekräftigend unsere vertraute Verbindung zu ihm. Dieselbe Zusammengehörigkeit lehrte Jesus auch, als er sagte:, , Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben.’ - Joh 15:5???

 

Unsere Einheit mit dem Herrn Jesus, als Glieder des Christus, der gesalbten Schar, wird treffend durch die Figur einer Pyramide veranschaulicht.

 

Die Spitze (der Haupteckstein) ist eine vollkommene Pyramide in sich selbst. Andere Steine mögen darunter aufgebaut werden, und wenn sie in Harmonie mit allen Charaktereigenschaften der Spitze sind, so wird die ganze Masse eine vollkommene Pyramide sein. Wie wundervoll stellt dies unsere Stellung als Glieder, , des Samens’ -, , des Christus’ dar. Mit unserem Haupt verbunden und in vollkommener Harmonie mit ihm, sind wir als lebendige Steine vollkommen; getrennt von ihm sind wir nichts.

 

Jesus, der eine Vollkommene, ist hoch erhöht worden, und wir übergeben uns jetzt ihm, damit wir nach seinem Vorbild geformt und gebildet und als ein Haus Gottes aufgebaut werden möchten. Bei einem gewöhnlichen Haus gibt es keinen "Haupt-Eckstein’, aber es steht geschrieben:

 

,, Siehe, ich lege in Zion einen Haupt-Eckstein, einen auserwählten und kostbaren’ -"zu welchem ihr als zu einem lebendigen Stein kommend....auch selbst als lebendige Steine aufgebaut werdet zu einem geistlichen Haus, einer heiligen Priesterschaft, um Opfer darzubringen, welche Gott durch Jesus Christus wohlgefällig und annehmbar sind.’ { 1Pe 2:4-6, das sinaitische Manuskript läßt das Wort "geistliche’ vor Opfer aus} Und wir sind zuversichtlich, dass sehr bald die Vereinigung zwischen Jesus, dem, , Haupt’, und "der Herauswahl, welche sein Leib ist’, vollendet sein wird.

 

Und, Geliebte, wir müssen viele Unannehmlichkeiten und viel Polieren ertragen -viele Umgestaltungen müssen wir durchmachen und viele Umformungen hin zu seinem Vorbild unter der Leitung des großen Meisterbildners; und damit die Charaktereigenschaften und die Vollkommenheit des Bildners sich in uns zeigen können, ist für uns notwendig zu erkennen, dass wir in uns keinen der Ausführung Seines Willens sich widersetzenden oder entgegengesetzten Willen haben; wir müssen kindlich und sehr demütig sein-"haltet an der Demut fest; denn Gott widerstehet den Hochmütigen, den Demütigen aber gibt er Gnade.’ Laßt uns daher uns selbst unter die mächtige Hand Gottes demütigen, damit er uns erhöhe zur rechten Zeit (1. Petr. 5:5,6), wie er unser Haupt und Vorläufer erhöht hat. - Php 2:8,9???

 

Das ist in der Tat eine wunderbare Botschaft, und wenn wir zum Worte Gottes kommen, um über diese große, hohe Berufung nachzuforschen, dann finden wir, dass alle Propheten sehr wortgewandt die Gnade (das Vorrecht oder den Segen) verkündigen, welche auf uns gekommen ist (1. Petr. 1:10); während in dieser Zeit die Vorbilder und Gleichnisse und bisher dunklen Aussprüche immer heller hervor leuchten und ihr Licht auf den, , schmalen Weg’ werfen, auf welchem die gesalbte (Christus-) Schar berufen ist, um nach dem Preis zu laufen, der jetzt dem Blick immer mehr geoffenbart wird. Dies ist wahrlich ein Geheimnis gewesen, an welches niemals zuvor gedacht worden ist-dass Gott nicht nur beabsichtigt, einen Einzelnen als Erlöser zu erhöhen, sondern einen aus vielen Gliedern bestehenden Erlöser. Dies ist die hohe, himmlische Berufung, an welcher die geweihten Gläubigen des Evangeliumszeitalters das Vorrecht haben, sie zu erlangen. Jesus versuchte nicht, dies seinen Jüngern klar zu machen, während sie noch natürliche Menschen waren, sondern er wartete bis zu Pfingsten, wo sie gesalbt wurden-gezeugt zu einer neuen Natur. Aus Paulus Erklärung wissen wir, dass nur, , Neue Schöpfungen’ jetzt diese hohe Berufung wertschätzen und verstehen können. Er sagt: "Wir reden Gottes Weisheit in einem Geheimnis, die verborgene Weisheit (der verborgene Plan), welche Gott festgelegt hat vor den Zeitaltern zu unserer Herrlichkeit; welche keiner von den Fürsten (Anführern) dieses Zeitalters erkannt hat, ... wie geschrieben steht: Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott bereitet hat denen, die ihn lieben; uns aber hat es Gott geoffenbart durch seinen Geist.’ 1. Kor. 2:6-14

 

In seinem Brief an die Galater offenbart Paulus das ganze Geheimnis und zeigt, wie der abrahamitische Bund erfüllt werden wird. Er zeigt, dass das Gesetz, welches Israel gegeben wurde, den ursprünglichen Bund nicht aufhebt { Ga 3:15-18} und dass der Same Abrahams, welcher alle Nationen segnen wird, Christus ist. (Vers 16) Danach den Gedanken ausführend, auf den wir bereits Bezug genommen haben, dass der Christus alle diejenigen mit einschließt, die vom Geist gesalbt sind, sagt er:, , Denn ihr alle, die ihr in den Christus getauft worden seid, ihr habt Christus angezogen....und wenn ihr des Christus seid, so seid ihr denn (zusammen mit Jesus) Abrahams Same und Erben der Verheißung’, die dem Abraham gemacht wurde. (Verse 27 und 29) Denselben Gedankengang weiter ausführend zeigt er, { Ga 4} dass Abraham ein Vorbild von Jehova war, Sarah ein Vorbild des Bundes oder der Verheißung und Isaak ein Vorbild des Christus (Haupt und Leib); und dann fügt er hinzu:, , Wir, Brüder, sind gleichwie Isaak Kinder der Verheißung.’ (Vers 28) Auf diese Weise war der Plan Gottes in Vorbildern verborgen, bis das Evangeliumszeitalter begann, den Christus hervorzubringen.

 

Es hat eine Notwendigkeit dafür bestanden, dieses Geheimnis verborgen zu halten, denn sonst wäre es nicht in dieser Weise geschehen. Es war notwendig, weil wenn der Menschheit der Plan vollständig geoffenbart worden wäre, so wäre er zunichte gemacht worden. Hätten die Menschen es gewußt, so hätten sie weder den Herrn der Herrlichkeit, noch die Herauswahl, welche sein Leib ist, gekreuzigt. (1. Kor. 2:8) Nicht nur wäre der Tod Christi, als der Preis für des Menschen Erlösung, verhindert worden, wäre der Plan nicht als ein Geheimnis vor der Welt verborgen gehalten worden, sondern auch die Prüfung des Glaubens für die Herauswahl, welche an den Leiden des Christus Anteil hat, wäre dadurch verhindert worden: denn "die Welt erkennt uns nicht (als seine Miterben aus demselben Grund), weil sie ihn nicht erkannt hat.’ - _ 1Jo 3:1???

 

Nicht nur ist der Plan Gottes und der Christus, der diesen Plan in seiner Person sehr deutlich zum Ausdruck bringt, der Welt ein großes Geheimnis, sondern auch der besondere Weg, auf welchem diese kleine Herde zu wandeln berufen ist, zeichnet seine Glieder als ein "besonderes Volk’ aus ( Tit 2:14 nach der englischen King-James-Übersetzung). Es war der Welt ein Geheimnis, dass eine Person von solch großen Fähigkeiten, wie Jesus von Nazareth, seine Zeit und seine Fähigkeiten in der Weise aufopfern sollte, wie er es tat, denn hätte er im Gegensatz dazu seine Aufmerksamkeit der Politik, dem Gesetz, dem Handel oder der weitverbreiteten Religion zugewandt, dann hätte er groß und geachtet werden können. Nach Menschenmeinung ist er mit seinem Leben in unvernünftiger Weise umgegangen, und sie sagten:, , Er hat einen Teufel und ist von Sinnen.’ { Joh 10:20} Sein Leben und seine Lehren waren für sie ein Geheimnis. Sie konnten ihn nicht verstehen.

 

Die Apostel und die übrigen Gläubigen waren der Welt in gleicher Weise ein Geheimnis, da sie ihre Arbeit, ihr Geschäft, ihre irdischen Aussichten usw. verlassen haben, um die Vergebung der Sünden durch den Tod des verachteten und gekreuzigten Jesu zu predigen. Paulus gab eine hohe Stellung und gesellschaftlichen Einfluß auf, um mit seinen Händen zu arbeiten und von Christus und der unsichtbaren Krone für alle Gläubigen zu predigen, welche in seinen Fußstapfen wandeln werden. Dies war so geheimnisvoll, dass einer sagte:, , Paulus, du bist von Sinnen! Das viele Studieren bringt dich um den Verstand.’ Und alle, welche so wie Paulus in des Meisters Fußstapfen nachfolgen, werden um Christi willen für unvernünftig geachtet.

 

Aber Gottes Plan wird nicht für immer ein Geheimnis bleiben; der Tagesanbruch des Millenniumtages bringt mehr Licht von Gott zu den Menschen, und, , die Erkenntnis des Herrn wird die Erde bedecken.’ Die Sonne der Gerechtigkeit, welche mit Heilung unter ihren Flügeln aufgehen und welche die Finsternis der Unwissenheit beseitigen wird, ist der Christus in der Herrlichkeit des Millenniums-nicht das Haupt allein, sondern auch die Glieder seines Leibes; denn es steht geschrieben: Wenn wir mit ihm leiden, werden wir mit ihm zusammen verherrlicht werden., , Wenn der Christus, der unser Leben ist, erscheinen wird, dann werden wir mit ihm in Herrlichkeit erscheinen’; und, , dann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne in dem Reiche ihres Vaters. -Röm. 8:17  _ 2Ti 2:11,12; Kol. 3:4 Mt 13:43

 

Jetzt erscheinen die Verheißungen, an welche wir glauben, und die Hoffnungen, welche wir haben, für alle außer denjenigen, welche zu einer neuen Gesinnung gezeugt werden, nachdem sie die "Gesinnung des Christus’ empfangen haben, als unrealistisch und zu unwahrscheinlich, als dass man sie annehmen oder ihnen gemäß handeln könnte. Wenn Gott im kommenden Zeitalter, , seinen Geist ausgießen auf alles Fleisch ausgießen wird’, wie er ihn während des gegenwärtigen Zeitalters über seine, , Knechte und Mägde’ ausgießt, dann werden in der Tat alle Menschen die Verheißungen verstehen und wertschätzen, welche jetzt von der, , kleinen Herde’ verstanden werden; und sie werden sich an dem Gehorsam und der Erhöhung der Herauswahl erfreuen und sagen:, , Lasset uns fröhlich sein und frohlocken und Gott die Ehre geben; denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und sein Weib hat sich zubereitet.’ (0ffb. 19:7) Sie werden sich an der Verherrlichung der Herauswahl erfreuen, durch welche die Segnungen dann auf sie fließen werden; und während sie erkennen werden, dass die, , überaus großen und kostbaren Verheißungen’ das Erbteil des Gesalbten (Haupt und Leib) ist, und dieselben nicht an ihnen, sondern an uns erfüllt worden sind, werden sie durch die Lektion gesegnet werden, welche in der Herauswahl dargestellt ist; sie werden den Segnungen nachstreben, die ihnen dann vorgehalten werden, und sie werden durch das Beispiel der Herauswahl einen Vorteil haben und Gott um ihrer willen verherrlichen. Diese Erkenntnis wird aber keinen Wunsch nach dem Himmlischen erwecken; denn unter der neuen Anordnung der Dinge wird sie ihre Berufung zur vollkommenen menschlichen Natur vollständig zufriedenstellen und wird ihnen wünschenswerter erscheinen als einen Wechsel der Natur.

 

Dann wird das "Geheimnis’ vollendet sein; denn die Welt wird erkannt haben, dass es der Geist Gottes in Christus und der Geist des Christus in uns-Gott geoffenbart im Fleisch-war, welchen sie bisher falsch erstanden hatten. Dann werden sie erkennen, dass wir nicht unvernünftig waren noch töricht; sondern dass wir das bessere Teil erwählten, als wir nach dem Reichtum und der Ehre und der Krone strebten, was von ihnen nicht gesehen wurde, aber ewiglich ist.

 

Was die Zeit anbetrifft, so wird das Geheimnis Gottes während der Zeitspanne von dem Ertönen der siebenten (symbolischen) Posaune vollendet werden. (0ffb. 10:7) Das bezieht sich auf das Geheimnis in dem zweifachen Sinn, in welchem es gebraucht wird; das Geheimnis oder die verborgenen Züge von Gottes Plan werden dann geoffenbart worden sein und werden deutlich erkannt werden; und ebenso das, , Geheimnis Gottes’, die Herauswahl, welche diesen Plan sehr deutlich zum Ausdruck bringt. Beides wird dann vollendet sein. Der geheime, verborgene Plan wird die Fülle, die Gesamtzahl der Glieder des Leibes des Christus, herausgesucht haben, und daher wird der Leib des Christus vollendet sein. Der Plan wird aufhören, ein Geheimnis zu sein, weil es keinen weiterer Grund mehr dafür geben wird, sein Geheimnis aufrechtzuerhalten. Die Größe des so lange geheim gehaltenen und unter Verheißungen, Vorbildern und Gleichnissen verborgen gehaltenen Geheimnisses und die wundervolle Gnade, welche denjenigen geschenkt wird, welche berufen sind, an diesem Geheimnis teilzuhaben, { Eph 3:9} legt uns den Gedanken nahe, dass das Werk, welches nach seiner Vollendung folgt, und für welches Jehova die Menschheit seit sechstausend Jahren in Erwartung und Hoffnung erhalten hat, ein großartiges Werk, ein bedeutsames Werk sein muß, würdig solch großer Vorbereitungen. Was mögen wir nicht an Segnungen für die Welt erwarten, wenn der Schleier des Geheimnisses zurückgezogen ist und die Segensströme herabfließen! Dies ist es, nach welchem sich die ganze Schöpfung sehnt, während sie sich bis jetzt in Schmerzen plagt, wartend auf die Vollendung dieses Geheimnisses-auf die Offenbarung der Söhne Gottes, dem verheißenen Same, in welchem sie alle gesegnet werden. -Röm. 8:19, 21, 22

 

Zion, willkommen dein seliger Morgen!

 

Freude dem Land, denn die Finsternis schwind’t.

 

Trauern verscheucht sei und Klaglaut der Sorgen!

 

Zion, triumphierend ihr’ Herrschaft beginnt.

 

Aufstehen die Toten; vom Land und vom Meere

 

Lobpreis Jehovas zum Himmel aufwallt.

 

G’stürzt Kriegsgetümmel, des Aufruhres Heere,

 

Fast Firmament spreng’nder Heilsruf erschallt!

STUDIE VI—Das Wiederkommen unseres Herrn

 

Sein Zweck, die Wiederherstellung aller Dinge

 

Unseres Herrn zweites Kommen persönlich und vor dem Millennium. -Sein Verhältnis zum ersten Kommen. -Das Erwählen der Herauswahl und die Bekehrung der Welt. -Erwählung und freie Gnade. -Gefangene auf Hoffnung. -Prophetisches Zeugnis über die Wiederherstellung. -Das Wiederkommen unseres Herrn offenbart die Hoffnung der Herauswahl und der Welt.

 

,, Und er euch Jesus Christus sende, welcher euch zuvor gepredigt worden ist, und welchen der Himmel aufnehmen muß bis zu den Zeiten der Wiederherstellung aller Dinge, von welchen Gott durch den Mund seiner heiligen Propheten gesprochen hat, seitdem die Welt begann.’ -Apg. 3:20, 21 (nach Allioli-Bibelübersetzung)

 

Wir nehmen an, dass alle diejenigen, welche mit den Schriften vertraut sind und denselben glauben, zugeben, dass unser Herr beabsichtigte, dass seine Jünger verstehen, dass er zu einem gewissen Zweck, in einer gewissen Weise und zu einer gewissen Zeit wiederkommen wird. Wahrlich, Jesus sagte:, , Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende des Zeitalters’,{ Lu 28:20???} und er ist mit seinem Geist und durch sein Wort fortwährend bei der Herauswahl gewesen, und er hat seine Heiligen geführt, geleitet, getröstet und aufrechterhalten und sie inmitten aller ihrer Bedrängnisse aufgerichtet. Aber obwohl die Herauswahl sich des Segens vom Herrn bewußt war, dass er alle ihre Wege kannte und sich beständig um sie sorgte und sie liebte, so sehnt sie sich doch nach seiner verheißenen persönlichen Rückkehr; denn, als er sagte: "Wenn ich hingehe, so komme ich wieder’,{ Joh 14:3} sprach er sicherlich von einem zweiten persönlichen Kommen.

 

Einige meinen, er habe sich auf die Herabsendung des Heiligen Geistes zu Pfingsten bezogen; andere meinen, auf die Zerstörung von Jerusalem usw.; aber diese übersehen ganz offensichtlich die Tatsache, dass Er, der tot war und lebendig ist, im letzten Buch der Bibel, welches über sechzig Jahre nach Pfingsten und sechsundzwanzig Jahre nach Jerusalems Zerstörung geschrieben wurde, von diesem Ereignis als einem noch zukünftigen spricht, indem er sagt:, , Siehe, ich komme bald, und mein Lohn ist mit mir.’ Und der inspirierte Johannes erwiderte:, , Ja, komm Herr Jesus.’ 0ff. 22:12, 20

 

Ziemlich viele denken, dass, wenn Sünder bekehrt werden, dies ein Teil von dem Kommen des Christus sei, und dass sein Kommen solange andauere bis die ganze Welt bekehrt sei. Dann, sagen sie, ist er ganz gekommen.

 

Diese vergessen ganz offensichtlich das Zeugnis der Schrift über diesen Gegenstand, welche genau das Gegenteil von ihrer Erwartung erklärt: dass die Welt zu der Zeit von dem Zweiten Kommen unseres Herrn weit davon entfernt sein wird, zu Gott bekehrt zu sein; dass "in den letzten Tagen gefahrvolle Zeiten kommen werden; denn die Menschen werden mehr das Vergnügen lieben als Gott’;{ 2Ti 3:1-4} dass "böse Menschen und Verführer im Bösen immer weiter fortschreiten werden, indem sie täuschen und getäuscht werden.’ (Vers 13) Sie vergessen des Meisters besondere Warnung an seine kleine Herde: "Habet auf euch selbst acht, damit jener Tag euch nicht plötzlich überrascht, denn wie ein Fallstrick wird er kommen über alle, (welche nicht achtsam sind), welche auf der Oberfläche der ganzen Erde wohnen.’ { Lu 21:34,35} Außerdem mögen wir in der Zuversicht feststehen, dass, wenn gesagt wird, "dass alle Geschlechter der Erde weheklagen werden um seinetwillen’, wenn sie sein Kommen erkennen werden (Offb. 1:7), keine Andeutung von einer vorherigen Bekehrung der Sünder gemacht wird. Weheklagen alle Menschen wegen der Bekehrung der Sünder? Ganz im Gegenteil, wenn sich diese Stelle auf Christus Gegenwart auf der Erde bezieht, wie meistens alle zugeben, dann lehrt sie, dass nicht alle auf der Erde seine Erscheinung liebhaben werden, wie sie es sicherlich täten, wenn sie alle bekehrt wären.

 

Manche erwarten ein tatsächliches Kommen und eine tatsächliche Gegenwart des Herrn, aber sie legen die Zeit für dieses Ereignisses weit hinaus und behaupten, dass die Welt durch die Bemühungen der Herauswahl in ihrem gegenwärtigen Zustand bekehrt werden muß und dass auf diese Weise das Milleniumszeitalter herbeigeführt werde. Sie behaupten, dass, wenn die Welt bekehrt und der Satan gebunden worden ist und die Erkenntnis des Herrn die ganze Erde erfüllt und die Nationen keinen Krieg mehr lernen, dann würde das Werk der Kirche in ihrem jetzigen Zustand beendet sein; und wenn sie diese große und schwierige Aufgabe vollbracht habe, dann werde der Herr kommen, um die irdischen Angelegenheiten zu Ende zu bringen, indem er die Gläubigen belohnt und die Sünder verdammt.

 

Einige aus dem Zusammenhang gerissene Schriftstellen scheinen diese Ansicht zu unterstützen; aber wenn wir Gottes Wort und Plan als ein Ganzes betrachten, so wird die entgegengesetzte Ansicht als die zu bevorzugende erkannt, nämlich die, dass Christus vor der Bekehrung der Welt kommt und zu dem Zweck herrscht, die Welt zu bekehren; dass jetzt die Herauswahl geprüft wird und dass die den Überwindern verheißene Belohnung darin besteht, dass sie nach ihrer Verherrlichung an der Herrschaft des Herrn Jesus teilhaben werden, was Gottes festbestimmte Absicht ist, um die Welt zu segnen und um zu erreichen, dass die Erkenntnis des Herrn zu jeder Schöpfung kommt. Das sind die besonderen Verheißungen des Herrn:, , Wer überwindet, dem will ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen.’ (Offb. 3:21) "Und sie lebten und herrschten mit dem Christus tausend Jahre.’ -0ff. 20:4

 

Es gibt in erster Linie zwei Texte, auf welche sich diejenigen berufen, welche behaupten, dass der Herr nicht vor dem Ende des Millenniums kommen werde, auf welche wir hier aufmerksam machen. Der eine ist: "Dieses Evangelium des Königreiches wird gepredigt werden in der ganzen Welt, allen Nationen zu einem Zeugnis, und dann wird das Ende kommen.’ { Mt 24:14} Sie behaupten, dies habe Bezug auf die Bekehrung der Welt vor dem Ende des Evangeliumszeitalters. Aber ein Zeugnis ablegen vor der Welt bedeutet nicht die Bekehrung der Welt. Der Text sagt nichts darüber, wie das Zeugnis angenommen werden wird. Dieses Zeugnis ist bereits gegeben worden. Im Jahre 1861 zeigten die Berichte der Bibelgesellschaften, dass das Evangelium in jeder Sprache der Erde verkündigt worden ist, obwohl nicht alle Millionen Menschen auf der Erde es angenommen haben. Nein, nicht die Hälfte der sechzehnhundert Millionen Lebender haben jemals den Namen von Jesus gehört. Dennoch ist die Bedingung des Textes erfüllt worden; das Evangelium ist in aller Welt gepredigt worden zu einem Zeugnis -in jeder Nation.

 

Der Apostel (Apg. 15:14) sagt, dass der Hauptzweck des Evangeliums im gegenwärtigen Zeitalter der ist, ,, aus den Nationen ein Volk zu nehmen’ für Christus Namen, die überwindende Herauswahl, welche bei seiner Zweiten Gegenwart mit ihm vereinigt werden und seinen Namen empfangen wird. Das Zeugnisablegen der Welt gegenüber ist während dieses Zeitalters ein untergeordneter Zweck.

 

Der andere Text ist:, , Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde lege zum Schemel deiner Füße.’ (Psl. 110:1) Die unklare und unbestimmte Idee über diesen Text scheint die zu sein, dass Christus irgendwo in den Himmeln auf einem wortwörtlichen Thron sitzt bis das Werk der Unterwerfung aller Dinge für ihn durch die Kirche vollendet ist, und dass er dann kommt, um zu herrschen. Das ist eine verkehrte Auffassung. Der Thron Gottes, von dem die Rede ist, ist kein wortwörtlicher, sondern er bezeichnet seine erhabene Macht und Herrschaft; und der Herr Jesus ist erhöht worden, um an dieser Herrschaft teilzuhaben. Paulus erklärt:, , Darum hat Gott ihn (Jesus) auch hoch erhoben und ihm einen Namen gegeben, der über jeden Namen ist.’ { Php 2:9} Er hat ihm eine Macht verliehen, die jede andere übersteigt, die nächste zum Vater. Wenn Christus auf einem wortwörtlichen Thron säße, bis seine Feinde zum Schemel seiner Füße gelegt worden sind (ihm ganz unterworfen sind), dann könnte er selbstverständlich nicht kommen, bis ihm alle Dinge unterworfen sind. Aber wenn sich die, , rechte Hand’ in diesem Text auf keinen bestimmten Platz bezieht, sondern, wie wir behaupten, auf Macht, Autorität und Herrschaft, dann folgt daraus, dass der vorliegende Text in keinster Weise mit der anderen Schriftstelle im Widerspruch steht, welche lehrt, dass er kommt, um sich "alle Dinge zu unterwerfen’ { Php 3:21} kraft der Macht, die ihm übertragen worden ist. Um dies zu verdeutlichen: Wir sagen, Kaiser Wilhelm sitzt auf dem Thron von Deutschland, aber wir beziehen uns nicht auf einen königlichen Stuhl, und es ist eine Tatsache, dass er nur selten auf ihm Platz nimmt. Wenn wir sagen, er ist auf dem Thron, meinen wir, dass er Deutschland regiert. Die rechte Hand bezeichnet den wichtigsten Platz und die wichtigste Stellung in Ansehen oder Gunst, die nächste Stellung neben dem höchsten Herrscher. Auf diese Weise wurde Fürst Bismarck durch den deutschen Kaiser erhöht oder zur rechten Hand der Macht eingesetzt; und Joseph war zur rechten Hand des Pharao im Königreich von Ägypten-nicht wortwörtlich, sondern in Übereinstimmung mit der gewöhnlichen Redewendung. Jesus Worte vor Kaiphas stimmen mit diesem Gedanken überein:, , Von nun an werdet ihr den Sohn des Menschen sitzen sehen zur rechten Hand der Macht und kommen in den Wolken des Himmels.’ { Mt 26:64} Er wird zur rechten Hand sein, wenn er kommt, und er wird während des Millenniumszeitalters und für immer zur rechten Hand bleiben.

 

Eine weitere nähere Betrachtung von Gottes geoffenbarten Plänen wird eine umfassendere Ansicht von dem Zweck der Ersten und der Zweiten Gegenwart des Herrn geben; und wir sollten uns daran erinnern, dass beide Ereignisse zusammenhängen wie zwei Teile von einem Plan. Das besondere Werk der Ersten Gegenwart war, die Menschen loszukaufen; und das besondere Werk der Zweiten Gegenwart ist, die Losgekauften wiederherzustellen, zu segnen und freizumachen. Nachdem er sein Leben als ein Lösegeld für alle gegeben hatte, fuhr unser Erlöser hinauf, um dies Opfer dem Vater zu übergeben und auf diese Weise des Menschen Missetat zu versöhnen { Heb 9:12,24} Er wartet noch immer und läßt es zu, dass, , der Fürst dieser Welt’ die Herrschaft des Bösen fortsetzt, bis das Herauswählen der, , Braut, des Lammes Weib’ beendet ist; derjenige, welcher solcher Ehre würdig erachtet werden wird, muß die Einflüsse der gegenwärtigen bösen Welt überwinden. Danach wird es die rechte Zeit sein, um das Werk zu beginnen, der Menschheit in der ganzen Welt die großen Segnungen zu geben, welche ihnen durch sein Opfer zugesichert worden sind, und er wird hervorkommen, um während seiner Zweiten Gegenwart alle Geschlechter der Erde zu segnen.

 

Wahrlich, die Wiederherstellung und die Segnung hätte sofort beginnen können, nachdem das Lösegeld vom Erlöser bezahlt worden war, und dann wäre das Kommen des Messias nur ein einziges Ereignis gewesen, die Herrschaft und die Segnung hätte sofort begonnen, wie die Apostel es zuerst erwartet hatten. (Apg. 1:6) Aber Gott hatte "etwas Besseres für uns’ -die christliche Herauswahl-vorgesehen, { Heb 11:40} daher ist es in unserem Interesse, dass die Herrschaft des Christus um diese neunzehn Jahrhunderte von den Leiden des Hauptes getrennt wurde. Dieser Zeitabschnitt zwischen der Ersten und der Zweiten Gegenwart, zwischen dem Lösegeld für alle und der Segnung von allen, ist für die Erprobung und die Erwählung der Herauswahl, welche der Leib des Christus ist, bestimmt; sonst hätte es nur die eine Gegenwart gegeben und das Werk, welches während des Zeitabschnittes seiner Zweiten Gegenwart, im Millennium, hinausgeführt werden wird, wäre gleich auf die Auferstehung von Jesus gefolgt. Oder anstatt zu sagen, dass das Werk der Zweiten Gegenwart sofort dem Werk der Ersten gefolgt wäre, laßt uns vielmehr sagen, dass, hätte Jehova die Erwählung der, , kleinen Herde’, des, , Leibes des Christus’, nicht beabsichtigt, die Erste Gegenwart damals nicht stattgefunden hätte, sondern sich erst zu der Zeit der Zweiten Gegenwart ereignet hätte, und es hätte nur eine Gegewart gegeben. Denn Gott hat ganz offensichtlich sowohl die Zulassung des Bösen für sechstausend Jahre lang beabsichtigt, als auch dass die Reinigung und die Wiederherstellung von allen im siebenten Jahrtausend vollbracht werden wird.

 

Auf diese Weise wird erkannt, dass das Kommen von Jesus, als das Opfer und das Lösegeld für die Sünder, der Zeit des Segnung und Wiederherstellung gerade lange genug voranging, um die Herauswahl seiner "kleinen Herde’ von, , Miterben’ zu ermöglichen. Dies erklärt den offensichtlichen Verzug von seiten Gottes in der Austeilung der verheißenen Segnungen, welche in dem Lösegeld bereitgestellt worden sind. Die Segnungen werden, wie ursprünglich geplant, zur rechten Zeit kommen, und der Preis wurde um eines überaus herrlichen Zweckes willen länger vorher hinterlegt, als Menschen es erwartet hätten.

 

Der Apostel belehrt uns, dass der Herr Jesus von der Erde abwesend gewesen ist-und zwar im Himmel-während der ganzen Zwischenzeit von seiner Auffahrt bis zum Anfang der Zeiten der Wiederherstellung oder dem Millenniumszeitalter-, , welchen der Himmel aufnehmen muß bis zu den Zeiten der Wiederherstellung’ usw. (Apg. 3:21) Weil die Schrift auf diese Weise lehrt, dass der Zweck von unseres Herrn Zweiter Gegenwart die Wiederherstellung aller Dinge ist und dass zu der Zeit seiner Erscheinung die Nationen soweit davon entfernt sind, bekehrt zu sein, dass sie zornig sind (Oft. 11:18) und sich ihm widersetzen, so muß zugegeben werden, dass entweder die Herauswahl verfehlt hat, ihre Aufgabe zu erfüllen, und dass Gottes Plan insoweit durchkreuzt worden ist oder dass, wie wir behaupten und gezeigt haben, im gegenwärtigen Zeitalter von der Herauswahl nicht erwartet wurde, die Welt zu bekehren, sondern dass es ihre Aufgabe gewesen ist, das Evangelium in aller Welt zu einem Zeugnis zu predigen und sich selbst unter der göttlichen Leitung für ihr großes Werk der Zukunft vorzubereiten. Gott hat seine Macht, die Welt zu bekehren, bis jetzt in keinster Weise erschöpft. Nein, ganz im Gegenteil, er hat die Bekehrung der Welt bis jetzt noch nicht einmal versucht.

 

Einigen mag dies als eine merkwürdige Erklärung erscheinen, aber laßt uns darüber nachdenken, dass, wenn Gott solch ein Werk unternommen hat, es ihm ganz offensichtlich nicht geglückt ist; denn, wie wir gesehen haben, hat nur ein kleiner Teil der Milliarden der Erde jemals auf vernünftige Weise von dem einzigen Namen, in welchem sie errettet werden können, gehört. Wir haben nur nachdrücklich die Ansichten und Lehren einiger der führenden Sekten-der Baptisten, Presbyterianer und anderer-ausgedrückt, nämlich, dass Gott aus der Welt eine, , kleine Herde’, eine Kirche, erwählt oder herauswählt. Sie glauben, dass Gott nicht mehr tun wird, als diese Kirche herauszuwählen, während wir finden, dass die Schriften einen weiteren Schritt in dem göttlichen Plan lehren-eine Wiederherstellung für die Welt, welche durch die Herauswahl hinausgeführt wird, wenn sie vollendet und verherrlicht ist. Die, , kleine Herde’, die Überwinder dieses Evangeliumszeitalters, sind der Leib, , des Samens’, in oder durch welchen alle Geschlechter der Erde gesegnet werden.

 

Diejenigen, welche behaupten, dass Jehova seit sechstausend Jahren versucht hat, die Welt zu bekehren, und er die ganze Zeit hindurch dies nicht geschafft habe, müssen es als schwierig finden, solche Ansichten mit der Zusicherung der Bibel zu vereinbaren, dass alle Absichten von Gott erfüllt werden und dass sein Wort nicht leer zu ihm zurückkehrt, sondern in den Dingen erfolgreich sein wird, wozu er es ausgesandt hat (Jes. 55:11). Die Tatsache, dass die Welt bis jetzt noch nicht bekehrt worden ist und dass die Erkenntnis des Herrn die Erde bis jetzt noch nicht erfüllt hat, ist ein Beweis dafür, dass diese Aufgabe bis jetzt noch ausgesandt worden ist.

 

Das bringt uns auf zwei Denkrichtungen, die jahrhundertelang die Christenheit getrennt haben, nämlich die der Erwählung und die der freien Gnade. Dass beide Lehren, trotz ihrer scheinbaren Gegensätze, einen schriftgemäßen Hintergrund haben, wird kein Bibelforscher leugnen. Diese Tatsache sollte uns sofort dahin führen, zu vermuten, dass beide in gewisser Hinsicht wahr sein müssen; aber auf keine andere Weise können sie Einklang gebracht werden, außer durch die Beachtung des himmlischen Gesetzes, der himmlischen Anordnung und durch das, , rechte Teilen des Wortes der Wahrheit’ zu diesem Thema. Diese Anordnung, wie sie in dem Plan der Zeitalter dargestellt wurde, zeigt uns sehr deutlich, wenn sie beachtet wird, dass während des gegenwärtigen und des vergangenen Zeitalters eine Erwählung fortwährend stattgefunden hat und dass Gottes gnadenvolle Vorkehrung für die Welt im allgemeinen während des Millenniumszeitalters die ist, welche der Unterscheidung wegen als freie Gnade bezeichnet wird. Wenn die unterschiedlichen Merkmale der Zeitabschnitte und Zeitalter, die in einem vorhergehenden Kapitel ausgeführt wurden, im Gedächtnis behalten werden und alle Stellen, die sich auf das Herauswählen und die freie Gnade beziehen, näher betrachtet und an die Stelle gelegt werden, wo sie hingehören, so wird festgestellt werden, dass alle solche, welche von dem Herauswählen handeln, auf das gegenwärtige und vergangene Zeitalter anzuwenden sind, währenddessen solche, welche die freie Gnade lehren, vollständig auf das nächste Zeitalter anzuwenden sind.

 

Das Herauswählen jedoch, wie es in der Bibel gelehrt wird, ist nicht ein willkürlicher Zwang oder ein unvermeidliches Schicksal, wie es gewöhnlich von deren Befürwortern geglaubt und gelehrt wird, sondern eine Herauswahl in Übereinstimmung nach dem Geeignetsein und der Bereitwilligkeit, sich dem Willen Gottes zu unterwerfen, während des Zeitabschnittes, welcher für diesen Zweck festgelegt worden ist.

 

Die Lehre von der freien Gnade, von den Arminianern vertreten, ist ebenfalls eine viel großartigere Entfaltung der überreichen Gnade Gottes als es ihre eifrigsten Befürworter jemals gelehrt haben. Gottes Gnade oder Gunst in Christus ist immer frei in dem Sinne, dass sie unverdient ist; aber seit dem Fall des Menschen in die Sünde bis auf die gegenwärtige Zeit sind gewisse Gnadengaben Gottes auf besondere Personen, Nationen und Klassen begrenzt gewesen, währenddessen in dem nächsten Zeitalter die ganze Welt eingeladen werden wird, an den dann angebotenen Gnadengaben teilzuhaben unter den Bedingungen, welche dann allen bekannt sein werden, und wer immer bereitwillig sein wird, mag kommen und aus der Quelle des Lebens umsonst trinken. -0ff. 22:17

 

Zurückblickend bemerken wir die Erwählung oder das Herauswählen von Abraham und ganz bestimmter Nachkommen von ihm als die Mittel, durch welche der verheißene Same kommt, der alle Geschlechter der Erde segnen wird. { Ga 3:29} Wir erkennen auch die Herauswahl von Israel aus allen anderen Nationen als das eine Volk, an welchem Gott in vorbildlicher Weise darstellte, wie das große Werk für die Welt vollbracht werden wird-ihre Befreiung aus Ägypten, ihr Kanaan, ihre Bündnisse, ihre Gesetze, ihre Opfer für die Sünden und für das Hinwegnehmen der Schuld und zur Besprengung des Volkes und ihrer Priesterschaft, um dies alles hinauszuführen. Das alles war ein Vorbild und eine vorbildliche Darstellung von der wirklichen Priesterschaft und den wirklichen Opfern zur Reinigung der Menschen auf der ganzen Welt. Von dieser Nation sprechend, sagte Gott:, , Nur euch habe ich von allen Geschlechtern der Erde anerkannt." { Am 3:2} Bis Christus kam wurde allein diese Nation anerkannt; ja, auch nachher noch, denn seine Wirksamkeit war nur für sie bestimmt, und er erlaubte seinen Jüngern nicht, zu anderen zu gehen-sagend, als er sie aussandte: "Gehet nicht auf einen Weg der Nationen und gehet nicht in eine Stadt der Samariter.’ Warum, Herr? Weil er erklärt:, , Ich bin nicht gesandt, als nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel.’ { Mt 10:5,6 15:24} Seine ganze Zeit bis zum Tode war für sie bestimmt, und da fand sein erstes Werk für die Welt statt, der erste Beweis für seine freie und allumfassenden Gnade, welche in der Tat zur "rechten Zeit’ für alle ein Segen sein wird.

 

Diese größte Gnadengabe Gottes war auf keine Nation oder Klasse begrenzt. Sie war nicht nur für Israel allein, sondern für die ganze Welt; denn Jesus Christus erlitt durch die Gnade Gottes für jeden Menschen den Tod. - Heb 2:9???

 

Und auch jetzt, im Evangeliumszeitalter, gilt eine bestimmte Art des Herauswählens. Einige Teile der Welt sind mit dem Evangelium (welches für alle, die es hören, frei und umsonst ist) mehr begnadigt als andere. Blicke auf eine Weltkarte und siehe wie klein der Teil ist, welcher in irgendeinem nennenswerten Ausmaß durch das Evangelium von Christus erleuchtet oder gesegnet ist. Vergleiche dich selbst mit deinem Vorrecht und deiner Erkenntnis mit den Millionen, welche heutzutage in heidnischer Dunkelheit sind, welche die Berufung nie hörten und welche infolgedesen nie berufen waren. Wenn die herausberufene Schar (berufen, Söhne Gottes, Erben Gottes und Miterben mit Jesus Christus, unserem Herrn, zu sein-welche ihre Berufung und Erwählung fest gemacht haben) vollzählig ist, dann wird der Plan Gottes für die Errettung der Welt erst beginnen.

 

Nicht eher, als bis der Same ausgewählt, entwickelt und zur Macht erhöht ist, wird er das Haupt der Schlange zertreten. "Der Gott des Friedens wird in Kürze den Satan unter eure Füße zertreten.’ (Röm. 16:20; 1.Mose 3:15) Das Evangeliumszeitalter bereitet die keusche Jungfrau zu, die gläubige Herauswahl, für den kommenden Bräutigam. Und am Ende des Zeitalters, wenn sie sich "bereitet’ gemacht hat (Offb. 19:7), kommt der Bräutigam, und diejenigen, welche bereit sind, gehen mit ihm hinein zur Hochzeit-der zweite Adam und die zweite Eva werden eins, und dann beginnt das herrliche Werk der Wiederherstellung. In dem nächsten Zeitalter, in dem neuen Himmel und der neuen Erde, ist die Herauwahl nicht mehr länger die verlobte Jungfrau, sondern die Braut; und dann werden, , der Geist und die Braut sagen: Komm! Und wer es hört, der spreche: Komm! Und wen da dürstet, der komme; wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst.’ -2. Kor. 11:2; Offb. 22:17

 

Das Evangeliumszeitalter ist weit davon entfernt, das Ende der Aufgabe für die Herauswahl zu sein, und ist nur die notwendige Vorbereitung für das große zukünftige Werk. Nach diesem verheißenen und kommenden Segen seufzt die ganze Schöpfung und liegt zusammen bis jetzt in Geburtswehen, wartend auf die Offenbarung der Söhne Gottes. (Röm. 8:22,19) Und es ist eine gesegnete Tatsache, dass die freie Gnade in dem vollsten Ausmaß nicht nur für die Lebenden, sondern auch für diejenigen, welche gestorben sind, in unseres Vaters Plan als die segensreiche Gelegenheit im kommenden Zeitalter vorgesehen ist.

 

Einige, welche etwas von den Segnungen erkennen, welche bei der Zweiten Gegenwart an der Zeit sind, und welche in gewisser Hinsicht die Tatsache wertschätzen, dass der Herr kommt, um die großen Segnungen wirksam werden zu lassen, welche durch seinen Tod erkauft worden sind, verfehlen diese letzte Aussage zu erkennen, nämlich: Dass diejenigen, welche in den Gräbern sind, ebenso sehr Anteil haben werden an der herrlichen Herrschaft des Messias als auch diejenigen, welche in jener Zeit weniger vollständig unter der Knechtschaft der Vergänglichkeit sein werden-dem Tod. Aber so gewiß wie Jesus für alle starb, müssen auch alle die Segnungen und die Gelegenheiten erhalten, welche er durch sein eigenes kostbares Blut erkauft hat. Daher erwarten wir in dem Millenniumszeitalter die Segnungen für alle, sowohl für diejenigen, welche in ihren Gräbern sind, als auch für alle diejenigen, welche nicht in denselben sind; und wir werden hierüber einen starken Beweis finden, wenn wir weiter in des Herrn Zeugnis zu diesem Thema schauen. Auf Grund von Gottes Plan hinsichtlich der Freilassung derjenigen, welche in den Gräbern sind, werden sie "Gefangene der Hoffnung’ genannt.

 

Es wird geschätzt, dass mehr als einhundert und drei und vierzig Milliarden Menschen auf der Erde gelebt haben in den sechstausend Jahre seit Adams Erschaffung. Die am meisten verbreitete Schätzung, welche mit Vernunft gemacht werden kann, ist, dass von diesen weniger als eine Milliarde Menschen von Gott Geheiligte gewesen sind. Diese sehr großzügige Schätzung läßt die riesige Anzahl von hundert und zwei und vierzig Milliarden (142,000,000,000) Menschen übrig, welche ohne Glauben und ohne Hoffnung in den einzigen Namen, der unter dem Himmel oder den Menschen gegeben ist, in welchem wir errettet werden, in den Tod gegangen sind. In der Tat wußte die große Mehrheit von diesen nichts von Jesus und hat nichts von ihm gehört und konnte nicht an ihn glauben, von welchem sie nichts gehört hatte.

 

Was fragen wir, ist aus dieser großen Menge geworden, von welcher Zahlen nur einenganz unzureichenden Begriff geben? Was ist ihr Zustand, und was wird er sein? Hat Gott für diese eine Vorkehrung getroffen, deren Zustand und Umstände er vorausgesehen haben muß? Oder hat er mit der Grundlegung der Welt eine schreckliche und unbarmherzige Vorkehrung getroffen zu ihrer hoffnungslosen, ewigen Qual, wie einige seiner Kinder behaupten? Oder hält er in den Höhen und Tiefen, Längen und Breiten seines Planes eine Gelegenheit für sie bereit, dass alle zu der Erkenntnis jenes einzigen Namens kommen und sich des ewigen Lebens erfreuen, wenn sie den Bedingungen gegenüber gehorsam sein werden?

 

Auf diese Fragen, welche jeder nachdenkende Christ sich selbst stellt und sich danach sehnt, sie der Wahrheit gemäß und in Harmonie mit dem Charakter Jehovas beantwortet zu sehen, erfolgt eine Vielfalt an Antworten:

 

Der Atheismus (Gottesleugnung) antwortet: Sie sind ewig tot: es gibt kein Leben nach diesem: sie werden nie wieder leben.

 

Der Calvinismus antwortet: Sie waren nicht erwählt, errettet zu werden. Gott hat zuvor festgelegt und sie zuvorbestimmt, um verloren zu gehen-zur Hölle zu fahren-und dort sind sie jetzt, sich in Qualen befindend, wo sie immer verbleiben werden ohne Hoffnung.

 

Der Arminianismus antwortet: Wir glauben, dass Gott viele von ihnen um ihrer Unwissenheit willen entschuldigt. Diejenigen, welche das Beste getan haben, was sie kannten, werden mit Sicherheit ein Teil von der "Herauswahl der Erstgeborenen’ sein, selbst wenn sie nichts von Jesus gehört haben.

 

Dieser letzten Ansicht stimmt die Mehrheit der Christen aller Konfessionen zu (obwohl einige der Glaubensbekenntnisse diesem ganz entgegengesetzt sind) aus dem Gefühl heraus, dass irgendeine andere Ansicht mit der Gerechtigkeit auf Seiten Gottes unvereinbar wäre. Aber unterstützt die Schrift diese letzte Ansicht? Lehrt sie, dass Unwissenheit eine Grundlage für die Errettung ist? Nein; die einzige Grundlage für die Errettung, welche in der Schrift erwähnt wird, ist der Glaube an Christus als unseren Erlöser und Herrn., , Durch die Gnade seid ihr errettet auf Grund des Glaubens.’ { Eph 2:8} Die Rechtfertigung durch den Glauben ist die eigentliche Grundlage des ganzen Gebäudes der christlichen Lehre. Wenn gefragt wird: Was muß ich tun, um errettet zu werden? antworteten die Apostel: Glaube an den Herrn Jesus Christus., , Es ist kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, in welchem wir errettet werden sollen’ (Apg. 4:12); und, , jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird errettet werden.’ -Röm. 10:13

 

Paulus aber macht die Schlußfolgerung, dass ein Mensch das Evangelium hören muß, bevor er glauben kann, sagend:, , Wie sollen sie den anrufen, an welchen sie nicht geglaubt haben? Und wie werden sie an den glauben, von welchem sie nicht gehört haben?’ -Römer 10:14

 

Einige behaupten, dass Paulus lehrt, dass Unwissenheit die Menschen erretten würde, wenn er sagt, dass, , die Nationen, die das Gesetz nicht haben, sich selbst ein Gesetz sind.’ (Röm. 2:14) Sie schließen daraus, dass das Gesetz, welches ihnen ihr Gewissen gibt, ausreichend sei, um sie zu rechtfertigen. Aber solche Personen verstehen Paulus falsch. Sein Argument ist, dass die ganze Welt vor Gott schuldig ist (Röm. 3:19); dass die Nationen, welche das geschriebene Gesetz nicht hatten, durch das Licht des Gewissens verurteilt und nicht gerechtfertigt wurden, und ganz gleich, ob es sie entschuldigte oder anklagte, es ihnen bewies, dass sie die Vollkommenheit nicht erreichten und des Lebens nicht würdig waren, gerade wie die Juden durch das geschriebene Gesetz, welches sie hatten, verurteilt wurden;         ,, denn durch das Gesetz kommt die Erkenntnis der Sünde.’ (Röm. 3:20) Das dem Juden gegebene Gesetz offenbarte seine Schwachheit und war dazu beabsichtigt, ihm zu zeigen, dass er unfähig war, sich selbst zu rechtfertigen; ,, denn aus Gesetzeswerken wird kein Fleisch vor ihm (Gott) gerechtfertigt.’ Das geschriebene Gesetz verurteilte die Juden; und die Nationen hatten genug Licht des Gewissens, um sich selbst zu verurteilen; und auf diese Weise ist jeder Mund verstummt und kann nicht das Recht auf Leben beanspruchen, und die ganze Welt ist vor Gott schuldig.

 

Wenn wir uns an die Erklärung von Jakobus erinnern (Jak. 2:10), dass wer immer das ganze Gesetz einhalten will, es auch nicht in einem Punkt verletzen darf, weil er sonst schuldig ist und keinen Anspruch auf die von dem Gesetzesbund verheißenen Segnungen machen kann, dann erkennen wir, dass es in der Tat "keinen Gerechten gibt, auch nicht einen.’ (Röm. 3:10) Und auf diese Weise schließt die Schrift jede Tür der Hoffnung zu bis auf eine, indem sie zeigt, dass nicht einer der Verurteilten in der Lage ist, sich durch verdienstvolle Werke das ewige Leben zu sichern, und dass es gleichfalls nutzlos ist, Unwissenheit als eine Grundlage für die Errettung geltend zu machen. Die Unwissenheit kann niemandem ein Anrecht auf die Belohnung des Glaubens und des Gehorsams geben.

 

Viele Christen, welche nicht bereitwillig sind zu glauben, dass so viele Millionen unwissender Kinder und Heiden für immer verloren sind (was ihnen gelehrt wurde, bedeutet, dass diese an einem Ort ewiger und hoffnungsloser Qual gesandt wurden), bestehen trotz dieser Erklärungen der Bibel darauf, dass Gott die Unwissenden nicht verurteilen wird. Wir bewundern ihre Großzügigkeit des Herzens und ihre Wertschätzung von Gottes Güte, aber wir bitten sie eindringlich, nicht zu schnell die Erklärungen der Bibel zu verwerfen oder unbeachtet zu lassen. Gott hat eine Segnung für alle auf eine bessere Art und Weise als durch die Unwissenheit.

 

Aber handeln diese in Übereinstimmung mit dem, was sie vorgeben zu glauben? Nein: obwohl sie vorgeben zu glauben, dass der Unwissende um seiner Unwissenheit willen gerettet werden wird, fahren sie damit fort, unter der Aufwendung von Tausenden wertvoller Leben und Millionen an Geld, Missionare zu den Heiden zu senden. Wenn sie alle oder nur die Hälfte von ihnen durch Unwissenheit gerettet werden würden, so fügt man ihnen wirklichen Schaden zu, wenn man Missionare aussendet, um sie von Christus zu belehren; denn ungefähr nur einer aus tausend glaubt, wenn Missionare zu ihnen kommen. Wenn diese Ansicht richtig wäre, wäre es viel besser, sie in der Unwissenheit bleiben zu lassen; denn dann würde ein viel größerer Teil errettet werden. Dürften wir derselben Argumentation weiter nachfolgend nicht die Schlußfolgerung machen, dass alle Menschen errettet worden wären, wenn Gott sie alle in Unwissenheit gelassen hätte? Wenn das aber der Fall wäre, so wären das Kommen und der Tod von Jesus nutzlos und das Predigen und die Leiden der Apostel und der Geheiligten wäre vergebens gewesen, und das sogenannte Evangelium wäre anstatt einer guten Botschaft, eine sehr böse Botschaft. Für diejenigen, welche die calvinistische Ansicht oder die Ansicht über die Vorherbestimmung hinsichtlich der Erwählung glauben, dass die ewige Bestimmung eines jeden Einzelnen unabänderlich festgelegt worden ist, bevor sein Leben begonnen hatte, ist es noch unvernünftiger und gegen den gesunden Menschenverstand, Missionare zu den Heiden auszusenden.

 

Aber die Bibel, welche erfüllt ist von dem Geist der Verkündigung, lehrt nicht, dass es mehrere Wege der Errettung gibt-einen Weg durch den Glauben, einen anderen durch Werke und einen anderen durch Unwissenheit. Noch lehrt sie die Lehre des Fatalismus, der Vorherbestimmung, welche Gott entehrt. Während sie zeigt, dass jede andere Tür der Hoffnung für das menschliche Geschlecht geschlossen ist, wirft sie die einzige Tür weit auf und verkündet, dass, wer immer will, zum Leben eintreten mag; und sie zeigt, dass alle, welche die gesegnete Gelegenheit zum Eintreten jetzt nicht sehen oder wertschätzen, zur rechten Zeit zu einer vollen Erkenntnis und Wertschätzung gebracht werden. Der einzige Weg, durch welchen einer wie alle von dem verurteilten Geschlecht zu Gott kommen können, ist nicht der durch verdienstvolle Werke, noch durch den der Unwissenheit, sondern durch den des Glaubens an das kostbare Blut von Christus, welches die Sünde der Welt hinwegnimmt. (1. Petr. 1:19 Joh 1:29) Das ist das Evangelium, die gute Botschaft großer Freude, "welche für alle Menschen sein wird.’ { Lu 2:10 nach der englischen Living-Bible-Übersetzung}

 

Laßt uns jetzt diese Dinge betrachten, wie Gott von ihnen zu uns redet, überlassen wir ihm selbst die Offenbarung von seinem Charakter. Laßt uns fragen, was ist aus den einhundert und zwei und vierzig Milliarden geworden?

 

Was auch immer aus ihnen geworden sein mag, wir können sicher sein, dass sie jetzt nicht in einem Zustand der Leiden sind; weil die Schrift nicht nur lehrt, dass der Herauswahl die volle und ganze Belohnung erst gegeben wird, wenn Christus kommt, wenn er jedem Menschen gemäß seinen Taten geben wird, { Mt 16:27} sondern auch, dass die Ungerechten dann ihre Strafe erhalten werden. Was immer ihr gegenwärtiger Zustand sein mag, es kann nicht ihr voller Lohn sein, denn Petrus sagt:, , Der Herr weiß, wie die Ungerechten aufzubewahren sind auf den Tag des Gerichts, um bestraft zu werden’;{ 2Pe 2:9} und das wird er auch tun.

 

Aber der Gedanke, dass so viele unserer Mitgeschöpfe zu jeder Zeit verloren gegangen sein sollen, weil ihnen die Erkenntnis gefehlt hat, welche zur Errettung notwendig ist, ist in der Tat für alle schrecklich, welche einen Funken der Liebe oder des Mitgefühles haben. Außerdem gibt es auch zahlreiche Schriftstellen, welche sich, wie es scheint, unmöglich mit all diesem in Harmonie bringen lassen. Laßt uns sehen: Wie sollen wir in dem Lichte der Vergangenheit und der Gegenwart, wenn wir alle Hoffnung auf eine Wiederherstellung im kommenden Zeitalter beiseite lassen, die Erklärungen verstehen:, , Gott ist Liebe’, und, , so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzig gezeugten Sohn gab, auf dass jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe’?{ 1Jo 4:8 Joh 3:16} Erscheint es nicht so, als dass, wenn Gott die Welt so sehr liebte, er nicht nur Vorkehrungen getroffen haben mag, dass die Gläubigen errettet werden, sondern auch, dass alle hören mögen, um zu glauben?

 

Wiederum, wenn wir lesen:, , Das war das wahrhaftige Licht, welches jeden in die Welt kommenden Menschen erleuchtet’,{ Joh 1:9} so sagt uns unsere Beobachtung, nein, nicht jeder Mensch ist erleuchtet worden; wir können nicht erkennen, dass unser Herr mehr als einige Wenige der Milliarden der Erde erleuchtet hat. Selbst an diesem vergleichsweise erleuchteten Tag gibt es bei den Millionen von Heiden keinen Beweis von einer solchen Erleuchtung; noch gab es ihn bei den Sodomitern, noch bei den vielen Anderen in den vergangenen Zeitaltern.

 

Wir lesen, dass Jesus Christus durch Gottes Gnade "für jeden Menschen’ den Tod erlitten hat. { Heb 2:9} Aber wenn er für die einhundert und drei und vierzig Milliarden den Tod erlitten hat, und das Opfer aus irgendeinem Grund nur für eine Milliarde wirksam wurde, war die Erlösung dann nicht verhältnismäßig ein Fehlschlag? Und ist die Erklärung des Apostels in diesem Fall nicht viel zu weitreichend? Und wiederum lesen wir:, , Siehe, ich bringe euch die gute Botschaft großer Freude, die für alle Menschen sein wird’,{ Lu 2:10} und wenn wir um uns herum schauen und wir sehen, dass es nur für eine, , kleine Herde’ eine gute Botschaft gewesen ist und nicht für alle Menschen, werden wir dazu gezwungen, uns zu fragen, ob die Engel die Güte und Breite ihrer Botschaft nicht etwas übertrieben dargestellt haben und die Wichtigkeit des Werkes, welches der von ihnen angekündigte Messias hinausführen sollte, überbewertet haben.

 

Eine andere Erklärung ist:, , Es gibt einen Gott und einen Mittler zwischen Gott und den Menschen, der Mensch Christus Jesus, der sich selbst als ein Lösegeld für alle gab.’ { 1Ti 2:5,6} Ein Lösegeld für alle? Warum sollten dann nicht alle von Christus Tod einen Nutzen haben? Warum sollten nicht alle zu einer Erkenntnis der Wahrheit kommen, damit sie glauben mögen?

 

Ohne den Schlüssel, wie dunkel, wie widersprüchlich erscheinen diese Aussagen; aber wenn wir den Schlüssel zu Gottes Plan finden, dann erklären alle diese Stellen mit einer Stimme:, , Gott ist Liebe.’ Dieser Schlüssel wird in dem letzten Teil der angeführten Stelle gefunden:, , Der sich selbst gab zum Lösegeld für alle, welches zur rechten Zeit bezeugt wird.’ (übersetzt nach Dr. Heinrich Wiese) Gott hat für alles eine fest bestimmte Zeit. Er hätte es ihnen in ihrer vergangenen Lebenszeit bezeugen können; aber da er es nicht tat, so beweist es, dass ihre rechte Zeit noch zukünftig sein muß. Für diejenigen, welche zur Herauswahl, der Braut des Christus, gehören und welche die Ehren des Königreiches teilen werden, ist die Gegenwart "die rechte Zeit’, um zu hören; und wer jetzt ein Ohr hat zu hören, den laß hören und achtgeben, und in Übereinstimmung damit wird er gesegnet werden. Obwohl Jesus unser Lösegeld bezahlte, bevor wir geboren waren, so war doch unsere, , rechte Zeit’, es zu hören, erst lange danach, und nur das Verständnis desselben brachte Verantwortung; und dies nur soweit, als unsere Fähigkeit und unsere Erkenntnis reichten. Derselbe Grundsatz ist auf alle anzuwenden; in Gottes fest bestimmter Zeit wird es allen bezeugt werden, und alle werden dann die Gelegenheit haben, zu glauben und dadurch gesegnet zu werden.

 

Die vorherrschende Meinung ist, dass mit dem Tod alle Probezeit endet; aber es gibt keine Schriftstelle, welche das lehrt; und alle oben angeführten Schriftstellen und viele mehr, würden bedeutungslos oder schlimmer sein, wenn der Tod das Ende aller Hoffnung für die unwissenden Massen der Welt sei. Die eine Schriftstelle, welche zitiert wird, um diese im allgemeinen in Erwägung gezogene Ansicht zu beweisen, ist:, , Wo der Baum hinfällt, da bleibt er liegen.’ (Pred. 11:3) Wenn dies irgendeine Beziehung zu des Menschen Zukunft hat, so deutet es darauf hin, dass mit ihm keine Veränderung stattfindet, in welchem Zustand er auch in das Grab sinkt, bis er wieder aus demselben auferweckt wird. Und dies ist das einheitliche Zeugnis aller Schriftstellen, welche dieses Thema behandeln, wie es in den folgenden Kapiteln gezeigt wird. Weil Gott nicht beabsichtigt, die Menschen um ihrer Unwissenheit willen zu erretten, sondern will, ,, dass alle Menschen zu der Erkenntnis der Wahrheit kommen’;{ 1Ti 2:4} und weil die Massen der Menschheit in Unwissenheit gestorben sind; und weil es "kein Tun, noch Überlegung, noch Erkenntnis, noch Weisheit in dem Grabe gibt’ (Pred. 9:10); darum hat Gott für die Auferweckung der Toten Vorsorge getroffen zu ihrer Erkenntnis, und zum Glauben und zur Errettung. Daher ist es sein Plan, dass wie, , alle in Adam sterben, auch alle in Christus lebendig gemacht werden, aber jeder in seiner eigenen Ordnung’ -die Herauswahl des Evangeliumszeitalters, die Braut, der Leib des Christus, zuerst; danach während des Millenniumszeitalter alle, welche sein Eigentum werden während jener tausend Jahre seiner Gegenwart (falsch übersetzt mit Kommen), des Herrn rechte Zeit für alle, um ihn zu erkennen von dem Kleinsten bis zu dem Größten. -1. Kor. 15:22

 

Wie der Tod durch den ersten Adam kam, so kommt das Leben durch Christus, den zweiten Adam. Alles, was die Menschheit dadurch verloren hat, dass sie in dem ersten Adam war, wird für diejenigen, welche an den zweiten Adam glauben, wiederhergestellt werden. Wenn sie auferweckt worden sind, haben sie den Vorteil von der Erfahrung mit dem Bösen, welchen Adam nicht hatte, und diejenigen, welche die Erlösung als Gottes Gnadengabe dankbar annehmen, werden unter der ursprünglichen Bedingung des Gehorsams Gott gegenüber ewig leben. Unter der gerechten Regierung des Friedensfürsten wird vollkommener Gehorsam gefordert und auch die vollkommene Fähigkeit zum Gehorchen gegeben werden. Das ist die Errettung, welche der Welt angeboten werden wird.

 

Laßt uns nun einen anderen Text betrachten, welcher im allgemeinen nicht beachtet wird, außer von den Universalisten (den sogenannten Allversöhnern, wie zum Beispiel die Anhänger des Rosenkreuzes, Anmerkung des Übersetzers); obwohl wir keine Universalisten sind, beanspruchen wir aber dennoch das Recht darauf, jedes Zeugnis von Gottes Wort zu gebrauchen und zu glauben und uns an demselben zu erfreuen. Es lautet:, , Wir haben unsere Hoffnung auf den lebendigen Gott gesetzt, der ein Erretter aller Menschen ist, besonders derjenigen, welche glauben.’ { 1Ti 4:10} Gott wird alle Menschen erretten, aber er wird niemanden besonders erretten (bis zum äußersten, bis zum Ende), außer diejenigen, welche durch Christus zu ihm kommen. Die in Gottes Willen beschlossene Errettung aller Menschen ist keine solche, welche mit ihrer Willensfreiheit oder ihrer Freiheit der Wahl in Konflikt gerät, so dass er ihnen gegen ihren Willen Leben schenkt., , Das Leben und den Tod habe ich euch vorgelegt, den Segen und den Fluch! So erwähle das Leben, auf dass du lebest.’ -5. Mose 30:19

 

Simeon stellte diese beiden Errettungen einander gegenüber, sagend:, , Meine Augen haben deine Errettung gesehen...ein Licht, zu erleuchten die Nationen, und zur Verherrlichung deines Volkes, Israel (die wahrhaftigen Israeliter).’ Dies ist in Harmonie mit der Aussage des Apostels, dass die Tatsache, dass Jesus Christus, der Mittler, sich selbst als ein Lösegeld für alle gab, zu seiner Zeitallen bezeugt wird. Dies ist das, was zu allen Menschen kommen wird, ungeachtet ihres Glaubens oder ihres Willens. Diese gute Botschaft von einem Erretter wird für alle Menschen sein, { Lu 2:10,11} aber die besondere Errettung von Sünde und Tod wird nur zu seinem Volk kommen { Mt 1:21} -zu denjenigen, welche an ihn glauben-denn wir lesen, dass der Zorn Gottes auf den Ungläubigen bleiben wird. - Joh 3:36???

 

Wir erkennen daher, dass die allgemeine Errettung, welche zu jedem Einzelnen kommen wird, in dem Licht besteht, aus dem wahrhaftigen Licht und der Gelegenheit, das Leben zu wählen; und weil die große Mehrheit des Geschlechtes in dem Grabe liegt, wird es notwendig, sie aus dem Grab hervorzubringen, um ihnen die gute Botschaft von einem Erretter zu bezeugen. Die besondere Errettung, an welcher sich die Gläubigen jetzt in Hoffnung erfreuen (Röm. 8:24), wird im Millenniumszeitalter verwirklicht werden, und außerdem wird denjenigen, welche "an jenem Tage glauben’, die vollständige Befreiung aus der Knechtschaft der Sünde und des Todes in die herrliche Freiheit der Kinder Gottes geoffenbart werden. Aber das Erreichen aller dieser Segnungen wird von der Bereitwilligkeit des Herzens abhängen, sich den Gesetzen von Christus Königreiches unterzuordnen-die Schnelligkeit von dem Erreichen der Vollkommenheit zeigt den Grad der Liebe für den König und für sein Gesetz der Liebe an. Wenn irgendwelche, die durch die Wahrheit erleuchtet worden sind und zu einer Erkenntnis der Liebe Gottes gebracht worden sind und zu menschlicher Vollkommenheit (sei es tatsächlicher oder gerechneterweise) wiederhergestellt worden sind, danach "furchtsam’ werden und sich, , zurückziehen’,{ Heb 10:38,39} dann werden sie mit den, , Ungläubigen’ (0ffb. 21:8) aus dem Volke vernichtet werden. (Apg. 3:23) Dies ist der Zweite Tod.

 

Auf diese Weise erkennen wir, dass alle bisher schwierigen Stellen durch die Aussage erklärt werden: "Was zur rechten Zeit bezeugt wird.’ Zur rechten Zeit wird das wahrhaftige Licht jeden in die Welt kommenden Menschen erleuchten. Zur rechten Zeit "wird die gute Botschaft großer Freude für alle Menschen sein.’ Und auf keine andere Weise können diese Schriftstellen angewandt werden, ohne sie zu verdrehen. Paulus führt diese Beweisführung mit großem Nachdruck in Röm. 5:18,19 aus. Er folgert, dass wie alle Menschen um Adams Übertretung willen zum Tode verurteilt wurden, so wurde auch Christus Gerechtigkeit und sein Gehorsam bis zum Tode zu einer Grundlage der Rechtfertigung; und dass wie alle in dem ersten Adam das Leben verloren haben, nun alle, indem ihre persönliche Unfähigkeit beiseite geschoben wurde, das Leben erhalten können durch die Annahme des zweiten Adams.

 

Petrus berichtet uns, dass von dieser Wiederherstellung durch den Mund aller heiligen Propheten gesprochen worden ist. (Apg. 3:19-21) Sie alle lehren dies. Hesekiel spricht von dem Tal der verdorrten Gebeine., , Die Gebeine sind das ganze Haus Israel.’ Und Gott sagt zu Israel:, , Siehe, mein Volk, ich werde eure Gräber öffnen und euch aus euren Gräbern heraufkommen lassen, und werde euch in das Land Israel bringen. Und ihr werdet wissen, dass ich der Herr bin, wenn ich... meinen Geist in euch geben werde, so dass ihr lebt, und ich werde euch in euer Land setzen. Und ihr werdet wissen, dass ich, der Herr, geredet und es getan habe, spricht der Herr.’ -Hes. 37:11-14

 

Damit stimmen Paulus Worte überein (Röm. 11:25, 26 nach der Mühlheimer Ausgabe des Neuen Testaments):, , Blindheit ist Israel zum Teil widerfahren bis die von Gott bestimmte Anzahl aus den Nationen (die auserwählte Schar, die Braut des Christus) eingegangen ist; und dann wird das ganze Israel errettet werden,’ oder aus dem Zustand, dass sie beiseite gelegt worden sind, zurückgebracht werden. Denn "Gott hat sein Volk nicht verstoßen, welches er zuvor als sein Eigentum anerkannt hat.’ (Vers 2 nach Menge-Übersetzung) Sie wurden von seiner Gnade beiseite gelegt, während die Braut des Christus auserwählt wurde, aber sie werden wieder in seine Gnade eingesetzt, wenn dieses Werk vollendet ist. (Verse 28-30). Die Propheten sind angefüllt mit Erklärungen, wie Gott sie wieder einpflanzen wird, und sie werden nie wieder ausgerissen werden., , So spricht der Herr, der Gott Israels... ich werde mein Auge auf sie richten zum Guten und werde sie wieder in dieses Land zurückbringen; und ich werde sie aufbauen und sie nicht mehr niederreißen; und ich werde sie pflanzen und sie nicht wieder ausreißen. Und ich werde ihnen ein Herz geben, mich zu erkennen, dass ich der Herr bin; und sie werden mein Volk sein, und ich werde ihr Gott sein: denn sie werden mit ihrem ganzen Herzen zu mir umkehren.’ { Jer 24:5-7 31:28 32:40-42 33:6-16} Diese können sich nicht nur auf die Wiederherstellungen aus früheren Gefangenschaften in Babylon, Syrien usw. beziehen, denn sie sind seitdem wieder heraus gerissen worden.

 

Weiter sagt der Herr:, , In jenen Tagen werden sie nicht mehr sagen: Die Väter haben eine saure Traube (Sünde und Verdorbenheit) gegessen, und die Zähne der Kinder sind stumpf davon geworden (Sünde und Verdorbenheit ist auf sie übergegangen-Röm. 5:12); sondern ein jeder (der stirbt) wird für seine eigene Missetat sterben.’ { Jer 31:29,30} Das ist jetzt nicht der Fall. Jetzt stirbt jeder nicht für seine eigene Sünde, sondern wegen Adams Sünde-, , Alle sterben in Adam.’ Er aß die saure Traube der Sünde, und unsere Väter fuhren fort, sie zu essen, immer mehr Krankheit und Elend auf ihre Kinder vererbend, und auf diese Weise wurde die Strafe, der Tod, immer mehr beschleunigt. Der Tag, an welchem "jeder Mensch, (der stirbt)’, nur "für seine eigene Sünde sterben wird’, ist der Tag des Millenniums oder der Wiederherstellung.

 

Obwohl viele der Prophezeiungen und Verheißungen für eine zukünftige Segnung nur auf Israel anwendbar erscheinen, muss daran erinnert werden, dass es ein vorbildliches Volk war und dass daher die ihnen gemachten Verheißungen, während sie manchmal eine besondere Anwendung für sie hatten, im allgemeinen auch eine weitere Anwendung auf die ganze Welt der Menschheit haben, welche durch diese Nation vorgeschattet wurde. Während Israel als eine Nation vorbildlich war von der ganzen Welt, war seine Priesterschaft vorbildlich von der auserwählten, , kleine Herde,’ dem Haupt und dem Leib des Christus, der, , königlichen Priesterschaft’; und die Opfer, die Reinigungen, die Versöhnungen, welche für Israel gemacht wurden, schatteten die "besseren Opfer’ ab, die vollständigeren Reinigungen und die wirkliche Versöhnung, , für die Sünden der ganzen Welt’, von welchem sie ein Teil sind.

 

Und nicht allein das, sondern Gott nennt andere Nationen beim Namen und verheißt ihre Wiederherstellung. Als ein überzeugendes Beispiel erwähnen wir die Sodomiter. Wenn wir die Wiederherstellung der Sodomiter sehr deutlich gelehrt finden, dann können wir von der Wahrheit dieser herrlichen Lehre der Wiederherstellung für die ganze Menschheit überzeugt sein, von welcher durch den Mund aller heiligen Propheten gesprochen worden ist. Und warum sollten die Sodomiter nicht eine Gelegenheit haben, die Vollkommenheit und das ewige Leben zu erreichen, wie es Israel hat und jeder von uns? Wahrlich, sie waren nicht gerecht, aber weder Israel, noch wir waren es, die wir jetzt das Evangelium hören. "Es gibt keinen Gerechten, auch nicht einen’, abgesehen von der zugerechneten Gerechtigkeit des Christus, der für alle starb. Unseres Herrn eigene Worte sagen uns, dass, obwohl Gott Feuer vom Himmel regnen ließ und sie alle vernichtete wegen ihrer Bosheit, die Sodomiter dennoch in seinen Augen nicht so große Sünder waren wie die Juden, die mehr Erkenntnis hatten. (1. Mose 19:24; Luk. 17:29) Zu den Juden von Kapernaum sagte er:, , Wenn in Sodom die mächtigen Werke geschehen wären, die in dir geschehen sind, es würde es bis zu diesem Tag bestanden haben.’ - Mt 11:23??? (nach der Kleinen Jerusalemer Bibelübersetzung)

 

Auf diese Weise lehrt unser Herr, dass die Sodomiter noch keine vollständige Gelegenheit gehabt haben; und er sichert ihnen eine solche Gelegenheit zu, als er hinzufügt (Vers 24):, , Aber ich sage euch: Dem Land Sodom wird es erträglicher ergehen als dir am Tage des Gerichts.’ Der Charakter des Tages des Gerichts und sein Werk wird auf den folgenden Seiten gezeigt werden. Hier machen wir nur auf die Tatsache aufmerksam, dass es für Kapernaum eine angenehme Zeit sein wird und dass sie für Sodom angenehmer sein wird; weil, obwohl beide keine volle Erkenntnis noch alle Segnungen erfahren hatten, welche beabsichtigt sind, durch, , den Samen’ zu kommen, Kapernaum dennoch gegen größeres Licht gesündigt hatte.

 

Und wenn an Kapernaum und an ganz Israels gedacht wird und sie unter dem "Neuen Bund’ gesegnet werden, welcher mit dem Blut von Jesus versiegelt worden ist, warum sollten dann nicht auch die Sodomiter gesegnet werden mit, , allen Geschlechtern der Erde’? Sie werden es ganz gewißlich. Und laßt uns nicht vergessen, dass Gott viele Jahrhunderte vor der Zeit von Jesus, , Feuer vom Himmel regnen ließ und sie alle vernichtete.’ Als Jesus von ihrer Wiederherstellung sprach, deutete dies auf ihre Auferweckung an, ihr Kommen aus dem Grab.

 

Laßt uns nun die Prophezeiung (Hes. 16:48-63) näher betrachte. Lies sie sorgfältig. Gott spricht hier von Israel und vergleicht sie mit ihrer Nachbarin, Samaria, und ebenso mit den Sodomitern, von welchen er sagt:, , Ich tat sie hinweg, so, wie ich es für angebracht ansah.’ (Hes. 16:50, Neue-Welt-Übersetzung) Weder Jesus noch der Prophet geben irgendeine Erklärung von diesem anscheinenden Unterschied in Gottes Handlungen, indem er Sodom zerstörte und andere ungestraft zuließ, welche schuldiger waren als Sodom. Das wird alles deutlich gemacht werden, wenn zur zur "rechten Zeit’ seine großen Pläne offenbar gemacht werden. Der Prophet erklärt nur, dass Gott es "für gut und angebracht ansah’, in dieser Weise zu handeln, und Jesus fügt hinzu, dass es für sie am Tage des Gerichts angenehmer sein wird als für andere, die mehr Schuld haben. Aber bei der Annahme, dass der Tod jede Probezeit beendet und dass danach keiner eine Gelegenheit haben kann, zu einer Erkenntnis der Wahrheit zu kommen und ihr zu gehorchen, mögen wir mit Recht fragen: Warum sah Gott es für angebracht und für gut an, dieses Volk hinwegzunehmen, ohne ihm eine Möglichkeit zur Errettung zu geben durch die Erkenntnis des einzigen Namens, durch welchen wir errettet werden können? Die Antwort ist: Weil es noch nicht die rechte Zeit für sie war. Zur "rechten Zeit’ werden sie vom Tode auferweckt und zu einer Erkenntnis der Wahrheit gebracht werden, und auf diese Weise durch den verheißenen, , Samen’ mit allen Geschlechtern der Erde gesegnet werden. Dann werden sie für das ewige Leben auf die Probe gestellt werden.

 

Mit diesem Gedanken, und mit keinem anderen, können wir die Handlungen des Gottes der Liebe den Amalekitern und anderen Nationen gegenüber verstehen, von denen er es nicht nur zuließ, sondern denen gegenüber er Israel befahl, sie zu zerstören, sagend:, , Gehe hin, schlage Amalek und vernichte alles, was sie haben und schone ihrer nicht; sondern töte beide, Mann und Weib, Kinder und Säuglinge, Rinder und Schafe, Kamel und Esel.’ { 1Sa 15:3 nach Luther-Übersetzung} Diese anscheinende rücksichtslos Zerstörung von Leben erscheint unvereinbar mit der Gott zugeschriebenen Charaktereigenschaft der Liebe und mit der Lehre von Jesus, ,, liebet eure Feinde’ usw., bis wir die zeitliche Aufeinanderfolge erkennen können, welche in Gottes Plan festgelegt worden ist, in welchem es eine "rechte und fest bestimmte Zeit’ für die Hinausführung eines jeden Teiles davon gibt, sowie die Tatsache, dass jedes Glied des Menschengeschlechtes einen Platz in demselben hat.

 

Wir können nun erkennen, dass diese Amalekiter, Sodomiter und andere als Beispiele dargestellt wurden von Gottes gerechter Verurteilung der Übeltäter und seiner Entschlossenheit, sie schließlich und gänzlich zu vernichten; Beispiele, welche nicht nur anderen, sondern auch ihnen selbst nützlich sein werden, wenn ihr Tag des Gerichtes oder der Prüfung kommt. Die übrigen Nationen können sowohl auf die gleiche Weise sterben, als auch durch Krankheit und Plagen. Es war für sie von wenig Bedeutung, weil sie lediglich das Böses kennengelernt hatten, damit sie, wenn ihre Prüfung zur rechten Zeit stattfindet, Gerechtigkeit lernen mögen und befähigt werden, zu unterscheiden und das Gute zu wählen und das Leben zu haben.

 

Doch laßt uns die Prophetie weiter näher betrachten. Nachdem der Herr Israel mit Sodom und Samaria verglichen und Israel als am meisten tadelnswert hingestellt hat (Hes. 16:48-54), spricht er:, , Wenn ich ihre Gefangenen zurückbringen werde, die Gefangenen Sodoms und ihrer Töchter und die Gefangenen Samarias und ihrer Töchter, dann werde ich auch deine Gefangenen mitten unter ihnen zurückbringen.’ (nach Allioli-Bibelübersetzung) Die Gefangenen, auf welche hier Bezug genommen wird, können keine anderen sein als ihre Gefangenen im Tode; denn diejenigen, die erwähnt werden, waren damals tot. Alle sind im Tode gefangen, und Christus kommt, um die Tore des Grabes zu öffnen und die Gefangenen in Freiheit zu bringen. (Jes. 61:1; Sach. 9:11) In Vers 55 wird dies ein, , Zurückkehren zu ihrem früheren Stand’ genannt, eine Wiederherstellung. (siehe Menge-Übersetzung)

 

I

 

Einige, welche ganz bereitwillig sind, Gottes Gnade durch Christus in der Vergebung ihrer eigenen Übertretungen und Schwachheiten in Verbindung mit größerem Licht und größerer Erkenntnis anzunehmen, können sich nicht vorstellen, dass die gleiche Gnade unter dem Neuen Bund auch für andere anwendbar ist; obwohl sie der Aussage des Apostels scheinbar zustimmen, dass Jesus Christus durch die Gnade Gottes den Tod für jeden Menschen erlitten hat. Einige von diesen nehmen an, dass der Herr in dieser Prophezeiung zu den Juden in ironischer Weise gesprochen haben muß, indem er angedeutet hätte, daß er genauso bereitwillig sein würde, die Sodomiter zurückzubringen als auch sie, aber dass er überhaupt keine Absicht habe, beide wiederherzustellen. Laßt uns aber sehen, wie die nachfolgenden Verse mit dieser Vorstellung übereinstimmen. Der Herr sagt:, , Nichtsdestotrotz werde ich an meinen Bund mit dir in den Tagen deiner Jugend gedenken, und ich werde mit dir einen ewigen Bund aufrichten. Dann wirst du deiner Wege gedenken und dich schämen, wenn du deine Schwester empfangen wirst... Ich werde meinen Bund mit dir aufrichten, und du wirst wissen, dass ich der Herr bin; damit du daran denkst und beschämt bist und wegen deiner Beschämung deinen Mund nicht mehr öffnest, wenn ich dir alles vergebe, was du getan hast, spricht Gott der Herr.’ Wenn auf diese Weise eine Verheißung von dem großen Jehova besiegelt worden ist, möchten alle diejenigen, welche ihr Siegel darauf gesetzt haben, dass Gott wahrhaftig ist, sich mit Zuversicht an ihrer Gewißheit erfreuen; besonders diejenigen, welche erkennen, dass diese Segnungen des Neuen Bundes von Gott in Christus bestätigt worden sind, dessen kostbares Blut den Bund besiegeln wird.

 

Für diese fügt Paulus sein Zeugnis hinzu, sagend:, , Und auf diese Weise wird ganz Israel (die Lebenden und die Toten) errettet werden (wiederhergestellt aus seiner Verblendung), wie geschrieben steht: Es wird aus Zion der Erretter kommen und die Gottlosigkeit von Jakob abwenden. Dies ist mein Bund für sie, wenn ich ihre Sünden hinweg nehmen werde...Sie sind Geliebte um der Väter willen; denn die Gnadengaben und Berufungen Gottes sind unwiderruflich.’ -Röm. 11:26-29

 

Wir brauchen uns nicht zu wundern, dass Juden, Sodomiter, Samariter und die ganze Menschheit sich schämen und verwirrt sein werden, wenn Gott in seiner eigenen "rechten Zeit’ die Reichtümer seiner Gnade hervorbringt. Wahrlich, viele von denen, welche jetzt Gottes Kinder sind, werden verwirrt und erstaunt sein, wenn sie sehen, wie sehr Gott die Welt geliebt hat, und um wieviel höher seine Gedanken und sein Pläne sind als die ihrigen.

 

Christliche Menschen glauben im allgemeinen, dass Gottes Segnungen einzig und allein nur für die auserwählte Herauswahl bestimmt sind, aber wir fangen jetzt an zu erkennen, dass Gottes Plan umfassender ist, als wir es angenommen hatten, und dass, obwohl er der Herauswahl "die größten und kostbarsten Verheißungen’ gegeben hat, er auch für die Welt eine gnadenvolle Vorkehrung gemacht hat, welche er so geliebt hat, dass er sie erlöste. Die Juden machten einen ganz ähnlichen Fehler, als sie annahmen, dass alle Verheißungen Gottes einzig und allein für sie bestimmt waren; aber als die "rechte Zeit’ herbeikam und die Gläubigen aus den Nationen begnadigt wurden, hatte der Überrest von Israel, deren Herzen weit genug waren, um sich an diesem umfassenderen Beweis von der Gnade Gottes zu erfreuen, Anteil an dieser vermehrten Gnade, während die Übrigen durch Vorurteil und menschliche Überlieferung verblendet worden sind. Möchten diejenigen von der Herauswahl, welche jetzt das Licht des Millenniumszeitalters mit seinen gnadenvollen Vorteilen für die ganze Welt anbrechen sehen, darauf acht haben, dass sie nicht als solche gefunden werden, welche sich im Widerspruch zu dem fortschreitenden Licht befinden und auf diese Weise für eine Zeitlang gegenüber seiner Herrlichkeit und seinen Segnungen verblendet werden.

 

Wie unterschiedlich ist dieser herrliche Plan Gottes hinsichtlich der Erwählung von einigen Wenigen, um danach die Vielen zu segnen, im Gegensatz zu den Verdrehungen dieser Wahrheiten, wie sie durch die zwei entgegengesetzten Ansichten dargestellt werden-der Calvinismus und der Arminianismus. Die erste von beiden leugnet die Lehre der Bibel von einer freien Gnade und verdreht fürchterlich die herrliche Lehre von der Erwählung; die letztere leugnet die Lehre von der Erwählung und verfehlt, die Segensfülle der freien Gnade Gottes zu begreifen.

 

Der Calvinismus sagt:, , Gott ist allweise; er kannte das Ende von Anfang an; und weil alle seine Absichten hinausgeführt werden, so konnte er nie die Absicht gehabt haben, irgend jemanden zu erretten als nur einige Wenige, die Herauswahl. Diese hat er auserwählt und zuvorbestimmt, in alle Ewigkeit errettet zu werden; alle anderen waren auch zuvorbestimmt und auserwählt, um in die ewige Qual zu gehen; denn "Gott wußte alle seine Werke seit der Grundlegung der Welt.’ { Eph 1:11}

 

Diese Ansicht hat ihre guten Seiten. Sie erkennt Gottes Allwissenheit an. Das würde unser Ideal sein von einem großen Gott, würden nicht zwei wesentliche Eigenschaften wahrer Größe fehlen, nämlich die der Liebe und die der Gerechtigkeit. Keine dieser beiden Eigenschaften sind darin zu erkennen, dass hundert und zwei und vierzig Milliarden menschlicher Wesen zur ewigen Qual verurteilt worden sein sollen, ehe sie geboren waren, was die Beteuerungen seiner Liebe zunichte machen würde. Weil Gott die Liebe ist und die Gerechtigkeit die Grundlage seines Thrones, kann dies nicht sein Charakter sein.

 

Der Arminianismus sagt: Wahrlich, Gott ist Liebe; und als er die Menschheit in die Welt gebracht hat, hatte er für sie nichts Verletzendes, sondern nur Gutes vorgesehen. Aber der Satan hatte Gelingen, als er das erste Paar versuchte, und auf diese Weise kam die Sünde in die Welt und der Tod durch die Sünde. Und seither hat Gott alles, was er vermag, getan, um den Menschen von seinem Feind zu befreien, und er hat sogar seinen Sohn gegeben. Und dennoch hat die frohe Botschaft heute, nach sechstausend Jahren, nur einen sehr kleinen Teil der Menschheit erreicht, aber wir hoffen und vertrauen weiterhin darauf, dass Gott durch die Kraftentfaltung und Großzügigkeit der Kirche in weiteren sechstausend Jahren das von Satan hereingebrachte Böse soweit behoben haben wird, dass wenigstens alle, die dann leben, seine Liebe erkennen und die Möglichkeit haben werden, zu glauben und errettet zu werden.

 

Während diese Ansicht Gott darstellt als ein Wesen voller liebreicher und wohlwollenden Absichten für seine Geschöpfe, deutet sie an, dass ihm die notwendige Fähigkeit und das Vorherwissen zur Ausführung seiner wohlwollenden Absichten fehlt; dass es ihm an Weisheit und Macht fehlt. Gemäß dieser Ansicht scheint es, dass, während Gott damit beschäftigt war, alles zum Wohlergehen seiner neu erschaffenen Kinder anzuordnen und auszudenken, Satan hineingeschlichen sei und durch einen Meisterstreich alle Pläne von Gott dermaßen umgestoßen habe, dass Gott trotz der Anwendung aller seiner Macht zwölftausend Jahre brauche, um Gerechtigkeit wiederherzustellen, wenn auch nur bis einem solchen Ausmaß, dass die Übriggebliebenen des Geschlechtes, welche noch leben, leicht die Gelegenheit haben werden, sowohl das Gute als auch das Böse zu wählen. Aber die einhundert und zwei und vierzig Milliarden der vergangenen sechs tausend Jahre und viele mehr in den nächsten sechs tausend Jahren werden gemäß dieser Ansicht, trotz der Liebe Gottes für sie in alle Ewigkeit verloren sein, weil der Satan seine Pläne durchkreuzt habe. Auf diese Weise hätte der Satan Tausende in die ewige Qual gebracht gegenüber einem, den Gott zur Herrlichkeit errettet.

 

Diese Ansicht erhöht des Menschen Vorstellung von der Weisheit und der Macht des Satans und verringert ihre Wertschätzung von den Eigenschaften Gottes, von welchen der Psalmist das genaue Gegenteil erklärt, "er sprach, und es geschah; er befahl, und es war geschaffen.’ Gott ist in keinster Weise vom Widersacher überrascht worden; noch hat der Satan seine Pläne in irgendeiner Hinsicht durchkreuzt. Gott ist und war immer der vollkommene Herr der Lage, und am Ende wird erkannt werden, dass alles zur Hinausführung seiner Absichten zusammengewirkt hat.

 

Während die Lehre von der Erwählung und von der freien Gnade, wie sie von dem Calvinismus und dem Arminianismus gelehrt wird, niemals miteinander in Einklang gebracht werden kann, noch mit der Vernunft oder mit der Bibel, so werden diese beiden herrlichen Bibellehren als vollkommen im Einklang und als schön erkannt, wenn sie vom Standpunkt des Planes der Zeitalter aus betrachtet werden.

 

Indem wir erkennen, dass so viele der großartigen und herrlichen Teile von Gottes Plan für die Errettung des Menschen aus Sünde und Tod noch in der Zukunft liegen, und dass die Zweite Gegenwart unseres Herrn Jesus der beabsichtigte erste Schritt zur Erfüllung dieser lang verheißenen und lang erwarteten Segnungen ist, sollten wir da nicht sehnsüchtiger nach der Zeit von seiner Zweiten Gegenwart ausschauen, als der weniger erleuchtete Jude nach seiner Ersten Gegenwart ausschaute und sie herbeisehnte? Erkennend, dass die Zeit des Bösen, der Ungerechtigkeit und des Todes durch die Herrschaft der Macht zu Ende gebracht wird, welche Er dann ausübt, und dass die Gerechtigkeit, die Wahrheit und der Friede weltweit sein werden, wer sollte sich nicht darüber freuen, seinen Tag zu sehen? Und wer von denen, die jetzt mit Christus leiden und erleuchtet sind mit der kostbaren Verheißung, dass "wenn wir mit ihm leiden, wir auch mit ihm herrschen werden’, wird nicht sein Haupt erheben und sich über jedes Anzeichen von der Wiederkunft des Meisters freuen, wissend, dass dadurch unsere Errettung und unsere Verherrlichung mit ihm nahe herbeigekommen ist? Gewißlich werden alle, welche ein Verständnis haben von seiner Aufgabe des Segnens und welche Anteil haben an seinem Geist der Liebe, jeden Beweis von seinem Kommen als das Herbeikommen der "großen Freude’ bejubeln, "welche für jeden Menschen sein wird.’

STUDIE VII—Die Zulassung des Bösen in bezug auf Gottes Plan.

 

Warum das Böse zugelassen wurde. -Recht und Unrecht als Grundsätze. -Das moralische Bewußtsein. -Gott ließ das Böse zu und wird es zum Besten lenken. -Gott ist nicht der Urheber der Sünde.- Adams Prüfung war kein Spiel. -Seine Versuchung war sehr ernst. -Er sündigte willentlich. -Die Strafe der Sünde ist weder ungerecht noch zu streng. -Die Weisheit, Liebe und Gerechtigkeit, die sich in der Verurteilung aller in Adam zeigt. -Gottes Gesetz ist überall gültig.

 

Das Böse ist jenes, was Unglück erzeugt; irgendetwas, was entweder direkt oder indirekt Leiden irgendwelcher Art bewirkt-gemäß Websters englisches Lexikon. Deshalb erforscht dieses Thema nicht nur die menschlichen Leiden, Kummer, Schmerzen, Schwächen und den Tod, sondern es geht hinter diese alle zurück und betrachtet ihre Hauptursache-die Sünde-und ihr Heilmittel. Weil die Sünde die Ursache von dem Bösen ist, ist ihre Beseitigung die einzige Methode, die Krankheit für immer zu heilen.

 

Dem fragenden Verstand stellt sich wahrscheinlich keine Schwierigkeit häufiger, als die Frage: Warum ließ Gott die gegenwärtige Herrschaft des Bösen zu? Warum gestattete er es dem Satan, die Versuchung an unsere ersten Eltern heranzubringen, nachdem er sie vollkommen und rechtschaffen erschaffen hatte? Oder warum ließ er es zu, dass der verbotenen Baum einen Platz unter den Guten hatte? Trotz allen Versuchen, der Frage auszuweichen, drängt sie sich selbst auf: Hätte Gott nicht jede Möglichkeit hinsichtlich des Menschen Fall verhindern können?

 

Die Schwierigkeit erhebt sich zweifellos aus einem fehlerhaften Verständnis von Gottes Plan. Gott hätte die Herbeiführung des Bösen verhindern können, aber die Tatsache, dass er es nicht tat, sollte ein ausreichender Beweis dafür sein, dass seine gegenwärtige Zulassung vorgesehen worden war, um schließlich noch mehr Gutes hervorzubringen. Gottes Pläne beweisen in ihrer Vollständigkeit gesehen die Weisheit von der Vorgehensweise, welche durchgeführt wurde. Einige fragen: Konnte Gott, bei welchem alle Dinge möglich sind, nicht rechtzeitig eingegriffen haben, um die vollständige Hinausführung von Satans Plan zu verhindern? Ohne Zweifel konnte er es; aber solch ein Eingreifen hätte die Hinausführung seiner eigenen Absichten verhindert. Seine Absicht war, die Vollkommenheit, die Erhabenheit und die gerechte Autorität seines Gesetzes kundzumachen und sowohl den Menschen als auch den Engeln die bösen Folgen zu zeigen, die aus der Verletzung desselben hervorgehen. Zudem sind einige Dinge schon von ihrer Natur aus unmöglich, auch bei Gott, wie die Schriften es erklären. Es ist "unmöglich für Gott zu lügen.’,, Er { Heb 6:18} kann sich nicht verleugnen.’ { 2Ti 2:13} Er kann nichts Unrechtes tun, und deshalb konnte er nicht irgendeinen, sondern nur den weisesten und besten Plan wählen, um seine Geschöpfe in das Leben einzuführen, auch wenn unser kurzsichtiger Blick für eine Zeitlang die verborgenen Quellen der unendlichen Weisheit zu erkennen verfehlt.

 

Die Schriften erklären, dass alle Dinge zum Wohlgefallen Gottes erschaffen worden sind (0ff. 4:11 gemäß der King-James-Bibelübersetzung) -ohne Zweifel zum Wohlgefallen, um seine Segnungen auszuteilen und zum Ausüben der Eigenschaften seines herrlichen Wesens. Und obwohl er bei der Hinausführung seiner wohlwollenden Absichten für eine Zeitlang das Böse und die Übeltäter zuließ, damit diese einen wirksamen Anteil haben, so geschieht dies doch nicht um des Bösen willen, noch weil er sich mit der Sünde verbündet hat; denn er erklärt, dass er nicht ein Gott ist, ,, der an Unrecht Gefallen hat.’ (Psl. 5:4) Obwohl dem Bösen in jeder Hinsicht entgegengesetzt, läßt Gott es für eine Zeitlang zu (d.h. er verhindert es nicht), weil seine Weisheit einen Weg erkennt, durch welchen es für seine Geschöpfe zu einer dauerhaften und wertvollen Lektion gemacht werden kann.

 

Es ist eine selbstverständliche Wahrheit, dass es für jeden guten und rechten Grundsatz einen entsprechenden schlechten und unrechten Grundsatz gibt; wie zum Beispiel Wahrheit und Falschheit, Liebe und Haß, Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit. Wir unterscheiden diese entgegengesetzten Grundsätze als recht und unrecht oder als gut und schlecht nach ihrer Wirkung, die sie haben, wenn sie in Wirksamkeit gesetzt sind. Jener Grundsatz, welcher, wenn er in Wirksamkeit ist, wohlwollend ist und schließlich Ordnung, Harmonie und Glück hervorbringt, nennen wir einen rechten und guten Grundsatz; und der entgegengesetzte Grundsatz, welcher Uneinigkeit, Unglück und Zerstörung anrichtet, nennen wir einen unrechten und bösen Grundsatz. Die Ergebnisse dieser sich in Wirksamkeit befindlichen Grundsätze nennen wir gut und böse; und das vernunftbegabte Wesen, welches fähig ist, den guten vom bösen Grundsatz zu unterscheiden und welches sich freiwillig von dem einem oder dem anderen leiten läßt, nennen wir moralisch einwandfrei oder sündig.

 

Diese Fähigkeit zur Unterscheidung zwischen guten und bösen Grundsätzen nennt man das moralische Bewußtsein oder das Gewissen. Durch dieses moralische Bewußtsein, welches Gott den Menschen gegeben hat, sind wir in der Lage, uns über Gott ein Urteil zu bilden und zu erkennen, dass er gut ist. An dieses moralische Bewußtsein wendet sich Gott immer, um seine Gerechtigkeit oder Rechtschaffenheit zu beweisen; und durch dasselbe moralische Bewußtseins konnte Adam die Sünde oder die Ungerechtigkeit als böse erkennen, noch bevor er alle ihre Folgen kannte. Die niedrigeren Arten von Gottes Geschöpfen sind nicht mit diesem moralischen Bewußtsein ausgestattet. Ein Hund hat einen Verstand, aber nicht in diesem Ausmaß, obwohl er lernen kann, dass bestimmte Handlungen Anerkennung und Belohnung von seinem Herrn bringen und bestimmte andere seine Mißbilligung. Er kann stehlen oder das Leben nehmen, aber man würde ihn nicht als einen Sünder bezeichnen; oder er kann das Eigentum und das Leben beschützen, aber man würde ihn nicht moralisch einwandfrei nennen-weil er nichts über die moralische Beschaffenheit seiner Handlungen weiß.

 

Gott hätte die Menschheit ohne die Fähigkeit, zwischen Recht und Unrecht zu unterscheiden, erschaffen können, oder auch nur fähig, das Rechte zu erkennen und zu tun. Aber wäre er in dieser Weise erschaffen worden, dann wäre er nur zu einer lebendigen Maschine gemacht worden und ganz gewiß nicht in einem vernunftbegabten Ebenbild seines Schöpfers. Oder er hätte, wie er es getan hat, den Menschen vollkommen und mit einem freien Willen erschaffen können und ihn dann vor Satans Versuchung bewahren können. In diesem Fall wäre die Erfahrung des Menschen auf das Gute begrenzt gewesen, und er wäre fortwährend anfällig gewesen für die Anfechtungen durch das Böse von außen oder für die ehrgeizigen Bestrebungen von innen, was seine Zukunft in alle Ewigkeit unsicher gemacht hätte, und ein Ausbruch des Ungehorsams und des Widersetzens wäre für immer eine Möglichkeit geblieben. Außerdem wäre das Gute niemals so hoch wertgeschätzt worden als wie durch seinen Gegensatz zum Bösen.

 

Gott machte seine Geschöpfe zuerst mit dem Guten bekannt, als er sie in Eden damit umgab; und danach gab er ihnen, als Strafe für den Ungehorsam, eine genaue Erkenntnis des Bösen. Von Eden vertrieben und seiner Gemeinschaft mit ihm entzogen, ließ Gott sie Krankheit, Schmerz und den Tod erfahren, damit sie für immer das Böse kennen möchten sowie die Unzweckmäßigkeit und die überaus große Sündhaftigkeit der Sünde.

 

Durch ein Vergleichen der Resultate kamen sie zu einer Wertschätzung und einer richtigen Einschätzung von beidem; "Und der Herr sprach: Siehe, der Mensch ist geworden wie einer von uns, zu erkennen Gutes und Böses.’ (1. Mose 3:22) An diesem nimmt seine Nachkommenschaft teil, außer, dass sie zuerst ihre Erkenntnis des Bösen erlangt und noch nicht vollständig erkennen kann, was gut ist, bis sie es im Millennium als ein Ergebnis ihrer Erlösung durch ihn erfährt, welcher dann ihr Richter und König sein wird.  Das moralische Bewußtsein oder das Urteil über Recht und Unrecht und die Freiheit es zu gebrauchen, welche Adam besaß, waren wichtige Züge seiner Ebenbildlichkeit mit Gott. Das Gesetz, was Recht oder Unrecht ist, war in seine natürliche Veranlagung eingeschrieben. Es war ein Teil seiner Natur, genauso wie es auch ein Teil der göttlichen Natur ist. Aber laßt uns nicht vergessen, dass dieses Ebenbild oder diese Ebenbildlichkeit mit Gott, dieses Gesetz, welches ursprünglich in die Natur des Menschen hineingeschrieben war, durch den schwächenden und erniedrigenden Einfluß der Sünde viel von seinem klaren Umriß verloren hat, daher ist es jetzt nicht mehr das, was es im ersten Menschen gewesen ist. Die Fähigkeit zu lieben schließt die Fähigkeit zu hassen ein; daher können wir schließen, dass der Schöpfer den Menschen nicht in seiner Ebenbildlichkeit erschaffen konnte mit der Macht, zu lieben und das Rechte zu tun, ohne ihm die entsprechende Fähigkeit, zu hassen und Unrecht zu tun, zu geben. Diese Freiheit der Wahl, der freie Wille genannt, ist ein Teil der ursprünglichen Ausstattung des Menschen: und dieser, zusammen mit dem vollen Maß seiner geistigen und moralischen Fähigkeiten, machte ihn zu einem Ebenbild seines Schöpfers. Heute, nach sechstausend Jahren der Erniedrigung, ist durch die Sünde so viel von der ursprünglichen Ebenbildlichkeit ausgelöscht worden, dass wir nicht frei, sondern in einem größeren oder geringeren Maße durch die Sünde und ihre Folgen gebunden sind, so dass jetzt dem gefallenen Geschlecht die Sünde leichter und deshalb angenehmer ist als es die Gerechtigkeit ist.

 

Dass Gott dem Adam solch einen lebendigen Eindruck von den vielen schlimmen Folgen der Sünde hätte geben können, was ihn von derselben abgehalten hätte, brauchen wir nicht in Frage zu stellen, aber wir glauben, dass Gott voraussah, dass eine tatsächliche Erfahrung des Bösen die sicherste und dauerhafteste Lektion ist, um den Menschen in alle Ewigkeit zu nützen; und aus diesem Grund verhinderte Gott es nicht, sondern ließ es zu, dass der Mensch seine Wahl traf und die Folgen des Bösen fühlte. Wäre die Gelegenheit zu sündigen nie zugelassen worden, so hätte der Mensch nicht widerstehen können, und folglich wäre sein Rechttun weder Tugend noch Verdienst gewesen. Gott sucht solche, welche ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten. Er wünscht vernunftbegabten und willigen Gehorsam mehr als einen unwissenden, mechanischen Dienst. Er hatte bereits unbelebte, mechanische Vollbringer seines Willens in Wirksamkeit, aber seine Absicht war es, etwas Größeres zu schaffen, eine vernunftbegabte Schöpfung in seiner eigenen Ebenbildlichkeit, einen Herrn über die Erde, dessen Ergebenheit und Gerechtigkeit sich auf einer Wertschätzung von Recht und Unrecht, von Gut und Böse gründen würde.

 

Die Grundsätze von Recht und Unrecht als Grundsätze haben immer bestanden und müssen immer bestehen; und alle vollkommenen, vernunftbegabten Geschöpfe in Gottes Ebenbildlichkeit müssen frei sein, das eine oder das andere zu wählen, obwohl nur der rechte Grundsatz für immer wirksam bleiben wird. Die Schrift belehrt uns, dass, wenn die Wirksamkeit des bösen Grundsatzes lange genug zugelassen worden ist, um Gottes Absicht zu erfüllen, er für immer aufhört, wirksam zu sein, und dass alle diejenigen, welche sich weiterhin durch seine Gewalt beherrschen lassen, für immer aufhören zu bestehen. (1. Kor. 15:25,26; Heb. 2:14) Nur diejenigen, welche das Rechte tun, werden für immer bleiben.

 

Die Frage kehrt jedoch in einer anderen Form wieder: Hätte der Mensch nicht auf eine andere Weise das Böse kennenlernen können als durch Erfahrung? Es gibt vier Wege, um Dinge zu kennen, nämlich durch direktes Erfassen, durch Beobachtung, durch Erfahrung und durch Informationen, welche aus Quellen erhalten werden, die eindeutig als wahrhaftig anerkannt sind. Ein direktes Erfassen würde ein direktes Begreifen sein ohne den Vorgang des Nachdenkens oder die Notwendigkeit eines Beweises. Solch eine Erkenntnis gehört nur dem göttlichen Jehova, der ewigen Quelle aller Weisheit und Wahrheit, welcher notwendigerweise und der Natur der Sache nach über alle seine Geschöpfe erhaben ist. Deshalb konnte des Menschen Erkenntnis von Gut und Böse kein direktes Begreifen sein. Des Menschen Erkenntnis hätte durch Beobachtung kommen können, aber in diesem Fall hätte es für den Menschen die Notwendigkeit gegeben, eine Vorführung von dem Bösen und seinen Folgen zu beobachten. Dies würde die Zulassung des Bösen irgendwo anders voraussetzen unter anderen Geschöpfen, und warum nicht gleich unter den Menschen und auf der Erde, als unter anderen irgendwo sonst?

 

Warum sollte der Mensch nicht die Veranschaulichung sein und seine Erkenntnis aus praktischer Erfahrung erlangen? Und so ist es; der Mensch erlangt die praktische Erfahrung, und er ist für sich selbst als auch für andere Geschöpfe, den Engeln, eine Veranschaulichung, ,, ein Schauspiel.’ (1. Kor. 4:9)

 

Adam hatte bereits eine Erkenntnis des Bösen durch Belehrung, aber das war nicht genügend, um ihn davon abzuhalten, den Versuch auszuprobieren. Adam und Eva kannten Gott als ihren Schöpfer und damit als demjenigen, welcher das Recht hatte, sie zu führen und zu leiten; und Gott hatte von dem verbotenen Baum gesagt:, , An dem Tag, wo du davon isst, wirst du sterbend sterben.’ Sie hatten daher eine theoretische Erkenntnis von dem Bösen, obwohl sie niemals seine Auswirkungen beobachtet oder erfahren hatten. Folglich wußten sie den liebreichen Einfluß ihres Schöpfers nicht zu schätzen und sein wohlwollendes Gesetz, noch die Gefahren, vor welchen er sie durch dasselbe beschützen wollte. Deshalb gaben sie der Versuchung nach, welche Gott zuließ auf Grund des eigentlichen Nutzens, den seine Weisheit ausfindig gemacht hatte.

 

Nur wenige erkennen den Ernst der Versuchung, in welcher unsere ersten Eltern gefallen sind, noch die Gerechtigkeit Gottes, indem eine so strenge Strafe verhängt wurde für etwas, das vielen als ein geringfügiges Vergehen erscheint; aber ein wenig Überlegen macht alles ganz deutlich. Die Schrift erzählt die einfache Geschichte, wie die Frau, als die Schwächere, verführt wurde und auf diese Weise zu einer Übertreterin wurde. Ihre Erfahrung und ihre Vertrautheit mit Gott waren wohl noch begrenzter als die des Adam, denn er war zuerst erschaffen worden, und Gott hatte mit ihm direkt vor Evas Erschaffung die Erkenntnis über die Strafe der Sünde mitgeteilt, während Eva ihre Belehrung wahrscheinlich von Adam empfangen hat. Als sie von der Frucht genommen hatte, hatte sie sich auf die betrügerische falsche Darstellung des Satan verlassen, und ganz offensichtlich erkannte sie nicht den Ausgang der Übertretung, obwohl sie wahrscheinlich Bedenken hatte und eine geringe Erkenntnis darüber, dass nicht alles gut war. Aber obgleich sie verführt wurde, sagt Paulus, dass sie eine Übertreterin war-auch wenn sie nicht so schuldig ist, als wenn sie gegen größeres Licht gesündigt hätte.

 

Adam dagegen, so wird uns berichtet, wurde nicht verführt, { 1Ti 2:14} daher muß er mit einer völligeren Erkenntnis der Sünde gesündigt haben und mit der Strafe vor Augen wußte er ganz gewißlich, dass er sterben muß. Wir können leicht erkennen, was die Versuchung war, welche ihn dazu veranlaßte, so leichtsinnig die angekündigte Strafe auf sich zu ziehen. Im Auge behaltend, dass sie vollkommene Wesen waren, in der vernunftbegabten und moralischen Ebenbildlichkeit ihres Schöpfers, wurde der Gott ähnliche Bestandteil der Liebe in der aufrichtigen Liebe des vollkommene Mann gegenüber seiner geliebten Gefährtin, der vollkommenen Frau, geoffenbart. Die Sünde erkennend und Evas Tod fürchtend und auf diese Weise seinen Verlust (und dies ohne Hoffnung auf eine Wiederherstellung, denn keine solche Hoffnung war gegeben worden), beschloß Adam leichtsinnig in der Verzweiflung, nicht ohne sie zu leben. Sein eigenes Leben ohne ihre Gesellschaft als unglücklich und wertlos achtend, beteiligte er sich willentlich an ihrer Handlung des Ungehorsams, um Anteil zu haben an ihrer Todesstrafe, von welcher er wahrscheinlich annahm, dass sie auf ihr ruhte. Beide waren "in der Übertretung’, wie der Apostel zeigt. {Röm. 5:14  _ 1Ti 2:14} Aber Adam und Eva waren eins und nicht "zwei’; daher hatte Eva Anteil an der Verurteilung, welche über Adam kam und welche durch ihr Verhalten begünstigt worden war. -Röm. 5:12, 17-19

 

Gott sah nicht nur voraus, dass der Mensch, welchem er die Freiheit der Wahl gegeben hatte, aus Mangel eines vollen Verständnisses von der Sünde und seinen Resultaten, dieselbe annehmen würde, sondern er sah auch, dass der Mensch, nachdem er das Böse kennengelernt hat, es weiterhin erwählen würde, weil diese Vertrautheit seine moralische Natur so verdirbt, dass das Böse ganz allmählich immer angenehmer und wünschenswerter für ihn als wie das Gute werden würde. Trotzdem beabsichtigte Gott, das Böse zuzulassen, weil er erkannte, indem er das Heilmittel für des Menschen Erlösung aus den Folgen desselben bereitet hatte, dass das Endergebnis zu ihm hinführen wird durch Erfahrung hin zu einem vollen Verständnis von der, , überaus großen Sündhaftigkeit der Sünde’ und von dem einzigartigen Glanz der Tugend im Gegensatz dazu-indem er ihn auf diese Weise belehrte, um so mehr seinen Schöpfer zu lieben und zu ehren, welcher der Ursprung und die Quelle alles Guten ist, und für immer das zu vermeiden, was so viel Weh und Kummer gebracht hat. Auf diese Weise wird das endgültige Ergebnis größere Liebe zu Gott und größerer Haß gegen alles sein, was sich seinem Willen widersetzt, und folglich die sichere Wiederherstellung aller derjenigen in die ewige Gerechtigkeit, welche durch die Lektionen einen Nutzen ziehen werden, welche Gott jetzt durch die Zulassung der Sünde und der entsprechenden Übel lehrt. Es sollte jedoch ein großer Unterschied bemerkt werden zwischen der unbestreitbaren Tatsache, dass Gott die Sünde zugelassen hat, und dem schlimmen Irrtum einiger, nach welchem Gott selbst der Urheber von der Sünde und für dieselbe verantwortlich gewesen sei. Diese letzte Ansicht ist sowohl gotteslästerlich als auch im Widerspruch mit den in der Schrift dargestellten Tatsachen. Diejenigen, welche in diesen Irrtum fallen, tun es gewöhnlich bei dem Versuch, einen anderen Plan der Errettung zu finden als den, welchen Gott durch das Opfer von Christus als unseren Loskaufpreis, als Lösegeld, vorgesehen hat. Wenn es ihnen gelingt, sich und andere davon zu überzeugen, dass Gott für alle Sünde und Bosheit und alle Verbrechen verantwortlich ist, und dass der Mensch als ein unschuldiges Werkzeug in seinen Händen zur Sünde gezwungen wurde, dann haben sie sich für die Anschauung den Weg gebahnt, dass für unsere Sünden kein Opfer, noch Gnade in irgendeiner Form, sondern einfach und nur Gerechtigkeit benötigt wurde. Auf diese Weise legen sie auch eine Grundlage für einen anderen Teil ihrer falschen Anschauung, nämlich für den Universalismus, indem sie behaupten, dass, weil Gott alle Sünde und Bosheit und Verbrechen in allen verursachte, er auch die Befreiung der ganzen Menschheit aus Sünde und Tod bewirken wird. Zwei Schriftstellen (Jes. 45:7 und  Am 3:6) werden verwendet, um diese Anschauung zu unterstützen, aber in beiden Texten nur durch eine falsche Wiedergabe des Wortes Unheil. Die Sünde ist immer ein Unheil (etwas Übles, ein Unglück), aber ein Unheil ist nicht immer eine Sünde. Ein Erdbeben, eine Feuersbrunst, eine Flut oder eine Pest würden ein Unglück, ein Unheil, sein; aber keines von diesen würde eine Sünde sein. Das Wort Unheil in den angeführten Texten bedeutet Unglück. Dasselbe hebräische Wort wird in Psl. 34:19; 88:3 durch Leiden übersetzt und in  Ne 2:17; Psl. 10:6; 41:1; 107:39; Pred. 7:14 Jer 48:16 51:2; Klagelied 1:21; Sach. 1:15 durch Unglück. Es wird mit Unheil übersetzt in Psl. 27:5 und in  1Sa 10:19; Psl. 107:28 mit Ängsten und Drangsalen und in Psl. 94:13 mit böser Tag. Und dasselbe Wort gibt in sehr vielen Stellen die Bedeutung von Schaden zufügen, wehtun, schaden, Elend, Schmerz und Kummer wieder.

 

In Jes. 45:7 und  Am 3:6 erinnerte der Herr Israel an seinen Bund, welcher mit ihnen als ein Volk geschlossen worden war-dass, wenn sie seinen Gesetzen gehorchen, er sie segnet und sie vor dem Unglück beschützt, welches in der Welt im allgemeinen weitverbreitet ist; aber dass, wenn sie ihn verlassen, er über sie Unglück (Unheil) bringt als Zurechtweisung. Siehe 5. Mose 28:1-14, 15-32; 3. Mose 26:14-16; Josua 23:6-11, 12-16.

 

Wenn jedoch Unglücke über sie kamen, waren sie geneigt, dieselben als Zufälle und nicht als Zurechtweisungen anzusehen. Daher sandte ihnen Gott durch die Propheten Worte der Erinnerung an ihren Bund und sagte ihnen, dass ihre Unglücke von ihm waren und durch seinen Willen zu ihrer Besserung. Es ist unvernünftig, diese Texte zu benutzen, um zu beweisen, dass Gott der Urheber der Sünde sei, denn die Schriftstellen beziehen sich in keinster Weise auf die Sünde.

 

Die falsche Anschauung des Unversalismus macht die falsche Schlußfolgerung, dass Gott die Sünde gewollt habe und sie verursacht habe, und dass ihm niemand widerstehen konnte, und auf diese Weise behaupten sie, dass alle gleicherweise machtlos sein werden, ihm zu widerstehen, wenn er gerecht sein will. Aber in allen solchen Schlußfolgerungen wird die vornehmste Eigenschaft des Menschen, die Freiheit des Willens oder der Wahl, der bedeutsamste Zug seiner Ebenbildlichkeit mit dem Schöpfer, völlig außer acht gelassen; und der Mensch wird jener Anschauung nach nur zu einer Maschine herabgesetzt, welche nur in der Weise tätig ist, wie sie eingestellt worden ist. Wenn dies der Fall wäre, dann wäre der Mensch anstatt der Herr der Erde selbst den Insekten noch untergeordnet; denn sie haben ohne Zweifel einen Willen oder die Kraft zum Wählen. Selbst der kleinen Ameise ist eine Willenskraft gegeben worden, welche der Mensch nicht vernichten kann, obwohl er durch seine größere Kraft ihr entgegenwirken und sie verhindern kann.

 

Wahrlich, Gott hat die Macht, den Menschen entweder zur Sünde oder zur Gerechtigkeit zu zwingen, aber sein Wort erklärt, dass er nicht eine solche Absicht hat. Folglich konnte er den Menschen nicht zur Sünde zwingen, und zwar aus demselben Grunde, aus dem er, , sich selbst nicht verleugnen kann.’ Solch ein Verfahren wäre im Widerspruch mit seinem gerechten Charakter und daher eine Unmöglichkeit. Und er sucht die Anbetung und die Liebe nur von denjenigen, welche ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten. Zu diesem Zweck hat er dem Menschen eine Freiheit des Willens gegeben, gleich seinem eigenen, und er wünscht, dass er die Gerechtigkeit wählt. Die Zulassung davon, dass der Mensch für sich selbst wählt, führte zu seinem Fall aus der göttlichen Gemeinschaft und Gnade und Segnung in den Tod. Durch seine Erfahrung mit der Sünde und dem Tod lernt der Mensch in der Tat und sehr nutzbringend, was Gott ihm zu lehren angeboten hatte, ohne die Erfahrung mit der Sünde und ihren Folgen machen zu müssen. Gottes Vorherwissen von dem, was der Mensch tun würde, wird nicht gegen den Menschen gebraucht als eine Ausrede für seine Herabsetzung zu einem Wesen, welches nur einer Maschine gleicht: Ganz im Gegenteil, es wird zum Vorteil für den Menschen gebraucht; weil Gott im voraus wußte, welchen Lauf der Mensch nehmen würde, wenn ihm selbst die freie Wahl gelassen wird, hinderte er ihn nicht daran, die Sünde und ihre bitteren Folgen versuchsweise zu erleiden, aber er begann sofort damit, ein Mittel für seine Wiederherstellung aus seiner ersten Übertretung bereitzustellen, indem er für einen Erlöser sorgte, einem großen Erretter, der in der Lage ist, alle diejenigen vollständig zu erretten, welche durch ihn zu Gott zurückkehren werden. Zu diesem Zweck-damit der Mensch einen freien Willen haben konnte und dennoch in der Lage ist, aus seinem ersten Fehler bei dem Gebrauch desselben im Ungehorsam gegen des Herrn Willen einen Vorteil zu erlangen-hat Gott nicht nur ein Lösegeld für alle bereitgestellt, sondern auch eine Erkenntnis von der Gelegenheit zur Versöhnung mit ihm selbst, welche auf diese Weise zur rechten Zeit allen bezeugt werden wird. - _ 1Ti 2:3-6???

 

Die Strenge der Strafe war nicht ein Beweis von Haß und bösem Willen auf seiten Gottes, sondern das notwendige und unvermeidliche, endgültige Ergebnis des Bösen, welches Gott auf diese Weise den Menschen erkennen und fühlen ließ. Gott kann das Leben so lange erhalten, wie er es für angebracht ansieht, auch gegen die zerstörerische Kraft des eigentlichen Bösen; aber es wäre Gott ebenso unmöglich, solch ein verwirktes Leben ewig zu erhalten, wie es für Gott unmöglich ist zu lügen. Das heißt, es ist moralisch unmöglich. Solch ein Leben könnte nur immer mehr zu einer Quelle der Traurigkeit für sich selbst und für andere werden; deshalb ist Gott zu gut, als dass er ein Leben erhält, welches für sich selbst und für andere derart nutzlos und schädlich ist, und indem er seine erhaltende Kraft zurückzieht, folgt die Zerstörung, das natürlichen Resultat des Bösen. Leben ist eine Gnade, ein Geschenk Gottes, und es wird nur den Gehorsamen in Ewigkeit erhalten.

 

Den Nachkommen von Adam geschah keine Ungerechtigkeit, indem nicht jedem Einzelnen von ihnen eine besondere Prüfung gewährt wurde. Jehova war in keiner Weise verpflichtet, uns ins Dasein zu bringen; und nachdem er uns ins Leben gebracht hatte, verpflichtete ihn kein Gesetz des Rechts oder der Gerechtigkeit, unser Leben in Ewigkeit aufrechtzuerhalten, noch auch uns eine Prüfung mit der Verheißung von ewigem Leben zu garantieren, wenn wir gehorsam sind. Beachte diesen Punkt sehr gut. Das gegenwärtige Leben, welches von der Wiege bis zum Grab nur ein Vorgang des Sterbens ist, ist trotz aller seiner Übel und Enttäuschungen doch ein Segen, eine Gnade, selbst wenn es keine Zukunft gäbe. Die große Mehrheit betrachtet es so an. Ausnahmen (Selbstmörder) gibt es verhältnismäßig Wenige; und diese, so haben unsere Gerichtshöfe wiederholt entschieden, sind geistig unzurechnungsfähig, sonst würden sie sich nicht selbst auf diese Weise von den gegenwärtigen Segnungen abschneiden. Außerdem zeigt uns das Verhalten des vollkommenen Menschen, Adam, was das Verhalten seiner Kinder unter ähnlichen Umständen gewesen wäre.

 

Viele haben die irrtümliche Ansicht angenommen, dass Gott unser Geschlecht auf die Probe gestellt habe mit der Möglichkeit des Wählens zwischen dem Leben und der ewigen Qual, während darüber in der Strafandrohung nichts angedeutet ist. Die Gnade oder der Segen Gottes für seine gehorsamen Kinder ist Leben-fortdauerndes Leben-frei von Schmerz, Krankheit und jedem anderen Bestandteilen des Zerfalles und des Todes. Dem Adam wurde dieser Segen im vollsten Maße gegeben, aber er wurde gewarnt, dass ihm diese, , Gabe’ entzogen werden wird, wenn er verfehlt, Gott gegenüber Gehorsam zu erweisen:, , An dem Tag, an welchem du davon isst, wirst du sterbend sterben.’ Er wußte nichts von einem Leben in Qual, als Strafe für die Sünde. Das ewige Leben ist an keiner Stelle irgendjemand anderem verheißen, als nur dem Gehorsamen. Das Leben ist ein Geschenk und eine Gabe Gottes, und der Tod, der Gegensatz zum Leben, ist die Strafe, die er angeordnet hat.

 

Die ewige Qual ist an keiner Stelle in den Schriften des Alten Testaments angedeutet, und nur einige wenige Aussagen in dem Neuen Testament können so falsch ausgelegt werden, dass es scheint, als lehren sie dies; und diese werden entweder unter den bildlichen und symbolischen Darstellungen der Offenbarung oder unter den Gleichnissen und dunklen Reden unseres Herrn gefunden, welche von dem Volk, welches sie hörte, nicht verstanden wurden, { Lu 8:10} und welche heute anscheinend nur wenig besser verstanden werden. "Der Lohn der Sünde ist der Tod.’ (Röm. 6:23), , Die Seele, welche sündigt, soll sterben.’ -Hes. 18:4

 

Viele haben sich Gott als ungerecht vorgestellt, als er es zuließ, dass die Nachkommen von Adam an seiner Verurteilung teilhaben, anstatt jedem Einzelnen eine Prüfung oder Gelegenheit auf ewiges Leben zu gewähren, wie Adam sie genoß. Aber was werden diese sagen, wenn es jetzt gezeigt wird, dass die Gelegenheit und die Prüfung für die Welt für das Leben viel günstiger sein wird, als es die von Adam gewesen ist; und das gerade darum, weil Gott diesen Plan erwählte, dass er es zuließ, dass Adams Geschlecht auf eine natürliche Weise Anteil erhielt an seiner Strafe? Wir glauben, dass dies der Fall ist, und werden uns bemühen, es klar zu machen.

 

Gott versichert uns, dass, weil die Verurteilung auf alle in Adam weitergegeben worden ist, er die Vorkehrungen getroffen hat für ein neues Haupt, einen Vater oder Lebengeber für das Geschlecht, in welchem alle durch Glauben und Gehorsam umgestaltet werden möchten, damit wie alle in Adam die Verurteilung zum Tode geteilt haben, ebenso alle in Christus den Segen der Wiederherstellung teilen mögen; die Herauswahl ist eine Ausnahme. (Röm. 5:12,18,19) Auf diese Weise betrachtet war der Tod von Jesus, dem einen, der rein und sündlos war, eine vollständige Genugtuung Gott gegenüber, ein Lösegeld für die Sünde von Adam. Wie ein Mensch gesündigt hatte und alle in ihm seinen Fluch, seine Strafe, geteilt hatten, so hat Jesus die Strafe dieses einen Sünders bezahlt, und er erkaufte nicht nur Adam, sondern alle seine Nachkommen-alle Menschen-welche durch Vererbung seine Schwächen und Sünden und die Strafe von diesen teilten-den Tod. Unser Herr, "der Mensch Jesus Christus’, selbst unbefleckt, vollkommen und mit einem vollkommenen Samen oder Geschlecht in ihm, ungeboren und gleichfalls frei von Sünde, gab sein Alles von seinem menschlichen Leben und seinem Anrecht auf dasselbe als das vollständige Lösegeld, dem entsprechenden Loskaufpreis für Adam und das Geschlecht oder dem Samen, welcher in ihm war, als er sündigte und verurteilt wurde.

 

Nachdem er vollständig das Leben von Adam und das Leben von seinem Geschlecht erkauft hat, bietet sich Christus an, das ganze adamitische Geschlecht als seinen Samen, seine Kinder, anzunehmen, alle, welche die Bedingungen des Neuen Bundes annehmen werden und auf diese Weise durch Glauben und Gehorsam in die Familie Gottes eintreten und ewiges Leben erhalten werden. Auf diese Weise wird der Erlöser, , seinen Samen sehen (so viele von dem Samen Adams, als sich unter seinen Bedingungen an Kindesstatt annehmen lassen werden), und er wird seine Tage verlängern’ (in seiner Auferstehung zu einer höheren als menschlichen Stufe, welche ihm durch den Vater als eine Belohnung für seinen Gehorsam zugesichert worden war), und alles in der höchst gegensätzlichen Art und Weise -durch das Aufopfern des Lebens und der Nachkommenschaft. (Jes. 53:10) Und in dieser Weise steht geschrieben:, , Wie alle in Adam sterben, also werden alle in Christus lebendig gemacht werden.’ -1. Kor. 15:22

 

Der Schaden, den wir durch Adams Fall erhalten haben (wir erleiden keine Ungerechtigkeit), wird durch Gottes Gnade mehr als ausgeglichen werden durch die Gnade in Christus; und alle werden früher oder später (in Gottes, , rechter und festbestimmter Zeit’) eine volle Gelegenheit haben, wiederhergestellt zu werden zu derselben Stellung, an welcher Adam sich erfreute, bevor er sündigte. Diejenigen, welche in der gegenwärtigen Zeit keine vollständige Erkenntnis und durch Glauben eine Freude über diese Gnade Gottes empfangen (und das ist die große Mehrzahl, einschließlich Kinder und Heiden), werden sicherlich diese Vorrechte im nächsten Zeitalter oder in der "kommenden Welt’ haben, dem Zeitalter, welches dem gegenwärtigen folgt. Zu diesem Zweck werden, , alle, die in den Gräbern sind...hervorkommen.’ Sobald jeder Einzelne (entweder in diesem Zeitalter oder im nächsten) das von unserem Herrn Jesus gegebene Lösegeld und seine damit verbundenen Gelegenheiten vollständig erkennt, wird er als in der Prüfung seiend betrachtet, wie es Adam war; und Gehorsam bringt ewiges Leben und Ungehorsam dauerhaften Tod-den, , zweiten Tod.’ Vollkommener Gehorsam wird jedoch von keinem gefordert werden, ohne dass er die vollkommene Fähigkeit dazu hat. Unter dem Gnadenbund wird der Herauswahl während des Evangeliumszeitalters die Gerechtigkeit Christi durch den Glauben zugerechnet, um ihre durch die Schwachheiten des Fleisches unvermeidbaren Mängel auszugleichen. Die göttliche Gnade wird während des Millenniumzeitalters gegenüber jedem, "der das will’, von der Welt wirksam sein. Erst wenn die körperliche Vollkommenheit erreicht ist (was das Vorrecht von allen vor dem Schluss des Millenniumszeitalters sein wird), wird ihre vollkommene moralische Vollkommenheit erwartet werden. Jene neue Prüfung, welche das Ergebnis von dem Lösegeld und dem Neuen Bund ist, wird von der Prüfung in Eden unterschiedlich sein, weil in jener die Handlungen jedes Einzelnen allein seine eigene Zukunft betreffen werden.

 

Aber würde dies nicht bedeuten, einigen von dem Geschlecht eine zweite Gelegenheit zu geben, das ewige Leben zu erlangen? Wir antworten-Die erste Gelegenheit für das ewige Leben war durch Vater Adams Ungehorsam für ihn selbst und für sein ganzes Geschlecht, "welches noch in seinen Lenden war’, verloren. Durch diese ursprüngliche Prüfung "kam die Verurteilung auf alle Menschen’; und es war Gottes Plan, dass durch Christus Opfer als der entsprechende Preis dem Adam und allen denjenigen, welche durch seinen Fall das Leben verloren haben, nachdem sie die überaus große Sündhaftigkeit der Sünde geschmeckt haben und die Schwere von der Strafe der Sünde gefühlt haben, die Gelegenheit gegeben werden wird, durch Glauben an den Erlöser zu Gott zurückzukehren. Wenn jemand das eine "zweite Gelegenheit’ nennen möchte, mag er es tun: es muß sicherlich Adams zweite Gelegenheit sein, und in einem Sinn ist es das wenigstens für das ganze erlöste Geschlecht, aber es wird die erste persönliche Gelegenheit für jeden Einzelnen seiner Nachkommen sein, welche von Geburt an bereits unter der Verurteilung zum Tode standen. Wie wir es nennen wollen, die Tatsachen sind dieselben; nämlich, alle waren zum Tode verurteilt wegen Adams Ungehorsam, und alle werden sich (in dem Millenniumszeitalter) einer vollständigen Gelegenheit erfreuen, unter den vorteilhaften Bedingungen des Neuen Bundes das ewige Leben zu erlangen. Das ist, wie die Engel verkündigten, "die gute Botschaft großer Freude, welche allen Menschen widerfahren wird.’ Und, wie der Apostel erklärte, diese Gnade Gottes-dass unser Herr Jesus, , sich selbst zum Lösegeld für alle gab’ -muß allen "zur rechten Zeit bezeugt werden.’ {Röm. 5:17-19  _ 1Ti 2:4-6} Menschen, nicht Gott, haben diese Gelegenheit, das Leben zu erlangen, auf das Evangeliumszeitalter begrenzt. Ganz im Gegensatz dazu sagt uns Gott, dass das Evangeliumszeitalter nur für das Herauswählen der Herauswahl, der königlichen Priesterschaft, ist, durch welche, während eines nachfolgenden Zeitalters, alle anderen zu einer genauen Erkenntnis der Wahrheit gebracht werden und ihnen die volle Gelegenheit garantiert ist, sich unter dem Neuen Bund das ewige Leben zu sichern.

 

Aber was für ein Vorteil liegt in diesem durchgeführten Plan? Warum wird nicht jetzt sofort allen Menschen eine persönliche Gelegenheit für das Leben geben, ohne den langen Verlauf von Adams Prüfung und Verurteilung, an welcher Verurteilung seine Nachkommen Anteil haben, sowie der Erlösung von allen durch das Opfer von Christus und dem neuen Anbieten von dem ewigen Leben an alle unter den Bedingungen des Neuen Bundes? Wenn das Böse zugelassen werden mußte, weil der Mensch einen freien Willen hat, warum wird die Vernichtung des Bösen auf solch eine eigenartige und umständliche Weise hinausgeführt? Warum ist soviel Kummer zugelassen und in der Zwischenzeit eingetreten und über viele gekommen, welche schließlich als gehorsame Kinder Gottes die Gabe des Lebens empfangen werden?

 

Wahrlich, das ist der Punkt, auf welchen sich das Interesse bei diesem Thema richtet. Hätte Gott die Fortpflanzung unseres Geschlechtes anders angeordnet, so dass die Kinder nicht an den Folgen der Sünden der Eltern-der geistigen, moralischen und körperlichen Schwachheiten-Anteil haben, und hätte der Schöpfer es so eingerichtet, dass alle bei ihrer Prüfung einen vorteilhaften paradiesischen Zustand haben würden und dass nur die Übertreter verurteilt und "abgeschnitten’ würden, wie viele dürften wir annehmen, würden unter allen solchen vorteilhaften Zuständen würdig gefunden und wie viele des Lebens unwürdig gefunden werden?

 

Wenn der eine Fall, der des Adam, als Maßstab genommen wird (und er war sicherlich in jeder Hinsicht ein Beispiel für die menschliche Vollkommenheit), so ist die Schlußfolgerung die, dass keiner vollkommen gehorsam und würdig gefunden worden wäre; weil keiner eine solch klare Erkenntnis von und Erfahrung mit Gott gehabt hätte, welche in ihm, über sein persönliches Urteil hinaus, volles Vertrauen in seine Gesetze entwickelt haben würde. Wir werden versichert, dass es die Erkenntnis von dem Vater war, welche Christus befähigte, ihm vollständig zu vertrauen und zu gehorchen. (Jes. 53:11) Aber laßt uns annehmen, dass ein Viertel das Leben erlangen würde; oder selbst mehr, angenommen, die Hälfte würde würdig gefunden werden, und die andere Hälfte würde den Lohn der Sünde, den Tod, erleiden. Was dann? Laßt uns annehmen, die andere Hälfte, die Gehorsamen, hatte keine Sünde erlebt noch dieselbe mitangesehen; würden sie nicht für immer eine Neugierde nach den verbotenen Dingen verspüren und nur durch die Furcht vor Gott und vor der Strafe zurück gehalten werden? Ihre Ergebenheit könnte nicht so von Herzen kommen, als wenn sie Gutes und Böses kennengelernt haben und daher eine volle Wertschätzung von den wohlgemeinten Absichten des Schöpfers haben, welcher die Gesetze gemacht hat, welche sowohl seine eigene Vorgehensweise als auch die seiner Geschöpfe lenkt.

 

Dann betrachte auch die Hälfte, welche auf diese Weise als die Folge ihrer eigenen willentlichen Sünde in den Tod gehen würde. Sie würden dauerhaft vom Leben abgeschnitten sein, und ihre einzige Hoffnung wäre, dass Gott sich in Liebe an sie als seine Geschöpfe, das Werk seiner Hände, erinnern würde und für sie eine andere Prüfung bereiten würde. Aber warum das? Der einzige Grund würde eine Hoffnung darauf sein, dass, wenn sie wieder zum Leben zurückgebracht und wieder geprüft werden, dann einige von ihnen auf Grund ihrer größeren Erfahrung den Gehorsam und das Leben erwählen möchten.

 

Aber selbst wenn solch ein Plan sowohl gut in seinen Resultaten wäre als auch von Gott angenommen worden wäre, so gibt es doch schwerwiegende Einwände gegen ihn.

 

Es ist der Weisheit Gottes vielmehr ähnlich, die Sünde gleich in bestimmte Grenzen einzudämmen, wie es sein Plan tut. Selbst unser begrenzter Verstand betrachtet es als viel besser, nur ein vollkommenes und unvoreingenommenes Gesetz zu haben, welches erklärt, dass der Lohn für die willentliche Sünde der Tod ist-die Vernichtung-ein Abschneiden vom Leben. Auf diese Weise hält Gott das Böse, welches er zugelassen hat, in Grenzen, indem er die Vorkehrungen getroffen hat, dass die tausendjährige Herrschaft des Christus die vollständige Vernichtung des Bösen und auch aller boshaften Übeltäter hinausführen und die ewige Gerechtigkeit herbeiführen wird, welche sich auf die volle Erkenntnis und auf den vollkommenen freien Willen und den Gehorsam der vollkommenen Wesen gründet.

 

Aber es gibt zwei weitere Einwände gegen diesen vorgeschlagenen Plan, welche jeder selbst zuerst einzeln prüfen möchte. Ein Erlöser war in dem Plan, welchen Gott erwählte, völlig ausreichend, weil nur einer gesündigt hatte und nur einer verurteilt worden war. (Die andere haben nur Anteil an seiner Verurteilung.) Aber wenn die erste Prüfung eine Prüfung für jeden Einzelnen gewesen wäre, und wenn die Hälfte des Geschlechtes gesündigt hätte und jeder einzeln verurteilt worden wäre, so hätte es für jede verurteilte Einzelperson das Opfer eines Erlösers erfordert. Ein unverwirktes Leben konnte ein verwirktes Leben erlösen, aber nicht mehr. Der eine vollkommene Mensch, ,, der Mensch Christus Jesus’, der den gefallenen Adam (und unseren Verlust durch ihn) erkauft hat, konnte auf keine andere Weise, , ein Lösegeld (ein entsprechender Kaufpreis) für alle’ werden als auf die Weise, welche Gott in seinem Plan erwählt hat.

 

Wenn wir annehmen, dass die Gesamtzahl der menschlichen Wesen seit Adam einhundert Milliarden ist und dass nur die Hälfte von diesen gesündigt hätte, so würde es erforderlich sein, dass alle fünfzig Milliarden gehorsamen, vollkommenen Menschen sterben, um ein Lösegeld (einen entsprechenden Kaufpreis) für die übrigen fünfzig Milliarden Übertreter zu geben; und so würde auch nach diesem Plan der Tod zu allen Menschen hindurchdringen. Und solch ein Plan würde nicht weniger Leiden zur Folge haben, als bei dem, welcher gegenwärtig hinausgeführt wird.

 

Der andere Einwand gegen solch einen Plan ist, dass er Gottes Plan sehr stark behindern würde in Bezug auf das Herauswählen und der Erhöhung zur göttlichen Natur von einer, , kleinen Herde’, dem Leib des Christus, eine Schar, von welcher Jesus das Haupt und der Herr ist. Gott könnte nicht gerechterweise den fünfzig Milliarden gehorsamen Söhnen befehlen, ihre Rechte, ihr Eigentum, ihr Leben als Lösegeld für die Sünder zu geben; denn nach seinem eigenen Gesetz hätte ihr Gehorsam ihnen das Recht auf ewiges Leben erworben. Wenn diese vollkommenen Menschen daher aufgefordert werden würden, Loskäufer der Gefallenen zu werden, so wäre es Gottes Plan gewesen, wie bei unserem Herrn Jesus, ihnen eine besondere Belohnung in Aussicht zu stellen, so dass sie für die vor ihnen liegende Freude { Heb 12:2} die Strafe ihrer Brüder erdulden möchten. Und wenn ihnen dieselbe Belohnung gegeben werden würde, welche unserem Herrn Jesus gegeben wurde, nämlich Anteil an der neuen, göttlichen Natur und erhöht zu werden über Engel und Fürstentümer und Gewalten und jedem Namen, der genannt wird-gleich unter dem Jehova, { Eph 1:20,21} dann gäbe es eine große Anzahl auf der geistigen Stufe, was die Weisheit Gottes ganz offensichtlich nicht beabsichtigt. Mehr noch, diese fünfzig Milliarden würden unter solchen Umständen alle auf gleicher Stufe sein, und niemand unter ihnen wäre der Erste oder das Haupt, während der Plan, den Gott angenommen hat, nur einen Erlöser beruft, einen hoch Erhöhten zur göttlichen Natur, und dann eine, , kleine Herde’ derjenigen, welche er erlöst und welche in seinen Fußstapfen der Leiden und der Selbstverleugnung wandeln, um Anteil zu haben an seinem Namen, seiner Herrlichkeit und seiner Natur, wie die Frau Anteil hat an dem, was ihres Mannes ist.

 

Diejenigen, welche diesen Teil von Gottes Plan wertschätzen können, welcher dadurch, dass alle in einem Repräsentanten oder Vertreter verurteilt wurden, den Weg für das Lösegeld und die Wiederherstellung von allen durch einen Erlöser öffnet, werden in ihm die Lösung vieler Schwierigkeiten finden. Sie werden erkennen, dass die Verurteilung von allen in einem das genaue Gegenteil von einer Verletzung war; es war für alle ein großer Vorteil, wenn man es im Zusammenhang mit Gottes Plan betrachtet in der Bereitstellung von der Rechtfertigung von allen durch das Opfer eines Anderen. Das Böse wird für immer vernichtet werden, wenn Gottes Absicht von der Zulassung desselben erfüllt sein wird, und wenn die Vorteile des Lösegeldes sich soweit erstreckt haben werden als zuvor die Bestrafung für die Sünde. Es ist jedoch unmöglich, diesen Teil des Planes Gottes richtig wertzuschätzen ohne eine volle Erkenntnis von der Sündhaftigkeit der Sünde und der Art ihrer Strafe-dem Tod, und von der Bedeutung und dem Wert des Lösegeldes, welches Jesus gab, und von der vorteilhaften und vollständigen Wiederherstellung jedes Einzelnen zu vorteilhaften Bedingungen, unter welchen der Einzelne eine vollständige und gute Prüfung haben wird, bevor jemand als würdig für die Belohnung (das ewige Leben) oder für die Strafe (dauerhafter Tod) anerkannt werden wird.

 

Auf Grund des großen Planes der Erlösung und der sich daraus ergebenden "Wiederherstellung aller Dinge’ durch Christus, können wir sehen, dass durch die Zulassung des Bösen ein Segen hervorgeht, welcher wahrscheinlich auf keine andere Weise so vollständig hätte verwirklicht werden können.

 

Nicht nur die Menschen ziehen in alle Ewigkeit einen Nutzen aus der gewonnenen Erfahrung und die Engel durch ihre Beobachtung von den Erfahrungen des Menschen, sondern alle haben den weiteren Vorteil, dass sie mit Gottes Charaktereigenschaften vollständig vertraut sein werden, wie er sich in seinem Plan offenbart. Wenn sein Plan vollständig hinausgeführt worden ist, dann werden alle in der Lage sein, sehr deutlich seine Weisheit, Gerechtigkeit, Liebe und Macht darin zu lesen. Sie werden die Gerechtigkeit erkennen, welche den göttlichen Urteilsspruch nicht verletzen konnte, noch das rechtmäßig verurteilte Geschlecht erretten konnte ohne eine völlige Hinwegnahme ihrer gerechten Strafe durch einen bereitwilligen Erlöser. Sie werden die Liebe erkennen, welche dieses vollkommene Opfer bereitete und welche den Erlöser zu Gottes eigener rechter Hand hoch erhöhte und ihm dadurch die Macht und die Autorität gab, diejenigen zum Leben wiederherzustellen, welche er mit seinem eigenen kostbaren Blut erkauft hatte. Sie werden auch die Macht und die Weisheit erkennen, welche fähig war, für seine Geschöpfe eine herrliche Bestimmung hervorzubringen und auf diese Weise jeden sich widersetzenden Einfluß aufzuheben und sowohl die bereitwilligen als auch die nicht bereitwilligen Werkzeuge für das Vorankommen und für die schließliche Hinausführung seines großartigen Planes zu gebrauchen. Wäre das Böse nicht zugelassen worden und hätte die göttliche Vorsehung dasselbe nicht auf diese Weise gelenkt, so können wir nicht erkennen, wie diese Resultate hätten erreicht werden können. Die Zulassung des Bösen für eine Zeitlang unter den Menschen zeigt auf diese Weise eine weitblickende Weisheit, welche alle damit verbundenen Umstände erfaßte, ein Heilmittel bereitstellte und das endgültige Resultat durch seine Macht und Gnade deutlich machte.

 

Während des Evangeliumszeitalters wurde die Sünde und seine damit verbundenen Übel außerdem als ein Mittel zur Erziehung und zur Zubereitung der Herauswahl genutzt. Wäre die Sünde nicht zugelassen worden, so wäre das Opfer unseres Herrn Jesus und seiner Herauswahl und die Belohnung, welche die göttliche Natur ist, nicht möglich gewesen.

 

Es scheint klar zu sein, dass grundsätzlich dasselbe Gesetz Gottes, welches jetzt über der Menschheit liegt, wobei der Gehorsam demselben gegenüber zur Belohnung des Lebens führt und Ungehorsam die Strafe des Todes nach sich zieht, schließlich alle vernunftbegabten Geschöpfe Gottes regieren muß; und dieses Gesetz ist, wie unser Herr es beschrieben hat, kurz in dem einen Wort Liebe zusammengefaßt. "Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft und mit deinem ganzen Verstand, und deinen Nächsten wie dich selbst.’ { Lu 10:27} Schließlich, wenn die Absichten Gottes vollendet sein werden, wird die Herrlichkeit des göttlichen Charakters allen vernunftbegabten Geschöpfen geoffenbart worden sein, und die für eine kurze Zeit erfolgte Zulassung des Bösen wird von allen als ein weiser Zug in dem göttlichen Plan erkannt werden. Jetzt kann dies nur mit dem Auge des Glaubens gesehen werden, welches durch Gottes Wort auf die Dinge schaut, von denen der Mund aller heiligen Propheten geredet hat, seitdem die Welt begann-die Wiederherstellung aller Dinge.

STUDIE IX—Lösegeld und Wiederherstellung

 

Durch das Lösegeld ist die Wiederherstellung garantiert. -Durch das Lösegeld ist nicht das ewige Leben, sondern eine Erprobung auf dasselbe gesichert. -Die Bedingungen und die Vorteile der Erprobung. -Christus Opfer ist notwendig. -Wie konnte und wurde das Geschlecht durch den Tod des Einen erlöst? -Glaube und Werke sind noch notwendig. -Der Lohn für willentliche Sünde ist gewiß. -Wird es für die auferweckten Millionen Platz geben auf der Erde? -Wiederherstellung im Gegensatz zur Evolution.

 

Aus dem Umriß von Gottes geoffenbarten Plan, wie er bisher ausgeführt worden ist, ist es offensichtlich, dass sein Plan für die Menschheit eine Wiederherstellung oder Wiederaufrichtung zu der Vollkommenheit und Herrlichkeit ist, welche in Eden verloren gegangen ist. Der stärkste und überzeugendste Beweis für diese Absicht wird am deutlichsten erkannt, wenn die Reichweite und die besondere Beschaffenheit des Lösegeldes völlig wertgeschätzt werden. Die von den Aposteln und Propheten vorausgesagte Wiederherstellung muß dem Lösegeld als gerechtes und folgerichtiges Ergebnis folgen. In Übereinstimmung mit Gottes Anordnung in der Bereitstellung eines Lösegeldes müssen alle Menschen von der ursprünglichen Strafe, ,, der Knechtschaft der Vergänglichkeit’ (Röm. 8:21), dem Tod, befreit werden, es sei denn sie widersetzen sich willentlich der rettenden Macht des großen Befreiers. Sonst würde das Lösegeld nicht für alle angewendet werden.

 

Die Schlußfolgerung des Apostel Paulus zu diesem Thema ist klar und nachdrücklich. Er sagt (Röm. 14:9): "Hierzu ist Christus gestorben und wieder lebendig geworden, um sowohl über die Toten als auch über die Lebenden Herr (Herrscher, Anführer) zu sein.’ Das bedeutet zu sagen, der Zweck von unseres Herrn Tod und Auferstehung war nicht nur, die Lebenden der Menschheit zu segnen, zu regieren und wiederherzustellen, sondern ihm ist die Macht oder die volle Gewalt sowohl über die Toten als auch über die Lebenden gegeben worden, und dies sichert dem einen die Vorteile seines Lösegeldes genauso viel wie dem anderen. Wir können richtigerweise eine zusätzliche und noch umfassendere Bedeutung in den Worten des Apostels erkennen; nämlich dass die gesamte menschliche Familie in dem Ausdruck "die Toten’ enthalten war. Von Gottes Standpunkt betrachtet wird das ganze Geschlecht als tot angesehen, weil es unter der Verurteilung zum Tode steht; { Mt 8:22} also ist der Ausdruck "die Lebenden’ anwendbar auf diejenigen jenseits der menschlichen Familie, welche ihre Leben nicht verwirkt hatten-die Engel., , Er gab sich selbst als Lösegeld (entsprechenden Kaufpreis) für alle’, damit er alle segnen und jedem Menschen eine persönliche Prüfung für das Leben geben kann. Zu behaupten, dass er ein, , Lösegeld für alle’ gab, und trotzdem den Anspruch zu erheben, dass nur eine kleine Handvoll von Erlösten jemals irgendeinen Nutzen davon erhalten wird, ist gegen den gesunden Menschenverstand; denn es würde bedeuten, dass Gott entweder den Loskauf-Preis angenommen hat und sich danach ungerechterweise geweigert hat, die Freilassung der Erlösten zu bewilligen, oder dass der Herr, nachdem er alle erkauft hat, entweder nicht in der Lage war oder nicht bereitwillig war, seine ursprüngliche wohlwollende Absicht durchzuführen. Die Unveränderlichkeit der göttlichen Pläne sowie die Vollkommenheit der göttlichen Gerechtigkeit und Liebe widersprechen solch einem Gedanken und geben uns die Gewißheit, dass der ursprüngliche und wohlwollende Plan, dessen Grundlage das, , Lösegeld für alle’ war, in Gottes, , festbestimmter Zeit’ vollständig hinausgeführt werden wird und den getreuen Gläubigen den Segen der Befreiung von der adamitischen Verurteilung und eine Gelegenheit zur Rückkehr in die Rechte und Freiheiten der Söhne Gottes bringen wird, wie sie vor der Sünde und dem Fluch genossen wurden.

 

Wenn die tatsächlichen Vorteile und Folgen des Lösegeldes klar erkannt werden, dann muß jeder Einwand gegen seine allgemein gültige Anwendbarkeit verstummen. Das, , Lösegeld für alle’, welches von dem, , Menschen Christus Jesus’ gegeben wurde, gibt oder garantiert keinem Menschen das ewige Leben oder ewige Segnung; sondern es garantiert jedem Menschen eine andere Gelegenheit oder Prüfung für das ewige Leben. Die erste Prüfung des Menschen, welche mit dem Verlust der Segnungen endete, welche zuerst verliehen worden waren, ist in Wirklichkeit in einen Segen der Erfahrung umgewandelt worden für denjenigen, welche von Herzen treu sind, wegen dem Lösegeld, welches Gott bereitgestellt hat. Aber die Tatsache, dass die Menschen von der ersten Strafe erlöst sind, garantiert nicht, dass sie, wenn sie persönlich für das ewige Leben geprüft werden, nicht verfehlen, den Gehorsam zu leisten, ohne welchen es niemandem gestattet werden wird, ewig zu leben. Der Mensch wird durch die gegenwärtige Erfahrung mit der Sünde und ihrer bitteren Strafe vollständig vorgewarnt sein; und wenn ihm als ein Resultat des Lösegeldes eine persönliche Prüfung unter den Augen und der Herrschaft dessen garantiert wird, welcher ihn so geliebt hat, dass er sein Leben für ihn gegeben hat, und welcher nicht will, dass irgendjemand verlorengeht, sondern dass alle zu Gott umkehren und leben, können wir zuversichtlich sein, dass nur der willentlich Ungehorsame die Strafe der zweiten Prüfung empfangen wird. Diese Strafe wird der Zweite Tod sein, aus welchem es kein Lösegeld, keine Freilassung gibt, weil es keinen Grund für ein anderes Lösegeld oder eine weitere Prüfung gibt. Alle werden sowohl Gutes als auch Böses vollständig erkannt und kennengelernt haben; alle werden die Güte und die Liebe Gottes erlebt und erfahren haben; alle werden unter den vorteilhaftesten Bedingungen eine volle, gerechte, persönliche Prüfung für das Leben gehabt haben. Mehr kann nicht verlangt werden, und mehr wird nicht gegeben werden. Diese Prüfung wird für immer entscheiden, wer in tausend Prüfungen gerecht und heilig sein würde; und es wird auch festgestellt werden, wer in tausend Prüfungen ungerecht und unheilig und immer unrein bleiben würde.

 

Es würde nutzlos sein, eine weitere Prüfung für das Leben unter genau denselben Umständen zu gewähren; aber obwohl die Umstände der zu Prüfenden unterschiedlich, günstiger sein werden, werden die Bedingungen ihrer persönlichen Prüfung auf Leben dieselben sein wie in der adamitischen Prüfung. Das Gesetz Gottes bleibt dasselbe-es verändert sich nicht. Es wird immer noch sagen:, , Die Seele, welche sündigt, die soll sterben’; und der Zustand des Menschen wird nicht günstiger sein, und das gleiche gilt für die Umgebung, als es die Zustände und die Umgebung in Eden waren; aber der große Unterschied wird die vermehrte Erkenntnis sein. Die Erfahrung mit dem Bösen im Gegensatz zu der Erfahrung mit dem Guten, welche für jeden hinzukommen wird während der Prüfung des kommenden Zeitalters, wird den Vorteil begründen, durch den sich die Resultate der zweiten Prüfung weit von den Resultaten der ersten unterscheiden werden. Aus diesem Grund bereitete die göttliche Weisheit und Liebe "das Lösegeld für alle’, und auf diese Weise wird allen der Segen einer neuen Prüfung garantiert. Keine günstigere Prüfung, kein günstigeres Gesetz, keine günstigeren Bedingungen oder Umstände können in irgendeiner Weise vorgestellt werden als eine Begründung für irgendein anderes Lösegeld oder eine weitere Prüfung, in irgendeinem Zeitalter jenseits des Millenniumzeitalters.

 

Das dargebrachte Lösegeld entschuldigt die Sünde bei niemandem; es beabsichtigt nicht, die Sünder als Heilige zu betrachten und sie auf diese Weise in die ewig währende Glückseligkeit hineinzubringen. Es erlöst die anerkannten Sünder nur von der ersten Verurteilung und seinen direkten als auch indirekten Folgen, und es stellt ihn wieder auf die Prüfung für das Leben, in welcher Prüfung sein eigener willentlicher Gehorsam oder willentlicher Ungehorsam entscheiden wird, ob er ewiges Leben haben kann oder nicht.

 

Auch sollte nicht angenommen werden, wie so viele anscheinend geneigt sind anzunehmen, dass alle diejenigen, welche in zivilisierten Staaten leben und eine Bibel sehen und besitzen, auf diese Weise schon eine vollständige Gelegenheit haben oder eine Prüfung für das Leben. Man muß bedenken, dass der Sündenfall die Kinder Adams nicht alle gleichmäßig beschädigt hat. Einige sind so schwach und verdorben in die Welt gekommen, dass sie sehr leicht von dem Gott dieser Welt, dem Satan, verblendet und durch die ständige und umgebende Sünde gefangen genommen werden; und alle sind mehr oder weniger unter diesem Einfluss, so dass, auch wenn sie das Gute tun möchten, das Böse gegenwärtig ist und viel mächtiger ist durch die Umgebung usw., und das Gute, das sie tun möchten, beinahe unmöglich ist, während das Böse, welches sie nicht tun möchten, fast unvermeidlich ist.

 

Klein ist in der Tat die Anzahl derjenigen, welche in der gegenwärtigen Zeit in Wahrheit und durch Erfahrungen die Freiheit kennenlernen, mit welcher Christus diejenigen frei macht, welche sein Lösegeld annehmen und sich selbst unter seine Herrschaft für die weitere Anleitung stellen. Nur diese Wenigen, die Herauswahl, sind im voraus herausberufen und zu dem besonderen Zweck geprüft worden, um bei der Segnung der Welt Gottes Mitarbeiter zu sein-jetzt Zeugnis ablegend und später die Welt regierend, segnend und richtend in ihrem Zeitalter der Prüfung-nur diese erfreuen sich in irgendeinem Maße an den Vorteilen des Lösegeldes oder stehen jetzt in der Prüfung für das Leben. Alle die Segnungen der Wiederherstellung, welche für die Welt während des kommenden Zeitalters bereitet wurden, werden diesen Wenigen zugerechnet (und sie empfangen dieselben durch Glauben). Obwohl sie nicht vollkommen sind und nicht tatsächlich in Adams ursprünglichen Zustand wiederhergestellt werden, werden sie doch in solch einer Weise behandelt, welche den Unterschied ausgleicht. Durch den Glauben an Christus werden sie als vollkommen gerechnet und daher als wiederhergestellt zur Vollkommenheit und in die göttliche Gnade, als ob sie nicht länger mehr Sünder wären. Ihre Unvollkommenheiten und unvermeidbaren Schwachheiten sind durch das Lösegeld ausgeglichen und werden ihnen nicht zugerechnet, sondern sind durch des Erlösers Vollkommenheit bedeckt. Daher ist die Prüfung der Herauswahl um der stattfindenden Zurechnung willen genauso gerecht wie die, welche die Welt in ihrer Zeit der Prüfung haben wird. Die Welt wird zu einer vollen Erkenntnis der Wahrheit gebracht werden, und jeder Einzelne, der ihre Vorkehrungen und Bedingungen annimmt, wird nicht länger mehr als ein Sünder behandelt werden, sondern als ein Sohn, für welchen alle die Wiederherstellungssegnungen bestimmt sind.

 

Ein Unterschied zwischen den Erfahrungen der Welt in ihrer Prüfung und den Erfahrungen der Herauswahl während ihrer Prüfung wird der sein, dass die Gehorsamen der Welt sofort die Wiederherstellungssegnungen durch eine ganz allmähliche Beseitigung ihrer körperlichen und geistigen Schwachheiten empfangen werden; während die Herauswahl des Evangeliumszeitalters, welche sich dem Herrn bis zum Tode geweiht hat, in den Tod geht und ihre Vollkommenheit sofort in der ersten Auferstehung erhält. Ein anderer Unterschied zwischen den zwei Prüfungen besteht in den günstigeren Umgebungen des nächsten Zeitalters im Vergleich mit diesem, indem dann die öffentliche Meinung, die Regierung usw. der Gerechtigkeit, der Belohnung des Glaubens und des Gehorsams und der Bestrafung der Sünde gegenüber vorteilhaft sein wird; während jetzt unter dem Fürsten dieser Welt die Prüfung der Herauswahl unter Verhältnissen stattfindet, welche der Gerechtigkeit, dem Glauben usw. gegenüber ungünstig sind. Aber dies wird, wie wir gesehen haben, ausgeglichen durch den Preis der Herrlichkeit und der Ehre der göttlichen Natur, welcher der Herauswahl angeboten wird, zusätzlich zu der Gnadengabe des ewigen Lebens.

 

Adams Tod war gewiß, obwohl er erst nach neunhundert und dreißig Jahren des Sterbens erreicht war. Weil er selbst am Sterben war, wurden alle seine Kinder in demselben sterbenden Zustand geboren und ohne ein Recht zum Leben; und wie ihre Eltern sterben alle nach einem mehr oder weniger langwierigem Verlauf. Es sollte beachtet werden, dass nicht der Schmerz und das Leiden bei dem Sterben, sondern der Tod-die Auslöschung des Lebens-in welchem das Sterben endet, die Strafe der Sünde ist. Das Leiden ist damit nur verbunden, und die Strafe fällt auf einige mit weniger oder keinen Leiden. Es sollte weiter beachtet werden, dass Adam, als er das Leben verwirkte, er es für immer verwirkte; und nicht einer seiner Nachkommenschaft ist jemals in der Lage gewesen, seine Schuld wiedergutzumachen oder das verlorene Erbe wiederzuerlangen. Das ganze Geschlecht ist entweder tot oder sterbend. Und wenn die Menschen ihre Schuld nicht vor dem Tode sühnen konnten, dann konnten sie es gewiß nicht tun, nachdem sie tot waren-nachdem sie nicht mehr im Dasein waren. Die Strafe der Sünde bestand nicht darin, einfach zu sterben mit dem Recht, in der Zukunft wieder zum Leben zurückzukehren. In der angekündigten Strafe gab es keine Andeutung von einer Befreiung. (1. Mose 2:17) Die Wiederherstellung ist deshalb eine Handlung der freien Gnade oder Gunst von seiten Gottes. Und sofort nachdem die Strafe verhängt worden war, gerade während sie ausgesprochen wurde, wurde auch die freie Gnade Gottes angedeutet, welche, wenn sie verwirklicht ist, seine Liebe voll und ganz erklären wird.

 

Wäre jener Hoffnungsschimmer nicht gewesen, welcher durch die Verheißung gegeben wurde, dass der Same des Weibes der Schlange den Kopf zertreten wird, so wäre das Menschengeschlecht in äußerster Verzweiflung gewesen; aber diese Verheißung deutete an, dass Gott einen Plan hatte zu ihrem Vorteil. Als Gott dem Abraham schwur, dass in seinem Samen alle Geschlechter der Erde gesegnet werden sollen, bedeutete dies eine Auferweckung oder Wiederherstellung von allen; denn viele waren damals schon tot, und andere sind seitdem gestorben, ohne dass sie gesegnet worden sind. Trotzdem ist die Verheißung noch sicher: alle werden gesegnet, wenn die Zeiten der Wiederherstellung oder Erquickung kommen. (Apg. 3:19) Außerdem bedeutet gesegnet werden Gnade, und weil Gottes Gnade um der Sünde willen entzogen wurde und sein Fluch an deren Stelle trat, so bedeutet diese Verheißung von einer zukünftigen Segnung die Beseitigung des Fluches und folglich eine Rückkehr seiner Gnade. Es bedeutet auch, dass Gott entweder das, was er bestimmt hatte, bereuen und darum seine Anordnung verändern und das schuldige Geschlecht freisprechen wird oder dass er einen Plan hatte, durch welchen sie erlöst werden können, nachdem die Strafe des ersten Menschen durch einen anderen bezahlt worden ist.

 

Gott ließ Abraham nicht im Zweifel darüber, was sein Plan war, sondern er zeigte ihm durch verschiedene vorbildliche Opfer, welche alle diejenigen darbringen mußten, welche sich ihm näherten, dass er nicht nachgeben konnte und nicht nachgegeben hat, noch die Sünde entschuldigt; und dass der einzige Weg, um sie auszulöschen und ihre Strafe abzuschaffen, ein vollkommes Opfer sein wird, welches jene Strafe bezahlt. Dies wurde Abraham in einem sehr bedeutsamen Vorbild gezeigt: Abrahams Sohn, in welchem die verheißene Segnung ihren Mittelpunkt hatte, mußte zuerst ein Opfer werden, bevor er segnen konnte, und Abraham erhielt ihn als ein Vorbild aus dem Tode wieder. { Heb 11:19} In diesem Vorbild stellte Isaak den wahren Samen, Christus Jesus, dar, welcher starb, um die Menschen zu erkaufen, damit alle Erkauften die verheißene Segnung empfangen. Hätte Abraham gedacht, dass der Herr den Schuldigen entschuldigen und freisprechen würde, dann hätte er denken können, Gott sei veränderlich, und deshalb hätte er kein volles Vertrauen in die von ihm gemachten Verheißungen haben können. Abraham hätte die Schlußfolgerung machen können, dass wenn Gott seinen Sinn einmal geändert hat, warum sollte er ihn nicht wieder ändern? Wenn er den Fluch des Todes bereut, kann er nicht auch die verheißene Gnade und die Segnung bereuen? Allein Gott läßt uns in keiner solchen Ungewißheit. Er gibt uns die volle Sicherheit sowohl von seiner Gerechtigkeit als auch von seiner Unveränderlichkeit. Er kann den Schuldigen nicht frei sprechen, auch wenn er sie so sehr liebte, dass er "seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern hat ihn für uns alle (in den Tod) hingegeben.’

 

Weil das ganze Geschlecht in Adam war, als er verurteilt wurde, und durch ihn das Leben verlor, so war, als Jesus "sich selbst als ein Lösegeld für alle gab’, auch die Aussicht auf ein ungeborenes Geschlecht in seinen Lenden an seinem Tod beteiligt. Eine volle Genugtuung oder ein entsprechender Preis für alle Menschen wurde auf diese Weise in die Hände der Gerechtigkeit übergeben-und wird "zur rechten Zeit’ angewendet werden, und der, welcher auf diese Weise alle erkauft hat, hat die volle Gewalt, um alle, welche durch ihn zu Gott kommen, wiederherzustellen.

 

"Wie es durch eine Übertretung für alle Menschen zum Todesurteil gekommen ist, so kam es auch durch die Gerechtigkeit des Einen für alle Menschen zur Rechtfertigung des Lebens. Denn gleichwie durch den Ungehorsam des einen Menschen die Vielen zu Sündern geworden sind, so werden durch den Gehorsam des Einen die Vielen gerecht gemacht werden.’ (Röm. 5:18,19) Die Aussage ist deutlich: Den vielen, welche um der adamitischen Sünde willen den Tod erfahren haben, werden die Vorrechte zum Leben durch unseren Herrn Jesus angeboten werden, welcher für sie starb und welcher durch sein Opfer zu einem Stellvertreter von Adam vor dem gebrochenem Gesetz wurde, und auf diese Weise "sich selbst als ein Lösegeld für alle gegeben hat.’ Er starb, "der Gerechte für die Ungerechten, auf daß er uns zu Gott führen möge.’ { 1Pe 3:18} Es sollte niemals übersehen werden, dass alle Vorkehrungen Gottes für unser Geschlecht den menschlichen Willen als einen wichtigen Punkt bei der Erlangung der göttlichen Gnade berücksichtigen, welche in einer so großen Fülle bereitgestellt wurden. Einige haben diesen Zug bei der näheren Betrachtung des gerade angeführten Textes (Röm. 5:18,19) übersehen. Die Erklärung des Apostels ist jedoch die, dass wie sich die Verurteilung zum Tode auf den ganzen Samen von Adam ausgedehnt hat, genauso dehnt sich durch den Gehorsam unseres Herrn Jesu Christus gegenüber dem Plan des Vaters durch das Opfer seiner selbst um unseretwillen ein freies Geschenk (eine freie Gnadengabe) an alle aus-ein Geschenk, eine Gnadengabe der Vergebung, welche, wenn sie angenommen wird, eine Rechtfertigung oder eine Grundlage für das ewige Leben bildet. Und "wie durch den Ungehorsam des einen Menschen die Vielen zu Sündern wurden, so werden durch den Gehorsam des Einen die Vielen gerecht gemacht werden (sie wurden es bis jetzt noch nicht).’ Wenn uns das Lösegeld ohne unsere Annahme von demselben gerecht machen würde, dann müßte gelesen werden: Durch den Gehorsam des Einen wurden die Vielen gerecht gemacht.

 

Aber obwohl das Lösegeld (der entsprechende Preis) von dem Erlöser gegeben worden ist, sind nur einige Wenige während des Evangeliumszeitalters gerecht gemacht geworden-gerechtfertigt-durch "den Glauben an sein Blut.’ Aber weil Christus die Versöhnung (Genugtuung) für die Sünden der ganzen Welt ist, werden deshalb alle Menschen von der Strafe der adamitischen Sünde durch ihn losgesprochen und befreit werden-unter dem Neuen Bund.

 

Es gibt bei Gott keine Ungerechtigkeit, daher, "wenn wir unsere Sünden bekennen, er ist treu und gerecht, dass er unsere Sünden vergibt und uns von aller Ungerechtigkeit reinigt.’ { 1Jo 1:9} Genauso wie er ungerecht gewesen wäre, wenn er es zugelassen hätte, dass wir der angekündigten Strafe entrinnen, bevor die volle Genugtuung erbracht worden war, so gibt er uns auch zu verstehen, dass es ungerecht wäre, wenn er unsere Wiederherstellung nicht erlauben würde, weil durch seine eigene Vorkehrung unsere Strafe bezahlt worden ist. Dieselbe unerschütterliche Gerechtigkeit, welche einst den Menschen zum Tod verurteilt hat, steht jetzt für die Freilassung aller derer verpflichtet, welche ihre Sünden bekennen und um Leben durch Christus bitten. "Gott ist es, welcher rechtfertigt; wer ist es, der verdammt? Es ist Christus, welcher starb; ja noch mehr, welcher auch auferweckt wurde, und welcher auch zur rechten Hand Gottes ist, welcher sich auch für uns verwendet.’ -Röm. 33:34

 

Die Vollkommenheit des Lösegeldes ist der stärkste mögliche Beweis für die Wiederherstellung von allen Menschen, welche es unter den angebotenen Bedingungen annehmen werden. (0ffb. 22:17) Der feststehende Charakter Gottes, seine Gerechtigkeit und Ehre steht dafür verpflichtet; jede Verheißung, welche er gegeben hat, deutet es an; und jedes vorbildliche Opfer weist auf das große und ausreichende Opfer hin-auf "das Lamm Gottes, welches die Sünde der Welt hinwegnimmt’ -welches "die Versöhnung (Genugtuung) für unsere Sünden (der Herauswahl) ist, und nicht allein für die unseren, sondern auch für die Sünden der ganzen Welt.’ { Joh 1:29 Joh 2:2} Weil der Tod die Strafe oder der Lohn der Sünde ist, muß der Lohn zur rechten Zeit aufhören, wenn die Sünde aufgehoben wird. Jede andere Ansicht wäre sowohl unvernünftig als auch ungerecht. Die Tatsache, dass bis jetzt keine Wiederherstellung aus dem adamitischen Fall hinausgeführt worden ist, obwohl nahezu zweitausend Jahre vergangen sind, seit unser Herr starb, ist kein Beweisgrund gegen die Wiederherstellung, genauso wie die Tatsache, dass viertausend Jahre, welche vor seinem Tod vergangen waren, kein Beweis dafür ist, dass Gott nicht die Errettung seit der Grundlegung der Welt geplant hatte. Sowohl die zweitausend Jahre seit dem Tod von Christus als auch die viertausend Jahre vor dem Tod von Christus waren fest bestimmte Zeiten für andere Teile des Werkes, welche die "Zeiten der Wiederherstellung aller Dinge’ vorbereitet haben und vorbereiten.

 

Laßt niemanden voreilig annehmen, dass es in dieser Ansicht irgendetwas gibt, was im Widerspruch mit der Lehre der Heiligen Schrift ist, dass der Glaube an Gott, die Reue über die Sünde und die Besserung des Charakters unbedingt notwendig sind für die Errettung. Dieser Punkt wird später ausführlicher behandelt werden, wir möchten jetzt nur andeuten, dass es bisher nur einige Wenige gewesen sind, welche ausreichendes Licht gehabt haben, um vollen Glaube, Reue und Besserung zu bewirken. Einige sind teilweise, andere vollständig von dem Gott dieser Welt verblendet gewesen, und sie müssen sowohl von der Verblendung als auch vom Tod befreit werden, damit sie jeder für sich selbst eine vollständige Gelegenheit haben, durch Gehorsam oder Ungehorsam ihre Würdigkeit oder Unwürdigkeit auf das ewige Leben zu beweisen. Dann werden diejenigen, welche sich selbst als unwürdig für das Leben erweisen, erneut sterben-den Zweiten Tod-aus dem es keine Erlösung gibt und folglich keine Auferstehung. Der Tod, welcher um der adamitischen Sünde willen kommt und alle Unvollkommenheiten, welche er mit sich bringt, werden durch die Erlösung, welche in Christus Jesus ist, hinweg getan werden; aber der Tod, welcher als ein Resultat des persönlichen, willentlichen Abfallens eintritt, wird endgültig sein. Diese Sünde wird niemals vergeben, und ihre Strafe, der Zweite Tod, wird ewig andauernd sein-nicht ewig andauerndes Sterben, sondern ein ewig andauernder Tod-ein Tod, welcher nicht durch eine Auferstehung gebrochen wird.

 

Die Weisheit von dem Plan der Erlösung wird in einem folgenden Band behandelt werden. Hier beweisen wir nur die Tatsache, dass die Erlösung durch Jesus Christus in ihren gesegneten Resultaten und Gelegenheiten genau soweit reicht wie die adamitische Sünde in ihrer Zerstörung und Vernichtung-dass alle, welche verurteilt waren und um des Einen willen gelitten haben, genauso gewiß um des Anderen willen "zur rechten Zeit’ von allen diesen Leiden freigelassen werden. Aber niemand kann diesen Schriftbeweis verstehen, wenn er nicht der Schriftaussage annimmt, dass der Tod-die Auslöschung des Wesens-der Lohn der Sünde ist. Diejenigen, welche sich den Tod als ein Leben in Qualen vorstellen, lassen nicht nur die Bedeutung der Worte Tod und Leben außer Acht, welche Gegensätze sind, sondern verwickeln sich selbst in zwei Widersprüche. Es ist unvernünftig anzunehmen, dass Gott Adams Dasein für immer in Qual erhalten würde für irgendeine Art von Sünde, welche er begehen konnte, besonders aber für das verhältnismäßig kleine Vergehen von dem Essen der verbotenen Frucht. Dann erneut, wenn unser Herr Jesus die Menschheit erlöste, an unserer Stelle starb und unser Lösegeld wurde, in den Tod ging, damit wir aus demselben befreit werden möchten, ist es da nicht offensichtlich, dass der Tod, welchen er für die Ungerechten erlitt, genau derselbe war, zu welchem alle Menschen verurteilt waren? Erleidet er für unsere Sünden ewige Qualen? Wenn nicht, dann war, so gewiß wie er für unsere Sünden starb, die Bestrafung für unsere Sünden der Tod und nicht ein Leben in irgendeinem Sinn oder Zustand.

 

Aber so seltsam es klingen mag, obwohl einige feststellen, dass die Lehre von einer, , ewigen Qual’ mit der Erklärung unvereinbar ist, dass "der Herr die Missetaten von uns allen auf ihn gelegt hat’ und dass Christus "für unsere Sünden gestorben ist’, und obwohl sie erkennen, dass die eine oder die andere Lehre als unvereinbar fallengelassen werden muß, sind sie von der ewigen Qual so fest überzeugt und schätzen sie als einen so süßen Bissen, dass sie ohne Rücksicht auf die Schrift daran festhalten und absichtlich leugnen, dass Jesus das Lösegeld, den entsprechenden Preis, für die Welt bezahlt hat, obwohl diese Wahrheit auf jedem Blatt der Bibel gelehrt wird.

 

Ist die Wiederherstellung durchführbar?

 

Einige haben angenommen, dass, wenn die Milliarden Toter auferweckt würden, dann wäre kein Platz für sie auf der Erde; und wenn es Platz für sie geben würde, so wäre die Erde nicht fähig, eine so große Bevölkerung zu erhalten. Es ist sogar von einigen behauptet worden, dass die Erde ein riesiger Friedhof ist und dass, wenn alle Toten auferweckt würden, sie sich gegenseitig niedertreten würden aus Mangel an Platz.

 

Dies ist ein wichtiger Punkt. Wie merkwürdig würde es sein, wenn wir durch tatsächliches Ausmessen herausfinden würden, dass während die Bibel eine Auferstehung für alle Menschen erklärt, diese nicht genug Platz finden würden, um ihre Füße auf die Erde zu stellen! Nun laßt uns sehen: rechne nach, und du wirst feststellen, dass dies eine unbegründete Furcht ist. Du wirst feststellen, dass es reichlich Platz gibt für die "Wiederherstellung von allen’, wie "Gott es durch den Mund aller seiner heiligen Propheten gesprochen hat.’

 

Laßt uns annehmen, dass es seit der Erschaffung des Menschen 6000 Jahre sind und dass jetzt (im Jahr 1886) 1,4 Milliarden Menschen auf der Erde leben. Unser Geschlecht begann mit einem Paar, aber laßt uns eine sehr großzügige Schätzung machen und annehmen, dass es am Anfang genau soviele waren wie jetzt; und weiter, dass es zu keiner Zeit eine geringere Anzahl gegeben hat, obwohl die Flut in Wahrheit die Bevölkerung auf acht Personen verringert hat. Laßt uns erneut großzügig sein und drei Generationen auf ein Jahrhundert schätzen oder 33 Jahre für eine Generation, obwohl es in Übereinstimmung mit 1. Mose 5 nur elf Generationen von Adam bis zur Flut gab, ein Zeitabschnitt von 1656 Jahren, oder ungefähr 150 Jahre auf eine Generation. Nun laßt uns sehen: 6000 Jahre sind 60 Jahrhunderte; drei Generationen auf jedes Jahrhundert würde seit Adam 180 Generationen ergeben; und 1,4 Milliarden auf eine Generation würde als Gesamtzahl für unser Geschlecht von der Erschaffung bis zur gegenwärtigen Zeit 252 Milliarden (252.000.000.000) ergeben in Übereinstimmung mit dieser großzügigen Schätzung, welche wahrscheinlich die tatsächliche Zahl um mehr als das Doppelte übersteigt.

 

Wo werden wir genug Raum finden für diese große Menge? Laßt uns das Land messen und sehen. Der Staat Texas in den Vereinigten Staaten umfaßt 237.000 (engl.) Quadratmeilen. Eine Quadratmeile enthält 27.878.400 Quadratfuß. Daher sind in Texas über 6.607 Milliarden (6.607.180.800.000) Quadratfuß. Erlauben wir zehn Quadratfuß Fläche für jedes Grab, so finden wir, dass nach dieser Rechnung Texas als ein Friedhof mehr als 660 Milliarden (660.718.080.000) Gräber enthalten würde oder beinahe dreimal so viel als unsere übertriebene Schätzung der Anzahl unseres Geschlechtes, welches auf der Erde gelebt hat.

 

Eine stehende Person nimmt etwa ein und zwei Drittel Quadratfuß an Fläche ein. Nach dieser Schätzung könnte die gegenwärtige Bevölkerung der Erde (1,4 Milliarden Menschen im Jahre 1886) auf einer Fläche von sechsundachtzig Quadratmeilen stehen-eine Fläche, welche viel kleiner als ist die Stadt London oder die Stadt Philadelphia. Und die Insel Irland (Flächeninhalt 32.000 Quadratmeilen) würde für mehr als die doppelte Anzahl von Menschen, welche jemals auf der Erde gelebt haben, selbst nach unserer übertriebenen Schätzung, Platz zum Stehen bieten.

 

Daher bereitet es nicht viel Schwierigkeit, diesen Einwand zu beseitigen. Und wenn wir uns die Prophetie von Jesaja (35:1-6) in Erinnerung rufen, dass die Erde ihren Ertrag vermehren wird; dass die Wüste sich wie eine Rose freuen und aufblühen wird; dass in der Wüste Wasser hervorströmen wird und Ströme in der Wüste sein werden, erkennen wir daraus, dass Gott andeutet, dass er alle Notwendigkeiten für seinen Plan vorausgesehen hat, und dass er reichlich Vorsorge treffen wird für die Bedürfnisse seiner Schöpfungen, und zwar auf eine ganz natürliche Weise.

 

Wiederherstellung gegen Evolution

 

Es mag durch einige der Einwand erhoben werden, dass das Zeugnis der Schrift betreffend der menschlichen Wiederherstellung zu einem früheren Zustand nicht in Harmonie ist mit den Lehren der Wissenschaft und der Philosophie, welche uns mit scheinbarer Vernunft auf die höhere Intelligenz dieses zwanzigsten Jahrhunderts hinweisen und dies als einen überzeugenden Beweis dafür beanspruchen, dass der ursprüngliche Mensch eine verhältnismäßig geringere Intelligenz gehabt haben muß, was, wie sie behaupten, das Resultat der Fortentwicklung ist. Von diesem Standpunkt aus wäre eine Wiederherstellung zu einem früheren Stand weit entfernt davon, wünschenswert zu sein und gewißlich das Gegenteil von einer Segnung.

 

Auf den ersten Blick erscheint eine solche Schlußfolgerung einleuchtend zu sein, und viele scheinen geneigt zu sein, es ohne eine sorgfältige Untersuchung als eine Wahrheit anzunehmen und mit einem berühmten Brooklyner Prediger zu sagen: Wenn Adam überhaupt fiel, war sein Fall aufwärts, und je mehr und je schneller wir von seinem ursprünglichen Zustand fallen, desto besser für uns und für alle.

 

Auf diese Weise versucht die Philosophie, sogar von der Kanzel herab, das Wort Gottes bedeutungslos zu machen und uns wenn möglich zu überzeugen, dass die Apostel Narren waren, als sie erklärten, dass der Tod und jedes Leiden durch des ersten Menschen Ungehorsam kam und dass diese nur durch die Möglichkeit eines Lösegeldes beseitigt werden können und der Mensch in die göttliche Gnade und das Leben wiederhergestellt werden kann. (Röm. 5:10,12,17-19, 21; 8:19-22; Apg. 21; Offb. 21:3-5) Aber laßt uns nicht vorschnell die Schlußfolgerung machen, dass diese Philosophie unwiderlegbar sei; denn sollten wir uns verpflichtet fühlen, die Lehren der Apostel in bezug auf den Ursprung der Sünde und des Todes und der Wiederherstellung zur ursprünglichen Vollkommenheit zu verwerfen, sollten wir uns ganz ehrlich verpflichtet fühlen, ihr Zeugnis ganz und zu jedem Thema als nicht göttlich eingegeben und folglich als ohne besonderes Gewicht und ohne besondere Autorität zu verwerfen. Laßt uns also im Licht der Tatsachen diese immer mehr zunehmende und weit verbreitete Ansicht kurz prüfen und sehen, wie tief ihre Weisheit ist.

 

Ein Fürsprecher und Vertreter dieser Theorie sagt: "Der Mensch war zuerst auf einer Stufe des Daseins, auf welcher seine tierische Natur vorherrschte, und es beherrschte ihn fast nur das rein Körperliche. Dann wuchs er langsam von einer Stufe zur anderen bis jetzt, wo der Durchschnittsmensch einen Zustand erreicht hat, von welchem gesagt werden könnte, er kommt unter die Herrschaft des Verstandes. Daher kann dies Zeitalter als das Zeitalter des Verstandes betrachtet und bezeichnet werden. Der Verstand führt die großen Entdeckungen des Tages hinaus. Der Verstand ergreift die Zügel der Regierung; und die Elemente der Erde, der Luft und des Wassers werden unterworfen. Der Mensch legt seine Hand an alle Naturgewalten und langsam aber sicher erreicht er solch eine Macht über die Beherrschung der Natur, dass er schließlich in den Worten Alexander Selkirks ausrufen kann:, , Ich bin Monarch von all dem, was ich überblicke.’

 

Die Tatsache, dass eine Theorie auf den ersten Blick vernünftig erscheint, sollte uns nicht dazu führen, sie vorschnell anzunehmen und zu versuchen, die Bibel so zu verdrehen, dass sie in Harmonie mit ihr ist. In tausendfacher Hinsicht haben wir die Bibel erprobt und wissen zweifelsfrei, dass sie mehr als menschliche Weisheit enthält, was der Grund dafür ist, dass ihre Aussagen unfehlbar sind. Wir sollten auch daran denken, dass während wissenschaftliche Forschung zu empfehlen ist und ihre Vermutungen betrachtet werden, trotzdem ihre Schlussfolgerungen auf keinem Fall unfehlbar sind. Und was Wunder, dass ihre eigenen Theorien tausendmal als falsch nachgewiesen worden sind, wenn wir daran denken, dass der wahrhaftige Naturwissenschaftler lediglich ein Forscher ist, welcher unter vielen ungünstigen Umständen und im Kampfe gegen fast unüberwindbare Schwierigkeiten versucht, aus dem großen Buch der Natur die Geschichte und die Bestimmung des Menschen und seines Wohnortes zu erkennen.

 

Wir würden daher weder die wissenschaftlicher Forschung ablehnen, noch sie hindern; aber beim Hören von Vermutungen der Erforscher des Buches der Natur, laßt uns sorgfältig ihre Schlußfolgerungen, welche sich häufig zum Teil oder ganz als irrtümlich erwiesenen haben, mit dem Buch der göttlichen Offenbarung vergleichen und die Lehren der Naturwissenschaftler durch "das Gesetz und das Zeugnis’ beweisen oder widerlegen. Wenn sie nicht in Übereinstimmung mit diesem Worte sprechen, so aus dem Grund, weil kein Licht in ihnen ist.’ (Jes. 8:20 nach der englischen King-James-Bibelübersetzung) Eine genauer Erkenntnis von beiden Büchern wird beweisen, dass sie in Harmonie miteinander sind; aber bis wir eine solche Erkenntnis haben, muß Gottes Offenbarung den Vorrang haben und der Maßstab sein unter den Kindern Gottes, nach welcher die angeblichen Funde fehlbarer Mitmenschen beurteilt werden.

 

Aber während wir an diesem Grundsatz festhalten, laßt uns erkennen, ob es nicht eine andere vernünftige Lösung hinsichtlich der zunehmenden Erkenntnis und Fähigkeit und dem Vermögen des Menschen gibt als die der Evolution-dass der Mensch, obwohl er ursprünglich aus einem sehr niederen Zustand des Seins entwickelt worden wäre, jetzt die Überlegenheit oder "das Zeitalter des Verstandes’ erreicht habe. Vielleicht finden wir schließlich heraus, dass die Erfindungen und die Annehmlichkeiten, die allgemeine Bildung und die weitere Verbreitung und Vermehrung von Wissen nicht einer größeren Leistungsfähigkeit des Verstandes zuzuschreiben sind, sondern mehr den günstigeren Verhältnissen für den Gebrauch des Verstandes. Wir bestreiten, dass das Fassungsvermögen des Verstandes heute größer ist als in den längst vergangenen Zeitaltern; während wir ungehindert zugeben, dass infolge vorteilhafter Umstände der Gebrauch von dem, was die Menschen an Leistungsfähigkeit des Verstandes haben, heutzutage viel allgemeiner ist als in irgendeinem früheren Zeitabschnitt, und daher immer größere Leistungen zeigt. Gehen die Forscher dieses, , Zeitalters des Verstandes’ beim Studium der Malerei und Bildhauerei nicht zurück zu den großen Meistern der Vergangenheit? Geben sie damit nicht zu, dass jene sowohl ein Verstandesvermögen und eine Ursprünglichkeit der Entwürfe als auch eine Fertigkeit, ihre Entwürfe auszuführen, gehabt haben, welche nachahmenswert ist? Stützt sich nicht das gegenwärtige "Zeitalter des Verstandes’ zum größten Teil auf die ursprünglichen Entwürfe der vergangenen Zeitalter wegen seiner Baukunst? Studieren und ahmen nicht die Redner und die Logiker dieses "Zeitalters des Verstandes’ die Methoden und die Art und Weise, logische Schlüsse zu ziehen, einem Plato, Aristoteles, Demosthenes und anderen der Vergangenheit nach? Würden viele öffentliche Redner heutzutage nicht sehr begierig sein, die Sprache eines Demosthenes oder eines Apollo zu haben und noch viel mehr die Fähigkeit des freien logischen Denkens von dem Apostel Paulus?

 

Um noch weiter zurückzugehen: während wir sehr gut auf die rhetorische Überzeugungskraft der verschiedenen Propheten und auf die vollendeten poetischen Gemälde hinweisen könnten, welche in allen Psalmen zu erkennen sind, weisen wir die Philosophen dieses "Zeitalters des Verstandes’ auf die Weisheit und die Logik hin, sowie auf die feine, moralische Empfindsamkeit eines Hiobs und seiner Tröster. Und was sollen wir von Mose sagen, welcher "gelehrt war in aller Weisheit der Ägypter?’ Die durch ihn gegebenen Gesetze sind die Grundlage für die Gesetze aller zivilisierten Nationen und werden noch immer als die Verkörperung bewundernswerter Weisheit anerkannt.

 

Die Ausgrabungen von alten begrabenen Städten offenbaren eine Kenntnis der Kunst und der Wissenschaften, welche für manche der Philosophen dieses sogenannten "Zeitalters des Verstandes’ überraschend ist. Und die früheren Methoden von der Einbalsamierung der Toten, der Härtung von Kupfer und der Herstellung von biegsamen Glas und dem Damaskus Stahl gehören zu den Errungenschaften der fernen Vergangenheit, welche für den Verstand des gegenwärtigen Zeitalters mit allen seinen Vorteilen weder zu begreifen noch nachzuahmen sind. (Dieser in Damaskus hergestellte Stahl soll biegsam gewesen sein wie Fischbein, so dass man mit der Spitze eines Schwertes seinen Griff berühren konnte, ohne es zu zerbrechen).

 

Gehen wir viertausend Jahre zurück, etwa zur Zeit Abrahams, dann finden wir die große Pyramide von Ägypten (siehe Schriftstudienband 3) -ein Gegenstand des Wunderns und Staunens für die gelehrtesten Wissenschaftler von heute. Ihre Bauart ist in genauer Übereinstimmung mit den fortgeschrittensten Errungenschaften dieses "Zeitalters des Verstandes’ auf dem Gebiet der Mathematik und Astronomie. Sie lehrt eindeutig Wahrheiten, welche heutzutage mit Hilfe moderner Instrumente nur annähernd erkannt werden können. So schlagend und klar sind ihre Lehren, dass einige der ersten Astronomen der Welt ohne Zögern verkündet haben, dass sie göttlichen Ursprunges ist. Und auch wenn unsere Anhänger der Evolutionstheorie in unserem "Zeitalter des Verstandes’ zugeben sollten, dass sie von göttlicher Anordnung ist und ihre Weisheit übermenschlich ist, müssen sie ebenfalls zugeben, dass sie von Menschen gebaut worden ist. Und die Tatsache, dass an jenem längst vergangenen Tag irgendeine Anzahl von Menschen die geistige Fähigkeit hatte, solch eine göttliche Anordnung hinauszuführen, wozu heute sehr wenige Menschen fähig wären, selbst mit einem Muster vor ihnen und mit allen modernen wissenschaftlichen Hilfsmitteln zur Hand, beweist, dass unser "Zeitalter des Verstandes’ mehr Einbildung hervorbringt als Umstände und Tatsachen es zulassen.

 

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Wenn wir also bewiesen haben, dass die geistige Fähigkeit heutzutage nicht größer ist als die der vergangenen Zeitalter, sondern wahrscheinlich geringer, wie können wir die Zunahme der allgemeinen Erkenntnis, die modernen Erfindungen usw. erklären? Wir hoffen, dass wir in der Lage sind, dies vernünftig und in Harmonie mit der Schrift zu zeigen. Die Erfindungen und die Entdeckungen, welche sich jetzt als so wertvoll erweisen, und welche als Beweise dafür betrachtet werden, dass dies das "Zeitalter des Verstandes’ ist, sind in der Tat sehr modern-fast alle gehören den letzten hundert Jahren an, und unter ihnen sind die wichtigsten die der letzten sechzig Jahre; zum Beispiel der Gebrauch von dem Dampf und der Elektrizität beim Eisenbahnbau und den Dampfschiffen, in der Telegraphie und bei anderen Maschinen in den verschiedenen mechanischen Industrien. Wenn dies also Beweise für die vermehrte Verstandeskraft sind, so muß das "Zeitalter des Verstandes’ erst begonnen haben, und die logische Schlußfolgerung wäre, dass ein weiteres Jahrhundert jede Form der Wunder als ein alltägliches Ereignis sehen wird; und bei einer weiteren Zunahme im gleichen Verhältnis, wo würde es enden?

 

Doch überlegen wir weiter: Sind alle Menschen Erfinder? Wie sehr klein ist die Zahl derjenigen, deren Erfindungen wirklich nützlich und praktisch sind, im Vergleich mit der Anzahl derjenigen, welche eine Erfindung wertschätzen und benutzen, wenn sie in ihre Hand gelegt wird! Wir reden nicht geringschätzig von jener sehr nützlichen und hochangesehenen Klasse öffentlicher Diener, wenn wir sagen, dass nur die kleinere Zahl von ihnen Menschen mit einem großen Verstand sind. Einige der klügsten Menschen der Welt und der tiefsten Denker sind keine Erfinder in der Mechanik. Und einige Erfinder sind geistig so träge, dass alle sich wundern, wie sie wohl auf ihre Entdeckung gestoßen sind, welche sie gemacht haben. Die großen Grundsätze (Elektrizität, Dampfkraft usw.), an welchen viele Menschen über viele Jahr hinweg gearbeitet haben, sie anwandten und immer wieder verbesserten, wurden im allgemeinen ganz offensichtlich durch den reinsten Zufall entdeckt, ohne die Ausübung großer Verstandeskraft und vergleichsweise unerwartet.

 

Vom menschlichen Standpunkt aus können wir die modernen Erfindungen auf folgende Weise erklären: Die Erfindung der Buchdruckerkunst im Jahre 1440 n. Chr. kann als Ausgangspunkt betrachtet werden. Mit dem Drucken von Büchern entstanden Aufzeichnungen über die Gedanken und die Entdeckungen der Denker und Beobachter, welche ohne diese Erfindung ihren Nachfolgern niemals bekannt geworden wären. Mit den Büchern kam eine allgemeine Bildung und schließlich die gewöhnliche Schule. Schulen und Universitäten vermehren nicht das menschliche Fassungsvermögen, aber sie machen die geistige Übung allgemeiner und helfen so, die schon vorhandene Fähigkeit weiter zu entwickeln. Weil die Erkenntnis allgemeiner und die Bücher immer mehr verbreitet wurden, hat die Generation, welche diese besitzt, einen entscheidenen Vorteil gegenüber den vorhergehenden Generationen; nicht nur darin, dass es jetzt tausend Denker gibt gegenüber einen von früher, welche sich durch gegenseitigen Gedankenaustausch fördern und anspornen, sondern auch darin, dass jede der späteren Generationen durch die Bücher die gesamte Erfahrung der Vergangenheit zusätzlich zu der eigenen besitzt. Die Bildung und das lobenswerte Bestreben, welches sie begleitet, der Unternehmungsgeist und der Wunsch, eine Auszeichnung und ein gutes Einkommen zu erlangen, begünstigt durch die Berichte und Beschreibungen von Erfindungen in der Tagespresse, haben des Menschen Wahrnehmungsvermögen angespornt und belebt und bewirkt, dass sich jeder in Bereitschaft hält, um wenn möglich irgendetwas Gutes und Zweckmäßiges für die Gesellschaft zu entdecken oder zu erfinden. Wir meinen daher, dass die moderne Erfindung, vom rein menschlichen Standpunkt aus gesehen, keine Zunahme der Verstandeskraft lehrt, sondern eine durch natürliche Ursachen verschärfte Wahrnehmung.

 

Und jetzt kommen wir zu der Schrift, um zu sehen, was sie zu diesem Thema lehrt; denn während wir, wie oben angedeutet, glauben, dass die Erfindung und die Zunahme an Erkenntnis usw. unter den Menschen die Resultate von natürlichen Ursachen sind, glauben wir trotzdem, dass diese natürlichen Ursachen von Jehova Gott lange zuvor geplant und festgelegt worden sind, und dass sie zur rechten Zeit gekommen sind, um einzutreffen-durch seine lenkende Vorsehung, durch welche er "alle Dinge vollbringt in Übereinstimmung mit dem, was sein Wille festgelegt hat.’ { Eph 1:11} In Übereinstimmung mit dem geoffenbarten Plan in seinem Wort beabsichtigte Gott, die Sünde zuzulassen, und dass der Kummer die Welt für sechstausend Jahre schlecht regiere und unterdrücke, und dass dann im siebenten Millennium (Jahrtausend) alle Dinge wiederhergestellt werden und das Böse beseitigt wird-das Böse und seine Folgen zerstörend durch Jesus Christus, welchen er zu der Hinausführung dieses Werkes zuvor fest bestimmt hat. Als daher die sechstausend Jahre der Herrschaft des Bösen begannen, zu Ende zu gehen, ließ Gott Verhältnisse zu, welche die Entdeckungen begünstigten sowohl beim Studium seines Buches der Offenbarung und seines Buches der Natur als auch bei der Vorbereitung der mechanischen und chemischen Hilfsmittel, welche bei der Segnung und Aufrichtung der Menschheit während des Millenniumszeitalters nützlich sind, welches jetzt in Kürze beginnen wird. Dass dies Gottes Plan war, ist sehr deutlich durch die prophetische Erklärung angezeigt: "Du, Daniel, verschließe die Worte und versiegele das Buch bis zu der Zeit des Endes. Viele werden es (dann) durchforschen (wörtlich hin und herlaufen) und die Erkenntnis (nicht Verstandesfähigkeit) wird sich mehren’;" und keine der Gottlosen werden es (Gottes Plan und Weg) verstehen, die Verständigen aber werden es verstehen’;" und es wird eine Zeit der Drangsal sein, dergleichen nicht gewesen ist, seitdem eine Nation besteht, bis zu jener Zeit.’ - Da 12:1,4,10???

 

Für einige mag es sonderbar erscheinen, dass Gott es nicht so angeordnet hat, das die gegenwärtigen Erfindungen und Segnungen früher kamen, um den Menschen den Fluch zu lindern. Es sollte jedoch daran erinnert werden, dass es Gottes Plan gewesen ist, der Menschheit eine volle Erkenntnis von dem Fluch zu geben, damit, wenn der Segen über alle kommt, sie sich für immer gegen die Sündhaftigkeit der Sünde entscheiden. Außerdem sah Gott voraus und hat vorausgesagt, was die Welt bis jetzt noch nicht erkennt, nämlich, dass seine auserwähltesten Segnungen nur in größere Übel führen und größere Übel erzeugen würden, wenn sie denjenigen zuteil werden, deren Herzen nicht in Übereinstimmung mit den gerechten Gesetzen des Weltalls stehen. Schließlich wird erkannt werden, dass Gottes gegenwärtige Zulassung von der zunehmenden Segnungen eine praktische Lektion in dieser Sache ist, welche dann in alle Ewigkeit, sowohl den Engeln als auch den wiederhergestellten Menschen als Beispiel für diesen Grundsatz dienen wird. Wie dies möglich ist, wollen wir lediglich andeuten: -

 

1.) So lange wie sich die Menschheit in dem gegenwärtigen gefallenen oder verderbten Zustand befindet, ohne strenge Gesetze und Strafen und ohne eine Regierung, stark genug, ihre Ausführung zu erzwingen, wird der Hang zur Selbstsucht mehr oder weniger über alle die Herrschaft behalten. Und bei der ungleichen Fähigkeit der einzelnen Menschen, welche wir betrachtet haben, kann es nicht anders möglich sein, als dass die Erfindung von arbeitssparenden Maschinen die Auswirkung hat, dass es, nachdem sich der durch die Fertigstellung von Maschinen verursachte Aufschwung und Ansporn gelegt hat, die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer macht. Die offenkundige Entwicklung geht in Richtung Monopol und die Selbstvergrößerung, was den Gewinnn direkt in die Hände derjenigen legt, deren Fähigkeiten und natürlichen Vorzüge am günstigsten sind.

 

2.) Wenn es möglich wäre, ein Gesetz zu erlassen, um den gegenwärtigen Reichtum und seine tagtägliche Vergrößerung unter alle Klassen gleichmäßig zu verteilen, was immer noch nicht möglich ist ohne die menschliche Vollkommenheit oder eine übernatürliche Regierung, um die menschlichen Angelegenheiten zu lenken, wären die Resultate schädlicher als der gegenwärtige Zustand. Wenn die Vorteile der arbeitssparenden Maschinen und allen modernen Hilfsmitteln gleichmäßig verteilt würden, wäre das Resultat sehr schnell eine große Verminderung der Arbeitszeit und eine große Zunahme der Freizeit. Die Untätigkeit ist eines der schädlichsten Dinge für die gefallenen Wesen. Hätte nicht die Notwendigkeit der Arbeit und des Schweißes des Angesichts bestanden, der Verfall unseres Geschlechtes wäre viel schneller gewesen als es der Fall ist. Die Untätigkeit (Müßigkeit) ist aller Laster Anfang; und geistiger, moralischer und körperlicher Verfall folgen ganz gewiß. Daher war es Gottes Weisheit und Güte, welche diese Segnungen vorenthalten haben, bis es die rechte Zeit war, um sie als Vorbereitung für die Millenniumsherrschaft der Segnung einzuführen. Unter der Aufsicht der übernatürlichen Herrschaft des Reiches Gottes werden nicht nur alle Segnungen unter den Menschen gerecht verteilt werden, sondern auch die Freizeit wird durch dieselbe übernatürliche Herrschaft so angeordnet und gelenkt werden, dass seine Resutate die guten Charaktereigenschaften fördern und aufwärts führen wird zur geistigen, moralischen und körperlichen Vollkommenheit. Die gegenwärtige Zunahme an Erfindungen und anderen Segnungen von zunehmender Erkenntnis werden an diesem "Tag der Vorbereitung’ { Na 2:3 nach engl. Übers.} zugelassen und kommen in einer so natürlichen Weise, dass die Menschen sich einbilden, dass sie wegen diesem, , Zeitalters des Verstandes’ geschehen; aber es wird zugelassen werden, dass es ohne Zweifel in einer Weise sehr viel zur Enttäuschung in großem Ausmaß bei diesen weisen Philosophen beitragen wird. Es ist die Zunahme dieser Segnungen, welche bereits damit beginnt, über die Welt die Zeit der Drangsal zu bringen, welche eine solche sein wird, als wie es noch keine gegeben hat, seitdem eine Nation besteht.

 

Der Prophet Daniel verbindet, wie oben zitiert, das Zunehmen von der Erkenntnis mit der Zeit der Drangsal. Die Erkenntnis verursacht die Drangsal wegen der Verderbtheit des Geschlechtes. Die Zunahme der Erkenntnis hat der Welt nicht nur wundervolle arbeitssparende Maschinen und Annehmlichkeiten gebracht, sondern hat auch zu einem Fortschritt der medizinischen Möglichkeit geführt, wodurch Tausende von Leben verlängert werden, und sie hat die Menschheit so weit erleuchtet, dass das Niedermetzeln von Menschen, der Krieg, weniger verbreitet ist, und auf diese Weise auch Tausende verschont werden und das Geschlecht sich noch weiter vervielfacht, so dass die Zunahme heute vielleicht schneller ist als zu irgendeinem anderen Zeitabschnitt der Geschichte. Während sich auf diese Weise die Menschheit schnell vervielfacht, nimmt die Notwendigkeit an seiner Arbeitskraft dementsprechend ab; und die Philosophen des "Zeitalters des Verstandes’ haben ein Problem vor sich, für die Beschäftigung und die Ernährung dieser großen und schnell zunehmenden Klasse zu sorgen, auf deren Dienste, welche zum größten Teil durch Maschinen ersetzt werden, verzichtet werden kann, aber deren Notwendigkeiten und Wünsche keine Grenzen kennen. Diese Philosophen müssen schließlich zugeben, dass die Lösung dieses Problems jenseits der Fähigkeit ihres Verstandes ist.

 

Die Selbstsucht wird damit fortfahren, die Wohlhabenden zu lenken, welche die Macht und den Vorteil in ihren Händen haben, und wird sie sowohl gegen den gesunden Menschenverstand als auch gegen die Gerechtigkeit verblenden; während eine ähnliche Selbstsucht, verbunden mit dem Selbsterhaltungstrieb und der zunehmenden Erkenntnis ihrer Rechte, einigen Mut geben und andere der ärmeren Klassen erzürnen wird, und das Ergebnis dieser Segnungen wird sich für eine Zeitlang als schrecklich erweisen-wahrlich, eine Zeit der Drangsal, welche nicht gewesen ist, seitdem eine Nation besteht-und dies, weil der Mensch in einem gefallenen Zustand, diese Segnungen nicht richtig gebrauchen kann ohne Leitung und ohne Aufsicht. Erst wenn das tausendjährige Königreich das Gesetz Gottes wieder in das wiederhergestellte menschliche Herz eingeschrieben haben wird, werden die Menschen in der Lage sein, die volle Freiheit zu benutzen ohne Beschädigung und ohne Gefahr.

 

Der Tag der Drangsal wird zur rechten Zeit enden, wenn der, welcher zu dem tobenden See Genezareth sprach, in gleicher Weise mit Autorität dem tobenden Meer menschlicher Leidenschaften befehlend sagen wird:, , Schweige, und werde still!’ Wenn der Friedefürst in Autorität "aufstehen wird’, wird eine große Stille das Resultat sein. Dann werden die tobenden und aufeinander prallenden Elemente die Autorität von "Jehovas Gesalbten’ erkennen, "die Herrlichkeit des Herrn wird sich offenbaren, und alles Fleisch miteinander wird sie sehen’, und unter der Herrschaft des Christus, welche auf diese Weise beginnt, "werden alle Geschlechter der Erde gesegnet werden.’

 

Dann werden die Menschen erkennen, dass das, was sie der Evolution oder der natürlichen Entwicklung und der Klugheit des "Zeitalters des Verstandes’ zugeschrieben haben, stattdessen die, , die Blitze’ von Jehovas Lichtstrahlen gewesen sind (Psl. 77:8) am "Tag seiner Vorbereitung’, um die Menschheit zu segnen. Aber bis jetzt können nur die Heiligen dies sehen, und nur die Weisen in der himmlischen Weisheit können dies verstehen; denn, , das Geheimnis des Herrn ist für diejenigen, welche ihn fürchten, und er wird ihnen seinen Bund kundtun.’ (Psl. 25:14) Gott sei Dank, dass er es so angeordnet hat, dass während die allgemeine Erkenntnis zugenommen hat, seine Kinder "nicht fruchtleer’ geblieben sind "in der Erkenntnis des Herrn’ (2. Petr. 1:8) und in dem Verständnis seiner Pläne. Und durch dieses Verständnis von seinem Wort und seiner Pläne sind wir in der Lage, die leere Philosophie und die törichten Traditionen der Menschen, welche im Widerspruch stehen zu dem Worte Gottes, zu erkennen und ihnen zu widerstehen.

 

Der biblische Bericht von der Erschaffung des Menschen ist der, dass Gott ihn vollkommen und rechtschaffen, als ein irdisches Ebenbild von ihm selbst, erschaffen hat; und dass der Mensch verschiedene Pläne gesucht und sich selbst verunreinigt hat (1. Mose 1:27; Röm. 5:12; Pred. 7:29); und dass alle zu Sündern geworden sind und das ganze Geschlecht nicht in der Lage war, sich selbst zu helfen, und niemand konnte auf irgendeine Weise seinen Bruder erlösen oder Gott ein Lösegeld für ihn geben (Psl. 49:7,15); dass Gott in Liebe und Erbarmen dafür eine Vorkehrung getroffen hatte; dass dementsprechend der Sohn Gottes ein Mensch wurde und das Lösegeld für den Menschen gab, indem er den entsprechenden Preis bezahlte; dass er als eine Belohnung für dieses Opfer hoch erhöht wurde, selbst bis zur göttlichen Natur, damit er das große Werk der Versöhnung vollendet; und zur rechten Zeit wird er eine Wiederherstellung für das Geschlecht zu der ursprünglichen Vollkommenheit und zu jedem Segen bewirken, welcher dann besessen werden wird. Diese Dinge werden deutlich in der Schrift gelehrt, von Anfang an bis zum Ende, und sie sind in direktem Gegensatz zu der Evolutionstheorie; oder vielmehr solch "leere Reden der Wissenschaft, welche fälschlicherweise so genannt wird’ und welche in einem starken und unvereinbarem Widerspruch zu dem Wort Gottes sind.

STUDIE X—Geistige und menschliche Naturen sind verschieden und getrennt.

 

Allgemein angenommene Irrtümer. -Irdische oder menschliche und himmlische oder geistige Naturen. -Irdische Herrlichkeit und himmlische Herrlichkeit. -Das Zeugnis der Bibel hinsichtlich der Geistwesen. -Sterblichkeit und Unsterblichkeit. -Können sterbliche Wesen das ewige Leben haben? -Gerechtigkeit bei der Gewährung von Gnadengaben. -Ein angenommener Grundsatz untersucht. -Verschiedenartigkeit in derVollkommenheit. -Gottes alleiniges Recht. -Gottes Vorkehrungen für den Menschen ist ein "schönes Erbteil.“ -Die Herauswahl des Leibes Christi. -Wie die Verwandlung ihrer Natur bewirkt wird.

 

Indem verfehlt wird, zu erkennen, dass der Plan Gottes für die Menschheit im allgemeinen eine Wiederherstellung zu ihrem früheren Zustand voraussieht-der in Eden verlorenen gegangenen Vollkommenheit-und dass die christliche Herauswahl als eine Ausnahme von diesem allgemeinen Plan eine Verwandlung der Natur, von der menschlichen zur geistigen, haben wird, haben christliche Menschen angenommen, dass niemand gerettet werden wird, außer diejenigen, welche die geistige Natur erreichen. Obwohl die Schrift jedoch die Verheißungen des Lebens und der Segnung und der Wiederherstellung für alle Geschlechter der Erde darreicht, unterbreitet sie und verheißt sie nur der Herauswahl, welche während des Evangeliumszeitalters herausgewählt wird, eine Verwandlung zur geistigen Natur; und nicht eine einzige Schriftstelle kann gefunden werden, welche solche Hoffnungen für irgendjemand Anderes enthält.

 

Wenn die Masse der Menschheit von aller Erniedrigung, Schwachheit, Schmerz, Elend und Tod, welche aus der Sünde resultieren, gerettet und zu dem Zustand der menschlichen Vollkommenheit wiederhergestellt ist, welcher sie sich vor dem Fall erfreute, werden sie tatsächlich und vollständig von jenem Fall gerettet sein, wie dies bei denjenigen der Fall ist, welche unter der besonderen "hohen Berufung“ dieses Evangeliumszeitalters zu "Teilhabern an der göttlichen Natur“ werden.

 

Das Unvermögen, richtig zu erkennen, was einen vollkommenen Menschen ausmacht, das Mißverständnis über die Ausdrücke sterblich und unsterblich und falsche Vorstellungen von der Gerechtigkeit haben gemeinsam zu diesem Irrtum geführt und viele Schriftstellen unerklärlich gemacht, welche sonst leicht verständlich sind. Es ist eine weit verbreitete Ansicht, obwohl sie von keiner einzigen Schriftstelle gestützt wird, dass es auf der Erde niemals einen vollkommenen Menschen gegeben habe; dass alles, was man vom Menschen auf der Erde sieht, nur der teilweise entwickelte Mensch sei, und dass er geistig werden müsse, um die Vollkommenheit zu erreichen. Diese Ansicht bringt die Schrift in Verwirrung, anstatt ihre Harmonie und Schönheit zu entfalten, welche aus dem "rechten Teilen des Wort der Wahrheit“ resultiert.

 

Die Schrift lehrt, dass es zwei, aber auch nur zwei vollkommene Menschen gegeben hat-Adam und Jesus. Adam war im Ebenbild Gottes erschaffen; das bedeutet mit ähnlichen vernunftbegabten Kräften des Verstandes, der Erinnerung, des Urteils und des Willens und die moralischen Eigenschaften der Gerechtigkeit, der Liebe usw., , Von der Erde und irdisch“ war er ein irdisches Ebenbild von einem geistigen Wesen und besaß die Eigenschaften derselben Art, obwohl weit verschieden an Grad, Umfang und Ausdehnung. In solch einem Ausmaß ist der Mensch ein Ebenbild von Gott, dass Gott noch zu dem gefallenen Menschen sagen kann:, , Kommt, laßt uns miteinander vernünftig reden.“ (Jes. 1:18)

 

Weil Jehova der Herrscher über alle Dinge ist, so wurde der Mensch zu einem Herrscher über alle irdischen Dinge gemacht: Lasset uns Menschen machen in unserer Ebenbildlichkeit, laßt ihn die Herrschaft haben über die Tiere, Vögel, Fische usw. (1. Mose 1:26) Mose sagt uns (1. Mose 1:31), dass Gott den Menschen anerkannt hat, den er gemacht hatte -nicht nur zu erschaffen begonnen hatte, sondern vollendet hatte-und Gott betrachtete sein Geschöpf als, , sehr gut“, das bedeutet, als vollkommen; denn in Gottes Augen ist bei seinen vernunftbegabten Geschöpfen nichts sehr gut, was nicht der Vollkommenheit entspricht.

 

Die Vollkommenheit, in welcher der Mensch erschaffen worden ist, wird in Psl. 8:5-8 zum Ausdruck bracht: "Du hast ihn ein wenig niedriger als die Engel gemacht und hast ihn mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt. Du hast ihn zum Herrscher gemacht über die Werke deiner Hände: Alles hast du unter seine Füße gestellt; alle Schafe und Rinder, wahrlich, die Tiere des Feldes; die Vögel des Himmels und die Fische des Meeres.“ Es ist von einigen, welche die Bibel der Theorie der Evolution anpassen möchten, vorgeschlagen worden, wie es auch die Luther-Übersetzung wiedergibt, dass die Aussage "ein wenig“ in  Heb 2:7 so verstanden werden könne, dass sie eine kleine Weile niedriger bedeute, und nicht einen kleinen Grad niedriger als die Engel. Es gibt jedoch weder eine Autorität noch einen Grund für solch eine Auslegung. Es handelt sich nur um eine Anmerkung bei Psl. 8:6 in der Luther und in der Elberfelder Bibel, und ein genauer Vergleich von dem hebräischen und dem griechischen Textes kann keinen Zweifel hinsichtlich der Bedeutung übriglassen. Der Gedanke, welcher klar ausgedrückt wird, ist der von ein wenig niedriger im Grad als die Engel.

 

David bezieht sich in dem Psalm auf den Menschen in seinem ursprünglichen Zustand und deutet prophetisch an, dass Gott seinen ursprünglichen Plan, den Menschen nach seinem eigenen Ebenbild als König der Erde zu haben, nicht aufgegeben hat, und dass er seiner gedenkt, ihn erlösen und wiederherstellen wird. Der Apostel { Heb 2:7} lenkt unsere Aufmerksamkeit auf dieselbe Tatsache hin-dass Gottes ursprüngliche Absicht nicht aufgegeben worden ist; dass des Menschen, ursprünglich groß und vollkommen, der König der Erde, gedacht werden wird, dass Gott sich seiner annehmen und ihn wiederherstellen wird. Er fügt dann hinzu: Bis jetzt sehen wir diese verheißene Wiederherstellung noch nicht, aber wir sehen den ersten Schritt, welchen Gott zu ihrer Erfüllung getan hat. Wir sehen Jesus mit dieser Herrlichkeit und Ehre der menschlichen Vollkommenheit gekrönt, damit er als ein angemessenes Lösegeld oder als Stellvertreter durch Gottes Gnade den Tod erlitten hat für jeden Menschen, und auf diese Weise den Weg zur Wiederherstellung der Menschen zu allem, was verloren war, vorbereitete. Rotherham, einer der genauesten Übersetzer, gibt diese Stelle wie folgt wieder:

 

"Was ist der Mensch, dass Du seiner gedenkest, oder des Menschen Sohn, dass du dich seiner annimmst? Du hast ihn ein wenig niedriger gemacht als die Engel; und mit Herrlichkeit und Ehre hast du ihn gekrönt, und hast ihn über die Werke deiner Hände bestimmt.“

 

Auch sollte nicht die Schlußfolgerung gezogen werden, dass ein wenig niedriger im Grad etwas weniger vollkommen bedeutet. Ein Geschöpf mag vollkommen sein, obwohl es ein Wesen auf einer geringeren Stufe ist als ein anderes; auf diese Weise würde ein vollkommenes Pferd niedriger sein als ein vollkommener Mensch usw. Es gibt verschiedene Naturen, belebte und unbelebte. Um dies zu verdeutlichen, stellen wir die folgende Tabelle auf:

 

Stufen von

 

Stufen von

 

Stufen im

 

Stufen im

 

himmlischen

 

irdischen

 

Pflanzenreich

 

Mineralreich

 

oder geistigen

 

oder tierischen

 

Wesen

 

Wesen

 

Göttlich

 

Mensch

 

Bäume

 

Gold

 

Tier

 

Sträucher

 

Silber

 

Vögel

 

Gräser

 

Kupfer

 

Engel

 

Fisch

 

Moos

 

Eisen

 

Jedes der angeführten Minerale mag rein sein, trotzdem steht das Gold am höchsten. Obwohl jede Art der Pflanzen zur Vollkommenheit gebracht werden wird, werden sie immer noch unterschiedlich sein in der Natur und in der Rangordnung. Ebenso ist es mit den Tieren: wenn jede Gattung zur Vollkommenheit gebracht worden sein wird, wirdes immer noch Verschiedenheitengeben; denn die Vollkommenheit verändert nicht die Natur. Das Wort Natur wird manchmal in einem angepaßten Sinn gebraucht, wie zum Beispiel wenn gesagt wird, dass ein Hund eine wilde Natur oder ein Pferd eine sanfte Natur oder eine bösartige Natur hat. Aber durch das Gebrauchen dieses Wortes bedeutet es lediglich die Veranlagung von dem, was beschrieben und mit anderen verglichen wird, und bezieht sich genau genommen nicht auf die Natur.

 

Die Stellungen der geistigen Wesen sind unter einander, obwohl sie ebenfalls vollkommen sind, als höher und als niedriger in der Natur und in der Rangordnung. Die göttliche Natur ist die höchste und über allen anderen erhaben. Christus wurde bei seiner Auferstehung, , so viel besser“ gemacht als die vollkommenen Engel, wie die göttliche Natur über der Natur der Engel steht. - Heb 1:3-5???

 

Beachte sorgfältig, dass während die angeführten Klassen in der obigen Tabelle getrennt und verschieden sind, auf folgende Weise ein Vergleich zwischen ihnen aufgestellt werden kann:

 

Der höchste Grad der Minerale ist geringer oder ein wenig niedriger als die niedrigste Form der Pflanzen; weil in den Pflanzen Leben ist. So ist die höchste Form der Pflanzen ein wenig niedriger als die niedrigste Form des tierischen Lebens, weil das Leben der Tiere auch in seiner niedrigsten Form ein ausreichendes Bewußtsein von dem Dasein hat. Gleichfalls ist der Mensch, obwohl er das höchste der irdischen Wesen ist, "ein wenig niedriger als die Engel“, weil Engel geistige oder himmlische Wesen sind.

 

Es gibt einen wunderbaren Unterschied zwischen dem Menschen, wie wir ihn jetzt sehen, erniedrigt durch die Sünde, und dem vollkommenen Menschen, welchen Gott in seinem Ebenbild erschaffen hat. Die Sünde hat nach und nach sowohl seine Erscheinung, als auch seinen Charakter verändert. Hunderte von Generationen haben durch Unwissenheit, unmoralisches Verhalten und allgemeine Verderbnis die Menschheit so verwischt und entstellt, dass das Ebenbild Gottes bei der großen Mehrzahl des Geschlechtes fast ausgelöscht ist. Die moralischen und geistigen Eigenschaften werden in den Schatten gestellt; und die tierischen Verhaltensweisen sind so übermäßig entwickelt, dass sie nicht mehr von den höheren im Gleichgewicht gehalten werden. Der Mensch hat seine körperliche Kraft in solch einem Ausmaß verloren, dass mit aller Hilfe der medizinischen Wissenschaft seine durchschnittliche Lebensdauer jetzt etwa dreißig Jahre ist, während er im Anfang unter derselben Strafe neunhundert und dreißig Jahre am Leben blieb. Aber obwohl der Mensch auf diese Weise durch die in ihm wirksame Sünde und seine Strafe, den Tod, verunreinigt und erniedrigt worden ist, wird er während und durch die tausendjährige Herrschaft des Christus zu seiner ursprünglichen Vollkommenheit des Geistes und des Leibes und zur Herrlichkeit, Ehre und Herrschaft wiederhergestellt. Die Dinge, welche durch Christus wiederhergestellt werden, sind die Dinge, welche durch Adams Übertretung verloren gegangen sind. (Röm. 5:18,19) Der Mensch hat nicht ein himmlisches, sondern ein irdisches Paradies verloren. Unter der Todesstrafe verlor er nicht ein geistiges, sondern ein menschliches Dasein; und alles, was verloren war, wurde durch seinen Erlöser zurückgekauft, welcher erklärte, dass er kam, um zu suchen und zu erretten, was verloren war. - Lu 19:10???

 

Zusätzlich zu dem obigen haben wir den Beweis dafür, dass der vollkommene Mensch nicht ein geistiges Wesen ist. Es wird uns berichtet, dass unser Herr, bevor er seine Herrlichkeit verließ, um ein Mensch zu werden, "in einer Gestalt Gottes“ war, in einer geistigen Gestalt, ein Geistwesen; { Php 2:6} aber um für die Menschheit zu einem Lösegeld zu werden, mußte er ein Mensch werden von derselben Natur, wie die Sünder es sind, dessen Stellvertreter er im Tod geworden ist, es war daher notwendig, dass er seine Natur wechselte. Und Paulus sagt uns, dass er nicht die Natur der Engel annahm, eine Stufe niedriger als seine eigene, sondern dass er zwei Stufen herabkam und die Natur der Menschen annahm-er wurde ein Mensch; er, , ward Fleisch.“ - Heb 2:16 Php 2:7,8 Joh 1:14???

 

Beachte, dass dies nicht nur lehrt, dass die Natur der Engel nicht die einzige Ordnung unter den Geistwesen ist, sondern auch, dass sie eine niedrigere Natur ist, als die unseres Herrn, bevor er ein Mensch wurde; und er war damals noch nicht so hoch, wie er es jetzt ist, denn "Gott hat ihn hoch erhoben“, { Php 2:8,9} weil er auf Grund seines Gehorsams zu einem bereitwilligen Lösegeld für den Menschen geworden ist. Er ist jetzt von der höchsten Ordnung der Geistwesen; ein Teilhaber der göttlichen Natur, der Natur Jehovas.

 

Auf diese Weise finden wir nicht nur den Beweis dafür, dass die göttliche Natur, die Natur der Engel und die menschliche Natur verschieden und getrennt sind, sondern dies beweist, dass ein vollkommener Mensch nicht ein Engel sein kann, so wie die Vollkommenheit der Natur der Engel nicht andeutet, dass Engel von der göttlichen Natur und gleich mit Jehova sind; denn Jesus nahm nicht die Natur der Engel an, sondern eine davon verschiedene Natur-die Natur der Menschen; nicht die unvollkommene menschliche Natur, wie wir sie jetzt besitzen, sondern die vollkommene menschliche Natur. Er wurde ein Mensch: nicht ein verderbtes und nahezu totes Wesen, wie es die Menschen jetzt sind, sondern ein Mensch in voller Kraft der Vollkommenheit.

 

Außerdem mußte Jesus mußte ein vollkommener Mensch gewesen sein, sonst hätte er nicht ein vollkommenes Gesetz einhalten können, welches der volle Maßstab von der Fähigkeit eines vollkommenen Menschen ist. Und er mußteein vollkommener Mensch gewesen sein, sonst hätte er  nicht ein Lösegeld (einen entsprechender Preis - _ 1Ti 2:6???) für das verwirkte Leben des vollkommenen Menschen, Adam, geben können; "denn wie durch einen Menschen der Tod kam, so kam auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten.“ (1. Kor. 15:21) Wäre er im geringsten Maße unvollkommen gewesen, so hätte dies bewiesen, dass er unter der Verurteilung gewesen wäre, und er hätte daher nicht ein annehmbares Opfer sein können; noch hätte er auf vollkommene Weise das Gesetz Gottes halten können. Ein vollkommener Mensch war geprüft worden und hatte verfehlt und war verurteilt worden; und nur ein vollkommener Mensch konnte als der Erlöser den entsprechenden Kaufpreis bezahlen.

 

Nun haben wir die Frage in einer anderen Form genau vor uns, nämlich: Wenn Jesus im Fleisch ein vollkommener Mensch war, wie die Schrift es lehrt, beweist das nicht, dass ein vollkommener Mensch ein menschliches, fleischliches Wesen ist-und nicht ein Engel, sondern ein wenig niedriger als die Engel? Die logische Schlußfolgerung ist unverkennbar! Außerdem haben wir die inspirierte Aussage des Psalmisten (8:5-8) und die Bezugnahme des Apostel Paulus darauf in  Heb 2:7-9.

 

Auch war Jesus nicht eine Verbindung der zwei Naturen, der menschlichen und der geistigen. Das Vermengen zweier Naturen bringt weder die eine noch die andere hervor, sondern ein unvollkommenes, mischförmiges Ding, welches der göttlichen Anordnung gegenüber zuwider ist. Als Jesus im Fleische war, war er ein vollkommenes menschliches Wesen; zuvor war er ein vollkommenes geistiges Wesen; und seit seiner Auferstehung ist er ein vollkommenes geistiges Wesen der höchsten oder göttlichen Ordnung. Es geschah nicht vor dem Zeitpunkt seiner Weihung bis in den Tod, wie sie in seiner Taufe dargestellt wurde-im Alter von dreißig Jahren (dem Mannesalter in Übereinstimmung mit dem Gesetz und daher der rechten Zeit, um sich selbst als ein Mensch darzubringen, zu weihen) -dass er den Beweis für sein Erbteil an der göttlichen Natur empfing. { Mt 3:16-17} Die menschliche Natur mußte dem Tod geweiht worden sein, bevor er auch das Pfand, die Zusicherung, den Beweis für die göttlichen Natur erhalten konnte. Und nicht ehe er diese Weihung tatsächlich durchgeführt und die menschliche Natur tatsächlich geopfert hatte bis in den Tod, wurde unser Herr Jesus zu einem vollständigen Teilhaber der göttlichen Natur. Nachdem er ein Mensch geworden war, war er gehorsam bis zum Tode; weswegen Gott ihn auch zur göttlichen Natur hoch erhöht hat. { Php 2:8,9} Wenn diese Schriftstelle wahr ist, dann folgt daraus, dass er nicht zur göttlichen Natur erhöht wurde, bevor nicht die menschliche Natur tatsächlich geopfert war-tot war.

 

Auf diese Weise erkennen wir, dass es in Jesus keine Mischung der Naturen gab, sondern dass er zweimal einen Wechsel der Natur erlebte; erst von der geistigen zur menschlichen; dann von der menschlichen zur höchsten Stufe der geistigen Natur, der göttlichen Natur; und in beiden Fällen wurde die eine für die andere aufgegeben.

 

An diesem erhabenen Beispiel von einem vollkommen Menschen, welcher vor der Welt makellos bestand bis er für die Erlösung der Welt geopfert wurde, sehen wir die Vollkommenheit, von welcher unser Geschlecht in Adam fiel, und zu welcher es wiederhergestellt werden wird. Indem unser Herr des Menschen Lösegeld wurde, gab er den entsprechenden Gegenwert von dem, was der Mensch verloren hatte; und daher werden alle Menschen durch den Glauben an Christus und durch Gehorsam gegen seine Bedingungen nicht ein geistige, sondern eine herrliche, vollkommene menschliche Natur wieder empfangen-"das, was verloren gegangen war“.

 

Die vollkommenen Fähigkeiten und Kräfte der vollkommenen menschlichen Wesen werden unendlich lange ausgeübt werden, und neue und verschiedene Gegenstände des Interesses und der Erkenntnis und der Geschicklichkeit werden sehr stark zunehmen; aber keine solche Zunahme der Erkenntnis oder der Kraft wird einen Wechsel der Natur bewirken oder sie mehr als vollkommen machen. Es wird nur die Erweiterung und die Entwicklung der vollkommenen, menschlichen Kräfte sein. Die Zunahme der Erkenntnis und der Geschicklichkeit wird zweifellos in alle Ewigkeit das gesegnete Vorrecht des Menschen sein; doch wird er immer Mensch bleiben und nur mehr und mehr den vollen Gebrauch der Kräfte der menschlichen Natur lernen, welche er schon besitzt. Jenseits seiner weitreichenden Grenzen kann er nicht hoffen, noch wird er es wünschen, sich weiterzuentwickeln, seine Bestrebungen sind auf das Gebiet seiner Kräfte begrenzt.

 

Während Jesus als ein Mensch eine Darstellung der vollkommenen menschlichen Natur war, zu welcher die Masse der Menschheit wiederhergestellt werden wird, ist er jedoch seit seiner Auferstehung eine Darstellung der herrlichen göttlichen Natur, welche die Überwinder in der Auferstehung mit ihm teilen werden.

 

Weil das gegenwärtige Zeitalter hauptsächlich für die Entwicklung dieser Klasse bestimmt ist, welchen ein Wechsel der Natur angeboten worden ist, und weil die Briefe der Apostel zur Unterweisung dieser "kleinen Herde“ bestimmt ist, sollte nicht geschlossen werden, dass Gottes Plan mit der Vollendung dieser erwählten Schar endet. Noch sollten wir auf der anderen Seite zu der entgegengesetzten Ansicht kommen und annehmen, dass die besonderen Verheißungen von der göttlichen Natur, den geistigen Leiber usw., welche jener erwählten Schar gegeben worden sind, Gottes Absicht für alle Menschheit seien. Für jene erwählte Schar sind die "größten und kostbaren Verheißungen“, welcher über die anderen kostbaren Verheißungen hinaus sind, welche allen Menschen gemacht worden sind. Um das Wort der Wahrheit richtig zu teilen, sollten wir beachten, dass die Schrift die Vollkommenheit der göttlichen Natur in der ,, kleinen Herde“ und die Vollkommenheit der menschlichen Natur in der wiederhergestellten Welt als zwei verschiedene Sachen ansieht.

 

Laßt uns jetzt ganz besonders fragen: Was sind Geistwesen? Was für Kräfte haben sie? Und von welchen Gesetzen werden sie regiert? Viele scheinen zu meinen, weil sie die Natur eines Geistwesens nicht begreifen, dass es lediglich ein Märchen sein muß, und es ist viel Aberglauben über dieses Thema weit verbreitet. Paulus erscheint jedoch nicht, als ob er eine solche Vorstellungen habe. Obwohl er andeutet, dass es einem menschlichen Wesen nicht möglich ist, die höhere geistige Natur zu begreifen (1. Kor. 2:14), so erklärt er doch deutlich, um jede märchenhafte oder abergläubische Vorstellungen zu verhindern, dass es sowohl einen geistigen Leib gibt als auch einen natürlichen (menschlichen) Leib gibt, sowohl einen himmlischen wie einen irdischen und sowohl eine Herrlichkeit des irdischen als auch eine des himmlischen Leibes. Die Herrlichkeit des irdischen war, wie wir gesehen haben, durch die Sünde des ersten Adam verlorengegangen und wird während des tausendjährigen Reiches für das Menschengeschlecht durch den Herrn Jesus und seine Braut (den Christus, Haupt und Leib) wiederhergestellt werden. Die Herrlichkeit des himmlischen Leibes ist bis jetzt noch unsichtbar, außer wie sie dem Auge des Glaubens durch den Geist mittels des Wortes geoffenbart worden ist. Diese Herrlichkeiten sind getrennt und unterschiedlich (1. Kor. 15:38-49) Wir wissen in einem gewissen Grade, was der natürliche, irdische Leib ist, denn wir haben jetzt einen solchen, obwohl wir uns die Herrlichkeit von seiner Vollkommenheit nur annähernd vorstellen können. Er besteht aus Fleisch, Blut und Knochen; denn "was vom Fleisch geboren ist, das ist Fleisch.“ Und weil es zwei unterschiedliche Arten von Leibern gibt, wissen wir, dass der geistige Leib, was immer er sein mag, sich nicht aus Fleisch, Blut und Knochen zusammensetzt; er ist himmlisch, geistig. -"Was vom Geist geboren ist, das ist Geist.“ Was aber ein geistiger Leib ist, wissen wir nicht, denn, , es ist noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden; aber...wir werden ihm gleich sein“ -unserem Herrn Jesus. -Joh 3:6  _ 1Jo 3:2???

 

Wir haben keinen Bericht über irgendein Wesen, weder ein geistiges noch ein irdisches, welches jemals von einer Natur zur anderen verwandelt worden ist, außer von dem Sohn Gottes; und dies war ein außergewöhnlicher Fall für einen außergewöhnlichen Zweck. Als Gott die Engel schuf, hatte er zweifellos beabsichtigt, dass sie für immer Engel bleiben, und so mit den Menschen; jedes Wesen soll auf seiner eigenen Stufe vollkommen sein. Die Schrift wenigstens gibt keine Andeutung von irgendeiner anderen Absicht. Wie es in der unbelebten Schöpfung eine nahezu endlose und schöne Vielfalt gibt, so ist in der lebendigen und vernunftbegabten Schöpfung dieselbe Vielfalt in der Vollkommenheit möglich. Jede Schöpfung ist in seiner Vollkommenheit herrlich; aber wie Paulus sagt, ist die himmlische Herrlichkeit eine Art der Herrlichkeit, und die irdische Herrlichkeit ist eine andere und unterschiedliche Herrlichkeit.

 

Durch eine nähere Betrachtung der Tatsachen, welche von unserem Herrn Jesus nach seiner Auferstehung und welche über die Engel, die auch Geistwesen sind, berichtet sind, können wir, indem wir auf diese Weise "geistige Dinge mit Geistigem vergleichen“ (1. Kor. 2:13), einige allgemeine Informationen hinsichtlich der Geistwesen erlangen. Danach können Engel zuerst häufig gegenwärtig sein, jedoch unsichtbar., , Der Engel des Herrn lagert sich um die her, welche ihn fürchten“; und, , sind sie nicht alle dienstbare Geister, ausgesandt zum Dienst um derer willen, welche Erben der Errettung sind?“  (Psl. 34 7; Heb. 1:4) Haben sie sichtbar oder unsichtbar gedient? Ohne Zweifel das letztere. Elisa war von einer feindlichen Schar Assyrer umringt; sein Diener fürchtete sich; da betete Elisa zum Herrn, und die Augen des jungen Mannes wurden geöffnet, und er sah die Berge um sie herum voll mit feurigen Wagen und Reitern gleich Feuer. Ferner, während der Engel dem Bileam unsichtbar war, wurden die Augen des Esels geöffnet, und er sahihn.

 

2. Engel können menschliche Leiber annehmen und als Menschen erscheinen. Der Herr und zwei Engel erschienen so dem Abraham, welcher ein Mahl für sie bereitete, von welchem sie aßen. Zuerst nahm Abraham an, sie seien drei Männer, und erst als sie im Begriff waren, fortzugehen, bemerkte er, dass einer von ihnen der Herr war, und die anderen zwei, jene Engel,  gingen danach nach Sodom und befreiten Lot (1. Mos. 18:1-2). Ein Engel erschien dem Gideon als ein Mensch, aber er gab sich selbst später zu erkennen. Und ein Engel erschien dem Vater und der Mutter von Simson, und sie meinten, er sei ein Mensch, bis er in der Flamme des Altars in den Himmel auffuhr. -Richter 6:11-22; 13:20

 

3. Geistwesen sind in ihrem normalen Zustand herrlich und werden häufig als herrlich und strahlend beschrieben. Das Angesicht des Engels, der den Stein von dem Eingang des Grabes wälzte, war "wie der Blitz.“ Daniel warf einen flüchtigen Blick auf einen geistigen Leib, welchen er folgendermaßen beschreibt: "Seine Augen waren wie Feuerflammen, sein Angesicht wie der Blitz, seine Arme und seine Füße funkelten wie poliertes Erz, und die Stimme war wie die Stimme einer Menge.“ Vor ihm fiel Daniel wie tot nieder. { Da 10:6,9,15,17} Saulus von Tarsus hatte einen ähnlichen Blick auf den herrlichem Leib des Christus geworfen, welcher leuchtender war als der Glanz der Sonne am Mittag. Saulus verlor sein Augenlicht und fiel zu Boden.

 

Auf diese Weise haben wir bis hierher festgestellt, dass geistige Leiber wirklich herrlich sind; doch ohne das Öffnen der menschlichen Augen, um sie zu sehen, und ohne ihr Erscheinen im Fleisch als Menschen sind sie für die Menschen unsichtbar. Diese Schlußfolgerung wird noch weiter bestätigt, wenn wir die besonderen Einzelheiten dieser Offenbarmachungen näher betrachten. Der Herr wurde allein von Saulus gesehen, die Männer, welche mit ihm reisten, hörten die Stimme, sahen aber niemanden. (Apg. 9:7) Die Männer, die bei Daniel waren, sahen das herrliche Wesen, welches er beschreibt, nicht, aber ein großer Schrecken fiel über sie, und sie flohen und verbargen sich. Außerdem erklärte dies herrliche Wesen:, , Der Fürst des Königreiches von Persien hat mir einundzwanzig Tage widerstanden.“ { Da 10:7,13} Fiel Daniel, der Mann, welcher vom Herrn sehr geliebt wurde, wie tot vor dem nieder, welchem der Fürst von Persien einundzwanzig Tage widerstand? Wie verhält es sich hiermit? Sicherlich erschien er dem Fürsten nicht in seiner Herrlichkeit. Nein; entweder war er bei ihm unsichtbar gegenwärtig, oder er erschien als ein Mensch.

 

Seit seiner Auferstehung ist unser Herr ein geistiges Wesen; folglich muß er auch dieselben Kräfte besitzen, welche wir in den Engeln (geistigen Wesen) dargestellt finden. Und dass dies der Fall ist, werden wir eingehender in einem folgenden Kapitel sehen.

 

Auf diese Weise stellen wir fest, dass die Schrift die geistige und menschliche Naturen als verschieden und getrennt auseinander hält, und es keinen Beweis dafür gibt, dass eine in die andere übergeht oder sich zu ihr entwickeln wird; sondern ganz im Gegensatz dazu zeigt sie, dass nur eine Wenige von der menschlichen zur göttlichen Natur verwandelt werden, hin zu Jesus, ihrem Haupt, welcher bereits erhöht worden ist. Und dieser bemerkenswerte und besondere Zug in Jehovas Plan ist für den bemerkenswerten und besonderen Zweck, um diese als Gottes Werkzeuge für das große zukünftige Werk der Wiederherstellung aller Dinge zuzubereiten. Laßt uns jetzt folgende Begriffe näher betrachten:

 

Sterblichkeit und Unsterblichkeit

 

Wir werden ihre wahre Bedeutung in genauer Harmonie mit dem finden, was wir bei unserem Vergleich hinsichtlich der biblischen Erklärungen betreffend menschlicher und geistiger Wesen und betreffend irdischer und himmlischer Verheißungen gelernt haben. Diesen Worten werden gewöhnlich sehr undeutliche Bedeutungen gegeben, und falsche Ansichten über ihre Bedeutungen bringen irrtümliche Ansichten über diesen Gegenstand hervor, mit welchem sie in Verbindung stehen, sowohl im gewöhnlichem als auch im schriftgemäßen Gebrauch.

 

"Sterblichkeit“ bezeichnet einen Zustand, in welchem man dem Tod verfallen kann; nicht einen Zustand des Todes, sondern einen Zustand, in welchem der Tod möglich ist.

 

"Unsterblichkeit“ bezeichnet einen Zustand, in welchem man dem Tod nicht verfallen kann; nicht nur einen Zustand des Freiseins vom Tod, sondern einen Zustand, in welchem der Tod unmöglich ist.

 

Die weit verbreitete, aber irrige Meinung über die Sterblichkeit ist die, dass sie ein Zustand sei, in welchem der Tod unvermeidlich ist, während die gewöhnliche Ansicht über die Bedeutung der Unsterblichkeit schon eher richtig ist.

 

Das Wort Unsterblichkeit bedeutet nicht sterblich; daher deutet schon die Wortbildung seine  richtige Bedeutung an. Wegen der weiten Verbreitung der falschen Vorstellung von dem Wort sterblich kommt es, dass so viele verwirrt sind, wenn sie versuchen zu ermitteln, ob Adam vor seiner Sünde sterblich oder unsterblich war. Sie machen die Schlußfolgerung, dass wenn er unsterblich gewesen wäre, dann hätte Gott nicht gesagt: "An dem Tag, an welchem du davon isst, wirst du sterbend sterben“; denn für ein unsterbliches Wesen ist es unmöglich, zu sterben. Das ist eine logische Schlußfolgerung. Auf der anderen Seite sagen sie: Wäre er sterblich gewesen, worin hätte dann die Drohung oder die Strafe bei der Erklärung bestanden "Du wirst sterbend sterben“; weil er, wenn er sterblich ist (in Übereinstimmung mit ihrer irrtümlichen Bedeutung), dem Tod sowieso nicht hätte entgegen können?

 

Es wird erkannt werden, dass die Schwierigkeit in der falschen Bedeutung liegt, welche dem Wort sterblich beigelegt wird. Wende die richtige Bedeutung an, und alles ist klar. Adam war sterblich-das bedeutet, er war in einem Zustand, in welchem der Tod eine Möglichkeit war. Er hatte Leben in dem vollen und vollkommenen Maß, aber er hatte kein Leben in sich selbst. Sein Leben wurde "von jedem Baum des Gartens“ erhalten mit Ausnahme des einen verbotenen Baumes; und solange wie er im Gehorsam und in Harmonie mit seinem Schöpfer blieb, war sein Leben gesichert-die Mittel zur Erhaltung desselben würden ihm nicht vorenthalten werden. Auf diese Weise erkennen wir, dass Adam Leben hatte; und der Tod war ganz vermeidbar, aber er befand sich in solch einem Zustand, dass der Tod möglich war-er war sterblich.

 

Die Frage steigt dann auf: Wenn Adam sterblich war und auf die Probe gestellt wurde, wurde er für die Unsterblichkeit auf die Probe gestellt? Die gewöhnliche Antwort wäre: Ja. Wir antworten: Nein. Seine Prüfung fand statt, um zu sehen, ob er der Fortdauer des Lebens und der Segnungen, welche er bereits besaß, würdig oder unwürdig war. Weil es nirgends verheißen war, daß er unsterblich werden würde, wenn er gehorsam ist, sind wir dazu verpflichtet, alle solche Spekulationen außer Frage zu lassen. Ihm war eine Fortdauer der Segnungen, welche er damals genossen hat, verheißen, solange wie er gehorsam war, und der Verlust von allem-der Tod-angedroht, wenn er ungehorsam wird. Es ist eine falsche Ansicht über die Bedeutung des Wortes sterblich, welche die Menschen im allgemeinen zu der Schlußfolgerung führt, dass alle Wesen, welche nicht sterben, unsterblich sind. In diese Schar schließen sie unseren himmlischen Vater, unseren Herrn Jesus, die Engel und alle Menschen mit ein. Dies ist jedoch ein Irrtum; sowohl die Masse der vom Fall erlösten Menschheit als auch die Engel im Himmel werden immer sterblich sein; obwohl sie in einem Zustand der Vollkommenheit und des Glückes sein werden, werden sie immer von jener sterblichen Natur sein, welche den Tod erleiden kann, der Lohn der Sünde, wenn sie Sünde begeht. Die Zusicherung für ihr Dasein wird, wie es bei Adam war, von dem Gehorsam gegenüber dem allweisen Gott bedingt sein, dessen Gerechtigkeit, Liebe, Weisheit und dessen Macht alle Dinge zum Guten zusammenwirken lassen für diejenigen, welche ihn lieben und ihm dienen, und sie werden durch seine Handlungen mit der Sünde in der gegenwärtigen Zeit vollständig geoffenbart worden sein.

 

Es ist nirgends in der Schrift erklärt worden, dass Engel unsterblich sind, noch dass die wiederhergestellte Menschheit unsterblich sein wird. Ganz im Gegensatz dazu wird die Unsterblichkeit nur der göttlichen Natur zugeschrieben-ursprünglich nur dem Jehova; später unserem Herrn Jesus in seinem gegenwärtigen hoch erhöhten Zustand; und schließlich durch Verheißung der Herauswahl, dem Leib Christi, nachdem er mit ihm verherrlicht worden ist. - _ 1Ti 6:16 Joh 5:26 2???. Petr. 1:4; 1. Kor. 15:53,54

 

Nicht nur haben wir den Beweis dafür, dass die Unsterblichkeit allein zur göttlichen Natur gehört, sondern wir haben auch den Beweis dafür, dass Engel sterblich sind, in der Tatsache, dass Satan, welcher einst ein Mächtiger unter ihnen war, vernichtet werden wird. { Heb 2:14} Die Tatsache, dass er vernichtet werden kann, beweist, dass Engel sterblich sind.

 

Auf diese Weise betrachtet erkennen wir, dass, wenn die unverbesserlichen Sünder vernichtet worden sind, sowohl die unsterblichen als auch die sterblichen Wesen für immer in Freude, Glück und Liebe leben werden-die ersten besitzen eine Natur, bei welcher der Tod nicht möglich ist, sie haben innewohnendes Leben, Leben in sich selbst; { Joh 5:26} die letzteren haben eine Natur, bei welcher der Tod möglich ist, aber bei welchen es keinen Grund für den Tod gibt, weil sie vollkommene Wesen sind und eine vollkommene Erkenntnis des Bösen und der Sündighaftigkeit der Sünde haben. Weil sie von Gottes Gesetz als würdig erprobt worden sind, werden sie mit den Mitteln, welche notwendig sind, um sie in der Vollkommenheit zu erhalten, ewig versorgt werden, und sie werden niemals sterben.

 

Das richtige Erkennen von der Bedeutung der Begriffe sterblich und unsterblich und ihres Gebrauches in der Schrift zerstört jegliche Grundlage von der Lehre der ewigen Qual. Diese gründet sich auf die schriftwidrige Theorie, dass Gott den Menschen unsterblich erschaffen hat, dass dieser nicht aufhören kann, zu existieren, und dass Gott ihn nicht vernichten kann; daher lautet das Argument, dass die Unverbesserlichen irgendwo und irgendwie weiterleben müssen, und die Schlußfolgerung ist die, dass, weil sie außer Harmonie mit Gott sind, ihre Ewigkeit eine in Qual sein muß. Aber Gottes Wort versichert uns, dass er gegen solch ein Fortbestehen der Sünde und der Sünder Vorkehrungen getroffen hat; dass der Mensch sterblich ist und dass die volle Strafe von willentlicher Sünde gegen das volle Licht und gegen die volle Erkenntnis nicht ein Leben in Qual, sondern ein zweiter Tod sein wird. "Die Seele, welche sündigt, die soll sterben.“

 

"Wer bist du, der du das Wort nimmst wider Gott?“

 

(Röm. 9:20)

 

Es ist eine falsche Vorstellung von einigen, dass die Gerechtigkeit erfordere, dass Gott bei der Austeilung seiner Gnadengaben unter seine Geschöpfen keinen Unterschied machen darf; dass, wenn er einen zu einer hohen Stellung erhöht, er gerechterweise dasselbe für alle tun muß, es sei denn es kann bewiesen werden, dass einige ihre Rechte verwirkt haben, in welchem Fall es gerecht sei, ihnen eine niedrigere Stellung zu geben.

 

Wenn dieser Grundsatz richtig wäre, würde er zeigen, dass Gott kein Recht hatte, Jesus höher als die Engel zu erschaffen und ihn danach außerdem noch zur göttlichen Natur zu erhöhen, es sei denn er beabsichtige, dasselbe mit allen Engeln und allen Menschen zu tun. Und um den Grundsatz weiter anzuwenden, wenn einige Menschen hoch erhöht werden und zu Teilhabern an der göttlichen Natur gemacht werden, dann müssen schließlich alle Menschen in dieselbe Stellung erhöht werden. Und warum den Grundsatz nicht bis an seine äußerste Grenze ausdehnen und dasselbe Gesetz der Entwicklung auf die Schöpfung der Tiere und Insekten anwenden und sagen, dass, weil sie alle Gottes Geschöpfe sind, sie alle schließlich die höchste Stufe des Daseins, die göttliche Natur, erreichen müssen? Dies ist ein Gedanke, der ganz offensichtlich gegen jeden gesunden Menschenverstand ist, aber er ist genauso vernünftig wie irgendeine andere Schlußfolgerung von diesem angenommenen Grundsatz.

 

Niemand wird wahrscheinlich geneigt sein, diese irrtümliche Annahme so weit auszudehnen. Aber wenn es ein Grundsatz wäre, welcher in einfacher Gerechtigkeit gegründet ist, wo könnte er plötzlich anhalten und noch gerecht sein? Und wenn dies wirklich der Plan Gottes wäre, was würde aus der erfreulichen Vielfalt in allen seinen Werken werden? Aber dies ist nicht Gottes Plan. Die ganze Natur, sowohl die belebte als auch die unbelebte, beweist die Herrlichkeit und die Vielfalt der göttlichen Macht und Weisheit. Und wie "die Himmel die Herrlichkeit Gottes erzählen und das Firmament seiner Hände Werk zeigt“ in wundervoller Vielfalt und Schönheit, wieviel mehr wird seine vernunftbegabte Schöpfung in der Vielfalt die erhabene Herrlichkeit seiner Macht beweisen. Dies schließen wir-aus der feststehenden Lehre des Wortes Gottes und aus der Vernunft und aus der Vorbildern in der Natur.

 

Es ist sehr wichtig, dass wir richtige Vorstellungen über die Gerechtigkeit haben. Eine Gnadengabe sollte niemals als eine gerecht verdiente Belohnung angesehen werden. Eine Handlung der einfachen Gerechtigkeit ist kein Grund zu besonderer Dankbarkeit, noch ist sie irgendein Beweis von Liebe; Gott aber preist seine große Liebe gegenüber seinen Geschöpfen in einer endlosen Reihe von unverdienten Gnadengaben, welche ihre Liebe und ihren Lobpreis hervorrufen sollen.

 

Gott hatte ein Recht, wenn er wollte, uns nur als Geschöpfe von einem kurzen Zeitraum zu erschaffen, auch wenn wir niemals gesündigt hätten. Auf diese Weise hat er einige seiner niedrigen Geschöpfe gemacht. Er hätte es zulassen können, dass wir uns ohne Ungerechtigkeit an seinen Segnungen nur eine kurze Zeit erfreuen, und er hätte uns alle wieder aus dem Dasein auslöschen  können. In der Tat, selbst ein kurzes Dasein wäre eine Gnadengabe gewesen. Es ist nur seine Gnade, dass wir überhaupt ein Dasein haben. Wieviel größerer ist daher die Gnade der Erlösung des Daseins, welches einst durch die Sünde verwirkt wurde. Und außerdem ist es Gottes Gnade, dass wir Menschen sind und keine Tiere; es ist nur die Gnade Gottes, dass die Engel von Natur aus ein wenig höher sind als die Menschen; und es ist auch Gottes Gnade, dass der Herr Jesus und seine Braut Teilhaber der göttlichen Natur werden. Es gebührt daher allen seinen vernunftbegabten Geschöpfen, mit Dankbarkeit zu empfangen, was immer Gott darreicht. Jeder andere Geist verdient gerechterweise die Verurteilung, und wenn er vorhanden ist, wird er in Erniedrigung und Vernichtung enden. Ein Mensch hat kein Recht, danach zu streben, ein Engel zu werden, er ist niemals zu solch einer Stellung aufgefordert worden; noch hat ein Engel irgendein Recht, nach der göttlichen Natur zu streben, welche ihm niemals angeboten worden ist.

 

Es war das hohe Ziel von des Satans Hochmut, welcher ihm seine Erniedrigung brachte und in seiner Vernichtung enden wird. (Jes. 14:14) "Wer immer sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden; und wer immer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden“, { Lu 14:11} aber nicht notwendigerweise zur höchsten Stellung.

 

Zum Teil durch falsche Vorstellungen von der Gerechtigkeit und zum Teil aus anderen Gründen hat das Thema von der Erwählung, wie es in der Schrift gelehrt wird, die Gelegenheit zu vielen Auseinandersetzungen und Mißverständnissen gegeben. Nur wenige würden bestreiten, dass die Schrift eine Erwählung lehrt, aber gerade auf welchem Grundsatz sich die Erwählung oder das Herauswählen gründet, ist ein Gegenstand von beträchtlicher Meinungsverschiedenheit. Einige behaupten, dass es eine willkürliche, bedingungslose Erwählung ist, und andere, dass sie von Bedingungen abhängt. Wir glauben, dass es ein Maß an Wahrheit in beiden Ansichten gibt. Eine Erwählung von seiten Gottes ist der Ausdruck seiner Wahl für einen bestimmten Zweck, für eine bestimmte Aufgabe oder eine bestimmte Stellung. Gott hat sich dafür entschieden oder er hat es vorgezogen, dass einige seiner Geschöpfe Engel sein sollten, dass einige Menschen sein sollten, dass einige Tiere, Vögel, Insekten usw. sein sollten, und dass einige zu seiner eigenen göttlichen Natur werden sollten. Und obwohl Gott in Übereinstimmung mit bestimmten Bedingungen alle diejenigen herauswählt, welche er zur göttlichen Natur aufnimmt, kann doch nicht gesagt werden, dass diese es mehr als andere verdient hätten; denn es ist allein aus Gnade, dass jedes Geschöpf sein Dasein hat, auf welcher Stufe es auch steht.

 

,, Also liegt es nun nicht an dem Wollenden, noch an dem Laufenden, sondern an dem begnadigenden Gott“ -seiner Gunst oder Gnade. (Röm. 9:16) Es geschah nicht aus dem Grund, weil die Auserwählten besser als die anderen waren, dass Gott sie zur göttlichen Natur berufen hat, denn er ging an den Engeln vorüber, welche nicht gesündigt hatten, und berief einige der erlösten Sünder zu göttlichen Ehren. Gott hat ein Recht, mit dem Seinen zu tun, was er will; und er traf die Wahl, dieses Recht zur Hinausführung seiner Pläne auszuüben. Weil daher alles, was wir haben, von der göttlichen Gnade ist, ,, wer bist du, der du das Wort nimmst wider Gott? Wird etwa das Geformte zu dem Former sagen: Warum hast du mich also gemacht? Oder hat der Töpfer nicht Macht über den Ton, aus derselben Masse ein Gefäß zur Ehre und ein anderes zur Unehre zu machen“  - oder weniger Ehre? (Röm. 9:20-21) Alle sind durch dieselbe göttliche Macht erschaffen worden; einige, um eine höhere Natur und größere Ehre zu haben, und einige, um eine niedrigere Natur und etwas weniger Ehre zu haben.

 

,, So spricht der Herr, der Heilige Israels und Schöpfer des Menschen: Fragt mich über die kommenden Dinge. Meine Kinder und meiner Hände Werk schreibt ihr mir vor? Ich habe die Erde gemacht und den Menschen darauf erschaffen. Meine Hände haben den Himmel ausgespannt, und alle seine Heerscharen befehle ich.“, , So spricht der Herr, der die Himmel geschaffen hat, Gott selbst, der die Erde gebildet und gemacht; er, der sie gegründet hat, er erschuf sie nicht leer, sondern er hat sie gebildet, um bewohnt zu werden: Ich bin der Herr, und es gibt sonst keinen mehr.“ (Jes. 45:11-12, 18) Niemand hat ein Recht, Gott Vorschriften zu machen. Wenn er die Erde geschaffen hat, und wenn er sie nicht leer gebildet hat, sondern sie gemacht hat, um bewohnt zu werden von wiederhergestellten vollkommenen Menschen, wer sind wir, dass wir das Wort wider Gott nehmen und sagen, dass es ungerecht ist, ihre Natur nicht zu verwandeln und sie nicht zu Teilhabern einer geistigen Natur zu machen, entweder den Engel gleich oder seiner eigenen göttlichen Natur gleich? Wieviel demütiger ist es, zum Worte Gottes zu kommen und hinsichtlich der kommenden Dinge zu "fragen“, als vorschreiben zu wollen oder zu behaupten, er müsse unsere Vorstellungen ausführen? Herr, bewahre deine Knechte vor anmaßenden Sünden; laß sie nicht die Herrschaft über uns haben. Kein Kind Gottes, glauben wir, wird wissentlich dem Herrn Vorschriften machen wollen; doch wie leicht und meistens unbewußt fallen viele in diesen Irrtum.

 

Die Menschen sind Gottes Kinder durch die Schöpfung-das Werk seiner Hände-und sein Plan in bezug auf sie ist deutlich in seinem Wort geoffenbart. Paulus sagt, dass der erste Mensch (welcher ein Beispiel davon war, was das Geschlecht sein wird, wenn es vollkommen sein wird) von der Erde, irdisch, war; und seine Nachkommenschaft wird, mit Ausnahme der Herauswahl des Evangeliumszeitalters, in der Auferstehung weiterhin irdisch, menschlich, der Erde angepaßt sein. (1. Kor. 15:38, 44) David erklärt, dass der Mensch ein wenig niedriger als die Engel gemacht wurde und mit Herrlichkeit, Ehre und Herrschaft gekrönt worden war. (Psl. 8:4-8) Und der Apostel Petrus, unser Herr und alle Propheten, seit die Welt begonnen hat, erklären, dass das menschliche Geschlecht zu jener herrlichen Vollkommenheit wiederhergestellt werden wird und die Herrschaft über die Erde wieder zurückerhalten wird, wie sie sein Repräsentant, Adam, gehabt hat. -Apg. 3:19-21

 

Es ist dies das Erbteil, von welchem Gott entschieden hat, es dem menschlichen Geschlecht zu geben. Und was für ein herrliches Erbteil! Schließe deine Augen einen Augenblick vor den Bildern der Trauer und des Weh, vor der Erniedrigung und den Leiden, welche jetzt um der Sünde willen vorherrschen und stelle dir mit deinem geistigen Auge die Herrlichkeit der vollkommenen Erde vor! Nicht ein Fleck der Sünde trübt die Harmonie und den Frieden einer vollkommenen Gesellschaft; kein bitterer Gedanke, kein unfreundlicher Blick und kein unfreundliches Wort; Liebe, aus jedem Herzen empor steigend, begegnet einer gleicher Erwiderung in jedem anderen Herzen, und Wohlwollen kennzeichnet jede Tat. Es wird keine Krankheit mehr geben; kein Weh, kein Schmerz, noch irgendein Anzeichen von Verfall-nicht einmal die Furcht vor solchen Dingen. Denke an alle Bilder verhältnismäßiger Gesundheit und Schönheit der menschlichen Gestalt und Gesichtszüge, welche du jemals gesehen hast und wisse, dass die Herrlichkeit der vollkommenen Menschheit noch weit darüber hinausgehen wird. Die innere Reinheit und die geistige und die moralische Vollkommenheit werden jedes strahlende Angesicht prägen und verherrlichen. So wird die irdische Gesellschaft sein; und diejenigen, welche wegen eines Trauerfalls geweint haben, deren Tränen werden alle weggewischt sein, wenn sie auf diese Weise das Auferstehungswerk vollständig erkennen. -Offb. 21:4

 

Und dies ist nur die Veränderung in der menschlichen Gesellschaft. Wir erinnern daran, dass auch die Erde, welche geschaffen wurde, um von solch einem Geschlecht von Wesen, , bewohnt zu werden“, eine geeignete und angenehme Wohnstätte für sie sein wird, wie es im Paradies in Eden dargestellt war, in welches der erste Mensch zuerst gesetzt worden war. Das Paradies wird wiederhergestellt werden. Die Erde wird nicht mehr Dornen und Disteln hervorbringen und den Schweiß von dem Angesicht des Menschen fordern, um seinen Ertrag zu geben, sondern die Erde wird (leicht und natürlich) ihren Ertrag hervorbringen und vermehren., , Die Wüste wird blühen wie die Rose“; die niedrigere, tierische Schöpfung wird ein vollkommener, williger und gehorsamer Diener sein; die Natur wird mit ihrer angenehmen Vielfalt dem Menschen aus jeder Richtung zurufen: Suche und erkenne die Herrlichkeit und die Macht und die Liebe Gottes! Ja, Herz und Verstand werden sich in ihm erfreuen. Das ruhelose Verlangen nach etwas Neuem, welches jetzt herrscht, ist nicht ein natürlicher, sondern ein unnatürlicher Zustand, der unserer Unvollkommenheit und unserer gegenwärtigen ungünstigen Umgebung zuzuschreiben ist. Es ist nicht gottähnlich, sich ruhelos nach Neuem zu sehnen. Für Gott sind die meisten Dinge alt; und am Alten und Vollkommenen hat er seine größte Freude. So wird es auch mit dem Menschen sein, wenn er in das Ebenbild Gottes wiederhergestellt ist. Der vollkommene Mensch wird die Herrlichkeit der geistigen Wesen nicht begreifen, noch vollständig erkennen und sie daher nicht vorziehen, weil er von einer anderen Natur ist, gerade wie Fische und Vögel aus demselben Grund ihre eigene Natur vorziehen und sich am meisten an dem eigenen Element erfreuen. Der Mensch wird von der Herrlichkeit, welche ihn auf der menschlichen Stufe umgibt, so in Anspruch genommen werden und von ihr so begeistert sein, dass er keine Bestrebung zu einer anderen Natur haben wird noch einer anderen Natur den Vorzug geben wird, als derjenigen, welche er dann besitzen wird. Ein Blick auf die gegenwärtige Erfahrung der Herauswahl wird dies verdeutlichen., , Wie schwerlich“, mit welcher Schwierigkeit, werden diejenigen, welche reich sind an den Gütern dieser Welt, ins Reich Gottes eingehen. Die wenigen guten Dinge, welche unter der gegenwärtigen Herrschaft des Bösen und des Todes vorhanden sind, beeindrucken die menschliche Natur so sehr, dass wir die besondere Hilfe von Gott benötigen, damit unser Auge und unsere Entschlossenheit  in den geistigen Verheißungen befestigt sind.

 

Dass die christliche Herauswahl, der Leib des Christus, eine Ausnahme in Gottes allgemeinen Plan für die Menschheit ist, ist ganz offensichtlich durch die Aussage, dass ihre Erwählung in dem göttlichen Plan vor Grundlegung der Welt beschlossen worden ist, { Eph 1:4,5} zu welcher Zeit Gott nicht nur den Fall des Menschengeschlechtes in die Sünde vorhersah, sondern auch die Rechtfertigung, die Heiligung und die Verherrlichung dieser Schar zuvor festgesetzt hat, welche er während des Evangeliumszeitalters aus der Welt herausberufen hat, um dem Ebenbild seines Sohnes gleichförmig zu werden und um Teilhaber der göttlichen Natur und Miterben des Christus zu werden in dem Millennium Königreich zur Aufrichtung von Gerechtigkeit und Frieden auf der ganzen Erde. -Röm. 8:28-31.

 

Dies zeigt, dass die Erwählung oder das Herauswählen der Herauswahl von seiten Gottes eine zuvor beschlossene Sache war; aber beachte, es ist keine bedingungslose Erwählung der einzelnen Glieder der Herauswahl. Vor Grundlegung der Welt bestimmte Gott, dass solch eine Schar innerhalb eines besonderen Zeitraumes, des Evangeliumszeitalters, zu solch einem Zweck auserwählt werden sollte. Während wir auch nicht zweifeln können, dass Gott die Handlungsweise jedes einzelnen Gliedes der Herauswahl vorhergesehen haben könnte und genau vorher gewußt haben könnte, wer würdig sein würde und wer deshalb zu einem Glied dieser, , kleinen Herde“ ernannt werden wird, ist dies trotzdem nicht die Art und Weise, in welcher Gottes Wort die Lehre von der Erwählung darstellt. Es war nicht der Gedanke an eine Vorherbestimmung der einzelnen Person, welchen der Apostel versuchte deutlich zu machen, sondern es ist der Gedanke, dass es Gottes Absicht war, eine bestimmte Anzahl vorherzubestimmen, welche die ehrenvolle Stellung einnehmen wird, eine Erwählung, welche unter schweren Prüfungen des Glaubens und des Gehorsams und der Aufopferung irdischer Vorrechte usw., selbst bis in den Tod, stattfindet. Auf diese Weise werden die einzelnen Glieder dieser zuvor bestimmten Klasse durch eine persönliche Prüfung und durch das persönliche ,, Überwinden“ erwählt oder angenommen in alle Segnungen und Hilfen, welche Gott für diese Klasse zuvor bestimmt hat.

 

Die Worte, , herrlich gemacht“ in Röm. 8:30 kommen von dem griechischen Wort doxazo und bedeuten geehrt. Die Stellung, zu welcher die Herauswahl auserwählt ist, ist die einer großen Ehre. Kein Mensch könnte meinen, nach einer so großen Ehre zu streben. Auch unser Herr Jesus wurde zuerst eingeladen, bevor er danach strebte, wie wir lesen:, , Also hat auch der Christus sich nicht selbst verherrlicht (doxazo, geehrt), um Hohepriester zu werden, sondern der, welcher zu ihm gesagt hat: Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt.“ Der himmlische Vater ehrte auf diese Weise unseren Herrn Jesus; und alle von dem auserwählten Leib, welche Miterben mit ihm werden, werden auf diese Weise durch Jehovas Gnade geehrt. Die Herauswahl erfährt, gleich wie ihr Haupt, einen Anfang dieser ,, Ehre“, wenn sie von Gott durch das Wort der Wahrheit zur geistigen Natur gezeugt werden (Jak. 1:18), und sie werden völlig in die Ehre geführt werden, wenn sie vom Geist, als geistige Wesen, im Ebenbild des verherrlichten Hauptes, geboren sind. Diejenigen, welche Gott auf diese Weise ehrt, müssen vollkommen und rein sein; und weil wir durch die Vererbung Sünder sind, hat er uns zu dieser Ehre nicht nur berufen oder eingeladen, sondern auch durch den Tod seines Sohnes die Rechtfertigung von der Sünde bereitgestellt, um es uns zu ermöglichen, die Ehre, zu welcher er uns beruft, zu empfangen.

 

Bei der Erwählung der kleinen Herde läßt Gott den Ruf sehr allgemein ergehen-, , viele sind berufen“. Alle sind nicht berufen. Zuerst war die Berufung während unseres Herrn Erster Gegenwart auf Israel nach dem Fleisch begrenzt; aber jetzt werden so viele, als wie die Knechte Gottes finden, aufgefordert, { Lu 14:23 -nicht gezwungen} zu diesem besonderen Festmahl der Gnade zu kommen. Aber auch von denjenigen, welche hören und kommen, sind nicht alle würdig. Hochzeitskleider-die zugerechnete Gerechtigkeit des Christus- sind bereitgestellt, aber einige wollen sie nicht tragen und müssen zurückgewiesen werden; und von denjenigen, welche das Kleid der Gerechtigkeit anziehen und welche die Ehre, zu einer "neuen Natur“ gezeugt zu werden, empfangen, verfehlen einige, durch Treue in ihrem Bunde ihre Berufung und Erwählung festzumachen. { 2Pe 1:10} Von denjenigen, welche würdig sind, mit dem Lamm in der Herrlichkeit zu erscheinen, heißt es:,, Sie sind Berufene und Auserwählte und Getreue.“ -Offb. 14:1; 17:14

 

Die Berufung ist wahrhaftig; der Entschluß Gottes, eine Herauswahl herauszuwählen und zu erhöhen, ist unveränderlich; aber wer zu dieser auserwählten Schar gehören wird, das ist an Bedingungen geknüpft. Alle, welche Anteil haben werden an diesen zuvor bestimmten Ehren, müssen die Bedingungen der Berufung erfüllen., , Fürchten wir uns nun, dass nicht etwa, da eine Verheißung, in seine Ruhe einzugehen, noch übrig ist, jemand von euch zurückgeblieben zu sein scheine.“ { Heb 4:1} Während die große Gnade nicht von dem ist, der da will, noch von dem, der da läuft, so ist sie für denjenigen, der will, und für denjenigen, der läuft, nachdem er berufen worden ist.

 

Wir hoffen auf diese Weise deutlich Gottes absolutes Recht und seine Absicht gerechtfertigt zu haben, dass er mit dem Seinen das macht, was er will, und wir erinnern an die Tatsache, dass der Grundsatz, welcher die Austeilung von allen Gnadengaben Gottes kennzeichnet, das allgemeine Beste für alle ist.

 

Während wir daher auf der Grundlage der Heiligen Schrift glauben, dass es eine anerkannte Tatsache ist, dass die menschliche und die geistige Natur verschieden und getrennt voneinander sind-dass die Vermischung von zwei Naturen kein Teil von Gottes Plan ist, sondern eine Unvollkommenheit wäre, und dass der Wechsel einer Natur zu einer anderen nicht die Regel ist, sondern eine Ausnahme in dem einzigen Beispiel des Christus- wird es eine Angelegenheit von tiefem Interesse sein zu erfahren, wie der Wechsel erreicht wird, unter welchen Bedingungen er erlangt wird, und auf welche Weise er herbeigeführt wird?

 

Die Bedingungen, unter welchen die Herauswahl mit ihrem Herrn zur göttlichen Natur erhöht wird, { 2Pe 1:4} sind genau dieselben, wie die Bedingungen, unter welchen er sie empfing; und zwar durch die Nachfolge in seinen Fußstapfen, { 1Pe 2:21} sich selbst als ein lebendiges Opfer darstellend, wie er es getan hat, und dann diese Weihung treu hinauszuführen, bis das Opfer in dem Tod endet. Dieser Wechsel von der menschlichen zur göttlichen Natur wird denjenigen als eine Belohnung gegeben, welche innerhalb des Evangeliumszeitalters die menschliche Natur mit allen ihren gegenwärtigen und zukünftigen Interessen, Hoffnungen und Zielen selbst bis zum Tod opfern, wie unser Herr es getan hat. In der Auferstehung werden solche erwachen, nicht um mit der übrigen Menschheit Anteil zu haben an der gesegneten Wiederherstellung zur menschlichen Vollkommenheit und allen damit verbundenen Segnungen, sondern Anteil zu haben an der Gleichheit und Herrlichkeit und Freude mit dem Herrn, als Teilhaber mit ihm an der göttlichen Natur. -Röm. 8:17  _ 2Ti 2:12

 

Der Anfang und die Entwicklung der neuen Natur ist vergleichbar mit dem Anfang und der Entwicklung des menschlichen Lebens. Wie es in dem einen Fall eine Zeugung und danach eine Geburt gibt, so ist es auch in dem anderen Fall. Von den Geheiligten wird gesagt, dass sie durch das Wort der Wahrheit gezeugt sind. ( 1Pe 1:3  _ 1Jo 5:18; Jak. 1:18) Das bedeutet, sie empfangen den ersten Beweggrund im göttlichen Leben von Gott durch sein Wort. Nachdem sie durch den Glauben an das Lösegeld durch Gnade gerechtfertigt worden sind, hören sie die Berufung: "Stellt eure Leiber als ein lebendiges, heiliges (erlöstes, gerechtfertigtes-und daher) Gott wohlgefälliges Opfer dar, welches euer vernünftiger Dienst ist“ (Röm. 12:1); und wenn sie dieser Berufung gehorchen, dann weihen sie Gott ihre gerechtfertigten menschlichen Leben vollständig als ein lebendiges Opfer, Seite an Seite mit dem Opfer von Jesus, und es wird von Gott angenommen; und genau mit dieser Handlung beginnt das geistige Leben. Solche stellen bei sich selbst fest, dass sofort gedacht und gehandelt wird wie der neue (veränderte) Sinn es veranlaßt, selbst bis zur Kreuzigung der menschlichen Bestrebungen und Wünsche. Von dem Augenblick der Weihung an werden diese von Gott als, , Neue Schöpfungen“ gerechnet.

 

Auf diese Weise gehen die alten Dinge (menschliche Wünsche, Hoffnungen, Pläne usw.) bei diesen Embryos von "Neuen Schöpfungen“ zu Ende, und alles wird neu. Diese noch ungeborene, , Neue Schöpfung“ fährt in dem Ausmaß fort zu wachsen und sich zu entwickeln, als wie die alte menschliche Natur mit ihren Hoffnungen, Bestrebungen, Wünschen usw. gekreuzigt wird. Diese beiden Vorgänge finden von dem Zeitpunkt der Weihung an gleichzeitig statt, bis sich der Tod der menschlichen und die Geburt der geistigen Natur ereignet. Wie der Geist Gottes fortfährt, durch sein Wort mehr und mehr seine Pläne zu entfalten, belebt er auf diese Weise selbst unsere sterblichen Leiber (Röm. 8:11), er befähigt diese sterblichen Leiber, ihm seinen Dienst zu erweisen; aber zur rechten Zeit werden wir neue Leiber haben-geistige, himmlische, welche in jeder Hinsicht der neuen göttlichen Gesinnung entsprechen.

 

Die Geburt der, , Neuen Schöpfung“ geschieht in der Auferstehung (Kol. 1:18); und die Auferstehung dieser Klasse wird die Erste Auferstehung genannt. (Off. 20:6) Es sollte daran erinnert werden, dass wir bis zu der Auferstehung keine tatsächlichen Geistwesen sind, obwohl wir von der Zeit an, als wir den Geist der Sohnschaft empfangen haben, wir als solche gerechnet oder angesehen werden. (Röm. 8:23-25 Eph 1:13,14???; Röm. 6:10,11) Wenn wir tatsächliche Geistwesen werden, bedeutet das, dass wir aus dem Geist geboren sind, und dass wir nicht länger fleischliche Wesen sind; denn das, "was aus Geist geboren ist, ist Geist.“

 

Dieser Geburt zur geistigen Natur in der Auferstehung muß ein Gezeugtwerden von dem Geist bei der Weihung vorangehen, genauso wie bei der Geburt von dem Fleisch ein Gezeugtwerden aus dem Fleisch vorangeht. Alle diejenigen, welche von dem Fleisch in der Gleichheit des ersten Adam, dem irdischen, geboren worden sind, wurden vorher von dem Fleisch gezeugt; und einige sind durch den Geist Gottes durch das Wort der Wahrheit wieder gezeugt worden, damit sie zur rechten Zeit in der Ersten Auferstehung in der himmlischen Gleichheit geboren werden:, , Wie wir in dem Bild des Irdischen geboren wurden, so werden wir (die Herauswahl) auch das Bild des Himmlischen tragen“ -es sei denn, es gibt ein Abfallen. -1. Kor. 15:49 Heb 6:6???

 

Obwohl die Annahme der himmlischen Berufung und unsere Weihung im Gehorsam gegen dieselbe an einem bestimmten Zeitpunkt entschieden wurden, ist es ein ganz allmähliches Werk,  jeden Gedanken in die Harmonie mit dem Geist Gottes zu bringen; es ist ein allmähliches Hinwenden zum Himmel von dem, was der Natur nach zur Erde hinneigt. Der Apostel nennt diesen Vorgang ein Werk der Umgestaltung, sagend: ,, Seid nicht gleichförmig dieser Welt, sondern werdet verwandelt (zur himmlischen Natur) durch die Erneuerung eures Sinnes, auf dass ihr prüfen möget, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist.“ -Röm. 12:2

 

Es sollte beachtet werden, dass diese Worte des Apostels nicht an die ungläubige Welt gerichtet wurden, sondern an diejenigen, welche er als Brüder anerkennt, wie aus dem vorhergehenden Vers gezeigt wird- ,, Ich ermahne euch nun, Brüder, ... dass ihr eure Leiber als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer darstellt.“

 

Es wird gewöhnlich geglaubt, dass der Apostel Pauls die Umwandlung gemeint habe, wenn ein Mensch bekehrt wird oder er sich von der Sünde zur Gerechtigkeit hinwendet und vom Unglauben und dem Widerstand gegen Gott hin zum Vertrauen ihm gegenüber. Wahrlich, das ist eine große Veränderung-eine Verwandlung, aber nicht die Verwandlung, auf welche sich der Apostel Paulus hier bezieht. Jenes ist eine Verwandlung des Charakters; aber der Apostel Paulus  bezieht sich hier auf eine Verwandlung der Natur, welche während des Evangeliumszeitalters unter bestimmten Bedingungen den Gläubigen verheißen ist, und er bat die Gläubigen sehr eindringlich, diese Bedingungen zu erfüllen. Hätte nicht solch eine Verwandlung des Charakters bereits bei denjenigen stattgefunden, an welche er sich wendete, so hätte er sie nicht Brüder nennen können-Brüder, welche etwas Heiliges und Gott wohlgefälliges als Opfer darbringen könnten; denn nur diejenigen, welche durch Glauben an das Lösegeld gerechtfertigt worden sind, werden von Gott als lebendig, heilig und annehmbar betrachtet. Die Verwandlung der Natur ergibt sich bei denjenigen, welche während des Evangeliumszeitalters ihr gerechtfertigtes menschliches Leben als ein lebendiges Opfer darbringen, wie Jesus sein vollkommenes menschliches Leben als ein Opfer dargebracht hat, indem sie sowohl alle Rechte und Ansprüche auf ein zukünftiges menschliches Dasein niederlegen als auch die Zufriedenstellung des gegenwärtigen menschlichen Lebens mit seinen Rechten und Ansprüchen unbeachtet lassen. Die erste Sache, welche geopfert wird, ist der menschliche Wille; und von da an werden wir weder von unserem eigenen noch von irgendeinem anderen menschlichen Willen gelenkt, sondern nur von dem göttlichen Willen. Der göttliche Wille wird unser Wille, und wir betrachten den menschlichen Willen nicht mehr als unseren Willen, sondern als den Willen eines anderen, der nicht beachtet und geopfert wird. Wenn der göttliche Wille zu unserem Wille geworden ist, beginnen wir damit, von dem göttlichen Standpunkt aus zu denken, zu überlegen und zu urteilen: Gottes Plan wird unser Plan, und Gottes Wege werden unsere Wege. Niemand kann diese Verwandlung vollständig verstehen, wenn er nicht in dem aufrichtigen Glauben sich selbst als ein Opfer dargebracht hat und folglich diese Verwandlung selbst erfahren hat. Früher konnten wir uns an irgendetwas erfreuen, was tatsächlich nicht sündig war; denn die Welt mit allen ihren guten Dingen ist zur Freude des Menschen erschaffen worden, die einzige Schwierigkeit liegt darin, die sündigen Neigungen zu unterdrücken. Die Geweihten, die Verwandelten, müssen außer dieser Bemühung, die Sünde zu unterwerfen, auch alle gegenwärtigen guten Dinge opfern und ihre ganzen Kräfte dem Dienst Gottes widmen. Und solche Getreuen im Dienst und im Opfer werden in der Tat tagtäglich erfahren, dass diese Welt nicht ihr Ruheplatz ist, und dass sie hier keine bleibende Stätte haben. Ihre Herzen und Hoffnungen werden aber zu jener "Ruhe, die aufbewahrt ist für Gottes Volk“, hingezogen. Und diese gesegnete Hoffnung ist es, welche das fortwährende Opfer hervorbringt und beschleunigt.

 

Durch die Weihung wird die Gesinnung auf diese Weise erneuert oder verwandelt, und die Wünsche, Hoffnungen und Bestrebungen fangen an, sich nach den geistigen, unsichtbaren und verheißenen Dingen zu richten, während die menschlichen Hoffnungen usw. sterben. Diejenigen, welche auf diese Weise umgewandelt wurden oder im Vorgang der Veränderung sind, werden als, , Neue Schöpfungen“ betrachtet, welche von Gott gezeugt sind und welche bis zu jenem Grad Teilhaber der göttlichen Natur sind. Beachte sehr genau den Unterschied zwischen diesen, , Neuen Schöpfungen“ und den, , Brüdern“, welche nur gerechtfertigt sind. Die Letzteren sind noch von der Erde und irdisch und außer den sündigen Wünschen sind ihre Hoffnungen, Bestrebungen und Ziele solche, wie sie in der verheißenen Wiederherstellung aller Dinge völlig zufriedengestellt werden. Aber diejenigen, welche zu den erst Genannten gehören, sind "nicht von dieser Welt“, wie auch Christus nicht von dieser Welt ist, und ihre Hoffnungen sind auf die unsichtbaren Dinge gerichtet, wo Christus zur rechten Hand Gottes sitzt. Die Aussicht auf die irdische Herrlichkeit, welche für den natürlichen Menschen sehr wünschenswert ist, wäre kein zufriedenstellendes Erbteil mehr für diejenigen, welche zu dieser himmlischen Hoffnung gezeugt wurden, und welche die Herrlichkeiten der himmlischen Verheißung erkennen und welche das Erbteil wertschätzen, welches für sie im göttlichen Plan festgelegt worden ist. Diese neue, göttliche Gesinnung ist der Beweis für unser Erbe von der vollständigen göttlichen Natur-Gesinnung und Leib. Einige mögen ein wenig erschrocken sein durch diesen Ausdruck-ein göttlicher Leib; aber es wird uns berichtet, dass Jesus jetzt das genaue Ebenbild von der Person seines Vaters ist, und dass die Überwinder "ihm gleich sein werden...und ihn sehen, wie er ist.“ { 1Jo 3:2} "Es gibt einen natürlichen (menschlichen) Leib, und es gibt einen geistigen Leib.“ (1. Kor. 15:44) Wir könnten uns weder unseren göttlichen Vater noch unseren Herrn Jesus nur als große Gesinnungen ohne Leiber vorstellen. Ihre Leiber sind herrliche geistige Leiber, doch es ist noch nicht erschienen, wie groß die Herrlichkeit ist, und dies wird nicht geschehen, bevor wir nicht auch Anteil haben werden an der göttlichen Natur.

 

Während diese Verwandlung von der Gesinnung aus einer menschlichen zu einer geistigen ein allmähliches Werk ist, wird die Verwandlung von einem menschlichen in einen geistigen Leib  nicht allmählich stattfinden, sondern sofort in einem Augenblick. (1. Kor. 15:52) Jetzt haben wir, wie der Apostel Paulus sagt, diesen Schatz (die göttliche Gesinnung) in irdischen Gefäßen, aber zur rechten Zeit wird der Schatz in einem herrlichen, ihm entsprechenden Gefäß sein-dem geistigen Leib.

 

Wir haben gesehen, dass die menschliche Natur ein Ebenbild von der geistigen ist. (1. Mose 5:1) Zum Beispiel hat Gott einen Willen, und ebenso ist es bei den Menschen und den Engeln;  Gott hat Vernunft und ein Erinnerung, und es ist genauso bei seinen vernunftbegabten Geschöpfen-den Engeln und den Menschen. Der Charakter von der geistigen Wirksamkeit von jedem ist derselbe. Mit derselben Befähigung hinsichtlich der Vernunft und unter ähnlichen Bedingungen sind diese unterschiedlichen Naturen fähig, zu denselben Schlußfolgerungen zu gelangen. Obwohl die geistigen Fähigkeiten der göttlichen Natur, die der Engel und die der Menschen ähnlich sind, wissen wir  trotzdem, dass die geistigen Naturen Kräfte besitzen, welche jenseits der menschlichen liegen und ihnen weit überlegen sind-Kräfte, welche sich, wie wir meinen, nicht aus den unterschiedlichen Fähigkeiten ergeben, sondern aus dem größeren Wirkungskreis derselben Fähigkeiten und der unterschiedlichen Umstände, unter welchen sie wirksam sind. Die menschliche Natur ist ein vollkommenes irdisches Abbild von der geistigen Natur, und sie hat dieselben Fähigkeiten, aber sie ist auf das irdische Gebiet begrenzt und hat die Fähigkeit und die Veranlagung, nur soviel über das Irdische hinaus zu erkennen, als Gott es für angebracht hält, ihr für das Wohl und für die Freude des Menschen zu offenbaren.

 

Die göttliche Natur ist die höchste Ordnung der geistigen Natur; und wie unermeßlich ist der Abstand zwischen Gott und seinen Geschöpfen! Wir können nur einen flüchtigen Blick auf die Herrlichkeit der göttlichen Weisheit, Macht und Güte machen, wie in einem Panoramablick veranlaßt er einige seiner mächtigen Werke an uns vorbeizugehen. Aber wir können die Herrlichkeit der vollkommenen menschlichen Natur beurteilen und begreifen.

 

Mit diesen Gedanken deutlich im Gedächtnis sind wir in der Lage zu verstehen, wie die Veränderung von der menschlichen zur geistigen Natur bewirkt wird, nämlich durch das Übertragung derselben geistigen Kräfte auf die höheren Zustände. Wenn wir mit dem himmlischen Leibe bekleidet sind, dann werden wir auch die himmlischen Kräfte haben, welche zu jenem herrlichen Leib gehören; und wir werden die Wirkungsweise der Gedanken und den Umfang an Macht haben, welcher zu ihm gehört.

 

Die Veränderung oder die Verwandlung der  Gesinnung von der irdischen zur himmlischen, welche der Geweihte hier an sich erfährt, ist der Anfang von jener Verwandlung der Natur. Es ist keine Verwandlung des Verstandes, noch irgendein Wunder in seiner veränderten Wirkungsweise, sondern es ist der Wille und es sind die Charakterzüge in der Gesinnung, welche verändert werden. Unser Wille und unsere Gesinnung stellen unsere Persönlichkeit dar; daher werden wir verwandelt und betrachtet, als ob wir tatsächlich zu der himmlischen Natur gehören, wenn unser Wille und unsere Gesinnung auf diese Weise verändert werden. Wahrlich, dies ist nur ein sehr kleiner Anfang; aber ein Gezeugtwerden, wie es bezeichnet wird, ist immer nur ein kleiner Anfang; und dennoch ist der Beweis oder die Zusicherung für das vollendete Werk. - Eph 1:13,14???

 

Einige haben gefragt: Wie werden wir uns selbst erkennen, wenn wir verwandelt sind? Wie werden wir dann wissen, dass wir dieselben Wesen sind, welche gelebt, gelitten und sich aufgeopfert haben, damit wir Teilhaber an dieser Herrlichkeit werden möchten? Werden wir dieselbe bewußte Person sein? Ganz gewiß, ja! Wenn wir mit Christus gestorben sind, werden wir auch mit ihm leben. (Röm. 6:8) Die Veränderungen, welche sich tagtäglich an unseren menschlichen Leibern ereignen, bewirken nicht, dass wir die Vergangenheit vergessen oder unsere Identität verlieren. Unsere menschlichen Leiber verändern sich ständig. Die Wissenschaft erklärt, dass alle sieben Jahre ein vollständiger Wechsel der uns ausmachenden Bestandteile (Atome) stattfindet. Auf diese Weise wird auch der verheißene Wechsel von menschlichen zu geistigen Leibern weder die Erinnerung noch die Identität zerstören, sondern mehr deren Stärke und Wirkungsweise vergrößern. Dieselbe göttliche Gesinnung, welche jetzt in uns ist, mit derselben Erinnerung, denselben Urteilskräften usw. wird dann in unermeßlicher Höhe und Tiefe erweitert sein, in Harmonie mit seinem neuen geistigen Leib. Die Erinnerung wird unseren ganzen Lauf von der frühesten Kindheit an wissen, und wir werden in der Lage sein, durch den Vergleich die herrliche Belohnung von unserem Opfer vollständig zu erkennen. Dies wäre aber nicht der Fall, wenn das Menschliche nicht das Ebenbild von dem Geistigen wäre.

 

Diese Gedanken können uns helfen zu verstehen, wie der Sohn Gottes, als er aus dem geistigen in den menschlichen Zustand verwandelt wurde-zur menschlichen Natur und unter die irdischen Einschränkungen- ein Mensch wurde; und obwohl er in beiden Fällen dieselbe Person war, war er unter dem ersten Zustand geistig unter dem zweiten Zustand menschlich. Da die zwei Naturen verschieden und getrennt sind, und die eine dennoch ein Ebenbild von der anderen ist, und weil dieselben geistigen Fähigkeiten (die Erinnerung usw.) bei beiden gleich sind, konnte Jesus sich an seine frühere Herrlichkeit erinnern, welche er hatte, bevor er ein Mensch geworden war, wie seine Worte beweisen:  "Vater, verherrliche du mich bei dir selbst mit der Herrlichkeit, welche ich bei dir hatte, ehe die Welt war“ { Joh 17:5} -die Herrlichkeit der geistigen Natur. Und dieses Gebet ist in der gegenwärtigen Erhöhung zur höchsten Form der geistiger Wesen, zur göttlichen Natur, mehr als erhört worden.

 

Indem wir uns erneut auf die Worte des Apostel Paulus beziehen, bemerken wir, dass er nicht sagt: Passt euch nicht dieser Welt an, sondern verändert euch selbst in das göttliche Ebenbild; sondern er sagt: "Seid nicht gleichförmig... sondern werdet verwandelt.“ Das ist klar ausgedrückt; denn wir gestalten uns weder selbst um, noch können wir uns selbst verwandeln; aber wir unterwerfen uns selbst entweder unter die weltlichen Einflüsse, den Geist der Welt um uns herum, um der Welt gleichförmig und angepaßt zu werden, oder wir unterwerfen uns dem Willen Gottes, dem heiligen Willen oder Geist, damit wir durch die himmlischen Einflüsse verwandelt werden, welche durch das Wort Gottes wirksam sind. Du, der du geweiht bist, welchen Einflüssen unterwirfst du dich? Die verwandelnden Einflüsse führen zur jetzigen Aufopferung und zum Ertragen von Leiden; aber das Ende ist herrlich. Wenn du unter diesen verwandelnden Einflüssen entwickelt wirst, dann prüfe täglich, was der gute und annehmbare und der vollkommene Wille Gottes ist.

 

Laßt diejenigen, welche ihr Alles auf den Opferaltar gelegt haben, fortwährend im Gedächtnis  behalten, dass, während das Wort Gottes Wort sowohl irdische als auch himmlische Verheißungen enthält, nur die letzteren uns gehören. Unser Schatz ist im Himmel: Laßt eure Herzen fortwährend dort sein. Unsere Berufung ist nicht nur zur geistigen Natur, sondern zur höchsten Stufe von derselben, zur göttlichen Natur-"um so viel besser als die Engel.“ { 2Pe 1:4 Heb 1:4} Diese himmlische Berufung ist auf das Evangeliumszeitalter begrenzt; sie wurde vorher niemals gemacht, und mit dem Ende des Evangeliumszeitalters wird sie aufhören. Eine irdische Berufung wurde vor der himmlischen Berufung gemacht, obwohl sie nur unvollkommen verstanden wurde, und es wird uns berichtet, dass sie nach dem Evangeliumszeitalter fortgesetzt wird. Das Leben (für die menschlichen Wesen, welche wiederhergestellt worden sind)  und  die Unsterblichkeit  (der Preis, um welchen der Leib Christi läuft) sind beide während dieses Zeitalters an das Licht gebracht worden. { 2Ti 1:10} Beide Naturen, die menschliche und die geistige, werden in ihrer Vollkommenheit herrlich und trotzdem verschieden und getrennt von einander sein. Ein bedeutsamer Teil von der Herrlichkeit des vollendeten Werkes Gottes wird die schöne Vielfalt und wundervolle Harmonie aller Dinge, der belebten und unbelebten, sein-in Harmonie untereinander und in Harmonie mit Gott.

STUDIE XI—Die drei Wege:

 

Der breite Weg, der schmale Weg, der Hochweg

 

Der breite Weg zum Verderben. -Der schmale Weg zum Leben. -Was ist Leben? -Die göttliche Natur. -Das Verhältnis zwischen der göttlichen und der menschlichen Natur. -Die Belohnung am Ende des schmalen Weges. -Die hohe Berufung auf das Evangeliumszeitalter begrenzt. -Schwierigkeiten und Gefahren auf dem schmalen Weg. -Der Hochweg der Heiligung.

 

"Weit ist die Pforte und breit der Weg, der zum Verderben führt, und viele sind, die durch dieselbe (Pforte) eingehen. Denn eng ist die Pforte und schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind, die ihn finden.“ - Mt 7:13,14???

 

"Und ein Hochweg wird da sein und ein Weg, und er selbst wird der Weg der Heiligung genannt werden: ein Unreiner wird nicht darüber hinziehen, sondern er wird für solche sein: Wer auf dem Weg wandelt, auch wenn er einfältig ist, wird darauf nicht irregehen. Es wird dort keinen Löwen geben, noch irgendein reißendes Tier wird ihn ersteigen noch dort gefunden werden; sondern nur die Erlösten werden darauf wandeln.“ -Jes. 35:8, 9.

 

Auf diese Weise lenkt die Schrift unsere Aufmerksamkeit auf drei Wege hin, auf den, , breiten Weg“, den "schmalen Weg“ und den "Hochweg.“

 

Der breite Weg zum Verderben

 

Dieser Weg wird so genannt, weil er für das gefallene menschliche Geschlecht der leichteste ist. Vor sechstausend Jahren, als Adam (und das Geschlecht, welches in ihm war) als Sünder zum Tode verurteilt worden war, betrat er diesen Weg und nach 930 Jahren erreichte er dessen Ende -die Vernichtung. Je mehr Jahre und Jahrhunderte dahineilten, desto mehr wurde der abwärtsführende Weg immer glatter und immer mehr breit getretener, und das Geschlecht eilte immer schneller der Vernichtung entgegen. Der Weg wird tagtäglich rutschiger und glatter durch die Sünde. Nicht nur wurde der Weg immer rutschiger, sondern auch die Menschheit verliert täglich an Widerstandskraft, so dass heutzutage die durchschnittliche Dauer des menschlichen Lebens ungefähr fünfunddreißig Jahre beträgt. Die Menschen erreichen jetzt das Ende des Weges-die Zerstörung-900 Jahre schneller als es der erste Mensch tat.

 

Sechstausend Jahre lang ist das Geschlecht ununterbrochen auf dem breiten abwärtsführenden Weg gegangen. Nur verhältnismäßig Wenige haben versucht, ihren Lauf zu ändern und denselben Weg zurückzugehen. In der Tat ist es unmöglich gewesen, den ganzen Weg zurückzugehen und die ursprüngliche Vollkommenheit zu erlangen, obwohl die Bemühung von einigen, dies zu tun, lobenswert und nicht ohne vorteilhafte Folgen gewesen ist. Sechstausend Jahre lang haben die Sünde und der Tod erbarmungslos über die Menschen geherrscht und sie auf diesem breiten Weg zum Verderben vorwärts getrieben. Vor dem Evangeliumszeitalter war kein Ausweg ans Licht gebracht worden. Obwohl in den vorhergehenden Zeitaltern Hoffnungsstrahlen in Vorbildern und Schatten schwach erkannt wurden, welche freudig von einigen Wenigen begrüßt wurden, so dass sie in Übereinstimmung mit diesen handelten,  so wurde doch vor dem Erscheinen von unserem Herrn und Heiland, Jesus Christus, und vor der Verkündigung der frohen Botschaft durch die Apostel von der Erlösung und der Vergebung der Sünden und einer nachfolgenden Auferstehung aus der Vernichtung das Leben und die Unsterblichkeit nicht ans Licht gebracht. { 2Ti 1:10} Die Lehren von Jesus und der Apostel brachten Leben ans Licht-eine Wiederherstellung oder Wiederaufrichtung des Lebens für alle Menschen, gegründet auf das Verdienst und das Opfer des Erlösers; und sie zeigten, dass dies die Bedeutung von vielen Vorbildern im Alten Testament war. Sie brachten auch die Unsterblichkeit ans Licht, die Belohnung von der hohen Berufung der Herauswahl des Evangeliumszeitalters.

 

Obwohl ein Ausweg von dem zur Vernichtung führenden breiten Weg durch das Evangelium ans Licht gebracht worden ist, beachtet die große Masse der Menschheit nicht die frohe Botschaft, weil sie durch die Sünde verderbt und vom Widersacher verblendet sind. Diejenigen, welche jetzt dankbar die Verheißung des Lebens, die Wiederherstellung zu einem menschlichen Dasein durch Christus, annehmen, wurde ein neuer Weg gezeigt, welcher geöffnet worden ist, und auf welchem die geweihten Gläubigen über die menschliche Natur hinaus zu einer höheren Natur-der geistigen Natur-gelangen und verwandelt werden können. Diesen neuen Weg, "welchen er für uns eingeweiht hat“ -für die königliche Priesterschaft, { Heb 10:20} nennt unser Herr:

 

"Der schmale Weg zum Leben“

 

Unser Meister sagt uns, dass es wegen der Enge dieses Weges ist, dass viele es vorziehen, auf dem breiten Weg zum Verderben zu bleiben. "Eng (schwierig) ist die Pforte und schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind, die ihn finden.“

 

Bevor wir diesen Weg und seine Gefahren und Schwierigkeiten betrachten, laßt uns das Ende betrachten, zu welchem es führt-das Leben. Wie bereits gesehen, kann das Leben auf verschiedenen Stufen des Daseins vorhanden sein, sowohl höher als auch niedriger als das menschliche Leben. Leben ist ein weiter und umfassender Begriff, doch hier benutzt unser Herr es in bezug auf die höchste Form des Lebens, welche der göttlichen Natur gehört-die Unsterblichkeit-der  Preis, um welchen zu laufen, er uns einlädt. Was ist Leben? Wir erkennen es nicht nur in uns selbst, sondern sehen seine Wirksamkeit bei den niedrigeren Tieren, und sogar bei den Pflanzen, und es wird uns von dem Vorhandensein in den höheren Formen berichtet, bei den Engeln und in der göttlichen Natur. Wie sollen wir ein so umfangreichen Begriff definieren oder beschreiben?

 

Während wir nicht in der Lage sind, die geheimen Ursprünge des Lebens im ganzen zu entdecken, können wir doch mit Sicherheit annehmen, dass das göttliche Wesen, Jehova, die große Quelle allen Lebens ist, aus welcher diese Ursprünge versorgt werden. Alle Lebenden stammen von ihm und sind in dem Leben von ihm abhängig. Alles Leben, ob in Gott oder in seinen Geschöpfen, ist dasselbe; es ist ein wirksames, Kraft gebendes Prinzip, nicht eine Substanz. Es ist ein Prinzip, welches Gott in sich selbst besitzt, welches aber in seinen Geschöpfen aus bestimmten Ursachen entsteht, welche Gott fest bestimmt hat, und deshalb ist er die Ursache, der Urheber oder die Quelle von demselben. Daher ist das Geschöpf in keiner Weise ein Teil oder ein Abkömmling von dem Wesen oder der Natur des Schöpfers, wie es sich einige vorstellen, sondern er ist seiner Hände Werk, welchem Leben gegeben worden ist.

 

Die Tatsache erkennend, dass nur in der göttlichen Natur  das  Leben  unabhängig,  unbegrenzt, unerschöpflich, immer dauernd und durch Umstände weder hervorgerufen noch abhängig ist, sehen wir, dass Jehova notwendigerweise über jenen Grundgesetzen der Natur, über den physikalischen Gesetzen und den Mitteln steht, welche das Leben erhalten, welche er für die Erhaltung seiner Geschöpfe angeordnet hat. Es ist diese Eigenschaft, welche nur der göttlichen Natur gehört, welche mit dem Ausdruck Unsterblichkeit beschrieben wird. Wie in dem vorhergehenden Kapitel gezeigt, bedeutet Unsterblichkeit vor dem Tod sicher sein, und folglich sicher vor Krankheit und Schmerz. In der Tat mag die Unsterblichkeit als gleichbedeutend mit dem Göttlichen gelten. Aus dieser göttlichen, unsterblichen Quelle kommt alles Leben und jede Segnung, jede gute und vollkommene Gabe, wie die Erde ihr Licht und ihre Kraft von der Sonne erhält.

 

Die Sonne ist die große Quelle des Lichts für die Erde, alles erleuchtend und viele Verschiedenheiten von Farbe und Schattierung hervorbringend in Harmonie mit der Beschaffenheit des Gegenstandes, auf welchen sie scheint. Dasselbe Sonnenlicht bringt auf eindrucksvolle Art und Weise die verschieden Wirkungen hervor, wenn es auf einen Diamanten, auf einen Ziegelstein und auf verschiedene Arten von Glas scheint. Das Licht ist dasselbe, aber die Gegenstände, auf welche es scheint, unterscheiden sich in der Fähigkeit, es zu empfangen und zu übermitteln. So ist es auch mit dem Leben: es strömt alles aus einer unerschöpflichen Quelle. Die Auster hat Leben, aber ihr Organismus ist ein solcher, dass er nicht viel Leben verwenden kann, gerade wie der Ziegelstein nicht viel Sonnenlicht auffangen und zurückwerfen kann. So verhält es sich auch bei jeder der höheren Kundgebungen von Leben, bei den Tieren, Fischen und Vögeln. Wie die verschiedenen Art von Glas unter dem Sonnenlicht verschiedenes Licht zurückwerfen, so zeigen diese verschiedenartigen Geschöpfe auf verschiedene Weise die unterschiedlichen Kräfte, welche sie als Organismen besitzen, wenn das Leben dieselben belebt.

 

Der polierte Diamant ist dem Licht so angepaßt, dass es scheint, als ob er es in sich selbst besitzt und als ob er selbst eine kleine Sonne wäre. So verhält es sich mit dem Menschen, einem der Meisterstücke von Gottes Schöpfung, welcher nur "ein wenig niedriger als die Engel“ gemacht wurde. Er wurde so meisterhaft erschaffen, dass er in der Lage ist, das Leben zu empfangen und zu erhalten durch den Gebrauch der Mittel, welche Gott bereitgestellt hat, ohne dass jemals seine Kraft nachläßt. Auf diese Weise war Adam, ehe er fiel, über jedes andere irdische Geschöpf erhaben, aber nicht auf Grund irgendeines Unterschiedes im eingepflanzten Lebensgrundsatz, sondern auf Grund eines höheren Organismus. Doch laßt uns daran denken, dass wie der Diamant kein Licht zurückstrahlen kann, außer wenn die Sonne ihn anstrahlt, so kann auch der Mensch nur das Leben besitzen und genießen, wenn die Versorgung mit dem Leben fortgesetzt wird. Der Mensch hat kein innewohnendes Leben (Leben in sich selbst); er ist genauso wenig eine Quelle des Lebens, wie der Diamant keine Quelle des Lichtes ist. Und einer der stärksten Beweise dafür, dass wir keinen unerschöpflichen Lebensvorrat in uns selbst haben, oder in anderen Worten, dass wir nicht unsterblich sind, ist der, dass seit die Sünde hereingekommen ist, der Tod zu unserem ganzen Geschlecht hindurch gedrungen ist.

 

Gott hatte es so angeordnet, dass der Mensch im Garten Eden Zugang haben sollte zu den lebenerhaltenden Bäumen, und das Paradies, in welches er gesetzt wurde, war überreichlich versorgt mit vielen Arten von "jedem Baum“, gut zur Speise und gut anzusehen. (1. Mose 2:9, 16,17) Unter den Bäumen des Lebens, welche gut zur Speise waren, war einer verboten. Während dem Menschen eine Zeitlang verboten war, von dem Baum der Erkenntnis zu essen, war es ihm erlaubt, von den Bäumen, welche das Leben vollkommen erhielten, ungehindert zu essen; und nur nach der Übertretung wurde er von ihnen getrennt, damit dadurch die Todesstrafe wirksam werden konnte. -1. Mose 3:22

 

Auf diese Weise wird die Herrlichkeit und die Schönheit der Menschheit erkannt und dass sie abhängig ist von der fortwährenden Versorgung mit dem Leben, gerade wie die Schönheit des Diamanten abhängig ist von der fortdauernden Versorgung mit Sonnenlicht. Als die Sünde der Menschheit das Recht auf das Leben entzog und der Zufluß vorenthalten wurde, begann der Edelstein sofort seinen Glanz und seine Schönheit zu verlieren, und schließlich wird ihm seine letzte Spur in dem Grab entzogen. Seine Schönheit zergeht wie eine Motte. (Psl. 39:11) Wie der Diamant seine Schönheit und seinen Glanz verliert, wenn ihm das Licht entzogen wird, so verliert Mensch das Leben, wenn ihm Gott die Versorgung vorenthält: "Der Mensch stirbt, und wo ist er?“ (Hiob 14:10), , Seine Kinder kommen zu Ehren, und er weiß es nicht; und sie werden gering, und er achtet nicht auf sie.“ (Vers 21) "Denn es gibt weder Tun noch Überlegung, noch Erkenntnis, noch Weisheit im Scheol, wohin du gehst.“ (Pred. 9:10) Weil aber ein Lösegeld gefunden worden ist und weil die Todesstrafe durch den Erlöser bezahlt worden ist, wird die Schönheit des Edelsteines wiederhergestellt, und das Ebenbild des Schöpfers wird wieder vollkommen zurückstrahlen, wenn die Sonne der Gerechtigkeit mit Heilung unter ihren Flügeln aufgehen wird. { Mal 4:2} Es ist wegen des Sündopfers, dem Opfer von Christus, dass "alle diejenigen, welche in den Gräbern sind, hervorkommen werden.“ Es wird eine "Wiederherstellung aller Dinge“ geben; zuerst eine Gelegenheit zur Wiederherstellung für alle und schließlich das Erreichen der menschlichen Vollkommenheit von allen, welche dem Erlöser gehorchen werden.

 

Dies ist jedoch nicht die Belohnung, auf welche sich Jesus bezieht hinsichtlich des Endes des schmalen Weges. Aus anderen Schriftstellen lernen wir, dass die Belohnung, welche denen verheißen ist, die den schmalen Weg gehen, "die göttliche Natur“ ist-innewohnendes Leben, Leben in sich selbst, Leben in dem höchsten Grad, wie es nur die göttliche Natur besitzen kann-die Unsterblichkeit. Was für eine Hoffnung! Dürfen wir es wagen, nach solch einer Höhe der Herrlichkeit zu streben? Sicherlich hätten wir ohne eine positive und deutliche Einladung kein Recht darauf, danach zu streben.

 

Aus  1Ti 6:14-16lernen wir, dass die Unsterblichkeit oder die göttliche Natur ursprünglich nur im Besitz Gottes gewesen ist. Wir lesen: "Er (Jesus) wird zu seiner Zeit (im Millenniumszeitalter) zeigen, wer der gesegnete und alleinige Machthaber ist-der König der Könige und Herr der Herren, welcher allein Unsterblichkeit hat, welcher im Licht wohnt, welchem sich kein Mensch nähern kann, und welchen kein Mensch gesehen hat noch sehen kann.“ Alle anderen Wesen, Menschen, Tiere, Fische usw., sind nur Gefäße, von denen jedes ihr Maß an Leben hat, und alle unterscheiden sich im Charakter, in der Fähigkeit und in den Eigenschaften gemäß dem Organismus, welcher nach dem Wohlgefallen des Schöpfer jedem Einzelnen bereitet worden ist.

 

Außerdem lernen wir, dass Jehova, welcher ursprünglich allein die Unsterblichkeit gehabt hat,  seinen Sohn, unseren Herrn Jesus, zu derselben göttlichen, unsterblichen Natur hoch erhöht hat; daher ist er jetzt das genaue Ebenbild von der Person des Vaters. { Heb 1:3} Auf diese Weise lesen wir: "Wie der Vater Leben in sich selbst hat (Gottes Beschreibung von der "Unsterblichkeit“ - Leben in sich selbst -nicht aus anderen Quellen geschöpft, noch von Umständen abhängig, sondern unabhängig und innewohnendes Leben), also hat er auch dem Sohn gegeben, Leben in sich selbst zu haben.“ Seit der Auferstehung von dem Herrn Jesus sind zwei Wesen unsterblich; und welch erstaunliche Gnade! Dasselbe ist der Braut des Lammes angeboten worden, welche während dieses Evangeliumszeitalters heraus gewählt wird. Doch nicht alle von der großen Schar, welche dem Namen nach zur Herauswahl gehört, werden diesen großen Preis erlangen, sondern nur eine "kleine Herde“ von Überwindern, welche auf die Art und Weise laufen, dass sie es erlangen; welche sehr genau in des Meisters Fußstapfen nachfolgen; welche gleich ihm den schmalen Weg des Opfers wandeln, selbst bis in den Tod. Nachdem diese in der Auferstehung aus den Toten geboren worden sind, werden sie göttliche Natur und Gestalt haben. Diese Unsterblichkeit, die unabhängige, in sich selbst bestehende göttliche Natur ist das Leben, zu dem der schmale Weg führt.

 

Die Glieder dieser Klasse werden nicht als menschliche Wesen aus dem Grab auferweckt; denn uns wird durch den Apostel zugesichert, dass obwohl sie als natürliche Leiber in das Grab gesäet wurden, sie mit geistigen Leibern auferweckt werden. Diese alle werden "verwandelt“ werden, und wie sie einst das Ebenbild des Irdischen, die menschliche Natur, getragen haben, so werden sie das Ebenbild des Himmlischen tragen. Aber "es ist aber noch nicht erschienen, was wir sein werden“ -was ein geistiger Leib ist; aber "wir wissen, dass wenn es erscheinen wird, wir ihm gleich sein werden“ und Anteil haben werden an der "Herrlichkeit, die geoffenbart werden wird.“ - _ 1Jo 3:2???; Kol. 1:27; 2. Kor. 4:17 Joh 17:22  _ 1Pe 5:10  _ 2Th 2:14.

 

Diese hohe Berufung zu einem Wechsel der Natur ist nicht nur ausschließlich auf dieses Evangeliumszeitalter begrenzt, sondern er ist auch die einzige Berufung, welche in diesem Zeitalter angeboten wird. Daher beziehen sich die am Anfang dieses Kapitels zitierten Worte unseres Herrn über den breiten Weg zum Verderben auf alle diejenigen, welche nicht auf dem Weg nach dem einzigen jetzt angebotenen Preis sind. Alle anderen sind immer noch auf dem breiten Weg-und nur diese sind bis jetzt der Verurteilung, welche auf der Welt liegt, entkommen. Diesen jetzt allein offenstehenden Weg zum Leben finden wegen seiner Schwierigkeiten nur einige Wenige, welche bereitwillig auf ihm wandeln. Die Masse der Menschheit zieht in ihrer Schwachheit den breiten, leichten Weg der Zufriedenstellung der eigenen Bedürfnisse vor.

 

Der schmale Weg mag, obwohl er im Leben, in der Unsterblichkeit, endet, ein Weg des Todes genannt werden, weil sein Preis durch das Aufopfern der menschlichen Natur bis zum Tod erlangt wird. Es ist der schmale Weg des Todes zum Leben. Nachdem sie gerechneterweise von der adamitischen Schuld und der Todesstrafe befreit worden sind, übergeben oder opfern die Geweihten freiwillig die menschlichen Rechte, welche ihnen zugerechnet worden sind, und welche sie zur rechten Zeit mit der Welt im allgemeinen tatsächlich empfangen hätten. Wie "der Mensch Christus Jesus“ sein Leben für die Welt niederlegte oder opferte, so werden diese zu Mitopferern mit ihm. Nicht dass sein Opfer ungenügend war und das anderer benötigt worden wäre; sondern während sein Opfer völlig ausreichend ist, wird es diesen gestattet, mit ihm zu dienen und zu leiden, um seine Braut und Miterben zu werden. Während die Welt unter der Verurteilung zum Tode steht und mit Adam stirbt, wird von dieser "kleinen Herde“ gesagt, dass sie mit Christus stirbt durch den Vorgang der zugerechneten Rechtfertigung aus Glauben und der Aufopferung. Sie opfern und sterben mit ihm als menschliche Wesen, um mit ihm Teilhaber der göttlichen Natur und Herrlichkeit zu werden; denn wir glauben, dass, wenn wir mit ihm sterben, dann werden wir auch mit ihm leben. Wenn wir mit ihm leiden, dann werden wir auch mit ihm zusammen verherrlicht werden. -Röm. 8:17  _ 2Ti 2:11,12

 

Am Anfang des Millenniumszeitalters werden diejenigen, welche jetzt den schmalen Weg wandeln, den hohen Preis, um welchen sie liefen, erlangen, die Unsterblichkeit; und auf diese Weise mit der göttlichen Natur und Macht bekleidet, werden sie für das große Werk der Wiederherstellung und Segnung während jenes Zeitalters zubereitet sein. Mit dem Ende des Evangeliumszeitalters wird der schmale Weg zur Unsterblichkeit geschlossen werden, weil die auserwählte "kleine Herde“ vollendet sein wird, für welche dieses Zeitalter bestimmt war, um sie zu prüfen und zu erproben. "Jetzt ist die angenehme (griechisch dektos,  annehmbare oder zulässige)  Zeit“ -die Zeit, in welcher die Opferer, welche in dem Verdienst von Jesus kommen und mit ihm in den Tod gehen, vor Gott annehmbar sind-ein Opfer von süßem Wohlgeruch. Der Tod als adamitische Strafe wird nicht für immer zugelassen werden; er wird während des Millenniumszeitalters abgeschafft werden; als ein Opfer ist er nur während des Evangeliumszeitalters annehmbar und erhält eine Belohnung.

 

Nur als "Neue Schöpfungen“ sind die Geheiligten dieses Zeitalters auf dem Weg zum Leben; das menschliche Wesen ist als Opfer nur der Vernichtung geweiht. Wenn wir als menschliche Geschöpfe mit Christus gestorben sind, werden wir als neue, geistige Wesen mit ihm leben. (Röm. 6:8)  Der Geist Gottes in uns, die verwandelte Gesinnung, ist der Keim der neuen Natur.

 

Das neue Leben kann sehr leicht erstickt werden; und Paulus versichert uns, dass wenn wir nach dem Fleisch leben, nachdem wir von dem Geist durch die Wahrheit gezeugt worden sind, wir sterben werden (unser gezeugtes Leben verlieren), aber wenn wir durch den Geist die Handlungen des Leibes absterben lassen (die Veranlagung der menschlichen Natur töten), werden wir (als Neue Schöpfungen) leben; denn Söhne Gottes sind diejenigen, welche durch den Geist Gottes geleitet werden. (Röm. 8:13,14) Dies ist ein Gedanke von höchster Wichtigkeit für alle Geweihten; denn wenn wir mit Gott den Bund geschlossen haben, die menschliche Natur zu opfern, und wenn dies Opfer von ihm angenommen worden ist, ist es wirkungslos zu versuchen, es zurückzunehmen. Das Menschliche wird von Gott als tot gerechnet und muss tatsächlich sterben, um niemals wiederhergestellt zu werden. Alles, was man vom Zurückweichen, um wieder nach dem Fleisch zu leben, erreichen kann, ist eine kleine menschliche Zufriedenstellung auf Kosten der neuen geistigen Natur.

 

Es gibt jedoch viele Geweihte, welche nach dem Preis streben und welche von dem Geist gezeugt worden sind, welche von den Verlockungen der Welt, den Wünschen des Fleisches oder von der List des Teufels zum Teil überwunden werden. Sie verlieren den vor uns liegenden Preis teilweise aus den Augen und versuchen, auf einem Mittelweg zu wandeln-um die Gunst Gottes und die Gunst der Welt zu behalten, vergessend, dass "die Freundschaft der Welt, Feindschaft gegen Gott“ ist (Jak. 4:4), und dass die Anweisungen für diejenigen, welche nach dem Preis laufen, die sind, nicht die Welt zu lieben und nicht Ehre voneinander zu suchen, sondern die Ehre, welche allein von Gott kommt. - _ 1Jo 2:15 Joh 5:44???

 

Diejenigen, welche die gegenwärtige Welt lieben, aber welche den Herrn nicht völlig verlassen haben und ihren Bund nicht verschmäht haben, erhalten eine Bestrafung und Reinigung durch das Feuer der Drangsal. Wie der Apostel es ausdrückt, sie werden dem Satan zur Vernichtung des Fleisches übergeben, damit der Geist (die neu gezeugte Natur) errettet sein wird am Tag des Herrn Jesus (1. Kor. 5:5) Und wenn sie durch die Zurechtweisung richtig geübt sind, werden sie schließlich den geistigen Zustand erhalten. Sie werden ein ewiges geistiges Leben wie die Engel haben, aber sie werden den Preis der Unsterblichkeit verlieren. Sie werden Gott in seinem Tempel dienen und mit Palmen in ihren Händen vor dem Thron stehen (Off. 7:9-17); aber obwohl das herrlich sein wird, wird es nicht so herrlich sein wie die Stellung der "kleinen Herde“ der Überwinder, welche Gottes Könige und Priester sein werden und mit Jesus als seine Braut und Miterben auf dem Thron sitzen und mit ihm mit der Unsterblichkeit gekrönt sein werden.

 

Unser Weg ist ein rauher, steiler und schmaler Pfad; und wäre es nicht so, dass für jeden weiteren Schritt auf der Wanderschaft die nötige Kraft dargereicht wird, wir könnten das Ziel niemals erreichen. Aber das Wort unseres Anführers ist ermutigend: Seid guten Mutes, ich habe überwunden; meine Gnade genügt dir, denn meine Kraft wird in Schwachheit vollbracht. ( Joh 16:33 2. Kor. 12:9) Die Schwierigkeiten dieses Weges sind als ein trennendes Mittel wirksam, um ein "eigentümliches Volk“ zu heiligen (abzusondern) und zu reinigen, um "Erben Gottes und Miterben mit Jesus Christus“ zu sein. Hinsichtlich dieser Dinge, laßt uns nun mit Zuversicht zu dem Throne der Gnade kommen, auf dass wir Barmherzigkeit empfangen möchten und Gnade finden als Hilfe in der Zeit der Not, während wir den guten Kampf des Glaubens kämpfen und "die Krone der Herrlichkeit“ -die Unsterblichkeit, die göttliche Natur-ergreifen. - Heb 4:16  _ 2Ti 4:8  _ 1Pe 5:4???

 

Der Hochweg der Heiligung

 

Während die besondere Hoffnung des Evangeliumszeitalters mehr als herrlich ist, und der Weg dahin dementsprechend schwierig-schmal ist, umgeben von Beschwerden und Gefahren auf jedem Schritt, so dass nur wenige ihn finden und den großen Preis an seinem Ende erlangen,  wird dagegen die neue Ordnung der Dinge im kommenden Zeitalter ganz anders sein. Weil eine andere Hoffnung dargereicht wird, so führt auch ein anderer Weg dahin. Der Weg zur Unsterblichkeit ist ein Weg gewesen, welcher das Aufopfern von sonst gesetzmäßigen und rechtmäßigen  Hoffnungen, Bestrebungen und Wünschen erforderte-das Aufopfern der menschlichen Natur für immer. Aber der Weg zur menschlichen Vollkommenheit, zur Wiederherstellung, die Hoffnung der Welt, erfordert nur das Ablegen der Sünde; nicht das Opfern der menschlichen Rechte und Vorrechte, sondern deren rechtmäßigen Gebrauch. Er wird zur persönlichen Reinigung und  Wiederherstellung in das Ebenbild Gottes führen, an welchem sich Adam erfreute, bevor die Sünde in die Welt kam.

 

Der Weg zurück zur tatsächlichen menschlichen Vollkommenheit wird sehr einfach und leicht sein; so einfach, dass jeder den Weg erkennen kann; so einfach, dass, "wer auf dem Weg wandelt, auch wenn er einfältig ist, darauf nicht irregehen wird“ (Jes. 35:8); so einfach, dass es niemand mehr nötig haben wird, seinen Nächsten zu belehren, sprechenend: Erkenne den Herrn, denn alle werden den Herrn erkennen von dem Kleinsten bis zum Größten. { Jer 31:34} Anstatt ein schmaler Weg zu sein, welchen nur wenige finden können, wird er ein "Hochweg“ genannt, eine öffentliche Straße-nicht ein enger, steiler, rauher, schwieriger, eingeengter Seitenweg, sondern ein für bequemes Reisen besonders hergerichteter Weg-besonders für die Annehmlichkeit und das Wohlbefinden der Reisenden angelegt. Die Verse 8 und 9 zeigen, dass es eine öffentliche Straße ist, offen für alle Erlösten-jeden Menschen. Jeder Mensch, für den Christus starb, der die Gelegenheiten und Segnungen erkennen wird und davon Gebrauch machen wird, erkauft durch das kostbare Blut, kann auf diesen Hochweg der Heiligung hinaufsteigen und dem großen Ziel der vollkommenen Wiederherstellung zur menschlichen Vollkommenheit und dem ewigen Leben entgegengehen.

 

Diese werden nicht zugerechneterweise gerechtfertigt und ihnen wird keine Heiligkeit und Vollkommenheit in den Augen Gottes zugerechnet werden, wenn sie beginnen, auf dem Hochweg der Heiligung zu laufen, sondern sie werden als ein Resultat ihrer Bemühung und ihres Gehorsams auf demselben der tatsächlichen Vollkommenheit entgegengehen. Zu diesem Zweck wird von ihrem Erlöser, welcher dann in Macht herrscht, alles vorteilhaft eingerichtet werden. Jedem Einzelnen wird gemäß seinen Notwendigkeiten von der weisen und vollkommenen Regierung des neuen Königreiches geholfen werden. Das ist, wie einige sich denken werden, das rechtmäßige Resultat des Lösegeldes. Weil unser Herr, der Mensch Christus Jesus, sich selbst für alle als ein Lösegeld gegeben hat und wünscht, dass alle zu einer Erkenntnis der Wahrheit kommen und dadurch zu der tatsächlicher Vollkommenheit, warum hat er nicht sofort für alle einen guten und breiten Hochweg der Heiligung eingerichtet? Warum entfernt er nicht die Hindernisse, die Steine des Anstoßes, die Fallen und Fallstricke? Warum hilft er nicht dem Sünder zurück zu voller Harmonie mit Gott, anstatt den Weg schmal, rauh und voller Dornen zu machen und schwer zu finden und noch schwerer ihn zu gehen? Viele sind zu sehr verwirrten Anschauungen über dieses Thema geführt worden, weil verfehlt wurde, das Wort der Wahrheit recht zu teilen und nicht erkannt wurde, dass der gegenwärtige schmale Weg zu dem besonderen Preis führt und für Prüfung und Herauswahl einer kleinen Herde von Miterben, des Leibes Christi, bestimmt ist, welche, nachdem sie auserwählt und mit ihrem Haupt erhöht worden sind, alle Nationen segnen werden. Viele haben, indem sie verfehlt haben, Gottes Plan zu erkennen, im gegenwärtigen Zeitalter einen Hochweg der Heiligung, einen leichten Weg, der zum Leben führt, zu predigen versucht, obwohl kein solcher Weg besteht, und sie bringen die Lehren durcheinander und machen Kompromisse, um die Tatsachen und die Schrift ihren verkehrten Theorien anzupassen. Auf dem Hochweg, welcher bald geöffnet sein wird, werden nur sündige Dinge verboten sein, während diejenigen, welche den schmalen Weg wandeln, sich selbst verleugnen müssen und sowohl viele nicht sündige Dinge opfern als auch fortwährend gegen die bedrängende Sünde kämpfen. Dies ist ein Fußpfad des Opferns, und im kommenden Zeitalter wird es ein Hochweg der Gerechtigkeit sein.

 

Von diesem Hochweg wird in bedeutungsvoller symbolischer Sprache erklärt, dass "es keinen Löwe dort geben wird, noch irgendein reißendes Tier ihn ersteigen wird noch dort gefunden wird.“ (Jes. 35:9) Wie viele schreckliche Löwen sind jetzt auf dem Wege derjenigen, welche froh wären, sündige Wege zu meiden und der Gerechtigkeit nachzustreben? Es gibt den Löwen einer verderbten öffentlichen Meinung, welcher viele davon abhält, den Versuch zu machen, in den Angelegenheiten des tagtäglichen Lebens-der Kleidung, Anordnung im Haus und im Geschäft usw. -den Geboten des Gewissens zu folgen. Der Löwe der Versuchung zu starkem Getränk hindert Tausende, welche froh wären, ihn entfernt zu sehen. Prohibitionisten (Anhänger für ein staatliches Verbot, Alkohol herzustellen) und Temperenzler (Gegner des Alkoholmißbrauches) haben jetzt eine sehr schwere Arbeit vor sich, welche nur durch die Autorität und Macht des nächsten Zeitalters bewältigt werden kann; und dasselbe kann von anderen lobenswerten Bemühungen für eine moralische Reform gesagt werden. "Kein reißendes Tier wird ihn ersteigen.“ Es werden keine riesigen Handelsgesellschaften, gegründet um selbstsüchtige Interessen Einzelner zu vergrößern auf Kosten des allgemeinen Wohles, geduldet werden. "Sie werden andere nicht verletzen, noch zerstören auf meinem ganzen heiligen Gebirge (Königreich), spricht der Herr.“ (Jes. 11:9) Obwohl es Schwierigkeiten geben wird, bei der Bemühung den Hang zum Bösen usw. zu überwinden, wird es dennoch im Vergleich mit dem schmalen Weg dieses Zeitalters ein leichter Weg sein. Die Steine (des Anstoßes) werden alle weggeräumt sein, die Richtschnur der Wahrheit wird für die Menschen hochgehalten werden. (Jes. 62:10) Unwissenheit und Aberglaube werden Dinge der Vergangenheit sein, und die Gerechtigkeit empfängt die ihr zustehende Belohnung, während dem Bösen seine gerechte Vergeltung zuteil werden wird. { Mal 3:15,18} Durch gesunde Züchtigungen, geeignete Ermutigungen und deutliche Belehrungen wird die Menschheit als verloren gewesene Söhne hinauf zur großartigen Vollkommenheit geübt und erzogen werden, aus welcher Vater Adam fiel. Auf diese Weise werden "die Befreiten des Herrn  zurückkehren (aus der Vernichtung durch den großartigen Hochweg der Heiligung) mit Jubel und ewiger Freude über ihrem Haupt; sie werden Freude und Glück erlangen und Kummer und Seufzen werden entfliehen.“ (Jes. 35:10) Unser Herr bezog sich nur auf zwei dieser Wege, weil  der dritte bis zur rechten Zeit nicht geöffnet wird-gerade wie er, die frohe Botschaft verkündend, sagte: "Diese Schriftstelle ist vor euren Ohren erfüllt“, aber die Weissagung von "dem Tag der Rache“ wegließ, weil er damals nicht an der Zeit war. (Vergleiche  Lu 4:19 und Jes. 61:2) Jetzt dagegen, wo der schmale Weg sich seinem Ende zuneigt, fängt im Licht des heraufdämmernden Tages der großartige Hochweg der Gerechtigkeit an, immer deutlicher erkannt zu werden.

 

Auf diese Weise haben wir einen "breiten Weg“ gefunden, auf welchem gegenwärtig die Masse der Menschheit wandelt, welche von dem "Fürsten dieser Welt“ getäuscht und durch verderbte Neigungen irregeleitet worden ist. Wir haben festgestellt, dass er "durch eines Menschen Ungehorsam“ eröffnet worden ist und dass dadurch der abwärtsführende Lauf von unserem Geschlecht begonnen hat. Wir haben gefunden, dass der "Hochweg der Heiligung“ durch unseren Herrn geöffnet werden wird, welcher sich selbst als ein Lösegeld für alle gab und alle aus der Vernichtung erlöst, in welche der "breite Weg“ führt, und dass er zur rechten Zeit für alle Erlösten leicht zu erreichen sein wird, welche er mit seinem eigenen kostbaren Blut erkauft hat. Wir haben außerdem gefunden, dass der gegenwärtige "schmale Weg“ durch das Verdienst desselben kostbaren Blutes eröffnet worden ist, und dass er ein besonderer Weg ist, welcher zu einem besonderen Preis führt, und dass er als eine Prüfung und als eine Schulung besonders schmal und schwierig gemacht worden ist für diejenigen, welche heraus gewählt werden, um zu Teilhabern an der göttlichen Natur gemacht zu werden und zu Miterben mit unserem Herrn Jesus in dem Königreich der Herrlichkeit, welches in Kürze für die Segnung von allen geoffenbart werden wird. Diejenigen, welche diese Hoffnung haben-welche diesen Preis erkennen-können im Vergleich dazu alle anderen Hoffnungen als Verlust und als unbedeutend betrachten. - Php 3:8-15   1???

STUDIE XII—Erklärung der Karte, welche den Plan der Zeitalter darstellt

 

Die Zeitalter. -Die Erntezeiten. -Stufen der tatsächlichen und der zugerechneten Stellung. -Der Lauf von unserem Herrn Jesus. -Der Lauf seiner Nachfolger. -Drei Klassen in der Namenkirche. -Die Trennung in der Erntezeit. -Die Schar der Gesalbten verherrlicht. -Die große Drangsalsklasse. -Der Scheinweizen verbrannt. -Die Welt gesegnet. -Das herrliche Endziel.

 

Am Schluss dieses Bandes ist eine Karte beigefügt, welche den Plan Gottes für die Errettung der Welt darstellt. Durch dieselbe haben wir versucht, dem Geist durch das Auge zu helfen, um einiges über den fortschreitenden Charakter von Gottes Plan zu verstehen und die aufeinander folgenden Schritte, welche alle diejenigen durchmachen müssen, welche jemals die vollständige "Verwandlung“ von der menschlichen zur göttlichen Natur erreichen.

 

Erstens haben wir einen Umriß von drei großen Zeitabschnitten: A, B, C. Der erste von diesen, A, reicht von der Erschaffung des Menschen bis zur Sintflut; der zweite, B, von der Sintflut bis zum Beginn des tausendjährigen Reiches von Christus bei seiner Zweiten Gegenwart; und der dritte, oder der Zeitabschnitt von der Vollendung der Zeiten, C, reicht von dem Anfang von der Herrschaft des Christus bis in "die kommenden Zeitalter.“ { Eph 1:10 2:7} Auf diese drei großen Zeitabschnitte wird in der Schrift häufig Bezug genommen: A wird die "damalige Welt“ genannt; B wird von unserem Herrn Jesus "diese Welt“, von Paulus "die gegenwärtige böse Welt“ und von Petrus "die jetzige Welt“ genannt. C wird im Gegensatz zur gegenwärtigen bösen Welt "die Welt, in welcher Gerechtigkeit wohnt, “ genannt. Jetzt herrscht das Böse, und der Gerechte leidet, während in der kommenden Welt dieses Verhältnis genau umgekehrt sein wird; die Gerechtigkeit wird herrschen, und die Übeltäter werden leiden, und schließlich wird alles Böse vernichtet werden.

 

In jeder dieser drei großen Zeitabschnitte oder "Welten“ hat Gottes Plan in bezug auf die Menschen einen unterschiedlichen und getrennten Umriß; jedoch ist jeder nur ein Teil des einen großen Planes, welcher, wenn vollendet, die göttliche Wahrheit beweisen wird-obwohl die einzelnen Teile, getrennt von einander betrachtet, verfehlen, ihre tiefe Bedeutung zu zeigen. Da die erste "Welt“ ("Himmel und Erde“ oder jene Ordnung der Dinge) zur Zeit der Sintflut zu Ende ging, so folgt, dass es eine von "dieser gegenwärtigen bösen Welt“ verschiedene Ordnung gewesen sein muss, von welcher unser Herr sagte, dass der Satan ihr Fürst ist. Daher war der Fürst dieser gegenwärtigen bösen Welt nicht der Fürst der Welt, welche vor der Sintflut war, obwohl er damals nicht ohne Einfluss war. Verschiedene Schriftstellen werfen Licht auf Gottes Verfahrensweise während jener Zeit und geben auf diese Weise einen klaren Einblick in seinen Plan als ein Ganzes. Der Gedanke, welcher aus denselben hervorgeht, ist, dass die erste "Welt“ oder der Zeitabschnitt vor der Sintflut unter der Oberaufsicht und besonderen Verwaltung der Engel war. Es war ihnen gestattet zu versuchen, was sie tun konnten, um das gefallene und verderbte Geschlecht wiederherzustellen. Mit Gottes Zulassung waren sie ohne Zweifel bestrebt, es zu versuchen; denn ihre Teilnahme wurde in dem Singen und Jauchzen über die Werke der Schöpfung kundgetan. (Hiob 38:7) Dass Engel die zugelassenen, wenn auch erfolglosen Herrscher von jenem ersten  Zeitabschnitt waren, wird nicht nur durch alle Bezugnahmen auf jenen Zeitabschnitt angedeutet, sondern es kann auch begründeterweise aus der Bemerkung des Apostels gezogen werden, als er den gegenwärtigen Zeitabschnitt mit dem vergangenen und dem zukünftigen vergleichend sagte: "Denn nicht Engeln hat er die kommende Welt unterworfen.“ { Heb 2:5} Nein, jene Welt wird unter der Herrschaft des Herrn Jesus und seinen Miterben sein; und daher wird es nicht nur eine viel gerechtere Herrschaft als die der "gegenwärtigen bösen Welt“ sein, sondern auch eine viel erfolgreichere als die erste Welt oder des ersten Zeitabschnittes unter dem "Dienst der Engel“, deren Unfähigkeit, das Geschlecht emporzuheben, dadurch offenkundig wurde, dass die Bosheit des Menschen so groß wurde, dass Gott in seinem Zorn und gerechten Unwillen das ganze damals lebende Geschlecht mit Ausnahme von acht Personen durch eine Sintflut vernichtete. -1. Mose 7:13

 

Während der "gegenwärtigen bösen Welt“ wird es dem Menschen gestattet, es zu versuchen, sich selbst zu regieren; aber wegen des Falles ist er unter der Herrschaft des Satans, des "Fürsten dieser Welt“, gegen dessen geheime Machenschaften und Intrigen er während der langen Zeit von der Flut bis zur gegenwärtigen Zeit in seinen Bemühungen der Selbstherrschaft vergeblich angekämpft hat. Diese versuchte Herrschaft des Menschen unter dem Satan wird in der größten Drangsalszeit, welche die Welt je gesehen hat, zu Ende gehen. Auf diese Weise wird sich die Fruchtlosigkeit nicht nur von der Macht der Engel, das Geschlecht zu erretten, sondern auch von den eigenen Bemühungen des Menschen, zufriedenstellende Zustände zu erreichen, bewiesen haben.

 

Der zweite dieser großen Zeitabschnitte, B, ist aus drei verschiedenen Zeitaltern zusammengesetzt, von welchen jedes als ein weiterer Schritt in Gottes Plan aufwärts und nach vorne führt.

 

Das Zeitalter D war dasjenige, in welchem sich Gottes besonderes Handeln auf die Patriarchen wie Abraham, Isaak und Jakob bezog.

 

Das Zeitalter E ist das jüdische Zeitalter oder der Zeitabschnitt, welcher dem Tod Jakobs folgte, während welchem alle seine Nachkommen von Gott als seine besonderen Schutzbefohlene-als "sein Volk“ -behandelt wurden. Ihnen erwies er besondere Gnaden und erklärte: "Nur euch habe ich von allen Geschlechtern der Erde erkannt (in Gnade anerkannt).“ { Am 3:2} Als ein Volk waren sie ein Vorbild von der Herauswahl des Evangeliumszeitalters, der "heiligen Nation, dem eigentümlichen Volk.“ Die ihnen gegebenen Verheißungen waren Vorbilder der uns gemachten, , besseren Verheißungen.“ Ihre Wanderung durch die Wüste nach dem gelobten Land war vorbildlich von unserer Wanderung durch die Wüste der Sünde nach dem himmlischen Kanaan. Ihre Opfer rechtfertigten sie vorbildlich, nicht wirklich; denn das Blut von Stieren und Böcken kann unmöglich Sünde hinweg nehmen. { Heb 10:4} Im Evangeliumszeitalter F aber haben wir die "besseren Opfer“, welche die Versöhnung für die Sünden der ganzen Welt zustande bringen. Die "königliche Priesterschaft“ setzt sich aus allen denjenigen zusammen, welche sich selbst als "lebendige Opfer“ Gott darbringen, heilig und annehmbar durch Jesus Christus, welcher das Haupt oder der "Hohepriester unseres Bekenntnisses“ { Heb 3:1} ist. Im Evangeliumszeitalter finden wir die Wirklichkeiten, von denen das jüdische Zeitalter und seine Dienste und Verordnungen nur Schatten waren. - Heb 10:1???

 

Das Evangeliumszeitalter, F, ist der Zeitabschnitt, während welchem der Leib Christi aus der Welt heraus gerufen wird, welchen durch den Glauben die Krone des Lebens und die überaus großen und kostbaren Verheißungen gezeigt werden, durch welche sie (im Gehorsam gegenüber der Berufung und seinen Erfordernissen) zu Teilhabern an der göttlichen Natur werden. { 2Pe 1:4} Das Böse wird noch in der Welt zugelassen, damit diese durch Berührung mit demselben erprobt werden können, um zu sehen, ob sie bereitwillig sind, die menschliche Natur mit ihren Rechten und Segnungen als lebendiges Opfer darbringen, um Jesus Tod gleich gestaltet zu werden, auf dass sie würdig erachtet werden, ihm auch in seiner Auferstehung gleich zu sein. -Psl. 17:15

 

Der dritte große Zeitabschnitt, C, setzt sich aus vielen Zeitaltern zusammen, aus den  "kommenden Zeitaltern.“ Das erste von diesen, das Millenniumszeitalter, G, ist das einzige, hinsichtlich dessen wir irgendwelche bestimmte Belehrung haben. Es sind die tausend Jahre, während welcher Christus herrschen wird und dadurch alle Geschlechter der Erde segnen wird und die "Wiederherstellung aller Dinge, von welchen Gott durch den Mund aller seiner heiligen Propheten von jeher geredet hat, “ hinausführen wird. (Apg. 3:19-21) Während dieses Zeitalters werden die Sünde und der Tod für immer ausgerottet werden, denn "er muß herrschen, bis er alle Feinde unter seine Füsse gelegt hat. Der letzte Feind, der weggetan (zunichte gemacht) wird, ist der Tod“ - der adamitische Tod. (1. Kor. 15:25,26) Das wird der große Zeitabschnitt des Wiederaufbaus sein. In jener Herrschaft wird die Herauswahl, seine Braut, sein Leib, mit Christus Jesus vereinigt sein, wie er es verheißen hat: "Wer überwindet, dem werde ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, wie auch ich überwunden habe und mich gesetzt habe mit meinem Vater auf seinen Thron.“ -Off. 3:21

 

Die "kommenden Zeitalter“, H, welche dem großen Zeitabschnitt des Wiederaufbaus folgen, sind Zeitalter der Vollkommenheit, der Glückseligkeit und des Wohlergehens. Über das Werk, welches in denselben vor sich gehen wird, schweigt die Schrift. Es ist bei solch einer Entfernung genug zu wissen, dass es unter der göttlichen Gnade Zeitalter der Herrlichkeit und der Segnungen sein werden.

 

Jeder dieser großen Zeitabschnitte hat seine bestimmte Zeit für den Anfang und für die Entwicklung seines Werkes, und jeder endet mit einer Ernte, welche seine Früchte offenbar macht. Die Erntezeit am Schluss des jüdischen Zeitalters war ein Zeitabschnitt von 40 Jahren, beginnend mit der Weihung von Jesus, als er mit dem Geist Gottes gezeugt wurde (Apg. 10:37,38) im Jahre 29 n. Chr. bis zur Zerstörung von Jerusalem im Jahre 70 n. Chr. In dieser Erntezeit endete das jüdische Zeitalter und das Evangeliumszeitalter begann. Es gab ein Ubereinandergreifen von diesen beiden Zeitaltern, wie es im Diagramm dargestellt ist.

 

In einem gewissen Sinn endete das jüdische Zeitalter, als der Herr am Ende der drei und ein halb Jahre seiner Tätigkeit sie beiseite legte und sagte: "Euer Haus wird euch öde gelassen.“ { Mt 23:38} Doch wurde ihnen noch drei und ein halb Jahre länger Gnade erwiesen, indem die Berufung des Evangeliums noch auf sie begrenzt blieb in Harmonie mit der Erklärung des Propheten { Da 9:24-27} hinsichtlich der siebzig Jahrwochen der Gnade für sie. In der Mitte der letzten dieser Wochen sollte der Messias abgeschnitten werden (sterben), doch nicht für sich selbst. "Christus starb (nicht für sich selbst, sondern) für unsere Sünden, “ und bewirkte auf diese Weise das Ende der vorbildlichen Opfer und Opfergaben in der Mitte der Woche-drei und ein halb Jahre vor Ablauf der siebzigsten Bundeswoche der jüdischen Gnade. Als das wahre Opfer dargebracht worden war, konnte natürlicherweise das vorbildliche von Jehova nicht länger mehr anerkannt werden.

 

Es gibt also noch einen volleren Sinn, in welchem das jüdische Zeitalter zu Ende ging, und zwar mit dem Ende der siebzig Wochen oder drei und ein halb Jahre nach dem Kreuz-worauf das Evangelium auch den Nationen gepredigt wurde, beginnend mit Kornelius. (Apg. 10:45) Damit endete ihr Zeitalter, soweit es Gottes Gnade für sie und die Anerkennung der alleinigen Herauswahl aus den Juden betraf; ihre nationale Existenz ging erst später in der folgenden Drangsalszeit zu Ende.

 

In jener jüdischen Erntezeit nahm das Evangeliumszeitalter seinen Anfang. Der Zweck dieses Zeitalters ist die Berufung, Entwicklung und Erprobung des "Christus (Gesalbten) Gottes“ -Haupt und Leib. Es ist das Zeitalter des Geistes; daher ist es richtig zu sagen, das Evangeliumszeitalter begann mit der Salbung von Jesus "mit dem Heiligen Geist und der Kraft“ {Apg. 10:38 Lu 3:22 4:1,18???} zur Zeit seiner Taufe. Was seine Herauswahl betrifft, seinen Leib, begann es erst drei und ein halb Jahre später.

 

Eine "Erntezeit“ bildet ebenfalls die Schlusszeit des Evangeliumszeitalters, während welcher es erneut ein Übereinandergreifen von zwei Zeitaltern gibt-das Evangeliumszeitalter endet und das Zeitalter der Wiederherstellung oder des Millenniums beginnt. Das Evangeliumszeitalter schließt in mehreren Stufen, wie es sein Vorbild oder "Schatten“, das jüdische Zeitalter, tat. Wie dort die ersten sieben Jahre in der Erntezeit in einem besonderen Sinn der Arbeit in und für Israel nach dem Fleisch gewidmet waren und Jahre der Gnade waren, so finden wir hier ähnliche sieben Jahre bezeichnet, mit derselben Bedeutung und Tragweite für die Herauswahl des Evangeliums, welchen eine Zeit der Drangsal (des "Feuers“) über die Welt als eine Strafe für die Bosheit und als eine Vorbereitung für die Herrschaft der Gerechtigkeit folgt-worüber später mehr berichtet wird.

 

Der Pfad zur Herrlichkeit und Ehre

 

K, L, M, N, P, R bezeichnen verschiedene Stufen. N ist die Stufe der vollkommenen menschlichen Natur. Ehe Adam sündigte, war er auf dieser Stufe. Aber vom Augenblick seines Ungehorsams an fiel er auf die Stufe R, die Stufe der Verderbtheit und der Sünde, auf welcher alle seine Nachkommen geboren werden. Das ist der breite Weg, der zur Vernichtung führt. P stellt die Stufe vorbildlicher Rechtfertigung dar, gerechnet, als ob die Opfer des Gesetzes sie bewirkt hätten. Es war keine tatsächliche Vollkommenheit, "denn das Gesetz konnte nichts vollkommen machen.“ - Heb 7:19???

 

N ist aber nicht nur die Stufe der menschlichen Vollkommenheit, wie sie sich im vollkommenen Menschen Adam darstellte, sondern es ist auch die Stufe, auf welcher alle gerechtfertigten Personen stehen. "Christus ist gestorben für unsere Sünden nach der Schrift“, und folglich werden alle an Christus Gläubigen-alle, welche sein vollkommenes und vollbrachtes Werk als ihren Rechtfertiger durch Glauben annehmen-von Gott als gerecht betrachtet oder gerechnet als vollkommene Menschen, als ob sie niemals Sünder gewesen wären. In Gottes Augen werden alle, welche Christus als ihren Erlöser annehmen, betrachtet, als ob sie auf der Stufe der menschlichen Vollkommenheit N sind. Das ist die einzige Stellung, aus welcher der Mensch sich Gott nähern darf oder irgendeine Gemeinschaft mit ihm haben darf. Alle auf dieser Stufe nennt Gott Söhne-menschliche Söhne. Auf diese Weise war Adam, ehe er ungehorsam wurde, ein Sohn { Lu 3:38} und hatte Gemeinschaft mit Gott. Alle, welche das vollbrachte Erlösungswerk von unserem Herrn Jesus annehmen, werden als zur ursprünglichen Reinheit wiederhergestellt betrachtet, und infolgedessen haben sie Gemeinschaft mit Gott.

 

Während dieses Evangeliumszeitalters hat Gott den gerechtfertigten menschlichen Wesen ein besonderes Anbieten gemacht und ihnen gesagt, dass sie unter bestimmten Bedingungen eine Veränderung der Natur machen können, dass sie aufhören irdische, menschliche Wesen zu sein und himmliche, geistige Wesen werden gleich Christus, ihrem Erlöser. Einige Gläubige-gerechfertigte Personen-sind mit der Freude und dem Frieden, den sie durch den Glauben an die Vergebung ihrer Sünden haben, zufrieden und achten nicht auf die Stimme, welche ihnen zuruft: Kommt höher hinauf. Andere dagegen, ergriffen von der Liebe Gottes, wie sie in ihrer Loskaufung von der Sünde sich zeigt und in dem Bewußtsein, dass sie nicht sich selbst gehören, sondern dem, der sie mit einem Preis erkauft hat, sprechen: "Herr, was willst du, dass ich tun soll?“ Denen antwortet der Herr durch Paulus: "Ich ermahne euch Brüder, durch die Erbarmungen Gottes, euch selbst als ein lebendiges Opfer darzustellen, heilig und Gott annehmbar, welches euer vernünftiger Dienst ist.“ (Röm. 12:1) Was meint der Apostel mit dem-uns selbst als "lebendiges Opfer darstellen?“ Er meint, dass wir alle Kraft und jede Fähigkeit, die wir besitzen, dem Dienst Gottes weihen sollten, so dass wir von da an nicht uns selbst leben, noch unseren Freunden, noch Familien, noch der Welt, noch irgend etwas anderem, sondern dem, uns mit seinem eigenen teuren Blut erkauft hat.

 

Aber weil Gott makelhafte oder unvollkommene vorbildliche Opfer nicht annimmt, und weil wir alle durch Adam Sünder wurden, wie können wir annehmbare Opfer sein? Paulus zeigt, dass wir deshalb annehmbare Opfer sein können, weil wir heilig sind. Wir sind nicht heilig wie Jesus, welcher von keiner Sünde wusste, denn wir sind von dem verurteilten Geschlecht; noch weil es uns gelungen ist, einen vollkommenen Wandel zu erreichen; denn wir schätzen uns selbst noch nicht, jene Vollkommenheit, zu der wir berufen sind, erreicht zu haben, sondern wir haben diesen Schatz in (zerbrechlichen und undichten) irdischen Gefäßen, auf dass erkannt werden mag, dass die Herrlichkeit von unserer schliesslichen Vollkommenheit von Gottes Gnade ist und nicht aus unserer eigenen Fähigkeit. Dagegen gründet sich unsere Heiligkeit und unsere Annehmbarkeit als Opfer auf die Tatsache, dass Gott uns durch den Glauben an das dargebrachte Opfer des Christus als frei von aller Sünde gerechnet hat.

 

So viele nun diese Berufung verstehen und ihr folgen, erfreuen sie sich daran, dass sie würdig erachtet werden, um  Christus Namen willen Schmach zu erleiden, und sie sehen nicht auf das Sichtbare, sondern auf das Unsichtbare-auf die "Krone des Lebens“ -auf "die Herrlichkeit, die an uns soll geoffenbart werden wird“ und auf das Kleinod, "den Preis unserer hohen Berufung in Christus Jesus.“ Diese werden von dem Augenblick ihrer Weihung an nicht mehr als Menschen angesehen, sondern als von Gott durch das Wort der Wahrheit Gezeugte-nicht mehr länger als menschliche, sondern als geistige Kinder. Sie sind jetzt dem Preis einen Schritt näher, als da sie zuerst glaubten. (Röm. 13:11) Aber ihr geistiges Wesen ist noch unvollkommen; sie sind nur vom Geist gezeugt, aber noch nicht geboren. Sie sind geistige Kinder im Embryozustand, im Wachstum begriffen, auf der Stufe M, der Stufe der geistigen Zeugung. Weil sie vom Geist gezeugt sind, werden sie nicht länger mehr als menschliche, sondern als geistige Wesen gerechnet; denn sie haben ihre frühere gerechtfertigte menschliche Natur aufgegeben oder als tot gerechnet-ein lebendiges Opfer, heilig, annehmbar und von Gott angenommen. Sie sind jetzt Neue Schöpfungen in Christus Jesus; das alte (menschlicher Wille, Hoffnungen und Bestrebungen) ist vergangen, siehe, alles ist neu geworden, denn "ihr seid nicht im Fleisch, sondern im Geist, wenn Gottes Geist in euch wohnt.“ (2. Kor. 5:17; Röm. 8:9) Wenn ihr vom Geist gezeugt worden seid, "seid ihr (als menschliche Wesen) gestorben, und euer Leben ist verborgen mit dem Christus in Gott.“

 

Die Stufe L stellt den Zustand vollkommener geistiger Wesen dar; aber ehe die Stufe L erreicht werden kann, müssen die Bedingungen unseres Bundes ausgeführt worden sein. Es ist ein Ding, mit Gott den Bund zu schliessen, dass wir allem Irdischen gegenüber tot sein wollen, und ein anderes Ding, diesen Bund durch die ganze irdische Laufbahn hindurch auszuführen-seinen Leib zu töten, seinen eigenen Willen außer Acht zu lassen und den Willen des Herrn zu vollbringen. Der Eintritt auf Stufe L wird die Geburt genannt oder der volle Eintritt in das Leben als ein geistiges Wesen. Die gesamte Herauswahl wird auf diese Stufe gelangen, wenn sie aus der Welt heraus gesammelt (ausgewählt) ist in der Ernte oder dem Ende des Evangeliumszeitalter. "Die Toten in Christus werden zuerst auferstehen.“ Danach werden wir, die wir leben und übrigbleiben, in einem Augenblick verwandelt-zu vollkommenen geistigen Wesen gemacht, gleich dem herrlichen Leib von Christus (denn "dies Sterbliche muß die Unsterblichkeit anziehen“). Dann wird das Vollkommene gekommen sein, und das, was Stückwerk ist (der Zustand des Gezeugtseins mit den verschiedenen Hindernissen des Fleisches, denen wir jetzt unterworfen sind) wird beendet sein.

 

Aber es gibt noch einen weiteren Schritt, welcher gemacht werden muß jenseits der Vollkommenheit als geistiges Wesen, nämlich der hin zu der "Herrlichkeit danach“ -der Stufe K. Wir beziehen uns hier nicht auf eine Herrlichkeit der Person, sondern auf eine solche der Macht oder der Stellung. Das Erreichen der Stufe L bringt uns zu voller persönlicher Herrlichkeit, das heißt esmacht uns zu herrlichen Wesen gleich dem Christus. Aber nachdem wir auf diese Weise vollkommen und völlig gleich mit unserem Herrn und Haupt gemacht worden sind, werden wir mit ihm auch auf seinem Thron sitzen, genauso wie er, als er, nachdem er bei seiner Auferstehung vollkommen gemacht worden war, zur rechten Hand der Majestät in der Höhe erhöht worden ist. Auf diese Weise werden wir in die ewige Herrlichkeit, Stufe K, eintreten.

 

Laßt uns nun die Karte sorgfältig studieren und uns ihre Erläuterungen von den verschiedenen Zügen des Planes Gottes bemerken. Bei diesen Erläuterungen verwenden wir die Figur einer Pyramide, um die Vollkommenheit darzustellen, weil sie dafür sehr geeignet ist und auf Grund der ganz offensichtlichen Bezugnahme auf ihr in der Schrift.

 

Adam war ein vollkommenes Wesen, siehe Pyramide a. Beachte ihre Stellung-auf der Stufe N, welche die menschliche Vollkommenheit darstellt. Auf der Stufe R, die Stufe der Sünde und Unvollkommenheit oder die verderbte Stufe, stellt die Pyramide ohne Spitze, b, eine unvollkommene Figur, den gefallenen Adam und seine Nachkommen da-verderbt, sündig und verurteilt.

 

Abraham und andere jenes Tages, welche wegen des Glaubens gerechtfertigt wurden zur Gemeinschaft mit Gott, werden durch eine Pyramide (c) auf der Stufe N dargestellt. Abraham war ein Glied der verderbten menschlichen Familie und gehörte von Natur aus mit den übrigen auf die Stufe R; aber Paulus sagt uns, dass Abraham durch den Glauben gerechtfertigt war, das heißt, er wurde von Gott um seines Glaubens willen als ein sündloser und vollkommener Mensch betrachtet. Das hob ihn in Gottes Augen empor aus der Welt der verderbten, sündigen Menschen auf die Stufe N; und obwohl in Wirklichkeit noch unvollkommen, wurde er doch in die Gnade aufgenommen, welche Adam verloren hatte, nämlich Gemeinschaft mit Gott zu haben als ein "Freund.“ (Jak. 2:23) Alle auf der vollkommenen (sündlosen) Stufe N sind Freunde Gottes, und er ist ihr Freund; aber Sünder (auf der Stufe R) sind in Feindschaft gegen Gott-"Feinde durch böse Werke.“

 

Die Welt der Menschheit nach der Sintflut, durch die Figur d dargestellt, blieb auf der Stufe R-in Feindschaft, wo sie verbleibt bis die Herauswahl des Evangeliums ausgewählt ist und das Millenniumszeitalter begonnen hat.

 

"Israel nach dem Fleisch“ während des jüdischen Zeitalters, als die vorbildlichen Opfer der Stiere und Böcke sie reinigten (nicht wirklich, sondern vorbildlich, "denn das Gesetz konnte nichts vollkommen machen“ - Heb 7:19???), waren vorbildlich gerechtfertigt, daher sind sie (e) auf der Stufe P, der Stufe der vorbildlichen Rechtfertigung, welche von der Gesetzgebung am Berg Sinai bis dahin reicht, wo Jesus dem Gesetz ein Ende machte, indem er es an sein Kreuz nagelte. Da endete die vorbildliche Rechtfertigung durch die Einführung der "besseren Opfer“ als die jüdischen Vorbilder, welche nun wirklich "die Sünde der Welt hinweg nehmen“ und "die Hinzunahenden (tatsächlich) vollkommen machen.“ - Heb 10:1???

 

Das Feuer der Prüfung und der Drangsal, durch welches das fleischliche Israel hindurchging, als Jesus gegenwärtig war und sie sichtete und aus ihnen den Weizen, die "rechten Israeliten“ herausnahm, und besonders als er nach der Absonderung des Weizens, "die Spreu (den zurückgewiesenen Teil jenes Systems) mit unlöschbarem  Feuer“ verbrannte, wird durch die Figur f veranschaulicht. Es war eine Drangsalszeit, und sie waren machtlos, dieselbe zu verhindern. Siehe  Lu 3:17 21:22  _ 1Th 2:16

 

Im Alter von dreißig Jahren war Jesus ein vollkommener, zum gesetzlichen Mannesalter herangereifter Mensch (g). Er hatte die Herrlichkeit des geistigen Zustandes verlassen und war ein Mensch geworden, auf dass er (durch die Gnade Gottes) für jeden Menschen den Tod erlitt. Die Gerechtigkeit von Gottes Gesetz ist eine absolute: Auge um Auge, Zahn um Zahn, Leben um Leben. Es war notwendig, daß ein vollkommener Mensch für die Menschheit starb, weil die Forderungen der Gerechtigkeit auf keine andere Weise erfüllt werden konnten. Der Tod eines Engels konnte genauso wenig die Strafe bezahlen und den Menschen freimachen, als wie der Tod von "Stieren und Böcken die Sünde niemals hinweg nehmen kann.“ Daher wurde der, welcher "der Anfang der Schöpfung Gottes“ (Off. 3:14) genannt wird, ein Mensch, er "wurde Fleisch“, damit er das Lösegeld, den entsprechenden Preis, geben konnte, welcher die Menschheit erlöst (zurückkauft). Er mußte ein vollkommener Mensch sein, sonst hätte er genauso wenig wie irgendein anderes Glied des gefallenen Geschlechtes den Preis bezahlen können. Er war "heilig, unschuldig, unbefleckt und von den Sündern abgesondert.“ Er nahm dieselbe Gestalt oder die Gleichheit der Sünder an, die "Gleichheit des Fleisches der Sünde“, die menschliche Gestalt, "doch ohne Sünde.“ (Röm. 8:3 Heb 4:15 2. Kor. 5:21) Aber er nahm die menschliche Natur in ihrer Vollkommenheit an. Er nahm nicht teil an ihrer Sünde, noch hatte er Anteil an ihrer Unvollkommenheit, außer was er während seiner Tätigkeit freiwillig an Schmerzen und Leiden von einigen teilte, indem er ihre Schmerzen und Krankheiten auf sich nahm, als er ihnen seine Lebenskraft und Gesundheit mitteilte. Wie geschrieben steht:, , Er trug unsere Krankheit und hat unsere Schmerzen auf sich geladen“ (Jes. 53:7)  und Kraft (Leben, Lebenskraft) ging von ihm und heilte sie alle. - Mr 5:30 Lu 6:19 Mt 8:16,17???

 

In der Gestalt als ein (vollkommener) Mensch gefunden, erniedrigte er sich selbst und war gehorsam bis zum Tod. Er stellte sich Gott dar, sagend: "Siehe, ich komme, im Buch steht von mir geschrieben, um deinen Willen, o Gott, zu tun“ -und symbolisierte diese Weihung durch eine Taufe im Wasser. Als er sich auf diese Weise selbst darbrachte, weihte er sein Wesen. Sein Opfer war heilig (rein) und Gott annehmbar, welcher seine Annahme dadurch zeigte, dass er ihn mit seinem Geist und mit Kraft erfüllte-als der Heilige Geist auf ihn kam, und er auf diese Weise gesalbt wurde.

 

Dieses Erfüllen mit dem Geist war seine Zeugung zu einer neuen Natur-der göttlichen-welche vollständig entwickelt oder geboren wurde, nachdem er das Opfer (das Aufopfern der menschlichen Natur) völlig vollendet hatte. Diese Zeugung war ein Schritt aufwärts von dem menschlichen Zustand und wird durch die Pyramide h auf der Stufe M gezeigt, der Stufe der geistigen Zeugung. Auf dieser Stufe verbrachte Jesus drei und ein halb Jahre seines Lebens-bis sein menschliches Dasein am Kreuz endete. Nachdem er drei Tage tot gewesen war,  wurde er zum Leben auferweckt-zu der Vollkommenheit der geistigen Wesen (i,  auf der Stufe L) vom Geist geboren-"der Erstgeborene aus den Toten.“ "Was vom Geist geboren ist, das ist Geist.“ Jesus wurde daher bei seiner und nach seiner Auferstehung ein Geist-ein geistiges Wesen und war nicht mehr in irgendeinem Sinn ein menschliches Wesen.

 

Es ist wahr, er hatte die Macht, als Mensch zu erscheinen, und er erschien als ein Mensch, um seine Jünger zu belehren und ihnen zu beweisen, dass er nicht mehr tot war; aber er war kein Mensch mehr, und er war nicht mehr länger den menschlichen Bedingungen unterworfen, sondern er konnte gehen und kommen wie der Wind (selbst wenn die Türen geschlossen waren) und niemand konnte sagen, von wo er kam und wohin er ging, denn: "So ist jeder, der aus dem Geist geboren ist.“ - Joh 3:8??? -vergleiche  Joh 20:19,26

 

Von dem Augenblick an als er sich zu der Zeit seiner Taufe als Opfer weihte, wurde das Menschliche als tot gerechnet-und von da an wurde der Anfang der neuen Natur gerechnet, welche bei seiner Auferstehung vollendet wurde,  als sie die Stufe der geistigen Vollkommenheit, L, errreichte-als ein geistiger Leib auferweckt wurde.

 

Vierzig Tage nach seiner Auferstehung stieg Jesus auf zu der Majestät in der Höhe-der Stufe der göttlicher Herrlichkeit K (Pyramide k). Während des Evangeliumszeitalters ist er in der Herrlichkeit (l) gewesen, "er hat sich mit dem Vater auf seinen Thron gesetzt“ und ist das Haupt seiner Herauswahl auf der Erde gewesen-ihr Lenker und Leiter. Während dieses ganzen Evangeliumszeitalters ist die Herauswahl in dem Vorgang der Entwicklung gewesen unter der Erziehung und in der Prüfung zu dem Zweck, dass sie am Ende oder in der Ernte des Zeitalters seine Braut und Miterbe wird. Daher hat sie Gemeinschaft an seinen Leiden, damit sie auch zusammen mit ihm verherrlicht wird (Stufe K), wenn die rechte Zeit dafür kommt.

 

Die Stufen der Herauswahl zur Herrlichkeit sind dieselben, wie die von ihrem Leiter und Herrn, welcher "uns ein Beispiel gegeben hat, auf dass wir in seinen Fußstapfen nachfolgen“ -nur mit dem Unterschied, dass die Herauswahl von einer niedrigeren Stufe ausgeht. Unser Herr kam, wie wir gesehen haben, auf der Stufe der menschlichen Vollkommenheit, N, in die Welt, während wir alle, die wir vom Geschlecht Adams sind, auf einer niedrigeren Stufe R, der Stufe der Sünde, der Unvollkommenheit und der Feindschaft gegen Gott sind. Das erste, was für uns notwendig ist, ist  gerechtfertigt zu werden, um auf diese Weise die Stufe N zu erreichen. Wie geschieht dies? Durch gute Werke? Nein, Sünder können keine guten Werke tun. Wir konnten uns Gott nicht empfehlen, darum "erweist Gott seine Liebe gegen uns darin, dass Christus, da wir noch Sünder waren, für uns gestorben ist.“ (Röm. 5:8) Daher ist die Bedingung, unter welcher wir auf die Stufe der Rechtfertigung oder der vollkommenen menschlichen Natur gelangen, die, dass Christus für unsere Sünden starb, “ uns erkaufte und uns "durch den Glauben an sein Blut“ auf die Stufe der Vollkommenheit, von der wir in Adam fielen, emporhob. "Wir sind gerechtfertigt worden durch den Glauben“ (emporgehoben worden auf die Stufe N).“ Und "da wir gerechtfertigt worden sind aus Glauben, haben wir Frieden mit Gott“ (Röm. 5:1) und werden nicht länger mehr von Gott als Feinde angesehen, sondern als gerechtfertigte menschliche Söhne auf derselben Stufe, auf der Adam und unser Herr Jesus waren, nur mit dem Unterschied, dass diese tatsächlich vollkommen waren, während wir nur so von Gott gerechnet werden. Diese zugerechnete Rechtfertigung eignen wir uns durch den Glauben an Gottes Wort an, welches sagt: Ihr seid "teuer erkauft“,  "erlöst“ (wörtlich: "losgekauft“), "von allem gerechtfertigt“, "umsonst gerechtfertigt.“ Wir stehen in Gottes Augen tadellos, fleckenlos und heilig in dem Kleid der Gerechtigkeit Christi, welches uns durch den Glauben zugerechnet wird. Unsere Sünden ließ er sich anrechnen, damit er die Strafe für uns tragen konnte, und er starb an unserer Statt, als ob er der Sünder gewesen wäre. Allen, die sein Lösegeld annehmen, wird folglich seine Gerechtigkeit zugerechnet, und dies bringt ihnen alle die vor dem Einritt der Sünde besessenen Rechte und Segnungen zurück. Er stellt unser Leben und die Gemeinschaft mit Gott wieder her. Diese Gemeinschaft können wir sofort durch den Glauben ausüben, und in Gottes "rechter Zeit“ sind uns das Leben und die vollständige Gemeinschaft und Freude zugesichert.

 

Doch vergessen wir nicht, dass, während die Rechtfertigung eine gesegnete Sache ist, sie keine Verwandlung der Natur bewirkt. Wir bleiben menschliche Wesen. Das Wort Natur wird in einem angepassten Sinn benutzt, wenn von einem Menschen gesagt wird, er sei von Natur aus böse, bösartig. Genau genommen ist kein Mensch von Natur aus böse. Die menschliche Natur ist "sehr gut“, ein irdisches Ebenbild der göttlichen Natur. Daher ist jeder Mensch von Natur aus gut, die Schwierigkeit ist aber, dass diese gute Natur verderbt worden ist. Es ist daher für einen Menschen unnatürlich, böse, tierisch usw. zu sein, und natürlich, Gott ähnlich zu sein. In diesem ursprünglichen Sinn haben wir das Wort Natur benutzt. Wir sind durch Christus zu einer vollen Wiedererlangung aller Vorrechte und Segnungen unserer menschlichen Natur-dem irdischen Ebenbild Gottes-gerechtfertigt worden. Von dem elenden Zustand der Sünde und der Entfremdung von Gott sind wir gerettet, und anstatt menschliche Sünder zu sein, sind wir menschliche Söhne; und weil wir Söhne sind, darum spricht Gott zu uns als solchen. Während des Evangeliumszeitalters berief er "die kleine Herde“ der "Miterben“, indem er sprach:, , Mein Sohn, gib mir dein Herz“ -das heißt, gib mir dich selbst, all deine irdischen Kräfte, deinen Willen, deine Talente, dein alles, wie Jesus dir ein Vorbild gegeben hat, und ich werde dich zu einem Sohn auf einer höheren Stufe als der menschlichen machen. Ich werde dich zu einem geistigen Sohn mit einem geistigen Leib machen gleich dem auferstandenen Jesus-der "das genaue Ebenbild von der Person des Vaters“ ist. Wenn du alles Irdische: Hoffnungen, Bestrebungen, Ziele usw. aufgeben wirst, die menschliche Natur vollständig weihst und in meinem Dienst aufbrauchen wirst, dann werde ich dir eine höhere Natur geben als den übrigen deines Geschlechtes, ich werde dich zum Teilhaber an "der göttlichen Natur“ machen-einen "Erben Gottes und Miterben Jesu Christi; wenn du mit ihm leidest, auf dass du auch zusammen mit ihm verherrlicht wirst.“

 

Wer diesen im Evangelium uns vorgehaltenen Preis recht würdigt, der legt gern jede Bürde ab und läuft mit Ausharren den vor ihm liegenden Wettlauf, damit er ihn erringe. Werke wurden nicht von uns verlangt, um uns zu rechtfertigen. Unser Herr Jesus vollbrachte alle Werke, die nötig waren, und als wir durch den Glauben sein vollendetes Werk annahmen, wurden wir gerechtfertigt und auf die Stufe N erhoben. Doch wenn wir jetzt weiterkommen möchten, so geht das nicht ohne Werke. Wahrlich, wir dürfen unseren Glauben nicht verlieren, sonst werden wir dadurch unsere Rechtfertigung wieder verlieren, aber wenn wir gerechtfertigt sind und im Glauben verbleiben, so sind wir auch in der Lage (durch die uns bei unserer Zeugung durch den Geist geschenkte Gnade) Werke zu tun und Gott wohlgefällige Früchte zu bringen. Gott erwartet dies; denn es ist das Opfer, auf Grund dessen wir einen Bund gemacht haben. Gott fordert, dass wir unsere Wertschätzung des großen Preises durch das Aufgeben von allem, was wir haben und sind, beweisen; nicht vor Menschen, sondern vor Gott-ein Opfer, das heilig und durch Christum ihm annehmbar ist-unser vernünftiger Dienst.

 

Wenn wir nun alles dies darreichen, dann sagen wir: Herr, wie willst du, dass ich dies, mein Opfer, meine Zeit, mein Talent, meinen Einfluß usw. dir übergeben soll? Forschen wir dann in Gottes Wort nach seiner Antwort, so hören wir seine Stimme, die uns lehrt, ihm alles zu übergeben, wie unser Herr Jesus es tat, indem wir Gutes tun an jedermann, besonders an dem Haushalt des Glaubens, wie wir Gelegenheit dazu haben-ihnen geistige oder natürliche Nahrung darzureichen, sie mit dem Kleid der Gerechtigkeit Christi oder mit irdischer Kleidung zu versehen, je nachdem wir dazu in der Lage sind oder sie bedürftig sind. Wenn wir alles geweiht haben, sind wir vom Geist gezeugt, und wir haben die Stufe M erreicht. Jetzt können wir mit der geschenkten Kraft, wenn wir sie gebrauchen, den ganzen Bund ausführen und als Überwinder hervorkommen, und mehr als Überwinder durch die Kraft oder den Geist dessen, der uns geliebt und mit seinem eigenen kostbaren Blut erkauft hat. Aber auf diese Weise in den Fußstapfen von Jesus wandelnd,

 

"Denk nie, der Sieg sei dein,

 

Noch ruh zufrieden schon;

 

Dein Werk wird nicht vollendet sein,

 

Bis du erkämpfst die Krone.“

 

Die Krone ist errungen, wenn wir, wie unser treuer Bruder Paulus, den guten Kampf gekämpft und den Lauf vollendet haben, aber nicht eher. Bis dahin muß die Flamme und der wohlriechende Duft unseres Opfers der Arbeit und des Dienstes tagtäglich aufsteigen-ein Opfer von süßem Geruch vor Gott, annehmbar durch Jesus Christus, unseren Herrn.

 

Diejenigen dieser überwindenden Klasse, die "schlafen“, werden als Geistwesen auf der Stufe L auferweckt werden, und die von derselben Klasse, welche leben und übrig bleiben bis zum Kommen des Herrn, werden zu derselben Stufe der geistigen Wesen "verwandelt“ und werden nicht einen Augenblick "schlafen“, obwohl die "Verwandlung“ die Auflösung des irdischen Gefäßes erfordert. Diese sind dann nicht mehr länger schwache, irdische, sterbliche, verwesliche Wesen, sondern sie werden dann vom Geist völlig geborene, himmlische, geistige, unverwesliche, unsterbliche Wesen sein. -1. Kor. 15:44, 52

 

Wir wissen nicht, wie lange es nach ihrer "Verwandlung“ oder Vervollkommnung zu geistigen Wesen (Stufe L) dauern wird, ehe sie als eine vollzählige und vollendete Schar mit dem Herrn (auf Stufe K) verherrlicht und mit ihm in Macht und großer Herrlichkeit vereinigt werden. Diese Vereinigung und völlige Verherrlichung des gesamten Leibes des Christus mit dem Haupt ist nach unserem Verständnis  "die Hochzeit des Lammes“ mit seiner Braut, wenn sie vollständig in die Freude ihres Herrn eingehen wird.

 

Blicke wiederum auf die Karte: n, m, p, q sind vier unterschiedliche Klassen, welche zusammen die Herauswahl des Evangeliums dem Namen nach darstellen, die als Gesamtheit den Anspruch erhebt, der Leib Christi zu sein. Die beiden Klassen n und m sind auf der Stufe M, der Stufe der Geistgezeugten. Das ganze Evangeliumszeitalter hindurch haben diese zwei Klassen bestanden; beide hatten mit Gott den Bund geschlossen, lebendige Opfer zu werden; beide waren "angenommen in dem Geliebten“ und vom Geist zu "Neuen Schöpfungen“ gezeugt. Der Unterschied zwischen ihnen besteht darin: n stellt diejenigen dar, die ihren Bund halten und mit Christus dem irdischen Willen, Zielen und Hoffnungen gegenüber tot sind. Die m-Klasse stellt die Schar der vom Geist gezeugten Kinder dar, die leider vor der Ausführung ihres Bundes zurückschrecken. Die n-Klasse besteht aus Überwindern-der Braut Christi, die mit Jesus auf seinem Thron in der Herrlichkeit (Stufe K) sitzen wird. Das ist die "kleine Herde“, an welche es des Vaters Wohlgefallen ist, ihr das Reich zu geben. { Lu 12:32} Die m-Klasse schreckt vor dem Tod des menschlichen Willens zurück, Gott aber liebt sie noch und wird sie deshalb auf dem Weg der Drangsal und Trübsal zur Stufe L, der Stufe der geistiger Vollkommenheit, bringen. Das Recht auf die Stufe K, den Thron der Herrlichkeit, werden sie verloren haben, weil sie keine Überwinder waren. Wenn wir unseres Vaters Liebe wertschätzen, wenn wir den Zuspruch unseres Herrn begehren, wenn wir uns ernstlich danach sehnen, Glieder seines Leibes, seine Braut, zu werden und auf seinem Thron zu sitzen, müssen wir unseren Opferbund treu und bereitwillig erfüllen.

 

Die große Masse der Namenkirche wird durch den Teil p dargestellt. Beachte, dass sie nicht auf der Stufe M, sondern auf der Stufe N sind. Sie sind gerechtfertigt, aber nicht geheiligt. Sie sind nicht ganz Gott geweiht und deshalb nicht als Geistwesen gezeugt. Sie stehen jedoch höher als die Welt, weil sie Jesus als ihr Lösegeld von der Sünde annehmen, aber sie haben die hohe himmlische Berufung dieses Zeitalters, Anteil zu haben an der geistigen Familie Gottes, nichtangenommen. Wenn sie im Glauben bleiben und sich völlig den gerechten Gesetzen des Königreiches Christi unterwerfen, werden sie schließlich in den Zeiten der Wiederherstellung die Gleichheit des vollkommenen irdischen Menschen Adam erlangen. Alles, was durch Adam verloren ging, werden sie vollständig wiedererlangen. Sie werden dieselbe menschliche Vollkommenheit, geistig, moralisch und körperlich erreichen und wieder im Ebenbild Gottes sein, wie Adam es war; denn zu all diesem wurden sie erkauft. Und ihre Stellung der Rechtfertigung auf der Stufe N, als solche, die von der Errettung in Christus gehört und an dieselbe geglaubt haben, ist ein besonderer Segen, den sie durch den Glauben früher als die übrige Welt genießen (denn alle werden im Millenniumszeitalter zu dieser genauen Erkenntnis der Wahrheit gebracht werden). Diese aber werden den Vorteil eines früheren Beginnens und einiger Fortschritte in der richtigen Richtung haben. Doch den wahren Nutzen von dieser Rechtfertigung aus Glauben in der gegenwärtigen Zeit verfehlt die Klasse p zu erkennen. Er darin besteht, dass jetzt einige für einen besonderen Zweck befähigt werden, das annehmbare Opfer darzubringen und als Glieder des "Leibes Christi“ zur n-Klasse zu gelangen. Die Klasse p empfängt die Gnade Gottes (die Rechtfertigung) "vergeblich“ (2. Kor. 6:1), sie verfehlt, weiterzugehen und stellt sich selbst nicht als annehmbare Opfer dar in dieser Zeit, in welcher Opfer vor Gott annehmbar sind. Die Glieder dieser Klasse werden von dem Apostel "Brüder“ genannt, obwohl sie nicht "Geheiligte“, nicht Glieder des geweihten "Leibes“ sind. (Röm. 12:1) In demselben Sinn wird das ganze Geschlecht, nachdem es wiederhergestellt worden ist, für immer Brüder des Christus und Kinder Gottes sein, jedoch von unterschiedlicher Natur. Gott ist der Vater von allen, die in Harmonie mit ihm sind, auf welcher Stufe und welcher Natur sie auch sein mögen.

 

Eine andere Klasse, die mit der Namenkirche verbunden ist, besteht aus solchen, die nie an Jesus als das Opfer für ihre Sünden geglaubt haben, und die folglich nicht gerechtfertigt, nicht auf der Stufe N sind. Sie werden durch den Teil q unter Stufe der N dargestellt. Das sind die "Wölfe in Schafskleider“; trotzdem nennen sie sich Christen und werden als Glieder der Namenkirche anerkannt. Sie sind keine wahrhaftig Gläubigen an Christus als ihren Erlöser und gehören auf die Stufe R. Sie sind ein Teil der Welt und sind nicht an ihrem Platz in der Herauswahl, sondern ein großer Schaden für sie. In diesem gemischten Zustand, mit diesen verschiedenen Klassen, n, m, p, q, die sich untereinander vermischen und sich selbst alle Christen nennen, hat die Herauswahl das ganze Evangeliumszeitalter hindurch bestanden. Wie unser Herr es vorhergesagt hatte: Das Himmelreich dem Namen nach (die Namenkirche) ist wie ein Acker mit Weizen und Unkraut besät. Und er sagte, er werde "beides zusammen wachsen“ lassen "bis zur Ernte“ am Ende des Zeitalters. In der Erntezeit wird er zu den Schnittern ("den Engeln“ - Sendboten) sagen: Sammelt den Scheinweizen zusammen und bindet ihn in Bündel, um es zu verbrennen; aber den Weizen sammelt in meine Scheune. - Mt 13:38,41,49???

 

Diese Worte unseres Herrn zeigen uns, dass während er es beabsichtigte, dass beides während des Zeitalters zusammen wachsen und dem Namen nach als Glieder der Herauswahl anerkannt werden sollte, er es auch beabsichtigte, dass eine Zeit der Trennung zwischen diesen verschiedenen Elemente kommen sollte, wo diejenigen, welche in Wahrheit die Herauswahl sind, seine von Gott anerkannten und angenommen Heiligen (n), offenbar gemacht werden. - Mt 13:39???

 

Während des Evangeliumszeitalters wuchs sowohl der gute Same als auch der Scheinweizen, die Fälschung. "Der gute Same sind die Kinder des Reiches“, die geistigen Kinder, Klassen n und m; der Scheinweizen dagegen sind die "Kinder des Bösen.“ Die ganze Klasse q und viele von der Klasse p sind daher Scheinweizen, denn "niemand kann zwei Herren dienen“, und "ihr seid Knechte von dem, welchem ihr gehorsam seid.“ Da solche in Klasse p ihren Dienst und ihre Talente nicht dem Herrn weihen, der sie erkauft hat-ein vernünftiger Dienst-so verwenden sie zweifelsfrei viel von ihrer Zeit und Kraft in Wirklichkeit im Widerspruch mit Gott und daher in dem Dienst des Feindes.

 

Nun beachte auf der Karte die "Ernte“ oder das Ende des Evangeliumszeitalters; beachte die zwei Teile, in die es geteilt ist-sieben Jahre und drei und dreißig Jahre, die genaue Parallele von der Ernte des jüdischen Zeitalters. Diese Ernte ist wie die jüdische Ernte zuerst eine Zeit der Prüfung und Sichtung für die Herauswahl und danach eine Zeit des Zornes oder des Ausgießens der "sieben letzten Plagen“ über die Welt, einschließlich der Namenkirche. Die jüdische Herauswahl war der "Schatten“ oder das Vorbild auf der fleischlichen Stufe von allem, was die Evangeliumsherauswahl auf geistiger Stufe genießt. Das, was das fleischliche Israel in der Erntezeit seines Zeitalters prüfte, war die Wahrheit, die ihm damals vorgehalten wurde. Die damals fällige, zeitgemäße Wahrheit war die Sichel und trennte die "rechten Israeliten“ von der jüdischen Herauswahl dem Namen nach; und der echte Weizen war nur ein verschwindend kleiner Bruchteil oder Überrest im Vergleich zu den äußerlichen Bekennern. So ist auch die Ernte dieses Zeitalters. Die Ernte des Evangeliumszeitalters steht, wie die des jüdischen, unter der Oberaufsicht des Hauptschnitters, unseres Herrn Jesus, der dann gegenwärtig sein muß. (Off. 14:14) Das erste Werk des Herrn in der Ernte dieses Zeitalters wird das sein, das Wahre vom Falschen zu trennen. Die Namenkirche nennt der Herr wegen ihres gemischten Zustandes willen "Babylon“ -Verwirrung. Die Ernte ist die Zeit für die Trennung der unterschiedlichen Klassen in der Namenkirche und für das Ausreifen und Vervollkommnen der n-Klasse. Der Weizen wird vom Unkraut getrennt, der reife Weizen vom unreifen usw. Diejenigen in der Klasse n sind eine "Erstlingsfrucht“ des Weizens. Sie werden nach der Trennung zur rechten Zeit die Braut Christi werden und für immer bei ihrem Herrn und ihm gleich sein.

 

Die Trennung dieser kleinen Herde von Babylon wird durch Figur s angezeigt. Sie ist auf dem Weg, mit dem Herrn eins zu werden, seinen Namen tragen und seine Herrlichkeit zu teilen. Der verherrlichte Christus, Haupt und Leib, wird durch die Figur w gezeigt. Die Figuren t, u und v stellen "Babylon“ -die Namenkirche-dar, die während "der Zeit der Drangsal“, am "Tag des Herrn“, fällt und zerbricht. Obwohl dies als schrecklich erscheinen mag, wird es für alle vom wahren Weizen tatsächlich von großem Vorteil sein. Babylon fällt, weil es nicht das ist, was es zu sein beansprucht. Die Namenkirche enthält viele Heuchler, die sich wegen ihrer ehrenvollen Stellung in den Augen der Welt mit ihr verbinden und welche Babylon durch ihr Verhalten vor der Welt stinkend machen. Der Herr kannte immer ihren wahren Charakter, aber in Übereinstimmung mit seinem Vorsatz überliess er sie bis zur Ernte sich selbst, da er ,, aus seinem Reich (der wahren Herauswahl) alle Ärgernisse und die da unrecht tun“ sammeln (in Bündel binden) und in den Feuerofen (der Drangsal, zur Zerstörung ihres nominellen Systems und des falschen Bekenntnisses) werfen wird. "Dann werden die Gerechten (die n-Klasse) leuchten wie die Sonne in dem Reich ihres Vaters.“ { Mt 13:41-43} Die Drangsal, die über die Namenkirche kommt, wird zum großen Teil von dem Anwachsen des Unglaubens und des Spiritismus in verschiedenen Arten verursacht werden, welches schwere Prüfungen für Babylon sein werden, weil Babylon an vielen falschen Lehren festhält, welche im Widerspruch mit Gottes Wort sind. Wie in der Ernte des jüdischen Zeitalters das Kreuz Christi dem Juden, der da Herrlichkeit und Macht erwartete, ein Stein des Anstosses und dem weltweisen Griechen eine Torheit war, so wird es in der Ernte des Evangeliumszeitalters auch der Stein des Anstosses und der Fels des Ärgernisses sein.

 

Jeder, der auf Christus irgend etwas anderes als Gold, Silber und kostbare Steine der Wahrheit aufgebaut hat und einen dementsprechenden Charakter, wird sich selbst während der Zeit des Zornes (Feuers) schwer bedrängt finden, denn alle Irrtümer aus Holz, Heu und Stroh werden in der Lehre und in der Ausübung verzehrt werden. Diejenigen, die richtig gebaut haben und welche folglich einen vom Herrn anerkannten Charakter besitzen, werden durch die Figur s dargestellt, während t die "große Schar“ darstellt, die vom Geist Gezeugten, welche aber mit Holz, Heu und Stroh gebaut haben-Weizen, der aber nicht völlig ausgereift ist zu der Zeit des Einsammelns der Erstlingsfrucht (s). Diese Klasse t verliert den Preis auf den Thron und die göttliche Natur, aber sie werden schließlich die Geburt als Geistwesen erreichen, jedoch von einer niedrigeren Ordnung als die göttliche Natur; indem sie Diener sein werden und nicht Herrscher. (Off. 7:15) Obwohl sie in Wahrheit geweiht sind, werden sie doch in solch einem Mass vom weltlichen Geist überwunden, dass sie verfehlen, ihr Leben als Opfer darzubringen. Selbst in "der Ernte“, während die lebenden Glieder der Braut von den anderen durch die Wahrheit getrennt werden, werden die Ohren der anderen, einschließlich der Klasse t, schwerfällig beim Hören sein. Sie werden in dieser Zeit der Trennung langsam im Glauben und langsam im Handeln sein. Ohne Zweifel werden sie sehr enttäuscht sein, wenn sie danach erkennen, dass die Braut vollendet und mit dem Herrn vereinigt worden ist, und dass sie, weil sie gleichgültig und zu beschwert waren, diesen großen Preis verloren haben; aber die Herrlichkeit des Planes Gottes, den sie dann als einen Plan der Liebe sowohl für sich selbst als auch für die ganze Welt erkennen werden, wird ihren Schmerz völlig hinweg nehmen, und jauchzend werden sie rufen: "Hallejula! denn der Herr, unser Gott, der Allmächtige, hat die Herrschaft angetreten. Lasst uns fröhlich sein und frohlocken und ihm die Ehre geben. Denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und sein Weib hat sich bereitet.“ (Off. 19:6,7) Beachte auch die überreiche Vorkehrung des Herrn: die Botschaft wird ihnen gesandt-obwohl ihr nicht die Braut des Lammes seid, dürft ihr bei dem Hochzeitsmahl anwesend sein. -"Glückselig, die geladen sind zum Hochzeitsmahl des Lammes!“ (Vers 9) Diese Schar wird zur rechten Zeit durch die Züchtigungen des Herrn mit ihm und seinem Plan völlig in Einklang kommen und ihre Kleider waschen, so dass sie schliesslich die Stellung (y) auf der geistigen Stufe L, der Braut  zunächst, erreichen wird. -Off. 7:14,15

 

Die Zeit der Drangsal für die Welt wird eintreffen, nachdem Babylon angefangen hat zu fallen und sich aufzulösen. Es wird ein Umstürzen aller menschlichen Gesellschaftsordnungen und aller Regierungen geben, um die Welt für die Herrschaft der Gerechtigkeit vorzubereiten. Während der Zeit der Drangsal (S) wird das fleischliche Israel (e), das aus dem guten Ölbaum ausgerissen worden ist bis die Fülle (Vollzahl) der Nationen eingegangen ist, zu Gottes Gnade wiederhergestellt, und die Herauswahl des Evangeliums oder das geistige Israel wird vollendet und verherrlicht werden. Während des Millenniumszeitalters wird Israel die wichtigste Nation der Erde sein, an der Spitze von allen auf der irdischen Stufe des Daseins, und ganz allmählich werden alle Gehorsamen zur Einheit und Harmonie mit ihr gezogen werden.

 

Sowohl ihre Wiederherstellung zur vollkommenen menschlichen Natur als auch die der Welt im allgemeinen wird ein allmähliches Werk sein und zu ihrer Vollendung wird das ganze Millenniumszeitalter nötig sein. Während jener tausendjährigen Herrschaft Christi wird der adamitische Tod ganz allmählich verschlungen oder zunichte gemacht werden. Seine verschiedenen Stufen-sowohl Krankheit, Schmerz und Schwachheit als auch das Grab-werden sich der Macht des großen Wiederherstellers beugen bis am Ende jenes Zeitalters die große Pyramide unserer Karte vollendet sein wird. Der Christus (x) wird das Haupt über allem sein-über die große Schar, über die Engel und die Menschen-dem Vater zunächst. Als nächstes in der Reihenfolge oder dem Rang nach wird die große Schar sein, Geistwesen (y), und dann die Engel; danach Israel nach dem Fleisch (z) als das Haupt der irdischen Nationen, welches nur wahre Israeliten einschließt; danach die Welt der Menschen (w), zur Vollkommenheit des Daseins wiederhergestellt, gleich dem Haupt des Menschengeschlechtes, Adam, bevor er sündigte. Diese Wiederherstellung wird ganz allmählich während des Millenniumszeitalters-der Zeiten der Wiederherstellung-vollendet werden (Apg. 3:21). Einige jedoch werden aus dem Volk vernichtet werden: Zuerst alle diejenigen, welche sich unter dem vollen Licht und voller Gelegenheit hundert Jahre lang weigern, hinsichtlich der Gerechtigkeit und der Vollkommenheit Fortschritte zu machen (Jes. 65:20). Zweitens diejenigen, welche sich, nachdem sie die Vollkommenheit erlangt haben, in der Schlussprüfung am Ende des Millenniums als unwürdig erweisen. (Off. 20:9) Solche sterben den Zweiten Tod, aus dem keine Auferstehung oder Wiederherstellung verheißen ist. Nur eine volle persönliche Prüfung ist vorgesehen. Nur ein Lösegeld wurde jemals gegeben. Christus stirbt nicht wieder.

 

Wenn wir den erhabenen Plan unseres Vaters betrachten hinsichtlich der Erhöhung der Herauswahl und der Segnung durch sie für Israel zuerst und durch Israel für alle Geschlechter der Erde mit einer Wiederherstellung aller Dinge, so erinnert uns das an den Lobgesang der Engel: "Herrlichkeit Gott in der Höhe, und Friede auf Erden, an den Menschen ein Wohlgefallen.“ Das wird die Erfüllung von Gottes Plan sein-"alles unter ein Haupt zusammenzubringen in dem Christus.“ Wer wird dann sagen, dass Gottes Plan ein Fehlschlag gewesen ist? Wer wird dann sagen, dass er das Böse nicht zum Guten gelenkt hat und den Zorn der Menschen und der Dämonen zu seinem Lobpreis?

 

Die vollkommene Figur einer Pyramide dient nicht nur sehr gut dem Zweck, vollkommene Wesen darzustellen, sondern es dient noch dem weiteren Zweck, die Einheit der ganzen Schöpfung darzustellen, weil sie in der Erfüllung von Gottes Plan eins sein wird, nachdem die Harmonie und die Vollkommenheit aller Dinge unter der Leitung des Christus erreicht worden ist, der nicht nur das Haupt der Herauswahl ist, welche sein Leib ist, sondern der auch das Haupt aller Dinge im Himmel und auf der Erde ist. - Eph 1:10???

 

Christus Jesus war der "Anfang“, das "Haupt“, der "Hauptstein“, der "Haupt-Eckstein“ (der Stein, welcher sich an der Spitze befindet) dieses großartigen Bauwerkes, welches jetzt erst begonnen hat; und jeder Unterstein muss in Harmonie mit den Linien und Winkeln des Hauptsteines eingesetzt werden. Wie viele Arten von Steinen in diesem Bauwerk sein mögen, wie viele unterschiedliche Naturen es unter den irdischen und himmlischen Söhnen Gottes geben mag, sie alle müssen, um für immer ihm annehmbar zu sein, nach dem Bild seines Sohnes gestaltet werden. Alle, die zu diesem Gebäude gehören werden, müssen denselben Geist des Gehorsams gegen Gott und denselben Geist der Liebe gegen ihn und alle seine Geschöpfe besitzen, wie es so erhaben in Jesus veranschaulicht ist, der Liebe, welche die Erfüllung des Gesetzes ist. Du sollst den Herrn lieben mit deinem ganzen Herzen, Verstand, Seele und Kraft und deinen Nächsten wie dich selbst.

 

In dem Ablauf (wie Gottes Wort dieses Zusammenfassen aller Dinge in einem, sowohl die himmlischen als auch die irdischen unter ein Haupt, darlegt) wurde Christus Jesus, das Haupt, zuerst ausgewählt; zweitens die Herauswahl, die sein Leib ist. Die Engel und andere geistigen Klassen kommen als nächstes; danach die Würdigbefundenen von Israel und der Welt. Beginnend mit dem Höchsten werden die Unterweisungen fortschreiten bis alle, die willig sind, zur Harmonie und Einheit gebracht worden sind.

 

Eine Besonderheit dabei ist, dass dieser geprüfte Haupteckstein zuerst gelegt worden ist, und der "Grundstein“ (Jes. 28:16) genannt wird. Auf diese Weise wird die Tatsache veranschaulicht, dass die Grundlage aller Hoffnung auf Gott und Gerechtigkeit nicht auf der Erde, sondern in den Himmeln liegt. Diejenigen, welche unter diesem Grundstein aufgebaut und mit diesem himmlischen Grundstein vereinigt werden, werden durch die himmlische Anziehungskraft und Gesetze festgehalten. Und obwohl diese Ordnung das genaue Gegenteil von einem irdischen Gebäude ist, wie passend ist es doch, dass der Stein, in dessen Ebenbild das ganze Gebäude sein wird, zuerst gelegt wurde. Wie passend ist es auch, dass unsere Grundlage nach oben hin und nicht nach unten hin gelegt worden ist, und dass wir als lebendige Steine in allem in ihn hinein gebaut werden. Auf diese Weise wird das Werk im Millennium voranschreiten bis jede Schöpfung von jeder Natur im Himmel und auf der Erde Gott preisen und ihm dienen wird in Übereinstimmung mit dem vollkommenen Gehorsam. Das Weltall wird dann gereinigt sein, denn an jenem Tag wird   "es geschehen, jede Seele, die nicht auf jenen Propheten hören wird, wird aus dem Volk ausgerottet werden“ - in dem Zweiten Tod. -Apg. 3:22,23

 

Die Stiftshütte in der Wüste

 

Dieselbe Lehre, die auf der Karte der Zeitalter veranschaulicht wurde, wird auch hier in diesem von Gott angeordneten Vorbild gelehrt, dessen Bedeutung später genauer geprüft werden wird. Wir stellen sie daneben, damit die verschiedenen Stufen oder Schritte bis zum Allerheiligsten entsprechend beachtet und erkannt werden können, wie sie dieselben Stufen lehrt, die bereits in Einzelheiten schon näher betrachtet wurden. Außerhalb des Vorhofes der Stiftshütte liegt die ganze Welt in der Sünde und ist auf der Stufe der Verderbtheit, R. Mit dem Eintritt durch das "Tor“ in den "Vorhof“ werden wir zu Gläubigen oder gerechtfertigten Personen auf der Stufe N. Diejenigen, die vorwärts schreiten in die Weihung kommen zu der Tür der Stiftshütte und durch den ersten Vorhang eingehend (auf die Stufe M) werden sie Priester. Sie werden durch die "Schaubrote“ gestärkt und erleuchtet durch den "Leuchter“ und befähigt, am "goldenen Altar“ Gott durch Jesus Christus ein annehmbares Opfer darzubringen. Schliesslich werden sie in der ersten Auferstehung in das "Allerheiligste“ (die Stufe L) eintreten, in den vollkommenen geistigen Zustand, und dann folgt ihre Vereinigung mit  Jesus in die Herrlichkeit des Königreiches auf die Stufe K.