DER PLAN DER
ZEITALTER
1886
SCHRIFTSTUDIEN
"Der Pfad
der Gerechten ist wie das glänzende Morgenlicht, das stets heller leuchtet bis
zur Tageshöhe."
BAND 1.
DER PLAN DER
ZEITALTER
Eine
Rechtfertigung des göttlichen Charakters und seiner Herrschergewalt. Eine
Darstellung unter der Anerkennung und in Übereinstimmung mit der ganzen
Heiligen Schrift, daß die Zulassung des Bösen in der Vergangenheit und
Gegenwart die Menschheit belehrt und vorbereitet hat für ihre Ein- führung in
das
GOLDENE
ZEITALTER DER PROPHFZEIUNG,
in welchem alle
Geschlechter der Erde gesegnet werden sollen mit einer vollen Erkenntnis Gottes
und mit einer vollen Gelegenheit, durch den Erlöser das ewige Leben zu erlangen,
welcher dann der große Erretter und Lebengeber sein wird. - Apg. 3:19-21
Dem König
ALLER KÖNIGE
UND HERRN ALLER HERREN
zum Besten
seiner ihm
geweihten "Heiligen",
die da warten
auf die Kindschaft,
-und-
"aller,
die an allen Qrten den Namen unseres Herrn Jesus
Christus
anrufen",
"für die Hausgenossen des
Glaubens",
-und-
,, der
harrenden Kreatur, die zusammenseufzt und in Geburtswehen
liegt, wartend
auf die Offenbarung der
Söhne
Gottes",
IST DIESES WERK
GEWIDMET
,, Alle zu
erleuchten, welches die Verwaltung des Geheimnisses sei, das von den Zeitaltern
her verborgen war in Gott". ,, Nach dem Reichtum seiner Gnade, welche er
gegen uns hat überströmen lassen in aller Weisheit und Einsicht, indem er uns
kundgetan hat das Geheimnis seines Willens nach seinem Wohlgefal- len, das er
sich vorgesetzt hat in sich selbst, für die Verwaltung der Fülle der Zeiten:
alles unter ein Haupt zusammenzu- bringen in dem Christus,"
Eph 3:4, 5, 9; 1:8-10.
Vorwort des
Verfassers.
Der Verfasser
und die Herausgeber möchten öffentlich die Gnade Gottes rühmen, die es ihnen
gestattet hat, einen Anteil zu haben an der Verbreitung dieses Bandes und an
seinen Ergebnissen-dem Licht, der Freude, dem Frieden und der Gemeinschaft mit
Gott, an viele hungernde, dürstende und irrende Seelen. Die erste Auflage in
seiner jetzigen Form wurde im Jahre 1886 herausgegeben. Seitdem folgte eine Auflage auf die andere in
schneller Reihenfolge und in zwanzig verschiedenen Sprachen, bis jetzt sind
ungefähr fünf Millionen Exemplare in den Händen der Menschheit in der ganzen
Welt.
Wir können
nicht hoffen, daß alle diese Bücher gelesen worden sind; aber die uns ständig
zugehenden Briefe versichern uns, daß sie überall in den Herzen und in dem
Verständnis der Menschen eine mächtige Wirkung ausüben. Tausende schreiben uns
von dem Einfluß, den das Buch auf sie gehabt hat. Einige von ihnen waren
hinsichtlich der Bibel, als einer göttlichen Offenbarung für die Menschen,
völlig ungläubig. Andere schreiben uns, daß sie entweder Atheisten gewesen oder
nahe daran gewesen sind, solche zu werden, weil sie vorher nicht den wahren
Gott und seinen wahrhaftigen Plan der Zeitalter gekannt hatten, und den
Charakter, der ihnen gewöhnlich in den Glaubensbekenntnissen gezeigt worden
war, weder annehmen, noch wertschätzen oder anbeten konnten.
Etwa fünf Jahre
vor der ersten Veröffentlichung dieses Bandes war im wesentlichen das gleiche
schon einmal im Druck erschienen, nur unter einem anderen Namen und in einer
anderen Form. Das Buch war betitelt: ,, Speise für denkende Christen". Der
Inhalt war insofern verschieden, als zuerst der Irrtum angegriffen und
niedergerissen wurde, und an dessen Stelle dann das Gebäude der Wahrheit
errichtet wurde. Wir lernten schließlich jedoch, daß dies nicht der beste Weg
ist, daß einige bestürzt waren, als sie ihre Irrtümer zusammenbrechen sahen,
und sie unterließen es, weiterzulesen und damit einen Blick auf das wundervolle
Gebäude der Wahrheit zu werfen anstelle ihrer niedergerissen Irrtümer.
Der vorliegende
Band wurde von dem entgegengesetzten Standpunkt aus geschrieben. Er zeigt die
Wahrheit, ihre Kraft und Schönheit, und dann empfiehlt er die Beseitigung des
Irrtums, weil derselbe nicht nur unnötig, sondern absolut nutzlos und sehr
schädlich ist. So findet der Leser des ,, GÖTTLICHEN PLANES DER ZEITALTER"
bei jedem Schritt eine Stärkung seines Glaubens und empfindet eine größere Nähe
zum Herrn und findet deshalb auch das Vertrauen, daß er auf dem richtigen Wege
ist. Nachdem die Wahrheit erkannt worden ist, erscheinen die Irrtümer immer
törichter, wertloser und schädlicher, und sie werden mit Freude abgelegt.
Der große
Widersacher hat natürlich keine Liebe für irgendetwas, das die Augen von Gottes
Volk öffnet, ihre Ehrfurcht vor Gottes Buch erhöht und ihr Vertrauen auf
menschliche Glaubensbekenntnisse zerbricht. Deshalb widersteht der große
Widersacher diesem Buch sehr, wie wir es haben erwarten dürfen. Nur wenige
erkennen des Satans Macht und Gerissenheit; nur wenige erkennen die Bedeutung
der Worte des Apostels bezüglich dieses Fürsten der Finsternis, der sich als
ein Diener des Lichts darstellt, um die Wahrheit zu bekämpfen und ihren Einfluß
zu zerstören. Nur wenige erkennen, daß unser schlauer Widersacher danach trachtet,
die Besten, Tatkräftigsten und Einflußreichsten vom Volke Gottes zu benutzen,
um das Leuchten des Lichtes zu verhindern und den göttlichen Plan der Zeitalter
dem Volk vorzuenthalten.
Nur wenige
erkennen, daß seit der Zeit, als das Aufstellen von Glaubensbekenntnisses
anfing, im Jahre 325 n. Chr., es
praktisch für 1.260 Jahre kein Bibelstudium gegeben hat. Nur wenige erkennen,
daß sich während dieser Zeit die Glaubensbekenntnisse in das Verständnis von
Millionen befestigt haben, sie an schreckliche Irrtümer gebunden haben und sie
blind gemacht haben. Nur wenige erkennen, daß seit der Reformation, seitdem die
Bibel begann, wieder in die Hände des Volkes zurückzugelangen-gut gesinnte,
aber getäuschte Reformatoren durch die Irrtümer der Vergangenheit verblendet
und gehemmt worden sind, und daß diese ihrerseits wieder dazu beigetragen
haben, das Volk in Finsternis zu halten.
Nur wenige
erkennen, daß ein wirkliches Bibelstudium, so wie es in den Tagen der Apostel
in der frühen Herauswahl stattfand, erst jetzt wieder durch die Bibelforschern
zurückgekommen ist.
In den ersten
Auflagen dieses Bandes wurde der Titel ,, Millennium Tagesanbruch"
gebraucht; aber wir fanden heraus, daß einige dadurch getäuscht worden sind,
meinend, es handle sich um einen Roman.
Damit niemand getäuscht werde und niemand durch solch eine Täuschung sich zum Kaufe bewegen lassen möge, haben wir ihm
später den jetzigen Titel "Schriftstudien" gegeben, welchen niemand
mißverstehen kann.
Viele Frage
haben uns erreicht, warum diese Bücher nicht in den Buchhandlungen gefunden
werden können. Unsere Antwort lautet, daß, während die Buchverleger sich freuen
würden, diese Bücher zu haben, es doch gewisse religiöse Zeloten (Eiferer)
gibt, die ihren Verkauf nicht erlauben wollen und deren Boykott androhen.
Zuerst erschien das als ein großes Mißgeschick-als ob es der Macht des
Widersachers gestattet wäre, die Ausbreitung der Wahrheit zu verhindern. Aber
Gott lenkte in seiner Gnade die Angelegenheit, so daß heute wahrscheinlich kein
anderes Buch so weit verbreitet ist, wie dieser Band. Diejenigen, welche sich
aus Vorurteil weigerten, das Buch zu lesen, und gegen dasselbe ankämpften,
taten es, weil sie an Unwahrheiten und falsche Darstellungen glaubten.
Viele von
diesen Büchern sind von Menschen verbrannt worden, die sie niemals gelesen
haben, weil sie durch falscher Darstellungen beeinflußt waren. Genauso war es
während des Finsteren Mittelalters in bezug auf die Nachfolger Jesu, die als
Märtyrer litten. Ja, Jesus selbst litt durch die Hände solcher, die weder Ihn
noch seine Lehren verstanden, wie der Apostel Petrus sehr deutlich erklärt. ,,
Und jetzt Brüder, ich weiß, daß ihr in Unwissenheit gehandelt habt, gleichwie
auch eure Obersten." (Apg. 3:17.) ,, Denn wenn sie es erkannt hätten, so
würden sie wohl den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt haben." (1.
Kor. 2:8.)
Wenn aber die
Feinde dieses Buches bitter, ungerecht und unaufrichtig gewesen sind, so sind
seine Freunde in gleichem Maße warm und eifrig. Die Millionen von Kopien in den
Händen des Volkes wurden nahezu alle durch die Freunde dieses Buches
verbreitet, welche aus Liebe zur Wahrheit Zeit und Kraft für seine weite
Verbreitung gegeben haben. Während wir diese Zeilen schreiben, haben wir
Kenntnis von der Tatsache, daß ungefähr 600 Christen verschiedener Lebenswege
,, alles verlassen haben", irdische Geschäfte, Berufe und Aussichten,
damit sie den Herrn verherrlichen und seine hungrigen Heiligen segnen mögen,
indem sie diesen kleinen Band in ihre Hände legen. Sie schließen Ärzte, Schullehrer,
Krankenschwestern, Prediger, Friseure, Mechaniker, Leute aus allen Lebenswegen
mit ein, die selbst im Herzen durch die Liebe Gottes berührt wurden und jetzt
darauf bedacht sind, den Segen auch anderen Herzen und Köpfen weiterzugeben.
Die Bücher
werden zu einem niedrigen Preis verkauft, und diese Kolporteure, die sie der
Öffentlichkeit anbieten, können damit kaum ihre Kosten bestreiten. Sie freuen
sich jedoch umso mehr, wenn sie manchmal Entbehrungen erdulden und würdig
erachtet werden, einige Unannehmlichkeiten und Verluste um des Herrn, der
Wahrheit und der Brüder willen zu erleiden. Das gute Werk geht weiter, die
Botschaft von dem Leben in Christus geht von Hand zu Hand. Das gegenwärtige
Ergebnis von diesem Band ist enorm groß. Möge seine Segnung in zukünftigen
Tagen ebenso groß sein wie in der Vergangenheit. Der Verfasser und die
Herausgeber können nicht um mehr bitten.
Mit den besten
Wünschen für alle Leser,
Euer Diener im
Herrn Charles T, Russell
Brooklyn
N. Y., 1. Oktober 1916
STUDIE 1—Die
Sündennacht der Erde soll in einem Freudenmorgen zu Ende gehen.
Eine Nacht des
Weinens und ein Morgen der Freude. -Zwei Wege, die Wahrheit zu suchen. -Der
Weg, der hier eingeschlagen wird. -Der Umfang des Werkes. -Unterschied zwischen
dem ehrfurchtsvollen Forschen in der Schrift und der gefährlichen Gewohnheit
der Mutmaßung. -Der Zweck der Prophezeiungen. - Der gegenwärtige religiöse
Zustand der Welt von zwei Standpunkten aus betrachtet. -Ägyptische Finsternis.
-Ein Bogen der Verheißung. -Der Pfad der Gerechten ist ein fortschreitender.
-Ursache des großen Abfalls. -Die Reformation. -Die gleiche Ursache verhindert
erneut einen wirklichen Fortschritt. -Vollkommenheit in der Erkenntnis nicht
eine Sache der Vergangenheit, sondern der Zukunft.
Der Titel von
der Reihe der Schriftstudienbände- ,, Der Göttliche Plan der Zeitalter"
-deutet auf einen Fortschritt in der göttlichen Anordnung hin, welche von Gott
zuvor gekannt und festgelegt worden ist. Wir glauben, daß die Lehren der
göttlichen Offenbarung nur von diesem Standpunkt aus und von keinem anderen als
schön und harmonisch anerkannt werden können. Die Zeitspanne, in welcher die
Sünde zugelassen ist, ist für die Menschheit eine finstere Nacht gewesen, die
nie vergessen werden wird; aber der herrliche Tag der Gerechtigkeit und der
göttlichen Gnade wird durch den Messias herbeigeführt werden, welcher sich als
die Sonne der Gerechtigkeit erheben wird und vollkommen und sehr klar in und
über allen scheinen wird, Heilung und Segnung herbeiführend, so daß dieser Tag
bei weitem die schreckliche Nacht des Weinens und des Seufzen, der Schmerzen
und der Krankheit und des Todes ausgleichen wird, in welchem Zustand sich die
seufzende Schöpfung so lange befunden hat. ,, Das Weinen mag für eine Nacht
lang anhalten, aber am Morgen kommt Freude." Psl. 30:5 (Living-Bible-Übersetzung)
Obwohl die
ganze Schöpfung, während sie sich in Schmerzen plagt und abmüht, gefühlsmäßig auf den Tag wartet, sich nach
ihm sehnt und auf ihn hofft, den sie ,, das goldene Zeitalter" nennt,
tasten die Menschen bis jetzt blindlings um sich herum, weil sie nicht die
gnadenvollen Absichten des großen Jehova kennen. Aber ihre höchsten
Vorstellungen von solch einem Zeitalter liegen weit hinter dem zurück, was die
Wirklichkeit sein wird. Der große Schöpfer bereitet ,, ein Mahl von
Fettspeisen" vor (Jes. 25:6), welches seine Geschöpfe in Staunen setzen
wird und über die Maßen und überaus reichlich jenseits dessen sein wird, was
sie vernünftigerweise erbitten oder erwarten könnten. Und seinen erstaunten
Geschöpfen, welche die Länge und Breite, die Höhe und Tiefe der Liebe Gottes
betrachten, welche alle Erwartung übertrifft, erklärt er: ,, Meine Gedanken
sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der
Herr; denn wie der Himmel höher ist als die Erde, so sind auch meine Wege höher
als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken." -Jes. 55:8-9
Obgleich wir
uns in diesem Werke darum bemühen werden, und wir glauben mit Erfolg, dem
interessierten und vorurteilsfreien Leser den Plan Gottes, wie er sich auf die
Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft seiner Handlungen bezieht und sie
erklärt, in einer harmonischeren,
schöneren und vernünftigeren Weise darzustellen als er
gewöhnlich verstanden wird, so wird doch ganz klar darauf hingewiesen, daß dies
nicht das Ergebnis außergewöhnlicher Weisheit oder Fähigkeit auf der Seite des
Verfassers sei. Es ist das Licht von der Sonne der Gerechtigkeit in dieser
Morgendämmerung des Millenniumtages
(des Tausendjährigen Tages), welches diese Dinge als ,, gegenwärtige
Wahrheit" (2. Pet. 1:12) offenbart, die jetzt an der Zeit sind, von den
Aufrichtigen, die reines Herzens sind, gewürdigt zu werden.
Seitdem es
verbreitet ist, alles anzuzweifeln, wird oft sogar von Aufrichtigen die
Grundlage von dem wahren Glauben und die Grundlage der Wahrheit in Frage
gestellt. Wir haben uns darum bemüht, genug von dieser Grundlage, auf welcher
aller Glauben aufgebaut sein sollte-dem Worte Gottes-zum Vorschein zu bringen,
um selbst den Ungläubigen Vertrauen und Zuversicht in sein Zeugnis zu geben.
Und wir haben uns darum bemüht, das in
einer Weise zu tun, daß es ansprechend ist und durch den Verstand als Grundlage
angenommen werden kann. Dann haben wir uns darum bemüht, auf dieser Grundlage
die Lehren der Schrift in solch einer Weise aufzubauen, daß, soweit als
möglich, selbst rein menschliches Urteil seine Ecken und Kanten prüfen mag mit
dem genauesten Maßstab der Gerechtigkeit, der ihm zur Verfügung steht.
In der
Überzeugung, daß die Schrift einen feststehenden und harmonischen Plan
offenbart, der, wenn erkannt, sich jedem geheiligten Gewissen von selbst
empfiehlt, ist dieses Werk in der Hoffnung veröffentlicht worden, den Forschern
des Wortes Gottes durch die Darlegung von Denkrichtungen, die mit einander und
mit dem inspirierten Worte in Harmonie sind, eine Handleitung zu geben.
Diejenigen, welche die Bibel als die Offenbarung von Gottes Plan anerkennen-und
an solche wenden wir uns ganz besonders-werden zweifelsfrei zugeben, daß die Lehren, wenn sie von Gott eingegeben
sind, als Ganzes genommen einen harmonischen und mit sich selbst und mit dem
Charakter des göttlichen Urhebers übereinstimmenden Plan offenbaren müssen.
Unser Ziel als Wahrheitssucher sollte sein, den ganzen von Gott geoffenbarten
Plan in seiner Vollkommenheit und Harmonie zu erkennen; und als Kinder Gottes
haben wir allen Grund dafür, dies zu erwarten, weil es verheißen worden ist,
daß der Geist der Wahrheit uns in die ganze Wahrheit leiten wird. Joh. 16:13
Als Fragende,
eröffnen sich uns dabei zwei Methoden. Die eine ist, unter allen Ansichten, die
von den verschiedenen Sekten der Kirchen vorgeschlagen werden, zu suchen, und
von jeder den Bestandteil anzunehmen, welchen wir als die Wahrheit betrachten
mögen-eine endlose Aufgabe. Eine Schwierigkeit, auf welche bei dieser Methode
treffen würden, ist die, daß, wenn unser Urteil verzerrt und verdreht ist, oder
unsere Vorurteile nach irgend einer Seite hin eingeschlagen sind-und bei wem
ist das nicht der Fall-diese Schwierigkeiten unsere richtige Wahl verhindern
würden, und wir so den Irrtum wählen würden und die Wahrheit verwerfen.
Außerdem, wenn wir dies als unsere Methode wählen würden, würden wir viel
verlieren, weil die Wahrheit voranschreitet und bis zum vollkommenen Tag immer
heller leuchtet für diejenigen, welche nach ihr suchen und in ihrem Lichte
wandeln (Spr. 4:18), während die verschiedenen Glaubensbekenntnisse der vielen
Sekten feststehend und stillstehend sind, und in dieser Weise schon vor Jahrhunderten aufgestellt wurden.
Und jedes von ihnen muß einen großen Teil von Irrtum enthalten, da eins dem
andern in wichtigen Punkten widerspricht. Diese Methode würde in ein Labyrinth
von Verwirrung und Unklarheit führen. Die andere Methode ist die, daß wir unser
Verständnis von allen Vorurteilen befreien und bedenken, daß niemand mehr über
Gottes Pläne wissen kann, als er in seinem Wort geoffenbart hat, und daß es den
Sanftmütigen und von Herzen Demütigen gegeben worden ist; und nur als solche,
welche ernstlich und aufrichtig seine Leitung und Belehrung suchen, werden wir
von seinem großen Urheber geführt zu einem Verständnis desselben, wie es an der
Zeit ist, verstanden zu werden, indem wir von den verschiedenen Hilfsmitteln,
welche von Gott bereitgestellt wurden, Gebrauch machen. Siehe Eph 4:11-16
Als ein
Hilfsmittel für diese Klasse von Bibelforschern ist dieses Werk ganz besonders
bestimmt. Man wird bemerken, daß die Beweisführungen nur aus der Schrift
genommen sind, ausgenommen da, wo die Weltgeschichte angeführt werden kann als
Erfüllung der Erklärungen der Schrift. Dem Zeugnis der modernen Theologen ist
kein Gewicht beigelegt und das der sogenannten Kirchenväter ist beiseite
gelassen worden. Viele von ihnen haben in Übereinstimmung mit den Gedanken, die
hier ausgedrückt werden, Zeugnis abgelegt, aber wir glauben, daß es ein
allgemeiner Irrtum dieser und aller Zeit ist, daß die Menschen bestimmte Lehren
glauben, weil andere es taten, zu denen sie Vertrauen hatten. Das ist sehr
eindeutig eine
fruchtbare Ursache für den
Irrtum gewesen, weil viele gute Menschen Irrtum geglaubt und gelehrt haben mit
einem ganz guten Gewissen. (Apg. 26:9) Die Wahrheitssucher sollten ihre Gefäße
von den schlammigen Wassern der Tradition entleeren, und sie an der Quelle der
Wahrheit-dem Worte Gottes-füllen. Keine religiöse Belehrung sollte Gewicht
haben, es sei denn, daß sie die Wahrheitssucher zu dieser Quelle führe.
Auch wenn für
eine allgemeine und schnelle Untersuchung der ganzen Bibel und ihrer Lehren, dieses
Werk viel zu klein ist; so haben wir uns aber trotzdem darum bemüht, die Eile
unserer Zeit erkennend, uns so kurz zu fassen, als die Wichtigkeit der Themen
es zuzulassen erschien.
Dem
interessierten Bibelforscher möchten wir darauf hinweisen, daß es für ihn
nutzlos sein würde, dieses Werk nur zu überfliegen und zu hoffen, die Kraft und
die Harmonie des dargelegten Planes und der darin angeführten Schriftbeweise zu
erhalten. Wir haben uns stets darum bemüht, die verschiedenen Teile der
Wahrheit nicht nur in solch einer Sprache, sondern auch in einer solcher
Reihenfolge darzulegen, daß es für alle Leserkreise möglichst leicht werde, den
Gegenstand und allgemeinen Plan sehr klar zu begreifen. Während für die
Wertschätzung irgendeiner Wissenschaft ein durchgängiges und ordentliches
Studium erforderlich ist, so ist das ganz besonders bei der Wissenschaft der
göttlichen Offenbarung der Fall. Und bei diesem Werk ist es doppelt notwendig
aus der Tatsache heraus, daß es zusätzlich zu seinem Wesen von einer Abhandlung
über göttlich geoffenbarte Wahrheiten auch noch eine Untersuchung der Themen
ist, und das von einem ganz unterschiedlichen Standpunkt heraus, als, soweit
wie wir wissen, es in irgendeinem anderen Werk der Fall ist. Wir müssen keine
Entschuldigung für die Behandlung vieler Themen anbieten, welche gewöhnlich
durch Christen vernachlässigt werden-unter anderem das Kommen unseres Herrn,
die Prophezeiungen und die symbolischen Darstellungen des Alten und Neuen
Testaments. Kein theologisches System sollte aufgestellt oder angenommen
werden, das die wichtigsten Züge der Lehren der Schrift übersieht oder ausläßt.
Wir vertrauen aber darauf, daß ein großer Unterschied erkannt werden wird
zwischen dem aufrichtigen, vernünftigen und ehrfurchtsvollen Studium der Prophezeiung
und anderer Schriftstellen in dem Licht erfüllter, historischer Tatsachen, um
zu Schlußfolgerungen zu gelangen, denen der geheiligte, gesunde
Menschenverstand zustimmen kann, und im Gegensatz dazu einer sehr
weitverbreiteten Ausübung allgemeiner Spekulation und Mutmaßung, welche, wenn
sie auf die göttlicher Prophezeiung angewandt wird, sehr leicht dazu führt, die
Zügel loszumachen hin zu unsicherer Theorie und zu ungenauer Phantasie.
Diejenigen, welche in diese gefährliche Gewohnheit verfallen sind, entwickeln
sich gewöhnlich zu Propheten (?) anstatt zu Forschern der Propheten.
Keine Arbeit
ist edler und erhebender als das ehrfurchtsvolle Studium der geoffenbarten
Absichten von Gott, ,, in welche Dinge die Engel hinauszuschauen
wünschen." (1. Petr. 1:12) Die Tatsache, daß Gottes Weisheit sowohl
Prophezeiungen über die Zukunft bereitgestellt hat als auch Aussagen über die
Gegenwart und die Vergangenheit, ist an sich selbst ein Tadel von Jehova
betreffend die Torheit einiger seiner Kinder, welche ihre Unwissenheit und
Nachlässigkeit beim Studium seines Wortes damit entschuldigt haben, daß sie
sagten: ,, Es ist genug im fünften Kapitel des Matthäus enthalten, um irgend
einen Menschen selig zu machen." Ebensowenig dürfen wir annehmen, daß die
Prophetie lediglich dazu gegeben worden ist, um die Neugierde über die Zukunft
zu befriedigen. Ihr Zweck ist ganz offensichtlich der, das Gott geweihte Kind
mit dem Plane seines Vaters vertraut zu machen und so sein Interesse und seine
Anteilnahme an diesem Plan hervorzurufen und es so zu befähigen, sowohl die
Gegenwart als die Zukunft von Gottes Standpunkt aus zu betrachten. Wenn es auf
diese Weise an des Herrn Werk interessiert worden ist, dann mag es auch mit dem
Geiste und mit dem Verstand dienen; nicht nur als ein Knecht, sondern als ein Kind und als ein Erbe. Die Offenbarung
dessen, was kommen soll, hebt für dasselbe den Einfluß auf, den die Gegenwart
ausübt. Die Wirkung des sorgfältigen Studiums kann nicht anders als stärkend
für den Glauben und antreibend zur Heiligung sein.
In Unwissenheit
über Gottes Plan hinsichtlich der Befreiung der Welt aus der Sünde und ihren
Folgen und unter der falschen Vorstellung, daß die Namenchristenheit in ihrem
jetzigen Zustand das einzige Werkzeug für ihre Bekehrung sei, ist der Zustand
der Welt von heute, nachdem das Evangelium seit fast neunzehn Jahrhunderten
gepredigt worden ist, der, daß in jedem nachdenkenden Verstand, das in dieser
Weise so falsch belehrt worden ist, ernste Zweifel entstehen. Und solche
Zweifel sind nicht leicht von etwas anderem zu beseitigen als von der Wahrheit
allein. In der Tat, jedem nachdenkenden Beobachter muß eins von beiden
einleuchten: Entweder die Kirche hat einen großen Fehler gemacht, indem sie
annahm, daß ihre Aufgabe im gegenwärtigen Zeitalter und in ihrem gegenwärtigen
Zustand die gewesen sei, die Welt zu bekehren, oder aber Gottes Plan ist ein
kläglicher Fehlschlag gewesen. Welche Seite von diesen zwei Situationen sollen
wir annehmen? Viele haben und noch viele mehr werden ohne Zweifel die letztere
annehmen und die Reihen des Unglaubens werden zunehmen, sei es heimlich oder
öffentlich. Um solchen zu helfen, die auf diese Weise straucheln, ist eine der
Absichten von diesem Band.
Auf der
nächsten Seite stellen wir ein Diagramm dar, welches zuerst von der ,, Londoner
Missions-Gesellschaft" und danach in den Vereinigten Staaten von dem ,,
Presbyterianischen Frauen-Missions-Verein" veröffentlicht wurde. Er wurde
,, ein stummer Hilferuf von seiten der ausländischen Missionen" genannt.
Er erzählt eine traurige Geschichte von der Finsternis und Unwissenheit von dem
einzigen Namen unter dem Himmel, in welchem wir errettet werden können.
,, The
Watchman" - eine Zeitschrift des Y. M. C. A. (des Christlichen Vereins
Junger Männer-C. V. J. M.) von Chicago-veröffentlichte auch dasselbe Diagramm und kommentierte es
mit folgenden Worten:
"Die
Vorstellungen, die manche von dem religiösen Zustand der Welt haben, sind sehr
nebelig und unbestimmt. Wir hören von großartigem Erweckungswerk in der Nähe
und Ferne, von neuen Missionsbestrebungen nach allen Seiten hin, von einem Land
nach dem anderen, das sich dem Evangelium auftut, und von großen Summen, die zu
seiner Verbreitung verwendet werden; und wir erhalten die Vorstellung, daß zur
Bekehrung der Völker der Erde genügende Anstrengungen gemacht werden. Man
schätzt die heutige Bevölkerung der Erde auf eine Milliarde
vierhundertvierundzwanzig Millionen (1.424.000,000); und wenn man das Diagramm
genau betrachtet, so wird man erkennen, daß bedeutend über die Hälfte-nahezu
zwei Drittel-noch ganz heidnisch sind, und der Rest zum größten Teil entweder
Nachfolger Mohammeds oder Glieder der beiden großen abtrünnigen Kirchen sind,
deren Religion tatsächlich ein Götzendienst im christlichen Gewande ist, und
von denen man kaum sagen kann, daß sie an dem
Evangelium von Christus noch festhalten oder lehren. Auch muß man, was
die einhundertundsechzehn Millionen (116.000.000) Protestanten dem Namen nach
anbetrifft, bedenken, welch ein großer Teil in Deutschland, England und in
diesem Land in den Unglauben versunken ist-eine Finsternis, womöglich noch
dichter als die des Heidentums-und wieviele durch Aberglauben verblendet oder
in äußerster Unwissenheit geknechtet sind. Während also acht Millionen Juden
Jesus von Nazareth verwerfen, und mehr als dreihundert Millionen, die seinen
Namen tragen, vom Glauben an ihn abgefallen sind, beugen sich weitere
hundertsiebzig Millionen vor Mohammed; und die ungeheuren Massen der übrigen
Menschheit sind bis auf den heutigen Tag Anbeter von Stock und Stein, ihrer
eigenen Vorfahren, toter Helden oder selbst des Teufels; alle
haben in der
eine Weise oder in der anderen das Geschöpf angebetet und ihm gedient anstatt
dem Schöpfer, welcher ist der Gott über allen und gesegnet für immer. Ist das
nicht genug, um das Herz des denkender Christen tieftraurig zu machen."
Wahrlich, dies
ist ein trauriges Bild! Und wenn das Diagramm auch unterschiedliche Schatten
zwischen Heiden, Mohammedanern und Juden darstellt, so sind doch in der
gänzlichen Unwissenheit über Christus alle gleich. Im ersten Augenblick möchten
wohl manche meinen, daß diese Ansicht über das Zahlenverhältnis der
Christenheit zu schwarz und übertrieben sei, wir hingegen glauben das gerade
Gegenteil. Es zeigt die Namenchristenheit in möglichst glänzenden Farben. Die
als Protestanten aufgezählten 116 Millionen zum Beispiel übersteigen bei weitem
die wirkliche Zahl. Sechzehn Millionen, glauben wir, würde viel eher die Zahl
der erwachsenen, bekennenden Kirchenmitglieder treffen; und eine Million,
befürchten wir, wäre viel zu hoch eingeschätzt für die "kleine
Herde", die "Geheiligten in Christo Jesu", die ,, nicht nach dem
Fleisch wandeln, sondern nach dem Geist." Man sollte im Gedächtnis
behalten, daß ein großer Teil der Kirchenmitglieder, welche in der Berechnung
immer mitgezählt werden, junge Kinder
und Minderjährige sind. Besonders ist dies in den Ländern Europas der Fall. In
einigen dieser Länder werden die Kinder von ihrer frühesten Kindheit an als
Kirchenmitglieder angesehen.
Aber so dunkel
wie dieses Bild auch erscheint, es ist noch nicht das dunkelste Bild, das die
gefallene Menschheit darbietet. Das jetzt folgende Diagramm stellt nur die
gegenwärtig lebende Generation dar. Wenn wir die Tatsache betrachten, daß
Jahrhundert für Jahrhundert in den vergangenen sechstausend Jahren weitere
große Mengen dahin geschwommen sind, die fast alle in derselben Unwissenheit
und Sünde verstrickt gewesen sind, wie dunkel ist der Überblick dann! Vom
allgemein üblichen Standpunkt aus gesehen ist es wahrlich ein schreckliches
Bild! Das Diagramm, welches die Zahl der Menschheit im Jahre 1886 und ihr
Zahlenverhältnis in religiöser Beziehung veranschaulicht.
Die
verschiedenen Glaubensbekenntnisse von heute lehren, daß alle diese Milliarden
der Menschen, unbekannt mit dem einzigen Namen unter dem Himmel, in welchem wir
errettet werden können, sich auf dem direkten Weg zur ewigen Qual befinden; und
nicht nur das, sondern auch all die 116 Millionen Protestanten, ausgenommen die
verschwindend kleine Zahl der Heiligen, seien des gleichen Schicksals gewiß.
Kein Wunder daher, daß diejenigen, welche solch schreckliche Gedanken über
Jehovas Plan und Absichten haben, in der Förderung von Missionsunternehmungen
sehr eifrig sind-das Wunder dabei ist, daß sie daran nicht verzweifeln. In
Wirklichkeit an dies zu glauben und solche Schlußfolgerungen wertzuschätzen,
würde jegliche Freude im Leben rauben und würde jeden heiteren Ausdruck des
Wesens in Trauer hüllen.
Zum Beweis
dafür, daß wir die sogenannte "Orthodoxie" in bezug auf das Schicksal
der Heiden nicht falsch dargestellt haben, zitieren wir den Schlußsatz der
Flugschrift ,, Ein stummer Hilferuf von seiten der ausländischen
Missionen" an, in dem das Diagramm veröffentlicht worden war. Derselbe
lautet: "Bekehrt die mächtigen Generationen im Ausland - die 1.000 Millionen Seelen, von denen pro
Tag 100.000 in Verzweiflung ohne Christus dahinsterben."
Aber obwohl
dies vom Standpunkt menschlicher Glaubensbekenntnisse aus eine traurige
Aussicht ist, so bietet die heilige Schrift doch einen viel tröstlicheren
Ausblick dar, welchen darzulegen, die Absicht dieser Seiten ist. Durch das Wort
belehrt können wir nicht glauben, daß Gottes großer Plan der Errettung je solch
ein Fehlschlag sein sollte. Es wird für das erstaunte Kind Gottes eine
Erleichterung sein festzustellen, daß der Prophet Jesaja diesen bestimmten
Zustand der Dinge und seine Heilung genau voraussagt mit den Worten: ,, Siehe,
Finsternis bedeckt die Erde und Dunkel die Völker, aber über dir geht auf der
Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. Und die Nationen (Heiden)
werden in deinem Lichte wandeln." (Jes. 60:2,3) In dieser Prophezeiung
wird die dichte Finsternis durch den Bogen der Verheißung erleuchtet: "Die
Nationen (alle Nationen der Erde überhaupt) werden in deinem Lichte
wandeln."
Der ständige
Kummer und die andauernde Finsternis der Welt und der langsame Fortschritt der
Wahrheit war ein Geheimnis, aber auch die Welt selbst hat ihren Zustand erkannt
und gefühlt. Ähnlich der Dunkelheit, die Ägypten einhüllte, und die gefühlt
werden konnte. Als Beweis für dies erkenne den Geist der folgenden Zeilen, ein
Ausschnitt aus einer Zeitung aus Philadelphia. Der Zweifel und die Finsternis,
welche durch die verschiedenen Glaubensbekenntnisse der verschiedenen Schulen
zugenommen hat, ist bis jetzt in dem Verstand des Schreibers noch nicht beseitigt
worden durch Strahlen von der göttlichen Wahrheit direkt aus dem Worte Gottes:
"Leben!
Ein großes Geheimnis! Wer wir sagen: Wozu braucht Gott diesen armseligen Ton?
Geformt aus seiner Hand mit mächtiger Geschicklichkeit- Verstand, Materie,
Seele und einem sturen Willen; Geboren, aber am Sterben: sicheres Schicksal-der
Tod. Dann, wohin, wohin flieht dieser Atem? Niemand von all den zahllosen
Menschen, welche leben und sterben und lange leiden, kehrt zurück, um den
großen Plan zu erzählen- die Zukunft, welche Dir und mir gehört. Wir bitten
Dich, o Gott! um einige neue Lichtstrahlen, damit unser Weg erleuchtet wird;
nicht auf Glauben gegründet, sondern auf klarer Sicht, um diese dunklen Wolken
der Nacht zu vertreiben; dieser Zweifel, diese Angst, diese bebende Furcht;
diese Gedanken, die trüben unsere Segnungen hier. Der ruhelose Verstand,
welcher hin und her geworfen wird, verwirft die Glaubenssätze des Tages, welche
durch sich widersprechende Sekten und Schulen gelehrt werden, um den Verstand
mit ihren Regeln zu fesseln. Wir trachten danach, Dich zu erkennen, wie Du
bist- unseren Platz bei Dir-und dann die Rolle, welche wir in diesem
phantastischen Plan spielen, unendlicher Schöpfer. Hebe den Vorgang hoch,
welcher die Sicht verdeckt; befehle erneut: Es werde Licht! Offenbare diese
Geheimnisse deines Thrones; wir suchen in der Finsternis nach dem
Unbekannten."
Wir antworten
an diesen:
Es wird bald
gesagt werden, das Geheimnis des Lebens ist unverschlüsselt, welche Freude hat
Gott in seinem armseligen Ton, geformt aus seiner Hand mit mächtiger
Geschicklichkeit, in seinem Ebenbild ausgezeichnet-Verstand und Willen; nicht
geboren, um zu sterben-nein, eine zweite Geburt folgt auf den Satz-"Erde
zu Erde." Einer von all den mächtigen Heerscharen, welcher lebte und starb
und viel erlitt, wurde auferweckt und beweist Gottes großartigen Plan. -
Deshalb gehört die Zukunft Dir und mir. Sein Wort gibt diese neue Lichtstrahlen
bekannt, um uns auf unserem Weg zu leiten; jetzt auf Glauben gegründet, aber
zuversichtlich in Aussicht, diese dunklen Wolken der Nacht vertreibend, diesen
Zweifel, diese Angst, diese bebende Furcht, diese Gedanken, welche unsere
Segnungen hier betrübt haben. Jetzt, Herr, verwirft dieser Verstand, welcher
hin und her geworfen war, die Glaubenssätze dieser Zeit, welche von den
verschiedenen Sekten und Schulen gelehrt wurde, um den Verstand mit ihren
Regeln zu fesseln, Man suche und lerne Dich kennen, wie Du bist, unseren Platz
bei Dir und dann die Rolle, die wir in diesem phantastischen Plan spielen, unendlicher
Schöpfer. Hebe den Vorhang hoch, offenbare völlig, denjenigen, die in des
Himmels Licht wandeln, das herrliche Geheimnis von deinem Thron, verborgen seit
Zeitaltern, jetzt aber bekannt gemacht.
Solch ein Segen
kommt jetzt zu der Welt durch die Entfaltung der göttlichen Absicht und der
Öffnung des göttlichen Wortes, von dessen Segen und Offenbarung dieser Band ein
Teil ist, wie wir zuversichtlich sind.
Derjenige,
welcher sich von bloßer menschlicher Mutmaßung wegwendet und seine Zeit auf das
Suchen in der Schrift verwendet und dabei seinen Verstand nicht ausschließt,
den zu gebrauchen Gott geradezu einlädt (Jes. 1:18), der wird feststellen, daß
ein gesegneter Bogen der Verheißung die
Himmel umspannt. Es ist ein Fehler anzunehmen, daß solche, die ohne Glauben und
infolgedessen ohne Rechtfertigung sind, in der Lage sind, die Wahrheit klar zu
erfassen: Für solche ist es nicht. Der Psalmist sagt: "Licht (Wahrheit)
ist gesät dem Gerechten." (Psl. 97:11) Für das Kind Gottes ist eine Leuchte
bereitet, deren Licht von seinem Wege viel Dunkelheit verscheucht. "Dein
Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege." (Psl.
119:105) Aber es ist nur ,, der Pfad der Gerechten", der immer
"heller leuchtet bis zum vollen Tag." (Spr. 4:18) In Wirklichkeit
gibt es keinen Gerechten; "da ist nicht, der gerecht sei, auch nicht
einer" (Röm. 3:10); die "durch den Glauben Gerechtfertigten"
sind damit gemeint. Diesen allein ist das Vorrecht gegeben, auf dem heller und
heller werdenden Pfad zu wandeln-und nicht nur die gegenwärtigen Entfaltungen
des Planes Gottes, sondern auch die Dinge zu sehen, die kommen. Während es wahr
ist, daß der Pfad eines jeden einzelnen Gläubigen wie ein Licht ist, so gilt
die besondere Anwendung dieser Aussage jedoch den Gerechten (Gerechtfertigten)
als einer Klasse. Patriarchen, Propheten, Apostel und Heilige der
Ver-gangenheit und Gegenwart wandelten in seinem zunehmenden Licht; und dieses
Licht wird auch noch über die Gegenwart hinaus-"bis zum vollen Tag"
hin-zunehmen. Es ist ein sich fortsetzender Pfad, und auf ihm leuchtet das
beständig heller leuchtende Licht als die göttliche Urkunde, so wie es an der
Zeit ist.
Darum
"freuet euch des Herrn, ihr Gerechten", erwartend die Erfüllung
seiner Verheißung. Viele haben so wenig Glauben, daß sie nicht nach mehr Licht
suchen, und wegen ihrer Untreue und ihrer Gleichgültigkeit ist es zugelassen,
daß sie in der Finsternis sitzen bleiben, während sie in dem zunehmenden Lichte
hätten wandeln können.
Der Geist
Gottes, gegeben um die Herauswahl in die ganze Wahrheit zu leiten, wird von dem
nehmen, was geschrieben steht, und es uns offenbaren; aber über das hinaus, was
geschrieben steht, bedürfen wir nichts, denn die Heilige Schrift ist fähig, uns
weise zu machen für unsere Errettung durch den Glauben, der in Christus Jesus
ist. -2. Tim. 3:15
Während es
immer noch wahr ist, daß ,, Finsternis die Erde bedeckt und Dunkel die
Völker", so wird die Welt jedoch nicht immer in diesem Zustand verbleiben,
Wir sind gewiß, daß "der Morgen kommt" (Jes. 21:12). Wie Gott jetzt
die natürliche Sonne über Gerechte und Ungerechte scheinen läßt, so wird im
Tausendjahrtag die Sonne der Gerechtigkeit scheinen zum Heil der ganzen Welt
und "ans Licht bringen, was im Finstern verborgen ist". (1. Kor.
4:5) Sie wird die schädlichen Dünste
des Bösen zerstreuen und Leben, Gesundheit, Friede und Freude bringen.
Wenn wir zurück
in die Vergangenheit blicken, so finden wir, daß damals das Licht nur schwach
leuchtete. Dunkel und unbestimmt waren die früheren Verheißungen. Die dem
Abraham gegebenen Verheißungen und andere, vorbildlich in dem Gesetz und den Anordnungen
des fleischlichen Israel dargestellt, waren nur Schatten und gaben nur eine
schwache Vorstellung von Gottes wunderbaren und herrlichen Plänen. Sobald wir
die Tage von Jesus erreichen, nimmt das Licht zu. Bis dahin war die höchste
Erwartung die gewesen, daß Gott einen Erretter senden würde, der Israel von
seinen Feinden befreien und sie zur ersten Nation der Erde erhöhen würde, in
welcher Stellung der Macht und des Einflusses Gott sie benutzen würde als sein
Werkzeug in der Segnung aller Geschlechter der Erde. Das ihnen angebotene
Erbteil in dem Königreich Gottes war so unterschiedlich in dem Zustand, welcher
gefordert wurde, von dem, was sie erwartet hatten, und die Aussichten für die
"kleine Herde", die auserwählt wurde, waren äußerlich und menschlich
betrachtet so unwahrscheinlich, daß sie jemals die verheißene Größe erreichen
würden, daß dadurch alle, mit Ausnahme der Wenigen, der frohen Botschaft
gegenüber verblendet wurden. Und ihre Blindheit und Feindseligkeit ihr
gegenüber nahm natürlich noch zu, als in dem Fortgang des Planes Gottes die
fest bestimmte Zeit kam, um die Botschaft auszuweiten, und die Einladung, an
dem verheißenen Königreich teilzuhaben und durch die Ausübung des Glaubens zu
einem Kind des gläubigen Abraham und zu einem Erben der ihm gegebenen
Verheißung zu werden, an jedes Geschöpf unter dem Himmel erging.
Als aber das
Evangelium, welches Jesus verkündigt hatte, nach Pfingsten verstanden wurde,
wurde von der Herauswahl erkannt, daß die Segnungen für die Welt von
andauerndem Charakter sein sollten und daß zur Vollendung dieser Absicht das
Königreich ein geistiges sein wird und aus "rechten Israeliten",
einer "kleinen Herde", bestehen würde, die sowohl aus Juden als auch
aus den Nationen heraus gewählt werden, um zur geistigen Natur und Macht erhöht
zu werden. Daher lesen wir, daß Jesus Leben und Unsterblichkeit an das Licht
gebracht durch das Evangelium. (2. Tim. 1:10) Und noch helleres Licht leuchtet
seit Jesus Tagen, wie er es selbst vorausgesagt hatte:
"Ich habe
euch noch viel zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener,
der Geist der Wahrheit, kommen wird, der wird euch in die ganze Wahrheit
leiten, ... und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen." -Joh. 16:12,
13
Nachdem die
Apostel entschlafen waren, kam jedoch eine Zeit, da die Mehrzahl in der
Herauswahl ihre Lampen zu vernachlässigen anfingen und nach menschlichen
Lehrern um Führung ausschaute; und diese Lehrer, von Hochmut aufgeblasen,
nahmen Titel und Ämter an und begannen, über Gottes Erbe zu herrschen. Danach
wurde durch Rangordnungen ein besonderer Stand ins Leben gerufen, "die
Geistlichkeit" genannt, die sich selbst als geeignete Führer in Glauben
und Leben ansahen und von anderen so angesehen wurden, und die das Wort Gottes
beiseite geschoben haben. Auf diese Weise wurde mit der Zeit das große System
des Papsttums hervorgebracht durch diese unpassende Wertschätzung für die
Lehren fehlbarer Menschen und durch die Vernachlässigung des Wortes des
unfehlbaren Gottes.
Die üblen
Auswirkungen sind tatsächlich sehr ernst gewesen, die durch diese
Vernachlässigung der Wahrheit entstanden sind. Wie alle wissen sind sowohl die
Kirche als auch die zivilisierte Welt durch jenes System fast vollständig
versklavt und zur Anbetung menschlicher Überlieferungen und
Glaubensbekenntnisse geführt worden. Aus dieser Sklaverei heraus wurde ein
starker und gesegneter Streit für die Freiheit und für die Bibel geführt durch
das, was man als die Reformation kennt. Gott erweckte starke Verfechter für
sein Wort, unter ihnen waren Luther, Zwingli, Melanchton, Wycliff, Knox und
andere. Diese lenkten die Aufmerksamkeit auf die Tatsache hin, daß das Papsttum
die Bibel beiseite geschoben und sie mit Glaubensbekenntnissen und
Glaubenssätzen der Kirche ersetzt hatte, und sie zeigten einige der falschen
Lehren und verkehrten Gebräuche des Papsttums auf, indem sie zeigten, daß diese
auf Menschentradition aufgebaut worden waren und mit dem Worte Gottes, der
Wahrheit, im Widerspruch stehen.
Diese
Reformatoren und ihre Nachfolger wurden ,, Protestanten" genannt, weil sie
gegen das Papsttum öffentlich protestiert hatten und Gottes Wort als die
einzige sichere Richtschnur des Glaubens und Lebens anerkannten. Viele treue
Seelen wandelten in den Tagen der Reformation im Licht, so weit es damals
leuchtete. Aber seit ihren Tagen haben die Protestanten wenig Fortschritte
gemacht, weil sie, statt im Lichte zu wandeln, sich um ihre geliebten Lehrer
geschart hatten und nur so viel sehen wollten, als diese sahen, und nicht mehr.
Sie setzten ihrem Fortschritt auf dem Wege der Wahrheit Grenzen und zäunten
dadurch mit dem kleinen Teil Wahrheit, den sie besaßen, einen große Menge
Irrtum ein, den sie von der "Mutterkirche" mitgebracht hatten. Für
diese vor vielen Jahren gebildeten Glaubensbekenntnisse hat die Mehrheit der
Christen eine abergläubische Ehrerbietung, meinend, man könne heutzutage nicht
mehr über Gottes Plan erkennen, als die Reformatoren damals erkannt haben.
Dieser Fehler
ist teuer zu stehen gekommen. Denn abgesehen von der Tatsache, daß damals nur
wenige Grundwahrheiten aus dem Schutthaufen des Irrtums wiedergefunden wurden,
gibt es besondere Züge der Wahrheit, die fortwährend fällig und zeitgemäß
werden, und durch ihre Zäune in Form der Glaubensbekenntnisse sind diesen
Christen diese Wahrheiten vorenthalten geblieben. Um das zu verdeutlichen: Es
war die Wahrheit in Noahs Tagen, daß eine Flut kommen wird, die den Glauben von
allen denen erforderte, die damals im Lichte wandelten, während Adam und andere
nichts davon gewußt haben. Es wäre nicht die Wahrheit, jetzt zu predigen, daß
eine Flut kommt, aber es gibt andere Wahrheiten, die fortwährend an der Zeit
sind, fällig und erkannt zu werden, welche wir, wenn wir im Licht der Leuchte
wandeln, erkennen sollen. Wenn wir also all das Licht hätten, das vor mehreren
hundert Jahre zeitgemäß war und weiter nichts, so wären wir in deutlicher
Finsternis.
Gottes Wort ist
eine große Vorratskammer für die hungrigen Pilger auf dem leuchtenden Pfad. Es
gibt in ihr Milch für Säuglinge und starke Speise für die mehr Entwickelten (1.
Pet. 2:2; Hebr. 5:14); und nicht nur dies, die Bibel enthält auch die Speise,
welche den verschiedenen Zeiten und Zuständen angemessen ist; und Jesus sagte,
daß der treue Knecht Speise zur rechten Zeit für den Haushalt des Glaubens
hervorbringen wird -" Altes und
Neues" aus der Vorratskammer. (Luk. 12:42; Matth. 13:52) Es wäre
unmöglich, solche Dinge aus dem Glaubensbekenntnis oder der Vorratskammer
irgendeiner Sekte hervorzubringen. Etwas Altes und Gutes möchten wir wohl aus
jeder hervorbringen, aber nichts Neues. Die in den Glaubensbekenntnissen der
verschiedenen Sekten enthaltene Wahrheit ist so mit Irrtum vermischt und davon
bedeckt, daß die in ihr wohnende Schönheit und ihr wahrer Wert nicht zu
erkennen sind. Die verschiedenen Glaubensbekenntnisse widersprechen sich
ständig und sind grundsätzlich verschieden; und weil jedes behauptet, es gründe
sich auf die Bibel, so wird die Gedankenverwirrung und der offensichtliche
Widerspruch dem Worte Gottes zur Last gelegt. Dies hat das Sprichwortes
entstehen lassen: "Die Bibel ist eine alte Fiedel, auf der man jede
Melodie spielen kann."
Wie drückt das
doch den Unglauben unserer Zeit aus, verursacht durch falsche Darstellungen des
Wortes und des Charakter Gottes durch menschliche Überlieferungen, zusammen mit
der Zunahme an Erkenntnis, die sich nicht länger in blinder und abergläubischer
Ehrfurcht vor den Meinungen der Mitmenschen beugen will, sondern einen Grund
fordert für die Hoffnung, die in uns ist. Der treue Bibelforscher sollte immer
in der Lage sein, einen Grund für "die Hoffnung zu geben, die in ihm
ist". (1. Pet. 3:15) Das Wort Gottes allein ist in der Lage, "uns
weise zu machen zur Errettung und ist nützlich zur Lehre, zur Überführung, auf
daß der Mensch Gottes vollkommen sei
und durch und durch fest gegründet sei." (2. Tim. 3:l5-17 nach der
King-James-Übersetzung). Nur diese Vorratskammer enthält einen unerschöpflichen
Vorrat sowohl von Altem als auch Neuem-der Speise zur rechten Zeit für den
Haushalt. Sicherlich wird keiner behaupten, der dem Schriftworte glaubt, daß
der ,, Pfad des Gerechten" immer heller leuchtet ,, bis zum vollen
Tag", daß der volle Tag zu Luthers Zeiten herbei gekommen war; und deshalb
ist es richtig für uns, wenn wir auf unsere Leuchte achthaben, ,, als auf ein
Licht, das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbreche". -2.
Pet. 1:19
Doch ist es
nicht genug, daß wir uns jetzt auf dem Pfade des Lichts befinden; wir müssen
auch fortwährend ,, im Lichte wandeln", Fortschritte machen, ansonsten wird
das Licht, das nicht stille hält, vorwärts eilen und uns in Finsternis
zurücklassen. Die Schwierigkeit bei vielen ist, daß sie sich hinsetzen und
nicht dem Pfade des Lichts weiter folgen. Nimm eine Konkordanz (alphabetisches
Wörterverzeichnis zum Aufsuchen von Bibelstellen) und prüfe die Texte unter den
Worten Sitzen und Stehen, und dann vergleiche sie mit denen unter Wandeln und
Laufen, und du wirst einen gewaltigen Gegensatz herausfinden: Menschen
"sitzen in Finsternis" und ,, unter den Spöttern", aber ,,
wandeln im Licht" und ,, laufen nach dem Kleinod". - Jes. 42:7; Psl. 1:1; Hebr. 12:1
Die
Vollkommenheit in der Erkenntnis ist nicht eine Sache der Vergangenheit,
sondern der Zukunft-wir glauben zuversichtlich, der sehr nahen Zukunft; und bis
wir diese Tatsache erkennen, sind wir unvorbereitet, um neue Entfaltungen des
Planes unseres Vaters zu würdigen und zu erwarten. Wohl ist es wahr, daß wir
noch immer auf die Worte der Propheten und der Apostel zurückgehen, um eine
ganze Erkenntnis der Gegenwart und Zukunft zu erlangen; dies geschieht zwar
nicht, weil sie Gottes Pläne und Absichten immer besser verstanden hätten als
wir, sondern weil Gott sie als seine Mundstücke gebraucht hat, um uns und der
ganzen Herauswahl während des Evangeliumszeitalters die Wahrheit mitzuteilen,
die sich auf seinen Plan bezieht, sobald sie fällig und zeitgemäß geworden ist.
Diese Tatsache
wird vielfach durch die Apostel bewiesen. Paulus sagt uns, daß Gott der
Herauswahl des Evangeliums das Geheimnis seines Willens kundgetan hat, das Er
bei sich selbst zuvor beschlossen hatte, und welches Er nie zuvor geoffenbart
hatte, obgleich Er es in dunklen Sprüchen niedergelegt hatte, welche nicht eher
verstanden werden konnten bis die rechte Zeit dafür herbei gekommen war, um die
Augen unseres Verständnisses zum Erfassen und Wertschätzen der "hohen
Berufung" zu öffnen, die ausschließlich für Gläubige dieses
Evangeliumszeitalters bestimmt ist. ( Eph 1:9, 10,17, 18; 3:4-6) Dies zeigt uns
klar und deutlich, daß weder die Propheten noch die Engel die Bedeutung der von
ihnen ausgesprochenen Prophezeiungen verstanden haben. Petrus sagt uns, daß,
als sie begierig danach forschten, um ihre Bedeutung zu erkennen, Gott ihnen
sagte, daß die in ihren Prophezeiungen verborgenen Wahrheiten nicht für sie
selbst bestimmt seien, sondern für uns im Evangeliumszeitalter. Und er ermahnt
die Herauswahl, in dieser Richtung noch weitere Gnade (Gunst, Segen) -noch mehr
Erkenntnis über Gottes Plan zu erhoffen. -1. Pet. 1:10-13
Es ist ganz
offensichtlich, daß, obwohl Jesus verheißen hat, daß die Herauswahl in die
ganze Wahrheit geleitet werden wird, dies eine allmähliche Entfaltung gewesen
ist. Wenn auch die Herauswahl in den Tagen der Apostel frei war von vielen der
Irrtümer, die unter und in dem Papsttum aufgekommen sind, so können wir
trotzdem nicht annehmen, daß die frühe Herauswahl einen so tiefen oder
deutlichen Einblick in den Plan Gottes hatte, als es heutzutage möglich ist. Es
ist ebenso offensichtlich, daß die verschiedenen Apostel in unterschiedlichem
Ausmaß Einblick in Gottes Plan gehabt haben, obgleich alle ihre Schriften von
Gott überwacht und eingegeben waren, gleichwie wie dies wahr gewesen ist von
den Worten der Propheten. Um den Unterschied an Erkenntnis zu erläutern,
brauchen wir nur an das schwankende Verhalten des Petrus und der anderen
Apostel für eine kurze Zeit zu erinnern, mit Ausnahme des Paulus, als das
Evangelium anfing, zu den Nationen zu gehen. (Apg. 10:28; 11:1-3; Ga 2:11-14) Die Unsicherheit von Petrus war
in einem bemerkenswerten Gegensatz zu der Gewißheit von Paulus, welche aus den
Worten der Propheten und aus Gottes früheren Handlungen mit ihm und aus der
direkten Offenbarungen an ihn eingegeben worden war.
Paulus hatte
ganz offensichtlich reichlichere Offenbarungen empfangen als irgend ein anderer
Apostel. Es war ihm nicht erlaubt, diese Offenbarungen der Herauswahl
mitzuteilen, noch sie völlig und klar selbst den anderen Aposteln
bekanntzugeben (2. Kor. 12:4; Ga 2:2);
dennoch können wir den Wert für die gesamte Herauswahl in den Visionen und
Offenbarungen erkennen, welche dem Paulus gegebenen worden sind; denn obwohl es
ihm nicht erlaubt war, zu sagen, was er sah, noch im Einzelnen alles zu erklären, was er von Gottes
Geheimnissen über die "Zeitalter, die kommen", wußte, so gab doch
das, was er gesehen hatte, seinen Worten eine kräftige und tiefe Bedeutung, in
welcher die Einzelheit für uns mehr klar erkennbar werden in dem Lichte der
darauffolgenden Ereignisse und der prophetischen Erfüllungen und unter der
Leitung des Geistes, als wie es in der frühen Herauswahl möglich war.
Zur
Bekräftigung der vorangegangenen
Aussage erinnern wir an das letzte Buch der Bibel-die Offenbarung, die
ungefähr im Jahre 96 n. Chr. geschrieben wurde. Die einleitenden Worte kündigen
eine besondere Offenbarung solcher Dinge an, die vorher nicht verstanden
wurden. Dies beweist eindeutig, daß Gottes Plan, bis zu jener Zeit wenigstens,
noch nicht vollständig geoffenbart worden war. Ebensowenig ist das Buch bis auf
diesen Tag das gewesen, was sein Name andeutet: eine Entfaltung, eine
Offenbarung. Soweit die frühe Herauswahl in Betracht kommt, so hat
wahrscheinlich niemand irgend einen Teil des Buches verstanden. Selbst
Johannes, der die Visionen sah, kannte wahrscheinlich nicht die Bedeutung
dessen, was er sah. Er war beides zugleich, ein Prophet und ein Apostel; und
während er als Apostel das verstand und lehrte, was damals "Speise zur
rechten Zeit" war, verkündigte er als Prophet Dinge, die erst in der
Zukunft den Haushalt des Glaubens mit ,, Speise zur rechter Zeit"
versorgen würden.
Während des
Evangeliumszeitalters versuchten einige der Heiligen durch Erforschung dieses
sinnbildlichen Buches die Zukunft der Herauswahl zu verstehen, und zweifellos
wurden alle, die es gelesen haben, wie es verheißen war, reichlich gesegnet,
auch wenn sie nur einen Teil seiner Lehren verstanden haben. (0ffb. 1:3) Das
Buch öffnete sich solchen immer mehr, und in den Tagen der Reformation war es
ein wichtiges Hilfsmittel für Luther, um das Papsttum, dessen aufrichtiger
Diener er gewesen war, als den wirklichen, vom Apostel erwähnten ,,
Antichrist" zu erkennen, dessen Geschichte einen sehr großen Teil dieser
Prophezeiung ausfüllt, wie wir jetzt sehen.
Auf diese Weise
eröffnet Gott ganz allmählich seine Wahrheit und offenbart uns den überaus
großen Reichtum seiner Gnade; und folglich ist jetzt mehr Licht an der Zeit
fällig und zeitgemäß zu werden, als in irgend einer vorangegangenen Zeit in der
Geschichte der Herauswahl.
"Wir
werden immer neue Schönheiten sehen, und das Licht wird immer mehr
leuchten."
Mut! Der Morgen
bricht an.
Obwohl die
Nacht dunkel und trüb ist, obwohl der Weg lang und ermüdend ist, der Morgen
wird dir Licht und Ermutigung bringen; Kind, blicke hinauf, der Morgen ist
nahe.
Obwohl deine
Augen vor Traurigkeit weinen, obwohl die Nacht über dir wacht, Gott wird deine
Tränen abwischen, deine Dunkelheit in den Tag umwandeln.
Obwohl dein
Geist schnell ermattet, obwohl die Stunden so langsam vergehen, der Morgen
bringt ein herrliches Fest herbei; Du wirst als ein geehrter Gast dabei sitzen.
STUDIE II.
—Das Dasein eines allerhöchsten intelligenten
Schöpfers
nachgewiesen.
Beweise
außerhalb von der Bibel im Lichte der Vernunft geprüft. -Eine unhaltbare
Theorie.- Eine vernünftige Anschauung.
-Gottes Charakter dargestellt. -Vernünftige Schlussfolgerungen.
Der unbefangene
und verständige Denker wird durch ein vernünftiges und aufrichtiges Erforschen
des Unbekannten in dem Lichte bekannter Tatsachen selbst vom Standpunkte des
Zweiflers aus in die Richtung der Wahrheit geführt. Aber es ist offensichtlich,
daß sich der Mensch ohne eine direkte Offenbarung der Pläne und Absichten
Gottes der Wahrheit nur nähern und nur zu ungewissen Schlußfolgerungen gelangen
kann. Doch laßt uns für einen Augenblick die Bibel beiseite legen und die Dinge
allein vom Standpunkte des Verstandes aus betrachten.
Derjenige,
welcher mit einem Fernrohr oder auch nur mit seinem natürlichen Auge zum Himmel
hinaufblickt und die Unermeßlichkeit der Schöpfung, ihre Gleichmäßigkeit, ihre
Schönheit, ihre Ordnung, ihre Harmonie und ihre Vielseitigkeit sieht und dann
noch daran zweifelt, daß der Schöpfer dieser Dinge sowohl an Weisheit als auch
an Macht weit über ihm steht, oder wer für einen Augenblick annehmen kann, daß
solche Ordnung durch Zufall ohne einen Schöpfer zustande kam, der hat die
Fähigkeit seines Verstandes so weit verloren oder beiseite gelegt, daß er mit
Recht als das betrachtet wird, was die Bibel ihn nennt, einen Toren (einen, der
keinen Verstand hat oder ihn nicht gebraucht): ,, Der Tor spricht in seinem
Herzen: Es ist kein Gott." Wie dem auch immer sei, jeder Verständige muß
wenigstens zugeben, daß vieles in der Bibel wahr ist; denn es ist eine selbstverständliche
Wahrheit, daß Wirkungen ihre entsprechenden Ursachen haben müssen, Jede Pflanze
und jede Blume spricht Bände zum Zeugnis zu diesem Thema.
Kompliziert im
Aufbau, überaus schön in ihrer Form und Beschaffenheit, alles zeugt von
übermenschlicher Weisheit und Geschicklichkeit. Wie kurzsichtig ist die
Ungereimtheit derjenigen, welche von menschlicher Geschicklichkeit und
überragender menschlicher Veranlagung prahlen und die Regelmäßigkeit,
Gleichförmigkeit und Harmonie der Natur anerkennen, und welche die Gesetze der
Natur kennen, aber gleichzeitig leugnen, daß die Natur einen intelligenten
Gesetzgeber hat.
Einige von
denen, welche das Daseins eines intelligenten Schöpfers leugnen, behaupten, daß
die Natur der alleinige Gott sei und daß alle Formen der Entwicklungen von Tier
und Pflanze von der Natur aus hervorgebracht worden seien ohne die Anordnung
eines intelligenten Wesens und, wie sie sagen, allein von dem Gesetz regiert
werde, daß in dem Fortgang der Evolution der Stärkere den Schwächeren überlebt.
Diese Theorie
ermangelt jeglichen Beweises; denn überall um uns herum sehen wir, daß die
verschiedenartigen Geschöpfe fest bestimmte Naturen besitzen, die sich nicht zu
höheren Naturen fortentwickeln; und obwohl die Vertreter dieser Theorie auch
wiederholte Versuche angestellt haben, so ist es ihnen doch weder gelungen, die
verschiedenen Gattungen zu vermischen, noch eine neue feste Art
hervorzubringen. Kein Fall ist bekannt, wo eine Art sich in eine andere
verwandelt hat. (Um einiger Leser willen bemerken wir, daß solche Veränderungen
wie die Verwandlung der Raupen in Schmetterlinge keine Veränderungen der Natur
sind; die Raupe ist nur die aus dem Ei des Schmetterlings ausgekrochene Larve.)
Obwohl es Fische gibt, die einen Augenblick lang ihre Flossen als Flügel
gebrauchen und aus dem Wasser fliegen und Frösche singen können, hat man doch
noch nie erlebt, daß sie sich in Vögel verwandelt haben; und wenn es auch in
der Tierwelt einige gibt, welche eine geringfügige Ähnlichkeit mit dem Menschen haben, so fehlt doch der
Nachweis gänzlich, daß
sich der Mensch
aus solchen
Geschöpfen entwickelt habe. Im Gegenteil beweisen Untersuchungen, daß, obwohl
unterschiedliche Vielseitigkeiten in derselben Gattung hervorgebracht werden
können, es aber unmöglich ist, die verschiedenen Gattungen zu vermischen oder
eine aus der anderen hervorzubringen. Aus demselben Grund kann man vom Esel und
Pferd, obgleich sie einander ähnlich sind, nicht behaupten, sie seien verwandt,
denn es ist sehr gut bekannt, daß ihre Nachkommen unvollkommen sind und sich
auch nicht fortpflanzen können.
Wenn die
unvernünftige Natur der Schöpfer oder Entwickler wäre, so würde sie sicherlich
den Entwicklungsgang fortsetzen, und dann würde es nichts dergleichen wie eine
fest bestimmte Gattung geben, da ohne Intelligenz nichts zu feststehenden
Zuständen gelangen würde. Die Fortentwicklung, die Evolution, würde heutzutage
noch eine Tatsache sein, und um uns herum würden wir sehen, wie Fische zu
Vögeln und Affen zu Menschen werden. Diese Theorie, schließen wir daher, ist
sowohl wider den menschlichen Verstand als auch wider die Bibel, weil diese
Theorie behauptet, daß intelligente Wesen von einer Macht erschaffen wurden,
welche keine Intelligenz hat.
Eine Theorie in
bezug auf die Schöpfung (den Menschen ausgenommen) durch eine Fortentwicklung,
gegen die wir keine ernsteren Bedenken haben, stellen wir kurz wie folgt dar:
Es wird angenommen, daß die
verschiedenen Gattungen der Gegenwart fest und unveränderlich sind, soweit die
Natur oder die Art betrachtet wird, und obwohl die gegenwärtigen Naturen noch zu einem viel höheren Standpunkt, bis zur
Vollkommenheit hin, gebracht werden mögen, so werden diese Gattungen oder
Naturen für immer dieselben bleiben. Diese Theorie nimmt ferner an, daß keine
dieser fest bestimmten Gattungen ursprünglich so erschaffen waren, sondern daß
sie in ferner Vergangenheit durch die Erde entwickelten wurden, und zwar durch
eine allmähliche Evolution aus einer Form in die andere. Diese Evolutionen,
nach göttlich festgelegten Gesetzen, bei welchen die Veränderungen in der
Nahrung und in dem Klima eine wichtige Teil gespielt haben, mag sich
fortgesetzt haben bis die fest bestimmten Gattungen, so wie sie jetzt zu sehen
sind, erreicht waren, worüber hinaus ein Wechsel unmöglich ist, nachdem die
endgültige Absicht des Schöpfers in dieser Hinsicht allem Anschein nach
erreicht worden ist.
Obgleich jede
der verschiedenen Pflanzen- und Tierfamilien der Verbesserung oder
Verschlechterung fähig ist, so ist es doch unmöglich, sie in andere Arten oder
Familien zu verwandeln oder aus ihnen andere hervorzubringen. Wenn auch jede
derselben die Vollkommenheit ihrer eigenen fest bestimmten Natur erreichen mag,
so ist doch die Absicht des Schöpfers erreicht worden und ein weiterer Wechsel
in dieser Hinsicht ist unmöglich.
Es wird
behauptet, daß die ursprünglichen Pflanzen und Tiere, von denen die gegenwärtigen,
fest bestimmten Arten stammen, vor der Erschaffung des Menschen untergegangen
sind. Skelette und Versteinerungen von jetzt nicht mehr vorhandenen Tieren und
Pflanzen, tief unter der Erdoberfläche gefunden, begünstigen diese Theorie.
Diese Ansicht vernachlässigt und verwirft in keinster Weise die Schriftlehre,
daß der Mensch eine direkte und vollkommene Schöpfung war und in dem geistigen
und moralischen Ebenbild seines Erschaffers erschaffen worden ist und nicht das
Ergebnis eines Entwicklungsvorganges ist, den die übrige Schöpfung
wahrscheinlich miteinander teilte. Diese Ansicht macht in keinster Weise die
Behauptung der Bibel hinfällig, sondern stützt sie vielmehr, daß die Natur, wie
sie heute ist, lehrt, daß ein intelligentes Wesen sie anordnete und ihre erste
Ursache war. Laßt die menschliche Vernunft ihr Bestes tun, um bekannte
Tatsachen auf vernunftgemäße und passende Ursachen zurückzuführen und dabei in
jedem Fall den Naturgesetzen volle Rechnung tragen; aber im Hintergrund von all
der verwickelten Maschinerie der Natur ist die Hand seines großen Urhebers, der
intelligente, allmächtige Gott.
Deshalb
behaupten wir, daß das Dasein eines intelligenten Schöpfers eine klar bewiesene
Wahrheit ist. Der Beweis dafür liegt überall um uns herum; ja, auch in uns,
denn wir selbst sind sein Werk, und jede Fähigkeit unseres Geistes und Körpers
zeugt von einer wundervollen Geschicklichkeit, welche jenseits unseres
Verständnisses liegt. Er ist auch der Entwerfer und Schöpfer dessen, was wir
Natur nennen. Wir behaupten, daß er die Gesetze der Natur geordnet und
festgelegt hat, deren herrliches und harmonisches Zusammenwirken wir sehen und
bewundern. Diesen Einen, dessen Weisheit das Weltall geplant, und dessen Macht
es erhält und leitet, dessen Weisheit und Macht unser eigenes Verstehen so
unermeßlich übersteigen, diesen Einen verehren und bewundern wir, wenn auch
unbewußt oder instinktiv.
Das Dasein
dieses mächtigen Gottes zu erkennen, heißt aber vor seiner allmächtigen Kraft
zu erbeben, bis wir erkennen können, daß er auch seiner Macht entsprechend von
Wohlwollen und Güte erfüllt ist. Von dieser Tatsache werden wir völlig durch
denselben Beweis überzeugt, welcher sein Dasein, seine Macht und seine Weisheit
beweist. Nicht nur sind wir zu der Schlussfolgerung gezwungen, daß es einen
Gott gibt und daß seine Macht und Weisheit unermeßlich weit über uns stehen,
sondern unsere Vernunft zwingt uns auch zu der Schlussfolgerung, daß das größte
erschaffene Ding seinem Schöpfer nicht überlegen ist; folglich müssen wir
schließen, daß die größte Kundgebung von Wohlwollen und Gerechtigkeit unter den
Menschen derjenigen des Schöpfers an Entfaltungsmöglichkeit untergeordnet ist,
ebenso wie des Menschen Weisheit und Macht der seinigen nachstehen. Und auf
diese Weise haben wir vor unserem Geiste den Charakter und die Eigenschaften
des großen Schöpfers. Er ist weise, gerecht, liebend und mächtig: und die
Entfaltungsmöglichkeit seiner Eigenschaften ist natürlich unendlich größer als
die seiner großartigsten Schöpfung.
Doch weiter: Da
wir hinsichtlich des Daseins und des Charakters unseres Schöpfers zu dieser
vernunftgemäßen Schlussfolgerung gekommen sind, lasst uns fragen, was sollten
wir von solch einem Wesen erwarten? Die Antwort ist, daß der Besitz solcher
Eigenschaften vernünftigerweise ihre Ausübung, ihren Gebrauch erkennen lässt.
Gottes Macht muß ausgeübt werden, und zwar in Harmonie mit seinem eigenen
Charakter, welcher weise, gerecht und liebevoll ist. Was immer die Mittel zu
diesem Zweck sein mögen, was auch immer die Wirkung von Gottes Macht sein mag,
das abschließende Ergebnis muß mit seinem
Wesen und Charakter im Einklang stehen, und jeder Schritt muß die
Zustimmung seiner unendlichen Weisheit haben.
Was könnte
vernünftiger sein als die Ausübung der Macht, wie wir sie um uns herum in der
Schöpfung des Weltalls und in der wundervollen Vielfalt der Erde geoffenbart
sehen? Was könnte vernünftiger sein als die Erschaffung des Menschen,
ausgestattet mit Vernunft und Urteilsvermögen, fähig, seines Schöpfers Werke zu
würdigen, und über seine Geschicklichkeit-seine Weisheit, Gerechtigkeit, Macht
und Liebe-nachzusinnen? Alles dies ist vernunftgemäß und vollkommen in
Übereinstimmung mit den uns bekannten Tatsachen.
Und nun kommt
unser Schlusssatz. Ist es nicht vernünftig, anzunehmen, daß solch ein unendlich
weises und gutes Wesen, welches ein Geschöpf erschaffen hat, das imstande ist,
ihn und seinen Plan zu begreifen, durch seine Liebe und Gerechtigkeit bewegt
worden ist, das von ihm selbst in die Natur jenes Geschöpfes eingepflanzte
Verlangen zu stillen und ihm eine solche Offenbarung zu geben? Wäre es nicht
ganz vernunftgemäß, anzunehmen, daß Gott den Menschen über den Zweck ihres
Daseins und seiner Pläne für ihre Zukunft Auskunft gäbe? Im Gegenteil, fragen
wir, würde es nicht geradezu unvernünftig sein, zu denken, daß solch ein
Schöpfer ein Geschöpf wie den Menschen macht, ihn ausstattet mit Vernunft, über
die Zukunft nachzudenken, und ihm doch keine Offenbarung seiner Pläne gibt, um
diesem Verlangen gerecht zu werden? Solch eine Handlungsweise wäre
unvernünftig, weil es im Gegensatz steht zu dem Charakter, welchen wir
vernünftigerweise Gott zuschreiben: im Gegensatz zu der rechten Handlungsweise
eines von Gerechtigkeit und Liebe geleiteten Wesens.
Wir mögen
schlussfolgern, dass, wenn die göttliche Weisheit bei der Erschaffung des
Menschen es für ungeeignet geachtet hätte, ihm eine Kenntnis seiner zukünftigen
Bestimmung und seines Anteils an seines Schöpfers Plan zu geben, dann hätten
sicherlich sowohl die göttliche Gerechtigkeit als auch die göttliche Liebe
darauf bestanden, daß das Geschöpf in seiner Fähigkeit so begrenzt worden wäre,
daß es nicht beständig mit Zweifel, Furcht und Ungewißheit geplagt und verwirrt
werde; und als eine Folge davon wäre die göttliche Macht mit solchen
Einschränkungen gebraucht worden. Die Tatsache also, daß der Mensch die
Fähigkeit besitzt, eine Offenbarung des göttlichen Planes zu erfassen, im
Zusammenhang betrachtet mit dem zugegebenen Charakter seines Schöpfers, ist
dies ein sehr großer Grund für die Erwartung, daß Gott solch eine Offenbarung
bereit ist zu geben, in solcher einer Weise und zu solch einer Zeit, als seine
Weisheit es zuläßt. Auf diese Weise würde uns unsere Vernunft in Hinsicht auf
diese Betrachtungen selbst dann, wenn wir nichts von der Bibel wissen würden,
zu der Erwartung und zu der Suche nach solch einer Offenbarung führen, wie die
Bibel sie zu sein beansprucht. Und ferner, wenn wir die Ordnung und die
Harmonie der allgemeinen Schöpfung bemerken, wie die Gestirne und Sternensysteme
in großartiger Aufeinanderfolge Zeit und Raum einhalten, dann können wir nicht
anders als folgern, daß die geringeren Unregelmäßigkeiten, wie Erdbeben,
Wirbelstürme usw., nur Anzeichen dafür sind, daß das Zusammenwirken der
verschiedenen Elemente in dieser Welt gegenwärtig nicht vollkommen ist. Das
Fragen nach einer Zusicherung dafür, daß schließlich alles auf Erden so
vollkommen und harmonisch sein wird wie in den Himmeln, mit einer Erklärung
dafür, warum es gegenwärtig nicht so ist, wird verlangt und ist nicht
unvernünftig für denkende Menschen, noch für den Schöpfer, dessen Weisheit,
Macht und Liebe sich in der Antwort zeigt. Daher sollten wir erwarten, daß die
gesuchte Offenbarung solch eine Zusicherung und Erklärung einschließt.
Indem wir nun gesehen
haben, wie vernünftig es ist, eine Offenbarung über Gottes Willen und Plan
unser Geschlecht betreffend zu erwarten, werden wir im nächsten Kapitel den
allgemeinen Charakter der Bibel untersuchen, die behauptet, genau solch eine
Offenbarung zu sein. Und wenn sie den Charakter Gottes in vollkommener Harmonie
mit dem darstellt, was, wie oben betrachtet, die Vernunft vorschreibt, so
sollten wir daraus schließen, daß sie sich auf diese Weise selbst als die
Offenbarung ausweist, welche wir benötigen und vernünftigerweise erwarten
sollten, und wir sollten dann ihr Zeugnis als solches annehmen. Wenn sie von
Gott stammt, dann werden ihre Lehren, wenn völlig wertgeschätzt, mit seinem
Charakter übereinstimmen, von welchem die Vernunft uns zusichert, daß er vollkommen
ist an Weisheit, Gerechtigkeit, Liebe und Macht.
"Ihr
neugierigen Köpfe! Ihr wandelt draußen, und sinnt nach über die Wunder der
Schöpfung, bekennt die Fußstapfen von unserem Gott, und kniet nieder vor ihm
und betet an.
Die Himmel
verkündigen die Herrlichkeit des Herrn; in jedem Stern erscheint deine
Weisheit; aber wenn unsere Augen Dein Wort sehen, lesen wir deinen Namen in
Klarheit."
STUDIE
III—Die Bibel als eine göttliche Offenbarung im Lichte der Vernunft betrachtet.
Die Ansprüche
der Bibel und die deutlichen Beweise von ihrer Glaubwürdigkeit. -Ihr Alter und
ihre Erhaltung. -Ihr moralischer Einfluß. -Die Beweggründe der Verfasser.
-Allgemeiner Charakter der Schriften. -Die Bücher von Mose. -Das Gesetz von
Mose. -Besonderheiten der von Mose eingesetzten Regierung. -Es war nicht ein
System der Priesterlist. -Vorschriften für die bürgerliche Regierung. -Reich
und arm vor dem Gesetz auf gleicher Stufe. -Schutzmaßnahmen gegen das Verändern
der Rechte des Volkes. -Die Priesterschaft war keine bevorzugte Klasse, in
welcher Weise sie unterstützt wurde usw. -Schutz vor der Unterdrückung der
Fremden, Witwen, Waisen und Diener. -Die Propheten der Bibel. -Gibt es ein
gemeinsames Band der Einigkeit zwischen dem Gesetz, den Propheten und
Schreibern des Neuen Testaments? -Wunder sind nicht unvernünftig. -Die
vernünftige Schlussfolgerung.
Die Bibel ist
die Fackel der Zivilisation und der Freiheit. Ihr Einfluß zum Guten in der
menschlichen Gesellschaft wurde von den größten Staatsmännern anerkannt, obwohl
sie dieselbe hauptsächlich durch die verschiedenen Brillen der sich
widersprechenden Glaubensbekenntnisse betrachtet haben, welche, während sie die
Bibel hochhalten, ihre Lehren sehr falsch darstellen. Das bedeutsame alte Buch
ist ohne Absicht, aber bedauerlicherweise, von seinen Freunden, von welchen
viele ihr Leben für dasselbe niederlegen würden, falsch dargestellt worden; und
bis jetzt beschädigen sie dasselbe schwerwiegender als seine Feinde, indem sie
behaupten, daß es ihre lang verehrten falschen Darstellungen von seiner
Wahrheit unterstützen würde, welche sie durch die Überlieferungen ihrer Vätern
empfangen haben. Möchten solche erwachen und ihre Behauptungen erneut prüfen
und die Feinde dadurch in Verlegenheit bringen, indem sie ihnen ihre Waffen
hinweg nehmen!
Weil das Licht
der Natur uns dazu geführt hat, eine vollständigere Offenbarung von Gott zu
erwarten als diejenige, welche uns die Natur darbietet, wird auch der
vernünftige, denkende Verstand bereit sein, die Behauptungen von allem zu
prüfen, was darauf hindeutet, dass es eine göttliche Offenbarung ist, welche
einen vernünftigen äußerlichen Beweis von der Wahrhaftigkeit solcher Ansprüche
aufweist. Die Bibel beansprucht, solch eine Offenbarung von Gott zu sein, und
kommt zu uns mit ausreichend äußerlichen Beweisen für die wahrscheinliche
Richtigkeit ihrer Ansprüche und gibt uns eine vernünftige Hoffnung dafür, dass
eine genauere Untersuchung vollständigere und bestimmtere Beweise offenbaren
wird, dass es in der Tat das Wort Gottes ist.
Die Bibel ist
das älteste Buch, das es gibt; es hat die Stürme von 30 Jahrhunderten überlebt.
Die Menschen haben sich durch alle möglichen Mittel darum bemüht, es von der
Oberfläche der Erde zu verbannen; sie haben es verborgen, verbrannt, haben
seinen Besitz zu einem Verbrechen gemacht, welches mit dem Tode bestraft wurde,
und die bittersten und erbarmungslosesten Verfolgungen sind geführt worden
gegen diejenigen, welche Glauben an dasselbe hatten; aber das Buch lebt noch.
Während heutzutage viele seiner Feinde im Tode schlummern und Hunderte von
Bänden, geschrieben, um es in einen schlechten Ruf zu bringen und seinen
Einfluß zu Fall zu bringen, schon längst vergessen sind, hat die Bibel ihren
Weg in jedes Volk und jede Sprache der Erde gefunden, über 200 verschiedene
Übersetzungen sind von ihr gemacht worden. Die Tatsache, dass dieses Buch so
viele Jahrhunderte überlebt hat, ungeachtet solch unvergleichlicher
Anstrengungen, es zu verbannen und zu zerstören, ist mindestens ein starker und
einzigartiger Beweis dafür, daß der Allmächtige, von welchem es behauptet, dass
es sein Urheber ist, auch sein Retter gewesen ist.
Es ist auch
wahr, daß die Bibel überall einen guten moralischen Einfluß ausgeübt hat.
Diejenigen, welche ihre Seiten sorgfältig durchforschen, werden beständig zu
einem reineren Leben erhoben. Andere Schriften über Religion und die
verschiedenen Wissenschaften haben bis
zu einem gewissen Grad unter der Menschheit Gutes vollbracht, sie erhoben und
gesegnet; aber alle anderen Bücher zusammengenommen waren nicht imstande, der
seufzenden Schöpfung die Freude, den Frieden und den Segen zu bringen, den die
Bibel sowohl dem Reichen als auch dem Armen, dem Gebildeten wie Ungebildeten
gebracht hat. Die Bibel ist kein Buch, welches lediglich gelesen werden muß; es
ist ein Buch, das mit Sorgfalt und Nachdenken studiert werden muß; denn Gottes
Gedanken sind höher als unsere Gedanken und seine Wege höher als unsere Wege.
Und wenn wir den Plan und die Gedanken des unendlichen Gottes begreifen möchten,
müssen wir alle unsere Kräfte für dieses wichtige Werk gebrauchen. Die
reichsten Schätze der Wahrheit liegen nicht auf der Oberfläche.
Das ganze Buch
hindurch weist es beständig auf einen hervorragenden Charakter hin, Jesus von
Nazareth, welcher, wie es erklärt, der Sohn Gottes war. Vom Anfang bis zum Ende
wird sein Name, seine Aufgabe und sein Werk hervorgehoben. Dass ein Mensch,
Jesus von Nazareth genannt, lebte und um die Zeit herum, die von den Schreibern
der Bibel angegeben wird, bekannt geworden war, ist eine Tatsache der
Geschichte außerhalb der Bibel und ist verschiedentlich und vollständig
bestätigt. Dass dieser Jesus gekreuzigt wurde, weil er den Juden und ihrer
Priesterschaft anstößig geworden war, ist eine weitere von der Geschichte bestätigte
Tatsache außer dem Beweis, den uns die Schreiber des Neuen Testaments liefern.
Die Schreiber des Neuen Testaments (mit Ausnahme von Paulus und Lukas) waren
persönliche Bekannte und Jünger von Jesus von Nazareth, dessen Lehren ihre
Schriften darlegen.
Das Bestehen
irgendeines Buches setzt einen Beweggrund auf Seiten des Schreibers voraus. Wir
fragen daher, welche Beweggründe konnten diese Männer haben, für die Sache
dieser Person einzutreten? Er war zum
Tode verurteilt und von den Römern als ein Übeltäter gekreuzigt worden, die
jüdischen Anführer überlieferten ihn und forderten seinen Tod, als eines
Menschen, der das Leben verwirkt hatte. Indem diese Männer für seine Sache
eintraten und seine Lehren verkündigten, waren sie mutig in bitterer Verfolgung,
Verachtung und Entbehrung, sie riskierten selbst ihr Leben und erduldeten sogar
in einigen Fällen den Märtyrertod.
Zugebend, dass,
während Jesus lebte, er eine bemerkenswerte Person war, sowohl in seinem
Lebenswandel als auch in seiner Lehre, was für einen Beweggrund konnte es für
irgend jemanden gegeben haben, für seine Sache einzutreten, nachdem er tot war?
-Besonders, da sein Tod ein so schmachvoller gewesen war? Und wenn wir
annehmen, dass diese Schreiber ihre Erzählungen erfunden hätten und dass Jesus
ihr frei erfundener oder idealer Held war, wie völlig fern wäre es anzunehmen,
dass diese Menschen mit gesundem Verstand, nachdem sie behaupten haben, dass er
der Sohn Gottes war, dass er in einer übernatürlichen Weise gezeugt worden ist,
dass er übernatürliche Kräfte gehabt hat, durch welche er Aussätzige geheilt
hat, denjenigen das Augenlicht wiederhergestellt hat, welche blind geborenen
worden waren, und Taube hörend gemacht hat und sogar Tote auferweckt hat-wie
völlig fern ist es anzunehmen, dass die Geschichte eines solchen Charakters mit
der Feststellung zu Ende gebracht werden würde, dass ihn eine kleine Menge
seiner Feinde als Verbrecher hinrichten liess, während ihn alle seine Freunde
und Jünger, und unter ihnen die Schreiber selbst, verlassen haben und in dem
Augenblick der Prüfung geflohen sind!
Die Tatsache,
daß die Weltgeschichte in gewisser Hinsicht mit diesen Schreibern nicht
übereinstimmt, sollte uns nicht gleich dazu führen, ihre Berichte als unwahr zu
betrachten. Diejenigen, welche auf diese Weise schlussfolgern, sollten auf
Seiten dieser Schreiber irgendwelchen Beweggrund zum Aufstellen falscher
Erklärungen feststellen und beweisen. Was für Beweggründe könnten sie
veranlasst haben? Konnten sie vernünftigerweise damit auf Reichtum, Ruhm oder
Macht oder irgend einen irdischen Vorteil hoffen?
Solch einem
Gedanken widerspricht schon die Armut von Jesus Freunden und die Unbeliebtheit
ihres Helden selbst hinsichtlich der großen Religionssyteme in Judäa;
währenddessen die Tatsache, dass er als ein Übeltäter und als ein
Friedensstörer starb und dass er kein Ansehen erlangt hat, keine Hoffnung auf
beneidenswerten Ruhm oder irdischen Vorteilen für diejenigen anbot, welche
versuchen sollten, sich für seine Lehre wieder einzusetzen. Ganz im Gegenteil,
wenn das die Absicht derer gewesen wäre, die Jesus predigten, hätten sie es
nicht sehr schnell aufgegeben, als sie feststellten, daß es Schande,
Verfolgung, Gefängnis, Entbehrung und sogar den Tod mit sich brachte? Der
Vernunft lehrt uns sehr klar, daß Männer, die ihr Heim, ihren Ruf, ihre Ehre
und ihr Leben opferten; die nicht für die gegenwärtige Zufriedenstellung
lebten; sondern deren wichtigsten Ziel es war, ihre Mitmenschen emporzuheben,
und welche die moralischen und sittlichen Grundsätze der höchsten Art
vorlebten; diese Männer hatten nicht nur einen Beweggrund, sondern vielmehr muß
ihr Beweggrund ein reiner und ihre Absicht höchst erhaben gewesen sein. Der
Vernunft erklärt außerdem, daß das Zeugnis von solchen Männern, die nur auf
Grund von reinen und guten Beweggründen veranlaßt worden sind, zehnmal mehr das
Gewicht hat und der Beachtung wert ist als das der gewöhnlichen Schreiber.
Diese Männer waren in keinster Weise Fanatiker; sie waren Männer von gesundem
und vernünftigem Verstand und gaben in jedem Falle einen Grund für ihren
Glauben und ihre Hoffnung; und sie waren treu im Ausharren in Übereinstimmung
mit ihren vernünftigen Überzeugungen.
Und was wir
hier bemerkt haben, ist in gleicher Weise auf die verschiedenen Schreiber des
Alten Testamentes anwendbar. Sie waren im großen und ganzen Männer, die wegen
ihrer Treue zum Herrn bedeutsam gewesen sind; und die biblische Geschichte
berichtet und straft unvoreingenommen ebenso ihre Schwachheiten und
Zukurzkommen, wie sie auch ihre Tugenden und ihre Treue lobt. Das muß
diejenigen erstaunen, welche annehmen, die Bibel sei eine erfundenen Geschichte
zu dem Zweck entworfen, um den Menschen Furcht vor einem religiösen System
einzuflössen. Es ist eine Aufrichtigkeit und Einfachheit und Klarheit in und an
der Bibel, die sie als die Wahrheit ausweist. Betrüger, welche einen Mann als
groß darstellen wollen, und besonders wenn einige seiner Schriften als von Gott
eingegeben dargestellt werden sollen, würden den Charakter desselben ohne allen
Zweifel tadellos und im höchsten Maße edel dargelegt haben. Die Tatsache, daß
solch ein Weg in der Bibel nicht verfolgt wurde, ist ein vernünftiger Beweis
dafür, daß sie nicht auf betrügerische Weise zurechtgemacht worden ist, um zu
verführen.
Da wir einen
Grund dazu haben, eine Offenbarung von Gottes Willen und Plan zu erwarten, und
wir festgestellt haben, daß die Bibel, welche beansprucht, diese Offenbarung zu
sein, von Männern geschrieben worden ist, deren Beweggründe wir aus keinem
Grund in Zweifel ziehen, sondern die wir ganz im Gegenteil dazu mit Grund
empfehlen, laßt uns den Charakter der Schreiben prüfen, welche beanspruchen,
eingegeben zu sein, und laßt uns erkennen, ob ihre Lehren mit dem Charakter
übereinstimmen, welchen wir vernunftgemäß Gott zugeschrieben haben und ob sie
im Innern Beweise von ihrer Wahrhaftigkeit aufweist.
Die ersten fünf
Bücher des Neuen Testaments und verschiedene des Alten Testamentes sind
Erzählungen oder Geschichten von Tatsachen, welche den Schreibern bekannt
gewesen sind, und welche durch ihren Charakter verbürgt sind. Es ist für jeden
eindeutig, dass es keiner besonderen Offenbarung bedarf, um die Wahrheit zu
erzählen, welche Dinge betrifft, mit denen sie bestens und völlig bekannt
gewesen sind. Weil aber Gott wünschte, den Menschen eine Offenbarung zu geben,
ist die Tatsache, dass diese Geschichten von geschehenen Ereignissen etwas mit
der Offenbarung zu tun haben, ein ausreichender Grund zu der vernünftige
Schlussfolgerung, dass Gott es so lenken und leiten würde, daß die ehrlichen
Schreiber, welche er für dieses Werk erwählte, mit den nötigen Tatsachen in
Berührung kamen. Die Glaubwürdigkeit dieser historischen Teile der Bibel beruht
daher fast vollständig auf dem Charakter und den Beweggründen ihrer Schreiber.
Gute Menschen werden keine Unwahrheiten sagen. Eine reine Quelle wird nicht
bitteres Wasser hervorbringen. Und das gesamte Zeugnis dieser Schriften bringt
jeden Verdacht, als ob ihre Verfasser Böses sagen oder tun wollten, damit Gutes
daraus käme, zum Schweigen.
Die
Wahrhaftigkeit gewisser Bücher der Bibel, wie zum Beispiel die der Könige,
Chronika, Richter usw. wird in keinster Weise entkräftet, wenn wir sagen, dass
sie einfach wahrheitsgemäße und sorgfältig aufgezeichnete Geschichten von
hervorragenden Ereignissen und Persönlichkeiten ihrer Zeit sind. Wenn daran
erinnert wird, dass die hebräischen Schriften sowohl die Geschichte als auch
das Gesetz und die Prophezeiungen enthalten, und dass ihre
Geschichtsereignisse, Geschlechtsregister usw. in Einzelheiten sehr ausführlich
waren wegen der Erwartung, daß der verheißene Messias aus einer besonderen
Geschlechtslinie von Abraham kommen wird, so erkennen wir einen Grund für das
Berichten von bestimmten historischen Tatsachen, welche im Lichte dieses zwanzigsten
Jahrhunderts als anstößig betrachtet werden. Zum Beispiel war ganz
offensichtlich ein deutlicher Bericht über den Ursprung der moabitischen und
ammonitischen Nationen und ihrer Verwandtschaft mit Abraham und den Israeliten
eine Notwendigkeit in dem Verständnis des Geschichtsschreibers, um eine
vollständige Geschichte ihrer Herkunft zu geben. (1. Mose 19:36-38)
Gleicherweise wird von den Kindern von Juda ein sehr ins Einzelne gehender
Bericht gegeben, von welchem der König David stammte, und durch welchen sowohl
die Abstammung von Maria, der Mutter von Jesus (Luk. 3:23,31,33,34), als auch
die des Joseph, ihres Mannes (Matth. 1:2-16), auf Abraham zurückverfolgt wird.
Ohne Zweifel war die Notwendigkeit, den Stammbaum aufs genaueste nachzuweisen,
höchst wichtig, weil aus diesem Stamm (1. Mose 49:10) sowohl der herrschende
König von Israel als auch der verheissene Messias kommen sollte, und daher wird
die Ausführlichkeit der Einzelheiten in anderen Fällen nicht gegeben. -1. Mose
38
Es mag ähnliche
oder auch unterschiedliche Gründe für die Aufzeichnung anderer historischer
Tatsachen in der Bibel geben, deren Nützlichkeit wir nach und nach erkennen
mögen, welche man ohne Nachteil hätte weglassen können, wäre es nicht eine
Abhandlung über Geschichtsereignisse, sondern nur eine Abhandlung über Moral;
doch niemand kann mit Recht sagen, daß
die Bibel irgendwo Unreinheit gutheißt. Außerdem ist es gut zu bedenken, daß
dieselben Tatsachen in jeder Sprache mehr oder weniger fein dargestellt werden
können; und dass während die Übersetzer der Bibel mit Recht zu gewissenhaft
waren, um irgend etwas von dem Bericht auszulassen, sie doch zu einer Zeit
lebten, wo die Wahl verfeinerter Ausdrücke weniger genau genommen wurde als wie
in der heutigen; und das gleiche mag auch von den früheren biblischen Zeiten
und deren Gewohnheit, sich auszudrücken, angenommen werden. Sicherlich kann der
Genaueste keinen Einwand in diesem Punkt in irgendeiner Äußerung des Neuen
Testaments finden.
Die Bücher Mose
und die darin verkündeten Gesetze
Die ersten fünf
Bücher der Bibel sind bekannt als die fünf Bücher Mose, obgleich sie nirgends
seinen Namen als ihren Verfasser erwähnen. Dass sie von Moses oder unter seiner
Aufsicht geschrieben wurden, ist eine berechtigte Schlussfolgerung; der Bericht
von seinem Tod und seinem Begräbnis wurde wahrscheinlich von seinem Schreiber
hinzugefügt. Das Fehlen der ausdrücklichen Aussage, dass diese Bücher von Mose
geschrieben wurden, ist kein Beweis gegen den Gedanken; hätte sie nämlich ein
anderer geschrieben, um zu verführen und einen Betrug zu begehen, so würde er
sicherlich behauptet haben, daß sie von dem großen Leiter und Staatsmann von
Israel geschrieben wurden, um seine Täuschung gut zu machen. (Siehe 5. Mose
31:9-27) Über eines sind wir gewiß, Mose hat das hebräische Volk aus Ägypten
heraus geführt. Er hat sie als eine Nation unter den in diesen Büchern
dargelegten Gesetzen zusammengeschlossen; und über dreitausend Jahre lang hat
das hebräische Volk diese Bücher einstimmig als eine durch Mose an sie verliehene
Gabe angesehen und sie als so heilig gehalten, daß kein Jota noch Strichlein
geändert werden durfte; auf diese Weise ist die Reinheit des Textes garantiert.
Diese Schriften
von Mose enthalten die einzig glaubwürdige noch vorhandene Geschichte von dem
Zeitabschnitt, welchen sie durchläuft. Die chinesische Geschichte gibt vor, mit
der Schöpfung zu beginnen, indem sie erzählt, wie Gott in einem Kahn hinaus auf
das Wasser fährt und in seiner Hand einen Klumpen Erde hält, den er ins Wasser
wirft. Dieser Klumpen Erde, wird behauptet, wurde die Welt usw. Aber die ganze
Geschichte ist ohne jegliche Vernunft, so dass sogar der Kinderverstand dadurch
nicht irregeführt wird. Ganz im Gegensatz dazu beginnt der im ersten Buche Mose
gegebene Bericht mit der vernünftigen Voraussetzung, dass ein Gott, ein
Schöpfer, eine intelligente erste Ursache bereits bestanden hat. Er handelt
nicht davon, daß Gott einen Anfang gehabt hat, sondern von seinem Werk und
dessen Anfang und dessen planvollen und harmonischen Fortgang-"Am Anfang
schuf Gott Himmel und Erde." Dann über den Ursprung der Erde ohne weitere
Einzelheiten oder Beschreibungen hinweggehend, schreitet die Erzählung von den
sechs Tagen (Zeitabschnitten) für die Vorbereitung für den Menschen fort. Dieser
Bericht ist durch das zusammengefasste Licht einer viertausendjährigen
Wissenschaft im wesentlichen bestätigt worden; daher ist es bei weitem
vernünftiger, die Behauptung anzunehmen, daß sein Verfasser, Mose, göttlich
inspiriert war, als anzunehmen, daß das Verständnis eines Mannes größer gewesen
sei als das Verständnis und die Forschung der Übrigen des Geschlechts in den
dreitausend Jahren seither, unterstützt durch moderne Hilfsmittel und Millionen
an Geld.
Beachte
zunächst die Gliederung der Gesetze, die in diesen Schriften niedergelegt sind.
Sie haben jedenfalls nicht ihresgleichen, weder damals noch auch seitdem bis in
dieses Jahrhundert hinein; und die Gesetze dieses Jahrhunderts sind auf die
Grundlagen gegründet, die im mosaischen Gesetz niedergelegt sind, und sind in
der Hauptsache von Männern verfasst worden, welche den göttlichen Ursprung des
mosaischen Gesetzes anerkannt haben.
Die zehn Gebote
sind eine kurze Zusammenfassung des ganzen Gesetzes. Sie mahnen eindringlich zu
bestimmten Regeln für die Anbetung und für die Moral, welche jedem
Bibelforscher als bemerkenswert auffallen müssen; und wenn sie vorher nicht
gekannt worden wären, und jetzt unter den Ruinen und Überbleibseln von
Griechenland, Rom oder Babylon gefunden werden würden (Nationen, die emporstiegen
und wieder herabgesunken sind, lange nachdem diese Gesetze gegeben worden
waren), man würde sie als ein Wunder, wenn nicht als übernatürlich, betrachten.
Aber die Vertrautheit mit ihnen und ihren Forderungen hat ein großes Maß von
Gleichgültigkeit erzeugt, so daß ihre wahre Größe, außer von wenigen, nicht
bemerkt wird. Es ist wahr, diese Gebote lehren nicht von Christus; aber sie
wurden nicht den Christen, sondern den Hebräern gegeben; nicht um den Glauben
an ein Lösegeld zu lehren, sondern um die Menschen von ihrem sündigen Zustand
und von der Notwendigkeit eines Lösegeldes zu überzeugen. Und der Hauptinhalt
dieser Gebote wurde von dem erhabenen Gründer der Christenheit herrlich in die
Worte zusammengefasst: ,, Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem
ganzen Herzen und aus deiner ganzen Seele und aus deinem ganzen Verstand und
aus deiner ganzen Kraft"; und ,, du sollst deinen Nächsten lieben, wie
dich selbst." - Mr 12:30, 31
Die Regierung,
die von Moses eingesetzt worden war, unterschied sich von allen anderen, alten
und modernen, dadurch, dass sie beanspruchte, die des Schöpfers selbst zu sein
und dass das Volk ihm gegenüber verantwortlich war.
Ihre Gesetze
und Einrichtungen, sowohl bürgerliche als auch religiöse, erhoben den Anspruch,
von Gottes zu stammen, und waren, wie wir jetzt sehen werden, in vollkommener
Harmonie mit dem, was die Vernunft uns über Gottes Charakter lehrt. Die
Stiftshütte inmitten des Lagers enthielt in ihrem ,, Allerheiligsten" eine
Kundgebung von der Gegenwart Jehovas als ihr König, woher sie auf
übernatürliche Weise die Belehrung zur richtigen Hinausführung ihrer
Angelegenheiten als eine Nation empfingen. Eine Priesterschaft wurde gegründet,
welche die vollständige Verantwortung für die Stiftshütte hatte, und durch sie
allein war der Zutritt zu Jehova und die Gemeinschaft mit Jehova zugelassen.
Der erste Gedanke von einigen in diesem Zusammenhang würde vielleicht der sein:
"Ah, da haben wir den Zweck von ihrer Einrichtung; bei ihnen, wie bei den
anderen Nationen, herrschten die Priester über das Volk, um deren
Leichtgläubigkeit auszunutzen und um Furcht zu erwecken für ihre eigene Ehre
und ihren eigenen Vorteil." Doch halt, Freund; laß uns nicht zu eilig
irgend etwas voraussetzen. Wo es eine solch gute Gelegenheit gibt, um diesen
Gegenstand an Tatsachen zu prüfen, würde es nicht vernünftig sein, ohne die
Tatsachen Schlussfolgerungen zu machen. Die unwiderlegbaren Beweise sind
solchen Mutmaßungen entgegengesetzt. Die Rechte und Vorrechte der Priester
waren begrenzt; ihnen war überhaupt keine bürgerliche Macht gegeben worden, und
es fehlte ihnen gänzlich die Möglichkeit, ihr Amt zu benutzen, um die Rechte
oder das Gewissen des Volkes auszunutzen; und diese Anordnung war von Mose
gemacht worden, ein Glied des priesterlichen Geschlechtes.
Nachdem er als
Gottes Stellvertreter Israel aus der Knechtschaft Ägyptens heraus geführt
hatte, hatte die Macht der Umstände die Regierung in seiner Hand
zusammengefasst und machte aus dem ,, demütigen" Mose einen an Macht und
Autorität unumschränkten Herrscher, obwohl er wegen seiner Demut in
Wirklichkeit der Diener seines Volkes war, welcher am meisten in Anspruch
genommen wurde und dessen ganze Lebenskraft von den beschwerlichen Mühsalen
seiner Stellung aufgezehrt wurde. Zu diesem Zeitpunkt wurde die bürgerliche
Herrschaft gegründet, welche fast einer Demokratie gleichkam. Laßt uns nicht
missverstanden sein; als Ungläubige betrachtet, würde es erscheinen, als ob
Israels Regierung eine Demokratie war, aber in dem Lichte ihrer eigenen Aussage
war sie eine Theokratie, das bedeutet eine göttliche Herrschaft; denn die von
Gott durch Mose gegebenen Gesetze ließen keine Änderungen zu; sie durften weder
etwas zu ihrem Gesetzesbuch dazutun noch etwas davon weglassen. So betrachtet
war Israels Regierung verschieden von jeder anderen bürgerlichen Regierung,
sowohl vorher als auch seither. "Der Herr sprach zu Mose: "Sammle mir
siebzig Männer aus den Ältesten in Israel, von denen du weißt, daß sie Älteste
des Volk und seine Vorsteher sind, und nimm sie zu der Stiftshütte und laß sie
sich dort neben dir aufstellen. Und ich werde hernieder kommen und dort mit dir
reden und von dem Geiste, der auf dir ist, nehmen und auf sie legen, dass sie
mit dir die Last des Volkes tragen, und du sie nicht allein trägst." (4.
Mose 11:16, 17. Siehe auch die Verse 24-30 als ein Beispiel von aufrichtiger
und ehrlicher Regierung und Demut). Bei der Erzählung dieser Angelegenheit
sagte Mose: ,, Da nahm ich die Häupter eurer Stämme, weise und bekannte
(einflußreiche) Männer, und setzte sie als Häupter über euch, als Oberste über
tausend und Oberste über hundert und Oberste über fünfzig und Oberste über
zehn, und als Vorsteher über eure Stämme." 5. Mose 1:15; 2. Mose 18:13-26.
Auf diese Weise
wird deutlich, daß dieser ausgezeichnete Gesetzgeber, weit davon entfernt zu
versuchen, seine eigene Macht aufrechtzuerhalten oder vergrößern, indem er die
Regierung des Volkes unter die Kontrolle seiner direkten Verwandten aus dem
priesterlichen Stamm gelegt und deren religiöse Autorität dazu genutzt hätte,
um die Rechte und Freiheiten des Volkes in Fesseln zu legen, er ganz im
Gegenteil eine Regierungsform für das Volke einsetzte, die darauf abzielte, den
Geist der Freiheit zu pflegen.
%Die
Geschichtsereignisse von anderen Nationen und Herrschern zeigen keine Parallele
hierzu. In jedem Falle haben die Herrscher die Ausdehnung und Zunahme ihrer
eigenen Macht erstrebt. Sogar in Beispielen, wo sie die Errichtung von
Republiken unterstützt haben, erscheint es aus den darauffolgenden Ereignissen,
dass sie es aus taktischen Gründen taten, um die Gunst des Volkes zu erhalten
und ihre eigene Macht aufrechtzuerhalten.
Unter gleichen
Umständen, wie die, in denen Mose sich befand, würde jeder ehrgeizige Mensch,
der das Volk geschickt regiert und der versucht, die Täuschung
aufrechtzuerhalten, darin tätig gewesen sein, noch größere Macht in ihm selbst
und in seiner Familie zusammenzufassen; besonders da dies als eine leichte
Aufgabe erschienen wäre auf Grund der religiösen Autorität, die bereits in
diesem Stamm vorhanden war und auf Grund des Glaubens dieses Volkes, von Gott
aus der Stiftshütte heraus regiert zu werden. Ebensowenig ist es vorstellbar,
daß ein Mann, der fähig ist, solche Gesetze zu bilden und solch ein Volk zu
regieren, so schwach im Verstehen gewesen sein würde, dass er nicht erkannt
hätte, wohin sein Verfahren führen würde. So vollständig war die Herrschaft des
Volkes in seine eigene Hände gelegt worden, daß, obwohl es festgelegt worden
war, dass die schweren Fälle, die jene Vorsteher nicht entscheiden konnten, vor
Mose gebracht werden sollten, sie trotzdem für sich selbst entscheiden konnten,
was für Fälle vor Mose kommen sollten: "Die Sache aber, die zu schwierig
für euch ist, sollt ihr vor mich bringen, dass ich sie höre." -5. Mose
1:17
Auf diese Weise
haben wir gesehen, dass Israel eine Republik war, deren Vorsteher unter einem
göttlichem Auftrag handelten. Und zur Beschämung derjenigen, welche
unwissentlich behaupten, daß die Bibel die Herrschaft eines eingesetzten
Kaiserreiches über das Volk bekräftigen würde anstatt ,, einer Regierung des
Volkes durch das Volk", sei es bemerkt, daß diese republikanische Form der
bürgerlichen Regierung über 400 Jahre lang andauerte. Und dann wurde sie auf
das Bitten "der Ältesten" hin in die eines Königreiches geändert,
ohne des Herrn Zustimmung, der zu Samuel sagte, welcher damals als eine Art
Präsident handelte, aber dies ganz formlos: ,, Höre die Stimme des Volkes in
allem, was sie dir sagen; denn nicht dich haben sie verworfen, sondern mich
haben sie verworfen, dass ich nicht König über sie sein soll." Auf Gottes
Anweisung hin erklärte Samuel dem Volke, wie ihre Rechte und Freiheiten
mißachtet und wie sie selbst durch solch einen Wechsel zu Knechten werden
würden; aber sie hatten sich der weitverbreiteten Meinung, die überall um sie
herum bei den anderen Völkern dargestellt war, zugeneigt. (1. Sam. 8:6-22) Wem
wird bei der Betrachtung dieses Berichtes über ihren Wunsch nach einem König
nicht der Gedanke deutlich, daß sich Mose ohne Schwierigkeit selbst zum Haupte
eines großen Reiches hätte einsetzen können?
Während Israel
als Ganzes eine Nation bildete, so wurde doch nach Jakobs Tode die Einteilung
in Stämme stets anerkannt. Jede Familie, jeder Stamm, wählte oder erkannte
durch gemeinsame Zustimmung bestimmte Glieder als ihre Vertreter oder Häupter
an. Diese Gewohnheit wurde sogar während der lang andauernden Sklaverei in
Ägypten fortgesetzt. Diese wurden Häupter oder Älteste genannt, und sie waren
es, denen Mose die Ehre und Macht der bürgerlichen Regierung übertrug; hätte er
in Anbetracht dieser Tatsache gewünscht, die Macht in sich selbst und seiner eigenen Familie zusammenzufassen, so
wären diese Männer die letzten gewesen, welche er mit Macht und Amt geehrt
hätte.
Die
Anweisungen, die denjenigen gegeben wurden, welche für die bürgerliche
Herrschaft als von Gott ernannt worden waren, sind ein Beispiel von Einfachheit
und Reinheit. Mose erklärt dem Volk in Gegenwart dieser Richter: ,, Ich gebot
euren Richtern zu derselben Zeit und sprach: Höret die Streitsachen zwischen
euren Brüdern und richtet in Gerechtigkeit zwischen einem Manne und seinem
Bruder und dem Fremdling bei ihm. Ihr sollt nicht die Person ansehen im
Gericht; den Kleinen wie den Großen sollt ihr hören; ihr sollt euch vor niemand
fürchten, denn das Gericht ist Gottes. Die Sache aber, die zu schwierig für
euch ist, sollt ihr vor mich bringen, dass ich sie höre." (5. Mose
1:16,17) Solch schwierige Fälle wurden nach dem Tod von Mose durch den Hohenpriester direkt zum Herrn gebracht;
die Antwort bestand im Ja oder Nein durch das "Urim" und "Thummin".
Was sollen wir
angesichts dieser Tatsachen über die Anschauung sagen, die glauben machen will,
dass diese Bücher von betrügerischen Priestern geschrieben worden seien, um
sich selbst den Einfluß und die Macht über das Volk zu sichern? Würden solche
Menschen für solche Absichten Berichte verfassen, welche für jene Ziele
zerstörerisch sind, wo sie die Ziele doch eigentlich fördern sollten- Berichte,
die aufs überzeugendste beweisen, daß der große Führer von Israel, und dazu
einer von ihrem eigenen Stamm, auf Veranlassung von Gott hin die Priesterschaft
von der bürgerlichen Macht ausschloss, indem er jene Macht in die Hände des
Volkes legte? Würde irgend jemand solch eine Schlussfolgerung als vernünftig
betrachten?
Es ist ferner
auch der Beachtung wert, daß die Gesetze der am meisten fortgeschrittenen
Zivilisation in diesem zwanzigsten Jahrhundert keine größere und sorgfältigere
Vorkehrungen hat, damit Reich und Arm an Verantwortlichkeit vor dem
bürgerlichen Gesetz auf gleicher Stufe stehen. Es wurde durch die mosaischen
Gesetze überhaupt kein Unterschied gemacht. Das Gesetz schützte das Volk auch
vor der Gefahr, daß einige sehr arm und andere unermeßlich wohlhabend und
mächtig wurden. Kein anderes nationales Gesetz ist jemals erlassen worden, das
diesen Punkt so sorgfältig überwachte. Das Gesetz Mose sah für jedes fünfzigste
Jahr eine Wiederherstellung vor-ihr Jubeljahr. Indem dieses Gesetz den
vollständigen Verlust des Eigentums verhinderte, beugte es der Anhäufung
desselben in den Händen einiger Weniger vor. (3. Mose 25:9,13-23, 27-30) Sie
wurden in der Tat gelehrt, sich als Brüder zu betrachten und demgemäß zu
handeln; einander ohne Vergütung zu
helfen und keinen Wucher von einander zu nehmen. -Siehe 2. Mose 22:25; 3. Mose
25:36, 37; 4. Mose 26:52-56.
Alle Gesetze
wurden veröffentlicht. Auf diese Weise wurden die Menschen davon abgehalten, zu
denken, dass sie die Rechte des Volkes erfolgreich verändern könnten. Die
Gesetze wurden in solch einer Weise öffentlich dargestellt, daß jeder, der
wollte, sie abschreiben konnte; und damit die Ärmsten und Unwissendsten nicht
in Unkenntnis über dieselben sein sollten, wurde es den Priestern zur Pflicht
gemacht, sie dem Volk an ihren alle sieben Jahre stattfindenden Festen
vorzulesen. (5. Mose 31:10-13) Ist es vernünftig, anzunehmen, daß solche
Gesetze und Anordnungen von schlechten Menschen entworfen wurden oder von
raffinierten Menschen, die dem Volk seine Freiheiten und seine Zufriedenheit
hinweg nehmen wollten? Solch eine
Annahme wäre unvernünftig.
In der
Rücksichtnahme auf die Rechte und Interessen der Fremden und der Feinde war das
mosaische Gesetz zweiunddreißig Jahrhunderte seiner Zeit voraus-wenn die besten
und am meisten fortgeschrittenen Gesetze von heute ihm überhaupt an
Gerechtigkeit und Wohlwollen gleichkommen. Wir lesen: "Ein und dasselbe
Gesetz soll sowohl für den Einheimischen als auch für den Fremdling gelten;
denn ich bin Jehova, euer Gott." -2. Mose 12:49; 3. Mose 24:22.
"Und wenn
ein Fremdling bei dir in eurem Lande wohnt, so sollt ihr ihn nicht bedrücken;
sondern wie ein Einheimischer aus eurer eigenen Mitte soll euch der Fremdling
sein, der unter euch lebt, und du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr
selbst seid Fremdlinge im Land Ägypten gewesen." -3. Mose 19:33, 34.
"Wenn du
den Ochsen deines Feindes oder seinen Esel umherirrend antriffst, so sollst du
ihm dasselbe auf jeden Fall zurückbringen. Wenn du den Esel desjenigen, der
dich haßt, unter seiner Last zusammengebrochen liegen siehst, würdest du deine
Beschäftigung beenden und ihm helfen? Du sollst auf jeden Fall hingehen und ihm
helfen." -2. Mose 23:4, 5 (nach
Kautzsch-Übersetzung und Schlachter-Übersetzung)
Selbst die
stummen Tiere waren nicht vergessen. Sowohl Grausamkeit gegen sie als auch
gegen menschliche Wesen war streng verboten. Einem Ochsen durfte kein Maulkorb
angelegt werden, während er das Getreide drosch aus dem guten Grund, daß ein
Arbeiter seines Lohnes wert ist. Sogar der Ochse und der Esel durften nicht
zusammen pflügen, weil sie so ungleich an Kraft und Schritt sind; es würde
grausam sein. Ihre Ruhezeit war auch vorgesehen. -5. Mose 25:4; 22:10; 2. Mose
23:12.
Es mag von
einigen behauptet werden, dass die Priesterschaft eine selbstsüchtige
Einrichtung gewesen sei, weil der Stamm der Leviten durch den jährlichen
Zehnten oder den zehnten Teil des persönlichen Verdienstes ihrer Brüder aus den
anderen Stämmen unterhalten wurde. Diese Tatsache, auf diese Weise dargelegt,
ist eine ungerechte Darstellung, welche bei den Zweiflern auch weitverbreitet
ist, und welche dadurch, möglicherweise unwissentlich, eine der am meisten bemerkenswerten
Beweise für Gottes Urheberschaft in der Beschaffenheit dieses Systems falsch
darstellt; denn es war nicht das Werk einer selbstsüchtigen und Pläne
schmiedenden Priesterschaft. In der Tat wird es nicht selten durch eine moderne
Priesterschaft falsch dargestellt, welche betont, dass sie ein ähnliches System
jetzt habe und jenes als ein vorangegangenes Beispiel benutzt ohne die
Bedingung zu erwähnen, auf welcher es errichtet wurde, noch die Art der Bezahlung zu erwähnen.
Es war in der
Tat auf die genaueste Gleichheit aufgebaut. Als Israel in den Besitz des Landes
Kanaan kam, hatten die Leviten sicherlich dasselbe Recht auf einen Anteil des
Landes wie die anderen Stämme; doch auf Grund von Gottes ausdrücklichen Befehl
hin erhielten sie keinen, außer bestimmte Städte oder Dörfer als Wohnsitz,
welche unter den verschiedenen Stämmen, denen sie in religiösen Dingen dienen
sollten, verstreut waren. Neunmal wurde dieses Verbot vor der Aufteilung des
Landes gegeben. Anstatt des Landes sollte ihnen ein entsprechender Gegenwert
gegeben werden, und der zehnte Teil war deshalb diese vernünftige und gerechte
Versorgung. Doch das ist nicht alles. Obgleich der zehnte Teil, wie wir gesehen
haben, eine gerechte Schuld war, so wurde er doch nicht wie eine Steuer erzwungen,
sondern er wurde als freiwilliger Beitrag bezahlt. Und keine Drohung
verpflichtete sie, diese Beiträge zu leisten; alles hing von ihrer
Gewissenhaftigkeit ab. Die einzigen Ermahnungen an das Volk über diese Sachen
waren folgende:
"Hüte dich
davor, die Leviten unbeachtet zu lassen, solange du in deinem Lande
lebst." (5. Mose 12:19 nach Menge-Übersetzung) "Und vergiß nicht die
Leviten, die in deinen Wohnorten leben; denn sie haben keinen eigenen Besitz
und kein Erbteil gleich dir." (5. Mose 14:27)
Ist es
vernünftig, fragen wir, anzunehmen, daß diese Anordnung der Dinge von
selbstsüchtigen und ehrgeizigen Priestern aufgestellt worden sind? -Eine
Anordnung, sich selbst zu enterben und sich von der Unterstützung ihrer Brüder abhängig
zu machen? Lehrt uns der Verstand nicht das Gegenteil?
In Harmonie
damit, und es gibt gleichsam keine anderen erklärlichen Gründe, außer diesem,
welcher den Anspruch erhebt-daß Gott der Urheber dieser Gesetze ist-steht die
Tatsache, daß keine besondere Vorkehrung für das Verehren der Priesterschaft
getroffen worden ist. In nichts würden Betrüger sorgfältiger gewesen sein als
darin, sich Ehrfurcht und Respekt vor sich selbst zu verschaffen und für
strengste Strafen und Verfluchungen gegen diejenigen zu sorgen, welche sie
mißachten. Aber nichts dergleichen zeigte sich; es wurde keine besondere Ehre
oder Verehrung und kein Schutz einer bestimmten Gruppe vor Strafverfolgung im
Falle von Gewalttaten oder Beleidigung vorgesehen.
Das allgemeine
Gesetz, das keinen Unterschied zwischen den Klassen machte und kein Ansehen der
Person kannte, war ihr einziger Schutz. Dies ist das am meisten bemerkenswerte,
weil die Behandlung der Diener, der Fremden und der Alten der Gegenstand
besonderer Gesetzgebung war. Zum Beispiel: Du sollst weder einen Fremden, noch
eine Witwe, noch ein vaterloses Kind
bedrängen oder unterdrücken; denn wenn sie zu mir (Gott) rufen, so werde ich mit Sicherheit ihr Schreien hören;
und mein Zorn wird entbrennen, und ich werde euch durch das Schwert töten, und
eure Weiber sollen Witwen und eure Kinder vaterlos werden." (2. Mose
22:21-24; 23:9; 3. Mose 19:33,34). "Du sollst nicht einen armen und
bedürftigen Tagelöhner bedrücken; mag er denn zu deinen Brüdern oder zu den
Fremden gehören, welche in deinem Lande und in deinen Toren sind. An seinem
Tage sollst du ihm seinen Lohn geben, auch soll die Sonne nicht vorher
untergehen; denn er ist arm, und sein Herz sehnt sich danach; auf dass er nicht
den Herrn gegen dich anrufe und Sünde an dir sei." (3. Mose 19:13; 5. Mose
24:14,15; 2. Mose 21:26, 27) "Vor einem grauen Haupt sollst du aufstehen
und das Anlitz des alten Mannes ehren." (3. Mose 19:32. Siehe auch 3. Mose
19:14) Dies galt für alle, denn es gab keine Besonderheiten für die Priester
oder die Leviten oder ihrem zehnten Teil.
Die
gesundheitlichen Anordnungen des Gesetzes, sehr notwendig für ein armes, lang
unterdrücktes Volk, sind zusammen mit den Anordnungen und Einschränkungen
hinsichtlich reiner und unreiner Tiere, welche gegessen werden durften und
welche nicht, bemerkenswert und würden mit anderen Merkmalen von Interesse
sein, wenn der Raum ihre nähere Betrachtung zuliesse, weil sie zeigen, daß sich
jenes Gesetz auf gleicher Höhe befindet mit den jüngsten Schlussfolgerungen der
medizinischen Wissenschaft über diesen Gegenstand, wenn es ihnen nicht sogar
voraus ist. Das Gesetz Mose hat auch einen vorbildlichen Charakter, welchen wir
für eine zukünftige Betrachtung zurücklassen müssen; aber auch unser schneller
Überblick hat den überwältigenden
Beweis geliefert, daß dieses Gesetz, welches den Rahmen des ganzen Systems der
geoffenbarten Religion bildet, welcher von dem Rest der Bibel näher ausgeführt
wird, wahrhaftig eine wunderbare Darstellung der Weisheit und der Gerechtigkeit
ist, besonders, wenn sein Datum in Betracht gezogen wird.
Im Lichte der
Vernunft müssen alle zugeben, dass es keinen Beweis davon in sich trägt, dass
es das Werk übler und betrügerischer Menschen ist, sondern es entspricht genau
dem, was die Natur über den Charakter Gottes lehrt. Es liefert den Beweis für
seine Weisheit, Gerechtigkeit und Liebe. Und darüber hinaus lehnt es der ganz
offensichtlich rechtschaffene und edle Gesetzgeber, Mose, ab, daß die Gesetze
seine eigenen seien, und er schreibt sie Gott zu. (2. Mose 24:12; 5. Mose
9:9-11; 2. Mose 26:30; 3. Mose 1:1) Angesichts seines Charakters im allgemeinen
und dass er selbst seinem Volke gebot, kein falsches Zeugnis abzulegen und
Heuchelei und Lügen zu vermeiden, ist es da vernünftig anzunehmen, dass solch
ein Mann selbst falsches Zeugnis ablegt und seine eigenen Ansichten und Gesetze
als solche von Gott stammend darlegt?
Es sollte auch daran erinnert werden, dass wir die gegenwärtigen
Abschriften der Bibel näher betrachten und dass also die originalgetreue Wiedergabe
in gleichem Maße durch die Nachfolger von Mose weiter gegeben wurde, aus
welchem Grund sie auch so hoch geehrt wird; denn obwohl üble Menschen unter
diesen Nachfolgern gewesen sind, die ihren eigenen Vorteil und nicht das Gute
für das Volk erstrebten, ist es offensichtlich, dass sie die geheiligten
Schriften nicht verfälschten, welche bis auf diesen Tag rein sind.
Die Propheten
der Bibel
Blicke jetzt
auf den allgemeinen Charakter der Propheten der Bibel und deren Zeugnisse. Eine
ziemlich bemerkenswerte Tatsache ist, dass die Propheten mit wenigen Ausnahmen
nicht aus der priesterlichen Klasse waren; und dass in ihren Tagen ihre
Prophezeiungen sowohl der verkehrten und zeitdienerischen Priesterschaft als
auch dem zum Götzendienst neigenden Volke im allgemeinen anstößig waren. Die
Last ihrer Botschaften von Gott an das Vo1k bestand im allgemeinen im Tadeln
für die Sünden, verbunden mit Warnungen von kommender Bestrafungen, verknüpft
damit finden wir gelegentlich Verheißungen von zukünftiger Segnungen, nachdem
sie von der Sünde gereinigt und wieder in die Gunst des Herrn zurückgekehrt
sind. Die Erfahrungen der Propheten waren zum größten Teil weit davon entfernt,
beneidenswert zu sein; sie wurden im allgemeinen geschmäht, viele von ihnen
wurden gefangengenommen und haben einen gewaltsamen Tode erlitten. (Siehe 1.
Kön. 18:4, 10, 17, 18; 19:10; Jer 38:6, Heb 11:32-38) In einigen
Fällen wurde ihr wahrer Charakter als Gottes Propheten erst Jahre nach ihrem
Tode erkannt. Wir sprechen aber in dieser Weise von den prophetischen
Schreibern, deren Äußerungen den Anspruch erheben, direkte Eingebungen von
Jehova zu sein. Es ist gut, dass wir uns in diesem Zusammenhang daran erinnern,
dass es beim Überreichen des Gesetzes an Israel kein priesterliches Eingreifen
gab; es wurde dem Volke von Gott durch die Hand Mose gegeben. (2. Mose
19:17-25; 5. Mose 5:1-5) Und außerdem war es die Pflicht, dass, wenn jemand
eine Übertretung des Gesetzes erkannte, er den Sünder warnte. (3. Mose 19:17)
Auf diese Weise hatten alle das Recht, zu lehren und zu warnen; aber weil die
Mehrheit, wie in unserem heutigen Tag, mit der Sorge um das Geschäftliche in
Anspruch genommen war und gleichgültig und ungläubig wurde, erfüllten
verhältnismäßig wenige dies Erfordernis, die Sünde zu strafen und zur Ehrfurcht
vor Gott zu ermahnen; und diese Prediger werden sowohl im Alten wie im Neuen
Testament als ,, Propheten" bezeichnet. Der Ausdruck Prophet, wie er im
allgemeinen gebraucht wird, bezeichnet einen öffentlichen Ausleger; und so
wurden zum Beispiel auch die öffentlichen Lehrer des Götzendienstes "die
Propheten des Baal" genannt usw.
-Siehe 1. Kor. 14:1-6; 2. Petrus 2:1; Matth. 7:15; 14:5; Ne 6:7; 1. Kön. 18:40; Ti 1:12.
Prophezeien im
gewöhnlichen Sinne von Lehren wurde später weitverbreitet durch eine bestimmte
Klasse und führte zum Pharisäertum-diese lehrten anstatt der Gebote Gottes die
Überlieferungen der Ältesten, dadurch widersetzten sie sich der Wahrheit und
wurden falsche Propheten oder falsche Lehrer. -Matth. 15:2-9.
Außerhalb von der
großen Klasse, Propheten genannt, wählte Gott zu verschiedenen Zeiten einige
heraus, welche er in besonderer Weise beauftragte, damit sie seine Botschaften
überbrachten, welche sich manchmal auf nahe bevorstehende Dinge, und ein
anderes Mal auf noch zukünftige Ereignisse bezogen. Den Schriften dieser
Klasse, die da sprachen und schrieben, wie sie vom Heiligen Geiste bewegt
wurden, gilt jetzt unsere Aufmerksamkeit. Sie mögen mit Recht bezeichnet werden als
Göttlich
beauftragte Propheten oder Seher.
Wenn daran
erinnert wird, dass diese Propheten hauptsächlich Laien waren, die keine
Unterstützung durch den Zehnten des priesterlichen Stammes bezogen; und wenn zu
diesem die Tatsache hinzu genommen wird, dass sie häufig nicht nur diejenigen
waren, welche die Könige und Richter tadelten, sondern auch die Priester
(obwohl sie nicht das Amt, sondern die persönlichen Sünden derer tadelten, die
es inne hatten), so wird es klar, daß wir vernünftigerweise nicht meinen
können, dass diese Propheten an irgend einem Bündnis mit den Priestern oder
anderen beteiligt waren, um im Namen Gottes Unwahrheiten zu erfinden. Im Lichte
der Tatsachen widerspricht die Vernunft solch einem Verdacht.
Wenn wir daher
keinen Grund finden, die Beweggründe der verschiedenen Schreiber der Bibel in
Frage zu stellen, sondern finden, dass der Geist von den verschiedenen Teilen
der Bibel Rechtschaffenheit und Wahrheit ist, so laßt uns nun zu der Frage
fortfahren, ob es eine Verbindung oder ein Band der Einigkeit gibt zwischen den
Berichten des Mose, denen der Propheten
und denen der
Schreiber des Neuen Testaments. Wenn wir eine gemeinsame Denkrichtung
durch das Gesetz, die Propheten und die Schriften des Neuen Testaments hindurch
verwebt finden werden, welche ein Zeitperiode von 1.500 Jahren beträgt, so wird
das in Verbindung mit dem Charakter der Schreiber ein guter Grund dafür sein,
ihren Anspruch-dass sie göttlich eingegeben sind -zuzulassen, besonders wenn
das allen gemeinsame Thema ein bedeutsames und erhabenes ist und sich gut mit dem
vereinbaren läßt, was der geheiligte weitverbreitete Verstand in Bezug auf den
Charakter und die Eigenschaften Gottes lehrt.
Gerade das
finden wir. Ein Plan, ein Geist, ein Ziel und eine Absicht durchzieht das ganze
Buch. Seine ersten Seiten berichten über die Erschaffung und den Fall des
Menschen; seine letzten Seiten erzählen von des Menschen Wiederherstellung von
diesem Fall; und die dazwischen liegenden Seiten zeigen die
aufeinanderfolgenden Schritte des Planes Gottes zur Hin- ausführung dieser Absicht.
Die Harmonie und auch der Gegensatz der ersten drei und der letzten drei
Kapitel der Bibel ist beeindruckend. Die einen beschreiben die erste Schöpfung
und die anderen die wiederhergestellte Schöpfung, wenn die Sünde und ihr Fluch
hinweg getan ist: die einen zeigen, wie Satan und das Böse in die Welt gekommen
ist, um zu verführen und zu verderben; die letzteren zeigen sein Werk zunichte
gemacht, das Verlorene wiederhergestellt, das Böse zerstört und Satan
vernichtet; die einen zeigen die
Herrschaft, die durch Adam verloren ging, die anderen zeigen dieselbe
wiederhergestellt und für immer fest gegründet durch den Christus, und dass
Gottes Willen auf der Erde hinaus geführt wird wie im Himmel; die einen zeigen,
dass die Sünde die Ursache war, die das Verderben, die Schmach und den Tod
hervorbrachte, die anderen zeigen, dass Herrlichkeit, Ehre und Leben der Lohn
der Gerechtigkeit ist.
Obwohl von
vielen Federn zu verschiedenen Zeiten und unter verschiedenen Umständen
geschrieben, ist die Bibel nicht nur eine Sammlung von moralischen, weisen und
leitenden Grundsätzen und trostreichen Worten. Sie ist mehr. Sie ist eine
vernünftige, erkenntnisreiche und
harmonische Darstellung von der Ursache des gegenwärtigen Bösen in der Welt,
seines einzigen Heilmittels und von den
endgültigen Ergebnissen, wie sie von der göttlichen Weisheit erkannt werden,
welche das Ende des Planes schon vor seinem Anfang wußte, und sie zeichnet den
Fußpfad von Gottes Volkes auf und stärkte und kräftigte sie mit den überaus
großen und kostbaren Verheißungen, die zur rechten Zeit verwirklicht werden.
Die Lehre des
ersten Buches Mose, dass die Menschheit in einem Zustand der
ursprünglichen Vollkommenheit in einem
Repräsentanten (in einem Vertreter) geprüft wurde, dass er verfehlte, und dass
die gegenwärtige Unvollkommenheit, Krankheit und der Tod die Folgen davon sind,
dass aber Gott ihn nicht verlassen hat und ihn schließlich durch einen Erlöser,
geboren von einer Frau (1. Mose 3:15), wiederherstellen wird, wird durchgehend
fortgesetzt und bis zum Schluß ausführlich erklärt. Die Notwendigkeit des Todes
von einem Erlöser, als ein Opfer für die Sünden, und von seiner Gerechtigkeit
als eine Bedeckung für unsere Sünden wird in der Kleidung von Fell für Adam und
Eva gezeigt; in der Annahme von Abels Opfer;
in Isaak auf dem Altar; in dem Tod der verschiedenen Opfer, durch welche
die Patriarchen Zutritt zu Gott hatten, und in den unter dem Gesetz
eingeführten und durch das jüdische Zeitalter hindurch fortgesetzten Opfern.
Die Propheten, zwar mit einer Erkenntnis gesegnet, aber nur ein geringes Verständnis über die
Bedeutung einiger ihrer Aussprüche habend (1. Pet. 1:12), erwähnen, dass die
Sünden auf eine Person gelegt werden anstatt auf ein stummes Tier, und in der
prophetischen Vision sehen sie ihn, welcher die Menschheit erlöst und befreit,
"wie ein Lamm zur Schlachtung" geführt, und dass "die Strafe zu
unserem Frieden auf ihm lag", und dass wir "durch seine Wunden
geheilt sind." Sie stellten ihn dar als "verachtet und verlassen von
den Menschen, ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut", und
erklärten, dass "der Herr die Schuld von uns allen auf ihn gelegt
hat." (Jes. 53:3-6) Sie sagten, wo dieser Erlöser geboren wird (Mich. 5:1)
und wann er sterben wird, und versichern uns, daß es "nicht für ihn
selbst" ( Da 9:26, "The New Jerusalem Bible" Übersetzung) sein
wird. Sie erwähnen verschiedene Besonderheiten ihn betreffend-dass er ,,
gerecht" und frei von "Täuschung" und ,, Gewalt" und irgend
einem Grund des Todes sein wird (Jes. 53:8, 9, 11); dass er für dreißig Stücke
Silber verraten werden wird (Sach. 11:12); dass er in seinem Tod ,, zu den
Übertretern gerechnet" wird (Jes. 53:12); dass ihm nicht ein Gebein
gebrochen wird (Psl. 34:21; Joh. 19:36); und dass, obwohl er sterben und
begraben wird, sein Fleisch doch nicht verwesen wird, und er nicht im Todeszustand
verbleiben wird. -Psl. 16:10; Apg. 2:31.
Die Schreiber
des Neuen Testaments berichten klar und überzeugend, und trotzdem in einer sehr
einfachen Art und Weise, die Erfüllung von allen diesen Prophezeiungen in Jesus
von Nazareth und zeigen durch logische Beweisführungen, dass solch ein
Lösegeld-Preis, wie er es gab, notwendig war, wie es bereits in dem Gesetz und
den Propheten vorausgesagt worden war, bevor die Sünden der ganzen Welt
ausgelöscht werden können. (Jes. 1:18) Sie schildern den ganzen Plan in einer überaus logischen und überzeugenden Art
und Weise, sie fordern weder die
Vorurteile ihrer Hörer heraus noch möchten sie ihre Hörer begeistern, sondern
sie wenden sich allein an deren erleuchteten Verstand und bieten einige der am
meisten bemerkenswerten und genauesten und überzeugendsten Beweisführungen, die
nirgends sonst über irgendein Thema gefunden werden können. Siehe Röm. 5:17-19,
und weiter bis zum 12. Kapitel.
Mose wies in
dem Gesetz nicht nur auf ein Opfer hin, sondern auch auf ein Auslöschen der
Sünden und auf ein Segnen des Volkes unter diesem großen Erlöser, von dessen
Macht und Autorität er erklärt, dass sie seine eigene bei weitem übersteigen
wird, obwohl sie "gleich" ihm sein wird. (5. Mose 18:15,19) Der
verheißene Erlöser wird nicht nur Israel, sondern durch Israel ,, alle
Geschlechter der Erde" segnen. (1. Mose 12:3; 18:18; 22:18; 26:4) Und im
Gegensatz zu den Vorurteilen des jüdischen Volkes fahren die Propheten in der
gleichen Art und Weise fort, erklärend, dass der Messias ,, zu einem Licht für
die Nationen" sein wird (Jes. 49:6; Luk. 2:32); dass die Nationen
"von den Ende der Erde" zu ihm kommen werden ( Jer 16:19); dass sein
Name "unter den Nationen groß sein wird" ( Mal 1:11); dass die
"Herrlichkeit des Herrn sich offenbaren wird, und alles Fleisch sie sehen
wird". -Jes. 40:5. Siehe auch Jes. 42:1-7.
Die Schreiber
des Neuen Testamentes erheben den Anspruch auf eine göttliche Salbung, welche
sie befähigte, die Erfüllung der Prophezeiungen hinsichtlich dem Opfer des
Christus zu erkennen. Obwohl sie als Juden voreingenommen waren zu meinen, dass
jede Segnung auf ihr eigenes Volk begrenzt sei (Apg. 11:1-18), so wurde es
ihnen ermöglicht zu erkennen, dass, während ihr Volk gesegnet werden wird, auch
alle Geschlechter der Erde mit ihnen gesegnet werden, und zwar durch sie. Sie
erkannten auch die Tatsache, dass vor der Segnung Israels und der Welt eine
Herauswahl von einer ,, kleinen Herde" aus beiden, Juden und Nationen,
gemacht wird, welche, wenn erprobt und als würdig erfunden, zu Miterben an der
Herrlichkeit und der Ehre des großen Erlösers und zu Teilhabern mit ihm an der
Ehre, Israel und alle Völker zu segnen, gemacht werden. -Röm. 8:17.
Diese Schreiber
zeigen die Harmonie von dieser Ansicht mit dem, was im Gesetz und in den
Propheten geschrieben steht; und die Erhabenheit und die Breite des Planes, den
sie darlegen, übertrifft bei weitem die erhabenste Vorstellung von dem, was es
zu sein vorgibt: "Die frohe Botschaft von großer Freude, die für das ganze
Volk sein wird."
Der Gedanke von
dem Messias als ein Herrscher nicht nur von Israel, sondern auch von der ganzen
Welt, auf welchen in den Büchern von Mose hingewiesen wird, ist das Thema aller
Propheten. Der Gedanke von dem Königreich war auch in den Lehren der Apostel das
wichtigste; und Jesus lehrte, dass wir beten sollten: ,, Dein Königreich
komme", und verhieß denen einen Anteil daran, welche zuerst für die
Wahrheit leiden und sich auf diese Weise desselben würdig erweisen werden.
Diese Hoffnung
auf das kommende herrliche Königreich gab allen Gläubigen den Mut, Verfolgung
zu ertragen und Schande, Entbehrung und Verlust, und sogar den Tod zu erleiden.
Und in der großartigen sinnbildlichen Prophezeiung, mit welcher das Neue
Testament endet, werden das würdige ,, Lamm, das geschlachtet worden ist"
(0ffenb. 5:12), die würdigen "Überwinder", die er zu Königen und
Priestern in seinem Königreich machen wird, und die Prüfungen und die
Hindernisse, die sie überwinden müssen, um würdig zu werden, um Anteil zu haben
an jenem Königreich, sehr genau geschildert. Dann folgen die symbolischen
Darstellungen von den Segnungen, welche der Welt unter jener tausendjährigen
Millenniumsherrschaft gegeben werden, wenn der Satan gebunden und der
adamitische Tod und die Leiden vernichtet worden sein werden, und wenn alle
Nationen der Erde im Lichte des himmlischen Königreiches-des neuen
Jerusalem-wandeln werden.
Vom Anfang bis
zum Ende bietet die Bibel eine Lehre, wie sie nirgendwo anders gefunden wird,
und die im Gegensatz zu den Theorien aller heidnischen Religionen steht-nämlich
dass für die Toten ein zukünftiges Leben durch eine Auferstehung von den Toten
kommen wird. Alle die inspirierten Schreiber drückten ihre Zuversicht an einen
Erlöser aus, und einer derselben erklärt, daß ,, an dem Morgen", wenn Gott
sie aus dem Grabe rufen wird, und sie hervorkommen werden, die Bösen nicht
länger mehr die Herrschaft der Erde in den Händen haben werden; denn ,, am
Morgen herrschen die Aufrichtigen über sie". (Psl. 49:14)
Die
Auferstehung von den Toten wird durch die Propheten gelehrt; und die Schreiber
des Neuen Testaments gründen alle ihre Hoffnungen auf ein zukünftiges Leben und
einer zukünftigen Segnung darauf. Paulus drückt es so aus: ,, Wenn es keine
Auferstehung der Toten gibt, so ist auch Christus nicht auferweckt worden; und
wenn Christus nicht auferweckt worden ist, so ist auch unsere Predigt
vergeblich, und euer Glaube ist auch vergeblich; ... also sind auch die, welche
in Christus entschlafen sind, verloren. ... Nun aber ist Christus auferweckt worden von den Toten und ist der Erstling
der Entschlafenen geworden; ... denn wie nämlich alle in Adam sterben, so
werden auch alle in dem Christus lebendig gemacht werden." -1. Kor.
15:13-22
Die Bibel ist
wie eine Uhr, bei welcher zuerst viele Räder als überflüssig erscheinen
möchten, aber gerade die Räder, die sich am langsamsten drehen, sind unbedingt
notwendig. Sie setzt sich aus vielen Teilen zusammen, und sie ist durch viele
Federn zubereitet worden, und sie ist ein vollständiges und harmonisches
Ganzes. Nicht ein einziger Teil ist überflüssig, und obwohl einige Teile mehr
benutzt werden und eine hervorragendere Stelle einnehmen als andere, so sind
sie doch alle nützlich und notwendig.
Es findet unter
den sogenannten ,, fortgeschrittenen Denkern" und ,, großen
Theologen" des heutigen Tages immer mehr Anklang, viele der
"Wunder" des Alten Testaments geringschätzig zu behandeln oder nicht
zu beachten, wenn sie dieselben nicht gar bestreiten, indem sie dieselben ,,
Altweiber-Fabeln" nennen. Unter ihnen sind die Berichte von Jonas und dem
großen Fisch, von Noah und der Arche, von Eva und der Schlange, von dem
Stillstehen der Sonne auf Josuas Befehl hin, von Bileams sprechendem Esel. Ganz
offensichtlich übersehen diese weisen Männer die Tatsache, daß die Bibel in
ihren verschiedenen Teilen so verwoben und verbunden ist, dass, wenn diese
Wunder von ihr beschädigt oder angezweifelt werden, das Ganze zerstört oder
angezweifelt wird. Denn wenn die ursprünglichen Berichte falsch sind, so waren
diejenigen, die sie wiederholten, entweder Fälscher oder selbst Betrogene, und
in jedem Falle wäre es für uns unmöglich, ihr Zeugnis als göttlich eingegeben
anzunehmen. Die erwähnten Wunder aus der Bibel herauszunehmen, würde das
Zeugnis seiner hauptsächlichsten Schreiber ungültig machen, und außerdem das
von unserem Herrn. Die Geschichte von dem Fall wird von Paulus bestätigt (Röm.
5:17); ebenso Evas Verführung durch die Schlange. (2. Kor. 11:3; 1. Tim. 2:14).
Siehe auch unseres Herrn Bezugnahme auf letzteres in 0ffenb. 12:9 und 20:2. Das
Stillstehen der Sonne bei dem Sieg über die Amoriter als ein Beweis für die
Macht des Herrn war ganz offensichtlich vorbildlich von der Macht, die in der
Zukunft an dem "Tage des Herrn" durch die Hand dessen ausgeübt werden
wird, den Josua vorschattete. Dies wird durch drei Propheten bestätigt. (Jes.
28:21; Hab. 2:1-3,13,14 und 3:2-11, Sach. 14:1,6,7) Der Bericht von dem
sprechenden Esel ist von Judas (V. 11) und von Petrus (2. Pet. 2:16) bestätigt
worden. Und der große Lehrer, Jesus, bestätigt die Erzählung von Jonas und dem
großen Fisch und von Noab und der Flut. (Matth. 12:40; 24:38, 39; Luk. 17:26;
siehe auch 1. Pet. 3:20) Tatsächlich gibt es keine größeren Wunder als
diejenigen, welche durch Jesus und die Apostel durchgeführt wurden, solche wie
das Verwandeln von Wasser in Wein, die Heilung von Krankheiten usw.; und als
Wunder ist die Auferweckung der Toten das wunderbarste von allen.
Diese Wunder,
welche für unsere Erfahrung nicht üblich sind, finden jeden Tag Parallelen um
uns herum, welche für uns gewöhnlicher sind, so dass sie sich ereignen, ohne
beachtet zu werden. Die Fortpflanzung von lebendigen Organismen, sowohl bei den
Tieren als auch bei den Pflanzen, liegt jenseits unseres Verstehens, sowie auch
jenseits unsere Kraft-daher sind sie wunderbar. Wir können die Ausübung von dem
Lebensgrundsatz sehen, aber wir können es weder verstehen noch erzeugen. Wir
pflanzen zwei Samenkörner nebeneinander; die Bedingungen, Luft, Wasser und
Boden sind gleich; sie wachsen, wir können nicht sagen wie, noch kann der
Weiseste unter den Menschen dieses Wunder erklären. Diese Samenkörner
entwickeln Organismen von entgegengesetzten Neigungen; der eine breitet sich am
Boden aus, der andere wächst senkrecht; die Gestalt, die Blüte, die Farbe, alles
unterscheidet sich, obgleich die Bedingungen dieselben waren. Solche Wunder
sind für uns alltäglich, und sobald wir das Staunen der Kindheit verlassen,
hören wir auf, sie als solche zu betrachten; dennoch offenbaren sie, wie sehr
es eine Macht sowohl jenseits unseres eigenen Denkens als auch jenseits unseres
begrenzten Verstandes gibt, und die wenigen Wunder in der Bibel sind zu
besonderen Zwecken berichtet und sind
als Darstellungen von der Allmacht und von der Fähigkeit des großen Schöpfers,
jedes Hindernis zu überwinden und seinen Willen zu vollenden, sowie der uns
verheißene Auferweckung von dem Tode und der Vernichtung des Bösen und der
schließlichen Herrschaft der ewigwährenden Gerechtigkeit beabsichtigt.
Hier lassen wir
die Sache ruhen. Jeder Punkt wurde durch die Vernunft geprüft. Wir haben
herausgefunden, dass es einen Gott gibt, einen höchsten, intelligenten
Schöpfer, in welchem Weisheit, Gerechtigkeit, Liebe und Macht in vollkommener
Harmonie vorhanden sind. Wir haben herausgefunden, dass es vernünftig ist, eine
Offenbarung von seinen Plänen an seine Geschöpfe zu erwarten, welche fähig
sind, eine solche wertzuschätzen, und welche an einer solchen Interesse haben.
Wir haben herausgefunden, dass die Bibel, welche behauptet, diese Offenbarung
zu sein, der Betrachtung würdig ist. Wir haben seine Schreiber näher betrachtet
und ihre möglichen Absichten im Lichte dessen, was sie lehren; wir waren
erstaunt; und unser Verstand sagte uns, dass solch eine Weisheit, mit einer
solchen Reinheit des Beweggrundes verbunden, kein schlauer Kunstgriff von
klugen Menschen mit selbstsüchtigen Zielen ist. Die Vernunft hat betont, dass
es bei weitem wahrscheinlicher ist, dass solch gerechte und wohlwollende
Ansichten und Gesetze von Gott und nicht von den Menschen sind, und sie bestand
darauf, dass sie nicht das Werk von betrügerischer Priestern sein können. Wir
haben die Harmonie des Zeugnisses in Bezug auf Jesus, sein Lösegeld-Opfer, und
die Auferstehung und die Segnung von allen als das Ergebnis in seinem kommenden
herrlichen Königreich gesehen; und die Vernunft sagte uns, dass ein so
großartiger und verständlicher Plan jenseits allem liegt, was wir
vernünftigerweise erwarten können, und weil er auf solch vernünftige
Schlussfolgerungen aufgebaut ist, muss er der Plan Gottes sein, welchen wir
suchen. Er kann nicht nur ein Kunstgriff der Menschen sein, denn selbst
geoffenbart, ist er fast zu großartig, um von Menschen geglaubt zu werden.
Als Kolumbus
den Fluß Orinoco entdeckte, sagte ihm einer, dass er eine Insel gefunden habe.
Er erwiderte: ,, Kein solcher Fluß wie dieser fließt von einer Insel. Dieser
reißende Strom muß die Wasser eines Kontinents mit sich führen." So
überzeugt uns die Tiefe und die Macht und die Weisheit und der Umfang von dem
biblischen Zeugnis, dass nicht Menschen, sondern der allmächtige Gott der
Urheber von ihren Plänen und Offenbarungen ist. Wir haben nur einen schnellen
Blick auf die Oberfläche der Schriften geworfen, welche den Anspruch erheben,
von göttlichem Ursprung zu sein, und wir haben herausgefunden, dass dies
vernünftig erscheint. Die folgenden Kapitel werden die verschiedenen Teile des
Planes Gottes darlegen, und wir sind zuversichtlich, dass sie jedem ehrlichen
Verstand einen reichlichen Beweis dafür geben, dass die Bibel eine göttlich eingegebene
Offenbarung ist, und dass die Länge und Breite und Höhe und Tiefe des Planes,
den sie entfaltet, den göttlichen Charakter herrlich widerspiegelt, welcher bis
jetzt nur undeutlich erkannt wird, welcher aber jetzt in dem Lichte des
angebrochenen tausendjährigen Millenniumtages deutlicher erkannt wird.
STUDIE
IV—Die genauen Zeitabschnitte und Zeitalter, die in der Entwicklung des
göttlichen Planes deutlich hervorgehoben sind.
Gottes Plan
ist fest bestimmt und geordnet. -Drei große Zeitabschnitte in der
Weltgeschichte. -Ihre unterschiedlichen Merkmale. -"Die Erde bleibt ewig.’
-Die kommende Welt, die neuen Himmel und die neue Erde. -Diese großen
Zeitabschnitte sind unterteilt. -Die wichtigen Teile des Planes Gottes werden
auf diese Weise zur Betrachtung hervorgehoben. -Das Erkennen der Reihenfolge
offenbart die Harmonie. -Das rechte Teilen des Wortes der Wahrheit.
Wie einige in
Unkenntnis die Fähigkeit und die Weisheit eines großen Architekten und
Baumeisters falsch beurteilen, wenn sie sein unvollendetes Werk sehen, so
beurteilen auch viele in ihrer Unwissenheit Gott falsch, wenn sie sein
unvollendetes Werk sehen; aber in Kürze, wenn das harte Gerüst des Bösen
beseitigt worden ist, welches zur Bestrafung des Menschen zugelassen worden ist
und welches schließlich zu seinem Wohlergehen abgeschafft werden wird, dann
wird Gottesvollendetes Werk jedem seine unendliche Weisheit und Macht
verkünden; und seine Pläne werden als mit seinem herrlichen Charakter in
Harmonie seiend anerkannt werden.
Weil Gott uns
sagt, dass er eine fest bestimmte Absicht hat und dass alle seine Absichten
vollendet werden, so geziemt es sich für uns, als seine Kinder, eifrig zu
forschen, was diese Pläne sind, damit wir als solche erkannt werden, welche in
Harmonie mit ihnen sind. Erkenne, wie nachdrücklich uns Jehova die Bestimmtheit
seiner Absichten bestätigt: "Jehova der Heerscharen hat geschworen und
gesprochen: Wahrlich, wie ich es geplant habe, so wird es geschehen; und wie
ich es beschlossen habe, so wird es sein.’,, Denn Jehova der Heerscharen hat es
beschlossen, und wer kann es zunichte machen?’ "Ich bin Gott, und es gibt
keinen anderen; ich bin Gott, und es gibt keinen gleich mir...mein Plan wird
bestehen, und mein Wohlgefallen führe ich hinaus...Wahrlich, ich habe
gesprochen, und ich werde es auch herbeiführen; ich habe es geplant, und werde
es auch durchführen.’ (Jes. 14:24-27; 46:9-11 nach der "Kleinen
Jerusalemer Bibelübersetzung und der Übersetzung des Alten Testaments nach
Kautzsch) Wie geheimnisvoll oder planlos uns daher Gottes Tun mit den Menschen
auch erscheinen mag, so müssen doch diejenigen, welche dies Zeugnis seines
Wortes glauben, zugeben, dass sein ursprünglicher und unveränderlicher Plan
beständig seiner Vollendung entgegengegangen ist und noch geht.
Während die
große Masse der Menschheit, sich in der Finsternis der Unwissenheit befindend,
auf die eigentlichen Entwicklungen des Planes Gottes warten muß, bevor sie den
herrlichen Charakter des göttlichen Baumeisters erkennen kann, ist es das
Vorrecht des Kindes Gottes, durch den Glauben und das Licht seiner Leuchte (des
Wortes Gottes) die vorausgesagten Herrlichkeiten der Zukunft zu sehen und
dadurch das sonst geheimnisvoll erscheinende Tun Gottes in der Vergangenheit
und der Gegenwart zu erkennen. Wir wenden uns daher als interessierte Söhne
Gottes und Erben eines verheißenen, herrlichen Erbteils an unseres Vaters Wort,
damit wir seine Absichten verstehen möchten, welche uns aus den Plänen und aus
den Einzelheiten darin gegeben werden. Dort lernen wir, dass Gottes Plan in
bezug auf den Menschen drei große Zeitabschnitte umfaßt, die mit der
Erschaffung des Menschen beginnen und in die unbegrenzte Zukunft reichen.
Petrus und Paulus bezeichnen diese Zeitabschnitte als "drei Welten’, die
wir in der folgenden Abbildung darstellen:
Diese drei
großen Zeitabschnitte stellen drei unterschiedliche Offenbarmachungen der
göttlichen Vorsehung dar. Der erste, von der Schöpfung bis zur Sintflut, war
unter der Aufsicht der Engel und wird von Petrus "die damalige Welt’ genannt. - _ 2Pe 3:6???
Der zweite
große Zeitabschnitt, von der Sintflut bis zur Aufrichtung von Gottes
Königreich, ist unter der eingeschränkten Kontrolle des Satans, ,, des Fürsten
dieser Welt’, und wird daher ,,
diese gegenwärtige böse Welt’
genannt. - Ga 1:4 _ 2Pe 3:7???
Der dritte
Zeitabschnitt wird eine "Welt ohne Ende’ (Jes 45:17 nach der englischen
King-James Bibelübersetzung) unter der göttlichen Herrschaft sein, das
Königreich Gottes, und wird ,,
die zukünftige Welt’ genannt,
,, in welcher Gerechtigkeit herrscht’.- Heb 2:5 _ 2Pe 3:13???
Der erste
dieser Zeitabschnitte oder, , Welten’ war unter der Aufsicht der Engel ein
Fehlschlag; der zweite unter der Herrschaft des Satans, der eigenmächtig die
Macht an sich gerissen hat, ist in der Tat, , eine böse Welt’ gewesen; aber der
dritte wird eine Zeit der Gerechtigkeit und der Segnung für alle Geschlechter
der Erde sein.
Die beiden
letzten dieser, , Welten’ werden ganz besonders erwähnt, und die Aussagen über
sie sind in starkem Gegensatz zueinander. Der gegenwärtige zweite Zeitabschnitt
wird nicht deshalb, , die gegenwärtige böse Welt’ genannt, weil es nichts Gutes
in demselben gibt, sondern weil es dem Bösen gestattet ist zu herrschen., ,
Jetzt nennen wir die Hochmütigen glücklich; wahrlich, diejenigen, welche Böses
verübt haben, sind erfolgreich gewesen; wahrlich, diejenigen, welche Gott
versucht haben, sind auch befreit worden.’ ( Mal 3:15 nach der englischen
King-James-Bibelübersetzung) Die dritte Welt oder der dritte Zeitabschnitt wird
als ,, die zukünftige Welt’ erwähnt, ,, in welcher Gerechtigkeit
wohnt’, nicht weil es kein Böses in ihr mehr geben wird, sondern weil das
Böses nicht herrschen wird. Die Beseitigung des Bösen wird ganz allmählich vor
sich gehen und die ersten tausend Jahre erfordern. Das Böse wird dann nicht
herrschen; es wird nicht erfolgreich sein; es wird nicht länger mehr der Böse
sein, der Gelingen haben wird, sondern "der Gerechte wird aufblühen’ (Psl.
72:7), und der Gehorsame, , wird das Gute des Landes essen’ (Jes. 1:19), und
die, , Übeltäter werden vernichtet.’ (Psl. 37:9)
So gesehen wird
das nächste Zeitalter in fast jeder Hinsicht sehr verschieden und das genaue
Gegenteil von dem gegenwärtigen sein. Unseres Herrn Worte zeigen, warum es
zwischen dem gegenwärtigen und dem zukünftigen Zeitalter einen Unterschied
geben wird. Es ist, weil er selbst der Fürst oder Herrscher der kommenden Welt
sein wird, so dass in ihr Gerechtigkeit und Wahrheit herrschen werden; während
jetzt, weil Satan der Fürst (Herrscher) der gegenwärtigen bösen Welt ist, das
Böse herrscht und der Böse Gelingen hat. Weil, wie Jesus sagte, der Fürst
dieser Welt "nichts in mir hat’ (nichts mit ihm gemeinsam hat), hat er
folglich auch kein Interesse an seinen Nachfolgern, ausgenommen, dass er ihnen
widersteht, sie versucht, plagt und schlägt ( Joh 14:30 2. Kor. 12:7), und dass
in dieser gegenwärtigen bösen Welt oder in diesem Zeitabschnitt jeder, der
gottselig leben will, Verfolgung erleiden wird, während der Böse wie ein
grünender, ragender Baum dasteht. - _ 2Ti 3:12???; Psl. 37:35
Jesus sagte:, ,
Mein Reich ist nicht von dieser Welt’, und bis der Zeitabschnitt oder "die
kommende Welt’ kommt, wird das Königreich des Christus die
Erde nicht beherrschen. Wir werden belehrt, auf dieses zu hoffen und für
dasselbe zu beten: "Dein Königreich komme, Dein Wille geschehe auf der
Erde.’ Der Satan ist "der Beherrscher dieser Welt der Finsternis’, und
daher, , bedeckt Finsternis die Erde und tiefe Dunkelheit die Völker.’ Er
herrscht jetzt in den Herzen der Kinder des Ungehorsams. - Eph 2:2 6:12???
(nach Menge-Übersetzung)
Es muß einige
sehr wichtige Teile in dem Plan des großen Baumeisters für die Errettung des
Menschen geben, welche bis jetzt noch nicht vollständig entwickelt sind-sonst
wäre der neue Fürst und das neue Zeitalter schon längst in Erscheinung
getreten. Warum es auf eine bestimmte Zeit hinausgeschoben worden ist, und
ebenso die Art und Weise, wie der Wechsel von der gegenwärtige Herrschaft des
Bösen unter Satan auf die Herrschaft der Gerechtigkeit unter Christus
stattfindet, sind interessante Punkte, die im folgenden ausführlicher gezeigt
werden. Jetzt ist es ausreichend zu sagen, dass die Reiche dieser Welt, die
jetzt dem Satan unterworfen sind, zur rechten Zeit die Reiche von unserem Herrn
und seines Christus werden. (0ffb. 11:15) Der Zusammenhang zeigt, dass der
Übergang durch eine allgemeine Zeit der Drangsal erreicht werden wird. Was dies
anbetrifft, sagte Jesus:, , Niemand kann in das Haus des Starken eindringen und
seinen Hausrat rauben, wenn er nicht zuvor den Starken bindet, und alsdann wird
er sein Haus berauben.’ { Mr 3:22-27} Auf diese Weise werden wir belehrt, dass
der Satan zuerst gebunden, festgelegt und abgesetzt werden muß, bevor die
Herrschaft des Christus in Gerechtigkeit und in Friedens aufgerichtet werden
kann. In Übereinstimmung damit wird auch dies Binden des Satans als das erste
Werk des neuen Zeitalters dargestellt. -0ffb. 20:2
Es sollte nicht
vergessen werden, dass diese Erde die Grundlage aller dieser, , Welten’ oder
Zeitalter ist und dass, obwohl Zeitalter vorübergehen und wechseln, die Erde
immer fortbesteht:, , Die Erde besteht ewiglich.’ (Pred. 1:4) Dasselbe Bild
ausführend nennt Petrus jeden dieser Zeitabschnitte einen eigenen Himmel und
eine eigene Erde. Hier symbolisiert das Wort Himmel
die höheren oder geistigen herrschenden Mächte, und die Erde symbolisiert die menschlichen Regierungen und gesellschaftlichen
Einrichtungen. So endeten die ersten Himmel und die erste Erde, die Anordnung
und Einrichtung der Dinge, die damals bestanden haben, in der Flut, nachdem sie
ihren Zweck erfüllt hatten. Aber die natürlichen Himmel (die Lufthülle um die
Erde herum, Atmosphäre genannt) und die natürliche Erde gingen nicht zu Ende;
sie blieben bestehen. In gleicher Weise wird auch die gegenwärtige Welt (die
Himmel und die Erde) mit einem großen Lärm vergehen und in Feuer, in
Verwirrung, Drangsal und Auflösung zerschmelzen. Der Starke (Satan) wird sich,
nachdem er gebunden worden ist, darum bemühen, seine Macht zu erhalten. Die
gegenwärtige Form der Regierung und die gegenwärtige Gesellschaftsordnung,
nicht aber der natürliche Himmel und nicht die natürliche Erde, werden
vergehen. Die gegenwärtigen Himmel (die Mächte der geistiger Herrschaft)
müssen den, , neuen Himmeln’ Platz machen-der geistigen Herrschaft des
Christus. Die gegenwärtige Erde (die menschliche Gesellschaft, wie sie
jetzt unter der Herrschaft des Satans aufgebaut ist) muß (symbolisch)
zerschmelzen und aufgelöst werden, am Anfang des, , Tages des Herrn’, welcher,
, brennen wird wie ein Ofen.’ { Mal 4:1} "Eine neue Erde’, das bedeutet
eine neu aufgebaute Gesellschaft, wird folgen, welche in Harmonie mit dem neuen
Fürsten der Erde sein wird-dem Christus. Gerechtigkeit, Friede und Liebe werden
unter den Menschen herrschen, nachdem die gegenwärtigen Einrichtungen dem neuen
und besseren Königreich Platz gemacht haben werden, dessen Grundlage die
vollkommene Gerechtigkeit sein wird.
Dem Apostel
Paulus wurde ein Blick in das nächste Zeitalter gegeben, oder wie er es nennt,
in "die kommende Welt’. Er sagt, er wurde, , entrückt’ (ob in
wortwörtlicher oder in geistiger Weise oder in beiden, konnte er nicht sagen,
so wirklich waren die Dinge für seinen Anblick) den Strom der Zeit entlang in
den neuen Zustand der Dinge, in den, , neuen Himmel’, also den, , dritten
Himmel’. Er sah auf diese Weise die Dinge, wie sie unter der geistigen
Herrschaft des Christus sein werden, Dinge, welche er nicht sagen durfte. (2.
Kor. 12:2-4) Zweifellos waren es dieselben Dinge, die Johannes später sah, und
es wurde ihm gestattet, sie der Herauswahl in Sinnbildern
mitzuteilen, welche erst verstanden werden sollten, sobald sie fällig und an
der Zeit sind. Johannes wurde bei der Offenbarung, die ihm unser Herr auf der
Insel Patmos gab, in einer Vision durch dieses Evangeliumszeitalter und seinen
wechselnden Begebenheiten von Kirche und Staat bis zum Ende der gegenwärtigen
bösen Welt oder dieses Zeitabschnittes hindurch geführt, und in dieser prophetischen
Vision sah er, dass der Satan gebunden war und Christus herrscht, und der neue
Himmel und die neue Erde aufgerichtet waren; denn die vorigen Himmel und Erde
waren vergangen. -0ff. 21:1.
Die Zeitalter
Wir betrachten
jetzt die Zeitalter, in welche diese großen Zeitabschnitte eingeteilt sind, wie
es in dem folgenden Diagramm veranschaulicht ist.
Der erste
dieser großen Zeitabschnitte ("Welten’) war nicht unterteilt; Gottes
Handlungsweise mit den Menschen war die ganze Zeit hindurch nicht
unterschiedlich-von Adams Fall bis zur Flut. Gott hatte dem Menschen sein
Gesetz gegeben und es in sein inneres Wesen geschrieben; aber nachdem er
gesündigt hatte, überließ Gott ihn deutlich seinem eigenen Lauf, der abwärts
führte und, , allezeit nur böse war’ (1. Mose 6:5), so dass der Mensch auf
diese Weise seine Unvernunft erkennen möchte und damit die Weisheit Gottes
geoffenbart werden sollte in der Forderung nach völligem Gehorsam. Jenes
Zeitalter endete mit der Flut, welche alle hinweg nahm mit der Ausnahme des
gläubigen Noah und seiner Familie. Auf diese Weise offenbarte das erste
Zeitalter nicht nur die furchtbaren Auswirkungen der Sünde, sondern es zeigte
auch die Folgen von der Sünde, dass sie in immer größerer Erniedrigung und in
zunehmendes Elend abwärts führt, und es beweist die Notwendigkeit von dem
Eingreifen von Jehova, damit die Wiederherstellung dessen, ,, was verloren war’
-des Menschen erster vollkommener Zustand-überhaupt hinaus geführt werden kann.
Der zweite
Zeitabschnitt oder die, , Welt, welche jetzt ist’ schließt drei Zeitalter ein,
jedes ist ein Schritt in dem Plane Gottes zum Umsturz des Bösen. Jeder Schritt
ist weitreichender als der vorhergehende und führt den Plan weiter hinaus und
näher zu der Vollendung.
Der dritte
große Zeitabschnitt-, , die kommende Welt’ -mit der zweiten Gegenwart des
Christus beginnend, umfaßt das Millenniumszeitalter oder, , die Zeiten der
Wiederherstellung’ (Apg 3:21); und danach folgen andere, , kommende Zeitalter’,{
Eph 2:7} deren Einzelheiten nicht geoffenbart sind. Die gegenwärtigen
Offenbarungen handeln von des Menschen Wiederherstellung aus der Sünde und
nicht von der Ewigkeit in Herrlichkeit, die folgen wird.
Das erste
Zeitalter in der, , Welt, welche jetzt ist’, nennen wir das Patriarchen Zeitalter, weil Gottes Handlungen und Gnaden
während dieses Zeitabschnittes nur für einige wenige Personen waren und die
Übrigen der Menschen fast vollständig unbeachtet blieben. Solche Auserwählten
waren die Patriarchen Noah, Abraham, Isaak und Jakob. Jeder von ihnen scheint
der Reihe nach Gottes Auserwählter gewesen zu sein. Bei dem Tode Jakobs endete
dieses Zeitalter oder diese Hanldungsweise. Bei dem Tode Jakobs wurden seine
Nachkommen zum ersten Mal, , die zwölf Stämme von Israel’ genannt und wurden
gemeinsam von Gott als, , sein auserwähltes Volk’ anerkannt; und durch
vorbildliche Opfer waren sie in vorbildlicher Weise, , ein heiliges Volk’,
abgesondert von den anderen Nationen zu einem besonderen Zweck, und deshalb erfreuten
sie sich an besonderen Gnadengaben. Die Zeit, welche für diesen Teil des
göttlichen Planes bestimmt war, und welche hier begann und mit dem Tode des
Christus endete, bezeichnen wir als das jüdische Zeitalter
oder das Zeitalter des Gesetzes. Während jenes Zeitalters segnete Gott ganz
besonders diese Nation. Er gab ihnen sein Gesetz; er schloß einen besonderen
Bund mit ihnen; er gab ihnen die Stiftshütte, deren Schekinah-Herrlichkeit (ein
übernatürlicher, heller Schein) in dem Allerheiligsten die Gegenwart Jehovas
unter ihnen als ihres Führers und Königs darstellte. Zu ihnen sandte er die
Propheten und schließlich seinen Sohn. Jesus vollbrachte in ihrer Mitte seine
Wunder und unter ihnen lehrte Jesus, und weder er selbst ging zu den
umliegenden Nationen, noch gestattete er es seinen Jünger. Er sandte sie aus,
sagend:, , Gehet nicht auf einen Weg der Nationen, und gehet nicht in eine
Stadt der Samariter; gehet aber vielmehr zu den verlorenen Schafen des Hauses
Israel.’ { Mt 10:5,6} Und wiederum sagte er: "Ich bin nicht gesandt, als
nur zu den verlorenen Schafen von dem Hause Israel.’ { Mt 15:24} Dass diese
nationale Gnadengabe mit ihrer Ablehnung von Jesu und der Kreuzigung von Jesus
endete, wird durch Jesus Worte gezeigt, als er fünf Tage vor seiner Kreuzigung
erklärte:, , Euer Haus wird euch öde gelassen.’ - Mt 23:38???
Mit dem Tod von
Jesus begann damals ein neues Zeitalter-das Evangeliumszeitalter, in welchem die frohe Botschaft der Rechtfertigung nicht den
Juden allein, sondern allen Nationen verkündigt werden sollte; denn Jesus
Christus hat durch Gottes Gnade den Tod erlitten für jeden Menschen. Während
dieses Evangeliumszeitalters gibt es ebenfalls eine Klasse, welche zu einer
besonderen Gnade berufen ist und welcher besondere Verheißungen gegeben sind;
nämlich diejenigen, welche Jesus Christus durch den Glauben als ihren Erlöser
und Herrn annehmen und in seinen Fußstapfen wandeln. Die Verkündigung des
Evangeliums ist nun nahezu neunzehn Jahrhunderte lang hindurch hierhin und
dorthin über die ganze Erde gegangen, so dass jetzt gesagt werden kann, dass es
in jeder Nation mehr oder weniger gepredigt worden ist.
Es hat die Nationen nicht bekehrt-es war nicht beabsichtigt, es in diesem
Zeitalter zu tun; aber es hat hier und da einige herausgewählt, im ganzen eine
"kleine Herde’, wie es Jesus vorausgesagt hatte, { Lu 12:32} an welche es
des Vaters Wohlgefallen ist, ihnen in dem Zeitalter, welches diesem folgt, das
Königreich zu geben.
Mit diesem
Zeitalter endet die "gegenwärtige böse Welt’; und beachte aufmerksam, dass
während Gott auf diese Weise die Herrschaft des Bösen zugelassen hat zum
scheinbaren Nachteil seiner Sache, nichtsdestotrotz seine erhabenen Pläne
ununterbrochen vorwärts geschritten sind in Übereinstimmung mit einem festen
und bestimmten Plan und in genauer Reihenfolge der Zeitabschnitte, welche er
festgelegt hat. Am Ende dieses Zeitalters und mit dem Tagesanbruch des nächsten
Zeitalters, dem Millenniumszeitalter, wird der Satan gebunden und seine Macht
gestürzt, um die Aufrichtung von dem Königreich des Christus und den Anfang der
"kommenden Welt, in welcher Gerechtigkeit wohnt’, vorzubereiten.
Das Wort
Millennium bedeutet tausend Jahre und wird allgemeinen als Name für den in
0ffb. 20:4 erwähnten Zeitabschnitt benutzt-die tausend Jahre von der Herrschaft
des Christus, dem ersten Zeitalter in der "kommenden Welt.’ Während des
Millenniumszeitalters wird es eine Wiederherstellung aller Dinge geben, welche
durch den Fall Adams verloren gingen (Apg. 3:19-21), und vor seinem Ende sollen
alle Tränen abgewischt worden sein. Jenseits seiner Grenze in den Zeitaltern
der Glückseligkeit, die folgen, wird es keinen Tod mehr geben, noch Leid, noch
Geschrei, noch wird es irgendwelche Schmerzen mehr geben. Die früheren
Begebenheiten werden vergangen sein. (0ffb. 21:4) Gottes Offenbarungen geben
keine weiteren Einzelheiten, und deshalb hören wir hier auf.
Wir haben hier
nur auf die äußeren Umrisse dieses Planes der Zeitalter einen Blick geworfen.
Je mehr wir ihn untersuchen, desto mehr werden wir ihn in vollkommener
Harmonie, Schönheit und Anordnung finden. Jedes Zeitalter hat seinen Teil zu
erfüllen, notwendig zur vollständigen Entwicklung des Planes Gottes als ein
Ganzes. Der Plan ist ein voranschreitender, ein sich ganz allmählich von
Zeitalter zu Zeitalter entwickelnder, hinauf und vorwärts bis zur herrlichen
Vollendung des ursprünglichen Planes des göttlichen Baumeisters, "der alle
Dinge vollbringt in Übereinstimmung mit dem, was sein Wille festgelegt hat.’ {
Eph 1:11} Nicht eines dieser großen Zeitabschnitte ist eine Stunde zu lang oder
zu kurz zur Vollendung ihres Zieles. Gott ist vollkommen an Weisheit, auch
hinsichtlich der Zeit und der Möglichkeiten, obwohl seine Mittel unendlich groß
sind; und keine Macht, wie bösartig sie auch immer ist, verhindert oder
verzögert seine Absichten einen Moment lang. Alle Dinge, sowohl böse als auch
gute, bewirken gemeinsam unter der göttlichen Aufsicht und Leitung die
Vollendung seines Willens.
Ein Verstand,
der darüber keine Kenntnis hat und der die Vernunft außer Acht läßt, kann nur
ein klein wenig von den komplizierten Vorgängen des göttlichen Planes erkennen,
er erscheint ihm wie ein Durcheinander und wie ein Mißverfolg und er findet es
verwirrend, gerade wie einem Kind das Ganze oder auch ein Teil einer komplizierten
Maschine erscheinen würde. Seinem noch nicht ausgereiften und ungeschulten
Verstand ist sie unverständlich, und die entgegengesetzten Bewegungen ihrer
Räder und Riemen sind ihm nur Verwirrung. Aber eine sorgfältige und harmonische
Betrachtungsweise und eine genaue Untersuchungen werden zeigen, dass die
scheinbare Verwirrung eine herrliche Harmonie ist, die gute Ergebnisse bewirkt.
Die Maschine war jedoch wahrhaftig ein Erfolg, sowohl bevor das Kind ihre
Wirksamkeit verstand, als auch danach. So hat der Mensch, während Gottes Plan
in erfolgreicher Wirksamkeit ist und die Zeitalter hindurch gewesen ist, die
notwendige erzieherische Erfahrung gemacht, welche ihn nicht nur befähigt, die
komplizierten Werke desselben zu verstehen, sondern auch um seine segensreichen
Ergebnisse zu erfahren.
Wenn wir unser
Studium des göttlichen Planes fortsetzen, ist es notwendig, dass wir diese
Zeitalter und ihre jeweiligen Besonderheiten und Ziele in der Erinnerung
behalten; denn in keinem
Zeitalter allein kann der
Plan gesehen werden, sondern
nur in allen zusammen; gerade
wie ein Glied nicht eine Kette ist, sondern mehrere verbundene Glieder eine
Kette bilden. Wir erhalten eine richtige Ansicht über den ganzen Plan, indem
wir die unverwechselbaren Merkmale von jedem Teil erkennen, und auf diese Weise
werden wir befähigt, das Wort der Wahrheit richtig zu teilen.
Eine Erklärung
des Wortes, welche in einen bestimmten Zeitabschnitt oder Zeitalter gehört,
sollte nicht auf einen anderen Zeitabschnitt oder ein anderes Zeitalter
angewendet werden, weil die Dinge, die von einem Zeitalter berichtet werden,
nicht immer von einem anderen wahr sind. Es würde zum Beispiel eine Unwahrheit
sein, von der gegenwärtigen Zeit zu sagen, dass die Erkenntnis des Herrn die
ganze Erde erfüllt, oder dass es jetzt keine Notwendigkeit mehr dafür gibt, zu
seinem Nachbarn zu sagen: Erkenne den Herrn. (Jes. 11:9; Jer. 31:34) Das ist in
diesem Zeitalter nicht wahr, und es kann nicht wahr werden, bis der Herr,
nachdem er wiedergekommen ist, sein Königreich aufgerichtet hat; denn dies
ganze Zeitalter hindurch hat es viele irreführende Täuschungen gegeben, und es
wird uns gesagt, dass gerade in der Endzeit dieses Zeitalters-"In den letzen Tagen...böse Menschen und Verführer werden im
Bösen immer weiter fortschreiten, indem sie täuschen und getäuscht werden.’ {
2Ti 3:1,13} Es wird als das Ergebnis von der Herrschaft des Messias während des
Millenniumszeitalters sein, dass Erkenntnis und Gerechtigkeit die Erde bedecken
werden wie Wasser das Meer.
Ein ähnlicher
Fehler, und ein ziemlich allgemeiner, ist es anzunehmen, dass Gottes Königreich
jetzt schon aufgerichtet sei und auf der Erde herrsche und dass sein Wille
jetzt geschehe unter den Nationen. Das ist offenkundig weit entfernt von der
Wahrheit; denn die Reiche dieser Welt erhalten und bereichern sich durch
Unterdrückung, Ungerechtigkeit und Betrug in einem so großen Maße, als es die
zunehmende Bildung des Volkes zuläßt. Satan, der gegenwärtige, , Fürst dieser
Welt’, muß erst vollständig abgesetzt worden sein, und diese Reiche, welche
jetzt unter seiner Herrschaft stehen, müssen die Reiche unseres Herrn und
seines Gesalbten werden, wenn er seine große Macht an sich nehmen und herrschen
wird.
Durch das
Licht, welches jetzt für den Haushalt des Glaubens an der Zeit ist, erkennen
wir die Gesamtheit und die Anordnung, welche die erhabenen Schritte unseres
Gottes die vergangenen Zeitalter hindurch hervorhebt, und wir werden
nachdrücklich an die schönen Zeilen von Cowper erinnert, welcher durch einen
lebendigen Glauben beeinflußt wurde, welcher da vertraut, wo er dem
allmächtigen Jehova nicht folgen kann:
"Geheimnisvoll
ist Gottes Rat,
Sein Wunderwerk
zu tun;
In großen
Wassern ist Sein Pfad,
Er reitet auf
dem Sturm.
In Minen,
unergründlich tief,
Mit Meisterhand
vollführt,
Liegt Seiner
Absicht Plan verbrieft;
Es geschieht,
was Er erklärt.
Zaghafte
Heilige, frischen Mut!
Die Wolke, vor
der euch bang,
Ist voll von
Gnade, und für euch gut
Entlädt sie
sich auch lang.
Den Herrn mit
schwachem Sinn nicht richt‘
Trau vielmehr
Seiner Gnad‘!
Weisheit ist
Sein freundlich Angesicht
Und ihn umhüllt
dunkler Vorsicht Rat.
Seine Absicht
reift gar schnell und fein,
stündlich
entfaltet sie sich. -
Der Knospen
Geschmack mag bitter sein,
Die Blume wird
süß für dich.
Unglaube ist
blind und gewiß irrt er,
Kann nie Sein
Werk verstehen.
Sein eigener
Erklärer ist der Herr,
Läßt es alle
klar einst sehen.’
STUDIE V—"Das
Geheimnis, welches von den Zeitaltern und von den Geschlechtern her verborgen
war, jetzt aber seinen Heiligen geoffenbart worden ist.’ -Kol. 1:26
Das
schimmernde Licht der ersten Verheißung. -Die Verheißung an Abraham. -Die
Hoffnung wurde auf einen späteren Zeitpunkt hinaus geschoben. -Das Geheimnis
begann an Pfingsten geoffenbart zu werden. -Worin das Geheimnis besteht. -Warum
es solange ein Geheimnis geblieben ist? -Für die Welt ist es noch immer ein
Geheimnis. -Es wird zur rechten Zeit allen geoffenbart werden. -Wann das
Geheimnis vollendet sein wird.
Während die
Menschheit unter der Bestrafung des Bösen war und seine Notwendigkeit nicht
verstehen konnte, brachte Gott wiederholt seine Absicht zum Ausdruck, sie durch
einen kommenden Erlöser wiederherzustellen und zu segnen. Aber wer dieser
Erlöser sein sollte, war viertausend Jahre lang ein Geheimnis, und erst nach
der Auferstehung von Christus, im Anfang des Evangeliumszeitalters, fing es an,
deutlich geoffenbart zu werden.
Zurückblickend
auf die Zeit, als durch unsere ersten Eltern das Leben und das Glück in Eden
verwirkt wurden, sehen wir sie unter der gerechten Strafe für Sünde mit Leiden
erfüllt und ohne einen Hoffnungsstrahl, außer dem, welcher aus der schwer
verständlichen Erklärung gezogen werden konnte, dass der Same des Weibes der
Schlange den Kopf zertreten sollte. Obwohl derselbe für uns im Lichte der
darauffolgender Entwicklungen voller Bedeutung ist, war es für sie doch nur ein
schwach schimmerndes Licht. Fast zweitausend Jahre vergingen ohne eines
Anzeichens von einer Erfüllung.
Ungefähr
zweitausend Jahre später berief Gott den Abraham und verhieß ihm, dass sein
Same alle Geschlechter der Erde segnen wird. Dies sah danach aus, als ob Gott
an seiner früher zum Ausdruck gebrachten Absicht noch festhalte und jetzt dabei
war, sie zu erfüllen. Die Zeit verging; das verheißene Land Kanaan war bisher
noch nicht in seinem Besitz; Abraham und Sarah waren alt geworden und hatten
noch keinen Nachkommen. Abraham dachte, dass er Gott helfen muß, seine
Verheißung zu erfüllen; auf diese Weise wurde Ismael geboren. Aber seine Hilfe
war nicht nötig, denn zur
rechten Zeit wurde Isaak, das
Kind der Hoffnung und Verheißung, geboren. Danach erschien es, dass der
verheißene Herrscher und Segner der Nationen gekommen war. Doch nein, erneut
vergingen Jahre und es erschien, als ob Gottes Verheißung fehlgeschlagen wäre;
denn Isaak starb und ebenso sein Erbe, Jakob. Aber der Glaube einiger Weniger
hielt an der Verheißung fest und wurde von Gott aufrechterhalten, denn der
Bund, ,, welchen er mit Abraham gemacht hatte’, wurde von Gott bekräftigt mit
"einem Eid an Isaak...und er bestätigte ihn dem Jakob, und gab ihm Israel
zum ewigen Bund.’ - _ 1Ch 16:16,17???
Zu der Zeit von
Jakobs Tod seine Nachkommen zum ersten Mal die zwölf Stämme von Israel genannt und von Gott als eine, , auserwählte Nation"
anerkannt wurden (1. Mose 49:28; 5. Mose 26:5), erschien die Erwartung, dass
diese Nation als ein Ganzes als der verheißene Same von Abraham Kanaan besitzen
und die Welt beherrschen und segnen wird, am Vorabend der Verwirklichung zu
sein, denn in der Zeit unter den besonderen Vorrechten in Ägypten waren sie zu
einer starken Nation geworden. Aber die Hoffnung wurde nahezu vernichtet und
die Verheißung nahezu vergessen, nachdem die Ägypter die Herrschaft über sie
erlangt hatten und sie für eine lange Zeit als Sklaven hielten.
Wahrlich,
Gottes Verheißungen waren als ein Geheimnis verhüllt, und seine Wege schienen
damals unerklärlich zu sein. Jedoch zur rechten Zeit
kam Mose, ein großer Erlöser, durch dessen Hand Gott sie aus der Knechtschaft
führte und große Wunder um ihrer willen vollbrachte. Vor dem Einzug in Kanaan
starb dieser große Befreier; aber als des Herrn Mundstück erklärte er:
"Einen Propheten wird euch der Herr, euer Gott, aus euren Brüdern
erwecken, gleich mir.’ (5. Mose 18:15; Apg. 3:22) Dies gab einen weiteren
Einblick in Gottes Plan, indem es zeigte, dass in dem zukünftigen Werk des
Herrschens und der Segnung nicht nur ihr Volk als ein Ganzes in gewisser
Hinsicht beteiligt sein wird, sondern dass einer aus ihnen erwählt sein wird,
um sie zum Sieg und zur Erfüllung der Verheißung zu führen. Dann wurde Josua,
dessen Name Erlöser oder Erretter bedeutet, ihr Anführer, und unter ihm
erlangten sie große Siege und betraten tatsächlich das in dem Bunde verheißene
Land. Zweifellos erschien es damals, dass der wahre Anführer gekommen war und
dass die Verheißung dabei war, vollständig erfüllt zu werden.
Aber Josua
starb, und sie kamen als eine Nation nicht voran, bis ihnen David und danach
Salomon als Könige gegeben wurden. Da erreichten sie den Höhepunkt ihrer
Herrlichkeit; aber schon bald wurde ihnen, anstatt die Verheißung erfüllt zu sehen,
ihre Macht wieder genommen und sie wurden von anderen Nationen besiegt. Einige
hielten jedoch an der Verheißung Gottes fest und hielten Ausschau nach dem
großen Erlöser aus, von welchem Moses, Josua, David und Salomon nur Vorbilder
waren.
Um die Zeit,
als Jesus geboren wurde, waren alle Menschen in Erwartung des Messias, dem
kommenden König von Israel, und durch Israel von der Welt. Aber Israels
Hoffnung auf die Herrlichkeit und Ehre ihres kommenden Königs in seiner Größe
und Macht, wie dies durch die Vorbilder und Prophezeiungen angezeigt worden
war, bewirkte, dass sie eine andere Reihe von Vorbilder und Prophezeiungen
übersahen, welche auf ein Werk des Leidens und des Todes als das Lösegeld für
die Sünder hinwiesen, welches notwendig ist, bevor der Segen kommen kann. Dies
wurde in dem Passahlamm vorgeschattet, bevor sie aus Ägypten befreit wurden, in
dem Töten der Tiere beim Schließen des Gesetzesbundes, { Heb 9:11-20 10:8-18}
und in den Versöhnungsopfern, welche beständig, Jahr für Jahr, von der Priesterschaft
durchgeführt wurden. Sie übersahen auch die Erklärung der Propheten, ,, welche
bezeugt haben, die im voraus kommenden Leiden des
Christus und die Herrlichkeit, danach folgen wird.’
(1. Petr. 1:11 nach englischer King-James-Bibelübersetzung). Als daher Jesus
als ein Opfer kam, erkannten sie ihn nicht; sie erkannten nicht die Zeit, in
welcher ihnen die Gnade erschienen ist. { Lu 19:44 nach der Übersetzung von Otto Karrer}
Auch seine unmittelbaren Nachfolger wurden schwer verwirrt, als Jesus starb;
und traurig sagten sie:, , Wir vertrauten darauf, dass er der sei, der Israel
erlösen wird.’ ( Lu 24:21 nach der englischen
King-James-Bibelübersetzung) Ganz offensichtlich war ihr Vertrauen auf ihn
erschüttert worden. Sie verfehlten zu erkennen, dass der Tod ihres Anführers
eine Garantie für den Neuen Bund war, unter welchem die Segnungen kommen
werden, eine teilweise Erfüllung des Bundes der Verheißung. Aber als sie
herausfanden, dass er aus dem Grab auferweckt worden war, begannen ihre
schwächer gewordenen Hoffnungen wieder stärker zu werden; { 1Pe 1:3} und als er
im Begriff war, sie zu verlassen, fragten sie ihn in Bezug auf ihre lang
ersehnte und oft hinaus geschobene Hoffnung:, , Herr, stellst du in dieser Zeit
dem Israel das Reich wieder her?’ Dass ihre Hoffnungen in der Hauptsache
richtig waren, obwohl sie die Zeit nicht wissen sollten, wann sie erfüllt
werden, ist aus der Antwort unseres Herrn klar:, , Es ist nicht eure Sache,
Zeiten oder Zeitpunkte zu wissen, die der Vater in seine eigene Gewalt gesetzt
hat.’ -Apg. 1:6,7
Welche Wendung
hat Gottes Plan nun genommen? muß die Frage seiner Jünger gewesen sein, als
Jesus aufgefahren war; denn wir müssen bedenken, dass unseres Herrn Lehren
hinsichtlich des Königreiches in erster Linie in Gleichnissen und dunkeln
Aussprüchen bestanden. Er hatte ihnen gesagt:, , Noch vieles habe ich euch zu
sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen; wenn aber jener, der Geist der
Wahrheit, gekommen ist, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten.’ "Jener
wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt
habe." { Joh 16:12,13 14:26} Aus diesem Grund konnten sie es nicht vor dem
Kommen des Pfingstsegens verstehen.
Auch danach
dauerte es noch einige Zeit, bevor sie ein klares, volles Verständnis des zu
verrichtenden Werkes erhielten und seines Verhältnisses zu dem ursprünglichen
Bund. (Apg. 11:9; Gal. 2:2, 12, 14) Es scheint jedoch, dass sie als Gottes
Mundstücke benutzt wurden, auch bevor sie alles völlig klar verstanden haben,
und ihre eingegebenen Worte waren wahrscheinlich klarere und tiefere Ausdrücke
der Wahrheit, als sie es selbst vollständig verstanden haben. Lese zum Beispiel
die Rede des Jakobus, in welcher er sagt: "Simon hat erzählt, wie Gott
zuerst den Nationen die Gnade gesandt hat, um aus ihnen ein Volk zu nehmen für
seinen Namen (eine Braut). Und hiermit stimmen die Worte der Propheten überein,
wie geschrieben steht:, , Nach diesem (nachdem dieses Volk aus den Nationen
herausgenommen worden ist) werde ich mich ihnen wieder zuwenden (den Juden) und
werde die Hütte Davids (die irdische Herrschaft) wieder aufbauen, welche
verfallen ist, und ihre Trümmer will ich wieder bauen und sie wieder
aufrichten." -Apg. 15:14-16
Jakobus begann
in Gottes Vorsehung zu lesen, in der Sendung des Evangeliums durch Petrus zu
dem ersten aus den Nationen Bekehrten und durch Paulus zu den Nationen im
allgemeinen, dass während dieses Zeitalters gläubige Juden und Gläubige aus den
Nationen in gleicher Weise begnadigt werden. Dann schlug er in den
Prophezeiungen nach und fand es so geschrieben; und nachdem das Werk dieses
Evangeliumszeitalters vollendet ist, werden dem fleischlichen Israel die
Verheißungen erfüllt. Ganz allmählich begann das große Geheimnis, welches so
lange verborgen war, von einigen wenigen verstanden zu werden-den Heiligen, den
besonderen Freunden’ Gottes.
Paulus erklärt
(Kol. 1:27), dass dieses Geheimnis, welches von den Zeitaltern und von den
Geschlechtern her verborgen war, und welches nun seinen Heiligen geoffenbart
worden ist, dieses ist:
"Christus
in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit."
Dies ist das
große Geheimnis Gottes, welches von allen vorhergehenden Zeitaltern her
verborgen gewesen ist und noch vor allen verborgen ist, mit Ausnahme einer
besonderen Schar-den Geheiligten oder geweihten Gläubigen. Aber was ist die
Bedeutung von, , Christus in euch’? Wir haben gelernt, dass Jesus mit dem
Heiligen Geist gesalbt gewesen ist (Apg. 10:38), und auf diese Weise erkennen
wir ihn als den Christus-den Gesalbten-denn das Wort Christus bedeutet gesalbt. Und der Apostel Johannes sagt, dass die Salbung, die wir (die geweihte Gläubigen) empfangen haben,
in uns bleibt. { 1Jo 2 27} Auf diese Weise sind die
Geheiligten dieses Evangeliumszeitalters eine gesalbte Schar-gesalbt zu Königen
und Priestern für Gott (2. Kor. 1:21 _
1Pe 2:9); und zusammen mit Jesus, ihrem Haupt und Herrn, bilden sie Jehovas
Gesalbten-den Christus.
In
Übereinstimmung mit der Lehre des Johannes, dass auch wir gesalbt sind, versichert uns Paulus, dass dieses Geheimnis, welches in
den vorhergehenden Zeitaltern geheim gehalten worden ist und welches jetzt
jedoch den Geheiligten geoffenbart worden ist, das ist, dass der Christus (der Gesalbte), , nicht aus einem Glied besteht, sondern
aus vielen’, genauso wie der menschliche Leib einer ist und doch viele Glieder
hat; aber wie alle Glieder des Leibes nur ein Leib sind, auch wenn ihrer viele
sind, so ist es auch mit dem Gesalbten-dem Christus. (1. Kor. 12:12-28) Jesus
ist gesalbt zum Haupt oder Herrn über die Herauswahl, welche sein Leib ist
(oder seine Braut, wie dies in einem anderen Vorbild dargestellt wird - Eph
5:25-30???), und zusammengenommen bilden sie den verheißenen, , Samen’- den großen Erlöser:, , Wenn ihr aber des Christus seid, dann
seid ihr Abrahams Same und nach Verheißung Erben.’ - Ga 3:29???
Der Apostel
warnt die Herauswahl sorgfältig vor irgendwelchen anmaßenden Gedanken, indem er
von Jesu sagt, dass "Gott alle Dinge unter seine Füße unterworfen hat und
ihn als Haupt über alles der Herauswahl gegeben hat, welche sein Leib
ist’," auf dass er in allen Dingen die überragende Bedeutung habe.’ ( Eph 1:22; Kol. 1:18 gemäß der englischen
King-James-Bibelübersetzung und der deutschen Übersetzung von Wilhelm Lueken)
Dennoch zeigt er unter dem Vorbild des menschlichen Leibes herrlich und
bekräftigend unsere vertraute Verbindung zu ihm. Dieselbe Zusammengehörigkeit
lehrte Jesus auch, als er sagte:, , Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben.’
- Joh 15:5???
Unsere Einheit
mit dem Herrn Jesus, als Glieder des Christus, der gesalbten Schar, wird
treffend durch die Figur einer Pyramide veranschaulicht.
Die Spitze (der
Haupteckstein) ist eine vollkommene Pyramide in sich selbst. Andere Steine
mögen darunter aufgebaut werden, und wenn sie in Harmonie mit allen
Charaktereigenschaften der Spitze sind, so wird die ganze Masse eine
vollkommene Pyramide sein. Wie wundervoll stellt dies unsere Stellung als
Glieder, , des Samens’ -, , des Christus’ dar. Mit unserem Haupt verbunden und
in vollkommener Harmonie mit ihm, sind wir als lebendige Steine vollkommen;
getrennt von ihm sind wir nichts.
Jesus, der eine
Vollkommene, ist hoch erhöht worden, und wir übergeben uns jetzt ihm, damit wir
nach seinem Vorbild geformt und gebildet und als ein Haus Gottes aufgebaut
werden möchten. Bei einem gewöhnlichen Haus gibt es keinen "Haupt-Eckstein’, aber es steht geschrieben:
,, Siehe, ich
lege in Zion einen Haupt-Eckstein, einen auserwählten und kostbaren’ -"zu
welchem ihr als zu einem lebendigen Stein kommend....auch selbst als lebendige
Steine aufgebaut werdet zu einem geistlichen Haus, einer heiligen
Priesterschaft, um Opfer darzubringen, welche Gott durch Jesus Christus
wohlgefällig und annehmbar sind.’ { 1Pe 2:4-6, das sinaitische Manuskript läßt das Wort
"geistliche’ vor Opfer aus} Und wir sind zuversichtlich, dass sehr bald
die Vereinigung zwischen Jesus, dem, , Haupt’, und "der Herauswahl, welche
sein Leib ist’, vollendet sein wird.
Und, Geliebte,
wir müssen viele Unannehmlichkeiten und viel Polieren ertragen -viele
Umgestaltungen müssen wir durchmachen und viele Umformungen hin zu seinem
Vorbild unter der Leitung des großen Meisterbildners; und damit die
Charaktereigenschaften und die Vollkommenheit des Bildners sich in uns zeigen
können, ist für uns notwendig zu erkennen, dass wir in uns keinen der
Ausführung Seines Willens sich widersetzenden oder entgegengesetzten Willen
haben; wir müssen kindlich und sehr demütig sein-"haltet an der Demut
fest; denn Gott widerstehet den Hochmütigen, den Demütigen aber gibt er Gnade.’
Laßt uns daher uns selbst unter die mächtige Hand Gottes demütigen, damit er
uns erhöhe zur rechten Zeit (1. Petr. 5:5,6), wie er unser Haupt und Vorläufer
erhöht hat. - Php 2:8,9???
Das ist in der
Tat eine wunderbare Botschaft, und wenn wir zum Worte Gottes kommen, um über
diese große, hohe Berufung nachzuforschen, dann finden wir, dass alle Propheten
sehr wortgewandt die Gnade (das Vorrecht oder den Segen) verkündigen, welche
auf uns gekommen ist (1. Petr. 1:10); während in dieser Zeit die Vorbilder und
Gleichnisse und bisher dunklen Aussprüche immer heller hervor leuchten und ihr
Licht auf den, , schmalen Weg’ werfen, auf welchem die gesalbte (Christus-)
Schar berufen ist, um nach dem Preis zu laufen, der jetzt dem Blick immer mehr
geoffenbart wird. Dies ist wahrlich ein Geheimnis gewesen, an welches niemals
zuvor gedacht worden ist-dass Gott nicht nur beabsichtigt, einen Einzelnen als
Erlöser zu erhöhen, sondern einen aus vielen Gliedern bestehenden Erlöser. Dies
ist die hohe, himmlische Berufung, an welcher die geweihten Gläubigen des Evangeliumszeitalters das
Vorrecht haben, sie zu erlangen. Jesus versuchte nicht, dies seinen Jüngern
klar zu machen, während sie noch natürliche Menschen waren, sondern er wartete
bis zu Pfingsten, wo sie gesalbt wurden-gezeugt zu einer neuen Natur. Aus
Paulus Erklärung wissen wir, dass nur, , Neue Schöpfungen’ jetzt diese hohe
Berufung wertschätzen und verstehen können. Er sagt: "Wir reden Gottes
Weisheit in einem Geheimnis, die verborgene Weisheit (der verborgene
Plan), welche Gott festgelegt hat vor den Zeitaltern zu unserer Herrlichkeit;
welche keiner von den Fürsten (Anführern) dieses Zeitalters erkannt hat, ...
wie geschrieben steht: Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, und in
keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott bereitet hat denen, die ihn lieben;
uns aber hat es Gott geoffenbart durch seinen Geist.’ 1. Kor. 2:6-14
In seinem Brief
an die Galater offenbart Paulus das ganze Geheimnis und zeigt, wie der abrahamitische
Bund erfüllt werden wird. Er zeigt, dass das Gesetz, welches Israel gegeben
wurde, den ursprünglichen Bund nicht aufhebt { Ga 3:15-18} und dass der Same
Abrahams, welcher alle Nationen segnen wird, Christus ist. (Vers 16) Danach den
Gedanken ausführend, auf den wir bereits Bezug genommen haben, dass der
Christus alle diejenigen mit einschließt, die vom Geist gesalbt sind, sagt er:,
, Denn ihr alle, die ihr in
den Christus getauft worden
seid, ihr habt Christus angezogen....und wenn ihr des Christus seid, so seid
ihr denn (zusammen mit Jesus) Abrahams
Same und Erben der
Verheißung’, die dem Abraham gemacht wurde. (Verse 27 und 29) Denselben
Gedankengang weiter ausführend zeigt er, { Ga 4} dass Abraham ein Vorbild von
Jehova war, Sarah ein Vorbild des Bundes oder der Verheißung und Isaak ein
Vorbild des Christus (Haupt und Leib); und dann fügt er hinzu:, , Wir, Brüder,
sind gleichwie Isaak Kinder der Verheißung.’ (Vers 28) Auf diese Weise war der
Plan Gottes in Vorbildern verborgen, bis das Evangeliumszeitalter begann, den
Christus hervorzubringen.
Es hat eine
Notwendigkeit dafür bestanden, dieses Geheimnis verborgen zu halten, denn sonst
wäre es nicht in dieser Weise geschehen. Es war notwendig, weil wenn der
Menschheit der Plan vollständig geoffenbart worden wäre, so wäre er zunichte
gemacht worden. Hätten die Menschen es gewußt, so hätten sie weder den Herrn
der Herrlichkeit, noch die Herauswahl, welche sein Leib ist, gekreuzigt. (1.
Kor. 2:8) Nicht nur wäre der Tod Christi, als der Preis für des Menschen
Erlösung, verhindert worden, wäre der Plan nicht als ein Geheimnis vor der Welt
verborgen gehalten worden, sondern auch die Prüfung des Glaubens für die
Herauswahl, welche an den Leiden des Christus Anteil hat, wäre dadurch
verhindert worden: denn "die Welt erkennt uns nicht (als seine Miterben
aus demselben Grund), weil sie ihn nicht erkannt hat.’ - _ 1Jo 3:1???
Nicht nur ist
der Plan Gottes und der Christus, der diesen Plan in seiner Person sehr
deutlich zum Ausdruck bringt, der Welt ein großes Geheimnis, sondern auch der
besondere Weg, auf welchem diese kleine Herde zu wandeln berufen ist, zeichnet
seine Glieder als ein "besonderes Volk’ aus ( Tit 2:14 nach der englischen
King-James-Übersetzung). Es war der Welt ein Geheimnis, dass eine Person von
solch großen Fähigkeiten, wie Jesus von Nazareth, seine Zeit und seine
Fähigkeiten in der Weise aufopfern sollte, wie er es tat, denn hätte er im
Gegensatz dazu seine Aufmerksamkeit der Politik, dem Gesetz, dem Handel oder
der weitverbreiteten Religion zugewandt, dann hätte er groß und geachtet werden
können. Nach Menschenmeinung ist er mit seinem Leben in unvernünftiger Weise
umgegangen, und sie sagten:, , Er hat einen Teufel und ist von Sinnen.’ { Joh
10:20} Sein Leben und seine Lehren waren für sie ein Geheimnis. Sie konnten ihn
nicht verstehen.
Die Apostel und
die übrigen Gläubigen waren der Welt in gleicher Weise ein Geheimnis, da sie
ihre Arbeit, ihr Geschäft, ihre irdischen Aussichten usw. verlassen haben, um
die Vergebung der Sünden durch den Tod des verachteten und gekreuzigten Jesu zu
predigen. Paulus gab eine hohe Stellung und gesellschaftlichen Einfluß auf, um
mit seinen Händen zu arbeiten und von Christus und der unsichtbaren Krone für
alle Gläubigen zu predigen, welche in seinen Fußstapfen wandeln werden. Dies
war so geheimnisvoll, dass einer sagte:, , Paulus, du bist von Sinnen! Das
viele Studieren bringt dich um den Verstand.’ Und alle, welche so wie Paulus in
des Meisters Fußstapfen nachfolgen, werden um Christi willen für unvernünftig
geachtet.
Aber Gottes
Plan wird nicht für immer ein Geheimnis bleiben; der Tagesanbruch des
Millenniumtages bringt mehr Licht von Gott zu den Menschen, und, , die
Erkenntnis des Herrn wird die Erde bedecken.’ Die Sonne der Gerechtigkeit,
welche mit Heilung unter ihren Flügeln aufgehen und welche die Finsternis der
Unwissenheit beseitigen wird, ist der Christus in der Herrlichkeit des
Millenniums-nicht das Haupt allein, sondern auch die Glieder seines Leibes;
denn es steht geschrieben: Wenn wir mit ihm leiden, werden wir mit ihm zusammen
verherrlicht werden., , Wenn der Christus, der unser Leben ist, erscheinen
wird, dann werden wir mit ihm
in Herrlichkeit erscheinen’;
und, , dann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne in
dem Reiche ihres Vaters. -Röm. 8:17 _
2Ti 2:11,12; Kol. 3:4 Mt 13:43
Jetzt
erscheinen die Verheißungen, an welche wir glauben, und die Hoffnungen, welche
wir haben, für alle außer denjenigen, welche zu einer neuen Gesinnung gezeugt
werden, nachdem sie die "Gesinnung des Christus’ empfangen haben, als
unrealistisch und zu unwahrscheinlich, als dass man sie annehmen oder ihnen
gemäß handeln könnte. Wenn Gott im kommenden Zeitalter, , seinen Geist
ausgießen auf alles Fleisch ausgießen wird’, wie er ihn während des
gegenwärtigen Zeitalters über seine, , Knechte und Mägde’ ausgießt, dann werden
in der Tat alle Menschen die Verheißungen verstehen und wertschätzen, welche
jetzt von der, , kleinen Herde’ verstanden werden; und sie werden sich an dem
Gehorsam und der Erhöhung der Herauswahl erfreuen und sagen:, , Lasset uns
fröhlich sein und frohlocken und Gott die Ehre geben; denn die Hochzeit des
Lammes ist gekommen, und sein Weib hat sich zubereitet.’ (0ffb. 19:7) Sie
werden sich an der Verherrlichung der Herauswahl erfreuen, durch welche die
Segnungen dann auf sie fließen werden; und während sie erkennen werden, dass
die, , überaus großen und kostbaren Verheißungen’ das Erbteil des Gesalbten
(Haupt und Leib) ist, und dieselben nicht an ihnen, sondern an uns erfüllt
worden sind, werden sie durch die Lektion gesegnet werden, welche in der
Herauswahl dargestellt ist; sie werden den Segnungen nachstreben, die ihnen dann vorgehalten werden, und sie werden durch das Beispiel der
Herauswahl einen Vorteil haben und Gott um ihrer willen verherrlichen. Diese
Erkenntnis wird aber keinen Wunsch nach dem Himmlischen erwecken; denn unter
der neuen Anordnung der Dinge wird sie ihre Berufung zur vollkommenen
menschlichen Natur vollständig zufriedenstellen und wird ihnen wünschenswerter
erscheinen als einen Wechsel der Natur.
Dann wird das
"Geheimnis’ vollendet sein; denn die Welt wird erkannt haben, dass es der
Geist Gottes in Christus und der Geist des Christus in uns-Gott geoffenbart im
Fleisch-war, welchen sie bisher falsch erstanden hatten. Dann werden sie
erkennen, dass wir nicht unvernünftig waren noch töricht; sondern dass wir das
bessere Teil erwählten, als wir nach dem Reichtum und der Ehre und der Krone
strebten, was von ihnen nicht gesehen wurde, aber ewiglich ist.
Was die Zeit
anbetrifft, so wird das Geheimnis Gottes während der Zeitspanne von dem Ertönen
der siebenten (symbolischen) Posaune vollendet werden. (0ffb. 10:7) Das bezieht
sich auf das Geheimnis in dem zweifachen Sinn, in welchem es gebraucht wird;
das Geheimnis oder die verborgenen Züge von Gottes Plan werden dann geoffenbart worden sein und werden deutlich erkannt
werden; und ebenso das, , Geheimnis Gottes’, die Herauswahl, welche diesen Plan
sehr deutlich zum Ausdruck bringt. Beides wird dann vollendet sein. Der
geheime, verborgene Plan wird die Fülle, die Gesamtzahl der Glieder des Leibes
des Christus, herausgesucht haben, und daher wird der Leib des Christus vollendet sein. Der Plan wird aufhören,
ein Geheimnis zu sein, weil es keinen weiterer Grund mehr dafür geben wird,
sein Geheimnis aufrechtzuerhalten. Die Größe des so lange geheim gehaltenen und
unter Verheißungen, Vorbildern und Gleichnissen verborgen gehaltenen
Geheimnisses und die wundervolle Gnade, welche denjenigen geschenkt wird,
welche berufen sind, an diesem Geheimnis teilzuhaben, { Eph 3:9} legt uns den
Gedanken nahe, dass das Werk, welches nach seiner Vollendung folgt, und für
welches Jehova die Menschheit seit sechstausend Jahren in Erwartung und
Hoffnung erhalten hat, ein großartiges Werk, ein bedeutsames Werk sein muß,
würdig solch großer Vorbereitungen. Was mögen wir nicht an Segnungen für die
Welt erwarten, wenn der Schleier des Geheimnisses zurückgezogen ist und die
Segensströme herabfließen! Dies ist es, nach welchem sich die ganze Schöpfung
sehnt, während sie sich bis jetzt in Schmerzen plagt, wartend auf die Vollendung dieses Geheimnisses-auf die Offenbarung der
Söhne Gottes, dem verheißenen Same, in welchem sie alle gesegnet werden. -Röm.
8:19, 21, 22
Zion,
willkommen dein seliger Morgen!
Freude dem
Land, denn die Finsternis schwind’t.
Trauern
verscheucht sei und Klaglaut der Sorgen!
Zion,
triumphierend ihr’ Herrschaft beginnt.
Aufstehen die
Toten; vom Land und vom Meere
Lobpreis
Jehovas zum Himmel aufwallt.
G’stürzt
Kriegsgetümmel, des Aufruhres Heere,
Fast Firmament
spreng’nder Heilsruf erschallt!
STUDIE
VI—Das Wiederkommen unseres Herrn
Sein Zweck, die
Wiederherstellung aller Dinge
Unseres
Herrn zweites Kommen persönlich und vor dem Millennium. -Sein Verhältnis zum
ersten Kommen. -Das Erwählen der Herauswahl und die Bekehrung der Welt.
-Erwählung und freie Gnade. -Gefangene auf Hoffnung. -Prophetisches Zeugnis
über die Wiederherstellung. -Das Wiederkommen unseres Herrn offenbart die
Hoffnung der Herauswahl und der Welt.
,, Und er euch
Jesus Christus sende, welcher euch zuvor gepredigt worden ist, und welchen der
Himmel aufnehmen muß bis zu den Zeiten der Wiederherstellung aller Dinge, von
welchen Gott durch den Mund seiner heiligen Propheten gesprochen hat, seitdem
die Welt begann.’ -Apg. 3:20, 21 (nach Allioli-Bibelübersetzung)
Wir nehmen an,
dass alle diejenigen, welche mit den Schriften vertraut sind und denselben
glauben, zugeben, dass unser Herr beabsichtigte, dass seine Jünger verstehen,
dass er zu einem gewissen Zweck, in einer gewissen Weise und zu einer gewissen
Zeit wiederkommen wird. Wahrlich, Jesus sagte:, , Siehe, ich bin bei euch alle
Tage bis an das Ende des Zeitalters’,{ Lu 28:20???} und er ist mit seinem Geist
und durch sein Wort fortwährend bei der Herauswahl gewesen, und er hat seine
Heiligen geführt, geleitet, getröstet und aufrechterhalten und sie inmitten
aller ihrer Bedrängnisse aufgerichtet. Aber obwohl die Herauswahl sich des
Segens vom Herrn bewußt war, dass er alle ihre Wege kannte und sich beständig
um sie sorgte und sie liebte, so sehnt sie sich doch nach seiner verheißenen
persönlichen Rückkehr; denn, als er sagte: "Wenn ich hingehe, so komme ich
wieder’,{ Joh 14:3} sprach er sicherlich von einem zweiten persönlichen Kommen.
Einige meinen,
er habe sich auf die Herabsendung des Heiligen Geistes zu Pfingsten bezogen;
andere meinen, auf die Zerstörung von Jerusalem usw.; aber diese übersehen ganz
offensichtlich die Tatsache, dass Er, der tot war und lebendig ist, im letzten
Buch der Bibel, welches über sechzig Jahre nach Pfingsten und sechsundzwanzig
Jahre nach Jerusalems Zerstörung geschrieben wurde, von diesem Ereignis als
einem noch zukünftigen spricht, indem er sagt:, , Siehe, ich komme bald, und
mein Lohn ist mit mir.’ Und der inspirierte Johannes erwiderte:, , Ja, komm
Herr Jesus.’ 0ff. 22:12, 20
Ziemlich viele
denken, dass, wenn Sünder bekehrt werden, dies ein Teil von dem Kommen des
Christus sei, und dass sein Kommen solange andauere bis die ganze Welt bekehrt
sei. Dann, sagen sie, ist er ganz gekommen.
Diese vergessen
ganz offensichtlich das Zeugnis der Schrift über diesen Gegenstand, welche
genau das Gegenteil von ihrer Erwartung erklärt: dass die Welt zu der Zeit von
dem Zweiten Kommen unseres Herrn weit davon entfernt sein wird, zu Gott bekehrt
zu sein; dass "in den letzten Tagen gefahrvolle Zeiten kommen werden; denn
die Menschen werden mehr das Vergnügen lieben als Gott’;{ 2Ti 3:1-4} dass
"böse Menschen und Verführer im Bösen immer weiter fortschreiten werden,
indem sie täuschen und getäuscht werden.’ (Vers 13) Sie vergessen des Meisters
besondere Warnung an seine kleine Herde: "Habet auf euch selbst acht,
damit jener Tag euch nicht plötzlich überrascht, denn wie ein Fallstrick wird er kommen über alle, (welche nicht achtsam sind),
welche auf der Oberfläche der ganzen Erde wohnen.’ { Lu 21:34,35} Außerdem
mögen wir in der Zuversicht feststehen, dass, wenn gesagt wird, "dass alle
Geschlechter der Erde weheklagen werden um seinetwillen’, wenn sie sein Kommen
erkennen werden (Offb. 1:7), keine Andeutung von einer vorherigen Bekehrung der
Sünder gemacht wird. Weheklagen alle Menschen wegen der Bekehrung der Sünder?
Ganz im Gegenteil, wenn sich diese Stelle auf Christus Gegenwart auf der Erde
bezieht, wie meistens alle zugeben, dann lehrt sie, dass nicht alle auf der
Erde seine Erscheinung liebhaben werden, wie sie es sicherlich täten, wenn sie
alle bekehrt wären.
Manche erwarten
ein tatsächliches Kommen und eine tatsächliche Gegenwart des Herrn, aber sie legen die Zeit für dieses Ereignisses weit hinaus und
behaupten, dass die Welt durch die Bemühungen der Herauswahl in ihrem
gegenwärtigen Zustand bekehrt werden muß und dass auf diese Weise das
Milleniumszeitalter herbeigeführt werde. Sie behaupten, dass, wenn die Welt
bekehrt und der Satan gebunden worden ist und die Erkenntnis des Herrn die
ganze Erde erfüllt und die Nationen keinen Krieg mehr lernen, dann würde das
Werk der Kirche in ihrem jetzigen Zustand beendet sein; und wenn sie diese
große und schwierige Aufgabe vollbracht habe, dann werde der Herr kommen, um
die irdischen Angelegenheiten zu Ende zu bringen, indem er die Gläubigen
belohnt und die Sünder verdammt.
Einige aus dem
Zusammenhang gerissene Schriftstellen scheinen diese Ansicht zu unterstützen;
aber wenn wir Gottes Wort und Plan als ein Ganzes betrachten, so wird die
entgegengesetzte Ansicht als die zu bevorzugende erkannt, nämlich die, dass
Christus vor der Bekehrung der Welt kommt und zu dem Zweck herrscht, die Welt
zu bekehren; dass jetzt die Herauswahl geprüft wird und dass die den
Überwindern verheißene Belohnung darin besteht, dass sie nach ihrer
Verherrlichung an der Herrschaft des Herrn Jesus teilhaben werden, was Gottes
festbestimmte Absicht ist, um die Welt zu segnen und um zu erreichen, dass die
Erkenntnis des Herrn zu jeder Schöpfung kommt. Das sind die besonderen
Verheißungen des Herrn:, , Wer überwindet, dem will ich geben, mit mir auf
meinem Thron zu sitzen.’ (Offb. 3:21) "Und sie lebten und herrschten mit
dem Christus tausend Jahre.’ -0ff. 20:4
Es gibt in
erster Linie zwei Texte, auf welche sich diejenigen berufen, welche behaupten,
dass der Herr nicht vor dem Ende des Millenniums kommen werde, auf welche wir
hier aufmerksam machen. Der eine ist: "Dieses Evangelium des Königreiches
wird gepredigt werden in der ganzen Welt, allen Nationen zu einem Zeugnis, und
dann wird das Ende kommen.’ { Mt 24:14} Sie behaupten, dies habe Bezug auf die
Bekehrung der Welt vor dem Ende des Evangeliumszeitalters. Aber ein Zeugnis ablegen vor der Welt bedeutet nicht die Bekehrung
der Welt. Der Text sagt nichts darüber, wie das Zeugnis angenommen werden wird.
Dieses Zeugnis ist bereits gegeben worden. Im Jahre 1861 zeigten die Berichte
der Bibelgesellschaften, dass das Evangelium in jeder Sprache der Erde
verkündigt worden ist, obwohl nicht alle Millionen Menschen auf der Erde es
angenommen haben. Nein, nicht die Hälfte der sechzehnhundert Millionen Lebender
haben jemals den Namen von Jesus gehört. Dennoch ist die Bedingung des Textes
erfüllt worden; das Evangelium ist in aller Welt gepredigt worden zu einem Zeugnis -in jeder Nation.
Der Apostel
(Apg. 15:14) sagt, dass der Hauptzweck des Evangeliums im gegenwärtigen
Zeitalter der ist, ,, aus den Nationen ein Volk zu nehmen’ für Christus Namen,
die überwindende Herauswahl, welche bei seiner Zweiten Gegenwart mit ihm
vereinigt werden und seinen Namen empfangen wird. Das Zeugnisablegen der Welt
gegenüber ist während dieses Zeitalters ein untergeordneter Zweck.
Der andere Text
ist:, , Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde lege zum Schemel
deiner Füße.’ (Psl. 110:1) Die unklare und unbestimmte Idee über diesen Text
scheint die zu sein, dass Christus irgendwo in den Himmeln auf einem
wortwörtlichen Thron sitzt bis das Werk der Unterwerfung aller Dinge für ihn
durch die Kirche vollendet ist, und dass er dann kommt, um zu herrschen. Das
ist eine verkehrte Auffassung. Der Thron Gottes, von dem die Rede ist, ist kein
wortwörtlicher, sondern er bezeichnet seine erhabene Macht und Herrschaft; und
der Herr Jesus ist erhöht worden, um an dieser Herrschaft teilzuhaben. Paulus
erklärt:, , Darum hat Gott ihn (Jesus) auch hoch erhoben und ihm einen Namen
gegeben, der über jeden Namen ist.’ { Php 2:9} Er hat ihm eine Macht verliehen, die jede andere übersteigt, die nächste zum Vater. Wenn
Christus auf einem wortwörtlichen Thron säße, bis seine Feinde zum Schemel
seiner Füße gelegt worden sind (ihm ganz unterworfen sind), dann könnte er
selbstverständlich nicht kommen, bis ihm alle Dinge unterworfen sind. Aber wenn
sich die, , rechte Hand’ in diesem Text auf keinen bestimmten Platz bezieht,
sondern, wie wir behaupten, auf Macht, Autorität und Herrschaft, dann folgt
daraus, dass der vorliegende Text in keinster Weise mit der anderen
Schriftstelle im Widerspruch steht, welche lehrt, dass er kommt, um sich
"alle Dinge zu unterwerfen’ { Php 3:21} kraft der Macht, die ihm
übertragen worden ist. Um dies zu verdeutlichen: Wir sagen, Kaiser Wilhelm
sitzt auf dem Thron von Deutschland, aber wir beziehen uns nicht auf einen
königlichen Stuhl, und es ist eine Tatsache, dass er nur selten auf ihm Platz
nimmt. Wenn wir sagen, er ist auf dem Thron, meinen wir, dass er Deutschland
regiert. Die rechte Hand bezeichnet den wichtigsten Platz und die wichtigste
Stellung in Ansehen oder Gunst, die nächste Stellung neben dem höchsten
Herrscher. Auf diese Weise wurde Fürst Bismarck durch den deutschen Kaiser
erhöht oder zur rechten Hand der Macht eingesetzt; und Joseph war zur rechten
Hand des Pharao im Königreich von Ägypten-nicht wortwörtlich, sondern in Übereinstimmung
mit der gewöhnlichen Redewendung. Jesus Worte vor Kaiphas stimmen mit diesem
Gedanken überein:, , Von nun an werdet ihr den Sohn des Menschen sitzen sehen zur rechten Hand der Macht und kommen in den Wolken des
Himmels.’ { Mt 26:64} Er wird zur rechten Hand sein, wenn er kommt, und er wird
während des Millenniumszeitalters und für immer zur rechten Hand bleiben.
Eine weitere
nähere Betrachtung von Gottes geoffenbarten Plänen wird eine umfassendere
Ansicht von dem Zweck der Ersten und der Zweiten Gegenwart des Herrn geben; und
wir sollten uns daran erinnern, dass beide Ereignisse zusammenhängen wie zwei
Teile von einem Plan. Das besondere Werk der Ersten Gegenwart war, die Menschen
loszukaufen; und das besondere Werk der Zweiten
Gegenwart ist, die Losgekauften wiederherzustellen,
zu segnen und freizumachen. Nachdem er sein Leben als ein Lösegeld für alle
gegeben hatte, fuhr unser Erlöser hinauf, um dies Opfer dem Vater zu übergeben
und auf diese Weise des Menschen Missetat zu versöhnen { Heb 9:12,24} Er wartet
noch immer und läßt es zu, dass, , der Fürst dieser Welt’ die Herrschaft des
Bösen fortsetzt, bis das Herauswählen der, , Braut, des Lammes Weib’ beendet
ist; derjenige, welcher solcher Ehre würdig erachtet
werden wird, muß die Einflüsse der gegenwärtigen bösen Welt überwinden. Danach
wird es die rechte Zeit sein, um das Werk zu beginnen, der Menschheit in der
ganzen Welt die großen Segnungen zu geben, welche ihnen durch sein Opfer
zugesichert worden sind, und er wird hervorkommen, um während seiner Zweiten
Gegenwart alle Geschlechter der Erde zu segnen.
Wahrlich, die
Wiederherstellung und die Segnung hätte sofort beginnen können, nachdem das
Lösegeld vom Erlöser bezahlt worden war, und dann wäre das Kommen des Messias
nur ein einziges Ereignis gewesen, die Herrschaft und die Segnung hätte sofort
begonnen, wie die Apostel es zuerst erwartet hatten. (Apg. 1:6) Aber Gott hatte
"etwas Besseres für uns’ -die christliche Herauswahl-vorgesehen, { Heb
11:40} daher ist es in unserem Interesse, dass die Herrschaft des Christus um
diese neunzehn Jahrhunderte von den Leiden des Hauptes getrennt wurde. Dieser
Zeitabschnitt zwischen der Ersten und der Zweiten Gegenwart, zwischen dem
Lösegeld für alle und der Segnung von allen, ist für die Erprobung und die
Erwählung der Herauswahl, welche der Leib des Christus ist, bestimmt; sonst
hätte es nur die eine Gegenwart gegeben und das Werk, welches während des
Zeitabschnittes seiner Zweiten Gegenwart, im Millennium, hinausgeführt werden
wird, wäre gleich auf die Auferstehung von Jesus gefolgt. Oder anstatt zu
sagen, dass das Werk der Zweiten Gegenwart sofort dem Werk der Ersten gefolgt
wäre, laßt uns vielmehr sagen, dass, hätte Jehova die Erwählung der, , kleinen
Herde’, des, , Leibes des Christus’, nicht beabsichtigt, die Erste Gegenwart
damals nicht stattgefunden hätte, sondern sich erst zu der Zeit der Zweiten
Gegenwart ereignet hätte, und es hätte nur eine Gegewart gegeben. Denn Gott hat
ganz offensichtlich sowohl die Zulassung des Bösen für sechstausend Jahre lang
beabsichtigt, als auch dass die Reinigung und die Wiederherstellung von allen
im siebenten Jahrtausend vollbracht werden wird.
Auf diese Weise
wird erkannt, dass das Kommen von Jesus, als das Opfer und das Lösegeld für die
Sünder, der Zeit des Segnung und Wiederherstellung gerade lange genug
voranging, um die Herauswahl seiner "kleinen Herde’ von, , Miterben’ zu
ermöglichen. Dies erklärt den offensichtlichen Verzug von seiten Gottes in der
Austeilung der verheißenen Segnungen, welche in dem Lösegeld bereitgestellt
worden sind. Die Segnungen werden, wie ursprünglich geplant, zur rechten Zeit
kommen, und der Preis wurde um eines überaus herrlichen Zweckes willen länger
vorher hinterlegt, als Menschen es erwartet hätten.
Der Apostel
belehrt uns, dass der Herr Jesus von der Erde abwesend gewesen ist-und zwar im
Himmel-während der ganzen Zwischenzeit von seiner Auffahrt bis zum Anfang der
Zeiten der Wiederherstellung oder dem Millenniumszeitalter-, , welchen der Himmel
aufnehmen muß bis zu den Zeiten der Wiederherstellung’ usw.
(Apg. 3:21) Weil die Schrift auf diese Weise lehrt, dass der Zweck von unseres
Herrn Zweiter Gegenwart die Wiederherstellung aller Dinge ist und dass zu der
Zeit seiner Erscheinung die Nationen soweit davon entfernt sind, bekehrt zu
sein, dass sie zornig sind (Oft. 11:18) und sich ihm widersetzen, so muß
zugegeben werden, dass entweder die Herauswahl verfehlt hat, ihre Aufgabe zu
erfüllen, und dass Gottes Plan insoweit durchkreuzt worden ist oder dass, wie
wir behaupten und gezeigt haben, im gegenwärtigen Zeitalter von der Herauswahl
nicht erwartet wurde, die Welt zu bekehren, sondern dass es ihre Aufgabe
gewesen ist, das Evangelium in aller Welt zu einem Zeugnis
zu predigen und sich selbst unter der göttlichen Leitung für ihr großes Werk
der Zukunft vorzubereiten. Gott hat seine Macht, die Welt zu bekehren, bis
jetzt in keinster Weise erschöpft. Nein, ganz im Gegenteil, er hat die
Bekehrung der Welt bis jetzt noch nicht einmal versucht.
Einigen mag
dies als eine merkwürdige Erklärung erscheinen, aber laßt uns darüber
nachdenken, dass, wenn Gott solch ein Werk unternommen hat, es ihm ganz
offensichtlich nicht geglückt ist; denn, wie wir gesehen haben, hat nur ein
kleiner Teil der Milliarden der Erde jemals auf vernünftige Weise von dem einzigen Namen, in welchem sie errettet werden können,
gehört. Wir haben nur nachdrücklich die Ansichten und Lehren einiger der
führenden Sekten-der Baptisten, Presbyterianer und anderer-ausgedrückt,
nämlich, dass Gott aus der Welt eine, , kleine Herde’, eine Kirche, erwählt
oder herauswählt. Sie glauben, dass Gott nicht mehr tun wird, als diese Kirche
herauszuwählen, während wir finden, dass die Schriften einen weiteren Schritt
in dem göttlichen Plan lehren-eine Wiederherstellung
für die Welt, welche durch die Herauswahl hinausgeführt wird, wenn sie
vollendet und verherrlicht ist. Die, , kleine Herde’, die Überwinder dieses
Evangeliumszeitalters, sind der Leib, , des Samens’, in oder durch welchen alle
Geschlechter der Erde gesegnet werden.
Diejenigen,
welche behaupten, dass Jehova seit sechstausend Jahren versucht hat, die Welt
zu bekehren, und er die ganze Zeit hindurch dies nicht geschafft habe, müssen
es als schwierig finden, solche Ansichten mit der Zusicherung der Bibel zu
vereinbaren, dass alle Absichten von Gott erfüllt werden und dass sein Wort
nicht leer zu ihm zurückkehrt, sondern
in den Dingen erfolgreich sein wird, wozu er es ausgesandt hat (Jes. 55:11). Die Tatsache, dass die Welt
bis jetzt noch nicht bekehrt worden ist und dass die Erkenntnis des Herrn die
Erde bis jetzt noch nicht erfüllt hat, ist ein Beweis dafür, dass diese Aufgabe
bis jetzt noch ausgesandt worden ist.
Das bringt uns
auf zwei Denkrichtungen, die jahrhundertelang die Christenheit getrennt haben,
nämlich die der Erwählung und die der freien Gnade. Dass beide Lehren, trotz
ihrer scheinbaren Gegensätze, einen schriftgemäßen Hintergrund haben, wird kein
Bibelforscher leugnen. Diese Tatsache sollte uns sofort dahin führen, zu vermuten,
dass beide in gewisser Hinsicht wahr sein müssen; aber auf keine andere Weise
können sie Einklang gebracht werden, außer durch die Beachtung des himmlischen
Gesetzes, der himmlischen Anordnung und durch das, , rechte Teilen des Wortes
der Wahrheit’ zu diesem Thema. Diese Anordnung, wie sie in dem Plan der
Zeitalter dargestellt wurde, zeigt uns sehr deutlich, wenn sie beachtet wird,
dass während des gegenwärtigen und des vergangenen Zeitalters eine Erwählung
fortwährend stattgefunden hat und dass Gottes gnadenvolle Vorkehrung für die
Welt im allgemeinen während des Millenniumszeitalters die ist, welche der
Unterscheidung wegen als freie Gnade bezeichnet wird. Wenn die
unterschiedlichen Merkmale der Zeitabschnitte und Zeitalter, die in einem
vorhergehenden Kapitel ausgeführt wurden, im Gedächtnis behalten werden und
alle Stellen, die sich auf das Herauswählen und die freie Gnade beziehen, näher
betrachtet und an die Stelle gelegt werden, wo sie hingehören, so wird
festgestellt werden, dass alle solche, welche von dem Herauswählen handeln, auf
das gegenwärtige und vergangene Zeitalter anzuwenden sind, währenddessen
solche, welche die freie Gnade lehren, vollständig auf das nächste Zeitalter
anzuwenden sind.
Das
Herauswählen jedoch, wie es in der Bibel gelehrt wird, ist nicht ein
willkürlicher Zwang oder ein unvermeidliches Schicksal, wie es gewöhnlich von
deren Befürwortern geglaubt und gelehrt wird, sondern eine Herauswahl in
Übereinstimmung nach dem Geeignetsein und der Bereitwilligkeit, sich dem Willen
Gottes zu unterwerfen, während des Zeitabschnittes, welcher für diesen Zweck
festgelegt worden ist.
Die Lehre von
der freien Gnade, von den Arminianern vertreten, ist ebenfalls eine viel
großartigere Entfaltung der überreichen Gnade Gottes als es ihre eifrigsten
Befürworter jemals gelehrt haben. Gottes Gnade oder Gunst in Christus ist immer
frei in dem Sinne, dass sie unverdient ist; aber seit dem Fall des Menschen in
die Sünde bis auf die gegenwärtige Zeit sind gewisse Gnadengaben Gottes auf
besondere Personen, Nationen und Klassen begrenzt gewesen, währenddessen in dem
nächsten Zeitalter die ganze Welt eingeladen werden wird, an den dann
angebotenen Gnadengaben teilzuhaben unter den Bedingungen, welche dann allen
bekannt sein werden, und wer immer bereitwillig sein wird, mag kommen und aus
der Quelle des Lebens umsonst trinken. -0ff. 22:17
Zurückblickend
bemerken wir die Erwählung oder das Herauswählen von Abraham und ganz
bestimmter Nachkommen von ihm als die Mittel, durch welche der verheißene Same
kommt, der alle Geschlechter der Erde segnen wird. { Ga 3:29} Wir erkennen auch
die Herauswahl von Israel aus allen anderen Nationen als das eine Volk, an
welchem Gott in vorbildlicher Weise darstellte, wie das große Werk für die Welt
vollbracht werden wird-ihre Befreiung aus Ägypten, ihr Kanaan, ihre Bündnisse,
ihre Gesetze, ihre Opfer für die Sünden und für das Hinwegnehmen der Schuld und
zur Besprengung des Volkes und ihrer Priesterschaft, um dies alles
hinauszuführen. Das alles war ein Vorbild und eine vorbildliche Darstellung von
der wirklichen Priesterschaft und den wirklichen Opfern zur Reinigung der Menschen
auf der ganzen Welt. Von dieser Nation sprechend, sagte Gott:, , Nur euch habe
ich von allen Geschlechtern der Erde anerkannt." { Am 3:2} Bis Christus
kam wurde allein diese Nation anerkannt; ja, auch nachher noch, denn seine
Wirksamkeit war nur für sie bestimmt, und er erlaubte seinen Jüngern nicht, zu
anderen zu gehen-sagend, als er sie aussandte: "Gehet nicht auf einen Weg
der Nationen und gehet nicht in eine Stadt der Samariter.’ Warum, Herr? Weil er
erklärt:, , Ich bin nicht gesandt, als nur zu den verlorenen Schafen des Hauses
Israel.’ { Mt 10:5,6 15:24} Seine ganze Zeit bis zum Tode war für sie bestimmt,
und da fand sein erstes Werk für die Welt statt, der erste Beweis für seine
freie und allumfassenden Gnade, welche in der Tat zur "rechten Zeit’ für
alle ein Segen sein wird.
Diese größte
Gnadengabe Gottes war auf keine Nation oder Klasse begrenzt. Sie war nicht nur
für Israel allein, sondern für die ganze Welt; denn Jesus Christus erlitt durch
die Gnade Gottes für jeden Menschen den Tod. - Heb 2:9???
Und auch jetzt,
im Evangeliumszeitalter, gilt eine bestimmte Art des Herauswählens. Einige
Teile der Welt sind mit dem Evangelium (welches für alle, die es hören, frei
und umsonst ist) mehr begnadigt als andere. Blicke auf eine Weltkarte und siehe
wie klein der Teil ist, welcher in irgendeinem nennenswerten Ausmaß durch das
Evangelium von Christus erleuchtet oder gesegnet ist. Vergleiche dich selbst
mit deinem Vorrecht und deiner Erkenntnis mit den Millionen, welche heutzutage
in heidnischer Dunkelheit sind, welche die Berufung nie hörten und welche
infolgedesen nie berufen waren. Wenn die herausberufene Schar (berufen, Söhne
Gottes, Erben Gottes und Miterben mit Jesus Christus, unserem Herrn, zu
sein-welche ihre Berufung und Erwählung fest gemacht haben) vollzählig ist,
dann wird der Plan Gottes für die Errettung der Welt erst beginnen.
Nicht eher, als
bis der Same ausgewählt, entwickelt und zur Macht
erhöht ist, wird er das Haupt der Schlange zertreten. "Der Gott des
Friedens wird in Kürze den Satan unter eure Füße zertreten.’
(Röm. 16:20; 1.Mose 3:15) Das Evangeliumszeitalter bereitet die keusche
Jungfrau zu, die gläubige Herauswahl, für den kommenden Bräutigam. Und am Ende
des Zeitalters, wenn sie sich "bereitet’ gemacht hat (Offb. 19:7), kommt
der Bräutigam, und diejenigen, welche bereit sind, gehen mit ihm hinein zur
Hochzeit-der zweite Adam und die zweite Eva werden eins, und dann beginnt das
herrliche Werk der Wiederherstellung. In dem nächsten Zeitalter, in dem neuen
Himmel und der neuen Erde, ist die Herauwahl nicht mehr länger die verlobte
Jungfrau, sondern die Braut; und dann werden, , der Geist und die Braut sagen:
Komm! Und wer es hört, der spreche: Komm! Und wen da dürstet, der komme; wer da
will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst.’ -2. Kor. 11:2; Offb. 22:17
Das
Evangeliumszeitalter ist weit davon entfernt, das Ende der Aufgabe für die
Herauswahl zu sein, und ist nur die notwendige Vorbereitung für das große
zukünftige Werk. Nach diesem verheißenen und kommenden Segen seufzt die ganze
Schöpfung und liegt zusammen bis jetzt in Geburtswehen, wartend auf die Offenbarung der Söhne Gottes. (Röm. 8:22,19) Und es ist eine gesegnete
Tatsache, dass die freie Gnade in dem vollsten Ausmaß nicht nur für die
Lebenden, sondern auch für diejenigen, welche gestorben sind, in unseres Vaters
Plan als die segensreiche Gelegenheit im kommenden Zeitalter vorgesehen ist.
Einige, welche
etwas von den Segnungen erkennen, welche bei der Zweiten Gegenwart an der Zeit
sind, und welche in gewisser Hinsicht die Tatsache wertschätzen, dass der Herr
kommt, um die großen Segnungen wirksam werden zu lassen, welche durch seinen
Tod erkauft worden sind, verfehlen diese letzte Aussage zu erkennen, nämlich:
Dass diejenigen, welche in den Gräbern sind, ebenso sehr Anteil haben werden an
der herrlichen Herrschaft des Messias als auch diejenigen, welche in jener Zeit
weniger vollständig unter der Knechtschaft der Vergänglichkeit sein werden-dem
Tod. Aber so gewiß wie Jesus für alle starb,
müssen auch alle die Segnungen und die Gelegenheiten erhalten, welche er durch
sein eigenes kostbares Blut erkauft hat. Daher erwarten wir in dem
Millenniumszeitalter die Segnungen für alle, sowohl für diejenigen, welche in
ihren Gräbern sind, als auch für alle diejenigen, welche nicht in denselben
sind; und wir werden hierüber einen starken Beweis finden, wenn wir weiter in
des Herrn Zeugnis zu diesem Thema schauen. Auf Grund von Gottes Plan
hinsichtlich der Freilassung derjenigen, welche in den Gräbern sind, werden sie
"Gefangene der Hoffnung’ genannt.
Es wird
geschätzt, dass mehr als einhundert und drei und vierzig Milliarden Menschen
auf der Erde gelebt haben in den sechstausend Jahre seit Adams Erschaffung. Die
am meisten verbreitete Schätzung, welche mit Vernunft gemacht werden kann, ist,
dass von diesen weniger als eine Milliarde Menschen von Gott Geheiligte gewesen
sind. Diese sehr großzügige Schätzung läßt die riesige Anzahl von hundert und
zwei und vierzig Milliarden (142,000,000,000) Menschen übrig, welche ohne
Glauben und ohne Hoffnung in
den einzigen Namen, der unter
dem Himmel oder den Menschen gegeben ist, in welchem wir errettet werden, in
den Tod gegangen sind. In der Tat wußte die große Mehrheit von diesen nichts
von Jesus und hat nichts von ihm gehört und konnte nicht an ihn glauben, von
welchem sie nichts gehört hatte.
Was fragen wir,
ist aus dieser großen Menge geworden, von welcher Zahlen nur einenganz
unzureichenden Begriff geben? Was ist ihr Zustand, und was wird er sein? Hat
Gott für diese eine Vorkehrung getroffen, deren Zustand und Umstände er
vorausgesehen haben muß? Oder hat er mit der Grundlegung der Welt eine
schreckliche und unbarmherzige Vorkehrung getroffen zu ihrer hoffnungslosen,
ewigen Qual, wie einige seiner Kinder behaupten? Oder hält er in den Höhen und
Tiefen, Längen und Breiten seines Planes eine Gelegenheit für sie bereit, dass
alle zu der Erkenntnis jenes einzigen
Namens kommen und sich des
ewigen Lebens erfreuen, wenn sie den Bedingungen gegenüber gehorsam sein
werden?
Auf diese
Fragen, welche jeder nachdenkende Christ sich selbst stellt und sich danach
sehnt, sie der Wahrheit gemäß und in Harmonie mit dem Charakter Jehovas
beantwortet zu sehen, erfolgt eine Vielfalt an Antworten:
Der Atheismus
(Gottesleugnung) antwortet:
Sie sind ewig tot: es gibt kein Leben nach diesem: sie werden nie wieder leben.
Der Calvinismus
antwortet: Sie waren nicht
erwählt, errettet zu werden. Gott hat zuvor festgelegt und sie zuvorbestimmt,
um verloren zu gehen-zur Hölle zu fahren-und dort sind sie jetzt, sich in
Qualen befindend, wo sie immer verbleiben werden ohne Hoffnung.
Der
Arminianismus antwortet: Wir
glauben, dass Gott viele von ihnen um ihrer Unwissenheit willen entschuldigt.
Diejenigen, welche das Beste getan haben, was sie kannten, werden mit Sicherheit
ein Teil von der "Herauswahl der Erstgeborenen’ sein, selbst wenn sie
nichts von Jesus gehört haben.
Dieser letzten
Ansicht stimmt die Mehrheit der Christen aller Konfessionen zu (obwohl einige
der Glaubensbekenntnisse diesem ganz entgegengesetzt sind) aus dem Gefühl
heraus, dass irgendeine andere Ansicht mit der Gerechtigkeit auf Seiten Gottes
unvereinbar wäre. Aber unterstützt die Schrift diese letzte Ansicht? Lehrt sie,
dass Unwissenheit eine Grundlage für die Errettung ist? Nein; die einzige Grundlage
für die Errettung, welche in der Schrift erwähnt wird, ist der Glaube an
Christus als unseren Erlöser und Herrn., , Durch die Gnade seid ihr errettet auf Grund des Glaubens.’ { Eph 2:8} Die Rechtfertigung durch den
Glauben ist die eigentliche Grundlage des ganzen Gebäudes der christlichen
Lehre. Wenn gefragt wird: Was muß ich tun, um errettet zu werden? antworteten
die Apostel: Glaube an den Herrn Jesus Christus., , Es ist kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, in welchem wir
errettet werden sollen’ (Apg. 4:12); und, , jeder, der den Namen des Herrn
anruft, wird errettet werden.’ -Röm. 10:13
Paulus aber
macht die Schlußfolgerung, dass ein Mensch das Evangelium hören muß, bevor er
glauben kann, sagend:, , Wie sollen sie den anrufen, an welchen sie nicht
geglaubt haben? Und wie werden sie an den glauben, von welchem sie nicht gehört
haben?’ -Römer 10:14
Einige
behaupten, dass Paulus lehrt, dass Unwissenheit die
Menschen erretten würde, wenn er sagt, dass, , die Nationen, die das Gesetz
nicht haben, sich selbst ein Gesetz sind.’ (Röm. 2:14) Sie schließen daraus,
dass das Gesetz, welches ihnen ihr Gewissen gibt, ausreichend sei, um sie zu
rechtfertigen. Aber solche Personen verstehen Paulus falsch. Sein Argument ist,
dass die ganze Welt vor Gott schuldig ist (Röm. 3:19); dass die Nationen,
welche das geschriebene Gesetz nicht hatten, durch das Licht des Gewissens verurteilt und nicht gerechtfertigt wurden, und ganz gleich, ob es
sie entschuldigte oder anklagte, es ihnen bewies, dass sie die Vollkommenheit
nicht erreichten und des Lebens nicht würdig waren, gerade wie die Juden durch
das geschriebene Gesetz, welches sie hatten, verurteilt
wurden; ,, denn durch das Gesetz
kommt die Erkenntnis der Sünde.’ (Röm. 3:20) Das dem Juden gegebene Gesetz
offenbarte seine Schwachheit und war dazu beabsichtigt, ihm zu zeigen, dass er
unfähig war, sich selbst zu rechtfertigen; ,, denn aus Gesetzeswerken wird kein
Fleisch vor ihm (Gott) gerechtfertigt.’ Das geschriebene Gesetz verurteilte die Juden; und die Nationen hatten genug Licht des
Gewissens, um sich selbst zu
verurteilen; und auf diese
Weise ist jeder Mund verstummt und kann nicht das Recht auf Leben beanspruchen,
und die ganze Welt ist vor Gott schuldig.
Wenn wir uns an
die Erklärung von Jakobus erinnern (Jak. 2:10), dass wer immer das ganze Gesetz
einhalten will, es auch nicht in einem Punkt verletzen darf, weil er sonst
schuldig ist und keinen Anspruch auf die von dem Gesetzesbund verheißenen
Segnungen machen kann, dann erkennen wir, dass es in der Tat "keinen
Gerechten gibt, auch nicht einen.’ (Röm. 3:10) Und auf diese Weise schließt die
Schrift jede Tür der Hoffnung zu bis auf eine, indem sie zeigt, dass nicht
einer der Verurteilten in der Lage ist, sich durch verdienstvolle Werke das
ewige Leben zu sichern, und dass es gleichfalls nutzlos ist, Unwissenheit als
eine Grundlage für die Errettung geltend zu machen. Die Unwissenheit kann
niemandem ein Anrecht auf die Belohnung des Glaubens und des Gehorsams geben.
Viele Christen,
welche nicht bereitwillig sind zu glauben, dass so viele Millionen unwissender
Kinder und Heiden für immer verloren sind (was ihnen gelehrt wurde, bedeutet,
dass diese an einem Ort ewiger und hoffnungsloser Qual gesandt wurden),
bestehen trotz dieser Erklärungen der Bibel darauf, dass Gott die Unwissenden
nicht verurteilen wird. Wir bewundern ihre Großzügigkeit des Herzens und ihre
Wertschätzung von Gottes Güte, aber wir bitten sie eindringlich, nicht zu
schnell die Erklärungen der Bibel zu verwerfen oder unbeachtet zu lassen. Gott
hat eine Segnung für alle auf eine bessere Art und Weise als durch die
Unwissenheit.
Aber handeln
diese in Übereinstimmung mit dem, was sie vorgeben zu glauben? Nein: obwohl sie
vorgeben zu glauben, dass der Unwissende um seiner Unwissenheit willen gerettet
werden wird, fahren sie damit fort, unter der Aufwendung von Tausenden
wertvoller Leben und Millionen an Geld, Missionare zu den Heiden zu senden.
Wenn sie alle oder nur die Hälfte von ihnen durch Unwissenheit gerettet werden
würden, so fügt man ihnen wirklichen Schaden zu, wenn man Missionare aussendet,
um sie von Christus zu belehren; denn ungefähr nur einer aus tausend glaubt,
wenn Missionare zu ihnen kommen. Wenn diese Ansicht richtig wäre, wäre es viel
besser, sie in der Unwissenheit bleiben zu lassen; denn dann würde ein viel
größerer Teil errettet werden. Dürften wir derselben Argumentation weiter
nachfolgend nicht die Schlußfolgerung machen, dass alle Menschen errettet worden wären, wenn Gott sie alle in Unwissenheit gelassen hätte? Wenn das aber der Fall wäre, so
wären das Kommen und der Tod von Jesus nutzlos und das Predigen und die Leiden
der Apostel und der Geheiligten wäre vergebens gewesen, und das sogenannte
Evangelium wäre anstatt einer guten Botschaft, eine sehr böse Botschaft. Für
diejenigen, welche die calvinistische Ansicht oder die Ansicht über die
Vorherbestimmung hinsichtlich der Erwählung glauben, dass die ewige Bestimmung
eines jeden Einzelnen unabänderlich festgelegt worden ist, bevor sein Leben
begonnen hatte, ist es noch unvernünftiger und gegen den gesunden
Menschenverstand, Missionare zu den Heiden auszusenden.
Aber die Bibel,
welche erfüllt ist von dem Geist der Verkündigung, lehrt nicht, dass es mehrere
Wege der Errettung gibt-einen Weg durch den Glauben, einen anderen durch Werke
und einen anderen durch Unwissenheit. Noch lehrt sie die Lehre des Fatalismus,
der Vorherbestimmung, welche Gott entehrt. Während sie zeigt, dass jede andere
Tür der Hoffnung für das menschliche Geschlecht geschlossen ist, wirft sie die
einzige Tür weit auf und verkündet, dass, wer immer will, zum Leben eintreten
mag; und sie zeigt, dass alle, welche die gesegnete Gelegenheit zum Eintreten
jetzt nicht sehen oder wertschätzen, zur rechten Zeit zu einer vollen
Erkenntnis und Wertschätzung gebracht werden. Der einzige Weg, durch welchen einer wie alle von dem verurteilten
Geschlecht zu Gott kommen können, ist nicht der durch verdienstvolle Werke,
noch durch den der Unwissenheit, sondern durch den des Glaubens an das kostbare
Blut von Christus, welches die Sünde der Welt hinwegnimmt. (1. Petr. 1:19 Joh
1:29) Das ist das Evangelium, die gute Botschaft großer Freude, "welche
für alle Menschen sein wird.’ { Lu 2:10 nach der englischen
Living-Bible-Übersetzung}
Laßt uns jetzt
diese Dinge betrachten, wie Gott von ihnen zu uns redet, überlassen wir ihm
selbst die Offenbarung von seinem Charakter. Laßt uns fragen, was ist aus den
einhundert und zwei und vierzig Milliarden geworden?
Was auch immer
aus ihnen geworden sein mag, wir können sicher sein, dass sie jetzt nicht in
einem Zustand der Leiden sind; weil die Schrift nicht nur lehrt, dass der
Herauswahl die volle und ganze Belohnung erst gegeben wird, wenn Christus
kommt, wenn er jedem Menschen gemäß seinen Taten geben wird, { Mt 16:27}
sondern auch, dass die Ungerechten dann ihre Strafe erhalten werden. Was immer
ihr gegenwärtiger Zustand sein mag, es kann nicht ihr voller Lohn sein, denn
Petrus sagt:, , Der Herr weiß, wie die Ungerechten aufzubewahren sind auf den
Tag des Gerichts, um bestraft zu werden’;{ 2Pe 2:9} und das wird er auch tun.
Aber der
Gedanke, dass so viele unserer Mitgeschöpfe zu jeder Zeit verloren gegangen
sein sollen, weil ihnen die Erkenntnis gefehlt hat, welche zur Errettung
notwendig ist, ist in der Tat für alle schrecklich, welche einen Funken der
Liebe oder des Mitgefühles haben. Außerdem gibt es auch zahlreiche
Schriftstellen, welche sich, wie es scheint, unmöglich mit all diesem in
Harmonie bringen lassen. Laßt uns sehen: Wie sollen wir in dem Lichte der
Vergangenheit und der Gegenwart, wenn wir alle Hoffnung auf eine
Wiederherstellung im kommenden Zeitalter beiseite lassen, die Erklärungen
verstehen:, , Gott ist Liebe’, und, , so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass
er seinen einzig gezeugten Sohn gab, auf dass jeder, der an ihn glaubt, nicht
verloren gehe’?{ 1Jo 4:8 Joh 3:16} Erscheint es nicht so, als dass, wenn Gott
die Welt so sehr liebte, er nicht nur Vorkehrungen getroffen haben mag, dass
die Gläubigen errettet werden, sondern auch, dass alle hören mögen, um zu
glauben?
Wiederum, wenn
wir lesen:, , Das war das wahrhaftige Licht, welches jeden in die Welt
kommenden Menschen erleuchtet’,{ Joh 1:9} so sagt uns unsere Beobachtung, nein,
nicht jeder Mensch ist erleuchtet worden; wir können nicht erkennen, dass unser
Herr mehr als einige Wenige der Milliarden der Erde erleuchtet hat. Selbst an
diesem vergleichsweise erleuchteten Tag gibt es bei den Millionen von Heiden keinen
Beweis von einer solchen Erleuchtung; noch gab es ihn bei den Sodomitern, noch
bei den vielen Anderen in den vergangenen Zeitaltern.
Wir lesen, dass
Jesus Christus durch Gottes Gnade "für jeden Menschen’ den Tod erlitten hat. { Heb 2:9} Aber
wenn er für die einhundert und drei und vierzig Milliarden den Tod erlitten
hat, und das Opfer aus irgendeinem Grund nur für eine Milliarde wirksam wurde,
war die Erlösung dann nicht verhältnismäßig ein Fehlschlag? Und ist die
Erklärung des Apostels in diesem Fall nicht viel zu weitreichend? Und wiederum
lesen wir:, , Siehe, ich bringe euch die gute Botschaft großer Freude, die für
alle Menschen sein wird’,{ Lu 2:10} und wenn wir um uns herum schauen und wir
sehen, dass es nur für eine, , kleine Herde’ eine gute Botschaft gewesen ist
und nicht für alle Menschen, werden wir dazu gezwungen, uns zu fragen, ob die
Engel die Güte und Breite ihrer Botschaft nicht etwas übertrieben dargestellt
haben und die Wichtigkeit des Werkes, welches der von ihnen angekündigte Messias
hinausführen sollte, überbewertet haben.
Eine andere
Erklärung ist:, , Es gibt einen Gott und einen Mittler zwischen Gott und den
Menschen, der Mensch Christus Jesus, der sich selbst als ein Lösegeld für alle
gab.’ { 1Ti 2:5,6} Ein Lösegeld für alle? Warum sollten dann nicht alle von
Christus Tod einen Nutzen haben? Warum sollten nicht alle zu einer Erkenntnis der Wahrheit kommen, damit sie glauben mögen?
Ohne den
Schlüssel, wie dunkel, wie widersprüchlich erscheinen diese Aussagen; aber wenn
wir den Schlüssel zu Gottes Plan finden, dann erklären alle diese Stellen mit
einer Stimme:, , Gott ist Liebe.’ Dieser Schlüssel wird in dem letzten Teil der
angeführten Stelle gefunden:, , Der sich selbst gab zum Lösegeld für alle,
welches zur rechten Zeit
bezeugt wird.’ (übersetzt
nach Dr. Heinrich Wiese) Gott hat für alles eine fest bestimmte Zeit. Er hätte
es ihnen in ihrer vergangenen Lebenszeit bezeugen können; aber da er es nicht
tat, so beweist es, dass ihre rechte Zeit noch zukünftig sein muß. Für diejenigen,
welche zur Herauswahl, der Braut des Christus, gehören und welche die Ehren des
Königreiches teilen werden, ist die Gegenwart "die rechte Zeit’, um zu
hören; und wer jetzt ein Ohr hat zu hören, den laß hören und achtgeben, und in
Übereinstimmung damit wird er gesegnet werden. Obwohl Jesus unser Lösegeld
bezahlte, bevor wir geboren waren, so war doch unsere, , rechte Zeit’, es zu
hören, erst lange danach, und nur das Verständnis desselben brachte
Verantwortung; und dies nur soweit, als unsere Fähigkeit und unsere Erkenntnis
reichten. Derselbe Grundsatz ist auf alle anzuwenden; in Gottes fest bestimmter
Zeit wird es allen bezeugt werden, und alle werden dann die Gelegenheit haben,
zu glauben und dadurch gesegnet zu werden.
Die
vorherrschende Meinung ist, dass mit dem Tod alle Probezeit endet; aber es gibt
keine Schriftstelle, welche das lehrt; und alle oben angeführten Schriftstellen
und viele mehr, würden bedeutungslos oder schlimmer sein, wenn der Tod das Ende
aller Hoffnung für die unwissenden Massen der Welt sei. Die eine Schriftstelle,
welche zitiert wird, um diese im allgemeinen in Erwägung gezogene Ansicht zu
beweisen, ist:, , Wo der Baum hinfällt, da bleibt er liegen.’ (Pred. 11:3) Wenn
dies irgendeine Beziehung zu des Menschen Zukunft hat, so deutet es darauf hin,
dass mit ihm keine Veränderung stattfindet, in welchem Zustand er auch in das
Grab sinkt, bis er wieder aus demselben auferweckt wird. Und dies ist das
einheitliche Zeugnis aller Schriftstellen, welche dieses Thema behandeln, wie
es in den folgenden Kapiteln gezeigt wird. Weil Gott nicht beabsichtigt, die
Menschen um ihrer Unwissenheit willen zu erretten, sondern will, ,, dass alle Menschen zu der Erkenntnis der Wahrheit kommen’;{
1Ti 2:4} und weil die Massen der Menschheit in Unwissenheit gestorben sind; und
weil es "kein Tun, noch Überlegung, noch Erkenntnis, noch Weisheit in dem
Grabe gibt’ (Pred. 9:10); darum hat Gott für die Auferweckung der Toten
Vorsorge getroffen zu ihrer Erkenntnis, und zum Glauben und zur Errettung.
Daher ist es sein Plan, dass wie, , alle in Adam sterben, auch alle in Christus
lebendig gemacht werden, aber jeder in seiner eigenen Ordnung’ -die Herauswahl
des Evangeliumszeitalters, die Braut, der Leib des Christus, zuerst; danach
während des Millenniumszeitalter alle, welche sein Eigentum werden während
jener tausend Jahre seiner Gegenwart (falsch übersetzt mit Kommen), des Herrn
rechte Zeit für alle, um ihn zu erkennen von dem Kleinsten bis zu dem Größten.
-1. Kor. 15:22
Wie der Tod
durch den ersten Adam kam, so kommt das Leben durch Christus, den zweiten Adam.
Alles, was die Menschheit dadurch verloren hat, dass sie in dem ersten Adam
war, wird für diejenigen, welche an den zweiten Adam glauben, wiederhergestellt
werden. Wenn sie auferweckt worden sind, haben sie den Vorteil von der
Erfahrung mit dem Bösen, welchen Adam nicht hatte, und diejenigen, welche die
Erlösung als Gottes Gnadengabe dankbar annehmen, werden unter der
ursprünglichen Bedingung des Gehorsams Gott gegenüber ewig leben. Unter der
gerechten Regierung des Friedensfürsten wird vollkommener Gehorsam gefordert
und auch die vollkommene Fähigkeit zum Gehorchen gegeben werden. Das ist die
Errettung, welche der Welt angeboten werden wird.
Laßt uns nun
einen anderen Text betrachten, welcher im allgemeinen nicht beachtet wird,
außer von den Universalisten (den sogenannten Allversöhnern, wie zum Beispiel
die Anhänger des Rosenkreuzes, Anmerkung des Übersetzers); obwohl wir keine
Universalisten sind, beanspruchen wir aber dennoch das Recht darauf, jedes
Zeugnis von Gottes Wort zu gebrauchen und zu glauben und uns an demselben zu
erfreuen. Es lautet:, , Wir haben unsere Hoffnung auf den lebendigen Gott
gesetzt, der ein Erretter aller
Menschen ist, besonders derjenigen, welche glauben.’ { 1Ti 4:10} Gott wird alle Menschen
erretten, aber er wird niemanden besonders erretten (bis zum äußersten, bis zum
Ende), außer diejenigen, welche durch Christus zu ihm kommen. Die in Gottes
Willen beschlossene Errettung aller Menschen ist keine solche, welche mit ihrer
Willensfreiheit oder ihrer Freiheit der Wahl in Konflikt gerät, so dass er
ihnen gegen ihren Willen Leben schenkt., , Das Leben und den Tod habe ich euch
vorgelegt, den Segen und den Fluch! So erwähle das Leben, auf dass du lebest.’
-5. Mose 30:19
Simeon stellte
diese beiden Errettungen einander gegenüber, sagend:, , Meine Augen haben deine
Errettung gesehen...ein
Licht, zu erleuchten die Nationen, und zur Verherrlichung deines Volkes, Israel (die wahrhaftigen Israeliter).’
Dies ist in Harmonie mit der Aussage des Apostels, dass die Tatsache, dass
Jesus Christus, der Mittler, sich selbst als ein Lösegeld für alle gab, zu seiner Zeitallen bezeugt wird. Dies ist das, was zu allen Menschen
kommen wird, ungeachtet ihres Glaubens oder ihres Willens. Diese gute Botschaft von einem Erretter wird für alle Menschen sein, { Lu 2:10,11} aber die besondere Errettung von
Sünde und Tod wird nur zu seinem Volk kommen { Mt 1:21} -zu denjenigen,
welche an ihn glauben-denn wir lesen, dass der Zorn Gottes auf den Ungläubigen
bleiben wird. - Joh 3:36???
Wir erkennen
daher, dass die allgemeine Errettung, welche zu jedem Einzelnen kommen wird, in
dem Licht besteht, aus dem wahrhaftigen Licht und der Gelegenheit, das Leben zu
wählen; und weil die große Mehrheit des Geschlechtes in dem Grabe liegt, wird
es notwendig, sie aus dem Grab hervorzubringen, um ihnen die gute Botschaft von
einem Erretter zu bezeugen. Die besondere Errettung, an welcher sich die
Gläubigen jetzt in Hoffnung erfreuen (Röm. 8:24), wird im Millenniumszeitalter
verwirklicht werden, und außerdem wird denjenigen, welche "an jenem Tage
glauben’, die vollständige Befreiung aus der Knechtschaft der Sünde und des
Todes in die herrliche Freiheit der Kinder Gottes geoffenbart werden. Aber das
Erreichen aller dieser Segnungen wird von der Bereitwilligkeit des Herzens
abhängen, sich den Gesetzen von Christus Königreiches unterzuordnen-die
Schnelligkeit von dem Erreichen der Vollkommenheit zeigt den Grad der Liebe für
den König und für sein Gesetz der Liebe an. Wenn irgendwelche, die durch die
Wahrheit erleuchtet worden sind und zu einer Erkenntnis der Liebe Gottes
gebracht worden sind und zu menschlicher Vollkommenheit (sei es tatsächlicher
oder gerechneterweise) wiederhergestellt worden sind, danach "furchtsam’
werden und sich, , zurückziehen’,{ Heb 10:38,39} dann werden sie mit den, ,
Ungläubigen’ (0ffb. 21:8) aus dem Volke vernichtet werden. (Apg. 3:23) Dies ist
der Zweite Tod.
Auf diese Weise
erkennen wir, dass alle bisher schwierigen Stellen durch die Aussage erklärt
werden: "Was zur rechten Zeit bezeugt wird.’ Zur rechten Zeit wird das wahrhaftige Licht jeden in die
Welt kommenden Menschen erleuchten. Zur rechten Zeit
"wird die gute Botschaft großer Freude für alle Menschen sein.’ Und auf
keine andere Weise können diese Schriftstellen angewandt werden, ohne sie zu
verdrehen. Paulus führt diese Beweisführung mit großem Nachdruck in Röm.
5:18,19 aus. Er folgert, dass wie alle Menschen um Adams Übertretung willen zum
Tode verurteilt wurden, so wurde auch Christus Gerechtigkeit und sein Gehorsam
bis zum Tode zu einer Grundlage der Rechtfertigung; und dass wie alle in dem
ersten Adam das Leben verloren haben, nun alle, indem ihre persönliche
Unfähigkeit beiseite geschoben wurde, das Leben erhalten können durch die
Annahme des zweiten Adams.
Petrus
berichtet uns, dass von dieser Wiederherstellung durch den Mund aller heiligen
Propheten gesprochen worden ist. (Apg. 3:19-21) Sie alle lehren dies. Hesekiel
spricht von dem Tal der verdorrten Gebeine., , Die Gebeine sind das ganze Haus
Israel.’ Und Gott sagt zu Israel:, , Siehe, mein Volk, ich werde eure Gräber
öffnen und euch aus euren Gräbern heraufkommen lassen, und werde euch in das
Land Israel bringen. Und ihr werdet wissen, dass ich der Herr bin, wenn ich...
meinen Geist in euch geben werde, so dass ihr lebt, und ich werde euch in euer
Land setzen. Und ihr werdet wissen, dass ich, der Herr, geredet und es getan
habe, spricht der Herr.’ -Hes. 37:11-14
Damit stimmen
Paulus Worte überein (Röm. 11:25, 26 nach der Mühlheimer Ausgabe des Neuen
Testaments):, , Blindheit ist Israel zum Teil widerfahren bis die von Gott
bestimmte Anzahl aus den Nationen (die auserwählte Schar, die Braut des
Christus) eingegangen ist; und dann wird das ganze Israel errettet werden,’
oder aus dem Zustand, dass sie beiseite gelegt worden sind, zurückgebracht
werden. Denn "Gott hat sein Volk nicht verstoßen, welches er zuvor als
sein Eigentum anerkannt hat.’ (Vers 2 nach Menge-Übersetzung) Sie wurden von
seiner Gnade beiseite gelegt, während die Braut des Christus auserwählt wurde,
aber sie werden wieder in seine Gnade eingesetzt, wenn dieses Werk vollendet
ist. (Verse 28-30). Die Propheten sind angefüllt mit Erklärungen, wie Gott sie
wieder einpflanzen wird, und sie werden nie wieder ausgerissen werden., , So
spricht der Herr, der Gott Israels... ich werde mein Auge auf sie richten zum
Guten und werde sie wieder in dieses Land zurückbringen; und ich werde sie
aufbauen und sie nicht mehr niederreißen; und ich werde sie pflanzen und sie
nicht wieder ausreißen. Und ich werde ihnen ein Herz geben, mich zu erkennen,
dass ich der Herr bin; und sie werden mein Volk sein, und ich werde ihr Gott
sein: denn sie werden mit ihrem ganzen Herzen zu mir umkehren.’ { Jer 24:5-7
31:28 32:40-42 33:6-16} Diese können sich nicht nur auf die Wiederherstellungen
aus früheren Gefangenschaften in Babylon, Syrien usw. beziehen, denn sie sind
seitdem wieder heraus gerissen worden.
Weiter sagt der
Herr:, , In jenen Tagen werden sie nicht mehr sagen: Die Väter haben eine saure
Traube (Sünde und Verdorbenheit) gegessen, und die Zähne der Kinder sind stumpf
davon geworden (Sünde und Verdorbenheit ist auf sie übergegangen-Röm. 5:12); sondern
ein jeder (der stirbt) wird für seine eigene Missetat sterben.’ { Jer 31:29,30}
Das ist jetzt nicht der Fall. Jetzt stirbt jeder nicht für seine eigene Sünde,
sondern wegen Adams Sünde-, , Alle sterben in Adam.’ Er aß die saure Traube der
Sünde, und unsere Väter fuhren fort, sie zu essen, immer mehr Krankheit und
Elend auf ihre Kinder vererbend, und auf diese Weise wurde die Strafe, der Tod,
immer mehr beschleunigt. Der Tag, an welchem "jeder Mensch, (der stirbt)’,
nur "für seine eigene Sünde sterben wird’, ist der Tag des Millenniums
oder der Wiederherstellung.
Obwohl viele
der Prophezeiungen und Verheißungen für eine zukünftige Segnung nur auf Israel
anwendbar erscheinen, muss daran erinnert werden, dass es ein vorbildliches
Volk war und dass daher die ihnen gemachten Verheißungen, während sie manchmal
eine besondere Anwendung für sie hatten, im allgemeinen auch eine weitere
Anwendung auf die ganze Welt der Menschheit haben, welche durch diese Nation
vorgeschattet wurde. Während Israel als eine Nation vorbildlich war von der
ganzen Welt, war seine Priesterschaft vorbildlich von der auserwählten, ,
kleine Herde,’ dem Haupt und dem Leib des Christus, der, , königlichen
Priesterschaft’; und die Opfer, die Reinigungen, die Versöhnungen, welche für
Israel gemacht wurden, schatteten die "besseren Opfer’ ab, die
vollständigeren Reinigungen und die wirkliche Versöhnung, , für die Sünden der
ganzen Welt’, von welchem sie ein Teil sind.
Und nicht
allein das, sondern Gott nennt andere Nationen beim Namen und verheißt ihre
Wiederherstellung. Als ein überzeugendes Beispiel erwähnen wir die Sodomiter.
Wenn wir die Wiederherstellung der Sodomiter sehr deutlich gelehrt finden, dann
können wir von der Wahrheit dieser herrlichen Lehre der Wiederherstellung für
die ganze Menschheit überzeugt sein, von welcher durch den Mund aller heiligen
Propheten gesprochen worden ist. Und warum sollten die Sodomiter nicht eine
Gelegenheit haben, die Vollkommenheit und das ewige Leben zu erreichen, wie es
Israel hat und jeder von uns? Wahrlich, sie waren nicht gerecht, aber weder
Israel, noch wir waren es, die wir jetzt das Evangelium hören. "Es gibt
keinen Gerechten, auch nicht einen’, abgesehen von der zugerechneten
Gerechtigkeit des Christus, der für alle starb. Unseres Herrn eigene Worte
sagen uns, dass, obwohl Gott Feuer vom Himmel regnen ließ und sie alle
vernichtete wegen ihrer Bosheit, die Sodomiter dennoch in seinen Augen nicht so
große Sünder waren wie die Juden, die mehr Erkenntnis hatten. (1. Mose 19:24;
Luk. 17:29) Zu den Juden von Kapernaum sagte er:, , Wenn in Sodom die mächtigen
Werke geschehen wären, die in dir geschehen sind, es würde es bis zu diesem Tag
bestanden haben.’ - Mt 11:23??? (nach der Kleinen Jerusalemer Bibelübersetzung)
Auf diese Weise
lehrt unser Herr, dass die Sodomiter noch keine vollständige Gelegenheit gehabt
haben; und er sichert ihnen eine solche Gelegenheit zu, als er hinzufügt (Vers
24):, , Aber ich sage euch: Dem Land Sodom wird es erträglicher ergehen als dir
am Tage des Gerichts.’ Der Charakter des Tages des Gerichts und sein Werk wird
auf den folgenden Seiten gezeigt werden. Hier machen wir nur auf die Tatsache
aufmerksam, dass es für Kapernaum eine angenehme Zeit sein wird und dass sie
für Sodom angenehmer sein wird; weil, obwohl beide keine volle Erkenntnis noch alle Segnungen erfahren hatten, welche
beabsichtigt sind, durch, , den Samen’ zu kommen, Kapernaum dennoch gegen
größeres Licht gesündigt hatte.
Und wenn an
Kapernaum und an ganz Israels gedacht wird und sie unter dem "Neuen Bund’
gesegnet werden, welcher mit dem Blut von Jesus versiegelt worden ist, warum
sollten dann nicht auch die Sodomiter gesegnet werden mit, , allen Geschlechtern der Erde’? Sie werden es ganz gewißlich. Und laßt
uns nicht vergessen, dass Gott viele Jahrhunderte vor der Zeit von Jesus, ,
Feuer vom Himmel regnen ließ und sie alle vernichtete.’ Als Jesus von ihrer
Wiederherstellung sprach, deutete dies auf ihre Auferweckung an, ihr Kommen aus
dem Grab.
Laßt uns nun
die Prophezeiung (Hes. 16:48-63) näher betrachte. Lies sie sorgfältig. Gott
spricht hier von Israel und vergleicht sie mit ihrer Nachbarin, Samaria, und
ebenso mit den Sodomitern, von welchen er sagt:, , Ich tat sie hinweg, so, wie
ich es für angebracht ansah.’ (Hes. 16:50, Neue-Welt-Übersetzung) Weder Jesus
noch der Prophet geben irgendeine Erklärung von diesem anscheinenden
Unterschied in Gottes Handlungen, indem er Sodom zerstörte und andere
ungestraft zuließ, welche schuldiger waren als Sodom. Das wird alles deutlich
gemacht werden, wenn zur zur "rechten Zeit’ seine großen Pläne offenbar
gemacht werden. Der Prophet erklärt nur, dass Gott es "für gut und
angebracht ansah’, in dieser Weise zu handeln, und Jesus fügt hinzu, dass es
für sie am Tage des Gerichts angenehmer sein wird als für andere, die mehr
Schuld haben. Aber bei der Annahme, dass der Tod jede Probezeit beendet und
dass danach keiner eine Gelegenheit haben kann, zu einer Erkenntnis der
Wahrheit zu kommen und ihr zu gehorchen, mögen wir mit Recht fragen: Warum sah
Gott es für angebracht und für gut an, dieses Volk hinwegzunehmen, ohne ihm
eine Möglichkeit zur Errettung zu geben durch die Erkenntnis des einzigen
Namens, durch welchen wir errettet werden können? Die Antwort ist: Weil es noch
nicht die rechte Zeit für sie war. Zur "rechten Zeit’ werden
sie vom Tode auferweckt und zu einer Erkenntnis der Wahrheit gebracht werden,
und auf diese Weise durch den verheißenen, , Samen’ mit allen Geschlechtern der
Erde gesegnet werden. Dann werden sie für das ewige Leben auf die Probe
gestellt werden.
Mit diesem
Gedanken, und mit keinem anderen, können wir die Handlungen des Gottes der
Liebe den Amalekitern und anderen Nationen gegenüber verstehen, von denen er es
nicht nur zuließ, sondern denen gegenüber er Israel befahl, sie zu zerstören,
sagend:, , Gehe hin, schlage Amalek und vernichte alles, was sie haben und
schone ihrer nicht; sondern töte beide, Mann und Weib, Kinder und Säuglinge,
Rinder und Schafe, Kamel und Esel.’ { 1Sa 15:3 nach Luther-Übersetzung} Diese anscheinende rücksichtslos
Zerstörung von Leben erscheint unvereinbar mit der Gott zugeschriebenen
Charaktereigenschaft der Liebe und mit der Lehre von Jesus, ,, liebet eure
Feinde’ usw., bis wir die zeitliche Aufeinanderfolge erkennen können, welche in
Gottes Plan festgelegt worden ist, in welchem es eine "rechte und fest
bestimmte Zeit’ für die Hinausführung eines jeden Teiles davon gibt, sowie die
Tatsache, dass jedes Glied des Menschengeschlechtes einen Platz in demselben
hat.
Wir können nun
erkennen, dass diese Amalekiter, Sodomiter und andere als Beispiele dargestellt
wurden von Gottes gerechter Verurteilung der Übeltäter und seiner
Entschlossenheit, sie schließlich und gänzlich zu vernichten; Beispiele, welche
nicht nur anderen, sondern auch ihnen selbst nützlich sein werden, wenn ihr Tag
des Gerichtes oder der Prüfung kommt. Die übrigen Nationen können sowohl auf
die gleiche Weise sterben, als auch durch Krankheit und Plagen. Es war für sie
von wenig Bedeutung, weil sie lediglich das Böses kennengelernt hatten, damit
sie, wenn ihre Prüfung zur rechten Zeit stattfindet, Gerechtigkeit lernen mögen
und befähigt werden, zu unterscheiden und das Gute zu wählen und das Leben zu
haben.
Doch laßt uns
die Prophetie weiter näher betrachten. Nachdem der Herr Israel mit Sodom und
Samaria verglichen und Israel als am meisten tadelnswert hingestellt hat (Hes.
16:48-54), spricht er:, , Wenn ich ihre Gefangenen zurückbringen werde, die
Gefangenen Sodoms und ihrer Töchter und die Gefangenen Samarias und ihrer
Töchter, dann werde ich auch deine Gefangenen mitten unter ihnen
zurückbringen.’ (nach Allioli-Bibelübersetzung) Die Gefangenen, auf welche hier
Bezug genommen wird, können keine anderen sein als ihre Gefangenen im Tode;
denn diejenigen, die erwähnt werden, waren damals tot. Alle sind im Tode
gefangen, und Christus kommt, um die Tore des Grabes zu öffnen und die
Gefangenen in Freiheit zu bringen. (Jes. 61:1; Sach. 9:11) In Vers 55 wird dies
ein, , Zurückkehren zu ihrem früheren Stand’ genannt, eine Wiederherstellung.
(siehe Menge-Übersetzung)
I
Einige, welche
ganz bereitwillig sind, Gottes Gnade durch Christus in der Vergebung ihrer
eigenen Übertretungen und Schwachheiten in Verbindung mit größerem Licht und
größerer Erkenntnis anzunehmen, können sich nicht vorstellen, dass die gleiche
Gnade unter dem Neuen Bund auch für andere anwendbar ist; obwohl sie der
Aussage des Apostels scheinbar zustimmen, dass Jesus Christus durch die Gnade
Gottes den Tod für jeden Menschen erlitten hat. Einige von diesen nehmen an,
dass der Herr in dieser Prophezeiung zu den Juden in ironischer Weise
gesprochen haben muß, indem er angedeutet hätte, daß er genauso bereitwillig
sein würde, die Sodomiter zurückzubringen als auch sie, aber dass er überhaupt
keine Absicht habe, beide wiederherzustellen. Laßt uns aber sehen, wie die
nachfolgenden Verse mit dieser Vorstellung übereinstimmen. Der Herr sagt:, ,
Nichtsdestotrotz werde ich an meinen Bund mit dir in den Tagen
deiner Jugend gedenken, und ich werde mit dir einen
ewigen Bund aufrichten. Dann
wirst du deiner Wege gedenken und dich schämen, wenn du deine Schwester empfangen
wirst... Ich werde meinen Bund mit dir aufrichten, und du
wirst wissen, dass ich der Herr bin; damit du daran denkst und beschämt bist
und wegen deiner Beschämung deinen Mund nicht mehr öffnest, wenn ich dir alles
vergebe, was du getan hast, spricht Gott der Herr.’ Wenn auf diese Weise eine
Verheißung von dem großen Jehova besiegelt worden ist, möchten alle diejenigen,
welche ihr Siegel darauf gesetzt haben, dass Gott wahrhaftig ist, sich mit
Zuversicht an ihrer Gewißheit erfreuen; besonders diejenigen, welche erkennen,
dass diese Segnungen des Neuen Bundes von Gott in Christus bestätigt worden
sind, dessen kostbares Blut den Bund besiegeln wird.
Für diese fügt
Paulus sein Zeugnis hinzu, sagend:, , Und auf diese Weise wird ganz Israel (die
Lebenden und die Toten) errettet werden (wiederhergestellt aus seiner
Verblendung), wie geschrieben steht: Es wird aus Zion der Erretter kommen und
die Gottlosigkeit von Jakob abwenden. Dies ist mein Bund für sie, wenn ich ihre
Sünden hinweg nehmen werde...Sie sind Geliebte um der Väter willen; denn die
Gnadengaben und Berufungen Gottes sind unwiderruflich.’ -Röm. 11:26-29
Wir brauchen
uns nicht zu wundern, dass Juden, Sodomiter, Samariter und die ganze Menschheit
sich schämen und verwirrt sein werden, wenn Gott in seiner eigenen
"rechten Zeit’ die Reichtümer seiner Gnade hervorbringt. Wahrlich, viele
von denen, welche jetzt Gottes Kinder sind, werden verwirrt und erstaunt sein,
wenn sie sehen, wie sehr Gott
die Welt geliebt hat, und um
wieviel höher seine Gedanken und sein Pläne sind als die ihrigen.
Christliche
Menschen glauben im allgemeinen, dass Gottes Segnungen einzig und allein nur
für die auserwählte Herauswahl bestimmt sind, aber wir fangen jetzt an zu
erkennen, dass Gottes Plan umfassender ist, als wir es angenommen hatten, und
dass, obwohl er der Herauswahl "die größten und kostbarsten Verheißungen’
gegeben hat, er auch für die Welt eine gnadenvolle Vorkehrung gemacht hat,
welche er so geliebt hat, dass er sie erlöste. Die Juden machten einen ganz
ähnlichen Fehler, als sie annahmen, dass alle Verheißungen Gottes einzig und
allein für sie bestimmt waren; aber als die "rechte Zeit’ herbeikam und
die Gläubigen aus den Nationen begnadigt wurden, hatte der Überrest von Israel,
deren Herzen weit genug waren, um sich an diesem umfassenderen Beweis von der
Gnade Gottes zu erfreuen, Anteil an dieser vermehrten Gnade, während die
Übrigen durch Vorurteil und menschliche Überlieferung verblendet worden sind.
Möchten diejenigen von der Herauswahl, welche jetzt das Licht des
Millenniumszeitalters mit seinen gnadenvollen Vorteilen für die ganze Welt
anbrechen sehen, darauf acht haben, dass sie nicht als solche gefunden werden,
welche sich im Widerspruch zu dem fortschreitenden Licht befinden und auf diese
Weise für eine Zeitlang gegenüber seiner Herrlichkeit und seinen Segnungen
verblendet werden.
Wie
unterschiedlich ist dieser herrliche Plan Gottes hinsichtlich der Erwählung von
einigen Wenigen, um danach die Vielen zu segnen, im Gegensatz zu den
Verdrehungen dieser Wahrheiten, wie sie durch die zwei entgegengesetzten
Ansichten dargestellt werden-der Calvinismus und der Arminianismus. Die erste
von beiden leugnet die Lehre der Bibel von einer freien Gnade und verdreht
fürchterlich die herrliche Lehre von der Erwählung; die letztere leugnet die
Lehre von der Erwählung und verfehlt, die Segensfülle der freien Gnade Gottes
zu begreifen.
Der Calvinismus
sagt:, , Gott ist allweise; er kannte das Ende von Anfang an; und weil alle
seine Absichten hinausgeführt werden, so konnte er nie die Absicht gehabt
haben, irgend jemanden zu erretten als nur einige Wenige, die Herauswahl. Diese
hat er auserwählt und zuvorbestimmt, in alle Ewigkeit errettet zu werden; alle
anderen waren auch zuvorbestimmt und auserwählt, um in die ewige Qual zu gehen;
denn "Gott wußte alle seine Werke seit der Grundlegung der Welt.’ { Eph
1:11}
Diese Ansicht
hat ihre guten Seiten. Sie erkennt Gottes Allwissenheit an. Das würde unser
Ideal sein von einem großen Gott, würden nicht zwei wesentliche
Eigenschaften wahrer Größe fehlen, nämlich die der Liebe und die der
Gerechtigkeit. Keine dieser beiden Eigenschaften sind darin zu erkennen, dass
hundert und zwei und vierzig Milliarden menschlicher Wesen zur ewigen Qual
verurteilt worden sein sollen, ehe sie geboren waren, was die Beteuerungen
seiner Liebe zunichte machen würde. Weil Gott die Liebe ist und die
Gerechtigkeit die Grundlage seines Thrones, kann dies nicht sein Charakter
sein.
Der
Arminianismus sagt: Wahrlich, Gott ist Liebe; und als er die Menschheit in die
Welt gebracht hat, hatte er für sie nichts Verletzendes, sondern nur Gutes
vorgesehen. Aber der Satan hatte Gelingen, als er das erste Paar versuchte, und
auf diese Weise kam die Sünde in die Welt und der Tod durch die Sünde. Und
seither hat Gott alles, was er vermag, getan, um den Menschen von seinem Feind
zu befreien, und er hat sogar seinen Sohn gegeben. Und dennoch hat die frohe
Botschaft heute, nach sechstausend Jahren, nur einen sehr kleinen Teil der
Menschheit erreicht, aber wir hoffen und vertrauen weiterhin darauf, dass Gott
durch die Kraftentfaltung und Großzügigkeit der Kirche in weiteren sechstausend
Jahren das von Satan hereingebrachte Böse soweit behoben haben wird, dass
wenigstens alle, die dann leben, seine Liebe erkennen und die Möglichkeit haben
werden, zu glauben und errettet zu werden.
Während diese
Ansicht Gott darstellt als ein Wesen voller liebreicher und wohlwollenden Absichten
für seine Geschöpfe, deutet sie an, dass ihm die notwendige Fähigkeit und das
Vorherwissen zur Ausführung seiner wohlwollenden Absichten fehlt; dass es ihm
an Weisheit und Macht fehlt. Gemäß dieser Ansicht scheint es, dass, während
Gott damit beschäftigt war, alles zum Wohlergehen seiner neu erschaffenen
Kinder anzuordnen und auszudenken, Satan hineingeschlichen sei und durch einen
Meisterstreich alle Pläne von Gott dermaßen umgestoßen habe, dass Gott trotz
der Anwendung aller seiner Macht zwölftausend Jahre brauche, um Gerechtigkeit
wiederherzustellen, wenn auch nur bis einem solchen Ausmaß, dass die
Übriggebliebenen des Geschlechtes, welche noch leben, leicht die Gelegenheit
haben werden, sowohl das Gute als auch das Böse zu wählen. Aber die einhundert
und zwei und vierzig Milliarden der vergangenen sechs tausend Jahre und viele
mehr in den nächsten sechs tausend Jahren werden gemäß dieser Ansicht, trotz
der Liebe Gottes für sie in alle Ewigkeit verloren sein, weil der Satan seine
Pläne durchkreuzt habe. Auf diese Weise hätte der Satan Tausende in die ewige
Qual gebracht gegenüber einem, den Gott zur Herrlichkeit errettet.
Diese Ansicht
erhöht des Menschen Vorstellung von der Weisheit und der Macht des Satans und
verringert ihre Wertschätzung von den Eigenschaften Gottes, von welchen der
Psalmist das genaue Gegenteil erklärt, "er sprach, und es geschah; er
befahl, und es war geschaffen.’ Gott ist in keinster Weise vom Widersacher
überrascht worden; noch hat der Satan seine Pläne in irgendeiner Hinsicht
durchkreuzt. Gott ist und war immer der vollkommene Herr der Lage, und am Ende
wird erkannt werden, dass alles zur Hinausführung seiner Absichten
zusammengewirkt hat.
Während die
Lehre von der Erwählung und von der freien Gnade, wie sie von dem Calvinismus
und dem Arminianismus gelehrt wird, niemals miteinander in Einklang gebracht
werden kann, noch mit der Vernunft oder mit der Bibel, so werden diese beiden
herrlichen Bibellehren als vollkommen im Einklang und als schön erkannt, wenn
sie vom Standpunkt des Planes der Zeitalter aus betrachtet werden.
Indem wir
erkennen, dass so viele der großartigen und herrlichen Teile von Gottes Plan
für die Errettung des Menschen aus Sünde und Tod noch in der Zukunft liegen,
und dass die Zweite Gegenwart unseres Herrn Jesus der beabsichtigte erste
Schritt zur Erfüllung dieser lang verheißenen und lang erwarteten Segnungen
ist, sollten wir da nicht sehnsüchtiger nach der Zeit von seiner Zweiten
Gegenwart ausschauen, als der weniger erleuchtete Jude nach seiner Ersten
Gegenwart ausschaute und sie herbeisehnte? Erkennend, dass die Zeit des Bösen,
der Ungerechtigkeit und des Todes durch die Herrschaft der Macht zu Ende
gebracht wird, welche Er dann ausübt, und dass die Gerechtigkeit, die Wahrheit
und der Friede weltweit sein werden, wer sollte sich nicht darüber freuen, seinen
Tag zu sehen? Und wer von denen, die jetzt mit Christus leiden und erleuchtet
sind mit der kostbaren Verheißung, dass "wenn wir mit ihm leiden, wir auch
mit ihm herrschen werden’, wird nicht sein Haupt erheben und sich über jedes
Anzeichen von der Wiederkunft des Meisters freuen, wissend, dass dadurch unsere
Errettung und unsere Verherrlichung mit ihm nahe herbeigekommen ist? Gewißlich
werden alle, welche ein Verständnis haben von seiner Aufgabe des Segnens und
welche Anteil haben an seinem Geist der Liebe, jeden Beweis von seinem Kommen
als das Herbeikommen der "großen Freude’ bejubeln, "welche für jeden
Menschen sein wird.’
STUDIE
VII—Die Zulassung des Bösen in bezug auf Gottes Plan.
Warum das
Böse zugelassen wurde. -Recht und Unrecht als Grundsätze. -Das moralische
Bewußtsein. -Gott ließ das Böse zu und wird es zum Besten lenken. -Gott ist
nicht der Urheber der Sünde.- Adams Prüfung war kein Spiel. -Seine Versuchung
war sehr ernst. -Er sündigte willentlich. -Die Strafe der Sünde ist weder
ungerecht noch zu streng. -Die Weisheit, Liebe und Gerechtigkeit, die sich in
der Verurteilung aller in Adam zeigt. -Gottes Gesetz ist überall gültig.
Das Böse ist
jenes, was Unglück erzeugt; irgendetwas, was entweder direkt oder indirekt
Leiden irgendwelcher Art bewirkt-gemäß Websters englisches Lexikon. Deshalb
erforscht dieses Thema nicht nur die menschlichen Leiden, Kummer, Schmerzen,
Schwächen und den Tod, sondern es geht hinter diese alle zurück und betrachtet
ihre Hauptursache-die Sünde-und ihr Heilmittel. Weil die Sünde die Ursache von
dem Bösen ist, ist ihre Beseitigung die einzige Methode, die Krankheit für
immer zu heilen.
Dem fragenden
Verstand stellt sich wahrscheinlich keine Schwierigkeit häufiger, als die
Frage: Warum ließ Gott die gegenwärtige Herrschaft des Bösen zu? Warum
gestattete er es dem Satan, die Versuchung an unsere ersten Eltern
heranzubringen, nachdem er sie vollkommen und rechtschaffen erschaffen hatte?
Oder warum ließ er es zu, dass der verbotenen Baum einen Platz unter den Guten
hatte? Trotz allen Versuchen, der Frage auszuweichen, drängt sie sich selbst
auf: Hätte Gott nicht jede Möglichkeit hinsichtlich des Menschen Fall
verhindern können?
Die
Schwierigkeit erhebt sich zweifellos aus einem fehlerhaften Verständnis von
Gottes Plan. Gott hätte die Herbeiführung des Bösen verhindern können, aber die
Tatsache, dass er es nicht tat, sollte ein ausreichender Beweis dafür sein,
dass seine gegenwärtige Zulassung vorgesehen worden war, um schließlich noch
mehr Gutes hervorzubringen. Gottes Pläne beweisen in ihrer Vollständigkeit
gesehen die Weisheit von der Vorgehensweise, welche durchgeführt wurde. Einige
fragen: Konnte Gott, bei welchem alle Dinge möglich sind, nicht rechtzeitig
eingegriffen haben, um die vollständige Hinausführung von Satans Plan zu
verhindern? Ohne Zweifel konnte er es; aber solch ein Eingreifen hätte die
Hinausführung seiner eigenen Absichten verhindert. Seine Absicht war, die
Vollkommenheit, die Erhabenheit und die gerechte Autorität seines Gesetzes
kundzumachen und sowohl den Menschen als auch den Engeln die bösen Folgen zu
zeigen, die aus der Verletzung desselben hervorgehen. Zudem sind einige Dinge
schon von ihrer Natur aus unmöglich, auch bei Gott, wie die Schriften es
erklären. Es ist "unmöglich für Gott zu lügen.’,, Er { Heb 6:18} kann sich
nicht verleugnen.’ { 2Ti 2:13} Er kann nichts Unrechtes tun, und deshalb konnte
er nicht irgendeinen, sondern nur den weisesten und besten Plan wählen, um
seine Geschöpfe in das Leben einzuführen, auch wenn unser kurzsichtiger Blick
für eine Zeitlang die verborgenen Quellen der unendlichen Weisheit zu erkennen
verfehlt.
Die Schriften
erklären, dass alle Dinge zum Wohlgefallen Gottes erschaffen worden sind (0ff.
4:11 gemäß der King-James-Bibelübersetzung) -ohne Zweifel zum Wohlgefallen, um
seine Segnungen auszuteilen und zum Ausüben der Eigenschaften seines herrlichen
Wesens. Und obwohl er bei der Hinausführung seiner wohlwollenden Absichten für
eine Zeitlang das Böse und die Übeltäter zuließ, damit diese einen wirksamen
Anteil haben, so geschieht dies doch nicht um des Bösen willen, noch weil er
sich mit der Sünde verbündet hat; denn er erklärt, dass er nicht ein Gott ist,
,, der an Unrecht Gefallen hat.’ (Psl. 5:4) Obwohl dem Bösen in jeder Hinsicht
entgegengesetzt, läßt Gott es für eine Zeitlang zu (d.h. er verhindert es nicht), weil seine Weisheit einen Weg
erkennt, durch welchen es für seine Geschöpfe zu einer dauerhaften und
wertvollen Lektion gemacht werden kann.
Es ist eine
selbstverständliche Wahrheit, dass es für jeden guten und rechten Grundsatz
einen entsprechenden schlechten und unrechten Grundsatz gibt; wie zum Beispiel
Wahrheit und Falschheit, Liebe und Haß, Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit. Wir
unterscheiden diese entgegengesetzten Grundsätze als recht und unrecht oder als gut und schlecht nach ihrer
Wirkung, die sie haben, wenn sie in Wirksamkeit gesetzt sind. Jener Grundsatz,
welcher, wenn er in Wirksamkeit ist, wohlwollend ist und schließlich Ordnung,
Harmonie und Glück hervorbringt, nennen wir einen rechten und guten Grundsatz; und der entgegengesetzte
Grundsatz, welcher Uneinigkeit, Unglück und Zerstörung anrichtet, nennen wir
einen unrechten und bösen Grundsatz. Die Ergebnisse dieser sich in
Wirksamkeit befindlichen Grundsätze nennen wir gut und böse; und das vernunftbegabte Wesen, welches fähig ist, den guten vom
bösen Grundsatz zu unterscheiden und welches sich freiwillig von dem einem oder
dem anderen leiten läßt, nennen wir moralisch einwandfrei oder sündig.
Diese Fähigkeit
zur Unterscheidung zwischen guten und bösen Grundsätzen nennt man das moralische Bewußtsein oder das Gewissen.
Durch dieses moralische Bewußtsein, welches Gott den Menschen gegeben hat, sind
wir in der Lage, uns über Gott ein Urteil zu bilden und zu erkennen, dass er
gut ist. An dieses moralische Bewußtsein wendet sich Gott immer, um seine
Gerechtigkeit oder Rechtschaffenheit zu beweisen; und durch dasselbe moralische
Bewußtseins konnte Adam die Sünde oder die Ungerechtigkeit als böse erkennen,
noch bevor er alle ihre Folgen kannte. Die niedrigeren Arten von Gottes
Geschöpfen sind nicht mit diesem moralischen Bewußtsein ausgestattet. Ein Hund
hat einen Verstand, aber nicht in diesem Ausmaß, obwohl er lernen kann, dass
bestimmte Handlungen Anerkennung und Belohnung von seinem Herrn bringen und
bestimmte andere seine Mißbilligung. Er kann stehlen oder das Leben nehmen,
aber man würde ihn nicht als einen Sünder bezeichnen; oder er kann das Eigentum
und das Leben beschützen, aber man würde ihn nicht moralisch einwandfrei
nennen-weil er nichts über die moralische Beschaffenheit seiner Handlungen
weiß.
Gott hätte die
Menschheit ohne die Fähigkeit, zwischen Recht und Unrecht zu unterscheiden,
erschaffen können, oder auch nur fähig, das Rechte zu erkennen und zu tun. Aber
wäre er in dieser Weise erschaffen worden, dann wäre er nur zu einer lebendigen
Maschine gemacht worden und ganz gewiß nicht in einem vernunftbegabten Ebenbild
seines Schöpfers. Oder er hätte, wie er es getan hat, den Menschen vollkommen
und mit einem freien Willen erschaffen können und ihn dann vor Satans
Versuchung bewahren können. In diesem Fall wäre die Erfahrung des Menschen auf
das Gute begrenzt gewesen, und er wäre fortwährend anfällig gewesen für die
Anfechtungen durch das Böse von außen oder für die ehrgeizigen Bestrebungen von
innen, was seine Zukunft in alle Ewigkeit unsicher gemacht hätte, und ein
Ausbruch des Ungehorsams und des Widersetzens wäre für immer eine Möglichkeit
geblieben. Außerdem wäre das Gute niemals so hoch wertgeschätzt worden als wie
durch seinen Gegensatz zum Bösen.
Gott machte
seine Geschöpfe zuerst mit dem Guten bekannt, als er sie in Eden damit umgab;
und danach gab er ihnen, als Strafe für den Ungehorsam, eine genaue Erkenntnis
des Bösen. Von Eden vertrieben und seiner Gemeinschaft mit ihm entzogen, ließ
Gott sie Krankheit, Schmerz und den Tod erfahren, damit sie für immer das Böse
kennen möchten sowie die Unzweckmäßigkeit und die überaus große Sündhaftigkeit
der Sünde.
Durch ein
Vergleichen der Resultate kamen sie zu einer Wertschätzung und einer richtigen
Einschätzung von beidem; "Und der Herr sprach: Siehe, der Mensch ist
geworden wie einer von uns, zu erkennen Gutes und Böses.’ (1. Mose 3:22) An
diesem nimmt seine Nachkommenschaft teil, außer, dass sie zuerst ihre
Erkenntnis des Bösen erlangt und noch nicht vollständig erkennen kann, was gut
ist, bis sie es im Millennium als ein Ergebnis ihrer Erlösung durch ihn
erfährt, welcher dann ihr Richter und König sein wird. Das moralische Bewußtsein oder das Urteil
über Recht und Unrecht und die Freiheit es zu gebrauchen, welche Adam besaß,
waren wichtige Züge seiner Ebenbildlichkeit mit Gott. Das Gesetz, was Recht
oder Unrecht ist, war in seine natürliche Veranlagung eingeschrieben. Es war
ein Teil seiner Natur, genauso wie es auch ein Teil der göttlichen Natur ist.
Aber laßt uns nicht vergessen, dass dieses Ebenbild oder diese Ebenbildlichkeit
mit Gott, dieses Gesetz, welches ursprünglich in die Natur des Menschen
hineingeschrieben war, durch den schwächenden und erniedrigenden Einfluß der
Sünde viel von seinem klaren Umriß verloren hat, daher ist es jetzt nicht mehr
das, was es im ersten Menschen gewesen ist. Die Fähigkeit zu lieben schließt
die Fähigkeit zu hassen ein; daher können wir schließen, dass der Schöpfer den
Menschen nicht in seiner Ebenbildlichkeit erschaffen konnte mit der Macht, zu
lieben und das Rechte zu tun, ohne ihm die entsprechende Fähigkeit, zu hassen
und Unrecht zu tun, zu geben. Diese Freiheit der Wahl, der freie Wille genannt,
ist ein Teil der ursprünglichen Ausstattung des Menschen: und dieser, zusammen
mit dem vollen Maß seiner geistigen und moralischen Fähigkeiten, machte ihn zu
einem Ebenbild seines Schöpfers. Heute, nach sechstausend Jahren der
Erniedrigung, ist durch die Sünde so viel von der ursprünglichen Ebenbildlichkeit
ausgelöscht worden, dass wir nicht frei, sondern in einem größeren oder
geringeren Maße durch die Sünde und ihre Folgen gebunden sind, so dass jetzt
dem gefallenen Geschlecht die Sünde leichter und deshalb angenehmer ist als es
die Gerechtigkeit ist.
Dass Gott dem
Adam solch einen lebendigen Eindruck von den vielen schlimmen Folgen der Sünde
hätte geben können, was ihn von derselben abgehalten hätte, brauchen wir nicht
in Frage zu stellen, aber wir glauben, dass Gott voraussah, dass eine
tatsächliche Erfahrung des Bösen die sicherste und dauerhafteste Lektion ist,
um den Menschen in alle Ewigkeit zu nützen; und aus diesem Grund verhinderte
Gott es nicht, sondern ließ es zu, dass der Mensch seine Wahl traf und die
Folgen des Bösen fühlte. Wäre die Gelegenheit zu sündigen nie zugelassen
worden, so hätte der Mensch nicht widerstehen können, und folglich wäre sein
Rechttun weder Tugend noch Verdienst gewesen. Gott sucht solche, welche ihn im
Geist und in der Wahrheit anbeten. Er wünscht vernunftbegabten und willigen
Gehorsam mehr als einen unwissenden, mechanischen Dienst. Er hatte bereits
unbelebte, mechanische Vollbringer seines Willens in Wirksamkeit, aber seine
Absicht war es, etwas Größeres zu schaffen, eine vernunftbegabte Schöpfung in
seiner eigenen Ebenbildlichkeit, einen Herrn über die Erde, dessen Ergebenheit
und Gerechtigkeit sich auf einer Wertschätzung von Recht und Unrecht, von Gut
und Böse gründen würde.
Die Grundsätze
von Recht und Unrecht als Grundsätze haben immer bestanden und müssen immer bestehen;
und alle vollkommenen, vernunftbegabten Geschöpfe in Gottes Ebenbildlichkeit
müssen frei sein, das eine oder das andere zu wählen, obwohl nur der rechte
Grundsatz für immer wirksam bleiben wird. Die Schrift belehrt uns, dass, wenn
die Wirksamkeit des bösen Grundsatzes lange genug zugelassen worden ist, um
Gottes Absicht zu erfüllen, er für immer aufhört, wirksam zu sein, und dass
alle diejenigen, welche sich weiterhin durch seine Gewalt beherrschen lassen,
für immer aufhören zu bestehen. (1. Kor. 15:25,26; Heb. 2:14) Nur diejenigen,
welche das Rechte tun, werden für immer bleiben.
Die Frage kehrt
jedoch in einer anderen Form wieder: Hätte der Mensch nicht auf eine andere
Weise das Böse kennenlernen können als durch Erfahrung? Es gibt vier Wege, um
Dinge zu kennen, nämlich durch direktes Erfassen, durch Beobachtung, durch
Erfahrung und durch Informationen, welche aus Quellen erhalten werden, die
eindeutig als wahrhaftig anerkannt sind. Ein direktes Erfassen würde ein
direktes Begreifen sein ohne den Vorgang des Nachdenkens oder die Notwendigkeit
eines Beweises. Solch eine Erkenntnis gehört nur dem göttlichen Jehova, der
ewigen Quelle aller Weisheit und Wahrheit, welcher notwendigerweise und der
Natur der Sache nach über alle seine Geschöpfe erhaben ist. Deshalb konnte des
Menschen Erkenntnis von Gut und Böse kein direktes Begreifen sein. Des Menschen
Erkenntnis hätte durch Beobachtung kommen können, aber in diesem Fall hätte es
für den Menschen die Notwendigkeit gegeben, eine Vorführung von dem Bösen und
seinen Folgen zu beobachten. Dies würde die Zulassung des Bösen irgendwo anders
voraussetzen unter anderen Geschöpfen, und warum nicht gleich unter den
Menschen und auf der Erde, als unter anderen irgendwo sonst?
Warum sollte
der Mensch nicht die Veranschaulichung sein und seine Erkenntnis aus
praktischer Erfahrung erlangen? Und so ist es; der Mensch erlangt die
praktische Erfahrung, und er ist für sich selbst als auch für andere Geschöpfe,
den Engeln, eine Veranschaulichung, ,, ein Schauspiel.’ (1. Kor. 4:9)
Adam hatte
bereits eine Erkenntnis des Bösen durch Belehrung, aber das war nicht genügend,
um ihn davon abzuhalten, den Versuch auszuprobieren. Adam und Eva kannten Gott
als ihren Schöpfer und damit als demjenigen, welcher das Recht hatte, sie zu
führen und zu leiten; und Gott hatte von dem verbotenen Baum gesagt:, , An dem
Tag, wo du davon isst, wirst du sterbend sterben.’ Sie hatten daher eine
theoretische Erkenntnis von dem Bösen, obwohl sie niemals seine Auswirkungen
beobachtet oder erfahren hatten. Folglich wußten sie den liebreichen Einfluß
ihres Schöpfers nicht zu schätzen und sein wohlwollendes Gesetz, noch die
Gefahren, vor welchen er sie durch dasselbe beschützen wollte. Deshalb gaben
sie der Versuchung nach, welche Gott zuließ auf Grund des eigentlichen Nutzens,
den seine Weisheit ausfindig gemacht hatte.
Nur wenige erkennen
den Ernst der Versuchung, in welcher unsere ersten Eltern gefallen sind, noch
die Gerechtigkeit Gottes, indem eine so strenge Strafe verhängt wurde für
etwas, das vielen als ein geringfügiges Vergehen erscheint; aber ein wenig
Überlegen macht alles ganz deutlich. Die Schrift erzählt die einfache
Geschichte, wie die Frau, als die Schwächere, verführt wurde und auf diese
Weise zu einer Übertreterin wurde. Ihre Erfahrung und ihre Vertrautheit mit
Gott waren wohl noch begrenzter als die des Adam, denn er war zuerst erschaffen
worden, und Gott hatte mit ihm direkt vor Evas Erschaffung die Erkenntnis über
die Strafe der Sünde mitgeteilt, während Eva ihre Belehrung wahrscheinlich von
Adam empfangen hat. Als sie von der Frucht genommen hatte, hatte sie sich auf
die betrügerische falsche Darstellung des Satan verlassen, und ganz
offensichtlich erkannte sie nicht den Ausgang der Übertretung, obwohl sie
wahrscheinlich Bedenken hatte und eine geringe Erkenntnis darüber, dass nicht
alles gut war. Aber obgleich sie verführt wurde, sagt Paulus, dass sie eine
Übertreterin war-auch wenn sie nicht so schuldig ist, als wenn sie gegen
größeres Licht gesündigt hätte.
Adam dagegen,
so wird uns berichtet, wurde nicht verführt, { 1Ti 2:14} daher muß er mit einer
völligeren Erkenntnis der Sünde gesündigt haben und mit der Strafe vor Augen
wußte er ganz gewißlich, dass er sterben muß. Wir können leicht erkennen, was
die Versuchung war, welche ihn dazu veranlaßte, so leichtsinnig die
angekündigte Strafe auf sich zu ziehen. Im Auge behaltend, dass sie vollkommene
Wesen waren, in der vernunftbegabten und moralischen Ebenbildlichkeit ihres
Schöpfers, wurde der Gott ähnliche Bestandteil der Liebe in der aufrichtigen
Liebe des vollkommene Mann gegenüber seiner geliebten Gefährtin, der vollkommenen
Frau, geoffenbart. Die Sünde erkennend und Evas Tod fürchtend und auf diese
Weise seinen Verlust (und dies ohne Hoffnung auf eine Wiederherstellung, denn
keine solche Hoffnung war gegeben worden), beschloß Adam leichtsinnig in der
Verzweiflung, nicht ohne sie zu leben. Sein eigenes Leben ohne ihre
Gesellschaft als unglücklich und wertlos achtend, beteiligte er sich
willentlich an ihrer Handlung des Ungehorsams, um Anteil zu haben an ihrer
Todesstrafe, von welcher er wahrscheinlich annahm, dass sie auf ihr ruhte.
Beide waren "in der Übertretung’, wie der Apostel zeigt. {Röm. 5:14 _ 1Ti 2:14} Aber Adam und Eva waren eins und
nicht "zwei’; daher hatte Eva Anteil an der Verurteilung, welche über Adam
kam und welche durch ihr Verhalten begünstigt worden war. -Röm. 5:12, 17-19
Gott sah nicht
nur voraus, dass der Mensch, welchem er die Freiheit der Wahl gegeben hatte,
aus Mangel eines vollen Verständnisses von der Sünde und seinen
Resultaten, dieselbe annehmen würde, sondern er sah auch, dass der Mensch,
nachdem er das Böse kennengelernt hat, es weiterhin erwählen würde, weil diese
Vertrautheit seine moralische Natur so verdirbt, dass das Böse ganz allmählich
immer angenehmer und wünschenswerter für ihn als wie das Gute werden würde.
Trotzdem beabsichtigte Gott, das
Böse zuzulassen, weil er
erkannte, indem er das Heilmittel für des Menschen Erlösung aus den Folgen
desselben bereitet hatte, dass das Endergebnis zu ihm hinführen wird durch
Erfahrung hin zu einem vollen Verständnis von der, , überaus großen
Sündhaftigkeit der Sünde’ und von dem einzigartigen Glanz der Tugend im
Gegensatz dazu-indem er ihn auf diese Weise belehrte, um so mehr seinen
Schöpfer zu lieben und zu ehren, welcher der Ursprung und die Quelle alles
Guten ist, und für immer das zu vermeiden, was so viel Weh und Kummer gebracht
hat. Auf diese Weise wird das endgültige Ergebnis größere Liebe zu Gott und
größerer Haß gegen alles sein, was sich seinem Willen widersetzt, und folglich
die sichere Wiederherstellung aller derjenigen in die ewige Gerechtigkeit,
welche durch die Lektionen einen Nutzen ziehen werden, welche Gott jetzt durch
die Zulassung der Sünde und der entsprechenden Übel lehrt. Es sollte jedoch ein
großer Unterschied bemerkt werden zwischen der unbestreitbaren Tatsache, dass Gott
die Sünde zugelassen hat, und dem schlimmen Irrtum einiger, nach welchem Gott
selbst der Urheber von der Sünde und für dieselbe verantwortlich gewesen sei.
Diese letzte Ansicht ist sowohl gotteslästerlich als auch im Widerspruch mit
den in der Schrift dargestellten Tatsachen. Diejenigen, welche in diesen Irrtum
fallen, tun es gewöhnlich bei dem Versuch, einen anderen Plan der Errettung zu
finden als den, welchen Gott durch das Opfer von
Christus als unseren Loskaufpreis, als Lösegeld, vorgesehen hat. Wenn es ihnen
gelingt, sich und andere davon zu überzeugen, dass Gott für alle Sünde und
Bosheit und alle Verbrechen verantwortlich ist, und dass der Mensch als ein
unschuldiges Werkzeug in seinen Händen zur Sünde gezwungen wurde, dann haben
sie sich für die Anschauung den Weg gebahnt, dass für unsere Sünden kein Opfer,
noch Gnade in irgendeiner Form, sondern einfach und nur Gerechtigkeit benötigt wurde. Auf diese Weise legen sie
auch eine Grundlage für einen anderen Teil ihrer falschen Anschauung, nämlich für
den Universalismus, indem sie behaupten, dass, weil Gott alle Sünde und Bosheit
und Verbrechen in allen verursachte, er auch die Befreiung der ganzen
Menschheit aus Sünde und Tod bewirken wird. Zwei Schriftstellen (Jes. 45:7 und Am 3:6) werden verwendet, um diese
Anschauung zu unterstützen, aber in beiden Texten nur durch eine falsche
Wiedergabe des Wortes Unheil. Die Sünde ist immer ein Unheil (etwas Übles, ein
Unglück), aber ein Unheil ist nicht immer eine Sünde. Ein Erdbeben, eine
Feuersbrunst, eine Flut oder eine Pest würden ein Unglück, ein Unheil, sein; aber keines von diesen würde eine Sünde sein. Das Wort
Unheil in den angeführten Texten bedeutet Unglück.
Dasselbe hebräische Wort wird in Psl. 34:19; 88:3 durch Leiden übersetzt und in Ne 2:17;
Psl. 10:6; 41:1; 107:39; Pred. 7:14 Jer 48:16 51:2; Klagelied 1:21; Sach. 1:15
durch Unglück. Es wird mit Unheil übersetzt in Psl. 27:5 und in
1Sa 10:19; Psl. 107:28 mit Ängsten und Drangsalen und in Psl. 94:13 mit böser Tag. Und
dasselbe Wort gibt in sehr vielen Stellen die Bedeutung von Schaden zufügen, wehtun, schaden,
Elend, Schmerz und Kummer
wieder.
In Jes. 45:7
und Am 3:6 erinnerte der Herr Israel an
seinen Bund, welcher mit ihnen als ein Volk geschlossen worden war-dass, wenn
sie seinen Gesetzen gehorchen, er sie segnet und sie vor dem Unglück beschützt,
welches in der Welt im allgemeinen weitverbreitet ist; aber dass, wenn sie ihn
verlassen, er über sie Unglück (Unheil) bringt als Zurechtweisung. Siehe 5.
Mose 28:1-14, 15-32; 3. Mose 26:14-16; Josua 23:6-11, 12-16.
Wenn jedoch
Unglücke über sie kamen, waren sie geneigt, dieselben als Zufälle und nicht als
Zurechtweisungen anzusehen. Daher sandte ihnen Gott durch die Propheten Worte
der Erinnerung an ihren Bund und sagte ihnen, dass ihre Unglücke von ihm waren
und durch seinen Willen zu ihrer Besserung. Es ist unvernünftig, diese Texte zu
benutzen, um zu beweisen, dass Gott der Urheber der Sünde sei, denn die
Schriftstellen beziehen sich in keinster Weise auf die Sünde.
Die falsche
Anschauung des Unversalismus macht die falsche Schlußfolgerung, dass Gott die
Sünde gewollt habe und sie verursacht habe, und dass ihm niemand widerstehen
konnte, und auf diese Weise behaupten sie, dass alle gleicherweise machtlos
sein werden, ihm zu widerstehen, wenn er gerecht sein will. Aber in allen
solchen Schlußfolgerungen wird die vornehmste Eigenschaft des Menschen, die
Freiheit des Willens oder der Wahl, der bedeutsamste Zug seiner
Ebenbildlichkeit mit dem Schöpfer, völlig außer acht gelassen; und der Mensch
wird jener Anschauung nach nur zu einer Maschine herabgesetzt, welche nur in
der Weise tätig ist, wie sie eingestellt worden ist. Wenn dies der Fall wäre,
dann wäre der Mensch anstatt der Herr der Erde selbst den Insekten noch
untergeordnet; denn sie haben ohne Zweifel einen Willen oder die Kraft zum
Wählen. Selbst der kleinen Ameise ist eine Willenskraft gegeben worden, welche
der Mensch nicht vernichten kann, obwohl er durch seine größere Kraft ihr
entgegenwirken und sie verhindern kann.
Wahrlich, Gott
hat die Macht, den Menschen entweder zur Sünde oder zur Gerechtigkeit zu
zwingen, aber sein Wort erklärt, dass er nicht eine solche Absicht hat.
Folglich konnte er den Menschen nicht zur Sünde zwingen, und zwar aus demselben
Grunde, aus dem er, , sich selbst nicht verleugnen kann.’ Solch ein Verfahren
wäre im Widerspruch mit seinem gerechten Charakter und daher eine
Unmöglichkeit. Und er sucht die Anbetung und die Liebe nur von denjenigen,
welche ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten. Zu diesem Zweck hat er dem
Menschen eine Freiheit des Willens gegeben, gleich seinem eigenen, und er
wünscht, dass er die Gerechtigkeit wählt. Die
Zulassung davon, dass der Mensch für sich selbst wählt, führte zu seinem Fall
aus der göttlichen Gemeinschaft und Gnade und Segnung in den Tod. Durch seine
Erfahrung mit der Sünde und dem Tod lernt der Mensch in der Tat und sehr
nutzbringend, was Gott ihm zu lehren angeboten hatte, ohne die Erfahrung mit
der Sünde und ihren Folgen machen zu müssen. Gottes Vorherwissen von dem, was
der Mensch tun würde, wird nicht gegen den Menschen gebraucht als eine Ausrede
für seine Herabsetzung zu einem Wesen, welches nur einer Maschine gleicht: Ganz
im Gegenteil, es wird zum Vorteil für den Menschen gebraucht; weil Gott im
voraus wußte, welchen Lauf der Mensch nehmen würde, wenn ihm selbst die freie
Wahl gelassen wird, hinderte er ihn nicht daran, die Sünde und ihre bitteren
Folgen versuchsweise zu erleiden, aber er begann sofort damit, ein Mittel für
seine Wiederherstellung aus seiner ersten Übertretung bereitzustellen, indem er
für einen Erlöser sorgte, einem großen Erretter, der in der Lage ist, alle
diejenigen vollständig zu erretten, welche durch ihn zu Gott zurückkehren werden. Zu diesem Zweck-damit der Mensch
einen freien Willen haben konnte und dennoch in der Lage ist,
aus seinem ersten Fehler bei dem Gebrauch desselben im Ungehorsam gegen des
Herrn Willen einen Vorteil zu erlangen-hat Gott nicht nur ein Lösegeld für alle bereitgestellt, sondern auch eine Erkenntnis von
der Gelegenheit zur Versöhnung mit ihm selbst, welche auf diese Weise zur
rechten Zeit allen bezeugt werden wird. - _ 1Ti 2:3-6???
Die Strenge der
Strafe war nicht ein Beweis von Haß und bösem Willen auf seiten Gottes, sondern
das notwendige und unvermeidliche, endgültige Ergebnis des Bösen, welches Gott
auf diese Weise den Menschen erkennen und fühlen ließ. Gott kann das Leben so
lange erhalten, wie er es für angebracht ansieht, auch gegen die zerstörerische
Kraft des eigentlichen Bösen; aber es wäre Gott ebenso unmöglich, solch ein
verwirktes Leben ewig zu erhalten, wie es für Gott unmöglich ist zu lügen. Das
heißt, es ist moralisch
unmöglich. Solch ein Leben
könnte nur immer mehr zu einer Quelle der Traurigkeit für sich selbst und für
andere werden; deshalb ist Gott zu gut, als dass er ein Leben erhält, welches
für sich selbst und für andere derart nutzlos und schädlich ist, und indem er
seine erhaltende Kraft zurückzieht, folgt die Zerstörung, das natürlichen
Resultat des Bösen. Leben ist eine Gnade, ein Geschenk Gottes, und es wird nur
den Gehorsamen in Ewigkeit erhalten.
Den Nachkommen
von Adam geschah keine Ungerechtigkeit, indem nicht jedem Einzelnen von ihnen
eine besondere Prüfung gewährt wurde. Jehova war in keiner Weise verpflichtet,
uns ins Dasein zu bringen; und nachdem er uns ins Leben gebracht hatte,
verpflichtete ihn kein Gesetz des Rechts oder der Gerechtigkeit, unser Leben in
Ewigkeit aufrechtzuerhalten, noch auch uns eine Prüfung mit der Verheißung von
ewigem Leben zu garantieren, wenn wir gehorsam sind. Beachte diesen Punkt sehr
gut. Das gegenwärtige Leben, welches von der Wiege bis zum Grab nur ein Vorgang
des Sterbens ist, ist trotz aller seiner Übel und Enttäuschungen doch ein
Segen, eine Gnade, selbst wenn es keine Zukunft gäbe. Die große Mehrheit
betrachtet es so an. Ausnahmen (Selbstmörder) gibt es verhältnismäßig Wenige;
und diese, so haben unsere Gerichtshöfe wiederholt entschieden, sind geistig
unzurechnungsfähig, sonst würden sie sich nicht selbst auf diese Weise von den
gegenwärtigen Segnungen abschneiden. Außerdem zeigt uns das Verhalten des
vollkommenen Menschen, Adam, was das Verhalten seiner Kinder unter ähnlichen
Umständen gewesen wäre.
Viele haben die
irrtümliche Ansicht angenommen, dass Gott unser Geschlecht auf die Probe
gestellt habe mit der Möglichkeit des Wählens zwischen dem Leben und der ewigen Qual, während darüber in der Strafandrohung nichts angedeutet
ist. Die Gnade oder der Segen Gottes für seine gehorsamen Kinder ist
Leben-fortdauerndes Leben-frei von Schmerz, Krankheit und jedem anderen
Bestandteilen des Zerfalles und des Todes. Dem Adam wurde dieser Segen im
vollsten Maße gegeben, aber er wurde gewarnt, dass ihm diese, , Gabe’ entzogen
werden wird, wenn er verfehlt, Gott gegenüber Gehorsam zu erweisen:, , An dem
Tag, an welchem du davon isst, wirst du sterbend sterben.’ Er wußte nichts von
einem Leben in Qual, als Strafe für die Sünde. Das
ewige Leben ist an keiner Stelle irgendjemand anderem verheißen, als nur dem
Gehorsamen. Das Leben ist ein Geschenk und eine Gabe Gottes, und der Tod, der
Gegensatz zum Leben, ist die Strafe, die er angeordnet hat.
Die ewige Qual
ist an keiner Stelle in den Schriften des Alten Testaments angedeutet, und nur
einige wenige Aussagen in dem Neuen Testament können so falsch ausgelegt
werden, dass es scheint, als lehren sie dies; und diese werden entweder unter
den bildlichen und symbolischen Darstellungen der Offenbarung oder unter den
Gleichnissen und dunklen Reden unseres Herrn gefunden, welche von dem Volk,
welches sie hörte, nicht
verstanden wurden, { Lu 8:10}
und welche heute anscheinend nur wenig besser verstanden werden. "Der Lohn
der Sünde ist der Tod.’ (Röm. 6:23), , Die Seele, welche sündigt, soll
sterben.’ -Hes. 18:4
Viele haben
sich Gott als ungerecht vorgestellt, als er es zuließ, dass die Nachkommen von
Adam an seiner Verurteilung teilhaben, anstatt jedem Einzelnen eine Prüfung
oder Gelegenheit auf ewiges Leben zu gewähren, wie Adam sie genoß. Aber was
werden diese sagen, wenn es jetzt gezeigt wird, dass die Gelegenheit und die
Prüfung für die Welt für das Leben viel günstiger sein wird, als es die von
Adam gewesen ist; und das gerade darum, weil Gott diesen
Plan erwählte, dass er es zuließ, dass Adams Geschlecht auf eine natürliche
Weise Anteil erhielt an seiner Strafe? Wir glauben, dass dies der Fall ist, und
werden uns bemühen, es klar zu machen.
Gott versichert
uns, dass, weil die Verurteilung auf alle in Adam weitergegeben worden ist, er die Vorkehrungen getroffen
hat für ein neues Haupt, einen Vater oder Lebengeber für das Geschlecht, in
welchem alle durch Glauben und Gehorsam umgestaltet werden möchten, damit wie
alle in Adam die Verurteilung zum Tode geteilt
haben, ebenso alle in Christus den Segen der Wiederherstellung teilen mögen;
die Herauswahl ist eine Ausnahme. (Röm. 5:12,18,19) Auf diese Weise betrachtet
war der Tod von Jesus, dem einen, der rein und sündlos war, eine vollständige
Genugtuung Gott gegenüber, ein Lösegeld für die Sünde von Adam. Wie ein Mensch
gesündigt hatte und alle in ihm seinen Fluch, seine Strafe, geteilt hatten, so
hat Jesus die Strafe dieses einen Sünders bezahlt, und er erkaufte nicht nur
Adam, sondern alle seine Nachkommen-alle Menschen-welche durch Vererbung seine
Schwächen und Sünden und die Strafe von diesen teilten-den Tod. Unser Herr,
"der Mensch Jesus Christus’, selbst unbefleckt,
vollkommen und mit einem vollkommenen Samen oder Geschlecht in ihm, ungeboren
und gleichfalls frei von Sünde, gab sein Alles von seinem
menschlichen Leben und seinem Anrecht auf dasselbe als das vollständige Lösegeld, dem entsprechenden Loskaufpreis für Adam und das Geschlecht oder dem
Samen, welcher in ihm war, als er sündigte und verurteilt wurde.
Nachdem er
vollständig das Leben von Adam und das Leben von seinem Geschlecht erkauft hat,
bietet sich Christus an, das ganze adamitische Geschlecht als seinen Samen,
seine Kinder, anzunehmen, alle, welche die Bedingungen des Neuen Bundes
annehmen werden und auf diese Weise durch Glauben und Gehorsam in die Familie
Gottes eintreten und ewiges Leben erhalten werden. Auf diese Weise wird der
Erlöser, , seinen Samen sehen (so viele von dem Samen Adams, als sich unter
seinen Bedingungen an Kindesstatt annehmen lassen werden), und er wird seine
Tage verlängern’ (in seiner Auferstehung zu einer höheren als menschlichen
Stufe, welche ihm durch den Vater als eine Belohnung für seinen Gehorsam
zugesichert worden war), und alles in der höchst gegensätzlichen Art und Weise
-durch das Aufopfern des Lebens und der Nachkommenschaft. (Jes. 53:10) Und in
dieser Weise steht geschrieben:, , Wie alle in Adam sterben, also werden alle
in Christus lebendig gemacht werden.’ -1. Kor. 15:22
Der Schaden,
den wir durch Adams Fall erhalten haben (wir erleiden keine Ungerechtigkeit),
wird durch Gottes Gnade mehr als ausgeglichen werden durch die Gnade in
Christus; und alle werden früher oder später (in Gottes, , rechter und
festbestimmter Zeit’) eine volle Gelegenheit haben, wiederhergestellt zu werden
zu derselben Stellung, an welcher Adam sich erfreute, bevor er sündigte.
Diejenigen, welche in der gegenwärtigen Zeit keine vollständige Erkenntnis und
durch Glauben eine Freude über diese Gnade Gottes empfangen (und das ist die
große Mehrzahl, einschließlich Kinder und Heiden), werden sicherlich diese
Vorrechte im nächsten Zeitalter oder in der "kommenden Welt’ haben, dem
Zeitalter, welches dem gegenwärtigen folgt. Zu diesem Zweck werden, , alle, die
in den Gräbern sind...hervorkommen.’ Sobald jeder Einzelne (entweder in diesem
Zeitalter oder im nächsten) das von unserem Herrn Jesus gegebene Lösegeld und
seine damit verbundenen Gelegenheiten vollständig erkennt, wird er als in der
Prüfung seiend betrachtet, wie es Adam war; und Gehorsam bringt ewiges Leben
und Ungehorsam dauerhaften Tod-den, , zweiten Tod.’ Vollkommener Gehorsam wird
jedoch von keinem gefordert werden, ohne dass er die vollkommene Fähigkeit dazu
hat. Unter dem Gnadenbund wird der Herauswahl während des Evangeliumszeitalters
die Gerechtigkeit Christi durch den Glauben zugerechnet, um ihre durch die
Schwachheiten des Fleisches unvermeidbaren Mängel auszugleichen. Die göttliche
Gnade wird während des Millenniumzeitalters gegenüber jedem, "der das
will’, von der Welt wirksam sein. Erst wenn die körperliche Vollkommenheit
erreicht ist (was das Vorrecht von allen vor dem Schluss des
Millenniumszeitalters sein wird), wird ihre vollkommene moralische
Vollkommenheit erwartet werden. Jene neue Prüfung, welche das Ergebnis von dem
Lösegeld und dem Neuen Bund ist, wird von der Prüfung in Eden unterschiedlich
sein, weil in jener die Handlungen jedes Einzelnen allein seine eigene Zukunft
betreffen werden.
Aber würde dies
nicht bedeuten, einigen von dem Geschlecht eine zweite
Gelegenheit zu geben, das ewige Leben zu erlangen? Wir antworten-Die erste Gelegenheit für das ewige Leben war durch Vater Adams Ungehorsam
für ihn selbst und für sein ganzes Geschlecht, "welches noch in seinen
Lenden war’, verloren. Durch diese ursprüngliche Prüfung "kam die
Verurteilung auf alle Menschen’; und es war Gottes Plan, dass durch Christus
Opfer als der entsprechende Preis dem Adam und allen
denjenigen, welche durch seinen Fall das Leben verloren haben, nachdem sie die
überaus große Sündhaftigkeit der Sünde geschmeckt haben und die Schwere von der
Strafe der Sünde gefühlt haben, die Gelegenheit gegeben werden wird, durch
Glauben an den Erlöser zu Gott zurückzukehren. Wenn jemand das eine
"zweite Gelegenheit’ nennen möchte, mag er es tun: es muß sicherlich Adams
zweite Gelegenheit sein, und in einem Sinn ist es das wenigstens für das ganze
erlöste Geschlecht, aber es wird die erste persönliche
Gelegenheit für jeden Einzelnen seiner Nachkommen sein, welche von Geburt an
bereits unter der Verurteilung zum Tode standen. Wie wir es nennen wollen, die
Tatsachen sind dieselben; nämlich, alle waren zum Tode verurteilt wegen Adams
Ungehorsam, und alle werden sich (in dem Millenniumszeitalter) einer vollständigen Gelegenheit erfreuen, unter den vorteilhaften
Bedingungen des Neuen Bundes das ewige Leben zu erlangen. Das ist, wie die
Engel verkündigten, "die gute Botschaft großer Freude, welche allen
Menschen widerfahren wird.’ Und, wie der Apostel erklärte, diese Gnade
Gottes-dass unser Herr Jesus, , sich selbst zum Lösegeld für alle gab’ -muß allen "zur rechten Zeit bezeugt werden.’ {Röm.
5:17-19 _ 1Ti 2:4-6} Menschen, nicht
Gott, haben diese Gelegenheit, das Leben zu erlangen, auf das
Evangeliumszeitalter begrenzt. Ganz im Gegensatz dazu sagt uns Gott, dass das
Evangeliumszeitalter nur für das Herauswählen der Herauswahl, der königlichen
Priesterschaft, ist, durch welche, während eines nachfolgenden Zeitalters, alle
anderen zu einer genauen Erkenntnis der Wahrheit gebracht werden und ihnen die
volle Gelegenheit garantiert ist, sich unter dem Neuen Bund das ewige Leben zu
sichern.
Aber was für
ein Vorteil liegt in diesem durchgeführten Plan? Warum wird nicht jetzt sofort
allen Menschen eine persönliche Gelegenheit für das Leben geben, ohne den
langen Verlauf von Adams Prüfung und Verurteilung, an welcher Verurteilung
seine Nachkommen Anteil haben, sowie der Erlösung von allen durch das Opfer von
Christus und dem neuen Anbieten von dem ewigen Leben an alle unter den
Bedingungen des Neuen Bundes? Wenn das Böse zugelassen werden mußte, weil der
Mensch einen freien Willen hat, warum wird die Vernichtung des Bösen auf solch
eine eigenartige und umständliche Weise hinausgeführt? Warum ist soviel Kummer
zugelassen und in der Zwischenzeit eingetreten und über viele gekommen, welche
schließlich als gehorsame Kinder Gottes die Gabe des Lebens empfangen werden?
Wahrlich, das
ist der Punkt, auf welchen sich das Interesse bei diesem Thema richtet. Hätte
Gott die Fortpflanzung unseres Geschlechtes anders angeordnet, so dass die
Kinder nicht an den Folgen der Sünden der Eltern-der geistigen, moralischen und
körperlichen Schwachheiten-Anteil haben, und hätte der Schöpfer es so
eingerichtet, dass alle bei ihrer Prüfung einen vorteilhaften paradiesischen
Zustand haben würden und dass nur die Übertreter verurteilt und "abgeschnitten’
würden, wie viele dürften wir annehmen, würden unter allen solchen
vorteilhaften Zuständen würdig gefunden und wie viele des Lebens unwürdig
gefunden werden?
Wenn der eine
Fall, der des Adam, als Maßstab genommen wird (und er war sicherlich in jeder
Hinsicht ein Beispiel für die menschliche Vollkommenheit), so ist die
Schlußfolgerung die, dass keiner vollkommen gehorsam und würdig gefunden worden
wäre; weil keiner eine solch klare Erkenntnis von und Erfahrung mit Gott gehabt
hätte, welche in ihm, über sein persönliches Urteil hinaus, volles Vertrauen in
seine Gesetze entwickelt haben würde. Wir werden versichert, dass es die
Erkenntnis von dem Vater war, welche Christus befähigte, ihm vollständig zu
vertrauen und zu gehorchen. (Jes. 53:11) Aber laßt uns annehmen, dass ein
Viertel das Leben erlangen würde; oder selbst mehr, angenommen, die Hälfte
würde würdig gefunden werden, und die andere Hälfte würde den Lohn der Sünde,
den Tod, erleiden. Was dann? Laßt uns annehmen, die andere Hälfte, die
Gehorsamen, hatte keine Sünde erlebt noch dieselbe mitangesehen; würden sie
nicht für immer eine Neugierde nach den verbotenen Dingen verspüren und nur
durch die Furcht vor Gott und vor der Strafe zurück gehalten werden? Ihre
Ergebenheit könnte nicht so von Herzen kommen, als wenn sie Gutes und Böses
kennengelernt haben und daher eine volle Wertschätzung von den wohlgemeinten
Absichten des Schöpfers haben, welcher die Gesetze gemacht hat, welche sowohl
seine eigene Vorgehensweise als auch die seiner Geschöpfe lenkt.
Dann betrachte
auch die Hälfte, welche auf diese Weise als die Folge ihrer eigenen
willentlichen Sünde in den Tod gehen würde. Sie würden dauerhaft vom Leben
abgeschnitten sein, und ihre einzige Hoffnung wäre, dass Gott sich in Liebe an
sie als seine Geschöpfe, das Werk seiner Hände, erinnern würde und für sie eine
andere Prüfung bereiten würde. Aber warum das? Der einzige Grund würde eine
Hoffnung darauf sein, dass, wenn sie wieder zum Leben zurückgebracht und wieder
geprüft werden, dann einige von ihnen auf Grund ihrer größeren Erfahrung den Gehorsam und das Leben erwählen möchten.
Aber selbst
wenn solch ein Plan sowohl gut in seinen Resultaten wäre als auch von Gott
angenommen worden wäre, so gibt es doch schwerwiegende Einwände gegen ihn.
Es ist der
Weisheit Gottes vielmehr ähnlich, die Sünde gleich in bestimmte Grenzen
einzudämmen, wie es sein Plan tut. Selbst unser begrenzter Verstand betrachtet
es als viel besser, nur ein vollkommenes und unvoreingenommenes Gesetz zu
haben, welches erklärt, dass der Lohn für die willentliche Sünde der Tod
ist-die Vernichtung-ein Abschneiden vom Leben. Auf diese Weise hält Gott das
Böse, welches er zugelassen hat, in Grenzen, indem er die Vorkehrungen
getroffen hat, dass die tausendjährige Herrschaft des Christus die vollständige
Vernichtung des Bösen und auch aller boshaften Übeltäter hinausführen und die
ewige Gerechtigkeit herbeiführen wird, welche sich auf die volle Erkenntnis und
auf den vollkommenen freien Willen und den Gehorsam der vollkommenen Wesen
gründet.
Aber es gibt
zwei weitere Einwände gegen diesen vorgeschlagenen Plan, welche jeder selbst
zuerst einzeln prüfen möchte. Ein Erlöser war in dem Plan, welchen Gott
erwählte, völlig ausreichend, weil nur einer gesündigt
hatte und nur einer verurteilt worden war. (Die andere haben
nur Anteil an seiner Verurteilung.) Aber wenn die erste
Prüfung eine Prüfung für jeden Einzelnen gewesen wäre, und wenn die Hälfte des
Geschlechtes gesündigt hätte und jeder einzeln verurteilt worden wäre, so hätte
es für jede verurteilte Einzelperson das Opfer eines Erlösers erfordert. Ein
unverwirktes Leben konnte ein verwirktes Leben erlösen, aber nicht mehr. Der
eine vollkommene Mensch, ,, der Mensch Christus Jesus’, der den gefallenen Adam
(und unseren Verlust durch ihn) erkauft hat, konnte auf keine andere Weise, ,
ein Lösegeld (ein entsprechender Kaufpreis) für alle’ werden als auf die Weise,
welche Gott in seinem Plan erwählt hat.
Wenn wir
annehmen, dass die Gesamtzahl der menschlichen Wesen seit Adam einhundert
Milliarden ist und dass nur die Hälfte von diesen gesündigt hätte, so würde es
erforderlich sein, dass alle fünfzig Milliarden gehorsamen, vollkommenen
Menschen sterben, um ein Lösegeld (einen entsprechenden Kaufpreis) für die
übrigen fünfzig Milliarden Übertreter zu geben; und so würde auch nach diesem
Plan der Tod zu allen Menschen hindurchdringen. Und solch ein Plan würde nicht weniger Leiden zur Folge haben, als bei dem,
welcher gegenwärtig hinausgeführt wird.
Der andere
Einwand gegen solch einen Plan ist, dass er Gottes Plan sehr stark behindern
würde in Bezug auf das Herauswählen und der Erhöhung zur göttlichen Natur von
einer, , kleinen Herde’, dem Leib des Christus, eine Schar, von welcher Jesus
das Haupt und der Herr ist. Gott könnte nicht gerechterweise den fünfzig
Milliarden gehorsamen Söhnen befehlen, ihre Rechte, ihr Eigentum, ihr Leben als
Lösegeld für die Sünder zu geben; denn nach seinem eigenen Gesetz hätte ihr
Gehorsam ihnen das Recht auf ewiges Leben erworben. Wenn diese vollkommenen Menschen
daher aufgefordert werden würden, Loskäufer der Gefallenen zu werden, so wäre
es Gottes Plan gewesen, wie bei unserem Herrn Jesus, ihnen eine besondere
Belohnung in Aussicht zu stellen, so dass sie für die vor ihnen liegende Freude
{ Heb 12:2} die Strafe ihrer Brüder erdulden möchten. Und wenn ihnen dieselbe
Belohnung gegeben werden würde, welche unserem Herrn Jesus gegeben wurde,
nämlich Anteil an der neuen, göttlichen Natur und erhöht zu werden über Engel
und Fürstentümer und Gewalten und jedem Namen, der genannt wird-gleich unter
dem Jehova, { Eph 1:20,21} dann gäbe es eine große Anzahl auf der geistigen
Stufe, was die Weisheit Gottes ganz offensichtlich nicht beabsichtigt. Mehr
noch, diese fünfzig Milliarden würden unter solchen Umständen alle auf gleicher Stufe sein, und niemand unter ihnen wäre der
Erste oder das Haupt, während der Plan, den Gott angenommen hat, nur einen Erlöser beruft, einen hoch Erhöhten zur göttlichen
Natur, und dann eine, , kleine Herde’ derjenigen, welche er erlöst und welche
in seinen Fußstapfen der Leiden und der Selbstverleugnung wandeln, um Anteil zu
haben an seinem Namen, seiner Herrlichkeit und seiner Natur, wie die Frau
Anteil hat an dem, was ihres Mannes ist.
Diejenigen,
welche diesen Teil von Gottes Plan wertschätzen können, welcher dadurch, dass
alle in einem Repräsentanten oder Vertreter verurteilt
wurden, den Weg für das Lösegeld und die Wiederherstellung von allen durch einen Erlöser öffnet, werden in ihm die Lösung vieler Schwierigkeiten
finden. Sie werden erkennen, dass die Verurteilung von allen in einem das genaue Gegenteil von einer Verletzung war; es war
für alle ein großer Vorteil, wenn man es im
Zusammenhang mit Gottes Plan betrachtet in der Bereitstellung von der Rechtfertigung
von allen durch das Opfer eines Anderen. Das Böse
wird für immer vernichtet werden, wenn Gottes Absicht von der Zulassung
desselben erfüllt sein wird, und wenn die Vorteile des Lösegeldes sich soweit
erstreckt haben werden als zuvor die Bestrafung für die Sünde. Es ist jedoch
unmöglich, diesen Teil des Planes Gottes richtig wertzuschätzen ohne eine volle
Erkenntnis von der Sündhaftigkeit der Sünde und der Art ihrer Strafe-dem Tod,
und von der Bedeutung und dem Wert des Lösegeldes,
welches Jesus gab, und von der vorteilhaften und vollständigen
Wiederherstellung jedes Einzelnen zu vorteilhaften Bedingungen, unter welchen
der Einzelne eine vollständige und gute Prüfung haben wird, bevor jemand als
würdig für die Belohnung (das ewige Leben) oder für die Strafe (dauerhafter
Tod) anerkannt werden wird.
Auf Grund des
großen Planes der Erlösung und der sich daraus ergebenden
"Wiederherstellung aller Dinge’ durch Christus, können wir sehen, dass
durch die Zulassung des Bösen ein Segen hervorgeht, welcher wahrscheinlich auf
keine andere Weise so vollständig hätte verwirklicht werden können.
Nicht nur die
Menschen ziehen in alle Ewigkeit einen Nutzen aus der gewonnenen Erfahrung und
die Engel durch ihre Beobachtung von den Erfahrungen des Menschen, sondern alle
haben den weiteren Vorteil, dass sie mit Gottes Charaktereigenschaften
vollständig vertraut sein werden, wie er sich in seinem Plan offenbart. Wenn
sein Plan vollständig hinausgeführt worden ist, dann werden alle in der Lage
sein, sehr deutlich seine Weisheit, Gerechtigkeit, Liebe und Macht darin zu
lesen. Sie werden die Gerechtigkeit erkennen, welche den göttlichen
Urteilsspruch nicht verletzen konnte, noch das rechtmäßig verurteilte
Geschlecht erretten konnte ohne eine völlige Hinwegnahme ihrer gerechten Strafe
durch einen bereitwilligen Erlöser. Sie werden die Liebe erkennen, welche
dieses vollkommene Opfer bereitete und welche den Erlöser zu Gottes eigener
rechter Hand hoch erhöhte und ihm dadurch die Macht und die Autorität gab,
diejenigen zum Leben wiederherzustellen, welche er mit seinem eigenen kostbaren
Blut erkauft hatte. Sie werden auch die Macht und die Weisheit erkennen, welche
fähig war, für seine Geschöpfe eine herrliche Bestimmung hervorzubringen und
auf diese Weise jeden sich widersetzenden Einfluß aufzuheben und sowohl die
bereitwilligen als auch die nicht bereitwilligen Werkzeuge für das Vorankommen
und für die schließliche Hinausführung seines großartigen Planes zu gebrauchen.
Wäre das Böse nicht zugelassen worden und hätte die göttliche Vorsehung
dasselbe nicht auf diese Weise gelenkt, so können wir nicht erkennen, wie diese
Resultate hätten erreicht werden können. Die Zulassung des Bösen für eine
Zeitlang unter den Menschen zeigt auf diese Weise eine weitblickende Weisheit,
welche alle damit verbundenen Umstände erfaßte, ein Heilmittel bereitstellte
und das endgültige Resultat durch seine Macht und Gnade deutlich machte.
Während des
Evangeliumszeitalters wurde die Sünde und seine damit verbundenen Übel außerdem
als ein Mittel zur Erziehung und zur Zubereitung der Herauswahl genutzt. Wäre
die Sünde nicht zugelassen worden, so wäre das Opfer unseres Herrn Jesus und
seiner Herauswahl und die Belohnung, welche die göttliche Natur ist, nicht
möglich gewesen.
Es scheint klar
zu sein, dass grundsätzlich dasselbe Gesetz Gottes, welches jetzt über der
Menschheit liegt, wobei der Gehorsam demselben gegenüber zur Belohnung des
Lebens führt und Ungehorsam die Strafe des Todes nach sich zieht, schließlich
alle vernunftbegabten Geschöpfe Gottes regieren muß; und dieses Gesetz ist, wie
unser Herr es beschrieben hat, kurz in dem einen Wort Liebe zusammengefaßt. "Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben
aus deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen
Kraft und mit deinem ganzen Verstand, und deinen Nächsten wie dich selbst.’ {
Lu 10:27} Schließlich, wenn die Absichten Gottes vollendet sein werden, wird
die Herrlichkeit des göttlichen Charakters allen vernunftbegabten Geschöpfen
geoffenbart worden sein, und die für eine kurze Zeit erfolgte Zulassung des
Bösen wird von allen als ein weiser Zug in dem göttlichen Plan erkannt werden.
Jetzt kann dies nur mit dem Auge des Glaubens gesehen werden, welches durch
Gottes Wort auf die Dinge schaut, von denen der Mund aller heiligen Propheten
geredet hat, seitdem die Welt begann-die Wiederherstellung aller Dinge.
STUDIE
IX—Lösegeld und Wiederherstellung
Durch das
Lösegeld ist die Wiederherstellung garantiert. -Durch das Lösegeld ist nicht
das ewige Leben, sondern eine Erprobung auf dasselbe gesichert. -Die
Bedingungen und die Vorteile der Erprobung. -Christus Opfer ist notwendig. -Wie
konnte und wurde das Geschlecht durch den Tod des Einen erlöst? -Glaube und
Werke sind noch notwendig. -Der Lohn für willentliche Sünde ist gewiß. -Wird es
für die auferweckten Millionen Platz geben auf der Erde? -Wiederherstellung im
Gegensatz zur Evolution.
Aus dem Umriß
von Gottes geoffenbarten Plan, wie er bisher ausgeführt worden ist, ist es
offensichtlich, dass sein Plan für die Menschheit eine Wiederherstellung oder
Wiederaufrichtung zu der Vollkommenheit und Herrlichkeit ist, welche in Eden
verloren gegangen ist. Der stärkste und überzeugendste Beweis für diese Absicht
wird am deutlichsten erkannt, wenn die Reichweite und die besondere
Beschaffenheit des Lösegeldes völlig wertgeschätzt werden. Die von den Aposteln
und Propheten vorausgesagte Wiederherstellung muß dem Lösegeld als gerechtes
und folgerichtiges Ergebnis folgen. In Übereinstimmung mit Gottes Anordnung in
der Bereitstellung eines Lösegeldes müssen alle Menschen von der ursprünglichen
Strafe, ,, der Knechtschaft der Vergänglichkeit’ (Röm. 8:21), dem Tod, befreit
werden, es sei denn sie widersetzen sich willentlich der rettenden Macht des
großen Befreiers. Sonst würde das Lösegeld nicht für alle angewendet werden.
Die
Schlußfolgerung des Apostel Paulus zu diesem Thema ist klar und nachdrücklich.
Er sagt (Röm. 14:9): "Hierzu ist Christus gestorben und wieder lebendig
geworden, um sowohl über die Toten als auch über die Lebenden Herr (Herrscher,
Anführer) zu sein.’ Das bedeutet zu sagen, der Zweck von unseres Herrn Tod und
Auferstehung war nicht nur, die Lebenden der Menschheit zu segnen, zu regieren
und wiederherzustellen, sondern ihm ist die Macht oder die volle Gewalt sowohl
über die Toten als auch über die Lebenden gegeben worden, und dies sichert dem
einen die Vorteile seines Lösegeldes genauso viel wie dem anderen. Wir können
richtigerweise eine zusätzliche und noch umfassendere Bedeutung in den Worten
des Apostels erkennen; nämlich dass die gesamte menschliche Familie in dem
Ausdruck "die Toten’ enthalten war. Von Gottes Standpunkt betrachtet wird
das ganze Geschlecht als tot angesehen, weil es unter der Verurteilung zum Tode
steht; { Mt 8:22} also ist der Ausdruck "die Lebenden’ anwendbar auf
diejenigen jenseits der menschlichen Familie, welche ihre Leben nicht verwirkt
hatten-die Engel., , Er gab sich selbst als Lösegeld (entsprechenden Kaufpreis)
für alle’, damit er alle segnen und jedem Menschen eine persönliche Prüfung für
das Leben geben kann. Zu behaupten, dass er ein, , Lösegeld für alle’ gab, und trotzdem den Anspruch zu erheben, dass nur eine kleine
Handvoll von Erlösten jemals irgendeinen Nutzen davon erhalten wird, ist gegen
den gesunden Menschenverstand; denn es würde bedeuten, dass Gott entweder den
Loskauf-Preis angenommen hat und sich danach ungerechterweise geweigert hat,
die Freilassung der Erlösten zu bewilligen, oder dass der Herr, nachdem er alle
erkauft hat, entweder nicht in der Lage war oder nicht bereitwillig war, seine
ursprüngliche wohlwollende Absicht durchzuführen. Die Unveränderlichkeit der
göttlichen Pläne sowie die Vollkommenheit der göttlichen Gerechtigkeit und
Liebe widersprechen solch einem Gedanken und geben uns die Gewißheit, dass der
ursprüngliche und wohlwollende Plan, dessen Grundlage das, , Lösegeld für alle’
war, in Gottes, , festbestimmter Zeit’ vollständig hinausgeführt werden wird
und den getreuen Gläubigen den Segen der Befreiung von der adamitischen
Verurteilung und eine Gelegenheit zur Rückkehr in die Rechte und Freiheiten der
Söhne Gottes bringen wird, wie sie vor der Sünde und dem Fluch genossen wurden.
Wenn die
tatsächlichen Vorteile und Folgen des Lösegeldes klar erkannt werden, dann muß
jeder Einwand gegen seine allgemein gültige Anwendbarkeit verstummen. Das, ,
Lösegeld für alle’, welches von dem, , Menschen Christus Jesus’ gegeben wurde,
gibt oder garantiert keinem Menschen das ewige Leben oder ewige Segnung;
sondern es garantiert jedem Menschen eine andere Gelegenheit oder Prüfung für das ewige Leben. Die erste Prüfung des Menschen, welche
mit dem Verlust der Segnungen endete, welche zuerst verliehen worden waren, ist
in Wirklichkeit in einen Segen der Erfahrung umgewandelt worden für denjenigen,
welche von Herzen treu sind, wegen dem Lösegeld, welches Gott bereitgestellt
hat. Aber die Tatsache, dass die Menschen von der ersten Strafe erlöst sind,
garantiert nicht, dass sie, wenn sie persönlich für das ewige Leben geprüft
werden, nicht verfehlen, den Gehorsam zu leisten, ohne welchen es niemandem
gestattet werden wird, ewig zu leben. Der Mensch wird durch die gegenwärtige
Erfahrung mit der Sünde und ihrer bitteren Strafe vollständig vorgewarnt sein;
und wenn ihm als ein Resultat des Lösegeldes eine persönliche Prüfung unter den
Augen und der Herrschaft dessen garantiert wird, welcher ihn so geliebt hat,
dass er sein Leben für ihn gegeben hat, und welcher nicht will, dass
irgendjemand verlorengeht, sondern dass alle zu Gott umkehren und leben, können
wir zuversichtlich sein, dass nur der willentlich Ungehorsame die Strafe der
zweiten Prüfung empfangen wird. Diese Strafe wird der Zweite Tod sein, aus
welchem es kein Lösegeld, keine Freilassung gibt, weil es keinen Grund für ein
anderes Lösegeld oder eine weitere Prüfung gibt. Alle werden sowohl Gutes als
auch Böses vollständig erkannt und kennengelernt haben; alle werden die Güte
und die Liebe Gottes erlebt und erfahren haben; alle werden unter den
vorteilhaftesten Bedingungen eine volle, gerechte, persönliche Prüfung für das
Leben gehabt haben. Mehr kann nicht verlangt werden, und mehr wird nicht
gegeben werden. Diese Prüfung wird für immer entscheiden, wer in tausend
Prüfungen gerecht und heilig sein würde; und es wird auch festgestellt werden,
wer in tausend Prüfungen ungerecht und unheilig und immer unrein bleiben würde.
Es würde
nutzlos sein, eine weitere Prüfung für das Leben unter genau denselben
Umständen zu gewähren; aber obwohl die Umstände der zu Prüfenden
unterschiedlich, günstiger sein werden, werden die Bedingungen ihrer
persönlichen Prüfung auf Leben dieselben sein wie in der adamitischen Prüfung.
Das Gesetz Gottes bleibt dasselbe-es verändert sich nicht. Es wird immer noch
sagen:, , Die Seele, welche sündigt, die soll sterben’; und der Zustand des
Menschen wird nicht günstiger sein, und das gleiche gilt für die Umgebung, als
es die Zustände und die Umgebung in Eden waren; aber der große Unterschied wird
die vermehrte Erkenntnis sein. Die Erfahrung
mit dem Bösen im Gegensatz zu der Erfahrung mit dem Guten, welche für jeden
hinzukommen wird während der Prüfung des kommenden Zeitalters, wird den Vorteil
begründen, durch den sich die Resultate der zweiten Prüfung weit von den
Resultaten der ersten unterscheiden werden. Aus diesem Grund bereitete die
göttliche Weisheit und Liebe "das Lösegeld für alle’, und auf diese Weise
wird allen der Segen einer neuen Prüfung garantiert. Keine günstigere Prüfung,
kein günstigeres Gesetz, keine günstigeren Bedingungen oder Umstände können in
irgendeiner Weise vorgestellt werden als eine Begründung für irgendein anderes
Lösegeld oder eine weitere Prüfung, in irgendeinem Zeitalter jenseits des
Millenniumzeitalters.
Das
dargebrachte Lösegeld entschuldigt die Sünde bei niemandem; es beabsichtigt
nicht, die Sünder als Heilige zu
betrachten und sie auf diese
Weise in die ewig währende Glückseligkeit hineinzubringen. Es erlöst die
anerkannten Sünder nur von der ersten Verurteilung und seinen direkten als auch
indirekten Folgen, und es stellt ihn wieder auf die Prüfung für das Leben, in
welcher Prüfung sein eigener willentlicher Gehorsam oder willentlicher
Ungehorsam entscheiden wird, ob er ewiges Leben haben kann oder nicht.
Auch sollte
nicht angenommen werden, wie so viele anscheinend geneigt sind anzunehmen, dass
alle diejenigen, welche in zivilisierten Staaten leben und eine Bibel sehen und
besitzen, auf diese Weise schon eine vollständige Gelegenheit haben oder eine
Prüfung für das Leben. Man muß bedenken, dass der Sündenfall die Kinder Adams
nicht alle gleichmäßig beschädigt hat. Einige sind so schwach und verdorben in
die Welt gekommen, dass sie sehr leicht von dem Gott dieser Welt, dem Satan,
verblendet und durch die ständige und umgebende Sünde gefangen genommen werden;
und alle sind mehr oder weniger unter diesem Einfluss, so dass, auch wenn sie
das Gute tun möchten, das Böse gegenwärtig ist und viel mächtiger ist durch die
Umgebung usw., und das Gute, das sie tun möchten, beinahe unmöglich ist,
während das Böse, welches sie nicht tun möchten, fast unvermeidlich ist.
Klein ist in
der Tat die Anzahl derjenigen, welche in der gegenwärtigen Zeit in Wahrheit und
durch Erfahrungen die Freiheit kennenlernen, mit welcher Christus diejenigen
frei macht, welche sein Lösegeld annehmen und sich selbst unter seine
Herrschaft für die weitere Anleitung stellen. Nur diese Wenigen, die
Herauswahl, sind im voraus herausberufen und zu dem besonderen Zweck geprüft
worden, um bei der Segnung der Welt Gottes Mitarbeiter zu sein-jetzt Zeugnis
ablegend und später die Welt regierend, segnend und richtend in ihrem Zeitalter
der Prüfung-nur diese erfreuen sich in irgendeinem Maße an den Vorteilen des
Lösegeldes oder stehen jetzt in der Prüfung für das Leben. Alle die
Segnungen der Wiederherstellung, welche für die Welt während des kommenden
Zeitalters bereitet wurden, werden diesen Wenigen zugerechnet (und sie empfangen dieselben durch Glauben). Obwohl sie nicht vollkommen sind und nicht tatsächlich in Adams
ursprünglichen Zustand wiederhergestellt werden, werden sie doch in solch einer
Weise behandelt, welche den Unterschied ausgleicht. Durch den Glauben an
Christus werden sie als vollkommen
gerechnet und daher als
wiederhergestellt zur Vollkommenheit und in die göttliche Gnade, als ob sie
nicht länger mehr Sünder wären. Ihre Unvollkommenheiten und unvermeidbaren
Schwachheiten sind durch das Lösegeld ausgeglichen und werden ihnen nicht
zugerechnet, sondern sind durch des Erlösers Vollkommenheit bedeckt. Daher ist
die Prüfung der Herauswahl um der stattfindenden Zurechnung willen genauso
gerecht wie die, welche die Welt in ihrer Zeit der Prüfung haben wird. Die Welt
wird zu einer vollen Erkenntnis der Wahrheit gebracht werden, und jeder
Einzelne, der ihre Vorkehrungen und Bedingungen annimmt, wird nicht länger mehr
als ein Sünder behandelt werden, sondern als ein Sohn, für welchen alle die
Wiederherstellungssegnungen bestimmt sind.
Ein Unterschied
zwischen den Erfahrungen der Welt in ihrer Prüfung und den Erfahrungen der
Herauswahl während ihrer Prüfung wird der sein, dass die Gehorsamen der Welt
sofort die Wiederherstellungssegnungen durch eine ganz allmähliche Beseitigung
ihrer körperlichen und geistigen Schwachheiten empfangen werden; während die
Herauswahl des Evangeliumszeitalters, welche sich dem Herrn bis zum Tode
geweiht hat, in den Tod geht und ihre Vollkommenheit sofort in der ersten
Auferstehung erhält. Ein anderer Unterschied zwischen den zwei Prüfungen
besteht in den günstigeren Umgebungen des nächsten Zeitalters im Vergleich mit
diesem, indem dann die öffentliche Meinung, die Regierung usw. der Gerechtigkeit,
der Belohnung des Glaubens und des Gehorsams und der Bestrafung der Sünde
gegenüber vorteilhaft sein wird; während jetzt unter dem Fürsten dieser Welt
die Prüfung der Herauswahl unter Verhältnissen stattfindet, welche der
Gerechtigkeit, dem Glauben usw. gegenüber ungünstig sind. Aber dies wird, wie
wir gesehen haben, ausgeglichen durch den Preis der Herrlichkeit und der Ehre
der göttlichen Natur, welcher der Herauswahl angeboten wird, zusätzlich zu der
Gnadengabe des ewigen Lebens.
Adams Tod war
gewiß, obwohl er erst nach neunhundert und dreißig Jahren des Sterbens erreicht
war. Weil er selbst am Sterben war, wurden alle seine Kinder in demselben
sterbenden Zustand geboren und ohne ein Recht zum Leben; und wie ihre Eltern
sterben alle nach einem mehr oder weniger langwierigem Verlauf. Es sollte
beachtet werden, dass nicht der Schmerz und das Leiden bei dem Sterben, sondern
der Tod-die Auslöschung des Lebens-in welchem das Sterben endet, die Strafe der
Sünde ist. Das Leiden ist damit nur verbunden, und die Strafe fällt auf einige
mit weniger oder keinen Leiden. Es sollte weiter beachtet werden, dass Adam,
als er das Leben verwirkte, er es für immer verwirkte; und nicht einer seiner
Nachkommenschaft ist jemals in der Lage gewesen, seine Schuld wiedergutzumachen
oder das verlorene Erbe wiederzuerlangen. Das ganze Geschlecht ist entweder tot
oder sterbend. Und wenn die Menschen ihre Schuld nicht vor dem Tode sühnen
konnten, dann konnten sie es gewiß nicht tun, nachdem sie tot waren-nachdem sie
nicht mehr im Dasein waren. Die Strafe der Sünde bestand nicht darin, einfach
zu sterben mit dem Recht, in der Zukunft wieder zum Leben zurückzukehren. In
der angekündigten Strafe gab es keine Andeutung von einer Befreiung. (1. Mose
2:17) Die Wiederherstellung ist deshalb eine Handlung der freien Gnade oder
Gunst von seiten Gottes. Und sofort nachdem die Strafe verhängt worden war,
gerade während sie ausgesprochen wurde, wurde auch die freie Gnade Gottes
angedeutet, welche, wenn sie verwirklicht ist, seine Liebe voll und ganz
erklären wird.
Wäre jener
Hoffnungsschimmer nicht gewesen, welcher durch die Verheißung gegeben wurde,
dass der Same des Weibes der Schlange den Kopf zertreten wird, so wäre das
Menschengeschlecht in äußerster Verzweiflung gewesen; aber diese Verheißung
deutete an, dass Gott einen Plan hatte zu ihrem Vorteil. Als Gott dem Abraham
schwur, dass in seinem Samen alle Geschlechter der Erde gesegnet werden sollen,
bedeutete dies eine Auferweckung oder Wiederherstellung von allen; denn viele
waren damals schon tot, und andere sind seitdem gestorben, ohne dass sie
gesegnet worden sind. Trotzdem ist die Verheißung noch sicher: alle werden
gesegnet, wenn die Zeiten der Wiederherstellung oder Erquickung kommen. (Apg.
3:19) Außerdem bedeutet gesegnet werden Gnade, und weil Gottes Gnade um der
Sünde willen entzogen wurde und sein Fluch an deren Stelle trat, so bedeutet
diese Verheißung von einer zukünftigen Segnung die Beseitigung des Fluches und
folglich eine Rückkehr seiner Gnade. Es bedeutet auch, dass Gott entweder das,
was er bestimmt hatte, bereuen und darum seine Anordnung verändern und das
schuldige Geschlecht freisprechen wird oder dass er einen Plan hatte, durch
welchen sie erlöst werden können, nachdem die Strafe des
ersten Menschen durch einen anderen bezahlt worden ist.
Gott ließ
Abraham nicht im Zweifel darüber, was sein Plan war, sondern er zeigte ihm
durch verschiedene vorbildliche Opfer, welche alle diejenigen darbringen
mußten, welche sich ihm näherten, dass er nicht nachgeben konnte und nicht
nachgegeben hat, noch die Sünde entschuldigt; und dass der einzige Weg, um sie
auszulöschen und ihre Strafe abzuschaffen, ein vollkommes Opfer sein wird,
welches jene Strafe bezahlt. Dies wurde Abraham in einem sehr bedeutsamen
Vorbild gezeigt: Abrahams Sohn, in welchem die verheißene Segnung ihren
Mittelpunkt hatte, mußte zuerst ein Opfer werden, bevor er segnen konnte, und
Abraham erhielt ihn als ein Vorbild aus dem Tode wieder. { Heb 11:19} In diesem
Vorbild stellte Isaak den wahren Samen, Christus Jesus, dar, welcher starb, um
die Menschen zu erkaufen, damit alle Erkauften die verheißene Segnung
empfangen. Hätte Abraham gedacht, dass der Herr den Schuldigen entschuldigen
und freisprechen würde, dann hätte er denken können, Gott sei veränderlich, und
deshalb hätte er kein volles Vertrauen in die von ihm gemachten Verheißungen
haben können. Abraham hätte die Schlußfolgerung machen können, dass wenn Gott
seinen Sinn einmal geändert hat, warum sollte er ihn nicht wieder ändern? Wenn
er den Fluch des Todes bereut, kann er nicht auch die verheißene Gnade und die
Segnung bereuen? Allein Gott läßt uns in keiner solchen Ungewißheit. Er gibt
uns die volle Sicherheit sowohl von seiner Gerechtigkeit als auch von seiner
Unveränderlichkeit. Er kann den Schuldigen nicht frei sprechen, auch wenn er
sie so sehr liebte, dass er "seinen eigenen Sohn nicht verschont hat,
sondern hat ihn für uns alle (in den Tod) hingegeben.’
Weil das ganze
Geschlecht in Adam war, als er verurteilt wurde, und durch ihn das Leben
verlor, so war, als Jesus "sich selbst als ein Lösegeld für alle gab’,
auch die Aussicht auf ein ungeborenes Geschlecht in seinen Lenden an seinem Tod
beteiligt. Eine volle Genugtuung oder ein entsprechender Preis für alle
Menschen wurde auf diese Weise in die Hände der Gerechtigkeit übergeben-und
wird "zur rechten Zeit’ angewendet werden, und der, welcher auf diese
Weise alle erkauft hat, hat die volle Gewalt, um alle,
welche durch ihn zu Gott kommen, wiederherzustellen.
"Wie es
durch eine Übertretung für alle Menschen zum Todesurteil gekommen ist, so kam
es auch durch die Gerechtigkeit des Einen für alle Menschen zur Rechtfertigung
des Lebens. Denn gleichwie durch den Ungehorsam des einen Menschen die Vielen
zu Sündern geworden sind, so werden durch den Gehorsam des Einen die Vielen
gerecht gemacht werden.’ (Röm. 5:18,19) Die Aussage ist deutlich: Den vielen,
welche um der adamitischen Sünde willen den Tod erfahren haben, werden die
Vorrechte zum Leben durch unseren Herrn Jesus angeboten werden, welcher für sie
starb und welcher durch sein Opfer zu einem Stellvertreter von Adam vor dem
gebrochenem Gesetz wurde, und auf diese Weise "sich selbst als ein
Lösegeld für alle gegeben hat.’ Er starb, "der Gerechte für die
Ungerechten, auf daß er uns zu Gott führen möge.’ { 1Pe 3:18} Es sollte niemals
übersehen werden, dass alle Vorkehrungen Gottes für unser Geschlecht den
menschlichen Willen als einen wichtigen Punkt bei der Erlangung der göttlichen
Gnade berücksichtigen, welche in einer so großen Fülle bereitgestellt wurden.
Einige haben diesen Zug bei der näheren Betrachtung des gerade angeführten
Textes (Röm. 5:18,19) übersehen. Die Erklärung des Apostels ist jedoch die,
dass wie sich die Verurteilung zum Tode auf den ganzen Samen von Adam
ausgedehnt hat, genauso dehnt sich durch den Gehorsam unseres Herrn Jesu
Christus gegenüber dem Plan des Vaters durch das Opfer seiner selbst um
unseretwillen ein freies Geschenk (eine freie Gnadengabe) an alle aus-ein
Geschenk, eine Gnadengabe der Vergebung, welche, wenn sie angenommen wird, eine
Rechtfertigung oder eine Grundlage für das ewige Leben bildet. Und "wie
durch den Ungehorsam des einen Menschen die Vielen zu Sündern wurden, so werden durch den Gehorsam des Einen die Vielen gerecht gemacht werden (sie wurden es bis
jetzt noch nicht).’ Wenn uns das Lösegeld ohne unsere Annahme von demselben
gerecht machen würde, dann müßte gelesen werden: Durch den Gehorsam des Einen
wurden die Vielen gerecht gemacht.
Aber obwohl das
Lösegeld (der entsprechende Preis) von dem Erlöser gegeben worden ist, sind nur
einige Wenige während des Evangeliumszeitalters gerecht gemacht
geworden-gerechtfertigt-durch "den Glauben an sein Blut.’ Aber weil
Christus die Versöhnung (Genugtuung) für die Sünden der ganzen Welt ist, werden
deshalb alle Menschen von der Strafe der adamitischen Sünde durch ihn
losgesprochen und befreit werden-unter dem Neuen Bund.
Es gibt bei
Gott keine Ungerechtigkeit, daher, "wenn wir unsere Sünden bekennen, er
ist treu und gerecht, dass er unsere Sünden vergibt und uns
von aller Ungerechtigkeit reinigt.’ { 1Jo 1:9} Genauso wie er ungerecht gewesen
wäre, wenn er es zugelassen hätte, dass wir der angekündigten Strafe entrinnen,
bevor die volle Genugtuung erbracht worden war, so gibt er uns auch zu
verstehen, dass es ungerecht wäre, wenn er unsere Wiederherstellung nicht
erlauben würde, weil durch seine eigene Vorkehrung unsere Strafe bezahlt worden
ist. Dieselbe unerschütterliche Gerechtigkeit, welche einst den Menschen zum
Tod verurteilt hat, steht jetzt für die Freilassung aller derer verpflichtet,
welche ihre Sünden bekennen und um Leben durch Christus bitten. "Gott ist
es, welcher rechtfertigt; wer ist es, der verdammt? Es ist Christus, welcher
starb; ja noch mehr, welcher auch auferweckt wurde, und welcher auch zur rechten
Hand Gottes ist, welcher sich auch für uns verwendet.’ -Röm. 33:34
Die
Vollkommenheit des Lösegeldes ist der stärkste mögliche Beweis für die
Wiederherstellung von allen Menschen, welche es unter den angebotenen
Bedingungen annehmen werden. (0ffb. 22:17) Der feststehende Charakter Gottes,
seine Gerechtigkeit und Ehre steht dafür verpflichtet; jede Verheißung, welche
er gegeben hat, deutet es an; und jedes vorbildliche Opfer weist auf das große
und ausreichende Opfer hin-auf "das Lamm Gottes, welches die Sünde der Welt hinwegnimmt’ -welches "die
Versöhnung (Genugtuung) für unsere Sünden (der Herauswahl) ist, und nicht
allein für die unseren, sondern auch für die Sünden der ganzen Welt.’ { Joh
1:29 Joh 2:2} Weil der Tod die Strafe oder der Lohn der Sünde ist, muß der Lohn
zur rechten Zeit aufhören, wenn die Sünde aufgehoben wird. Jede andere Ansicht
wäre sowohl unvernünftig als auch ungerecht. Die Tatsache, dass bis jetzt keine
Wiederherstellung aus dem adamitischen Fall hinausgeführt worden ist, obwohl
nahezu zweitausend Jahre vergangen sind, seit unser Herr starb, ist kein
Beweisgrund gegen die Wiederherstellung, genauso wie die Tatsache, dass
viertausend Jahre, welche vor seinem Tod vergangen waren, kein Beweis dafür
ist, dass Gott nicht die Errettung seit der Grundlegung der Welt geplant hatte.
Sowohl die zweitausend Jahre seit dem Tod von Christus als auch die viertausend
Jahre vor dem Tod von Christus waren fest bestimmte Zeiten für andere Teile des
Werkes, welche die "Zeiten der Wiederherstellung aller Dinge’ vorbereitet
haben und vorbereiten.
Laßt niemanden
voreilig annehmen, dass es in dieser Ansicht irgendetwas gibt, was im
Widerspruch mit der Lehre der Heiligen Schrift ist, dass der Glaube an Gott,
die Reue über die Sünde und die Besserung des Charakters unbedingt notwendig
sind für die Errettung. Dieser Punkt wird später ausführlicher behandelt
werden, wir möchten jetzt nur andeuten, dass es bisher nur einige Wenige
gewesen sind, welche ausreichendes Licht gehabt haben, um vollen Glaube, Reue
und Besserung zu bewirken. Einige sind teilweise, andere vollständig von dem
Gott dieser Welt verblendet gewesen, und sie müssen sowohl von der Verblendung
als auch vom Tod befreit werden, damit sie jeder für sich selbst eine vollständige Gelegenheit haben, durch Gehorsam oder
Ungehorsam ihre Würdigkeit oder Unwürdigkeit auf das ewige Leben zu beweisen.
Dann werden diejenigen, welche sich selbst als unwürdig für das Leben erweisen,
erneut sterben-den Zweiten Tod-aus dem es keine Erlösung gibt und folglich keine
Auferstehung. Der Tod, welcher um der adamitischen Sünde willen kommt und alle
Unvollkommenheiten, welche er mit sich bringt, werden durch die Erlösung,
welche in Christus Jesus ist, hinweg getan werden; aber der Tod, welcher als
ein Resultat des persönlichen, willentlichen Abfallens eintritt, wird endgültig
sein. Diese Sünde wird niemals vergeben, und ihre Strafe, der Zweite Tod, wird ewig andauernd sein-nicht ewig andauerndes Sterben,
sondern ein ewig andauernder Tod-ein Tod, welcher nicht durch eine Auferstehung
gebrochen wird.
Die Weisheit
von dem Plan der Erlösung wird in einem folgenden Band behandelt werden. Hier
beweisen wir nur die Tatsache, dass die Erlösung durch Jesus Christus in ihren
gesegneten Resultaten und Gelegenheiten genau soweit reicht wie die adamitische
Sünde in ihrer Zerstörung und Vernichtung-dass alle, welche verurteilt waren
und um des Einen willen gelitten haben, genauso gewiß um des Anderen willen
"zur rechten Zeit’ von allen diesen Leiden freigelassen werden. Aber niemand
kann diesen Schriftbeweis verstehen, wenn er nicht der Schriftaussage annimmt,
dass der Tod-die Auslöschung des Wesens-der Lohn der Sünde ist. Diejenigen,
welche sich den Tod als ein Leben in Qualen vorstellen, lassen nicht nur die
Bedeutung der Worte Tod und Leben außer
Acht, welche Gegensätze sind, sondern verwickeln sich selbst in zwei
Widersprüche. Es ist unvernünftig anzunehmen, dass Gott Adams Dasein für immer
in Qual erhalten würde für irgendeine Art von Sünde, welche er begehen konnte,
besonders aber für das verhältnismäßig kleine Vergehen von dem Essen der
verbotenen Frucht. Dann erneut, wenn unser Herr Jesus die Menschheit erlöste,
an unserer Stelle starb und unser Lösegeld wurde, in den Tod ging, damit wir
aus demselben befreit werden möchten, ist es da nicht offensichtlich, dass der
Tod, welchen er für die Ungerechten erlitt, genau derselbe war, zu welchem alle
Menschen verurteilt waren? Erleidet er für unsere Sünden ewige Qualen? Wenn
nicht, dann war, so gewiß wie er für unsere Sünden starb, die Bestrafung für unsere Sünden der Tod und nicht ein Leben in
irgendeinem Sinn oder Zustand.
Aber so seltsam
es klingen mag, obwohl einige feststellen, dass die Lehre von einer, , ewigen
Qual’ mit der Erklärung unvereinbar ist, dass "der Herr die Missetaten von
uns allen auf ihn gelegt hat’ und dass Christus "für unsere Sünden
gestorben ist’, und obwohl sie erkennen, dass die eine oder die andere Lehre
als unvereinbar fallengelassen werden muß, sind sie von der ewigen Qual so fest
überzeugt und schätzen sie als einen so süßen Bissen, dass sie ohne Rücksicht
auf die Schrift daran festhalten und absichtlich leugnen, dass Jesus das
Lösegeld, den entsprechenden Preis, für die Welt bezahlt hat, obwohl diese
Wahrheit auf jedem Blatt der Bibel gelehrt wird.
Ist die
Wiederherstellung durchführbar?
Einige haben
angenommen, dass, wenn die Milliarden Toter auferweckt würden, dann wäre kein
Platz für sie auf der Erde; und wenn es Platz für sie geben würde, so wäre die
Erde nicht fähig, eine so große Bevölkerung zu erhalten. Es ist sogar von
einigen behauptet worden, dass die Erde ein riesiger Friedhof ist und dass,
wenn alle Toten auferweckt würden, sie sich gegenseitig niedertreten würden aus
Mangel an Platz.
Dies ist ein
wichtiger Punkt. Wie merkwürdig würde es sein, wenn wir durch tatsächliches
Ausmessen herausfinden würden, dass während die Bibel eine Auferstehung für
alle Menschen erklärt, diese nicht genug Platz finden würden, um ihre Füße auf
die Erde zu stellen! Nun laßt uns sehen: rechne nach, und du wirst feststellen,
dass dies eine unbegründete Furcht ist. Du wirst feststellen, dass es reichlich
Platz gibt für die "Wiederherstellung von allen’, wie "Gott es durch
den Mund aller seiner heiligen Propheten gesprochen hat.’
Laßt uns
annehmen, dass es seit der Erschaffung des Menschen 6000 Jahre sind und dass
jetzt (im Jahr 1886) 1,4 Milliarden Menschen auf der Erde leben. Unser
Geschlecht begann mit einem Paar, aber laßt uns eine sehr großzügige Schätzung
machen und annehmen, dass es am Anfang genau soviele waren wie jetzt; und
weiter, dass es zu keiner Zeit eine geringere Anzahl gegeben hat, obwohl die
Flut in Wahrheit die Bevölkerung auf acht Personen verringert hat. Laßt uns
erneut großzügig sein und drei Generationen auf ein Jahrhundert schätzen oder
33 Jahre für eine Generation, obwohl es in Übereinstimmung mit 1. Mose 5 nur
elf Generationen von Adam bis zur Flut gab, ein Zeitabschnitt von 1656 Jahren,
oder ungefähr 150 Jahre auf eine Generation. Nun laßt uns sehen: 6000 Jahre
sind 60 Jahrhunderte; drei Generationen auf jedes Jahrhundert würde seit Adam
180 Generationen ergeben; und 1,4 Milliarden auf eine Generation würde als
Gesamtzahl für unser Geschlecht von der Erschaffung bis zur gegenwärtigen Zeit
252 Milliarden (252.000.000.000) ergeben in Übereinstimmung mit dieser
großzügigen Schätzung, welche wahrscheinlich die tatsächliche Zahl um mehr als
das Doppelte übersteigt.
Wo werden wir
genug Raum finden für diese große Menge? Laßt uns das Land messen und sehen.
Der Staat Texas in den Vereinigten Staaten umfaßt 237.000 (engl.)
Quadratmeilen. Eine Quadratmeile enthält 27.878.400 Quadratfuß. Daher sind in
Texas über 6.607 Milliarden (6.607.180.800.000) Quadratfuß. Erlauben wir zehn
Quadratfuß Fläche für jedes Grab, so finden wir, dass nach dieser Rechnung
Texas als ein Friedhof mehr als 660 Milliarden (660.718.080.000) Gräber
enthalten würde oder beinahe dreimal so viel als unsere übertriebene Schätzung
der Anzahl unseres Geschlechtes, welches auf der Erde gelebt hat.
Eine stehende
Person nimmt etwa ein und zwei Drittel Quadratfuß an Fläche ein. Nach dieser
Schätzung könnte die gegenwärtige Bevölkerung der Erde (1,4 Milliarden Menschen
im Jahre 1886) auf einer Fläche von sechsundachtzig Quadratmeilen stehen-eine
Fläche, welche viel kleiner als ist die Stadt London oder die Stadt
Philadelphia. Und die Insel Irland (Flächeninhalt 32.000 Quadratmeilen) würde
für mehr als die doppelte Anzahl von Menschen, welche jemals auf der Erde
gelebt haben, selbst nach unserer übertriebenen Schätzung, Platz zum Stehen
bieten.
Daher bereitet
es nicht viel Schwierigkeit, diesen Einwand zu beseitigen. Und wenn wir uns die
Prophetie von Jesaja (35:1-6) in Erinnerung rufen, dass die Erde ihren Ertrag
vermehren wird; dass die Wüste sich wie eine Rose freuen und aufblühen wird;
dass in der Wüste Wasser hervorströmen wird und Ströme in der Wüste sein
werden, erkennen wir daraus, dass Gott andeutet, dass er alle Notwendigkeiten
für seinen Plan vorausgesehen hat, und dass er reichlich Vorsorge treffen wird
für die Bedürfnisse seiner Schöpfungen, und zwar auf eine ganz natürliche
Weise.
Wiederherstellung
gegen Evolution
Es mag durch
einige der Einwand erhoben werden, dass das Zeugnis der Schrift betreffend der
menschlichen Wiederherstellung zu einem früheren Zustand nicht in Harmonie ist
mit den Lehren der Wissenschaft und der Philosophie, welche uns mit scheinbarer Vernunft auf die höhere Intelligenz dieses zwanzigsten
Jahrhunderts hinweisen und dies als einen überzeugenden Beweis dafür beanspruchen,
dass der ursprüngliche Mensch eine verhältnismäßig geringere Intelligenz gehabt
haben muß, was, wie sie behaupten, das Resultat der Fortentwicklung ist. Von
diesem Standpunkt aus wäre eine Wiederherstellung zu einem früheren Stand weit
entfernt davon, wünschenswert zu sein und gewißlich das Gegenteil von einer
Segnung.
Auf den ersten
Blick erscheint eine solche Schlußfolgerung einleuchtend zu sein, und viele
scheinen geneigt zu sein, es ohne eine sorgfältige Untersuchung als eine
Wahrheit anzunehmen und mit einem berühmten Brooklyner Prediger zu sagen: Wenn
Adam überhaupt fiel, war sein Fall aufwärts, und je mehr und je schneller wir
von seinem ursprünglichen Zustand fallen, desto besser für uns und für alle.
Auf diese Weise
versucht die Philosophie, sogar von der Kanzel herab, das Wort Gottes
bedeutungslos zu machen und uns wenn möglich zu überzeugen, dass die Apostel
Narren waren, als sie erklärten, dass der Tod und jedes Leiden durch des ersten
Menschen Ungehorsam kam und dass diese nur durch die Möglichkeit eines
Lösegeldes beseitigt werden können und der Mensch in die göttliche Gnade und
das Leben wiederhergestellt werden kann. (Röm. 5:10,12,17-19, 21; 8:19-22; Apg.
21; Offb. 21:3-5) Aber laßt uns nicht vorschnell die Schlußfolgerung machen,
dass diese Philosophie unwiderlegbar sei; denn sollten wir uns verpflichtet
fühlen, die Lehren der Apostel in bezug auf den Ursprung der Sünde und des
Todes und der Wiederherstellung zur ursprünglichen Vollkommenheit zu verwerfen,
sollten wir uns ganz ehrlich verpflichtet fühlen, ihr Zeugnis ganz und zu jedem
Thema als nicht göttlich eingegeben und folglich als ohne besonderes Gewicht
und ohne besondere Autorität zu verwerfen. Laßt uns also im Licht der Tatsachen
diese immer mehr zunehmende und weit verbreitete Ansicht kurz prüfen und sehen,
wie tief ihre Weisheit ist.
Ein Fürsprecher
und Vertreter dieser Theorie sagt: "Der Mensch war zuerst auf einer Stufe
des Daseins, auf welcher seine tierische Natur vorherrschte, und es beherrschte
ihn fast nur das rein Körperliche. Dann wuchs er langsam von einer Stufe zur
anderen bis jetzt, wo der Durchschnittsmensch einen Zustand erreicht hat, von
welchem gesagt werden könnte, er kommt unter die Herrschaft des Verstandes.
Daher kann dies Zeitalter als das Zeitalter des Verstandes betrachtet und
bezeichnet werden. Der Verstand führt die großen Entdeckungen des Tages hinaus.
Der Verstand ergreift die Zügel der Regierung; und die Elemente der Erde, der
Luft und des Wassers werden unterworfen. Der Mensch legt seine Hand an alle
Naturgewalten und langsam aber sicher erreicht er solch eine Macht über die
Beherrschung der Natur, dass er schließlich in den Worten Alexander Selkirks
ausrufen kann:, , Ich bin Monarch von all dem, was ich überblicke.’
Die Tatsache,
dass eine Theorie auf den ersten Blick vernünftig erscheint, sollte uns nicht
dazu führen, sie vorschnell anzunehmen und zu versuchen, die Bibel so zu
verdrehen, dass sie in Harmonie mit ihr ist. In tausendfacher Hinsicht haben
wir die Bibel erprobt und wissen zweifelsfrei, dass sie mehr als menschliche
Weisheit enthält, was der Grund dafür ist, dass ihre Aussagen unfehlbar sind.
Wir sollten auch daran denken, dass während wissenschaftliche Forschung zu
empfehlen ist und ihre Vermutungen betrachtet werden, trotzdem ihre Schlussfolgerungen
auf keinem Fall unfehlbar sind. Und was Wunder, dass ihre eigenen Theorien
tausendmal als falsch nachgewiesen worden sind, wenn wir daran denken, dass der
wahrhaftige Naturwissenschaftler lediglich ein Forscher ist, welcher unter
vielen ungünstigen Umständen und im Kampfe gegen fast unüberwindbare
Schwierigkeiten versucht, aus dem großen Buch der Natur die Geschichte und die
Bestimmung des Menschen und seines Wohnortes zu erkennen.
Wir würden
daher weder die wissenschaftlicher Forschung ablehnen, noch sie hindern; aber
beim Hören von Vermutungen der Erforscher des Buches der Natur, laßt uns
sorgfältig ihre Schlußfolgerungen, welche sich häufig zum Teil oder ganz als
irrtümlich erwiesenen haben, mit dem Buch der göttlichen Offenbarung vergleichen
und die Lehren der Naturwissenschaftler durch "das Gesetz und das Zeugnis’
beweisen oder widerlegen. Wenn sie nicht in Übereinstimmung mit diesem Worte
sprechen, so aus dem Grund, weil kein Licht in ihnen ist.’ (Jes. 8:20 nach der
englischen King-James-Bibelübersetzung) Eine genauer Erkenntnis von beiden
Büchern wird beweisen, dass sie in Harmonie miteinander sind; aber bis wir eine
solche Erkenntnis haben, muß Gottes Offenbarung den Vorrang haben und der
Maßstab sein unter den Kindern Gottes, nach welcher die angeblichen Funde
fehlbarer Mitmenschen beurteilt werden.
Aber während
wir an diesem Grundsatz festhalten, laßt uns erkennen, ob es nicht eine andere
vernünftige Lösung hinsichtlich der zunehmenden Erkenntnis und Fähigkeit und
dem Vermögen des Menschen gibt als die der Evolution-dass der Mensch, obwohl er
ursprünglich aus einem sehr niederen Zustand des Seins entwickelt worden wäre,
jetzt die Überlegenheit oder "das Zeitalter des Verstandes’ erreicht habe.
Vielleicht finden wir schließlich heraus, dass die Erfindungen und die
Annehmlichkeiten, die allgemeine Bildung und die weitere Verbreitung und
Vermehrung von Wissen nicht einer größeren Leistungsfähigkeit des Verstandes
zuzuschreiben sind, sondern mehr den günstigeren Verhältnissen für den Gebrauch
des Verstandes. Wir bestreiten, dass das Fassungsvermögen des Verstandes heute
größer ist als in den längst vergangenen Zeitaltern; während wir ungehindert
zugeben, dass infolge vorteilhafter Umstände der Gebrauch von dem, was die
Menschen an Leistungsfähigkeit des Verstandes haben, heutzutage viel
allgemeiner ist als in irgendeinem früheren Zeitabschnitt, und daher immer
größere Leistungen zeigt. Gehen die Forscher dieses, , Zeitalters des
Verstandes’ beim Studium der Malerei und Bildhauerei nicht zurück zu den großen
Meistern der Vergangenheit? Geben sie damit nicht zu, dass jene sowohl ein
Verstandesvermögen und eine Ursprünglichkeit der Entwürfe als auch eine
Fertigkeit, ihre Entwürfe auszuführen, gehabt haben, welche nachahmenswert ist?
Stützt sich nicht das gegenwärtige "Zeitalter des Verstandes’ zum größten
Teil auf die ursprünglichen Entwürfe der vergangenen Zeitalter wegen seiner
Baukunst? Studieren und ahmen nicht die Redner und die Logiker dieses
"Zeitalters des Verstandes’ die Methoden und die Art und Weise, logische
Schlüsse zu ziehen, einem Plato, Aristoteles, Demosthenes und anderen der
Vergangenheit nach? Würden viele öffentliche Redner heutzutage nicht sehr
begierig sein, die Sprache eines Demosthenes oder eines Apollo zu haben und noch
viel mehr die Fähigkeit des freien logischen Denkens von dem Apostel Paulus?
Um noch weiter
zurückzugehen: während wir sehr gut auf die rhetorische Überzeugungskraft der
verschiedenen Propheten und auf die vollendeten poetischen Gemälde hinweisen
könnten, welche in allen Psalmen zu erkennen sind, weisen wir die Philosophen
dieses "Zeitalters des Verstandes’ auf die Weisheit und die Logik hin,
sowie auf die feine, moralische Empfindsamkeit eines Hiobs und seiner Tröster.
Und was sollen wir von Mose sagen, welcher "gelehrt war in aller Weisheit
der Ägypter?’ Die durch ihn gegebenen Gesetze sind die Grundlage für die
Gesetze aller zivilisierten Nationen und werden noch immer als die Verkörperung
bewundernswerter Weisheit anerkannt.
Die
Ausgrabungen von alten begrabenen Städten offenbaren eine Kenntnis der Kunst
und der Wissenschaften, welche für manche der Philosophen dieses sogenannten
"Zeitalters des Verstandes’ überraschend ist. Und die früheren Methoden
von der Einbalsamierung der Toten, der Härtung von Kupfer und der Herstellung
von biegsamen Glas und dem Damaskus Stahl gehören zu den Errungenschaften der
fernen Vergangenheit, welche für den Verstand des gegenwärtigen Zeitalters mit
allen seinen Vorteilen weder zu begreifen noch nachzuahmen sind. (Dieser in
Damaskus hergestellte Stahl soll biegsam gewesen sein wie Fischbein, so dass
man mit der Spitze eines Schwertes seinen Griff berühren konnte, ohne es zu
zerbrechen).
Gehen wir
viertausend Jahre zurück, etwa zur Zeit Abrahams, dann finden wir die große
Pyramide von Ägypten (siehe Schriftstudienband 3) -ein Gegenstand des Wunderns
und Staunens für die gelehrtesten Wissenschaftler von heute. Ihre Bauart ist in
genauer Übereinstimmung mit den fortgeschrittensten Errungenschaften dieses
"Zeitalters des Verstandes’ auf dem Gebiet der Mathematik und Astronomie.
Sie lehrt eindeutig Wahrheiten, welche heutzutage mit Hilfe moderner
Instrumente nur annähernd erkannt werden können. So schlagend und klar sind
ihre Lehren, dass einige der ersten Astronomen der Welt ohne Zögern verkündet
haben, dass sie göttlichen Ursprunges ist. Und auch wenn unsere Anhänger der
Evolutionstheorie in unserem "Zeitalter des Verstandes’ zugeben sollten, dass
sie von göttlicher Anordnung ist und ihre Weisheit übermenschlich ist, müssen
sie ebenfalls zugeben, dass sie von Menschen gebaut worden ist. Und die
Tatsache, dass an jenem längst vergangenen Tag irgendeine Anzahl von Menschen
die geistige Fähigkeit hatte, solch eine göttliche Anordnung hinauszuführen,
wozu heute sehr wenige Menschen fähig wären, selbst mit einem Muster vor ihnen
und mit allen modernen wissenschaftlichen Hilfsmitteln zur Hand, beweist, dass
unser "Zeitalter des Verstandes’ mehr Einbildung hervorbringt als Umstände
und Tatsachen es zulassen.
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Wenn wir also
bewiesen haben, dass die geistige Fähigkeit heutzutage nicht größer ist als die
der vergangenen Zeitalter, sondern wahrscheinlich geringer, wie können wir die
Zunahme der allgemeinen Erkenntnis, die modernen Erfindungen usw. erklären? Wir
hoffen, dass wir in der Lage sind, dies vernünftig und in Harmonie mit der
Schrift zu zeigen. Die Erfindungen und die Entdeckungen, welche sich jetzt als
so wertvoll erweisen, und welche als Beweise dafür betrachtet werden, dass dies
das "Zeitalter des Verstandes’ ist, sind in der Tat sehr modern-fast alle
gehören den letzten hundert Jahren an, und unter ihnen sind die wichtigsten die
der letzten sechzig Jahre; zum Beispiel der Gebrauch von dem Dampf und der
Elektrizität beim Eisenbahnbau und den Dampfschiffen, in der Telegraphie und
bei anderen Maschinen in den verschiedenen mechanischen Industrien. Wenn dies
also Beweise für die vermehrte Verstandeskraft sind, so muß das "Zeitalter
des Verstandes’ erst begonnen haben, und die logische Schlußfolgerung wäre,
dass ein weiteres Jahrhundert jede Form der Wunder als ein alltägliches
Ereignis sehen wird; und bei einer weiteren Zunahme im gleichen Verhältnis, wo
würde es enden?
Doch überlegen
wir weiter: Sind alle Menschen Erfinder? Wie sehr klein ist die Zahl
derjenigen, deren Erfindungen wirklich nützlich und praktisch sind, im
Vergleich mit der Anzahl derjenigen, welche eine Erfindung wertschätzen und
benutzen, wenn sie in ihre Hand gelegt wird! Wir reden nicht geringschätzig von
jener sehr nützlichen und hochangesehenen Klasse öffentlicher Diener, wenn wir
sagen, dass nur die kleinere Zahl von ihnen Menschen mit einem großen Verstand
sind. Einige der klügsten Menschen der Welt und der tiefsten Denker sind keine
Erfinder in der Mechanik. Und einige Erfinder sind geistig so träge, dass alle
sich wundern, wie sie wohl auf ihre Entdeckung gestoßen sind, welche sie
gemacht haben. Die großen Grundsätze (Elektrizität, Dampfkraft usw.), an
welchen viele Menschen über viele Jahr hinweg gearbeitet haben, sie anwandten
und immer wieder verbesserten, wurden im allgemeinen ganz offensichtlich durch
den reinsten Zufall entdeckt, ohne die Ausübung großer Verstandeskraft und
vergleichsweise unerwartet.