DER PLAN DER
ZEITALTER
1886
SCHRIFTSTUDIEN
"Der Pfad
der Gerechten ist wie das glänzende Morgenlicht, das stets heller leuchtet bis
zur Tageshöhe."
BAND 1.
DER PLAN DER
ZEITALTER
Eine
Rechtfertigung des göttlichen Charakters und seiner Herrschergewalt. Eine
Darstellung unter der Anerkennung und in Übereinstimmung mit der ganzen
Heiligen Schrift, daß die Zulassung des Bösen in der Vergangenheit und
Gegenwart die Menschheit belehrt und vorbereitet hat für ihre Ein- führung in
das
GOLDENE
ZEITALTER DER PROPHFZEIUNG,
in welchem alle
Geschlechter der Erde gesegnet werden sollen mit einer vollen Erkenntnis Gottes
und mit einer vollen Gelegenheit, durch den Erlöser das ewige Leben zu erlangen,
welcher dann der große Erretter und Lebengeber sein wird. - Apg. 3:19-21
Dem König
ALLER KÖNIGE
UND HERRN ALLER HERREN
zum Besten
seiner ihm
geweihten "Heiligen",
die da warten
auf die Kindschaft,
-und-
"aller,
die an allen Qrten den Namen unseres Herrn Jesus
Christus
anrufen",
"für die Hausgenossen des
Glaubens",
-und-
,, der
harrenden Kreatur, die zusammenseufzt und in Geburtswehen
liegt, wartend
auf die Offenbarung der
Söhne
Gottes",
IST DIESES WERK
GEWIDMET
,, Alle zu
erleuchten, welches die Verwaltung des Geheimnisses sei, das von den Zeitaltern
her verborgen war in Gott". ,, Nach dem Reichtum seiner Gnade, welche er
gegen uns hat überströmen lassen in aller Weisheit und Einsicht, indem er uns
kundgetan hat das Geheimnis seines Willens nach seinem Wohlgefal- len, das er
sich vorgesetzt hat in sich selbst, für die Verwaltung der Fülle der Zeiten:
alles unter ein Haupt zusammenzu- bringen in dem Christus,"
Eph 3:4, 5, 9; 1:8-10.
Vorwort des
Verfassers.
Der Verfasser
und die Herausgeber möchten öffentlich die Gnade Gottes rühmen, die es ihnen
gestattet hat, einen Anteil zu haben an der Verbreitung dieses Bandes und an
seinen Ergebnissen-dem Licht, der Freude, dem Frieden und der Gemeinschaft mit
Gott, an viele hungernde, dürstende und irrende Seelen. Die erste Auflage in
seiner jetzigen Form wurde im Jahre 1886 herausgegeben. Seitdem folgte eine Auflage auf die andere in
schneller Reihenfolge und in zwanzig verschiedenen Sprachen, bis jetzt sind
ungefähr fünf Millionen Exemplare in den Händen der Menschheit in der ganzen
Welt.
Wir können
nicht hoffen, daß alle diese Bücher gelesen worden sind; aber die uns ständig
zugehenden Briefe versichern uns, daß sie überall in den Herzen und in dem
Verständnis der Menschen eine mächtige Wirkung ausüben. Tausende schreiben uns
von dem Einfluß, den das Buch auf sie gehabt hat. Einige von ihnen waren
hinsichtlich der Bibel, als einer göttlichen Offenbarung für die Menschen,
völlig ungläubig. Andere schreiben uns, daß sie entweder Atheisten gewesen oder
nahe daran gewesen sind, solche zu werden, weil sie vorher nicht den wahren
Gott und seinen wahrhaftigen Plan der Zeitalter gekannt hatten, und den
Charakter, der ihnen gewöhnlich in den Glaubensbekenntnissen gezeigt worden
war, weder annehmen, noch wertschätzen oder anbeten konnten.
Etwa fünf Jahre
vor der ersten Veröffentlichung dieses Bandes war im wesentlichen das gleiche
schon einmal im Druck erschienen, nur unter einem anderen Namen und in einer
anderen Form. Das Buch war betitelt: ,, Speise für denkende Christen". Der
Inhalt war insofern verschieden, als zuerst der Irrtum angegriffen und
niedergerissen wurde, und an dessen Stelle dann das Gebäude der Wahrheit
errichtet wurde. Wir lernten schließlich jedoch, daß dies nicht der beste Weg
ist, daß einige bestürzt waren, als sie ihre Irrtümer zusammenbrechen sahen,
und sie unterließen es, weiterzulesen und damit einen Blick auf das wundervolle
Gebäude der Wahrheit zu werfen anstelle ihrer niedergerissen Irrtümer.
Der vorliegende
Band wurde von dem entgegengesetzten Standpunkt aus geschrieben. Er zeigt die
Wahrheit, ihre Kraft und Schönheit, und dann empfiehlt er die Beseitigung des
Irrtums, weil derselbe nicht nur unnötig, sondern absolut nutzlos und sehr
schädlich ist. So findet der Leser des ,, GÖTTLICHEN PLANES DER ZEITALTER"
bei jedem Schritt eine Stärkung seines Glaubens und empfindet eine größere Nähe
zum Herrn und findet deshalb auch das Vertrauen, daß er auf dem richtigen Wege
ist. Nachdem die Wahrheit erkannt worden ist, erscheinen die Irrtümer immer
törichter, wertloser und schädlicher, und sie werden mit Freude abgelegt.
Der große
Widersacher hat natürlich keine Liebe für irgendetwas, das die Augen von Gottes
Volk öffnet, ihre Ehrfurcht vor Gottes Buch erhöht und ihr Vertrauen auf
menschliche Glaubensbekenntnisse zerbricht. Deshalb widersteht der große
Widersacher diesem Buch sehr, wie wir es haben erwarten dürfen. Nur wenige
erkennen des Satans Macht und Gerissenheit; nur wenige erkennen die Bedeutung
der Worte des Apostels bezüglich dieses Fürsten der Finsternis, der sich als
ein Diener des Lichts darstellt, um die Wahrheit zu bekämpfen und ihren Einfluß
zu zerstören. Nur wenige erkennen, daß unser schlauer Widersacher danach trachtet,
die Besten, Tatkräftigsten und Einflußreichsten vom Volke Gottes zu benutzen,
um das Leuchten des Lichtes zu verhindern und den göttlichen Plan der Zeitalter
dem Volk vorzuenthalten.
Nur wenige
erkennen, daß seit der Zeit, als das Aufstellen von Glaubensbekenntnisses
anfing, im Jahre 325 n. Chr., es
praktisch für 1.260 Jahre kein Bibelstudium gegeben hat. Nur wenige erkennen,
daß sich während dieser Zeit die Glaubensbekenntnisse in das Verständnis von
Millionen befestigt haben, sie an schreckliche Irrtümer gebunden haben und sie
blind gemacht haben. Nur wenige erkennen, daß seit der Reformation, seitdem die
Bibel begann, wieder in die Hände des Volkes zurückzugelangen-gut gesinnte,
aber getäuschte Reformatoren durch die Irrtümer der Vergangenheit verblendet
und gehemmt worden sind, und daß diese ihrerseits wieder dazu beigetragen
haben, das Volk in Finsternis zu halten.
Nur wenige
erkennen, daß ein wirkliches Bibelstudium, so wie es in den Tagen der Apostel
in der frühen Herauswahl stattfand, erst jetzt wieder durch die Bibelforschern
zurückgekommen ist.
In den ersten
Auflagen dieses Bandes wurde der Titel ,, Millennium Tagesanbruch"
gebraucht; aber wir fanden heraus, daß einige dadurch getäuscht worden sind,
meinend, es handle sich um einen Roman.
Damit niemand getäuscht werde und niemand durch solch eine Täuschung sich zum Kaufe bewegen lassen möge, haben wir ihm
später den jetzigen Titel "Schriftstudien" gegeben, welchen niemand
mißverstehen kann.
Viele Frage
haben uns erreicht, warum diese Bücher nicht in den Buchhandlungen gefunden
werden können. Unsere Antwort lautet, daß, während die Buchverleger sich freuen
würden, diese Bücher zu haben, es doch gewisse religiöse Zeloten (Eiferer)
gibt, die ihren Verkauf nicht erlauben wollen und deren Boykott androhen.
Zuerst erschien das als ein großes Mißgeschick-als ob es der Macht des
Widersachers gestattet wäre, die Ausbreitung der Wahrheit zu verhindern. Aber
Gott lenkte in seiner Gnade die Angelegenheit, so daß heute wahrscheinlich kein
anderes Buch so weit verbreitet ist, wie dieser Band. Diejenigen, welche sich
aus Vorurteil weigerten, das Buch zu lesen, und gegen dasselbe ankämpften,
taten es, weil sie an Unwahrheiten und falsche Darstellungen glaubten.
Viele von
diesen Büchern sind von Menschen verbrannt worden, die sie niemals gelesen
haben, weil sie durch falscher Darstellungen beeinflußt waren. Genauso war es
während des Finsteren Mittelalters in bezug auf die Nachfolger Jesu, die als
Märtyrer litten. Ja, Jesus selbst litt durch die Hände solcher, die weder Ihn
noch seine Lehren verstanden, wie der Apostel Petrus sehr deutlich erklärt. ,,
Und jetzt Brüder, ich weiß, daß ihr in Unwissenheit gehandelt habt, gleichwie
auch eure Obersten." (Apg. 3:17.) ,, Denn wenn sie es erkannt hätten, so
würden sie wohl den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt haben." (1.
Kor. 2:8.)
Wenn aber die
Feinde dieses Buches bitter, ungerecht und unaufrichtig gewesen sind, so sind
seine Freunde in gleichem Maße warm und eifrig. Die Millionen von Kopien in den
Händen des Volkes wurden nahezu alle durch die Freunde dieses Buches
verbreitet, welche aus Liebe zur Wahrheit Zeit und Kraft für seine weite
Verbreitung gegeben haben. Während wir diese Zeilen schreiben, haben wir
Kenntnis von der Tatsache, daß ungefähr 600 Christen verschiedener Lebenswege
,, alles verlassen haben", irdische Geschäfte, Berufe und Aussichten,
damit sie den Herrn verherrlichen und seine hungrigen Heiligen segnen mögen,
indem sie diesen kleinen Band in ihre Hände legen. Sie schließen Ärzte, Schullehrer,
Krankenschwestern, Prediger, Friseure, Mechaniker, Leute aus allen Lebenswegen
mit ein, die selbst im Herzen durch die Liebe Gottes berührt wurden und jetzt
darauf bedacht sind, den Segen auch anderen Herzen und Köpfen weiterzugeben.
Die Bücher
werden zu einem niedrigen Preis verkauft, und diese Kolporteure, die sie der
Öffentlichkeit anbieten, können damit kaum ihre Kosten bestreiten. Sie freuen
sich jedoch umso mehr, wenn sie manchmal Entbehrungen erdulden und würdig
erachtet werden, einige Unannehmlichkeiten und Verluste um des Herrn, der
Wahrheit und der Brüder willen zu erleiden. Das gute Werk geht weiter, die
Botschaft von dem Leben in Christus geht von Hand zu Hand. Das gegenwärtige
Ergebnis von diesem Band ist enorm groß. Möge seine Segnung in zukünftigen
Tagen ebenso groß sein wie in der Vergangenheit. Der Verfasser und die
Herausgeber können nicht um mehr bitten.
Mit den besten
Wünschen für alle Leser,
Euer Diener im
Herrn Charles T, Russell
Brooklyn
N. Y., 1. Oktober 1916
STUDIE 1—Die
Sündennacht der Erde soll in einem Freudenmorgen zu Ende gehen.
Eine Nacht des
Weinens und ein Morgen der Freude. -Zwei Wege, die Wahrheit zu suchen. -Der
Weg, der hier eingeschlagen wird. -Der Umfang des Werkes. -Unterschied zwischen
dem ehrfurchtsvollen Forschen in der Schrift und der gefährlichen Gewohnheit
der Mutmaßung. -Der Zweck der Prophezeiungen. - Der gegenwärtige religiöse
Zustand der Welt von zwei Standpunkten aus betrachtet. -Ägyptische Finsternis.
-Ein Bogen der Verheißung. -Der Pfad der Gerechten ist ein fortschreitender.
-Ursache des großen Abfalls. -Die Reformation. -Die gleiche Ursache verhindert
erneut einen wirklichen Fortschritt. -Vollkommenheit in der Erkenntnis nicht
eine Sache der Vergangenheit, sondern der Zukunft.
Der Titel von
der Reihe der Schriftstudienbände- ,, Der Göttliche Plan der Zeitalter"
-deutet auf einen Fortschritt in der göttlichen Anordnung hin, welche von Gott
zuvor gekannt und festgelegt worden ist. Wir glauben, daß die Lehren der
göttlichen Offenbarung nur von diesem Standpunkt aus und von keinem anderen als
schön und harmonisch anerkannt werden können. Die Zeitspanne, in welcher die
Sünde zugelassen ist, ist für die Menschheit eine finstere Nacht gewesen, die
nie vergessen werden wird; aber der herrliche Tag der Gerechtigkeit und der
göttlichen Gnade wird durch den Messias herbeigeführt werden, welcher sich als
die Sonne der Gerechtigkeit erheben wird und vollkommen und sehr klar in und
über allen scheinen wird, Heilung und Segnung herbeiführend, so daß dieser Tag
bei weitem die schreckliche Nacht des Weinens und des Seufzen, der Schmerzen
und der Krankheit und des Todes ausgleichen wird, in welchem Zustand sich die
seufzende Schöpfung so lange befunden hat. ,, Das Weinen mag für eine Nacht
lang anhalten, aber am Morgen kommt Freude." Psl. 30:5 (Living-Bible-Übersetzung)
Obwohl die
ganze Schöpfung, während sie sich in Schmerzen plagt und abmüht, gefühlsmäßig auf den Tag wartet, sich nach
ihm sehnt und auf ihn hofft, den sie ,, das goldene Zeitalter" nennt,
tasten die Menschen bis jetzt blindlings um sich herum, weil sie nicht die
gnadenvollen Absichten des großen Jehova kennen. Aber ihre höchsten
Vorstellungen von solch einem Zeitalter liegen weit hinter dem zurück, was die
Wirklichkeit sein wird. Der große Schöpfer bereitet ,, ein Mahl von
Fettspeisen" vor (Jes. 25:6), welches seine Geschöpfe in Staunen setzen
wird und über die Maßen und überaus reichlich jenseits dessen sein wird, was
sie vernünftigerweise erbitten oder erwarten könnten. Und seinen erstaunten
Geschöpfen, welche die Länge und Breite, die Höhe und Tiefe der Liebe Gottes
betrachten, welche alle Erwartung übertrifft, erklärt er: ,, Meine Gedanken
sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der
Herr; denn wie der Himmel höher ist als die Erde, so sind auch meine Wege höher
als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken." -Jes. 55:8-9
Obgleich wir
uns in diesem Werke darum bemühen werden, und wir glauben mit Erfolg, dem
interessierten und vorurteilsfreien Leser den Plan Gottes, wie er sich auf die
Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft seiner Handlungen bezieht und sie
erklärt, in einer harmonischeren,
schöneren und vernünftigeren Weise darzustellen als er
gewöhnlich verstanden wird, so wird doch ganz klar darauf hingewiesen, daß dies
nicht das Ergebnis außergewöhnlicher Weisheit oder Fähigkeit auf der Seite des
Verfassers sei. Es ist das Licht von der Sonne der Gerechtigkeit in dieser
Morgendämmerung des Millenniumtages
(des Tausendjährigen Tages), welches diese Dinge als ,, gegenwärtige
Wahrheit" (2. Pet. 1:12) offenbart, die jetzt an der Zeit sind, von den
Aufrichtigen, die reines Herzens sind, gewürdigt zu werden.
Seitdem es
verbreitet ist, alles anzuzweifeln, wird oft sogar von Aufrichtigen die
Grundlage von dem wahren Glauben und die Grundlage der Wahrheit in Frage
gestellt. Wir haben uns darum bemüht, genug von dieser Grundlage, auf welcher
aller Glauben aufgebaut sein sollte-dem Worte Gottes-zum Vorschein zu bringen,
um selbst den Ungläubigen Vertrauen und Zuversicht in sein Zeugnis zu geben.
Und wir haben uns darum bemüht, das in
einer Weise zu tun, daß es ansprechend ist und durch den Verstand als Grundlage
angenommen werden kann. Dann haben wir uns darum bemüht, auf dieser Grundlage
die Lehren der Schrift in solch einer Weise aufzubauen, daß, soweit als
möglich, selbst rein menschliches Urteil seine Ecken und Kanten prüfen mag mit
dem genauesten Maßstab der Gerechtigkeit, der ihm zur Verfügung steht.
In der
Überzeugung, daß die Schrift einen feststehenden und harmonischen Plan
offenbart, der, wenn erkannt, sich jedem geheiligten Gewissen von selbst
empfiehlt, ist dieses Werk in der Hoffnung veröffentlicht worden, den Forschern
des Wortes Gottes durch die Darlegung von Denkrichtungen, die mit einander und
mit dem inspirierten Worte in Harmonie sind, eine Handleitung zu geben.
Diejenigen, welche die Bibel als die Offenbarung von Gottes Plan anerkennen-und
an solche wenden wir uns ganz besonders-werden zweifelsfrei zugeben, daß die Lehren, wenn sie von Gott eingegeben
sind, als Ganzes genommen einen harmonischen und mit sich selbst und mit dem
Charakter des göttlichen Urhebers übereinstimmenden Plan offenbaren müssen.
Unser Ziel als Wahrheitssucher sollte sein, den ganzen von Gott geoffenbarten
Plan in seiner Vollkommenheit und Harmonie zu erkennen; und als Kinder Gottes
haben wir allen Grund dafür, dies zu erwarten, weil es verheißen worden ist,
daß der Geist der Wahrheit uns in die ganze Wahrheit leiten wird. Joh. 16:13
Als Fragende,
eröffnen sich uns dabei zwei Methoden. Die eine ist, unter allen Ansichten, die
von den verschiedenen Sekten der Kirchen vorgeschlagen werden, zu suchen, und
von jeder den Bestandteil anzunehmen, welchen wir als die Wahrheit betrachten
mögen-eine endlose Aufgabe. Eine Schwierigkeit, auf welche bei dieser Methode
treffen würden, ist die, daß, wenn unser Urteil verzerrt und verdreht ist, oder
unsere Vorurteile nach irgend einer Seite hin eingeschlagen sind-und bei wem
ist das nicht der Fall-diese Schwierigkeiten unsere richtige Wahl verhindern
würden, und wir so den Irrtum wählen würden und die Wahrheit verwerfen.
Außerdem, wenn wir dies als unsere Methode wählen würden, würden wir viel
verlieren, weil die Wahrheit voranschreitet und bis zum vollkommenen Tag immer
heller leuchtet für diejenigen, welche nach ihr suchen und in ihrem Lichte
wandeln (Spr. 4:18), während die verschiedenen Glaubensbekenntnisse der vielen
Sekten feststehend und stillstehend sind, und in dieser Weise schon vor Jahrhunderten aufgestellt wurden.
Und jedes von ihnen muß einen großen Teil von Irrtum enthalten, da eins dem
andern in wichtigen Punkten widerspricht. Diese Methode würde in ein Labyrinth
von Verwirrung und Unklarheit führen. Die andere Methode ist die, daß wir unser
Verständnis von allen Vorurteilen befreien und bedenken, daß niemand mehr über
Gottes Pläne wissen kann, als er in seinem Wort geoffenbart hat, und daß es den
Sanftmütigen und von Herzen Demütigen gegeben worden ist; und nur als solche,
welche ernstlich und aufrichtig seine Leitung und Belehrung suchen, werden wir
von seinem großen Urheber geführt zu einem Verständnis desselben, wie es an der
Zeit ist, verstanden zu werden, indem wir von den verschiedenen Hilfsmitteln,
welche von Gott bereitgestellt wurden, Gebrauch machen. Siehe Eph 4:11-16
Als ein
Hilfsmittel für diese Klasse von Bibelforschern ist dieses Werk ganz besonders
bestimmt. Man wird bemerken, daß die Beweisführungen nur aus der Schrift
genommen sind, ausgenommen da, wo die Weltgeschichte angeführt werden kann als
Erfüllung der Erklärungen der Schrift. Dem Zeugnis der modernen Theologen ist
kein Gewicht beigelegt und das der sogenannten Kirchenväter ist beiseite
gelassen worden. Viele von ihnen haben in Übereinstimmung mit den Gedanken, die
hier ausgedrückt werden, Zeugnis abgelegt, aber wir glauben, daß es ein
allgemeiner Irrtum dieser und aller Zeit ist, daß die Menschen bestimmte Lehren
glauben, weil andere es taten, zu denen sie Vertrauen hatten. Das ist sehr
eindeutig eine
fruchtbare Ursache für den
Irrtum gewesen, weil viele gute Menschen Irrtum geglaubt und gelehrt haben mit
einem ganz guten Gewissen. (Apg. 26:9) Die Wahrheitssucher sollten ihre Gefäße
von den schlammigen Wassern der Tradition entleeren, und sie an der Quelle der
Wahrheit-dem Worte Gottes-füllen. Keine religiöse Belehrung sollte Gewicht
haben, es sei denn, daß sie die Wahrheitssucher zu dieser Quelle führe.
Auch wenn für
eine allgemeine und schnelle Untersuchung der ganzen Bibel und ihrer Lehren, dieses
Werk viel zu klein ist; so haben wir uns aber trotzdem darum bemüht, die Eile
unserer Zeit erkennend, uns so kurz zu fassen, als die Wichtigkeit der Themen
es zuzulassen erschien.
Dem
interessierten Bibelforscher möchten wir darauf hinweisen, daß es für ihn
nutzlos sein würde, dieses Werk nur zu überfliegen und zu hoffen, die Kraft und
die Harmonie des dargelegten Planes und der darin angeführten Schriftbeweise zu
erhalten. Wir haben uns stets darum bemüht, die verschiedenen Teile der
Wahrheit nicht nur in solch einer Sprache, sondern auch in einer solcher
Reihenfolge darzulegen, daß es für alle Leserkreise möglichst leicht werde, den
Gegenstand und allgemeinen Plan sehr klar zu begreifen. Während für die
Wertschätzung irgendeiner Wissenschaft ein durchgängiges und ordentliches
Studium erforderlich ist, so ist das ganz besonders bei der Wissenschaft der
göttlichen Offenbarung der Fall. Und bei diesem Werk ist es doppelt notwendig
aus der Tatsache heraus, daß es zusätzlich zu seinem Wesen von einer Abhandlung
über göttlich geoffenbarte Wahrheiten auch noch eine Untersuchung der Themen
ist, und das von einem ganz unterschiedlichen Standpunkt heraus, als, soweit
wie wir wissen, es in irgendeinem anderen Werk der Fall ist. Wir müssen keine
Entschuldigung für die Behandlung vieler Themen anbieten, welche gewöhnlich
durch Christen vernachlässigt werden-unter anderem das Kommen unseres Herrn,
die Prophezeiungen und die symbolischen Darstellungen des Alten und Neuen
Testaments. Kein theologisches System sollte aufgestellt oder angenommen
werden, das die wichtigsten Züge der Lehren der Schrift übersieht oder ausläßt.
Wir vertrauen aber darauf, daß ein großer Unterschied erkannt werden wird
zwischen dem aufrichtigen, vernünftigen und ehrfurchtsvollen Studium der Prophezeiung
und anderer Schriftstellen in dem Licht erfüllter, historischer Tatsachen, um
zu Schlußfolgerungen zu gelangen, denen der geheiligte, gesunde
Menschenverstand zustimmen kann, und im Gegensatz dazu einer sehr
weitverbreiteten Ausübung allgemeiner Spekulation und Mutmaßung, welche, wenn
sie auf die göttlicher Prophezeiung angewandt wird, sehr leicht dazu führt, die
Zügel loszumachen hin zu unsicherer Theorie und zu ungenauer Phantasie.
Diejenigen, welche in diese gefährliche Gewohnheit verfallen sind, entwickeln
sich gewöhnlich zu Propheten (?) anstatt zu Forschern der Propheten.
Keine Arbeit
ist edler und erhebender als das ehrfurchtsvolle Studium der geoffenbarten
Absichten von Gott, ,, in welche Dinge die Engel hinauszuschauen
wünschen." (1. Petr. 1:12) Die Tatsache, daß Gottes Weisheit sowohl
Prophezeiungen über die Zukunft bereitgestellt hat als auch Aussagen über die
Gegenwart und die Vergangenheit, ist an sich selbst ein Tadel von Jehova
betreffend die Torheit einiger seiner Kinder, welche ihre Unwissenheit und
Nachlässigkeit beim Studium seines Wortes damit entschuldigt haben, daß sie
sagten: ,, Es ist genug im fünften Kapitel des Matthäus enthalten, um irgend
einen Menschen selig zu machen." Ebensowenig dürfen wir annehmen, daß die
Prophetie lediglich dazu gegeben worden ist, um die Neugierde über die Zukunft
zu befriedigen. Ihr Zweck ist ganz offensichtlich der, das Gott geweihte Kind
mit dem Plane seines Vaters vertraut zu machen und so sein Interesse und seine
Anteilnahme an diesem Plan hervorzurufen und es so zu befähigen, sowohl die
Gegenwart als die Zukunft von Gottes Standpunkt aus zu betrachten. Wenn es auf
diese Weise an des Herrn Werk interessiert worden ist, dann mag es auch mit dem
Geiste und mit dem Verstand dienen; nicht nur als ein Knecht, sondern als ein Kind und als ein Erbe. Die Offenbarung
dessen, was kommen soll, hebt für dasselbe den Einfluß auf, den die Gegenwart
ausübt. Die Wirkung des sorgfältigen Studiums kann nicht anders als stärkend
für den Glauben und antreibend zur Heiligung sein.
In Unwissenheit
über Gottes Plan hinsichtlich der Befreiung der Welt aus der Sünde und ihren
Folgen und unter der falschen Vorstellung, daß die Namenchristenheit in ihrem
jetzigen Zustand das einzige Werkzeug für ihre Bekehrung sei, ist der Zustand
der Welt von heute, nachdem das Evangelium seit fast neunzehn Jahrhunderten
gepredigt worden ist, der, daß in jedem nachdenkenden Verstand, das in dieser
Weise so falsch belehrt worden ist, ernste Zweifel entstehen. Und solche
Zweifel sind nicht leicht von etwas anderem zu beseitigen als von der Wahrheit
allein. In der Tat, jedem nachdenkenden Beobachter muß eins von beiden
einleuchten: Entweder die Kirche hat einen großen Fehler gemacht, indem sie
annahm, daß ihre Aufgabe im gegenwärtigen Zeitalter und in ihrem gegenwärtigen
Zustand die gewesen sei, die Welt zu bekehren, oder aber Gottes Plan ist ein
kläglicher Fehlschlag gewesen. Welche Seite von diesen zwei Situationen sollen
wir annehmen? Viele haben und noch viele mehr werden ohne Zweifel die letztere
annehmen und die Reihen des Unglaubens werden zunehmen, sei es heimlich oder
öffentlich. Um solchen zu helfen, die auf diese Weise straucheln, ist eine der
Absichten von diesem Band.
Auf der
nächsten Seite stellen wir ein Diagramm dar, welches zuerst von der ,, Londoner
Missions-Gesellschaft" und danach in den Vereinigten Staaten von dem ,,
Presbyterianischen Frauen-Missions-Verein" veröffentlicht wurde. Er wurde
,, ein stummer Hilferuf von seiten der ausländischen Missionen" genannt.
Er erzählt eine traurige Geschichte von der Finsternis und Unwissenheit von dem
einzigen Namen unter dem Himmel, in welchem wir errettet werden können.
,, The
Watchman" - eine Zeitschrift des Y. M. C. A. (des Christlichen Vereins
Junger Männer-C. V. J. M.) von Chicago-veröffentlichte auch dasselbe Diagramm und kommentierte es
mit folgenden Worten:
"Die
Vorstellungen, die manche von dem religiösen Zustand der Welt haben, sind sehr
nebelig und unbestimmt. Wir hören von großartigem Erweckungswerk in der Nähe
und Ferne, von neuen Missionsbestrebungen nach allen Seiten hin, von einem Land
nach dem anderen, das sich dem Evangelium auftut, und von großen Summen, die zu
seiner Verbreitung verwendet werden; und wir erhalten die Vorstellung, daß zur
Bekehrung der Völker der Erde genügende Anstrengungen gemacht werden. Man
schätzt die heutige Bevölkerung der Erde auf eine Milliarde
vierhundertvierundzwanzig Millionen (1.424.000,000); und wenn man das Diagramm
genau betrachtet, so wird man erkennen, daß bedeutend über die Hälfte-nahezu
zwei Drittel-noch ganz heidnisch sind, und der Rest zum größten Teil entweder
Nachfolger Mohammeds oder Glieder der beiden großen abtrünnigen Kirchen sind,
deren Religion tatsächlich ein Götzendienst im christlichen Gewande ist, und
von denen man kaum sagen kann, daß sie an dem
Evangelium von Christus noch festhalten oder lehren. Auch muß man, was
die einhundertundsechzehn Millionen (116.000.000) Protestanten dem Namen nach
anbetrifft, bedenken, welch ein großer Teil in Deutschland, England und in
diesem Land in den Unglauben versunken ist-eine Finsternis, womöglich noch
dichter als die des Heidentums-und wieviele durch Aberglauben verblendet oder
in äußerster Unwissenheit geknechtet sind. Während also acht Millionen Juden
Jesus von Nazareth verwerfen, und mehr als dreihundert Millionen, die seinen
Namen tragen, vom Glauben an ihn abgefallen sind, beugen sich weitere
hundertsiebzig Millionen vor Mohammed; und die ungeheuren Massen der übrigen
Menschheit sind bis auf den heutigen Tag Anbeter von Stock und Stein, ihrer
eigenen Vorfahren, toter Helden oder selbst des Teufels; alle
haben in der
eine Weise oder in der anderen das Geschöpf angebetet und ihm gedient anstatt
dem Schöpfer, welcher ist der Gott über allen und gesegnet für immer. Ist das
nicht genug, um das Herz des denkender Christen tieftraurig zu machen."
Wahrlich, dies
ist ein trauriges Bild! Und wenn das Diagramm auch unterschiedliche Schatten
zwischen Heiden, Mohammedanern und Juden darstellt, so sind doch in der
gänzlichen Unwissenheit über Christus alle gleich. Im ersten Augenblick möchten
wohl manche meinen, daß diese Ansicht über das Zahlenverhältnis der
Christenheit zu schwarz und übertrieben sei, wir hingegen glauben das gerade
Gegenteil. Es zeigt die Namenchristenheit in möglichst glänzenden Farben. Die
als Protestanten aufgezählten 116 Millionen zum Beispiel übersteigen bei weitem
die wirkliche Zahl. Sechzehn Millionen, glauben wir, würde viel eher die Zahl
der erwachsenen, bekennenden Kirchenmitglieder treffen; und eine Million,
befürchten wir, wäre viel zu hoch eingeschätzt für die "kleine
Herde", die "Geheiligten in Christo Jesu", die ,, nicht nach dem
Fleisch wandeln, sondern nach dem Geist." Man sollte im Gedächtnis
behalten, daß ein großer Teil der Kirchenmitglieder, welche in der Berechnung
immer mitgezählt werden, junge Kinder
und Minderjährige sind. Besonders ist dies in den Ländern Europas der Fall. In
einigen dieser Länder werden die Kinder von ihrer frühesten Kindheit an als
Kirchenmitglieder angesehen.
Aber so dunkel
wie dieses Bild auch erscheint, es ist noch nicht das dunkelste Bild, das die
gefallene Menschheit darbietet. Das jetzt folgende Diagramm stellt nur die
gegenwärtig lebende Generation dar. Wenn wir die Tatsache betrachten, daß
Jahrhundert für Jahrhundert in den vergangenen sechstausend Jahren weitere
große Mengen dahin geschwommen sind, die fast alle in derselben Unwissenheit
und Sünde verstrickt gewesen sind, wie dunkel ist der Überblick dann! Vom
allgemein üblichen Standpunkt aus gesehen ist es wahrlich ein schreckliches
Bild! Das Diagramm, welches die Zahl der Menschheit im Jahre 1886 und ihr
Zahlenverhältnis in religiöser Beziehung veranschaulicht.
Die
verschiedenen Glaubensbekenntnisse von heute lehren, daß alle diese Milliarden
der Menschen, unbekannt mit dem einzigen Namen unter dem Himmel, in welchem wir
errettet werden können, sich auf dem direkten Weg zur ewigen Qual befinden; und
nicht nur das, sondern auch all die 116 Millionen Protestanten, ausgenommen die
verschwindend kleine Zahl der Heiligen, seien des gleichen Schicksals gewiß.
Kein Wunder daher, daß diejenigen, welche solch schreckliche Gedanken über
Jehovas Plan und Absichten haben, in der Förderung von Missionsunternehmungen
sehr eifrig sind-das Wunder dabei ist, daß sie daran nicht verzweifeln. In
Wirklichkeit an dies zu glauben und solche Schlußfolgerungen wertzuschätzen,
würde jegliche Freude im Leben rauben und würde jeden heiteren Ausdruck des
Wesens in Trauer hüllen.
Zum Beweis
dafür, daß wir die sogenannte "Orthodoxie" in bezug auf das Schicksal
der Heiden nicht falsch dargestellt haben, zitieren wir den Schlußsatz der
Flugschrift ,, Ein stummer Hilferuf von seiten der ausländischen
Missionen" an, in dem das Diagramm veröffentlicht worden war. Derselbe
lautet: "Bekehrt die mächtigen Generationen im Ausland - die 1.000 Millionen Seelen, von denen pro
Tag 100.000 in Verzweiflung ohne Christus dahinsterben."
Aber obwohl
dies vom Standpunkt menschlicher Glaubensbekenntnisse aus eine traurige
Aussicht ist, so bietet die heilige Schrift doch einen viel tröstlicheren
Ausblick dar, welchen darzulegen, die Absicht dieser Seiten ist. Durch das Wort
belehrt können wir nicht glauben, daß Gottes großer Plan der Errettung je solch
ein Fehlschlag sein sollte. Es wird für das erstaunte Kind Gottes eine
Erleichterung sein festzustellen, daß der Prophet Jesaja diesen bestimmten
Zustand der Dinge und seine Heilung genau voraussagt mit den Worten: ,, Siehe,
Finsternis bedeckt die Erde und Dunkel die Völker, aber über dir geht auf der
Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. Und die Nationen (Heiden)
werden in deinem Lichte wandeln." (Jes. 60:2,3) In dieser Prophezeiung
wird die dichte Finsternis durch den Bogen der Verheißung erleuchtet: "Die
Nationen (alle Nationen der Erde überhaupt) werden in deinem Lichte
wandeln."
Der ständige
Kummer und die andauernde Finsternis der Welt und der langsame Fortschritt der
Wahrheit war ein Geheimnis, aber auch die Welt selbst hat ihren Zustand erkannt
und gefühlt. Ähnlich der Dunkelheit, die Ägypten einhüllte, und die gefühlt
werden konnte. Als Beweis für dies erkenne den Geist der folgenden Zeilen, ein
Ausschnitt aus einer Zeitung aus Philadelphia. Der Zweifel und die Finsternis,
welche durch die verschiedenen Glaubensbekenntnisse der verschiedenen Schulen
zugenommen hat, ist bis jetzt in dem Verstand des Schreibers noch nicht beseitigt
worden durch Strahlen von der göttlichen Wahrheit direkt aus dem Worte Gottes:
"Leben!
Ein großes Geheimnis! Wer wir sagen: Wozu braucht Gott diesen armseligen Ton?
Geformt aus seiner Hand mit mächtiger Geschicklichkeit- Verstand, Materie,
Seele und einem sturen Willen; Geboren, aber am Sterben: sicheres Schicksal-der
Tod. Dann, wohin, wohin flieht dieser Atem? Niemand von all den zahllosen
Menschen, welche leben und sterben und lange leiden, kehrt zurück, um den
großen Plan zu erzählen- die Zukunft, welche Dir und mir gehört. Wir bitten
Dich, o Gott! um einige neue Lichtstrahlen, damit unser Weg erleuchtet wird;
nicht auf Glauben gegründet, sondern auf klarer Sicht, um diese dunklen Wolken
der Nacht zu vertreiben; dieser Zweifel, diese Angst, diese bebende Furcht;
diese Gedanken, die trüben unsere Segnungen hier. Der ruhelose Verstand,
welcher hin und her geworfen wird, verwirft die Glaubenssätze des Tages, welche
durch sich widersprechende Sekten und Schulen gelehrt werden, um den Verstand
mit ihren Regeln zu fesseln. Wir trachten danach, Dich zu erkennen, wie Du
bist- unseren Platz bei Dir-und dann die Rolle, welche wir in diesem
phantastischen Plan spielen, unendlicher Schöpfer. Hebe den Vorgang hoch,
welcher die Sicht verdeckt; befehle erneut: Es werde Licht! Offenbare diese
Geheimnisse deines Thrones; wir suchen in der Finsternis nach dem
Unbekannten."
Wir antworten
an diesen:
Es wird bald
gesagt werden, das Geheimnis des Lebens ist unverschlüsselt, welche Freude hat
Gott in seinem armseligen Ton, geformt aus seiner Hand mit mächtiger
Geschicklichkeit, in seinem Ebenbild ausgezeichnet-Verstand und Willen; nicht
geboren, um zu sterben-nein, eine zweite Geburt folgt auf den Satz-"Erde
zu Erde." Einer von all den mächtigen Heerscharen, welcher lebte und starb
und viel erlitt, wurde auferweckt und beweist Gottes großartigen Plan. -
Deshalb gehört die Zukunft Dir und mir. Sein Wort gibt diese neue Lichtstrahlen
bekannt, um uns auf unserem Weg zu leiten; jetzt auf Glauben gegründet, aber
zuversichtlich in Aussicht, diese dunklen Wolken der Nacht vertreibend, diesen
Zweifel, diese Angst, diese bebende Furcht, diese Gedanken, welche unsere
Segnungen hier betrübt haben. Jetzt, Herr, verwirft dieser Verstand, welcher
hin und her geworfen war, die Glaubenssätze dieser Zeit, welche von den
verschiedenen Sekten und Schulen gelehrt wurde, um den Verstand mit ihren
Regeln zu fesseln, Man suche und lerne Dich kennen, wie Du bist, unseren Platz
bei Dir und dann die Rolle, die wir in diesem phantastischen Plan spielen, unendlicher
Schöpfer. Hebe den Vorhang hoch, offenbare völlig, denjenigen, die in des
Himmels Licht wandeln, das herrliche Geheimnis von deinem Thron, verborgen seit
Zeitaltern, jetzt aber bekannt gemacht.
Solch ein Segen
kommt jetzt zu der Welt durch die Entfaltung der göttlichen Absicht und der
Öffnung des göttlichen Wortes, von dessen Segen und Offenbarung dieser Band ein
Teil ist, wie wir zuversichtlich sind.
Derjenige,
welcher sich von bloßer menschlicher Mutmaßung wegwendet und seine Zeit auf das
Suchen in der Schrift verwendet und dabei seinen Verstand nicht ausschließt,
den zu gebrauchen Gott geradezu einlädt (Jes. 1:18), der wird feststellen, daß
ein gesegneter Bogen der Verheißung die
Himmel umspannt. Es ist ein Fehler anzunehmen, daß solche, die ohne Glauben und
infolgedessen ohne Rechtfertigung sind, in der Lage sind, die Wahrheit klar zu
erfassen: Für solche ist es nicht. Der Psalmist sagt: "Licht (Wahrheit)
ist gesät dem Gerechten." (Psl. 97:11) Für das Kind Gottes ist eine Leuchte
bereitet, deren Licht von seinem Wege viel Dunkelheit verscheucht. "Dein
Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege." (Psl.
119:105) Aber es ist nur ,, der Pfad der Gerechten", der immer
"heller leuchtet bis zum vollen Tag." (Spr. 4:18) In Wirklichkeit
gibt es keinen Gerechten; "da ist nicht, der gerecht sei, auch nicht
einer" (Röm. 3:10); die "durch den Glauben Gerechtfertigten"
sind damit gemeint. Diesen allein ist das Vorrecht gegeben, auf dem heller und
heller werdenden Pfad zu wandeln-und nicht nur die gegenwärtigen Entfaltungen
des Planes Gottes, sondern auch die Dinge zu sehen, die kommen. Während es wahr
ist, daß der Pfad eines jeden einzelnen Gläubigen wie ein Licht ist, so gilt
die besondere Anwendung dieser Aussage jedoch den Gerechten (Gerechtfertigten)
als einer Klasse. Patriarchen, Propheten, Apostel und Heilige der
Ver-gangenheit und Gegenwart wandelten in seinem zunehmenden Licht; und dieses
Licht wird auch noch über die Gegenwart hinaus-"bis zum vollen Tag"
hin-zunehmen. Es ist ein sich fortsetzender Pfad, und auf ihm leuchtet das
beständig heller leuchtende Licht als die göttliche Urkunde, so wie es an der
Zeit ist.
Darum
"freuet euch des Herrn, ihr Gerechten", erwartend die Erfüllung
seiner Verheißung. Viele haben so wenig Glauben, daß sie nicht nach mehr Licht
suchen, und wegen ihrer Untreue und ihrer Gleichgültigkeit ist es zugelassen,
daß sie in der Finsternis sitzen bleiben, während sie in dem zunehmenden Lichte
hätten wandeln können.
Der Geist
Gottes, gegeben um die Herauswahl in die ganze Wahrheit zu leiten, wird von dem
nehmen, was geschrieben steht, und es uns offenbaren; aber über das hinaus, was
geschrieben steht, bedürfen wir nichts, denn die Heilige Schrift ist fähig, uns
weise zu machen für unsere Errettung durch den Glauben, der in Christus Jesus
ist. -2. Tim. 3:15
Während es
immer noch wahr ist, daß ,, Finsternis die Erde bedeckt und Dunkel die
Völker", so wird die Welt jedoch nicht immer in diesem Zustand verbleiben,
Wir sind gewiß, daß "der Morgen kommt" (Jes. 21:12). Wie Gott jetzt
die natürliche Sonne über Gerechte und Ungerechte scheinen läßt, so wird im
Tausendjahrtag die Sonne der Gerechtigkeit scheinen zum Heil der ganzen Welt
und "ans Licht bringen, was im Finstern verborgen ist". (1. Kor.
4:5) Sie wird die schädlichen Dünste
des Bösen zerstreuen und Leben, Gesundheit, Friede und Freude bringen.
Wenn wir zurück
in die Vergangenheit blicken, so finden wir, daß damals das Licht nur schwach
leuchtete. Dunkel und unbestimmt waren die früheren Verheißungen. Die dem
Abraham gegebenen Verheißungen und andere, vorbildlich in dem Gesetz und den Anordnungen
des fleischlichen Israel dargestellt, waren nur Schatten und gaben nur eine
schwache Vorstellung von Gottes wunderbaren und herrlichen Plänen. Sobald wir
die Tage von Jesus erreichen, nimmt das Licht zu. Bis dahin war die höchste
Erwartung die gewesen, daß Gott einen Erretter senden würde, der Israel von
seinen Feinden befreien und sie zur ersten Nation der Erde erhöhen würde, in
welcher Stellung der Macht und des Einflusses Gott sie benutzen würde als sein
Werkzeug in der Segnung aller Geschlechter der Erde. Das ihnen angebotene
Erbteil in dem Königreich Gottes war so unterschiedlich in dem Zustand, welcher
gefordert wurde, von dem, was sie erwartet hatten, und die Aussichten für die
"kleine Herde", die auserwählt wurde, waren äußerlich und menschlich
betrachtet so unwahrscheinlich, daß sie jemals die verheißene Größe erreichen
würden, daß dadurch alle, mit Ausnahme der Wenigen, der frohen Botschaft
gegenüber verblendet wurden. Und ihre Blindheit und Feindseligkeit ihr
gegenüber nahm natürlich noch zu, als in dem Fortgang des Planes Gottes die
fest bestimmte Zeit kam, um die Botschaft auszuweiten, und die Einladung, an
dem verheißenen Königreich teilzuhaben und durch die Ausübung des Glaubens zu
einem Kind des gläubigen Abraham und zu einem Erben der ihm gegebenen
Verheißung zu werden, an jedes Geschöpf unter dem Himmel erging.
Als aber das
Evangelium, welches Jesus verkündigt hatte, nach Pfingsten verstanden wurde,
wurde von der Herauswahl erkannt, daß die Segnungen für die Welt von
andauerndem Charakter sein sollten und daß zur Vollendung dieser Absicht das
Königreich ein geistiges sein wird und aus "rechten Israeliten",
einer "kleinen Herde", bestehen würde, die sowohl aus Juden als auch
aus den Nationen heraus gewählt werden, um zur geistigen Natur und Macht erhöht
zu werden. Daher lesen wir, daß Jesus Leben und Unsterblichkeit an das Licht
gebracht durch das Evangelium. (2. Tim. 1:10) Und noch helleres Licht leuchtet
seit Jesus Tagen, wie er es selbst vorausgesagt hatte:
"Ich habe
euch noch viel zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener,
der Geist der Wahrheit, kommen wird, der wird euch in die ganze Wahrheit
leiten, ... und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen." -Joh. 16:12,
13
Nachdem die
Apostel entschlafen waren, kam jedoch eine Zeit, da die Mehrzahl in der
Herauswahl ihre Lampen zu vernachlässigen anfingen und nach menschlichen
Lehrern um Führung ausschaute; und diese Lehrer, von Hochmut aufgeblasen,
nahmen Titel und Ämter an und begannen, über Gottes Erbe zu herrschen. Danach
wurde durch Rangordnungen ein besonderer Stand ins Leben gerufen, "die
Geistlichkeit" genannt, die sich selbst als geeignete Führer in Glauben
und Leben ansahen und von anderen so angesehen wurden, und die das Wort Gottes
beiseite geschoben haben. Auf diese Weise wurde mit der Zeit das große System
des Papsttums hervorgebracht durch diese unpassende Wertschätzung für die
Lehren fehlbarer Menschen und durch die Vernachlässigung des Wortes des
unfehlbaren Gottes.
Die üblen
Auswirkungen sind tatsächlich sehr ernst gewesen, die durch diese
Vernachlässigung der Wahrheit entstanden sind. Wie alle wissen sind sowohl die
Kirche als auch die zivilisierte Welt durch jenes System fast vollständig
versklavt und zur Anbetung menschlicher Überlieferungen und
Glaubensbekenntnisse geführt worden. Aus dieser Sklaverei heraus wurde ein
starker und gesegneter Streit für die Freiheit und für die Bibel geführt durch
das, was man als die Reformation kennt. Gott erweckte starke Verfechter für
sein Wort, unter ihnen waren Luther, Zwingli, Melanchton, Wycliff, Knox und
andere. Diese lenkten die Aufmerksamkeit auf die Tatsache hin, daß das Papsttum
die Bibel beiseite geschoben und sie mit Glaubensbekenntnissen und
Glaubenssätzen der Kirche ersetzt hatte, und sie zeigten einige der falschen
Lehren und verkehrten Gebräuche des Papsttums auf, indem sie zeigten, daß diese
auf Menschentradition aufgebaut worden waren und mit dem Worte Gottes, der
Wahrheit, im Widerspruch stehen.
Diese
Reformatoren und ihre Nachfolger wurden ,, Protestanten" genannt, weil sie
gegen das Papsttum öffentlich protestiert hatten und Gottes Wort als die
einzige sichere Richtschnur des Glaubens und Lebens anerkannten. Viele treue
Seelen wandelten in den Tagen der Reformation im Licht, so weit es damals
leuchtete. Aber seit ihren Tagen haben die Protestanten wenig Fortschritte
gemacht, weil sie, statt im Lichte zu wandeln, sich um ihre geliebten Lehrer
geschart hatten und nur so viel sehen wollten, als diese sahen, und nicht mehr.
Sie setzten ihrem Fortschritt auf dem Wege der Wahrheit Grenzen und zäunten
dadurch mit dem kleinen Teil Wahrheit, den sie besaßen, einen große Menge
Irrtum ein, den sie von der "Mutterkirche" mitgebracht hatten. Für
diese vor vielen Jahren gebildeten Glaubensbekenntnisse hat die Mehrheit der
Christen eine abergläubische Ehrerbietung, meinend, man könne heutzutage nicht
mehr über Gottes Plan erkennen, als die Reformatoren damals erkannt haben.
Dieser Fehler
ist teuer zu stehen gekommen. Denn abgesehen von der Tatsache, daß damals nur
wenige Grundwahrheiten aus dem Schutthaufen des Irrtums wiedergefunden wurden,
gibt es besondere Züge der Wahrheit, die fortwährend fällig und zeitgemäß
werden, und durch ihre Zäune in Form der Glaubensbekenntnisse sind diesen
Christen diese Wahrheiten vorenthalten geblieben. Um das zu verdeutlichen: Es
war die Wahrheit in Noahs Tagen, daß eine Flut kommen wird, die den Glauben von
allen denen erforderte, die damals im Lichte wandelten, während Adam und andere
nichts davon gewußt haben. Es wäre nicht die Wahrheit, jetzt zu predigen, daß
eine Flut kommt, aber es gibt andere Wahrheiten, die fortwährend an der Zeit
sind, fällig und erkannt zu werden, welche wir, wenn wir im Licht der Leuchte
wandeln, erkennen sollen. Wenn wir also all das Licht hätten, das vor mehreren
hundert Jahre zeitgemäß war und weiter nichts, so wären wir in deutlicher
Finsternis.
Gottes Wort ist
eine große Vorratskammer für die hungrigen Pilger auf dem leuchtenden Pfad. Es
gibt in ihr Milch für Säuglinge und starke Speise für die mehr Entwickelten (1.
Pet. 2:2; Hebr. 5:14); und nicht nur dies, die Bibel enthält auch die Speise,
welche den verschiedenen Zeiten und Zuständen angemessen ist; und Jesus sagte,
daß der treue Knecht Speise zur rechten Zeit für den Haushalt des Glaubens
hervorbringen wird -" Altes und
Neues" aus der Vorratskammer. (Luk. 12:42; Matth. 13:52) Es wäre
unmöglich, solche Dinge aus dem Glaubensbekenntnis oder der Vorratskammer
irgendeiner Sekte hervorzubringen. Etwas Altes und Gutes möchten wir wohl aus
jeder hervorbringen, aber nichts Neues. Die in den Glaubensbekenntnissen der
verschiedenen Sekten enthaltene Wahrheit ist so mit Irrtum vermischt und davon
bedeckt, daß die in ihr wohnende Schönheit und ihr wahrer Wert nicht zu
erkennen sind. Die verschiedenen Glaubensbekenntnisse widersprechen sich
ständig und sind grundsätzlich verschieden; und weil jedes behauptet, es gründe
sich auf die Bibel, so wird die Gedankenverwirrung und der offensichtliche
Widerspruch dem Worte Gottes zur Last gelegt. Dies hat das Sprichwortes
entstehen lassen: "Die Bibel ist eine alte Fiedel, auf der man jede
Melodie spielen kann."
Wie drückt das
doch den Unglauben unserer Zeit aus, verursacht durch falsche Darstellungen des
Wortes und des Charakter Gottes durch menschliche Überlieferungen, zusammen mit
der Zunahme an Erkenntnis, die sich nicht länger in blinder und abergläubischer
Ehrfurcht vor den Meinungen der Mitmenschen beugen will, sondern einen Grund
fordert für die Hoffnung, die in uns ist. Der treue Bibelforscher sollte immer
in der Lage sein, einen Grund für "die Hoffnung zu geben, die in ihm
ist". (1. Pet. 3:15) Das Wort Gottes allein ist in der Lage, "uns
weise zu machen zur Errettung und ist nützlich zur Lehre, zur Überführung, auf
daß der Mensch Gottes vollkommen sei
und durch und durch fest gegründet sei." (2. Tim. 3:l5-17 nach der
King-James-Übersetzung). Nur diese Vorratskammer enthält einen unerschöpflichen
Vorrat sowohl von Altem als auch Neuem-der Speise zur rechten Zeit für den
Haushalt. Sicherlich wird keiner behaupten, der dem Schriftworte glaubt, daß
der ,, Pfad des Gerechten" immer heller leuchtet ,, bis zum vollen
Tag", daß der volle Tag zu Luthers Zeiten herbei gekommen war; und deshalb
ist es richtig für uns, wenn wir auf unsere Leuchte achthaben, ,, als auf ein
Licht, das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbreche". -2.
Pet. 1:19
Doch ist es
nicht genug, daß wir uns jetzt auf dem Pfade des Lichts befinden; wir müssen
auch fortwährend ,, im Lichte wandeln", Fortschritte machen, ansonsten wird
das Licht, das nicht stille hält, vorwärts eilen und uns in Finsternis
zurücklassen. Die Schwierigkeit bei vielen ist, daß sie sich hinsetzen und
nicht dem Pfade des Lichts weiter folgen. Nimm eine Konkordanz (alphabetisches
Wörterverzeichnis zum Aufsuchen von Bibelstellen) und prüfe die Texte unter den
Worten Sitzen und Stehen, und dann vergleiche sie mit denen unter Wandeln und
Laufen, und du wirst einen gewaltigen Gegensatz herausfinden: Menschen
"sitzen in Finsternis" und ,, unter den Spöttern", aber ,,
wandeln im Licht" und ,, laufen nach dem Kleinod". - Jes. 42:7; Psl. 1:1; Hebr. 12:1
Die
Vollkommenheit in der Erkenntnis ist nicht eine Sache der Vergangenheit,
sondern der Zukunft-wir glauben zuversichtlich, der sehr nahen Zukunft; und bis
wir diese Tatsache erkennen, sind wir unvorbereitet, um neue Entfaltungen des
Planes unseres Vaters zu würdigen und zu erwarten. Wohl ist es wahr, daß wir
noch immer auf die Worte der Propheten und der Apostel zurückgehen, um eine
ganze Erkenntnis der Gegenwart und Zukunft zu erlangen; dies geschieht zwar
nicht, weil sie Gottes Pläne und Absichten immer besser verstanden hätten als
wir, sondern weil Gott sie als seine Mundstücke gebraucht hat, um uns und der
ganzen Herauswahl während des Evangeliumszeitalters die Wahrheit mitzuteilen,
die sich auf seinen Plan bezieht, sobald sie fällig und zeitgemäß geworden ist.
Diese Tatsache
wird vielfach durch die Apostel bewiesen. Paulus sagt uns, daß Gott der
Herauswahl des Evangeliums das Geheimnis seines Willens kundgetan hat, das Er
bei sich selbst zuvor beschlossen hatte, und welches Er nie zuvor geoffenbart
hatte, obgleich Er es in dunklen Sprüchen niedergelegt hatte, welche nicht eher
verstanden werden konnten bis die rechte Zeit dafür herbei gekommen war, um die
Augen unseres Verständnisses zum Erfassen und Wertschätzen der "hohen
Berufung" zu öffnen, die ausschließlich für Gläubige dieses
Evangeliumszeitalters bestimmt ist. ( Eph 1:9, 10,17, 18; 3:4-6) Dies zeigt uns
klar und deutlich, daß weder die Propheten noch die Engel die Bedeutung der von
ihnen ausgesprochenen Prophezeiungen verstanden haben. Petrus sagt uns, daß,
als sie begierig danach forschten, um ihre Bedeutung zu erkennen, Gott ihnen
sagte, daß die in ihren Prophezeiungen verborgenen Wahrheiten nicht für sie
selbst bestimmt seien, sondern für uns im Evangeliumszeitalter. Und er ermahnt
die Herauswahl, in dieser Richtung noch weitere Gnade (Gunst, Segen) -noch mehr
Erkenntnis über Gottes Plan zu erhoffen. -1. Pet. 1:10-13
Es ist ganz
offensichtlich, daß, obwohl Jesus verheißen hat, daß die Herauswahl in die
ganze Wahrheit geleitet werden wird, dies eine allmähliche Entfaltung gewesen
ist. Wenn auch die Herauswahl in den Tagen der Apostel frei war von vielen der
Irrtümer, die unter und in dem Papsttum aufgekommen sind, so können wir
trotzdem nicht annehmen, daß die frühe Herauswahl einen so tiefen oder
deutlichen Einblick in den Plan Gottes hatte, als es heutzutage möglich ist. Es
ist ebenso offensichtlich, daß die verschiedenen Apostel in unterschiedlichem
Ausmaß Einblick in Gottes Plan gehabt haben, obgleich alle ihre Schriften von
Gott überwacht und eingegeben waren, gleichwie wie dies wahr gewesen ist von
den Worten der Propheten. Um den Unterschied an Erkenntnis zu erläutern,
brauchen wir nur an das schwankende Verhalten des Petrus und der anderen
Apostel für eine kurze Zeit zu erinnern, mit Ausnahme des Paulus, als das
Evangelium anfing, zu den Nationen zu gehen. (Apg. 10:28; 11:1-3; Ga 2:11-14) Die Unsicherheit von Petrus war
in einem bemerkenswerten Gegensatz zu der Gewißheit von Paulus, welche aus den
Worten der Propheten und aus Gottes früheren Handlungen mit ihm und aus der
direkten Offenbarungen an ihn eingegeben worden war.
Paulus hatte
ganz offensichtlich reichlichere Offenbarungen empfangen als irgend ein anderer
Apostel. Es war ihm nicht erlaubt, diese Offenbarungen der Herauswahl
mitzuteilen, noch sie völlig und klar selbst den anderen Aposteln
bekanntzugeben (2. Kor. 12:4; Ga 2:2);
dennoch können wir den Wert für die gesamte Herauswahl in den Visionen und
Offenbarungen erkennen, welche dem Paulus gegebenen worden sind; denn obwohl es
ihm nicht erlaubt war, zu sagen, was er sah, noch im Einzelnen alles zu erklären, was er von Gottes
Geheimnissen über die "Zeitalter, die kommen", wußte, so gab doch
das, was er gesehen hatte, seinen Worten eine kräftige und tiefe Bedeutung, in
welcher die Einzelheit für uns mehr klar erkennbar werden in dem Lichte der
darauffolgenden Ereignisse und der prophetischen Erfüllungen und unter der
Leitung des Geistes, als wie es in der frühen Herauswahl möglich war.
Zur
Bekräftigung der vorangegangenen
Aussage erinnern wir an das letzte Buch der Bibel-die Offenbarung, die
ungefähr im Jahre 96 n. Chr. geschrieben wurde. Die einleitenden Worte kündigen
eine besondere Offenbarung solcher Dinge an, die vorher nicht verstanden
wurden. Dies beweist eindeutig, daß Gottes Plan, bis zu jener Zeit wenigstens,
noch nicht vollständig geoffenbart worden war. Ebensowenig ist das Buch bis auf
diesen Tag das gewesen, was sein Name andeutet: eine Entfaltung, eine
Offenbarung. Soweit die frühe Herauswahl in Betracht kommt, so hat
wahrscheinlich niemand irgend einen Teil des Buches verstanden. Selbst
Johannes, der die Visionen sah, kannte wahrscheinlich nicht die Bedeutung
dessen, was er sah. Er war beides zugleich, ein Prophet und ein Apostel; und
während er als Apostel das verstand und lehrte, was damals "Speise zur
rechten Zeit" war, verkündigte er als Prophet Dinge, die erst in der
Zukunft den Haushalt des Glaubens mit ,, Speise zur rechter Zeit"
versorgen würden.
Während des
Evangeliumszeitalters versuchten einige der Heiligen durch Erforschung dieses
sinnbildlichen Buches die Zukunft der Herauswahl zu verstehen, und zweifellos
wurden alle, die es gelesen haben, wie es verheißen war, reichlich gesegnet,
auch wenn sie nur einen Teil seiner Lehren verstanden haben. (0ffb. 1:3) Das
Buch öffnete sich solchen immer mehr, und in den Tagen der Reformation war es
ein wichtiges Hilfsmittel für Luther, um das Papsttum, dessen aufrichtiger
Diener er gewesen war, als den wirklichen, vom Apostel erwähnten ,,
Antichrist" zu erkennen, dessen Geschichte einen sehr großen Teil dieser
Prophezeiung ausfüllt, wie wir jetzt sehen.
Auf diese Weise
eröffnet Gott ganz allmählich seine Wahrheit und offenbart uns den überaus
großen Reichtum seiner Gnade; und folglich ist jetzt mehr Licht an der Zeit
fällig und zeitgemäß zu werden, als in irgend einer vorangegangenen Zeit in der
Geschichte der Herauswahl.
"Wir
werden immer neue Schönheiten sehen, und das Licht wird immer mehr
leuchten."
Mut! Der Morgen
bricht an.
Obwohl die
Nacht dunkel und trüb ist, obwohl der Weg lang und ermüdend ist, der Morgen
wird dir Licht und Ermutigung bringen; Kind, blicke hinauf, der Morgen ist
nahe.
Obwohl deine
Augen vor Traurigkeit weinen, obwohl die Nacht über dir wacht, Gott wird deine
Tränen abwischen, deine Dunkelheit in den Tag umwandeln.
Obwohl dein
Geist schnell ermattet, obwohl die Stunden so langsam vergehen, der Morgen
bringt ein herrliches Fest herbei; Du wirst als ein geehrter Gast dabei sitzen.
STUDIE II.
—Das Dasein eines allerhöchsten intelligenten
Schöpfers
nachgewiesen.
Beweise
außerhalb von der Bibel im Lichte der Vernunft geprüft. -Eine unhaltbare
Theorie.- Eine vernünftige Anschauung.
-Gottes Charakter dargestellt. -Vernünftige Schlussfolgerungen.
Der unbefangene
und verständige Denker wird durch ein vernünftiges und aufrichtiges Erforschen
des Unbekannten in dem Lichte bekannter Tatsachen selbst vom Standpunkte des
Zweiflers aus in die Richtung der Wahrheit geführt. Aber es ist offensichtlich,
daß sich der Mensch ohne eine direkte Offenbarung der Pläne und Absichten
Gottes der Wahrheit nur nähern und nur zu ungewissen Schlußfolgerungen gelangen
kann. Doch laßt uns für einen Augenblick die Bibel beiseite legen und die Dinge
allein vom Standpunkte des Verstandes aus betrachten.
Derjenige,
welcher mit einem Fernrohr oder auch nur mit seinem natürlichen Auge zum Himmel
hinaufblickt und die Unermeßlichkeit der Schöpfung, ihre Gleichmäßigkeit, ihre
Schönheit, ihre Ordnung, ihre Harmonie und ihre Vielseitigkeit sieht und dann
noch daran zweifelt, daß der Schöpfer dieser Dinge sowohl an Weisheit als auch
an Macht weit über ihm steht, oder wer für einen Augenblick annehmen kann, daß
solche Ordnung durch Zufall ohne einen Schöpfer zustande kam, der hat die
Fähigkeit seines Verstandes so weit verloren oder beiseite gelegt, daß er mit
Recht als das betrachtet wird, was die Bibel ihn nennt, einen Toren (einen, der
keinen Verstand hat oder ihn nicht gebraucht): ,, Der Tor spricht in seinem
Herzen: Es ist kein Gott." Wie dem auch immer sei, jeder Verständige muß
wenigstens zugeben, daß vieles in der Bibel wahr ist; denn es ist eine selbstverständliche
Wahrheit, daß Wirkungen ihre entsprechenden Ursachen haben müssen, Jede Pflanze
und jede Blume spricht Bände zum Zeugnis zu diesem Thema.
Kompliziert im
Aufbau, überaus schön in ihrer Form und Beschaffenheit, alles zeugt von
übermenschlicher Weisheit und Geschicklichkeit. Wie kurzsichtig ist die
Ungereimtheit derjenigen, welche von menschlicher Geschicklichkeit und
überragender menschlicher Veranlagung prahlen und die Regelmäßigkeit,
Gleichförmigkeit und Harmonie der Natur anerkennen, und welche die Gesetze der
Natur kennen, aber gleichzeitig leugnen, daß die Natur einen intelligenten
Gesetzgeber hat.
Einige von
denen, welche das Daseins eines intelligenten Schöpfers leugnen, behaupten, daß
die Natur der alleinige Gott sei und daß alle Formen der Entwicklungen von Tier
und Pflanze von der Natur aus hervorgebracht worden seien ohne die Anordnung
eines intelligenten Wesens und, wie sie sagen, allein von dem Gesetz regiert
werde, daß in dem Fortgang der Evolution der Stärkere den Schwächeren überlebt.
Diese Theorie
ermangelt jeglichen Beweises; denn überall um uns herum sehen wir, daß die
verschiedenartigen Geschöpfe fest bestimmte Naturen besitzen, die sich nicht zu
höheren Naturen fortentwickeln; und obwohl die Vertreter dieser Theorie auch
wiederholte Versuche angestellt haben, so ist es ihnen doch weder gelungen, die
verschiedenen Gattungen zu vermischen, noch eine neue feste Art
hervorzubringen. Kein Fall ist bekannt, wo eine Art sich in eine andere
verwandelt hat. (Um einiger Leser willen bemerken wir, daß solche Veränderungen
wie die Verwandlung der Raupen in Schmetterlinge keine Veränderungen der Natur
sind; die Raupe ist nur die aus dem Ei des Schmetterlings ausgekrochene Larve.)
Obwohl es Fische gibt, die einen Augenblick lang ihre Flossen als Flügel
gebrauchen und aus dem Wasser fliegen und Frösche singen können, hat man doch
noch nie erlebt, daß sie sich in Vögel verwandelt haben; und wenn es auch in
der Tierwelt einige gibt, welche eine geringfügige Ähnlichkeit mit dem Menschen haben, so fehlt doch der
Nachweis gänzlich, daß
sich der Mensch
aus solchen
Geschöpfen entwickelt habe. Im Gegenteil beweisen Untersuchungen, daß, obwohl
unterschiedliche Vielseitigkeiten in derselben Gattung hervorgebracht werden
können, es aber unmöglich ist, die verschiedenen Gattungen zu vermischen oder
eine aus der anderen hervorzubringen. Aus demselben Grund kann man vom Esel und
Pferd, obgleich sie einander ähnlich sind, nicht behaupten, sie seien verwandt,
denn es ist sehr gut bekannt, daß ihre Nachkommen unvollkommen sind und sich
auch nicht fortpflanzen können.
Wenn die
unvernünftige Natur der Schöpfer oder Entwickler wäre, so würde sie sicherlich
den Entwicklungsgang fortsetzen, und dann würde es nichts dergleichen wie eine
fest bestimmte Gattung geben, da ohne Intelligenz nichts zu feststehenden
Zuständen gelangen würde. Die Fortentwicklung, die Evolution, würde heutzutage
noch eine Tatsache sein, und um uns herum würden wir sehen, wie Fische zu
Vögeln und Affen zu Menschen werden. Diese Theorie, schließen wir daher, ist
sowohl wider den menschlichen Verstand als auch wider die Bibel, weil diese
Theorie behauptet, daß intelligente Wesen von einer Macht erschaffen wurden,
welche keine Intelligenz hat.
Eine Theorie in
bezug auf die Schöpfung (den Menschen ausgenommen) durch eine Fortentwicklung,
gegen die wir keine ernsteren Bedenken haben, stellen wir kurz wie folgt dar:
Es wird angenommen, daß die
verschiedenen Gattungen der Gegenwart fest und unveränderlich sind, soweit die
Natur oder die Art betrachtet wird, und obwohl die gegenwärtigen Naturen noch zu einem viel höheren Standpunkt, bis zur
Vollkommenheit hin, gebracht werden mögen, so werden diese Gattungen oder
Naturen für immer dieselben bleiben. Diese Theorie nimmt ferner an, daß keine
dieser fest bestimmten Gattungen ursprünglich so erschaffen waren, sondern daß
sie in ferner Vergangenheit durch die Erde entwickelten wurden, und zwar durch
eine allmähliche Evolution aus einer Form in die andere. Diese Evolutionen,
nach göttlich festgelegten Gesetzen, bei welchen die Veränderungen in der
Nahrung und in dem Klima eine wichtige Teil gespielt haben, mag sich
fortgesetzt haben bis die fest bestimmten Gattungen, so wie sie jetzt zu sehen
sind, erreicht waren, worüber hinaus ein Wechsel unmöglich ist, nachdem die
endgültige Absicht des Schöpfers in dieser Hinsicht allem Anschein nach
erreicht worden ist.
Obgleich jede
der verschiedenen Pflanzen- und Tierfamilien der Verbesserung oder
Verschlechterung fähig ist, so ist es doch unmöglich, sie in andere Arten oder
Familien zu verwandeln oder aus ihnen andere hervorzubringen. Wenn auch jede
derselben die Vollkommenheit ihrer eigenen fest bestimmten Natur erreichen mag,
so ist doch die Absicht des Schöpfers erreicht worden und ein weiterer Wechsel
in dieser Hinsicht ist unmöglich.
Es wird
behauptet, daß die ursprünglichen Pflanzen und Tiere, von denen die gegenwärtigen,
fest bestimmten Arten stammen, vor der Erschaffung des Menschen untergegangen
sind. Skelette und Versteinerungen von jetzt nicht mehr vorhandenen Tieren und
Pflanzen, tief unter der Erdoberfläche gefunden, begünstigen diese Theorie.
Diese Ansicht vernachlässigt und verwirft in keinster Weise die Schriftlehre,
daß der Mensch eine direkte und vollkommene Schöpfung war und in dem geistigen
und moralischen Ebenbild seines Erschaffers erschaffen worden ist und nicht das
Ergebnis eines Entwicklungsvorganges ist, den die übrige Schöpfung
wahrscheinlich miteinander teilte. Diese Ansicht macht in keinster Weise die
Behauptung der Bibel hinfällig, sondern stützt sie vielmehr, daß die Natur, wie
sie heute ist, lehrt, daß ein intelligentes Wesen sie anordnete und ihre erste
Ursache war. Laßt die menschliche Vernunft ihr Bestes tun, um bekannte
Tatsachen auf vernunftgemäße und passende Ursachen zurückzuführen und dabei in
jedem Fall den Naturgesetzen volle Rechnung tragen; aber im Hintergrund von all
der verwickelten Maschinerie der Natur ist die Hand seines großen Urhebers, der
intelligente, allmächtige Gott.
Deshalb
behaupten wir, daß das Dasein eines intelligenten Schöpfers eine klar bewiesene
Wahrheit ist. Der Beweis dafür liegt überall um uns herum; ja, auch in uns,
denn wir selbst sind sein Werk, und jede Fähigkeit unseres Geistes und Körpers
zeugt von einer wundervollen Geschicklichkeit, welche jenseits unseres
Verständnisses liegt. Er ist auch der Entwerfer und Schöpfer dessen, was wir
Natur nennen. Wir behaupten, daß er die Gesetze der Natur geordnet und
festgelegt hat, deren herrliches und harmonisches Zusammenwirken wir sehen und
bewundern. Diesen Einen, dessen Weisheit das Weltall geplant, und dessen Macht
es erhält und leitet, dessen Weisheit und Macht unser eigenes Verstehen so
unermeßlich übersteigen, diesen Einen verehren und bewundern wir, wenn auch
unbewußt oder instinktiv.
Das Dasein
dieses mächtigen Gottes zu erkennen, heißt aber vor seiner allmächtigen Kraft
zu erbeben, bis wir erkennen können, daß er auch seiner Macht entsprechend von
Wohlwollen und Güte erfüllt ist. Von dieser Tatsache werden wir völlig durch
denselben Beweis überzeugt, welcher sein Dasein, seine Macht und seine Weisheit
beweist. Nicht nur sind wir zu der Schlussfolgerung gezwungen, daß es einen
Gott gibt und daß seine Macht und Weisheit unermeßlich weit über uns stehen,
sondern unsere Vernunft zwingt uns auch zu der Schlussfolgerung, daß das größte
erschaffene Ding seinem Schöpfer nicht überlegen ist; folglich müssen wir
schließen, daß die größte Kundgebung von Wohlwollen und Gerechtigkeit unter den
Menschen derjenigen des Schöpfers an Entfaltungsmöglichkeit untergeordnet ist,
ebenso wie des Menschen Weisheit und Macht der seinigen nachstehen. Und auf
diese Weise haben wir vor unserem Geiste den Charakter und die Eigenschaften
des großen Schöpfers. Er ist weise, gerecht, liebend und mächtig: und die
Entfaltungsmöglichkeit seiner Eigenschaften ist natürlich unendlich größer als
die seiner großartigsten Schöpfung.
Doch weiter: Da
wir hinsichtlich des Daseins und des Charakters unseres Schöpfers zu dieser
vernunftgemäßen Schlussfolgerung gekommen sind, lasst uns fragen, was sollten
wir von solch einem Wesen erwarten? Die Antwort ist, daß der Besitz solcher
Eigenschaften vernünftigerweise ihre Ausübung, ihren Gebrauch erkennen lässt.
Gottes Macht muß ausgeübt werden, und zwar in Harmonie mit seinem eigenen
Charakter, welcher weise, gerecht und liebevoll ist. Was immer die Mittel zu
diesem Zweck sein mögen, was auch immer die Wirkung von Gottes Macht sein mag,
das abschließende Ergebnis muß mit seinem
Wesen und Charakter im Einklang stehen, und jeder Schritt muß die
Zustimmung seiner unendlichen Weisheit haben.
Was könnte
vernünftiger sein als die Ausübung der Macht, wie wir sie um uns herum in der
Schöpfung des Weltalls und in der wundervollen Vielfalt der Erde geoffenbart
sehen? Was könnte vernünftiger sein als die Erschaffung des Menschen,
ausgestattet mit Vernunft und Urteilsvermögen, fähig, seines Schöpfers Werke zu
würdigen, und über seine Geschicklichkeit-seine Weisheit, Gerechtigkeit, Macht
und Liebe-nachzusinnen? Alles dies ist vernunftgemäß und vollkommen in
Übereinstimmung mit den uns bekannten Tatsachen.
Und nun kommt
unser Schlusssatz. Ist es nicht vernünftig, anzunehmen, daß solch ein unendlich
weises und gutes Wesen, welches ein Geschöpf erschaffen hat, das imstande ist,
ihn und seinen Plan zu begreifen, durch seine Liebe und Gerechtigkeit bewegt
worden ist, das von ihm selbst in die Natur jenes Geschöpfes eingepflanzte
Verlangen zu stillen und ihm eine solche Offenbarung zu geben? Wäre es nicht
ganz vernunftgemäß, anzunehmen, daß Gott den Menschen über den Zweck ihres
Daseins und seiner Pläne für ihre Zukunft Auskunft gäbe? Im Gegenteil, fragen
wir, würde es nicht geradezu unvernünftig sein, zu denken, daß solch ein
Schöpfer ein Geschöpf wie den Menschen macht, ihn ausstattet mit Vernunft, über
die Zukunft nachzudenken, und ihm doch keine Offenbarung seiner Pläne gibt, um
diesem Verlangen gerecht zu werden? Solch eine Handlungsweise wäre
unvernünftig, weil es im Gegensatz steht zu dem Charakter, welchen wir
vernünftigerweise Gott zuschreiben: im Gegensatz zu der rechten Handlungsweise
eines von Gerechtigkeit und Liebe geleiteten Wesens.
Wir mögen
schlussfolgern, dass, wenn die göttliche Weisheit bei der Erschaffung des
Menschen es für ungeeignet geachtet hätte, ihm eine Kenntnis seiner zukünftigen
Bestimmung und seines Anteils an seines Schöpfers Plan zu geben, dann hätten
sicherlich sowohl die göttliche Gerechtigkeit als auch die göttliche Liebe
darauf bestanden, daß das Geschöpf in seiner Fähigkeit so begrenzt worden wäre,
daß es nicht beständig mit Zweifel, Furcht und Ungewißheit geplagt und verwirrt
werde; und als eine Folge davon wäre die göttliche Macht mit solchen
Einschränkungen gebraucht worden. Die Tatsache also, daß der Mensch die
Fähigkeit besitzt, eine Offenbarung des göttlichen Planes zu erfassen, im
Zusammenhang betrachtet mit dem zugegebenen Charakter seines Schöpfers, ist
dies ein sehr großer Grund für die Erwartung, daß Gott solch eine Offenbarung
bereit ist zu geben, in solcher einer Weise und zu solch einer Zeit, als seine
Weisheit es zuläßt. Auf diese Weise würde uns unsere Vernunft in Hinsicht auf
diese Betrachtungen selbst dann, wenn wir nichts von der Bibel wissen würden,
zu der Erwartung und zu der Suche nach solch einer Offenbarung führen, wie die
Bibel sie zu sein beansprucht. Und ferner, wenn wir die Ordnung und die
Harmonie der allgemeinen Schöpfung bemerken, wie die Gestirne und Sternensysteme
in großartiger Aufeinanderfolge Zeit und Raum einhalten, dann können wir nicht
anders als folgern, daß die geringeren Unregelmäßigkeiten, wie Erdbeben,
Wirbelstürme usw., nur Anzeichen dafür sind, daß das Zusammenwirken der
verschiedenen Elemente in dieser Welt gegenwärtig nicht vollkommen ist. Das
Fragen nach einer Zusicherung dafür, daß schließlich alles auf Erden so
vollkommen und harmonisch sein wird wie in den Himmeln, mit einer Erklärung
dafür, warum es gegenwärtig nicht so ist, wird verlangt und ist nicht
unvernünftig für denkende Menschen, noch für den Schöpfer, dessen Weisheit,
Macht und Liebe sich in der Antwort zeigt. Daher sollten wir erwarten, daß die
gesuchte Offenbarung solch eine Zusicherung und Erklärung einschließt.
Indem wir nun gesehen
haben, wie vernünftig es ist, eine Offenbarung über Gottes Willen und Plan
unser Geschlecht betreffend zu erwarten, werden wir im nächsten Kapitel den
allgemeinen Charakter der Bibel untersuchen, die behauptet, genau solch eine
Offenbarung zu sein. Und wenn sie den Charakter Gottes in vollkommener Harmonie
mit dem darstellt, was, wie oben betrachtet, die Vernunft vorschreibt, so
sollten wir daraus schließen, daß sie sich auf diese Weise selbst als die
Offenbarung ausweist, welche wir benötigen und vernünftigerweise erwarten
sollten, und wir sollten dann ihr Zeugnis als solches annehmen. Wenn sie von
Gott stammt, dann werden ihre Lehren, wenn völlig wertgeschätzt, mit seinem
Charakter übereinstimmen, von welchem die Vernunft uns zusichert, daß er vollkommen
ist an Weisheit, Gerechtigkeit, Liebe und Macht.
"Ihr
neugierigen Köpfe! Ihr wandelt draußen, und sinnt nach über die Wunder der
Schöpfung, bekennt die Fußstapfen von unserem Gott, und kniet nieder vor ihm
und betet an.
Die Himmel
verkündigen die Herrlichkeit des Herrn; in jedem Stern erscheint deine
Weisheit; aber wenn unsere Augen Dein Wort sehen, lesen wir deinen Namen in
Klarheit."
STUDIE
III—Die Bibel als eine göttliche Offenbarung im Lichte der Vernunft betrachtet.
Die Ansprüche
der Bibel und die deutlichen Beweise von ihrer Glaubwürdigkeit. -Ihr Alter und
ihre Erhaltung. -Ihr moralischer Einfluß. -Die Beweggründe der Verfasser.
-Allgemeiner Charakter der Schriften. -Die Bücher von Mose. -Das Gesetz von
Mose. -Besonderheiten der von Mose eingesetzten Regierung. -Es war nicht ein
System der Priesterlist. -Vorschriften für die bürgerliche Regierung. -Reich
und arm vor dem Gesetz auf gleicher Stufe. -Schutzmaßnahmen gegen das Verändern
der Rechte des Volkes. -Die Priesterschaft war keine bevorzugte Klasse, in
welcher Weise sie unterstützt wurde usw. -Schutz vor der Unterdrückung der
Fremden, Witwen, Waisen und Diener. -Die Propheten der Bibel. -Gibt es ein
gemeinsames Band der Einigkeit zwischen dem Gesetz, den Propheten und
Schreibern des Neuen Testaments? -Wunder sind nicht unvernünftig. -Die
vernünftige Schlussfolgerung.
Die Bibel ist
die Fackel der Zivilisation und der Freiheit. Ihr Einfluß zum Guten in der
menschlichen Gesellschaft wurde von den größten Staatsmännern anerkannt, obwohl
sie dieselbe hauptsächlich durch die verschiedenen Brillen der sich
widersprechenden Glaubensbekenntnisse betrachtet haben, welche, während sie die
Bibel hochhalten, ihre Lehren sehr falsch darstellen. Das bedeutsame alte Buch
ist ohne Absicht, aber bedauerlicherweise, von seinen Freunden, von welchen
viele ihr Leben für dasselbe niederlegen würden, falsch dargestellt worden; und
bis jetzt beschädigen sie dasselbe schwerwiegender als seine Feinde, indem sie
behaupten, daß es ihre lang verehrten falschen Darstellungen von seiner
Wahrheit unterstützen würde, welche sie durch die Überlieferungen ihrer Vätern
empfangen haben. Möchten solche erwachen und ihre Behauptungen erneut prüfen
und die Feinde dadurch in Verlegenheit bringen, indem sie ihnen ihre Waffen
hinweg nehmen!
Weil das Licht
der Natur uns dazu geführt hat, eine vollständigere Offenbarung von Gott zu
erwarten als diejenige, welche uns die Natur darbietet, wird auch der
vernünftige, denkende Verstand bereit sein, die Behauptungen von allem zu
prüfen, was darauf hindeutet, dass es eine göttliche Offenbarung ist, welche
einen vernünftigen äußerlichen Beweis von der Wahrhaftigkeit solcher Ansprüche
aufweist. Die Bibel beansprucht, solch eine Offenbarung von Gott zu sein, und
kommt zu uns mit ausreichend äußerlichen Beweisen für die wahrscheinliche
Richtigkeit ihrer Ansprüche und gibt uns eine vernünftige Hoffnung dafür, dass
eine genauere Untersuchung vollständigere und bestimmtere Beweise offenbaren
wird, dass es in der Tat das Wort Gottes ist.
Die Bibel ist
das älteste Buch, das es gibt; es hat die Stürme von 30 Jahrhunderten überlebt.
Die Menschen haben sich durch alle möglichen Mittel darum bemüht, es von der
Oberfläche der Erde zu verbannen; sie haben es verborgen, verbrannt, haben
seinen Besitz zu einem Verbrechen gemacht, welches mit dem Tode bestraft wurde,
und die bittersten und erbarmungslosesten Verfolgungen sind geführt worden
gegen diejenigen, welche Glauben an dasselbe hatten; aber das Buch lebt noch.
Während heutzutage viele seiner Feinde im Tode schlummern und Hunderte von
Bänden, geschrieben, um es in einen schlechten Ruf zu bringen und seinen
Einfluß zu Fall zu bringen, schon längst vergessen sind, hat die Bibel ihren
Weg in jedes Volk und jede Sprache der Erde gefunden, über 200 verschiedene
Übersetzungen sind von ihr gemacht worden. Die Tatsache, dass dieses Buch so
viele Jahrhunderte überlebt hat, ungeachtet solch unvergleichlicher
Anstrengungen, es zu verbannen und zu zerstören, ist mindestens ein starker und
einzigartiger Beweis dafür, daß der Allmächtige, von welchem es behauptet, dass
es sein Urheber ist, auch sein Retter gewesen ist.
Es ist auch
wahr, daß die Bibel überall einen guten moralischen Einfluß ausgeübt hat.
Diejenigen, welche ihre Seiten sorgfältig durchforschen, werden beständig zu
einem reineren Leben erhoben. Andere Schriften über Religion und die
verschiedenen Wissenschaften haben bis
zu einem gewissen Grad unter der Menschheit Gutes vollbracht, sie erhoben und
gesegnet; aber alle anderen Bücher zusammengenommen waren nicht imstande, der
seufzenden Schöpfung die Freude, den Frieden und den Segen zu bringen, den die
Bibel sowohl dem Reichen als auch dem Armen, dem Gebildeten wie Ungebildeten
gebracht hat. Die Bibel ist kein Buch, welches lediglich gelesen werden muß; es
ist ein Buch, das mit Sorgfalt und Nachdenken studiert werden muß; denn Gottes
Gedanken sind höher als unsere Gedanken und seine Wege höher als unsere Wege.
Und wenn wir den Plan und die Gedanken des unendlichen Gottes begreifen möchten,
müssen wir alle unsere Kräfte für dieses wichtige Werk gebrauchen. Die
reichsten Schätze der Wahrheit liegen nicht auf der Oberfläche.
Das ganze Buch
hindurch weist es beständig auf einen hervorragenden Charakter hin, Jesus von
Nazareth, welcher, wie es erklärt, der Sohn Gottes war. Vom Anfang bis zum Ende
wird sein Name, seine Aufgabe und sein Werk hervorgehoben. Dass ein Mensch,
Jesus von Nazareth genannt, lebte und um die Zeit herum, die von den Schreibern
der Bibel angegeben wird, bekannt geworden war, ist eine Tatsache der
Geschichte außerhalb der Bibel und ist verschiedentlich und vollständig
bestätigt. Dass dieser Jesus gekreuzigt wurde, weil er den Juden und ihrer
Priesterschaft anstößig geworden war, ist eine weitere von der Geschichte bestätigte
Tatsache außer dem Beweis, den uns die Schreiber des Neuen Testaments liefern.
Die Schreiber des Neuen Testaments (mit Ausnahme von Paulus und Lukas) waren
persönliche Bekannte und Jünger von Jesus von Nazareth, dessen Lehren ihre
Schriften darlegen.
Das Bestehen
irgendeines Buches setzt einen Beweggrund auf Seiten des Schreibers voraus. Wir
fragen daher, welche Beweggründe konnten diese Männer haben, für die Sache
dieser Person einzutreten? Er war zum
Tode verurteilt und von den Römern als ein Übeltäter gekreuzigt worden, die
jüdischen Anführer überlieferten ihn und forderten seinen Tod, als eines
Menschen, der das Leben verwirkt hatte. Indem diese Männer für seine Sache
eintraten und seine Lehren verkündigten, waren sie mutig in bitterer Verfolgung,
Verachtung und Entbehrung, sie riskierten selbst ihr Leben und erduldeten sogar
in einigen Fällen den Märtyrertod.
Zugebend, dass,
während Jesus lebte, er eine bemerkenswerte Person war, sowohl in seinem
Lebenswandel als auch in seiner Lehre, was für einen Beweggrund konnte es für
irgend jemanden gegeben haben, für seine Sache einzutreten, nachdem er tot war?
-Besonders, da sein Tod ein so schmachvoller gewesen war? Und wenn wir
annehmen, dass diese Schreiber ihre Erzählungen erfunden hätten und dass Jesus
ihr frei erfundener oder idealer Held war, wie völlig fern wäre es anzunehmen,
dass diese Menschen mit gesundem Verstand, nachdem sie behaupten haben, dass er
der Sohn Gottes war, dass er in einer übernatürlichen Weise gezeugt worden ist,
dass er übernatürliche Kräfte gehabt hat, durch welche er Aussätzige geheilt
hat, denjenigen das Augenlicht wiederhergestellt hat, welche blind geborenen
worden waren, und Taube hörend gemacht hat und sogar Tote auferweckt hat-wie
völlig fern ist es anzunehmen, dass die Geschichte eines solchen Charakters mit
der Feststellung zu Ende gebracht werden würde, dass ihn eine kleine Menge
seiner Feinde als Verbrecher hinrichten liess, während ihn alle seine Freunde
und Jünger, und unter ihnen die Schreiber selbst, verlassen haben und in dem
Augenblick der Prüfung geflohen sind!
Die Tatsache,
daß die Weltgeschichte in gewisser Hinsicht mit diesen Schreibern nicht
übereinstimmt, sollte uns nicht gleich dazu führen, ihre Berichte als unwahr zu
betrachten. Diejenigen, welche auf diese Weise schlussfolgern, sollten auf
Seiten dieser Schreiber irgendwelchen Beweggrund zum Aufstellen falscher
Erklärungen feststellen und beweisen. Was für Beweggründe könnten sie
veranlasst haben? Konnten sie vernünftigerweise damit auf Reichtum, Ruhm oder
Macht oder irgend einen irdischen Vorteil hoffen?
Solch einem
Gedanken widerspricht schon die Armut von Jesus Freunden und die Unbeliebtheit
ihres Helden selbst hinsichtlich der großen Religionssyteme in Judäa;
währenddessen die Tatsache, dass er als ein Übeltäter und als ein
Friedensstörer starb und dass er kein Ansehen erlangt hat, keine Hoffnung auf
beneidenswerten Ruhm oder irdischen Vorteilen für diejenigen anbot, welche
versuchen sollten, sich für seine Lehre wieder einzusetzen. Ganz im Gegenteil,
wenn das die Absicht derer gewesen wäre, die Jesus predigten, hätten sie es
nicht sehr schnell aufgegeben, als sie feststellten, daß es Schande,
Verfolgung, Gefängnis, Entbehrung und sogar den Tod mit sich brachte? Der
Vernunft lehrt uns sehr klar, daß Männer, die ihr Heim, ihren Ruf, ihre Ehre
und ihr Leben opferten; die nicht für die gegenwärtige Zufriedenstellung
lebten; sondern deren wichtigsten Ziel es war, ihre Mitmenschen emporzuheben,
und welche die moralischen und sittlichen Grundsätze der höchsten Art
vorlebten; diese Männer hatten nicht nur einen Beweggrund, sondern vielmehr muß
ihr Beweggrund ein reiner und ihre Absicht höchst erhaben gewesen sein. Der
Vernunft erklärt außerdem, daß das Zeugnis von solchen Männern, die nur auf
Grund von reinen und guten Beweggründen veranlaßt worden sind, zehnmal mehr das
Gewicht hat und der Beachtung wert ist als das der gewöhnlichen Schreiber.
Diese Männer waren in keinster Weise Fanatiker; sie waren Männer von gesundem
und vernünftigem Verstand und gaben in jedem Falle einen Grund für ihren
Glauben und ihre Hoffnung; und sie waren treu im Ausharren in Übereinstimmung
mit ihren vernünftigen Überzeugungen.
Und was wir
hier bemerkt haben, ist in gleicher Weise auf die verschiedenen Schreiber des
Alten Testamentes anwendbar. Sie waren im großen und ganzen Männer, die wegen
ihrer Treue zum Herrn bedeutsam gewesen sind; und die biblische Geschichte
berichtet und straft unvoreingenommen ebenso ihre Schwachheiten und
Zukurzkommen, wie sie auch ihre Tugenden und ihre Treue lobt. Das muß
diejenigen erstaunen, welche annehmen, die Bibel sei eine erfundenen Geschichte
zu dem Zweck entworfen, um den Menschen Furcht vor einem religiösen System
einzuflössen. Es ist eine Aufrichtigkeit und Einfachheit und Klarheit in und an
der Bibel, die sie als die Wahrheit ausweist. Betrüger, welche einen Mann als
groß darstellen wollen, und besonders wenn einige seiner Schriften als von Gott
eingegeben dargestellt werden sollen, würden den Charakter desselben ohne allen
Zweifel tadellos und im höchsten Maße edel dargelegt haben. Die Tatsache, daß
solch ein Weg in der Bibel nicht verfolgt wurde, ist ein vernünftiger Beweis
dafür, daß sie nicht auf betrügerische Weise zurechtgemacht worden ist, um zu
verführen.
Da wir einen
Grund dazu haben, eine Offenbarung von Gottes Willen und Plan zu erwarten, und
wir festgestellt haben, daß die Bibel, welche beansprucht, diese Offenbarung zu
sein, von Männern geschrieben worden ist, deren Beweggründe wir aus keinem
Grund in Zweifel ziehen, sondern die wir ganz im Gegenteil dazu mit Grund
empfehlen, laßt uns den Charakter der Schreiben prüfen, welche beanspruchen,
eingegeben zu sein, und laßt uns erkennen, ob ihre Lehren mit dem Charakter
übereinstimmen, welchen wir vernunftgemäß Gott zugeschrieben haben und ob sie
im Innern Beweise von ihrer Wahrhaftigkeit aufweist.
Die ersten fünf
Bücher des Neuen Testaments und verschiedene des Alten Testamentes sind
Erzählungen oder Geschichten von Tatsachen, welche den Schreibern bekannt
gewesen sind, und welche durch ihren Charakter verbürgt sind. Es ist für jeden
eindeutig, dass es keiner besonderen Offenbarung bedarf, um die Wahrheit zu
erzählen, welche Dinge betrifft, mit denen sie bestens und völlig bekannt
gewesen sind. Weil aber Gott wünschte, den Menschen eine Offenbarung zu geben,
ist die Tatsache, dass diese Geschichten von geschehenen Ereignissen etwas mit
der Offenbarung zu tun haben, ein ausreichender Grund zu der vernünftige
Schlussfolgerung, dass Gott es so lenken und leiten würde, daß die ehrlichen
Schreiber, welche er für dieses Werk erwählte, mit den nötigen Tatsachen in
Berührung kamen. Die Glaubwürdigkeit dieser historischen Teile der Bibel beruht
daher fast vollständig auf dem Charakter und den Beweggründen ihrer Schreiber.
Gute Menschen werden keine Unwahrheiten sagen. Eine reine Quelle wird nicht
bitteres Wasser hervorbringen. Und das gesamte Zeugnis dieser Schriften bringt
jeden Verdacht, als ob ihre Verfasser Böses sagen oder tun wollten, damit Gutes
daraus käme, zum Schweigen.
Die
Wahrhaftigkeit gewisser Bücher der Bibel, wie zum Beispiel die der Könige,
Chronika, Richter usw. wird in keinster Weise entkräftet, wenn wir sagen, dass
sie einfach wahrheitsgemäße und sorgfältig aufgezeichnete Geschichten von
hervorragenden Ereignissen und Persönlichkeiten ihrer Zeit sind. Wenn daran
erinnert wird, dass die hebräischen Schriften sowohl die Geschichte als auch
das Gesetz und die Prophezeiungen enthalten, und dass ihre
Geschichtsereignisse, Geschlechtsregister usw. in Einzelheiten sehr ausführlich
waren wegen der Erwartung, daß der verheißene Messias aus einer besonderen
Geschlechtslinie von Abraham kommen wird, so erkennen wir einen Grund für das
Berichten von bestimmten historischen Tatsachen, welche im Lichte dieses zwanzigsten
Jahrhunderts als anstößig betrachtet werden. Zum Beispiel war ganz
offensichtlich ein deutlicher Bericht über den Ursprung der moabitischen und
ammonitischen Nationen und ihrer Verwandtschaft mit Abraham und den Israeliten
eine Notwendigkeit in dem Verständnis des Geschichtsschreibers, um eine
vollständige Geschichte ihrer Herkunft zu geben. (1. Mose 19:36-38)
Gleicherweise wird von den Kindern von Juda ein sehr ins Einzelne gehender
Bericht gegeben, von welchem der König David stammte, und durch welchen sowohl
die Abstammung von Maria, der Mutter von Jesus (Luk. 3:23,31,33,34), als auch
die des Joseph, ihres Mannes (Matth. 1:2-16), auf Abraham zurückverfolgt wird.
Ohne Zweifel war die Notwendigkeit, den Stammbaum aufs genaueste nachzuweisen,
höchst wichtig, weil aus diesem Stamm (1. Mose 49:10) sowohl der herrschende
König von Israel als auch der verheissene Messias kommen sollte, und daher wird
die Ausführlichkeit der Einzelheiten in anderen Fällen nicht gegeben. -1. Mose
38
Es mag ähnliche
oder auch unterschiedliche Gründe für die Aufzeichnung anderer historischer
Tatsachen in der Bibel geben, deren Nützlichkeit wir nach und nach erkennen
mögen, welche man ohne Nachteil hätte weglassen können, wäre es nicht eine
Abhandlung über Geschichtsereignisse, sondern nur eine Abhandlung über Moral;
doch niemand kann mit Recht sagen, daß
die Bibel irgendwo Unreinheit gutheißt. Außerdem ist es gut zu bedenken, daß
dieselben Tatsachen in jeder Sprache mehr oder weniger fein dargestellt werden
können; und dass während die Übersetzer der Bibel mit Recht zu gewissenhaft
waren, um irgend etwas von dem Bericht auszulassen, sie doch zu einer Zeit
lebten, wo die Wahl verfeinerter Ausdrücke weniger genau genommen wurde als wie
in der heutigen; und das gleiche mag auch von den früheren biblischen Zeiten
und deren Gewohnheit, sich auszudrücken, angenommen werden. Sicherlich kann der
Genaueste keinen Einwand in diesem Punkt in irgendeiner Äußerung des Neuen
Testaments finden.
Die Bücher Mose
und die darin verkündeten Gesetze
Die ersten fünf
Bücher der Bibel sind bekannt als die fünf Bücher Mose, obgleich sie nirgends
seinen Namen als ihren Verfasser erwähnen. Dass sie von Moses oder unter seiner
Aufsicht geschrieben wurden, ist eine berechtigte Schlussfolgerung; der Bericht
von seinem Tod und seinem Begräbnis wurde wahrscheinlich von seinem Schreiber
hinzugefügt. Das Fehlen der ausdrücklichen Aussage, dass diese Bücher von Mose
geschrieben wurden, ist kein Beweis gegen den Gedanken; hätte sie nämlich ein
anderer geschrieben, um zu verführen und einen Betrug zu begehen, so würde er
sicherlich behauptet haben, daß sie von dem großen Leiter und Staatsmann von
Israel geschrieben wurden, um seine Täuschung gut zu machen. (Siehe 5. Mose
31:9-27) Über eines sind wir gewiß, Mose hat das hebräische Volk aus Ägypten
heraus geführt. Er hat sie als eine Nation unter den in diesen Büchern
dargelegten Gesetzen zusammengeschlossen; und über dreitausend Jahre lang hat
das hebräische Volk diese Bücher einstimmig als eine durch Mose an sie verliehene
Gabe angesehen und sie als so heilig gehalten, daß kein Jota noch Strichlein
geändert werden durfte; auf diese Weise ist die Reinheit des Textes garantiert.
Diese Schriften
von Mose enthalten die einzig glaubwürdige noch vorhandene Geschichte von dem
Zeitabschnitt, welchen sie durchläuft. Die chinesische Geschichte gibt vor, mit
der Schöpfung zu beginnen, indem sie erzählt, wie Gott in einem Kahn hinaus auf
das Wasser fährt und in seiner Hand einen Klumpen Erde hält, den er ins Wasser
wirft. Dieser Klumpen Erde, wird behauptet, wurde die Welt usw. Aber die ganze
Geschichte ist ohne jegliche Vernunft, so dass sogar der Kinderverstand dadurch
nicht irregeführt wird. Ganz im Gegensatz dazu beginnt der im ersten Buche Mose
gegebene Bericht mit der vernünftigen Voraussetzung, dass ein Gott, ein
Schöpfer, eine intelligente erste Ursache bereits bestanden hat. Er handelt
nicht davon, daß Gott einen Anfang gehabt hat, sondern von seinem Werk und
dessen Anfang und dessen planvollen und harmonischen Fortgang-"Am Anfang
schuf Gott Himmel und Erde." Dann über den Ursprung der Erde ohne weitere
Einzelheiten oder Beschreibungen hinweggehend, schreitet die Erzählung von den
sechs Tagen (Zeitabschnitten) für die Vorbereitung für den Menschen fort. Dieser
Bericht ist durch das zusammengefasste Licht einer viertausendjährigen
Wissenschaft im wesentlichen bestätigt worden; daher ist es bei weitem
vernünftiger, die Behauptung anzunehmen, daß sein Verfasser, Mose, göttlich
inspiriert war, als anzunehmen, daß das Verständnis eines Mannes größer gewesen
sei als das Verständnis und die Forschung der Übrigen des Geschlechts in den
dreitausend Jahren seither, unterstützt durch moderne Hilfsmittel und Millionen
an Geld.
Beachte
zunächst die Gliederung der Gesetze, die in diesen Schriften niedergelegt sind.
Sie haben jedenfalls nicht ihresgleichen, weder damals noch auch seitdem bis in
dieses Jahrhundert hinein; und die Gesetze dieses Jahrhunderts sind auf die
Grundlagen gegründet, die im mosaischen Gesetz niedergelegt sind, und sind in
der Hauptsache von Männern verfasst worden, welche den göttlichen Ursprung des
mosaischen Gesetzes anerkannt haben.
Die zehn Gebote
sind eine kurze Zusammenfassung des ganzen Gesetzes. Sie mahnen eindringlich zu
bestimmten Regeln für die Anbetung und für die Moral, welche jedem
Bibelforscher als bemerkenswert auffallen müssen; und wenn sie vorher nicht
gekannt worden wären, und jetzt unter den Ruinen und Überbleibseln von
Griechenland, Rom oder Babylon gefunden werden würden (Nationen, die emporstiegen
und wieder herabgesunken sind, lange nachdem diese Gesetze gegeben worden
waren), man würde sie als ein Wunder, wenn nicht als übernatürlich, betrachten.
Aber die Vertrautheit mit ihnen und ihren Forderungen hat ein großes Maß von
Gleichgültigkeit erzeugt, so daß ihre wahre Größe, außer von wenigen, nicht
bemerkt wird. Es ist wahr, diese Gebote lehren nicht von Christus; aber sie
wurden nicht den Christen, sondern den Hebräern gegeben; nicht um den Glauben
an ein Lösegeld zu lehren, sondern um die Menschen von ihrem sündigen Zustand
und von der Notwendigkeit eines Lösegeldes zu überzeugen. Und der Hauptinhalt
dieser Gebote wurde von dem erhabenen Gründer der Christenheit herrlich in die
Worte zusammengefasst: ,, Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem
ganzen Herzen und aus deiner ganzen Seele und aus deinem ganzen Verstand und
aus deiner ganzen Kraft"; und ,, du sollst deinen Nächsten lieben, wie
dich selbst." - Mr 12:30, 31
Die Regierung,
die von Moses eingesetzt worden war, unterschied sich von allen anderen, alten
und modernen, dadurch, dass sie beanspruchte, die des Schöpfers selbst zu sein
und dass das Volk ihm gegenüber verantwortlich war.
Ihre Gesetze
und Einrichtungen, sowohl bürgerliche als auch religiöse, erhoben den Anspruch,
von Gottes zu stammen, und waren, wie wir jetzt sehen werden, in vollkommener
Harmonie mit dem, was die Vernunft uns über Gottes Charakter lehrt. Die
Stiftshütte inmitten des Lagers enthielt in ihrem ,, Allerheiligsten" eine
Kundgebung von der Gegenwart Jehovas als ihr König, woher sie auf
übernatürliche Weise die Belehrung zur richtigen Hinausführung ihrer
Angelegenheiten als eine Nation empfingen. Eine Priesterschaft wurde gegründet,
welche die vollständige Verantwortung für die Stiftshütte hatte, und durch sie
allein war der Zutritt zu Jehova und die Gemeinschaft mit Jehova zugelassen.
Der erste Gedanke von einigen in diesem Zusammenhang würde vielleicht der sein:
"Ah, da haben wir den Zweck von ihrer Einrichtung; bei ihnen, wie bei den
anderen Nationen, herrschten die Priester über das Volk, um deren
Leichtgläubigkeit auszunutzen und um Furcht zu erwecken für ihre eigene Ehre
und ihren eigenen Vorteil." Doch halt, Freund; laß uns nicht zu eilig
irgend etwas voraussetzen. Wo es eine solch gute Gelegenheit gibt, um diesen
Gegenstand an Tatsachen zu prüfen, würde es nicht vernünftig sein, ohne die
Tatsachen Schlussfolgerungen zu machen. Die unwiderlegbaren Beweise sind
solchen Mutmaßungen entgegengesetzt. Die Rechte und Vorrechte der Priester
waren begrenzt; ihnen war überhaupt keine bürgerliche Macht gegeben worden, und
es fehlte ihnen gänzlich die Möglichkeit, ihr Amt zu benutzen, um die Rechte
oder das Gewissen des Volkes auszunutzen; und diese Anordnung war von Mose
gemacht worden, ein Glied des priesterlichen Geschlechtes.
Nachdem er als
Gottes Stellvertreter Israel aus der Knechtschaft Ägyptens heraus geführt
hatte, hatte die Macht der Umstände die Regierung in seiner Hand
zusammengefasst und machte aus dem ,, demütigen" Mose einen an Macht und
Autorität unumschränkten Herrscher, obwohl er wegen seiner Demut in
Wirklichkeit der Diener seines Volkes war, welcher am meisten in Anspruch
genommen wurde und dessen ganze Lebenskraft von den beschwerlichen Mühsalen
seiner Stellung aufgezehrt wurde. Zu diesem Zeitpunkt wurde die bürgerliche
Herrschaft gegründet, welche fast einer Demokratie gleichkam. Laßt uns nicht
missverstanden sein; als Ungläubige betrachtet, würde es erscheinen, als ob
Israels Regierung eine Demokratie war, aber in dem Lichte ihrer eigenen Aussage
war sie eine Theokratie, das bedeutet eine göttliche Herrschaft; denn die von
Gott durch Mose gegebenen Gesetze ließen keine Änderungen zu; sie durften weder
etwas zu ihrem Gesetzesbuch dazutun noch etwas davon weglassen. So betrachtet
war Israels Regierung verschieden von jeder anderen bürgerlichen Regierung,
sowohl vorher als auch seither. "Der Herr sprach zu Mose: "Sammle mir
siebzig Männer aus den Ältesten in Israel, von denen du weißt, daß sie Älteste
des Volk und seine Vorsteher sind, und nimm sie zu der Stiftshütte und laß sie
sich dort neben dir aufstellen. Und ich werde hernieder kommen und dort mit dir
reden und von dem Geiste, der auf dir ist, nehmen und auf sie legen, dass sie
mit dir die Last des Volkes tragen, und du sie nicht allein trägst." (4.
Mose 11:16, 17. Siehe auch die Verse 24-30 als ein Beispiel von aufrichtiger
und ehrlicher Regierung und Demut). Bei der Erzählung dieser Angelegenheit
sagte Mose: ,, Da nahm ich die Häupter eurer Stämme, weise und bekannte
(einflußreiche) Männer, und setzte sie als Häupter über euch, als Oberste über
tausend und Oberste über hundert und Oberste über fünfzig und Oberste über
zehn, und als Vorsteher über eure Stämme." 5. Mose 1:15; 2. Mose 18:13-26.
Auf diese Weise
wird deutlich, daß dieser ausgezeichnete Gesetzgeber, weit davon entfernt zu
versuchen, seine eigene Macht aufrechtzuerhalten oder vergrößern, indem er die
Regierung des Volkes unter die Kontrolle seiner direkten Verwandten aus dem
priesterlichen Stamm gelegt und deren religiöse Autorität dazu genutzt hätte,
um die Rechte und Freiheiten des Volkes in Fesseln zu legen, er ganz im
Gegenteil eine Regierungsform für das Volke einsetzte, die darauf abzielte, den
Geist der Freiheit zu pflegen.
%Die
Geschichtsereignisse von anderen Nationen und Herrschern zeigen keine Parallele
hierzu. In jedem Falle haben die Herrscher die Ausdehnung und Zunahme ihrer
eigenen Macht erstrebt. Sogar in Beispielen, wo sie die Errichtung von
Republiken unterstützt haben, erscheint es aus den darauffolgenden Ereignissen,
dass sie es aus taktischen Gründen taten, um die Gunst des Volkes zu erhalten
und ihre eigene Macht aufrechtzuerhalten.
Unter gleichen
Umständen, wie die, in denen Mose sich befand, würde jeder ehrgeizige Mensch,
der das Volk geschickt regiert und der versucht, die Täuschung
aufrechtzuerhalten, darin tätig gewesen sein, noch größere Macht in ihm selbst
und in seiner Familie zusammenzufassen; besonders da dies als eine leichte
Aufgabe erschienen wäre auf Grund der religiösen Autorität, die bereits in
diesem Stamm vorhanden war und auf Grund des Glaubens dieses Volkes, von Gott
aus der Stiftshütte heraus regiert zu werden. Ebensowenig ist es vorstellbar,
daß ein Mann, der fähig ist, solche Gesetze zu bilden und solch ein Volk zu
regieren, so schwach im Verstehen gewesen sein würde, dass er nicht erkannt
hätte, wohin sein Verfahren führen würde. So vollständig war die Herrschaft des
Volkes in seine eigene Hände gelegt worden, daß, obwohl es festgelegt worden
war, dass die schweren Fälle, die jene Vorsteher nicht entscheiden konnten, vor
Mose gebracht werden sollten, sie trotzdem für sich selbst entscheiden konnten,
was für Fälle vor Mose kommen sollten: "Die Sache aber, die zu schwierig
für euch ist, sollt ihr vor mich bringen, dass ich sie höre." -5. Mose
1:17
Auf diese Weise
haben wir gesehen, dass Israel eine Republik war, deren Vorsteher unter einem
göttlichem Auftrag handelten. Und zur Beschämung derjenigen, welche
unwissentlich behaupten, daß die Bibel die Herrschaft eines eingesetzten
Kaiserreiches über das Volk bekräftigen würde anstatt ,, einer Regierung des
Volkes durch das Volk", sei es bemerkt, daß diese republikanische Form der
bürgerlichen Regierung über 400 Jahre lang andauerte. Und dann wurde sie auf
das Bitten "der Ältesten" hin in die eines Königreiches geändert,
ohne des Herrn Zustimmung, der zu Samuel sagte, welcher damals als eine Art
Präsident handelte, aber dies ganz formlos: ,, Höre die Stimme des Volkes in
allem, was sie dir sagen; denn nicht dich haben sie verworfen, sondern mich
haben sie verworfen, dass ich nicht König über sie sein soll." Auf Gottes
Anweisung hin erklärte Samuel dem Volke, wie ihre Rechte und Freiheiten
mißachtet und wie sie selbst durch solch einen Wechsel zu Knechten werden
würden; aber sie hatten sich der weitverbreiteten Meinung, die überall um sie
herum bei den anderen Völkern dargestellt war, zugeneigt. (1. Sam. 8:6-22) Wem
wird bei der Betrachtung dieses Berichtes über ihren Wunsch nach einem König
nicht der Gedanke deutlich, daß sich Mose ohne Schwierigkeit selbst zum Haupte
eines großen Reiches hätte einsetzen können?
Während Israel
als Ganzes eine Nation bildete, so wurde doch nach Jakobs Tode die Einteilung
in Stämme stets anerkannt. Jede Familie, jeder Stamm, wählte oder erkannte
durch gemeinsame Zustimmung bestimmte Glieder als ihre Vertreter oder Häupter
an. Diese Gewohnheit wurde sogar während der lang andauernden Sklaverei in
Ägypten fortgesetzt. Diese wurden Häupter oder Älteste genannt, und sie waren
es, denen Mose die Ehre und Macht der bürgerlichen Regierung übertrug; hätte er
in Anbetracht dieser Tatsache gewünscht, die Macht in sich selbst und seiner eigenen Familie zusammenzufassen, so
wären diese Männer die letzten gewesen, welche er mit Macht und Amt geehrt
hätte.
Die
Anweisungen, die denjenigen gegeben wurden, welche für die bürgerliche
Herrschaft als von Gott ernannt worden waren, sind ein Beispiel von Einfachheit
und Reinheit. Mose erklärt dem Volk in Gegenwart dieser Richter: ,, Ich gebot
euren Richtern zu derselben Zeit und sprach: Höret die Streitsachen zwischen
euren Brüdern und richtet in Gerechtigkeit zwischen einem Manne und seinem
Bruder und dem Fremdling bei ihm. Ihr sollt nicht die Person ansehen im
Gericht; den Kleinen wie den Großen sollt ihr hören; ihr sollt euch vor niemand
fürchten, denn das Gericht ist Gottes. Die Sache aber, die zu schwierig für
euch ist, sollt ihr vor mich bringen, dass ich sie höre." (5. Mose
1:16,17) Solch schwierige Fälle wurden nach dem Tod von Mose durch den Hohenpriester direkt zum Herrn gebracht;
die Antwort bestand im Ja oder Nein durch das "Urim" und "Thummin".
Was sollen wir
angesichts dieser Tatsachen über die Anschauung sagen, die glauben machen will,
dass diese Bücher von betrügerischen Priestern geschrieben worden seien, um
sich selbst den Einfluß und die Macht über das Volk zu sichern? Würden solche
Menschen für solche Absichten Berichte verfassen, welche für jene Ziele
zerstörerisch sind, wo sie die Ziele doch eigentlich fördern sollten- Berichte,
die aufs überzeugendste beweisen, daß der große Führer von Israel, und dazu
einer von ihrem eigenen Stamm, auf Veranlassung von Gott hin die Priesterschaft
von der bürgerlichen Macht ausschloss, indem er jene Macht in die Hände des
Volkes legte? Würde irgend jemand solch eine Schlussfolgerung als vernünftig
betrachten?
Es ist ferner
auch der Beachtung wert, daß die Gesetze der am meisten fortgeschrittenen
Zivilisation in diesem zwanzigsten Jahrhundert keine größere und sorgfältigere
Vorkehrungen hat, damit Reich und Arm an Verantwortlichkeit vor dem
bürgerlichen Gesetz auf gleicher Stufe stehen. Es wurde durch die mosaischen
Gesetze überhaupt kein Unterschied gemacht. Das Gesetz schützte das Volk auch
vor der Gefahr, daß einige sehr arm und andere unermeßlich wohlhabend und
mächtig wurden. Kein anderes nationales Gesetz ist jemals erlassen worden, das
diesen Punkt so sorgfältig überwachte. Das Gesetz Mose sah für jedes fünfzigste
Jahr eine Wiederherstellung vor-ihr Jubeljahr. Indem dieses Gesetz den
vollständigen Verlust des Eigentums verhinderte, beugte es der Anhäufung
desselben in den Händen einiger Weniger vor. (3. Mose 25:9,13-23, 27-30) Sie
wurden in der Tat gelehrt, sich als Brüder zu betrachten und demgemäß zu
handeln; einander ohne Vergütung zu
helfen und keinen Wucher von einander zu nehmen. -Siehe 2. Mose 22:25; 3. Mose
25:36, 37; 4. Mose 26:52-56.
Alle Gesetze
wurden veröffentlicht. Auf diese Weise wurden die Menschen davon abgehalten, zu
denken, dass sie die Rechte des Volkes erfolgreich verändern könnten. Die
Gesetze wurden in solch einer Weise öffentlich dargestellt, daß jeder, der
wollte, sie abschreiben konnte; und damit die Ärmsten und Unwissendsten nicht
in Unkenntnis über dieselben sein sollten, wurde es den Priestern zur Pflicht
gemacht, sie dem Volk an ihren alle sieben Jahre stattfindenden Festen
vorzulesen. (5. Mose 31:10-13) Ist es vernünftig, anzunehmen, daß solche
Gesetze und Anordnungen von schlechten Menschen entworfen wurden oder von
raffinierten Menschen, die dem Volk seine Freiheiten und seine Zufriedenheit
hinweg nehmen wollten? Solch eine
Annahme wäre unvernünftig.
In der
Rücksichtnahme auf die Rechte und Interessen der Fremden und der Feinde war das
mosaische Gesetz zweiunddreißig Jahrhunderte seiner Zeit voraus-wenn die besten
und am meisten fortgeschrittenen Gesetze von heute ihm überhaupt an
Gerechtigkeit und Wohlwollen gleichkommen. Wir lesen: "Ein und dasselbe
Gesetz soll sowohl für den Einheimischen als auch für den Fremdling gelten;
denn ich bin Jehova, euer Gott." -2. Mose 12:49; 3. Mose 24:22.
"Und wenn
ein Fremdling bei dir in eurem Lande wohnt, so sollt ihr ihn nicht bedrücken;
sondern wie ein Einheimischer aus eurer eigenen Mitte soll euch der Fremdling
sein, der unter euch lebt, und du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr
selbst seid Fremdlinge im Land Ägypten gewesen." -3. Mose 19:33, 34.
"Wenn du
den Ochsen deines Feindes oder seinen Esel umherirrend antriffst, so sollst du
ihm dasselbe auf jeden Fall zurückbringen. Wenn du den Esel desjenigen, der
dich haßt, unter seiner Last zusammengebrochen liegen siehst, würdest du deine
Beschäftigung beenden und ihm helfen? Du sollst auf jeden Fall hingehen und ihm
helfen." -2. Mose 23:4, 5 (nach
Kautzsch-Übersetzung und Schlachter-Übersetzung)
Selbst die
stummen Tiere waren nicht vergessen. Sowohl Grausamkeit gegen sie als auch
gegen menschliche Wesen war streng verboten. Einem Ochsen durfte kein Maulkorb
angelegt werden, während er das Getreide drosch aus dem guten Grund, daß ein
Arbeiter seines Lohnes wert ist. Sogar der Ochse und der Esel durften nicht
zusammen pflügen, weil sie so ungleich an Kraft und Schritt sind; es würde
grausam sein. Ihre Ruhezeit war auch vorgesehen. -5. Mose 25:4; 22:10; 2. Mose
23:12.
Es mag von
einigen behauptet werden, dass die Priesterschaft eine selbstsüchtige
Einrichtung gewesen sei, weil der Stamm der Leviten durch den jährlichen
Zehnten oder den zehnten Teil des persönlichen Verdienstes ihrer Brüder aus den
anderen Stämmen unterhalten wurde. Diese Tatsache, auf diese Weise dargelegt,
ist eine ungerechte Darstellung, welche bei den Zweiflern auch weitverbreitet
ist, und welche dadurch, möglicherweise unwissentlich, eine der am meisten bemerkenswerten
Beweise für Gottes Urheberschaft in der Beschaffenheit dieses Systems falsch
darstellt; denn es war nicht das Werk einer selbstsüchtigen und Pläne
schmiedenden Priesterschaft. In der Tat wird es nicht selten durch eine moderne
Priesterschaft falsch dargestellt, welche betont, dass sie ein ähnliches System
jetzt habe und jenes als ein vorangegangenes Beispiel benutzt ohne die
Bedingung zu erwähnen, auf welcher es errichtet wurde, noch die Art der Bezahlung zu erwähnen.
Es war in der
Tat auf die genaueste Gleichheit aufgebaut. Als Israel in den Besitz des Landes
Kanaan kam, hatten die Leviten sicherlich dasselbe Recht auf einen Anteil des
Landes wie die anderen Stämme; doch auf Grund von Gottes ausdrücklichen Befehl
hin erhielten sie keinen, außer bestimmte Städte oder Dörfer als Wohnsitz,
welche unter den verschiedenen Stämmen, denen sie in religiösen Dingen dienen
sollten, verstreut waren. Neunmal wurde dieses Verbot vor der Aufteilung des
Landes gegeben. Anstatt des Landes sollte ihnen ein entsprechender Gegenwert
gegeben werden, und der zehnte Teil war deshalb diese vernünftige und gerechte
Versorgung. Doch das ist nicht alles. Obgleich der zehnte Teil, wie wir gesehen
haben, eine gerechte Schuld war, so wurde er doch nicht wie eine Steuer erzwungen,
sondern er wurde als freiwilliger Beitrag bezahlt. Und keine Drohung
verpflichtete sie, diese Beiträge zu leisten; alles hing von ihrer
Gewissenhaftigkeit ab. Die einzigen Ermahnungen an das Volk über diese Sachen
waren folgende:
"Hüte dich
davor, die Leviten unbeachtet zu lassen, solange du in deinem Lande
lebst." (5. Mose 12:19 nach Menge-Übersetzung) "Und vergiß nicht die
Leviten, die in deinen Wohnorten leben; denn sie haben keinen eigenen Besitz
und kein Erbteil gleich dir." (5. Mose 14:27)
Ist es
vernünftig, fragen wir, anzunehmen, daß diese Anordnung der Dinge von
selbstsüchtigen und ehrgeizigen Priestern aufgestellt worden sind? -Eine
Anordnung, sich selbst zu enterben und sich von der Unterstützung ihrer Brüder abhängig
zu machen? Lehrt uns der Verstand nicht das Gegenteil?
In Harmonie
damit, und es gibt gleichsam keine anderen erklärlichen Gründe, außer diesem,
welcher den Anspruch erhebt-daß Gott der Urheber dieser Gesetze ist-steht die
Tatsache, daß keine besondere Vorkehrung für das Verehren der Priesterschaft
getroffen worden ist. In nichts würden Betrüger sorgfältiger gewesen sein als
darin, sich Ehrfurcht und Respekt vor sich selbst zu verschaffen und für
strengste Strafen und Verfluchungen gegen diejenigen zu sorgen, welche sie
mißachten. Aber nichts dergleichen zeigte sich; es wurde keine besondere Ehre
oder Verehrung und kein Schutz einer bestimmten Gruppe vor Strafverfolgung im
Falle von Gewalttaten oder Beleidigung vorgesehen.
Das allgemeine
Gesetz, das keinen Unterschied zwischen den Klassen machte und kein Ansehen der
Person kannte, war ihr einziger Schutz. Dies ist das am meisten bemerkenswerte,
weil die Behandlung der Diener, der Fremden und der Alten der Gegenstand
besonderer Gesetzgebung war. Zum Beispiel: Du sollst weder einen Fremden, noch
eine Witwe, noch ein vaterloses Kind
bedrängen oder unterdrücken; denn wenn sie zu mir (Gott) rufen, so werde ich mit Sicherheit ihr Schreien hören;
und mein Zorn wird entbrennen, und ich werde euch durch das Schwert töten, und
eure Weiber sollen Witwen und eure Kinder vaterlos werden." (2. Mose
22:21-24; 23:9; 3. Mose 19:33,34). "Du sollst nicht einen armen und
bedürftigen Tagelöhner bedrücken; mag er denn zu deinen Brüdern oder zu den
Fremden gehören, welche in deinem Lande und in deinen Toren sind. An seinem
Tage sollst du ihm seinen Lohn geben, auch soll die Sonne nicht vorher
untergehen; denn er ist arm, und sein Herz sehnt sich danach; auf dass er nicht
den Herrn gegen dich anrufe und Sünde an dir sei." (3. Mose 19:13; 5. Mose
24:14,15; 2. Mose 21:26, 27) "Vor einem grauen Haupt sollst du aufstehen
und das Anlitz des alten Mannes ehren." (3. Mose 19:32. Siehe auch 3. Mose
19:14) Dies galt für alle, denn es gab keine Besonderheiten für die Priester
oder die Leviten oder ihrem zehnten Teil.
Die
gesundheitlichen Anordnungen des Gesetzes, sehr notwendig für ein armes, lang
unterdrücktes Volk, sind zusammen mit den Anordnungen und Einschränkungen
hinsichtlich reiner und unreiner Tiere, welche gegessen werden durften und
welche nicht, bemerkenswert und würden mit anderen Merkmalen von Interesse
sein, wenn der Raum ihre nähere Betrachtung zuliesse, weil sie zeigen, daß sich
jenes Gesetz auf gleicher Höhe befindet mit den jüngsten Schlussfolgerungen der
medizinischen Wissenschaft über diesen Gegenstand, wenn es ihnen nicht sogar
voraus ist. Das Gesetz Mose hat auch einen vorbildlichen Charakter, welchen wir
für eine zukünftige Betrachtung zurücklassen müssen; aber auch unser schneller
Überblick hat den überwältigenden
Beweis geliefert, daß dieses Gesetz, welches den Rahmen des ganzen Systems der
geoffenbarten Religion bildet, welcher von dem Rest der Bibel näher ausgeführt
wird, wahrhaftig eine wunderbare Darstellung der Weisheit und der Gerechtigkeit
ist, besonders, wenn sein Datum in Betracht gezogen wird.
Im Lichte der
Vernunft müssen alle zugeben, dass es keinen Beweis davon in sich trägt, dass
es das Werk übler und betrügerischer Menschen ist, sondern es entspricht genau
dem, was die Natur über den Charakter Gottes lehrt. Es liefert den Beweis für
seine Weisheit, Gerechtigkeit und Liebe. Und darüber hinaus lehnt es der ganz
offensichtlich rechtschaffene und edle Gesetzgeber, Mose, ab, daß die Gesetze
seine eigenen seien, und er schreibt sie Gott zu. (2. Mose 24:12; 5. Mose
9:9-11; 2. Mose 26:30; 3. Mose 1:1) Angesichts seines Charakters im allgemeinen
und dass er selbst seinem Volke gebot, kein falsches Zeugnis abzulegen und
Heuchelei und Lügen zu vermeiden, ist es da vernünftig anzunehmen, dass solch
ein Mann selbst falsches Zeugnis ablegt und seine eigenen Ansichten und Gesetze
als solche von Gott stammend darlegt?
Es sollte auch daran erinnert werden, dass wir die gegenwärtigen
Abschriften der Bibel näher betrachten und dass also die originalgetreue Wiedergabe
in gleichem Maße durch die Nachfolger von Mose weiter gegeben wurde, aus
welchem Grund sie auch so hoch geehrt wird; denn obwohl üble Menschen unter
diesen Nachfolgern gewesen sind, die ihren eigenen Vorteil und nicht das Gute
für das Volk erstrebten, ist es offensichtlich, dass sie die geheiligten
Schriften nicht verfälschten, welche bis auf diesen Tag rein sind.
Die Propheten
der Bibel
Blicke jetzt
auf den allgemeinen Charakter der Propheten der Bibel und deren Zeugnisse. Eine
ziemlich bemerkenswerte Tatsache ist, dass die Propheten mit wenigen Ausnahmen
nicht aus der priesterlichen Klasse waren; und dass in ihren Tagen ihre
Prophezeiungen sowohl der verkehrten und zeitdienerischen Priesterschaft als
auch dem zum Götzendienst neigenden Volke im allgemeinen anstößig waren. Die
Last ihrer Botschaften von Gott an das Vo1k bestand im allgemeinen im Tadeln
für die Sünden, verbunden mit Warnungen von kommender Bestrafungen, verknüpft
damit finden wir gelegentlich Verheißungen von zukünftiger Segnungen, nachdem
sie von der Sünde gereinigt und wieder in die Gunst des Herrn zurückgekehrt
sind. Die Erfahrungen der Propheten waren zum größten Teil weit davon entfernt,
beneidenswert zu sein; sie wurden im allgemeinen geschmäht, viele von ihnen
wurden gefangengenommen und haben einen gewaltsamen Tode erlitten. (Siehe 1.
Kön. 18:4, 10, 17, 18; 19:10; Jer 38:6, Heb 11:32-38) In einigen
Fällen wurde ihr wahrer Charakter als Gottes Propheten erst Jahre nach ihrem
Tode erkannt. Wir sprechen aber in dieser Weise von den prophetischen
Schreibern, deren Äußerungen den Anspruch erheben, direkte Eingebungen von
Jehova zu sein. Es ist gut, dass wir uns in diesem Zusammenhang daran erinnern,
dass es beim Überreichen des Gesetzes an Israel kein priesterliches Eingreifen
gab; es wurde dem Volke von Gott durch die Hand Mose gegeben. (2. Mose
19:17-25; 5. Mose 5:1-5) Und außerdem war es die Pflicht, dass, wenn jemand
eine Übertretung des Gesetzes erkannte, er den Sünder warnte. (3. Mose 19:17)
Auf diese Weise hatten alle das Recht, zu lehren und zu warnen; aber weil die
Mehrheit, wie in unserem heutigen Tag, mit der Sorge um das Geschäftliche in
Anspruch genommen war und gleichgültig und ungläubig wurde, erfüllten
verhältnismäßig wenige dies Erfordernis, die Sünde zu strafen und zur Ehrfurcht
vor Gott zu ermahnen; und diese Prediger werden sowohl im Alten wie im Neuen
Testament als ,, Propheten" bezeichnet. Der Ausdruck Prophet, wie er im
allgemeinen gebraucht wird, bezeichnet einen öffentlichen Ausleger; und so
wurden zum Beispiel auch die öffentlichen Lehrer des Götzendienstes "die
Propheten des Baal" genannt usw.
-Siehe 1. Kor. 14:1-6; 2. Petrus 2:1; Matth. 7:15; 14:5; Ne 6:7; 1. Kön. 18:40; Ti 1:12.
Prophezeien im
gewöhnlichen Sinne von Lehren wurde später weitverbreitet durch eine bestimmte
Klasse und führte zum Pharisäertum-diese lehrten anstatt der Gebote Gottes die
Überlieferungen der Ältesten, dadurch widersetzten sie sich der Wahrheit und
wurden falsche Propheten oder falsche Lehrer. -Matth. 15:2-9.
Außerhalb von der
großen Klasse, Propheten genannt, wählte Gott zu verschiedenen Zeiten einige
heraus, welche er in besonderer Weise beauftragte, damit sie seine Botschaften
überbrachten, welche sich manchmal auf nahe bevorstehende Dinge, und ein
anderes Mal auf noch zukünftige Ereignisse bezogen. Den Schriften dieser
Klasse, die da sprachen und schrieben, wie sie vom Heiligen Geiste bewegt
wurden, gilt jetzt unsere Aufmerksamkeit. Sie mögen mit Recht bezeichnet werden als
Göttlich
beauftragte Propheten oder Seher.
Wenn daran
erinnert wird, dass diese Propheten hauptsächlich Laien waren, die keine
Unterstützung durch den Zehnten des priesterlichen Stammes bezogen; und wenn zu
diesem die Tatsache hinzu genommen wird, dass sie häufig nicht nur diejenigen
waren, welche die Könige und Richter tadelten, sondern auch die Priester
(obwohl sie nicht das Amt, sondern die persönlichen Sünden derer tadelten, die
es inne hatten), so wird es klar, daß wir vernünftigerweise nicht meinen
können, dass diese Propheten an irgend einem Bündnis mit den Priestern oder
anderen beteiligt waren, um im Namen Gottes Unwahrheiten zu erfinden. Im Lichte
der Tatsachen widerspricht die Vernunft solch einem Verdacht.
Wenn wir daher
keinen Grund finden, die Beweggründe der verschiedenen Schreiber der Bibel in
Frage zu stellen, sondern finden, dass der Geist von den verschiedenen Teilen
der Bibel Rechtschaffenheit und Wahrheit ist, so laßt uns nun zu der Frage
fortfahren, ob es eine Verbindung oder ein Band der Einigkeit gibt zwischen den
Berichten des Mose, denen der Propheten
und denen der
Schreiber des Neuen Testaments. Wenn wir eine gemeinsame Denkrichtung
durch das Gesetz, die Propheten und die Schriften des Neuen Testaments hindurch
verwebt finden werden, welche ein Zeitperiode von 1.500 Jahren beträgt, so wird
das in Verbindung mit dem Charakter der Schreiber ein guter Grund dafür sein,
ihren Anspruch-dass sie göttlich eingegeben sind -zuzulassen, besonders wenn
das allen gemeinsame Thema ein bedeutsames und erhabenes ist und sich gut mit dem
vereinbaren läßt, was der geheiligte weitverbreitete Verstand in Bezug auf den
Charakter und die Eigenschaften Gottes lehrt.
Gerade das
finden wir. Ein Plan, ein Geist, ein Ziel und eine Absicht durchzieht das ganze
Buch. Seine ersten Seiten berichten über die Erschaffung und den Fall des
Menschen; seine letzten Seiten erzählen von des Menschen Wiederherstellung von
diesem Fall; und die dazwischen liegenden Seiten zeigen die
aufeinanderfolgenden Schritte des Planes Gottes zur Hin- ausführung dieser Absicht.
Die Harmonie und auch der Gegensatz der ersten drei und der letzten drei
Kapitel der Bibel ist beeindruckend. Die einen beschreiben die erste Schöpfung
und die anderen die wiederhergestellte Schöpfung, wenn die Sünde und ihr Fluch
hinweg getan ist: die einen zeigen, wie Satan und das Böse in die Welt gekommen
ist, um zu verführen und zu verderben; die letzteren zeigen sein Werk zunichte
gemacht, das Verlorene wiederhergestellt, das Böse zerstört und Satan
vernichtet; die einen zeigen die
Herrschaft, die durch Adam verloren ging, die anderen zeigen dieselbe
wiederhergestellt und für immer fest gegründet durch den Christus, und dass
Gottes Willen auf der Erde hinaus geführt wird wie im Himmel; die einen zeigen,
dass die Sünde die Ursache war, die das Verderben, die Schmach und den Tod
hervorbrachte, die anderen zeigen, dass Herrlichkeit, Ehre und Leben der Lohn
der Gerechtigkeit ist.
Obwohl von
vielen Federn zu verschiedenen Zeiten und unter verschiedenen Umständen
geschrieben, ist die Bibel nicht nur eine Sammlung von moralischen, weisen und
leitenden Grundsätzen und trostreichen Worten. Sie ist mehr. Sie ist eine
vernünftige, erkenntnisreiche und
harmonische Darstellung von der Ursache des gegenwärtigen Bösen in der Welt,
seines einzigen Heilmittels und von den
endgültigen Ergebnissen, wie sie von der göttlichen Weisheit erkannt werden,
welche das Ende des Planes schon vor seinem Anfang wußte, und sie zeichnet den
Fußpfad von Gottes Volkes auf und stärkte und kräftigte sie mit den überaus
großen und kostbaren Verheißungen, die zur rechten Zeit verwirklicht werden.
Die Lehre des
ersten Buches Mose, dass die Menschheit in einem Zustand der
ursprünglichen Vollkommenheit in einem
Repräsentanten (in einem Vertreter) geprüft wurde, dass er verfehlte, und dass
die gegenwärtige Unvollkommenheit, Krankheit und der Tod die Folgen davon sind,
dass aber Gott ihn nicht verlassen hat und ihn schließlich durch einen Erlöser,
geboren von einer Frau (1. Mose 3:15), wiederherstellen wird, wird durchgehend
fortgesetzt und bis zum Schluß ausführlich erklärt. Die Notwendigkeit des Todes
von einem Erlöser, als ein Opfer für die Sünden, und von seiner Gerechtigkeit
als eine Bedeckung für unsere Sünden wird in der Kleidung von Fell für Adam und
Eva gezeigt; in der Annahme von Abels Opfer;
in Isaak auf dem Altar; in dem Tod der verschiedenen Opfer, durch welche
die Patriarchen Zutritt zu Gott hatten, und in den unter dem Gesetz
eingeführten und durch das jüdische Zeitalter hindurch fortgesetzten Opfern.
Die Propheten, zwar mit einer Erkenntnis gesegnet, aber nur ein geringes Verständnis über die
Bedeutung einiger ihrer Aussprüche habend (1. Pet. 1:12), erwähnen, dass die
Sünden auf eine Person gelegt werden anstatt auf ein stummes Tier, und in der
prophetischen Vision sehen sie ihn, welcher die Menschheit erlöst und befreit,
"wie ein Lamm zur Schlachtung" geführt, und dass "die Strafe zu
unserem Frieden auf ihm lag", und dass wir "durch seine Wunden
geheilt sind." Sie stellten ihn dar als "verachtet und verlassen von
den Menschen, ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut", und
erklärten, dass "der Herr die Schuld von uns allen auf ihn gelegt
hat." (Jes. 53:3-6) Sie sagten, wo dieser Erlöser geboren wird (Mich. 5:1)
und wann er sterben wird, und versichern uns, daß es "nicht für ihn
selbst" ( Da 9:26, "The New Jerusalem Bible" Übersetzung) sein
wird. Sie erwähnen verschiedene Besonderheiten ihn betreffend-dass er ,,
gerecht" und frei von "Täuschung" und ,, Gewalt" und irgend
einem Grund des Todes sein wird (Jes. 53:8, 9, 11); dass er für dreißig Stücke
Silber verraten werden wird (Sach. 11:12); dass er in seinem Tod ,, zu den
Übertretern gerechnet" wird (Jes. 53:12); dass ihm nicht ein Gebein
gebrochen wird (Psl. 34:21; Joh. 19:36); und dass, obwohl er sterben und
begraben wird, sein Fleisch doch nicht verwesen wird, und er nicht im Todeszustand
verbleiben wird. -Psl. 16:10; Apg. 2:31.
Die Schreiber
des Neuen Testaments berichten klar und überzeugend, und trotzdem in einer sehr
einfachen Art und Weise, die Erfüllung von allen diesen Prophezeiungen in Jesus
von Nazareth und zeigen durch logische Beweisführungen, dass solch ein
Lösegeld-Preis, wie er es gab, notwendig war, wie es bereits in dem Gesetz und
den Propheten vorausgesagt worden war, bevor die Sünden der ganzen Welt
ausgelöscht werden können. (Jes. 1:18) Sie schildern den ganzen Plan in einer überaus logischen und überzeugenden Art
und Weise, sie fordern weder die
Vorurteile ihrer Hörer heraus noch möchten sie ihre Hörer begeistern, sondern
sie wenden sich allein an deren erleuchteten Verstand und bieten einige der am
meisten bemerkenswerten und genauesten und überzeugendsten Beweisführungen, die
nirgends sonst über irgendein Thema gefunden werden können. Siehe Röm. 5:17-19,
und weiter bis zum 12. Kapitel.
Mose wies in
dem Gesetz nicht nur auf ein Opfer hin, sondern auch auf ein Auslöschen der
Sünden und auf ein Segnen des Volkes unter diesem großen Erlöser, von dessen
Macht und Autorität er erklärt, dass sie seine eigene bei weitem übersteigen
wird, obwohl sie "gleich" ihm sein wird. (5. Mose 18:15,19) Der
verheißene Erlöser wird nicht nur Israel, sondern durch Israel ,, alle
Geschlechter der Erde" segnen. (1. Mose 12:3; 18:18; 22:18; 26:4) Und im
Gegensatz zu den Vorurteilen des jüdischen Volkes fahren die Propheten in der
gleichen Art und Weise fort, erklärend, dass der Messias ,, zu einem Licht für
die Nationen" sein wird (Jes. 49:6; Luk. 2:32); dass die Nationen
"von den Ende der Erde" zu ihm kommen werden ( Jer 16:19); dass sein
Name "unter den Nationen groß sein wird" ( Mal 1:11); dass die
"Herrlichkeit des Herrn sich offenbaren wird, und alles Fleisch sie sehen
wird". -Jes. 40:5. Siehe auch Jes. 42:1-7.
Die Schreiber
des Neuen Testamentes erheben den Anspruch auf eine göttliche Salbung, welche
sie befähigte, die Erfüllung der Prophezeiungen hinsichtlich dem Opfer des
Christus zu erkennen. Obwohl sie als Juden voreingenommen waren zu meinen, dass
jede Segnung auf ihr eigenes Volk begrenzt sei (Apg. 11:1-18), so wurde es
ihnen ermöglicht zu erkennen, dass, während ihr Volk gesegnet werden wird, auch
alle Geschlechter der Erde mit ihnen gesegnet werden, und zwar durch sie. Sie
erkannten auch die Tatsache, dass vor der Segnung Israels und der Welt eine
Herauswahl von einer ,, kleinen Herde" aus beiden, Juden und Nationen,
gemacht wird, welche, wenn erprobt und als würdig erfunden, zu Miterben an der
Herrlichkeit und der Ehre des großen Erlösers und zu Teilhabern mit ihm an der
Ehre, Israel und alle Völker zu segnen, gemacht werden. -Röm. 8:17.
Diese Schreiber
zeigen die Harmonie von dieser Ansicht mit dem, was im Gesetz und in den
Propheten geschrieben steht; und die Erhabenheit und die Breite des Planes, den
sie darlegen, übertrifft bei weitem die erhabenste Vorstellung von dem, was es
zu sein vorgibt: "Die frohe Botschaft von großer Freude, die für das ganze
Volk sein wird."
Der Gedanke von
dem Messias als ein Herrscher nicht nur von Israel, sondern auch von der ganzen
Welt, auf welchen in den Büchern von Mose hingewiesen wird, ist das Thema aller
Propheten. Der Gedanke von dem Königreich war auch in den Lehren der Apostel das
wichtigste; und Jesus lehrte, dass wir beten sollten: ,, Dein Königreich
komme", und verhieß denen einen Anteil daran, welche zuerst für die
Wahrheit leiden und sich auf diese Weise desselben würdig erweisen werden.
Diese Hoffnung
auf das kommende herrliche Königreich gab allen Gläubigen den Mut, Verfolgung
zu ertragen und Schande, Entbehrung und Verlust, und sogar den Tod zu erleiden.
Und in der großartigen sinnbildlichen Prophezeiung, mit welcher das Neue
Testament endet, werden das würdige ,, Lamm, das geschlachtet worden ist"
(0ffenb. 5:12), die würdigen "Überwinder", die er zu Königen und
Priestern in seinem Königreich machen wird, und die Prüfungen und die
Hindernisse, die sie überwinden müssen, um würdig zu werden, um Anteil zu haben
an jenem Königreich, sehr genau geschildert. Dann folgen die symbolischen
Darstellungen von den Segnungen, welche der Welt unter jener tausendjährigen
Millenniumsherrschaft gegeben werden, wenn der Satan gebunden und der
adamitische Tod und die Leiden vernichtet worden sein werden, und wenn alle
Nationen der Erde im Lichte des himmlischen Königreiches-des neuen
Jerusalem-wandeln werden.
Vom Anfang bis
zum Ende bietet die Bibel eine Lehre, wie sie nirgendwo anders gefunden wird,
und die im Gegensatz zu den Theorien aller heidnischen Religionen steht-nämlich
dass für die Toten ein zukünftiges Leben durch eine Auferstehung von den Toten
kommen wird. Alle die inspirierten Schreiber drückten ihre Zuversicht an einen
Erlöser aus, und einer derselben erklärt, daß ,, an dem Morgen", wenn Gott
sie aus dem Grabe rufen wird, und sie hervorkommen werden, die Bösen nicht
länger mehr die Herrschaft der Erde in den Händen haben werden; denn ,, am
Morgen herrschen die Aufrichtigen über sie". (Psl. 49:14)
Die
Auferstehung von den Toten wird durch die Propheten gelehrt; und die Schreiber
des Neuen Testaments gründen alle ihre Hoffnungen auf ein zukünftiges Leben und
einer zukünftigen Segnung darauf. Paulus drückt es so aus: ,, Wenn es keine
Auferstehung der Toten gibt, so ist auch Christus nicht auferweckt worden; und
wenn Christus nicht auferweckt worden ist, so ist auch unsere Predigt
vergeblich, und euer Glaube ist auch vergeblich; ... also sind auch die, welche
in Christus entschlafen sind, verloren. ... Nun aber ist Christus auferweckt worden von den Toten und ist der Erstling
der Entschlafenen geworden; ... denn wie nämlich alle in Adam sterben, so
werden auch alle in dem Christus lebendig gemacht werden." -1. Kor.
15:13-22
Die Bibel ist
wie eine Uhr, bei welcher zuerst viele Räder als überflüssig erscheinen
möchten, aber gerade die Räder, die sich am langsamsten drehen, sind unbedingt
notwendig. Sie setzt sich aus vielen Teilen zusammen, und sie ist durch viele
Federn zubereitet worden, und sie ist ein vollständiges und harmonisches
Ganzes. Nicht ein einziger Teil ist überflüssig, und obwohl einige Teile mehr
benutzt werden und eine hervorragendere Stelle einnehmen als andere, so sind
sie doch alle nützlich und notwendig.
Es findet unter
den sogenannten ,, fortgeschrittenen Denkern" und ,, großen
Theologen" des heutigen Tages immer mehr Anklang, viele der
"Wunder" des Alten Testaments geringschätzig zu behandeln oder nicht
zu beachten, wenn sie dieselben nicht gar bestreiten, indem sie dieselben ,,
Altweiber-Fabeln" nennen. Unter ihnen sind die Berichte von Jonas und dem
großen Fisch, von Noah und der Arche, von Eva und der Schlange, von dem
Stillstehen der Sonne auf Josuas Befehl hin, von Bileams sprechendem Esel. Ganz
offensichtlich übersehen diese weisen Männer die Tatsache, daß die Bibel in
ihren verschiedenen Teilen so verwoben und verbunden ist, dass, wenn diese
Wunder von ihr beschädigt oder angezweifelt werden, das Ganze zerstört oder
angezweifelt wird. Denn wenn die ursprünglichen Berichte falsch sind, so waren
diejenigen, die sie wiederholten, entweder Fälscher oder selbst Betrogene, und
in jedem Falle wäre es für uns unmöglich, ihr Zeugnis als göttlich eingegeben
anzunehmen. Die erwähnten Wunder aus der Bibel herauszunehmen, würde das
Zeugnis seiner hauptsächlichsten Schreiber ungültig machen, und außerdem das
von unserem Herrn. Die Geschichte von dem Fall wird von Paulus bestätigt (Röm.
5:17); ebenso Evas Verführung durch die Schlange. (2. Kor. 11:3; 1. Tim. 2:14).
Siehe auch unseres Herrn Bezugnahme auf letzteres in 0ffenb. 12:9 und 20:2. Das
Stillstehen der Sonne bei dem Sieg über die Amoriter als ein Beweis für die
Macht des Herrn war ganz offensichtlich vorbildlich von der Macht, die in der
Zukunft an dem "Tage des Herrn" durch die Hand dessen ausgeübt werden
wird, den Josua vorschattete. Dies wird durch drei Propheten bestätigt. (Jes.
28:21; Hab. 2:1-3,13,14 und 3:2-11, Sach. 14:1,6,7) Der Bericht von dem
sprechenden Esel ist von Judas (V. 11) und von Petrus (2. Pet. 2:16) bestätigt
worden. Und der große Lehrer, Jesus, bestätigt die Erzählung von Jonas und dem
großen Fisch und von Noab und der Flut. (Matth. 12:40; 24:38, 39; Luk. 17:26;
siehe auch 1. Pet. 3:20) Tatsächlich gibt es keine größeren Wunder als
diejenigen, welche durch Jesus und die Apostel durchgeführt wurden, solche wie
das Verwandeln von Wasser in Wein, die Heilung von Krankheiten usw.; und als
Wunder ist die Auferweckung der Toten das wunderbarste von allen.
Diese Wunder,
welche für unsere Erfahrung nicht üblich sind, finden jeden Tag Parallelen um
uns herum, welche für uns gewöhnlicher sind, so dass sie sich ereignen, ohne
beachtet zu werden. Die Fortpflanzung von lebendigen Organismen, sowohl bei den
Tieren als auch bei den Pflanzen, liegt jenseits unseres Verstehens, sowie auch
jenseits unsere Kraft-daher sind sie wunderbar. Wir können die Ausübung von dem
Lebensgrundsatz sehen, aber wir können es weder verstehen noch erzeugen. Wir
pflanzen zwei Samenkörner nebeneinander; die Bedingungen, Luft, Wasser und
Boden sind gleich; sie wachsen, wir können nicht sagen wie, noch kann der
Weiseste unter den Menschen dieses Wunder erklären. Diese Samenkörner
entwickeln Organismen von entgegengesetzten Neigungen; der eine breitet sich am
Boden aus, der andere wächst senkrecht; die Gestalt, die Blüte, die Farbe, alles
unterscheidet sich, obgleich die Bedingungen dieselben waren. Solche Wunder
sind für uns alltäglich, und sobald wir das Staunen der Kindheit verlassen,
hören wir auf, sie als solche zu betrachten; dennoch offenbaren sie, wie sehr
es eine Macht sowohl jenseits unseres eigenen Denkens als auch jenseits unseres
begrenzten Verstandes gibt, und die wenigen Wunder in der Bibel sind zu
besonderen Zwecken berichtet und sind
als Darstellungen von der Allmacht und von der Fähigkeit des großen Schöpfers,
jedes Hindernis zu überwinden und seinen Willen zu vollenden, sowie der uns
verheißene Auferweckung von dem Tode und der Vernichtung des Bösen und der
schließlichen Herrschaft der ewigwährenden Gerechtigkeit beabsichtigt.
Hier lassen wir
die Sache ruhen. Jeder Punkt wurde durch die Vernunft geprüft. Wir haben
herausgefunden, dass es einen Gott gibt, einen höchsten, intelligenten
Schöpfer, in welchem Weisheit, Gerechtigkeit, Liebe und Macht in vollkommener
Harmonie vorhanden sind. Wir haben herausgefunden, dass es vernünftig ist, eine
Offenbarung von seinen Plänen an seine Geschöpfe zu erwarten, welche fähig
sind, eine solche wertzuschätzen, und welche an einer solchen Interesse haben.
Wir haben herausgefunden, dass die Bibel, welche behauptet, diese Offenbarung
zu sein, der Betrachtung würdig ist. Wir haben seine Schreiber näher betrachtet
und ihre möglichen Absichten im Lichte dessen, was sie lehren; wir waren
erstaunt; und unser Verstand sagte uns, dass solch eine Weisheit, mit einer
solchen Reinheit des Beweggrundes verbunden, kein schlauer Kunstgriff von
klugen Menschen mit selbstsüchtigen Zielen ist. Die Vernunft hat betont, dass
es bei weitem wahrscheinlicher ist, dass solch gerechte und wohlwollende
Ansichten und Gesetze von Gott und nicht von den Menschen sind, und sie bestand
darauf, dass sie nicht das Werk von betrügerischer Priestern sein können. Wir
haben die Harmonie des Zeugnisses in Bezug auf Jesus, sein Lösegeld-Opfer, und
die Auferstehung und die Segnung von allen als das Ergebnis in seinem kommenden
herrlichen Königreich gesehen; und die Vernunft sagte uns, dass ein so
großartiger und verständlicher Plan jenseits allem liegt, was wir
vernünftigerweise erwarten können, und weil er auf solch vernünftige
Schlussfolgerungen aufgebaut ist, muss er der Plan Gottes sein, welchen wir
suchen. Er kann nicht nur ein Kunstgriff der Menschen sein, denn selbst
geoffenbart, ist er fast zu großartig, um von Menschen geglaubt zu werden.
Als Kolumbus
den Fluß Orinoco entdeckte, sagte ihm einer, dass er eine Insel gefunden habe.
Er erwiderte: ,, Kein solcher Fluß wie dieser fließt von einer Insel. Dieser
reißende Strom muß die Wasser eines Kontinents mit sich führen." So
überzeugt uns die Tiefe und die Macht und die Weisheit und der Umfang von dem
biblischen Zeugnis, dass nicht Menschen, sondern der allmächtige Gott der
Urheber von ihren Plänen und Offenbarungen ist. Wir haben nur einen schnellen
Blick auf die Oberfläche der Schriften geworfen, welche den Anspruch erheben,
von göttlichem Ursprung zu sein, und wir haben herausgefunden, dass dies
vernünftig erscheint. Die folgenden Kapitel werden die verschiedenen Teile des
Planes Gottes darlegen, und wir sind zuversichtlich, dass sie jedem ehrlichen
Verstand einen reichlichen Beweis dafür geben, dass die Bibel eine göttlich eingegebene
Offenbarung ist, und dass die Länge und Breite und Höhe und Tiefe des Planes,
den sie entfaltet, den göttlichen Charakter herrlich widerspiegelt, welcher bis
jetzt nur undeutlich erkannt wird, welcher aber jetzt in dem Lichte des
angebrochenen tausendjährigen Millenniumtages deutlicher erkannt wird.
STUDIE
IV—Die genauen Zeitabschnitte und Zeitalter, die in der Entwicklung des
göttlichen Planes deutlich hervorgehoben sind.
Gottes Plan
ist fest bestimmt und geordnet. -Drei große Zeitabschnitte in der
Weltgeschichte. -Ihre unterschiedlichen Merkmale. -"Die Erde bleibt ewig.’
-Die kommende Welt, die neuen Himmel und die neue Erde. -Diese großen
Zeitabschnitte sind unterteilt. -Die wichtigen Teile des Planes Gottes werden
auf diese Weise zur Betrachtung hervorgehoben. -Das Erkennen der Reihenfolge
offenbart die Harmonie. -Das rechte Teilen des Wortes der Wahrheit.
Wie einige in
Unkenntnis die Fähigkeit und die Weisheit eines großen Architekten und
Baumeisters falsch beurteilen, wenn sie sein unvollendetes Werk sehen, so
beurteilen auch viele in ihrer Unwissenheit Gott falsch, wenn sie sein
unvollendetes Werk sehen; aber in Kürze, wenn das harte Gerüst des Bösen
beseitigt worden ist, welches zur Bestrafung des Menschen zugelassen worden ist
und welches schließlich zu seinem Wohlergehen abgeschafft werden wird, dann
wird Gottesvollendetes Werk jedem seine unendliche Weisheit und Macht
verkünden; und seine Pläne werden als mit seinem herrlichen Charakter in
Harmonie seiend anerkannt werden.
Weil Gott uns
sagt, dass er eine fest bestimmte Absicht hat und dass alle seine Absichten
vollendet werden, so geziemt es sich für uns, als seine Kinder, eifrig zu
forschen, was diese Pläne sind, damit wir als solche erkannt werden, welche in
Harmonie mit ihnen sind. Erkenne, wie nachdrücklich uns Jehova die Bestimmtheit
seiner Absichten bestätigt: "Jehova der Heerscharen hat geschworen und
gesprochen: Wahrlich, wie ich es geplant habe, so wird es geschehen; und wie
ich es beschlossen habe, so wird es sein.’,, Denn Jehova der Heerscharen hat es
beschlossen, und wer kann es zunichte machen?’ "Ich bin Gott, und es gibt
keinen anderen; ich bin Gott, und es gibt keinen gleich mir...mein Plan wird
bestehen, und mein Wohlgefallen führe ich hinaus...Wahrlich, ich habe
gesprochen, und ich werde es auch herbeiführen; ich habe es geplant, und werde
es auch durchführen.’ (Jes. 14:24-27; 46:9-11 nach der "Kleinen
Jerusalemer Bibelübersetzung und der Übersetzung des Alten Testaments nach
Kautzsch) Wie geheimnisvoll oder planlos uns daher Gottes Tun mit den Menschen
auch erscheinen mag, so müssen doch diejenigen, welche dies Zeugnis seines
Wortes glauben, zugeben, dass sein ursprünglicher und unveränderlicher Plan
beständig seiner Vollendung entgegengegangen ist und noch geht.
Während die
große Masse der Menschheit, sich in der Finsternis der Unwissenheit befindend,
auf die eigentlichen Entwicklungen des Planes Gottes warten muß, bevor sie den
herrlichen Charakter des göttlichen Baumeisters erkennen kann, ist es das
Vorrecht des Kindes Gottes, durch den Glauben und das Licht seiner Leuchte (des
Wortes Gottes) die vorausgesagten Herrlichkeiten der Zukunft zu sehen und
dadurch das sonst geheimnisvoll erscheinende Tun Gottes in der Vergangenheit
und der Gegenwart zu erkennen. Wir wenden uns daher als interessierte Söhne
Gottes und Erben eines verheißenen, herrlichen Erbteils an unseres Vaters Wort,
damit wir seine Absichten verstehen möchten, welche uns aus den Plänen und aus
den Einzelheiten darin gegeben werden. Dort lernen wir, dass Gottes Plan in
bezug auf den Menschen drei große Zeitabschnitte umfaßt, die mit der
Erschaffung des Menschen beginnen und in die unbegrenzte Zukunft reichen.
Petrus und Paulus bezeichnen diese Zeitabschnitte als "drei Welten’, die
wir in der folgenden Abbildung darstellen:
Diese drei
großen Zeitabschnitte stellen drei unterschiedliche Offenbarmachungen der
göttlichen Vorsehung dar. Der erste, von der Schöpfung bis zur Sintflut, war
unter der Aufsicht der Engel und wird von Petrus "die damalige Welt’ genannt. - _ 2Pe 3:6???
Der zweite
große Zeitabschnitt, von der Sintflut bis zur Aufrichtung von Gottes
Königreich, ist unter der eingeschränkten Kontrolle des Satans, ,, des Fürsten
dieser Welt’, und wird daher ,,
diese gegenwärtige böse Welt’
genannt. - Ga 1:4 _ 2Pe 3:7???
Der dritte
Zeitabschnitt wird eine "Welt ohne Ende’ (Jes 45:17 nach der englischen
King-James Bibelübersetzung) unter der göttlichen Herrschaft sein, das
Königreich Gottes, und wird ,,
die zukünftige Welt’ genannt,
,, in welcher Gerechtigkeit herrscht’.- Heb 2:5 _ 2Pe 3:13???
Der erste
dieser Zeitabschnitte oder, , Welten’ war unter der Aufsicht der Engel ein
Fehlschlag; der zweite unter der Herrschaft des Satans, der eigenmächtig die
Macht an sich gerissen hat, ist in der Tat, , eine böse Welt’ gewesen; aber der
dritte wird eine Zeit der Gerechtigkeit und der Segnung für alle Geschlechter
der Erde sein.
Die beiden
letzten dieser, , Welten’ werden ganz besonders erwähnt, und die Aussagen über
sie sind in starkem Gegensatz zueinander. Der gegenwärtige zweite Zeitabschnitt
wird nicht deshalb, , die gegenwärtige böse Welt’ genannt, weil es nichts Gutes
in demselben gibt, sondern weil es dem Bösen gestattet ist zu herrschen., ,
Jetzt nennen wir die Hochmütigen glücklich; wahrlich, diejenigen, welche Böses
verübt haben, sind erfolgreich gewesen; wahrlich, diejenigen, welche Gott
versucht haben, sind auch befreit worden.’ ( Mal 3:15 nach der englischen
King-James-Bibelübersetzung) Die dritte Welt oder der dritte Zeitabschnitt wird
als ,, die zukünftige Welt’ erwähnt, ,, in welcher Gerechtigkeit
wohnt’, nicht weil es kein Böses in ihr mehr geben wird, sondern weil das
Böses nicht herrschen wird. Die Beseitigung des Bösen wird ganz allmählich vor
sich gehen und die ersten tausend Jahre erfordern. Das Böse wird dann nicht
herrschen; es wird nicht erfolgreich sein; es wird nicht länger mehr der Böse
sein, der Gelingen haben wird, sondern "der Gerechte wird aufblühen’ (Psl.
72:7), und der Gehorsame, , wird das Gute des Landes essen’ (Jes. 1:19), und
die, , Übeltäter werden vernichtet.’ (Psl. 37:9)
So gesehen wird
das nächste Zeitalter in fast jeder Hinsicht sehr verschieden und das genaue
Gegenteil von dem gegenwärtigen sein. Unseres Herrn Worte zeigen, warum es
zwischen dem gegenwärtigen und dem zukünftigen Zeitalter einen Unterschied
geben wird. Es ist, weil er selbst der Fürst oder Herrscher der kommenden Welt
sein wird, so dass in ihr Gerechtigkeit und Wahrheit herrschen werden; während
jetzt, weil Satan der Fürst (Herrscher) der gegenwärtigen bösen Welt ist, das
Böse herrscht und der Böse Gelingen hat. Weil, wie Jesus sagte, der Fürst
dieser Welt "nichts in mir hat’ (nichts mit ihm gemeinsam hat), hat er
folglich auch kein Interesse an seinen Nachfolgern, ausgenommen, dass er ihnen
widersteht, sie versucht, plagt und schlägt ( Joh 14:30 2. Kor. 12:7), und dass
in dieser gegenwärtigen bösen Welt oder in diesem Zeitabschnitt jeder, der
gottselig leben will, Verfolgung erleiden wird, während der Böse wie ein
grünender, ragender Baum dasteht. - _ 2Ti 3:12???; Psl. 37:35
Jesus sagte:, ,
Mein Reich ist nicht von dieser Welt’, und bis der Zeitabschnitt oder "die
kommende Welt’ kommt, wird das Königreich des Christus die
Erde nicht beherrschen. Wir werden belehrt, auf dieses zu hoffen und für
dasselbe zu beten: "Dein Königreich komme, Dein Wille geschehe auf der
Erde.’ Der Satan ist "der Beherrscher dieser Welt der Finsternis’, und
daher, , bedeckt Finsternis die Erde und tiefe Dunkelheit die Völker.’ Er
herrscht jetzt in den Herzen der Kinder des Ungehorsams. - Eph 2:2 6:12???
(nach Menge-Übersetzung)
Es muß einige
sehr wichtige Teile in dem Plan des großen Baumeisters für die Errettung des
Menschen geben, welche bis jetzt noch nicht vollständig entwickelt sind-sonst
wäre der neue Fürst und das neue Zeitalter schon längst in Erscheinung
getreten. Warum es auf eine bestimmte Zeit hinausgeschoben worden ist, und
ebenso die Art und Weise, wie der Wechsel von der gegenwärtige Herrschaft des
Bösen unter Satan auf die Herrschaft der Gerechtigkeit unter Christus
stattfindet, sind interessante Punkte, die im folgenden ausführlicher gezeigt
werden. Jetzt ist es ausreichend zu sagen, dass die Reiche dieser Welt, die
jetzt dem Satan unterworfen sind, zur rechten Zeit die Reiche von unserem Herrn
und seines Christus werden. (0ffb. 11:15) Der Zusammenhang zeigt, dass der
Übergang durch eine allgemeine Zeit der Drangsal erreicht werden wird. Was dies
anbetrifft, sagte Jesus:, , Niemand kann in das Haus des Starken eindringen und
seinen Hausrat rauben, wenn er nicht zuvor den Starken bindet, und alsdann wird
er sein Haus berauben.’ { Mr 3:22-27} Auf diese Weise werden wir belehrt, dass
der Satan zuerst gebunden, festgelegt und abgesetzt werden muß, bevor die
Herrschaft des Christus in Gerechtigkeit und in Friedens aufgerichtet werden
kann. In Übereinstimmung damit wird auch dies Binden des Satans als das erste
Werk des neuen Zeitalters dargestellt. -0ffb. 20:2
Es sollte nicht
vergessen werden, dass diese Erde die Grundlage aller dieser, , Welten’ oder
Zeitalter ist und dass, obwohl Zeitalter vorübergehen und wechseln, die Erde
immer fortbesteht:, , Die Erde besteht ewiglich.’ (Pred. 1:4) Dasselbe Bild
ausführend nennt Petrus jeden dieser Zeitabschnitte einen eigenen Himmel und
eine eigene Erde. Hier symbolisiert das Wort Himmel
die höheren oder geistigen herrschenden Mächte, und die Erde symbolisiert die menschlichen Regierungen und gesellschaftlichen
Einrichtungen. So endeten die ersten Himmel und die erste Erde, die Anordnung
und Einrichtung der Dinge, die damals bestanden haben, in der Flut, nachdem sie
ihren Zweck erfüllt hatten. Aber die natürlichen Himmel (die Lufthülle um die
Erde herum, Atmosphäre genannt) und die natürliche Erde gingen nicht zu Ende;
sie blieben bestehen. In gleicher Weise wird auch die gegenwärtige Welt (die
Himmel und die Erde) mit einem großen Lärm vergehen und in Feuer, in
Verwirrung, Drangsal und Auflösung zerschmelzen. Der Starke (Satan) wird sich,
nachdem er gebunden worden ist, darum bemühen, seine Macht zu erhalten. Die
gegenwärtige Form der Regierung und die gegenwärtige Gesellschaftsordnung,
nicht aber der natürliche Himmel und nicht die natürliche Erde, werden
vergehen. Die gegenwärtigen Himmel (die Mächte der geistiger Herrschaft)
müssen den, , neuen Himmeln’ Platz machen-der geistigen Herrschaft des
Christus. Die gegenwärtige Erde (die menschliche Gesellschaft, wie sie
jetzt unter der Herrschaft des Satans aufgebaut ist) muß (symbolisch)
zerschmelzen und aufgelöst werden, am Anfang des, , Tages des Herrn’, welcher,
, brennen wird wie ein Ofen.’ { Mal 4:1} "Eine neue Erde’, das bedeutet
eine neu aufgebaute Gesellschaft, wird folgen, welche in Harmonie mit dem neuen
Fürsten der Erde sein wird-dem Christus. Gerechtigkeit, Friede und Liebe werden
unter den Menschen herrschen, nachdem die gegenwärtigen Einrichtungen dem neuen
und besseren Königreich Platz gemacht haben werden, dessen Grundlage die
vollkommene Gerechtigkeit sein wird.
Dem Apostel
Paulus wurde ein Blick in das nächste Zeitalter gegeben, oder wie er es nennt,
in "die kommende Welt’. Er sagt, er wurde, , entrückt’ (ob in
wortwörtlicher oder in geistiger Weise oder in beiden, konnte er nicht sagen,
so wirklich waren die Dinge für seinen Anblick) den Strom der Zeit entlang in
den neuen Zustand der Dinge, in den, , neuen Himmel’, also den, , dritten
Himmel’. Er sah auf diese Weise die Dinge, wie sie unter der geistigen
Herrschaft des Christus sein werden, Dinge, welche er nicht sagen durfte. (2.
Kor. 12:2-4) Zweifellos waren es dieselben Dinge, die Johannes später sah, und
es wurde ihm gestattet, sie der Herauswahl in Sinnbildern
mitzuteilen, welche erst verstanden werden sollten, sobald sie fällig und an
der Zeit sind. Johannes wurde bei der Offenbarung, die ihm unser Herr auf der
Insel Patmos gab, in einer Vision durch dieses Evangeliumszeitalter und seinen
wechselnden Begebenheiten von Kirche und Staat bis zum Ende der gegenwärtigen
bösen Welt oder dieses Zeitabschnittes hindurch geführt, und in dieser prophetischen
Vision sah er, dass der Satan gebunden war und Christus herrscht, und der neue
Himmel und die neue Erde aufgerichtet waren; denn die vorigen Himmel und Erde
waren vergangen. -0ff. 21:1.
Die Zeitalter
Wir betrachten
jetzt die Zeitalter, in welche diese großen Zeitabschnitte eingeteilt sind, wie
es in dem folgenden Diagramm veranschaulicht ist.
Der erste
dieser großen Zeitabschnitte ("Welten’) war nicht unterteilt; Gottes
Handlungsweise mit den Menschen war die ganze Zeit hindurch nicht
unterschiedlich-von Adams Fall bis zur Flut. Gott hatte dem Menschen sein
Gesetz gegeben und es in sein inneres Wesen geschrieben; aber nachdem er
gesündigt hatte, überließ Gott ihn deutlich seinem eigenen Lauf, der abwärts
führte und, , allezeit nur böse war’ (1. Mose 6:5), so dass der Mensch auf
diese Weise seine Unvernunft erkennen möchte und damit die Weisheit Gottes
geoffenbart werden sollte in der Forderung nach völligem Gehorsam. Jenes
Zeitalter endete mit der Flut, welche alle hinweg nahm mit der Ausnahme des
gläubigen Noah und seiner Familie. Auf diese Weise offenbarte das erste
Zeitalter nicht nur die furchtbaren Auswirkungen der Sünde, sondern es zeigte
auch die Folgen von der Sünde, dass sie in immer größerer Erniedrigung und in
zunehmendes Elend abwärts führt, und es beweist die Notwendigkeit von dem
Eingreifen von Jehova, damit die Wiederherstellung dessen, ,, was verloren war’
-des Menschen erster vollkommener Zustand-überhaupt hinaus geführt werden kann.
Der zweite
Zeitabschnitt oder die, , Welt, welche jetzt ist’ schließt drei Zeitalter ein,
jedes ist ein Schritt in dem Plane Gottes zum Umsturz des Bösen. Jeder Schritt
ist weitreichender als der vorhergehende und führt den Plan weiter hinaus und
näher zu der Vollendung.
Der dritte
große Zeitabschnitt-, , die kommende Welt’ -mit der zweiten Gegenwart des
Christus beginnend, umfaßt das Millenniumszeitalter oder, , die Zeiten der
Wiederherstellung’ (Apg 3:21); und danach folgen andere, , kommende Zeitalter’,{
Eph 2:7} deren Einzelheiten nicht geoffenbart sind. Die gegenwärtigen
Offenbarungen handeln von des Menschen Wiederherstellung aus der Sünde und
nicht von der Ewigkeit in Herrlichkeit, die folgen wird.
Das erste
Zeitalter in der, , Welt, welche jetzt ist’, nennen wir das Patriarchen Zeitalter, weil Gottes Handlungen und Gnaden
während dieses Zeitabschnittes nur für einige wenige Personen waren und die
Übrigen der Menschen fast vollständig unbeachtet blieben. Solche Auserwählten
waren die Patriarchen Noah, Abraham, Isaak und Jakob. Jeder von ihnen scheint
der Reihe nach Gottes Auserwählter gewesen zu sein. Bei dem Tode Jakobs endete
dieses Zeitalter oder diese Hanldungsweise. Bei dem Tode Jakobs wurden seine
Nachkommen zum ersten Mal, , die zwölf Stämme von Israel’ genannt und wurden
gemeinsam von Gott als, , sein auserwähltes Volk’ anerkannt; und durch
vorbildliche Opfer waren sie in vorbildlicher Weise, , ein heiliges Volk’,
abgesondert von den anderen Nationen zu einem besonderen Zweck, und deshalb erfreuten
sie sich an besonderen Gnadengaben. Die Zeit, welche für diesen Teil des
göttlichen Planes bestimmt war, und welche hier begann und mit dem Tode des
Christus endete, bezeichnen wir als das jüdische Zeitalter
oder das Zeitalter des Gesetzes. Während jenes Zeitalters segnete Gott ganz
besonders diese Nation. Er gab ihnen sein Gesetz; er schloß einen besonderen
Bund mit ihnen; er gab ihnen die Stiftshütte, deren Schekinah-Herrlichkeit (ein
übernatürlicher, heller Schein) in dem Allerheiligsten die Gegenwart Jehovas
unter ihnen als ihres Führers und Königs darstellte. Zu ihnen sandte er die
Propheten und schließlich seinen Sohn. Jesus vollbrachte in ihrer Mitte seine
Wunder und unter ihnen lehrte Jesus, und weder er selbst ging zu den
umliegenden Nationen, noch gestattete er es seinen Jünger. Er sandte sie aus,
sagend:, , Gehet nicht auf einen Weg der Nationen, und gehet nicht in eine
Stadt der Samariter; gehet aber vielmehr zu den verlorenen Schafen des Hauses
Israel.’ { Mt 10:5,6} Und wiederum sagte er: "Ich bin nicht gesandt, als
nur zu den verlorenen Schafen von dem Hause Israel.’ { Mt 15:24} Dass diese
nationale Gnadengabe mit ihrer Ablehnung von Jesu und der Kreuzigung von Jesus
endete, wird durch Jesus Worte gezeigt, als er fünf Tage vor seiner Kreuzigung
erklärte:, , Euer Haus wird euch öde gelassen.’ - Mt 23:38???
Mit dem Tod von
Jesus begann damals ein neues Zeitalter-das Evangeliumszeitalter, in welchem die frohe Botschaft der Rechtfertigung nicht den
Juden allein, sondern allen Nationen verkündigt werden sollte; denn Jesus
Christus hat durch Gottes Gnade den Tod erlitten für jeden Menschen. Während
dieses Evangeliumszeitalters gibt es ebenfalls eine Klasse, welche zu einer
besonderen Gnade berufen ist und welcher besondere Verheißungen gegeben sind;
nämlich diejenigen, welche Jesus Christus durch den Glauben als ihren Erlöser
und Herrn annehmen und in seinen Fußstapfen wandeln. Die Verkündigung des
Evangeliums ist nun nahezu neunzehn Jahrhunderte lang hindurch hierhin und
dorthin über die ganze Erde gegangen, so dass jetzt gesagt werden kann, dass es
in jeder Nation mehr oder weniger gepredigt worden ist.
Es hat die Nationen nicht bekehrt-es war nicht beabsichtigt, es in diesem
Zeitalter zu tun; aber es hat hier und da einige herausgewählt, im ganzen eine
"kleine Herde’, wie es Jesus vorausgesagt hatte, { Lu 12:32} an welche es
des Vaters Wohlgefallen ist, ihnen in dem Zeitalter, welches diesem folgt, das
Königreich zu geben.
Mit diesem
Zeitalter endet die "gegenwärtige böse Welt’; und beachte aufmerksam, dass
während Gott auf diese Weise die Herrschaft des Bösen zugelassen hat zum
scheinbaren Nachteil seiner Sache, nichtsdestotrotz seine erhabenen Pläne
ununterbrochen vorwärts geschritten sind in Übereinstimmung mit einem festen
und bestimmten Plan und in genauer Reihenfolge der Zeitabschnitte, welche er
festgelegt hat. Am Ende dieses Zeitalters und mit dem Tagesanbruch des nächsten
Zeitalters, dem Millenniumszeitalter, wird der Satan gebunden und seine Macht
gestürzt, um die Aufrichtung von dem Königreich des Christus und den Anfang der
"kommenden Welt, in welcher Gerechtigkeit wohnt’, vorzubereiten.
Das Wort
Millennium bedeutet tausend Jahre und wird allgemeinen als Name für den in
0ffb. 20:4 erwähnten Zeitabschnitt benutzt-die tausend Jahre von der Herrschaft
des Christus, dem ersten Zeitalter in der "kommenden Welt.’ Während des
Millenniumszeitalters wird es eine Wiederherstellung aller Dinge geben, welche
durch den Fall Adams verloren gingen (Apg. 3:19-21), und vor seinem Ende sollen
alle Tränen abgewischt worden sein. Jenseits seiner Grenze in den Zeitaltern
der Glückseligkeit, die folgen, wird es keinen Tod mehr geben, noch Leid, noch
Geschrei, noch wird es irgendwelche Schmerzen mehr geben. Die früheren
Begebenheiten werden vergangen sein. (0ffb. 21:4) Gottes Offenbarungen geben
keine weiteren Einzelheiten, und deshalb hören wir hier auf.
Wir haben hier
nur auf die äußeren Umrisse dieses Planes der Zeitalter einen Blick geworfen.
Je mehr wir ihn untersuchen, desto mehr werden wir ihn in vollkommener
Harmonie, Schönheit und Anordnung finden. Jedes Zeitalter hat seinen Teil zu
erfüllen, notwendig zur vollständigen Entwicklung des Planes Gottes als ein
Ganzes. Der Plan ist ein voranschreitender, ein sich ganz allmählich von
Zeitalter zu Zeitalter entwickelnder, hinauf und vorwärts bis zur herrlichen
Vollendung des ursprünglichen Planes des göttlichen Baumeisters, "der alle
Dinge vollbringt in Übereinstimmung mit dem, was sein Wille festgelegt hat.’ {
Eph 1:11} Nicht eines dieser großen Zeitabschnitte ist eine Stunde zu lang oder
zu kurz zur Vollendung ihres Zieles. Gott ist vollkommen an Weisheit, auch
hinsichtlich der Zeit und der Möglichkeiten, obwohl seine Mittel unendlich groß
sind; und keine Macht, wie bösartig sie auch immer ist, verhindert oder
verzögert seine Absichten einen Moment lang. Alle Dinge, sowohl böse als auch
gute, bewirken gemeinsam unter der göttlichen Aufsicht und Leitung die
Vollendung seines Willens.
Ein Verstand,
der darüber keine Kenntnis hat und der die Vernunft außer Acht läßt, kann nur
ein klein wenig von den komplizierten Vorgängen des göttlichen Planes erkennen,
er erscheint ihm wie ein Durcheinander und wie ein Mißverfolg und er findet es
verwirrend, gerade wie einem Kind das Ganze oder auch ein Teil einer komplizierten
Maschine erscheinen würde. Seinem noch nicht ausgereiften und ungeschulten
Verstand ist sie unverständlich, und die entgegengesetzten Bewegungen ihrer
Räder und Riemen sind ihm nur Verwirrung. Aber eine sorgfältige und harmonische
Betrachtungsweise und eine genaue Untersuchungen werden zeigen, dass die
scheinbare Verwirrung eine herrliche Harmonie ist, die gute Ergebnisse bewirkt.
Die Maschine war jedoch wahrhaftig ein Erfolg, sowohl bevor das Kind ihre
Wirksamkeit verstand, als auch danach. So hat der Mensch, während Gottes Plan
in erfolgreicher Wirksamkeit ist und die Zeitalter hindurch gewesen ist, die
notwendige erzieherische Erfahrung gemacht, welche ihn nicht nur befähigt, die
komplizierten Werke desselben zu verstehen, sondern auch um seine segensreichen
Ergebnisse zu erfahren.
Wenn wir unser
Studium des göttlichen Planes fortsetzen, ist es notwendig, dass wir diese
Zeitalter und ihre jeweiligen Besonderheiten und Ziele in der Erinnerung
behalten; denn in keinem
Zeitalter allein kann der
Plan gesehen werden, sondern
nur in allen zusammen; gerade
wie ein Glied nicht eine Kette ist, sondern mehrere verbundene Glieder eine
Kette bilden. Wir erhalten eine richtige Ansicht über den ganzen Plan, indem
wir die unverwechselbaren Merkmale von jedem Teil erkennen, und auf diese Weise
werden wir befähigt, das Wort der Wahrheit richtig zu teilen.
Eine Erklärung
des Wortes, welche in einen bestimmten Zeitabschnitt oder Zeitalter gehört,
sollte nicht auf einen anderen Zeitabschnitt oder ein anderes Zeitalter
angewendet werden, weil die Dinge, die von einem Zeitalter berichtet werden,
nicht immer von einem anderen wahr sind. Es würde zum Beispiel eine Unwahrheit
sein, von der gegenwärtigen Zeit zu sagen, dass die Erkenntnis des Herrn die
ganze Erde erfüllt, oder dass es jetzt keine Notwendigkeit mehr dafür gibt, zu
seinem Nachbarn zu sagen: Erkenne den Herrn. (Jes. 11:9; Jer. 31:34) Das ist in
diesem Zeitalter nicht wahr, und es kann nicht wahr werden, bis der Herr,
nachdem er wiedergekommen ist, sein Königreich aufgerichtet hat; denn dies
ganze Zeitalter hindurch hat es viele irreführende Täuschungen gegeben, und es
wird uns gesagt, dass gerade in der Endzeit dieses Zeitalters-"In den letzen Tagen...böse Menschen und Verführer werden im
Bösen immer weiter fortschreiten, indem sie täuschen und getäuscht werden.’ {
2Ti 3:1,13} Es wird als das Ergebnis von der Herrschaft des Messias während des
Millenniumszeitalters sein, dass Erkenntnis und Gerechtigkeit die Erde bedecken
werden wie Wasser das Meer.
Ein ähnlicher
Fehler, und ein ziemlich allgemeiner, ist es anzunehmen, dass Gottes Königreich
jetzt schon aufgerichtet sei und auf der Erde herrsche und dass sein Wille
jetzt geschehe unter den Nationen. Das ist offenkundig weit entfernt von der
Wahrheit; denn die Reiche dieser Welt erhalten und bereichern sich durch
Unterdrückung, Ungerechtigkeit und Betrug in einem so großen Maße, als es die
zunehmende Bildung des Volkes zuläßt. Satan, der gegenwärtige, , Fürst dieser
Welt’, muß erst vollständig abgesetzt worden sein, und diese Reiche, welche
jetzt unter seiner Herrschaft stehen, müssen die Reiche unseres Herrn und
seines Gesalbten werden, wenn er seine große Macht an sich nehmen und herrschen
wird.
Durch das
Licht, welches jetzt für den Haushalt des Glaubens an der Zeit ist, erkennen
wir die Gesamtheit und die Anordnung, welche die erhabenen Schritte unseres
Gottes die vergangenen Zeitalter hindurch hervorhebt, und wir werden
nachdrücklich an die schönen Zeilen von Cowper erinnert, welcher durch einen
lebendigen Glauben beeinflußt wurde, welcher da vertraut, wo er dem
allmächtigen Jehova nicht folgen kann:
"Geheimnisvoll
ist Gottes Rat,
Sein Wunderwerk
zu tun;
In großen
Wassern ist Sein Pfad,
Er reitet auf
dem Sturm.
In Minen,
unergründlich tief,
Mit Meisterhand
vollführt,
Liegt Seiner
Absicht Plan verbrieft;
Es geschieht,
was Er erklärt.
Zaghafte
Heilige, frischen Mut!
Die Wolke, vor
der euch bang,
Ist voll von
Gnade, und für euch gut
Entlädt sie
sich auch lang.
Den Herrn mit
schwachem Sinn nicht richt‘
Trau vielmehr
Seiner Gnad‘!
Weisheit ist
Sein freundlich Angesicht
Und ihn umhüllt
dunkler Vorsicht Rat.
Seine Absicht
reift gar schnell und fein,
stündlich
entfaltet sie sich. -
Der Knospen
Geschmack mag bitter sein,
Die Blume wird
süß für dich.
Unglaube ist
blind und gewiß irrt er,
Kann nie Sein
Werk verstehen.
Sein eigener
Erklärer ist der Herr,
Läßt es alle
klar einst sehen.’
STUDIE V—"Das
Geheimnis, welches von den Zeitaltern und von den Geschlechtern her verborgen
war, jetzt aber seinen Heiligen geoffenbart worden ist.’ -Kol. 1:26
Das
schimmernde Licht der ersten Verheißung. -Die Verheißung an Abraham. -Die
Hoffnung wurde auf einen späteren Zeitpunkt hinaus geschoben. -Das Geheimnis
begann an Pfingsten geoffenbart zu werden. -Worin das Geheimnis besteht. -Warum
es solange ein Geheimnis geblieben ist? -Für die Welt ist es noch immer ein
Geheimnis. -Es wird zur rechten Zeit allen geoffenbart werden. -Wann das
Geheimnis vollendet sein wird.
Während die
Menschheit unter der Bestrafung des Bösen war und seine Notwendigkeit nicht
verstehen konnte, brachte Gott wiederholt seine Absicht zum Ausdruck, sie durch
einen kommenden Erlöser wiederherzustellen und zu segnen. Aber wer dieser
Erlöser sein sollte, war viertausend Jahre lang ein Geheimnis, und erst nach
der Auferstehung von Christus, im Anfang des Evangeliumszeitalters, fing es an,
deutlich geoffenbart zu werden.
Zurückblickend
auf die Zeit, als durch unsere ersten Eltern das Leben und das Glück in Eden
verwirkt wurden, sehen wir sie unter der gerechten Strafe für Sünde mit Leiden
erfüllt und ohne einen Hoffnungsstrahl, außer dem, welcher aus der schwer
verständlichen Erklärung gezogen werden konnte, dass der Same des Weibes der
Schlange den Kopf zertreten sollte. Obwohl derselbe für uns im Lichte der
darauffolgender Entwicklungen voller Bedeutung ist, war es für sie doch nur ein
schwach schimmerndes Licht. Fast zweitausend Jahre vergingen ohne eines
Anzeichens von einer Erfüllung.
Ungefähr
zweitausend Jahre später berief Gott den Abraham und verhieß ihm, dass sein
Same alle Geschlechter der Erde segnen wird. Dies sah danach aus, als ob Gott
an seiner früher zum Ausdruck gebrachten Absicht noch festhalte und jetzt dabei
war, sie zu erfüllen. Die Zeit verging; das verheißene Land Kanaan war bisher
noch nicht in seinem Besitz; Abraham und Sarah waren alt geworden und hatten
noch keinen Nachkommen. Abraham dachte, dass er Gott helfen muß, seine
Verheißung zu erfüllen; auf diese Weise wurde Ismael geboren. Aber seine Hilfe
war nicht nötig, denn zur
rechten Zeit wurde Isaak, das
Kind der Hoffnung und Verheißung, geboren. Danach erschien es, dass der
verheißene Herrscher und Segner der Nationen gekommen war. Doch nein, erneut
vergingen Jahre und es erschien, als ob Gottes Verheißung fehlgeschlagen wäre;
denn Isaak starb und ebenso sein Erbe, Jakob. Aber der Glaube einiger Weniger
hielt an der Verheißung fest und wurde von Gott aufrechterhalten, denn der
Bund, ,, welchen er mit Abraham gemacht hatte’, wurde von Gott bekräftigt mit
"einem Eid an Isaak...und er bestätigte ihn dem Jakob, und gab ihm Israel
zum ewigen Bund.’ - _ 1Ch 16:16,17???
Zu der Zeit von
Jakobs Tod seine Nachkommen zum ersten Mal die zwölf Stämme von Israel genannt und von Gott als eine, , auserwählte Nation"
anerkannt wurden (1. Mose 49:28; 5. Mose 26:5), erschien die Erwartung, dass
diese Nation als ein Ganzes als der verheißene Same von Abraham Kanaan besitzen
und die Welt beherrschen und segnen wird, am Vorabend der Verwirklichung zu
sein, denn in der Zeit unter den besonderen Vorrechten in Ägypten waren sie zu
einer starken Nation geworden. Aber die Hoffnung wurde nahezu vernichtet und
die Verheißung nahezu vergessen, nachdem die Ägypter die Herrschaft über sie
erlangt hatten und sie für eine lange Zeit als Sklaven hielten.
Wahrlich,
Gottes Verheißungen waren als ein Geheimnis verhüllt, und seine Wege schienen
damals unerklärlich zu sein. Jedoch zur rechten Zeit
kam Mose, ein großer Erlöser, durch dessen Hand Gott sie aus der Knechtschaft
führte und große Wunder um ihrer willen vollbrachte. Vor dem Einzug in Kanaan
starb dieser große Befreier; aber als des Herrn Mundstück erklärte er:
"Einen Propheten wird euch der Herr, euer Gott, aus euren Brüdern
erwecken, gleich mir.’ (5. Mose 18:15; Apg. 3:22) Dies gab einen weiteren
Einblick in Gottes Plan, indem es zeigte, dass in dem zukünftigen Werk des
Herrschens und der Segnung nicht nur ihr Volk als ein Ganzes in gewisser
Hinsicht beteiligt sein wird, sondern dass einer aus ihnen erwählt sein wird,
um sie zum Sieg und zur Erfüllung der Verheißung zu führen. Dann wurde Josua,
dessen Name Erlöser oder Erretter bedeutet, ihr Anführer, und unter ihm
erlangten sie große Siege und betraten tatsächlich das in dem Bunde verheißene
Land. Zweifellos erschien es damals, dass der wahre Anführer gekommen war und
dass die Verheißung dabei war, vollständig erfüllt zu werden.
Aber Josua
starb, und sie kamen als eine Nation nicht voran, bis ihnen David und danach
Salomon als Könige gegeben wurden. Da erreichten sie den Höhepunkt ihrer
Herrlichkeit; aber schon bald wurde ihnen, anstatt die Verheißung erfüllt zu sehen,
ihre Macht wieder genommen und sie wurden von anderen Nationen besiegt. Einige
hielten jedoch an der Verheißung Gottes fest und hielten Ausschau nach dem
großen Erlöser aus, von welchem Moses, Josua, David und Salomon nur Vorbilder
waren.
Um die Zeit,
als Jesus geboren wurde, waren alle Menschen in Erwartung des Messias, dem
kommenden König von Israel, und durch Israel von der Welt. Aber Israels
Hoffnung auf die Herrlichkeit und Ehre ihres kommenden Königs in seiner Größe
und Macht, wie dies durch die Vorbilder und Prophezeiungen angezeigt worden
war, bewirkte, dass sie eine andere Reihe von Vorbilder und Prophezeiungen
übersahen, welche auf ein Werk des Leidens und des Todes als das Lösegeld für
die Sünder hinwiesen, welches notwendig ist, bevor der Segen kommen kann. Dies
wurde in dem Passahlamm vorgeschattet, bevor sie aus Ägypten befreit wurden, in
dem Töten der Tiere beim Schließen des Gesetzesbundes, { Heb 9:11-20 10:8-18}
und in den Versöhnungsopfern, welche beständig, Jahr für Jahr, von der Priesterschaft
durchgeführt wurden. Sie übersahen auch die Erklärung der Propheten, ,, welche
bezeugt haben, die im voraus kommenden Leiden des
Christus und die Herrlichkeit, danach folgen wird.’
(1. Petr. 1:11 nach englischer King-James-Bibelübersetzung). Als daher Jesus
als ein Opfer kam, erkannten sie ihn nicht; sie erkannten nicht die Zeit, in
welcher ihnen die Gnade erschienen ist. { Lu 19:44 nach der Übersetzung von Otto Karrer}
Auch seine unmittelbaren Nachfolger wurden schwer verwirrt, als Jesus starb;
und traurig sagten sie:, , Wir vertrauten darauf, dass er der sei, der Israel
erlösen wird.’ ( Lu 24:21 nach der englischen
King-James-Bibelübersetzung) Ganz offensichtlich war ihr Vertrauen auf ihn
erschüttert worden. Sie verfehlten zu erkennen, dass der Tod ihres Anführers
eine Garantie für den Neuen Bund war, unter welchem die Segnungen kommen
werden, eine teilweise Erfüllung des Bundes der Verheißung. Aber als sie
herausfanden, dass er aus dem Grab auferweckt worden war, begannen ihre
schwächer gewordenen Hoffnungen wieder stärker zu werden; { 1Pe 1:3} und als er
im Begriff war, sie zu verlassen, fragten sie ihn in Bezug auf ihre lang
ersehnte und oft hinaus geschobene Hoffnung:, , Herr, stellst du in dieser Zeit
dem Israel das Reich wieder her?’ Dass ihre Hoffnungen in der Hauptsache
richtig waren, obwohl sie die Zeit nicht wissen sollten, wann sie erfüllt
werden, ist aus der Antwort unseres Herrn klar:, , Es ist nicht eure Sache,
Zeiten oder Zeitpunkte zu wissen, die der Vater in seine eigene Gewalt gesetzt
hat.’ -Apg. 1:6,7
Welche Wendung
hat Gottes Plan nun genommen? muß die Frage seiner Jünger gewesen sein, als
Jesus aufgefahren war; denn wir müssen bedenken, dass unseres Herrn Lehren
hinsichtlich des Königreiches in erster Linie in Gleichnissen und dunkeln
Aussprüchen bestanden. Er hatte ihnen gesagt:, , Noch vieles habe ich euch zu
sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen; wenn aber jener, der Geist der
Wahrheit, gekommen ist, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten.’ "Jener
wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt
habe." { Joh 16:12,13 14:26} Aus diesem Grund konnten sie es nicht vor dem
Kommen des Pfingstsegens verstehen.
Auch danach
dauerte es noch einige Zeit, bevor sie ein klares, volles Verständnis des zu
verrichtenden Werkes erhielten und seines Verhältnisses zu dem ursprünglichen
Bund. (Apg. 11:9; Gal. 2:2, 12, 14) Es scheint jedoch, dass sie als Gottes
Mundstücke benutzt wurden, auch bevor sie alles völlig klar verstanden haben,
und ihre eingegebenen Worte waren wahrscheinlich klarere und tiefere Ausdrücke
der Wahrheit, als sie es selbst vollständig verstanden haben. Lese zum Beispiel
die Rede des Jakobus, in welcher er sagt: "Simon hat erzählt, wie Gott
zuerst den Nationen die Gnade gesandt hat, um aus ihnen ein Volk zu nehmen für
seinen Namen (eine Braut). Und hiermit stimmen die Worte der Propheten überein,
wie geschrieben steht:, , Nach diesem (nachdem dieses Volk aus den Nationen
herausgenommen worden ist) werde ich mich ihnen wieder zuwenden (den Juden) und
werde die Hütte Davids (die irdische Herrschaft) wieder aufbauen, welche
verfallen ist, und ihre Trümmer will ich wieder bauen und sie wieder
aufrichten." -Apg. 15:14-16
Jakobus begann
in Gottes Vorsehung zu lesen, in der Sendung des Evangeliums durch Petrus zu
dem ersten aus den Nationen Bekehrten und durch Paulus zu den Nationen im
allgemeinen, dass während dieses Zeitalters gläubige Juden und Gläubige aus den
Nationen in gleicher Weise begnadigt werden. Dann schlug er in den
Prophezeiungen nach und fand es so geschrieben; und nachdem das Werk dieses
Evangeliumszeitalters vollendet ist, werden dem fleischlichen Israel die
Verheißungen erfüllt. Ganz allmählich begann das große Geheimnis, welches so
lange verborgen war, von einigen wenigen verstanden zu werden-den Heiligen, den
besonderen Freunden’ Gottes.
Paulus erklärt
(Kol. 1:27), dass dieses Geheimnis, welches von den Zeitaltern und von den
Geschlechtern her verborgen war, und welches nun seinen Heiligen geoffenbart
worden ist, dieses ist:
"Christus
in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit."
Dies ist das
große Geheimnis Gottes, welches von allen vorhergehenden Zeitaltern her
verborgen gewesen ist und noch vor allen verborgen ist, mit Ausnahme einer
besonderen Schar-den Geheiligten oder geweihten Gläubigen. Aber was ist die
Bedeutung von, , Christus in euch’? Wir haben gelernt, dass Jesus mit dem
Heiligen Geist gesalbt gewesen ist (Apg. 10:38), und auf diese Weise erkennen
wir ihn als den Christus-den Gesalbten-denn das Wort Christus bedeutet gesalbt. Und der Apostel Johannes sagt, dass die Salbung, die wir (die geweihte Gläubigen) empfangen haben,
in uns bleibt. { 1Jo 2 27} Auf diese Weise sind die
Geheiligten dieses Evangeliumszeitalters eine gesalbte Schar-gesalbt zu Königen
und Priestern für Gott (2. Kor. 1:21 _
1Pe 2:9); und zusammen mit Jesus, ihrem Haupt und Herrn, bilden sie Jehovas
Gesalbten-den Christus.
In
Übereinstimmung mit der Lehre des Johannes, dass auch wir gesalbt sind, versichert uns Paulus, dass dieses Geheimnis, welches in
den vorhergehenden Zeitaltern geheim gehalten worden ist und welches jetzt
jedoch den Geheiligten geoffenbart worden ist, das ist, dass der Christus (der Gesalbte), , nicht aus einem Glied besteht, sondern
aus vielen’, genauso wie der menschliche Leib einer ist und doch viele Glieder
hat; aber wie alle Glieder des Leibes nur ein Leib sind, auch wenn ihrer viele
sind, so ist es auch mit dem Gesalbten-dem Christus. (1. Kor. 12:12-28) Jesus
ist gesalbt zum Haupt oder Herrn über die Herauswahl, welche sein Leib ist
(oder seine Braut, wie dies in einem anderen Vorbild dargestellt wird - Eph
5:25-30???), und zusammengenommen bilden sie den verheißenen, , Samen’- den großen Erlöser:, , Wenn ihr aber des Christus seid, dann
seid ihr Abrahams Same und nach Verheißung Erben.’ - Ga 3:29???
Der Apostel
warnt die Herauswahl sorgfältig vor irgendwelchen anmaßenden Gedanken, indem er
von Jesu sagt, dass "Gott alle Dinge unter seine Füße unterworfen hat und
ihn als Haupt über alles der Herauswahl gegeben hat, welche sein Leib
ist’," auf dass er in allen Dingen die überragende Bedeutung habe.’ ( Eph 1:22; Kol. 1:18 gemäß der englischen
King-James-Bibelübersetzung und der deutschen Übersetzung von Wilhelm Lueken)
Dennoch zeigt er unter dem Vorbild des menschlichen Leibes herrlich und
bekräftigend unsere vertraute Verbindung zu ihm. Dieselbe Zusammengehörigkeit
lehrte Jesus auch, als er sagte:, , Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben.’
- Joh 15:5???
Unsere Einheit
mit dem Herrn Jesus, als Glieder des Christus, der gesalbten Schar, wird
treffend durch die Figur einer Pyramide veranschaulicht.
Die Spitze (der
Haupteckstein) ist eine vollkommene Pyramide in sich selbst. Andere Steine
mögen darunter aufgebaut werden, und wenn sie in Harmonie mit allen
Charaktereigenschaften der Spitze sind, so wird die ganze Masse eine
vollkommene Pyramide sein. Wie wundervoll stellt dies unsere Stellung als
Glieder, , des Samens’ -, , des Christus’ dar. Mit unserem Haupt verbunden und
in vollkommener Harmonie mit ihm, sind wir als lebendige Steine vollkommen;
getrennt von ihm sind wir nichts.
Jesus, der eine
Vollkommene, ist hoch erhöht worden, und wir übergeben uns jetzt ihm, damit wir
nach seinem Vorbild geformt und gebildet und als ein Haus Gottes aufgebaut
werden möchten. Bei einem gewöhnlichen Haus gibt es keinen "Haupt-Eckstein’, aber es steht geschrieben:
,, Siehe, ich
lege in Zion einen Haupt-Eckstein, einen auserwählten und kostbaren’ -"zu
welchem ihr als zu einem lebendigen Stein kommend....auch selbst als lebendige
Steine aufgebaut werdet zu einem geistlichen Haus, einer heiligen
Priesterschaft, um Opfer darzubringen, welche Gott durch Jesus Christus
wohlgefällig und annehmbar sind.’ { 1Pe 2:4-6, das sinaitische Manuskript läßt das Wort
"geistliche’ vor Opfer aus} Und wir sind zuversichtlich, dass sehr bald
die Vereinigung zwischen Jesus, dem, , Haupt’, und "der Herauswahl, welche
sein Leib ist’, vollendet sein wird.
Und, Geliebte,
wir müssen viele Unannehmlichkeiten und viel Polieren ertragen -viele
Umgestaltungen müssen wir durchmachen und viele Umformungen hin zu seinem
Vorbild unter der Leitung des großen Meisterbildners; und damit die
Charaktereigenschaften und die Vollkommenheit des Bildners sich in uns zeigen
können, ist für uns notwendig zu erkennen, dass wir in uns keinen der
Ausführung Seines Willens sich widersetzenden oder entgegengesetzten Willen
haben; wir müssen kindlich und sehr demütig sein-"haltet an der Demut
fest; denn Gott widerstehet den Hochmütigen, den Demütigen aber gibt er Gnade.’
Laßt uns daher uns selbst unter die mächtige Hand Gottes demütigen, damit er
uns erhöhe zur rechten Zeit (1. Petr. 5:5,6), wie er unser Haupt und Vorläufer
erhöht hat. - Php 2:8,9???
Das ist in der
Tat eine wunderbare Botschaft, und wenn wir zum Worte Gottes kommen, um über
diese große, hohe Berufung nachzuforschen, dann finden wir, dass alle Propheten
sehr wortgewandt die Gnade (das Vorrecht oder den Segen) verkündigen, welche
auf uns gekommen ist (1. Petr. 1:10); während in dieser Zeit die Vorbilder und
Gleichnisse und bisher dunklen Aussprüche immer heller hervor leuchten und ihr
Licht auf den, , schmalen Weg’ werfen, auf welchem die gesalbte (Christus-)
Schar berufen ist, um nach dem Preis zu laufen, der jetzt dem Blick immer mehr
geoffenbart wird. Dies ist wahrlich ein Geheimnis gewesen, an welches niemals
zuvor gedacht worden ist-dass Gott nicht nur beabsichtigt, einen Einzelnen als
Erlöser zu erhöhen, sondern einen aus vielen Gliedern bestehenden Erlöser. Dies
ist die hohe, himmlische Berufung, an welcher die geweihten Gläubigen des Evangeliumszeitalters das
Vorrecht haben, sie zu erlangen. Jesus versuchte nicht, dies seinen Jüngern
klar zu machen, während sie noch natürliche Menschen waren, sondern er wartete
bis zu Pfingsten, wo sie gesalbt wurden-gezeugt zu einer neuen Natur. Aus
Paulus Erklärung wissen wir, dass nur, , Neue Schöpfungen’ jetzt diese hohe
Berufung wertschätzen und verstehen können. Er sagt: "Wir reden Gottes
Weisheit in einem Geheimnis, die verborgene Weisheit (der verborgene
Plan), welche Gott festgelegt hat vor den Zeitaltern zu unserer Herrlichkeit;
welche keiner von den Fürsten (Anführern) dieses Zeitalters erkannt hat, ...
wie geschrieben steht: Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat, und in
keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott bereitet hat denen, die ihn lieben;
uns aber hat es Gott geoffenbart durch seinen Geist.’ 1. Kor. 2:6-14
In seinem Brief
an die Galater offenbart Paulus das ganze Geheimnis und zeigt, wie der abrahamitische
Bund erfüllt werden wird. Er zeigt, dass das Gesetz, welches Israel gegeben
wurde, den ursprünglichen Bund nicht aufhebt { Ga 3:15-18} und dass der Same
Abrahams, welcher alle Nationen segnen wird, Christus ist. (Vers 16) Danach den
Gedanken ausführend, auf den wir bereits Bezug genommen haben, dass der
Christus alle diejenigen mit einschließt, die vom Geist gesalbt sind, sagt er:,
, Denn ihr alle, die ihr in
den Christus getauft worden
seid, ihr habt Christus angezogen....und wenn ihr des Christus seid, so seid
ihr denn (zusammen mit Jesus) Abrahams
Same und Erben der
Verheißung’, die dem Abraham gemacht wurde. (Verse 27 und 29) Denselben
Gedankengang weiter ausführend zeigt er, { Ga 4} dass Abraham ein Vorbild von
Jehova war, Sarah ein Vorbild des Bundes oder der Verheißung und Isaak ein
Vorbild des Christus (Haupt und Leib); und dann fügt er hinzu:, , Wir, Brüder,
sind gleichwie Isaak Kinder der Verheißung.’ (Vers 28) Auf diese Weise war der
Plan Gottes in Vorbildern verborgen, bis das Evangeliumszeitalter begann, den
Christus hervorzubringen.
Es hat eine
Notwendigkeit dafür bestanden, dieses Geheimnis verborgen zu halten, denn sonst
wäre es nicht in dieser Weise geschehen. Es war notwendig, weil wenn der
Menschheit der Plan vollständig geoffenbart worden wäre, so wäre er zunichte
gemacht worden. Hätten die Menschen es gewußt, so hätten sie weder den Herrn
der Herrlichkeit, noch die Herauswahl, welche sein Leib ist, gekreuzigt. (1.
Kor. 2:8) Nicht nur wäre der Tod Christi, als der Preis für des Menschen
Erlösung, verhindert worden, wäre der Plan nicht als ein Geheimnis vor der Welt
verborgen gehalten worden, sondern auch die Prüfung des Glaubens für die
Herauswahl, welche an den Leiden des Christus Anteil hat, wäre dadurch
verhindert worden: denn "die Welt erkennt uns nicht (als seine Miterben
aus demselben Grund), weil sie ihn nicht erkannt hat.’ - _ 1Jo 3:1???
Nicht nur ist
der Plan Gottes und der Christus, der diesen Plan in seiner Person sehr
deutlich zum Ausdruck bringt, der Welt ein großes Geheimnis, sondern auch der
besondere Weg, auf welchem diese kleine Herde zu wandeln berufen ist, zeichnet
seine Glieder als ein "besonderes Volk’ aus ( Tit 2:14 nach der englischen
King-James-Übersetzung). Es war der Welt ein Geheimnis, dass eine Person von
solch großen Fähigkeiten, wie Jesus von Nazareth, seine Zeit und seine
Fähigkeiten in der Weise aufopfern sollte, wie er es tat, denn hätte er im
Gegensatz dazu seine Aufmerksamkeit der Politik, dem Gesetz, dem Handel oder
der weitverbreiteten Religion zugewandt, dann hätte er groß und geachtet werden
können. Nach Menschenmeinung ist er mit seinem Leben in unvernünftiger Weise
umgegangen, und sie sagten:, , Er hat einen Teufel und ist von Sinnen.’ { Joh
10:20} Sein Leben und seine Lehren waren für sie ein Geheimnis. Sie konnten ihn
nicht verstehen.
Die Apostel und
die übrigen Gläubigen waren der Welt in gleicher Weise ein Geheimnis, da sie
ihre Arbeit, ihr Geschäft, ihre irdischen Aussichten usw. verlassen haben, um
die Vergebung der Sünden durch den Tod des verachteten und gekreuzigten Jesu zu
predigen. Paulus gab eine hohe Stellung und gesellschaftlichen Einfluß auf, um
mit seinen Händen zu arbeiten und von Christus und der unsichtbaren Krone für
alle Gläubigen zu predigen, welche in seinen Fußstapfen wandeln werden. Dies
war so geheimnisvoll, dass einer sagte:, , Paulus, du bist von Sinnen! Das
viele Studieren bringt dich um den Verstand.’ Und alle, welche so wie Paulus in
des Meisters Fußstapfen nachfolgen, werden um Christi willen für unvernünftig
geachtet.
Aber Gottes
Plan wird nicht für immer ein Geheimnis bleiben; der Tagesanbruch des
Millenniumtages bringt mehr Licht von Gott zu den Menschen, und, , die
Erkenntnis des Herrn wird die Erde bedecken.’ Die Sonne der Gerechtigkeit,
welche mit Heilung unter ihren Flügeln aufgehen und welche die Finsternis der
Unwissenheit beseitigen wird, ist der Christus in der Herrlichkeit des
Millenniums-nicht das Haupt allein, sondern auch die Glieder seines Leibes;
denn es steht geschrieben: Wenn wir mit ihm leiden, werden wir mit ihm zusammen
verherrlicht werden., , Wenn der Christus, der unser Leben ist, erscheinen
wird, dann werden wir mit ihm
in Herrlichkeit erscheinen’;
und, , dann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne in
dem Reiche ihres Vaters. -Röm. 8:17 _
2Ti 2:11,12; Kol. 3:4 Mt 13:43
Jetzt
erscheinen die Verheißungen, an welche wir glauben, und die Hoffnungen, welche
wir haben, für alle außer denjenigen, welche zu einer neuen Gesinnung gezeugt
werden, nachdem sie die "Gesinnung des Christus’ empfangen haben, als
unrealistisch und zu unwahrscheinlich, als dass man sie annehmen oder ihnen
gemäß handeln könnte. Wenn Gott im kommenden Zeitalter, , seinen Geist
ausgießen auf alles Fleisch ausgießen wird’, wie er ihn während des
gegenwärtigen Zeitalters über seine, , Knechte und Mägde’ ausgießt, dann werden
in der Tat alle Menschen die Verheißungen verstehen und wertschätzen, welche
jetzt von der, , kleinen Herde’ verstanden werden; und sie werden sich an dem
Gehorsam und der Erhöhung der Herauswahl erfreuen und sagen:, , Lasset uns
fröhlich sein und frohlocken und Gott die Ehre geben; denn die Hochzeit des
Lammes ist gekommen, und sein Weib hat sich zubereitet.’ (0ffb. 19:7) Sie
werden sich an der Verherrlichung der Herauswahl erfreuen, durch welche die
Segnungen dann auf sie fließen werden; und während sie erkennen werden, dass
die, , überaus großen und kostbaren Verheißungen’ das Erbteil des Gesalbten
(Haupt und Leib) ist, und dieselben nicht an ihnen, sondern an uns erfüllt
worden sind, werden sie durch die Lektion gesegnet werden, welche in der
Herauswahl dargestellt ist; sie werden den Segnungen nachstreben, die ihnen dann vorgehalten werden, und sie werden durch das Beispiel der
Herauswahl einen Vorteil haben und Gott um ihrer willen verherrlichen. Diese
Erkenntnis wird aber keinen Wunsch nach dem Himmlischen erwecken; denn unter
der neuen Anordnung der Dinge wird sie ihre Berufung zur vollkommenen
menschlichen Natur vollständig zufriedenstellen und wird ihnen wünschenswerter
erscheinen als einen Wechsel der Natur.
Dann wird das
"Geheimnis’ vollendet sein; denn die Welt wird erkannt haben, dass es der
Geist Gottes in Christus und der Geist des Christus in uns-Gott geoffenbart im
Fleisch-war, welchen sie bisher falsch erstanden hatten. Dann werden sie
erkennen, dass wir nicht unvernünftig waren noch töricht; sondern dass wir das
bessere Teil erwählten, als wir nach dem Reichtum und der Ehre und der Krone
strebten, was von ihnen nicht gesehen wurde, aber ewiglich ist.
Was die Zeit
anbetrifft, so wird das Geheimnis Gottes während der Zeitspanne von dem Ertönen
der siebenten (symbolischen) Posaune vollendet werden. (0ffb. 10:7) Das bezieht
sich auf das Geheimnis in dem zweifachen Sinn, in welchem es gebraucht wird;
das Geheimnis oder die verborgenen Züge von Gottes Plan werden dann geoffenbart worden sein und werden deutlich erkannt
werden; und ebenso das, , Geheimnis Gottes’, die Herauswahl, welche diesen Plan
sehr deutlich zum Ausdruck bringt. Beides wird dann vollendet sein. Der
geheime, verborgene Plan wird die Fülle, die Gesamtzahl der Glieder des Leibes
des Christus, herausgesucht haben, und daher wird der Leib des Christus vollendet sein. Der Plan wird aufhören,
ein Geheimnis zu sein, weil es keinen weiterer Grund mehr dafür geben wird,
sein Geheimnis aufrechtzuerhalten. Die Größe des so lange geheim gehaltenen und
unter Verheißungen, Vorbildern und Gleichnissen verborgen gehaltenen
Geheimnisses und die wundervolle Gnade, welche denjenigen geschenkt wird,
welche berufen sind, an diesem Geheimnis teilzuhaben, { Eph 3:9} legt uns den
Gedanken nahe, dass das Werk, welches nach seiner Vollendung folgt, und für
welches Jehova die Menschheit seit sechstausend Jahren in Erwartung und
Hoffnung erhalten hat, ein großartiges Werk, ein bedeutsames Werk sein muß,
würdig solch großer Vorbereitungen. Was mögen wir nicht an Segnungen für die
Welt erwarten, wenn der Schleier des Geheimnisses zurückgezogen ist und die
Segensströme herabfließen! Dies ist es, nach welchem sich die ganze Schöpfung
sehnt, während sie sich bis jetzt in Schmerzen plagt, wartend auf die Vollendung dieses Geheimnisses-auf die Offenbarung der
Söhne Gottes, dem verheißenen Same, in welchem sie alle gesegnet werden. -Röm.
8:19, 21, 22
Zion,
willkommen dein seliger Morgen!
Freude dem
Land, denn die Finsternis schwind’t.
Trauern
verscheucht sei und Klaglaut der Sorgen!
Zion,
triumphierend ihr’ Herrschaft beginnt.
Aufstehen die
Toten; vom Land und vom Meere
Lobpreis
Jehovas zum Himmel aufwallt.
G’stürzt
Kriegsgetümmel, des Aufruhres Heere,
Fast Firmament
spreng’nder Heilsruf erschallt!
STUDIE
VI—Das Wiederkommen unseres Herrn
Sein Zweck, die
Wiederherstellung aller Dinge
Unseres
Herrn zweites Kommen persönlich und vor dem Millennium. -Sein Verhältnis zum
ersten Kommen. -Das Erwählen der Herauswahl und die Bekehrung der Welt.
-Erwählung und freie Gnade. -Gefangene auf Hoffnung. -Prophetisches Zeugnis
über die Wiederherstellung. -Das Wiederkommen unseres Herrn offenbart die
Hoffnung der Herauswahl und der Welt.
,, Und er euch
Jesus Christus sende, welcher euch zuvor gepredigt worden ist, und welchen der
Himmel aufnehmen muß bis zu den Zeiten der Wiederherstellung aller Dinge, von
welchen Gott durch den Mund seiner heiligen Propheten gesprochen hat, seitdem
die Welt begann.’ -Apg. 3:20, 21 (nach Allioli-Bibelübersetzung)
Wir nehmen an,
dass alle diejenigen, welche mit den Schriften vertraut sind und denselben
glauben, zugeben, dass unser Herr beabsichtigte, dass seine Jünger verstehen,
dass er zu einem gewissen Zweck, in einer gewissen Weise und zu einer gewissen
Zeit wiederkommen wird. Wahrlich, Jesus sagte:, , Siehe, ich bin bei euch alle
Tage bis an das Ende des Zeitalters’,{ Lu 28:20???} und er ist mit seinem Geist
und durch sein Wort fortwährend bei der Herauswahl gewesen, und er hat seine
Heiligen geführt, geleitet, getröstet und aufrechterhalten und sie inmitten
aller ihrer Bedrängnisse aufgerichtet. Aber obwohl die Herauswahl sich des
Segens vom Herrn bewußt war, dass er alle ihre Wege kannte und sich beständig
um sie sorgte und sie liebte, so sehnt sie sich doch nach seiner verheißenen
persönlichen Rückkehr; denn, als er sagte: "Wenn ich hingehe, so komme ich
wieder’,{ Joh 14:3} sprach er sicherlich von einem zweiten persönlichen Kommen.
Einige meinen,
er habe sich auf die Herabsendung des Heiligen Geistes zu Pfingsten bezogen;
andere meinen, auf die Zerstörung von Jerusalem usw.; aber diese übersehen ganz
offensichtlich die Tatsache, dass Er, der tot war und lebendig ist, im letzten
Buch der Bibel, welches über sechzig Jahre nach Pfingsten und sechsundzwanzig
Jahre nach Jerusalems Zerstörung geschrieben wurde, von diesem Ereignis als
einem noch zukünftigen spricht, indem er sagt:, , Siehe, ich komme bald, und
mein Lohn ist mit mir.’ Und der inspirierte Johannes erwiderte:, , Ja, komm
Herr Jesus.’ 0ff. 22:12, 20
Ziemlich viele
denken, dass, wenn Sünder bekehrt werden, dies ein Teil von dem Kommen des
Christus sei, und dass sein Kommen solange andauere bis die ganze Welt bekehrt
sei. Dann, sagen sie, ist er ganz gekommen.
Diese vergessen
ganz offensichtlich das Zeugnis der Schrift über diesen Gegenstand, welche
genau das Gegenteil von ihrer Erwartung erklärt: dass die Welt zu der Zeit von
dem Zweiten Kommen unseres Herrn weit davon entfernt sein wird, zu Gott bekehrt
zu sein; dass "in den letzten Tagen gefahrvolle Zeiten kommen werden; denn
die Menschen werden mehr das Vergnügen lieben als Gott’;{ 2Ti 3:1-4} dass
"böse Menschen und Verführer im Bösen immer weiter fortschreiten werden,
indem sie täuschen und getäuscht werden.’ (Vers 13) Sie vergessen des Meisters
besondere Warnung an seine kleine Herde: "Habet auf euch selbst acht,
damit jener Tag euch nicht plötzlich überrascht, denn wie ein Fallstrick wird er kommen über alle, (welche nicht achtsam sind),
welche auf der Oberfläche der ganzen Erde wohnen.’ { Lu 21:34,35} Außerdem
mögen wir in der Zuversicht feststehen, dass, wenn gesagt wird, "dass alle
Geschlechter der Erde weheklagen werden um seinetwillen’, wenn sie sein Kommen
erkennen werden (Offb. 1:7), keine Andeutung von einer vorherigen Bekehrung der
Sünder gemacht wird. Weheklagen alle Menschen wegen der Bekehrung der Sünder?
Ganz im Gegenteil, wenn sich diese Stelle auf Christus Gegenwart auf der Erde
bezieht, wie meistens alle zugeben, dann lehrt sie, dass nicht alle auf der
Erde seine Erscheinung liebhaben werden, wie sie es sicherlich täten, wenn sie
alle bekehrt wären.
Manche erwarten
ein tatsächliches Kommen und eine tatsächliche Gegenwart des Herrn, aber sie legen die Zeit für dieses Ereignisses weit hinaus und
behaupten, dass die Welt durch die Bemühungen der Herauswahl in ihrem
gegenwärtigen Zustand bekehrt werden muß und dass auf diese Weise das
Milleniumszeitalter herbeigeführt werde. Sie behaupten, dass, wenn die Welt
bekehrt und der Satan gebunden worden ist und die Erkenntnis des Herrn die
ganze Erde erfüllt und die Nationen keinen Krieg mehr lernen, dann würde das
Werk der Kirche in ihrem jetzigen Zustand beendet sein; und wenn sie diese
große und schwierige Aufgabe vollbracht habe, dann werde der Herr kommen, um
die irdischen Angelegenheiten zu Ende zu bringen, indem er die Gläubigen
belohnt und die Sünder verdammt.
Einige aus dem
Zusammenhang gerissene Schriftstellen scheinen diese Ansicht zu unterstützen;
aber wenn wir Gottes Wort und Plan als ein Ganzes betrachten, so wird die
entgegengesetzte Ansicht als die zu bevorzugende erkannt, nämlich die, dass
Christus vor der Bekehrung der Welt kommt und zu dem Zweck herrscht, die Welt
zu bekehren; dass jetzt die Herauswahl geprüft wird und dass die den
Überwindern verheißene Belohnung darin besteht, dass sie nach ihrer
Verherrlichung an der Herrschaft des Herrn Jesus teilhaben werden, was Gottes
festbestimmte Absicht ist, um die Welt zu segnen und um zu erreichen, dass die
Erkenntnis des Herrn zu jeder Schöpfung kommt. Das sind die besonderen
Verheißungen des Herrn:, , Wer überwindet, dem will ich geben, mit mir auf
meinem Thron zu sitzen.’ (Offb. 3:21) "Und sie lebten und herrschten mit
dem Christus tausend Jahre.’ -0ff. 20:4
Es gibt in
erster Linie zwei Texte, auf welche sich diejenigen berufen, welche behaupten,
dass der Herr nicht vor dem Ende des Millenniums kommen werde, auf welche wir
hier aufmerksam machen. Der eine ist: "Dieses Evangelium des Königreiches
wird gepredigt werden in der ganzen Welt, allen Nationen zu einem Zeugnis, und
dann wird das Ende kommen.’ { Mt 24:14} Sie behaupten, dies habe Bezug auf die
Bekehrung der Welt vor dem Ende des Evangeliumszeitalters. Aber ein Zeugnis ablegen vor der Welt bedeutet nicht die Bekehrung
der Welt. Der Text sagt nichts darüber, wie das Zeugnis angenommen werden wird.
Dieses Zeugnis ist bereits gegeben worden. Im Jahre 1861 zeigten die Berichte
der Bibelgesellschaften, dass das Evangelium in jeder Sprache der Erde
verkündigt worden ist, obwohl nicht alle Millionen Menschen auf der Erde es
angenommen haben. Nein, nicht die Hälfte der sechzehnhundert Millionen Lebender
haben jemals den Namen von Jesus gehört. Dennoch ist die Bedingung des Textes
erfüllt worden; das Evangelium ist in aller Welt gepredigt worden zu einem Zeugnis -in jeder Nation.
Der Apostel
(Apg. 15:14) sagt, dass der Hauptzweck des Evangeliums im gegenwärtigen
Zeitalter der ist, ,, aus den Nationen ein Volk zu nehmen’ für Christus Namen,
die überwindende Herauswahl, welche bei seiner Zweiten Gegenwart mit ihm
vereinigt werden und seinen Namen empfangen wird. Das Zeugnisablegen der Welt
gegenüber ist während dieses Zeitalters ein untergeordneter Zweck.
Der andere Text
ist:, , Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde lege zum Schemel
deiner Füße.’ (Psl. 110:1) Die unklare und unbestimmte Idee über diesen Text
scheint die zu sein, dass Christus irgendwo in den Himmeln auf einem
wortwörtlichen Thron sitzt bis das Werk der Unterwerfung aller Dinge für ihn
durch die Kirche vollendet ist, und dass er dann kommt, um zu herrschen. Das
ist eine verkehrte Auffassung. Der Thron Gottes, von dem die Rede ist, ist kein
wortwörtlicher, sondern er bezeichnet seine erhabene Macht und Herrschaft; und
der Herr Jesus ist erhöht worden, um an dieser Herrschaft teilzuhaben. Paulus
erklärt:, , Darum hat Gott ihn (Jesus) auch hoch erhoben und ihm einen Namen
gegeben, der über jeden Namen ist.’ { Php 2:9} Er hat ihm eine Macht verliehen, die jede andere übersteigt, die nächste zum Vater. Wenn
Christus auf einem wortwörtlichen Thron säße, bis seine Feinde zum Schemel
seiner Füße gelegt worden sind (ihm ganz unterworfen sind), dann könnte er
selbstverständlich nicht kommen, bis ihm alle Dinge unterworfen sind. Aber wenn
sich die, , rechte Hand’ in diesem Text auf keinen bestimmten Platz bezieht,
sondern, wie wir behaupten, auf Macht, Autorität und Herrschaft, dann folgt
daraus, dass der vorliegende Text in keinster Weise mit der anderen
Schriftstelle im Widerspruch steht, welche lehrt, dass er kommt, um sich
"alle Dinge zu unterwerfen’ { Php 3:21} kraft der Macht, die ihm
übertragen worden ist. Um dies zu verdeutlichen: Wir sagen, Kaiser Wilhelm
sitzt auf dem Thron von Deutschland, aber wir beziehen uns nicht auf einen
königlichen Stuhl, und es ist eine Tatsache, dass er nur selten auf ihm Platz
nimmt. Wenn wir sagen, er ist auf dem Thron, meinen wir, dass er Deutschland
regiert. Die rechte Hand bezeichnet den wichtigsten Platz und die wichtigste
Stellung in Ansehen oder Gunst, die nächste Stellung neben dem höchsten
Herrscher. Auf diese Weise wurde Fürst Bismarck durch den deutschen Kaiser
erhöht oder zur rechten Hand der Macht eingesetzt; und Joseph war zur rechten
Hand des Pharao im Königreich von Ägypten-nicht wortwörtlich, sondern in Übereinstimmung
mit der gewöhnlichen Redewendung. Jesus Worte vor Kaiphas stimmen mit diesem
Gedanken überein:, , Von nun an werdet ihr den Sohn des Menschen sitzen sehen zur rechten Hand der Macht und kommen in den Wolken des
Himmels.’ { Mt 26:64} Er wird zur rechten Hand sein, wenn er kommt, und er wird
während des Millenniumszeitalters und für immer zur rechten Hand bleiben.
Eine weitere
nähere Betrachtung von Gottes geoffenbarten Plänen wird eine umfassendere
Ansicht von dem Zweck der Ersten und der Zweiten Gegenwart des Herrn geben; und
wir sollten uns daran erinnern, dass beide Ereignisse zusammenhängen wie zwei
Teile von einem Plan. Das besondere Werk der Ersten Gegenwart war, die Menschen
loszukaufen; und das besondere Werk der Zweiten
Gegenwart ist, die Losgekauften wiederherzustellen,
zu segnen und freizumachen. Nachdem er sein Leben als ein Lösegeld für alle
gegeben hatte, fuhr unser Erlöser hinauf, um dies Opfer dem Vater zu übergeben
und auf diese Weise des Menschen Missetat zu versöhnen { Heb 9:12,24} Er wartet
noch immer und läßt es zu, dass, , der Fürst dieser Welt’ die Herrschaft des
Bösen fortsetzt, bis das Herauswählen der, , Braut, des Lammes Weib’ beendet
ist; derjenige, welcher solcher Ehre würdig erachtet
werden wird, muß die Einflüsse der gegenwärtigen bösen Welt überwinden. Danach
wird es die rechte Zeit sein, um das Werk zu beginnen, der Menschheit in der
ganzen Welt die großen Segnungen zu geben, welche ihnen durch sein Opfer
zugesichert worden sind, und er wird hervorkommen, um während seiner Zweiten
Gegenwart alle Geschlechter der Erde zu segnen.
Wahrlich, die
Wiederherstellung und die Segnung hätte sofort beginnen können, nachdem das
Lösegeld vom Erlöser bezahlt worden war, und dann wäre das Kommen des Messias
nur ein einziges Ereignis gewesen, die Herrschaft und die Segnung hätte sofort
begonnen, wie die Apostel es zuerst erwartet hatten. (Apg. 1:6) Aber Gott hatte
"etwas Besseres für uns’ -die christliche Herauswahl-vorgesehen, { Heb
11:40} daher ist es in unserem Interesse, dass die Herrschaft des Christus um
diese neunzehn Jahrhunderte von den Leiden des Hauptes getrennt wurde. Dieser
Zeitabschnitt zwischen der Ersten und der Zweiten Gegenwart, zwischen dem
Lösegeld für alle und der Segnung von allen, ist für die Erprobung und die
Erwählung der Herauswahl, welche der Leib des Christus ist, bestimmt; sonst
hätte es nur die eine Gegenwart gegeben und das Werk, welches während des
Zeitabschnittes seiner Zweiten Gegenwart, im Millennium, hinausgeführt werden
wird, wäre gleich auf die Auferstehung von Jesus gefolgt. Oder anstatt zu
sagen, dass das Werk der Zweiten Gegenwart sofort dem Werk der Ersten gefolgt
wäre, laßt uns vielmehr sagen, dass, hätte Jehova die Erwählung der, , kleinen
Herde’, des, , Leibes des Christus’, nicht beabsichtigt, die Erste Gegenwart
damals nicht stattgefunden hätte, sondern sich erst zu der Zeit der Zweiten
Gegenwart ereignet hätte, und es hätte nur eine Gegewart gegeben. Denn Gott hat
ganz offensichtlich sowohl die Zulassung des Bösen für sechstausend Jahre lang
beabsichtigt, als auch dass die Reinigung und die Wiederherstellung von allen
im siebenten Jahrtausend vollbracht werden wird.
Auf diese Weise
wird erkannt, dass das Kommen von Jesus, als das Opfer und das Lösegeld für die
Sünder, der Zeit des Segnung und Wiederherstellung gerade lange genug
voranging, um die Herauswahl seiner "kleinen Herde’ von, , Miterben’ zu
ermöglichen. Dies erklärt den offensichtlichen Verzug von seiten Gottes in der
Austeilung der verheißenen Segnungen, welche in dem Lösegeld bereitgestellt
worden sind. Die Segnungen werden, wie ursprünglich geplant, zur rechten Zeit
kommen, und der Preis wurde um eines überaus herrlichen Zweckes willen länger
vorher hinterlegt, als Menschen es erwartet hätten.
Der Apostel
belehrt uns, dass der Herr Jesus von der Erde abwesend gewesen ist-und zwar im
Himmel-während der ganzen Zwischenzeit von seiner Auffahrt bis zum Anfang der
Zeiten der Wiederherstellung oder dem Millenniumszeitalter-, , welchen der Himmel
aufnehmen muß bis zu den Zeiten der Wiederherstellung’ usw.
(Apg. 3:21) Weil die Schrift auf diese Weise lehrt, dass der Zweck von unseres
Herrn Zweiter Gegenwart die Wiederherstellung aller Dinge ist und dass zu der
Zeit seiner Erscheinung die Nationen soweit davon entfernt sind, bekehrt zu
sein, dass sie zornig sind (Oft. 11:18) und sich ihm widersetzen, so muß
zugegeben werden, dass entweder die Herauswahl verfehlt hat, ihre Aufgabe zu
erfüllen, und dass Gottes Plan insoweit durchkreuzt worden ist oder dass, wie
wir behaupten und gezeigt haben, im gegenwärtigen Zeitalter von der Herauswahl
nicht erwartet wurde, die Welt zu bekehren, sondern dass es ihre Aufgabe
gewesen ist, das Evangelium in aller Welt zu einem Zeugnis
zu predigen und sich selbst unter der göttlichen Leitung für ihr großes Werk
der Zukunft vorzubereiten. Gott hat seine Macht, die Welt zu bekehren, bis
jetzt in keinster Weise erschöpft. Nein, ganz im Gegenteil, er hat die
Bekehrung der Welt bis jetzt noch nicht einmal versucht.
Einigen mag
dies als eine merkwürdige Erklärung erscheinen, aber laßt uns darüber
nachdenken, dass, wenn Gott solch ein Werk unternommen hat, es ihm ganz
offensichtlich nicht geglückt ist; denn, wie wir gesehen haben, hat nur ein
kleiner Teil der Milliarden der Erde jemals auf vernünftige Weise von dem einzigen Namen, in welchem sie errettet werden können,
gehört. Wir haben nur nachdrücklich die Ansichten und Lehren einiger der
führenden Sekten-der Baptisten, Presbyterianer und anderer-ausgedrückt,
nämlich, dass Gott aus der Welt eine, , kleine Herde’, eine Kirche, erwählt
oder herauswählt. Sie glauben, dass Gott nicht mehr tun wird, als diese Kirche
herauszuwählen, während wir finden, dass die Schriften einen weiteren Schritt
in dem göttlichen Plan lehren-eine Wiederherstellung
für die Welt, welche durch die Herauswahl hinausgeführt wird, wenn sie
vollendet und verherrlicht ist. Die, , kleine Herde’, die Überwinder dieses
Evangeliumszeitalters, sind der Leib, , des Samens’, in oder durch welchen alle
Geschlechter der Erde gesegnet werden.
Diejenigen,
welche behaupten, dass Jehova seit sechstausend Jahren versucht hat, die Welt
zu bekehren, und er die ganze Zeit hindurch dies nicht geschafft habe, müssen
es als schwierig finden, solche Ansichten mit der Zusicherung der Bibel zu
vereinbaren, dass alle Absichten von Gott erfüllt werden und dass sein Wort
nicht leer zu ihm zurückkehrt, sondern
in den Dingen erfolgreich sein wird, wozu er es ausgesandt hat (Jes. 55:11). Die Tatsache, dass die Welt
bis jetzt noch nicht bekehrt worden ist und dass die Erkenntnis des Herrn die
Erde bis jetzt noch nicht erfüllt hat, ist ein Beweis dafür, dass diese Aufgabe
bis jetzt noch ausgesandt worden ist.
Das bringt uns
auf zwei Denkrichtungen, die jahrhundertelang die Christenheit getrennt haben,
nämlich die der Erwählung und die der freien Gnade. Dass beide Lehren, trotz
ihrer scheinbaren Gegensätze, einen schriftgemäßen Hintergrund haben, wird kein
Bibelforscher leugnen. Diese Tatsache sollte uns sofort dahin führen, zu vermuten,
dass beide in gewisser Hinsicht wahr sein müssen; aber auf keine andere Weise
können sie Einklang gebracht werden, außer durch die Beachtung des himmlischen
Gesetzes, der himmlischen Anordnung und durch das, , rechte Teilen des Wortes
der Wahrheit’ zu diesem Thema. Diese Anordnung, wie sie in dem Plan der
Zeitalter dargestellt wurde, zeigt uns sehr deutlich, wenn sie beachtet wird,
dass während des gegenwärtigen und des vergangenen Zeitalters eine Erwählung
fortwährend stattgefunden hat und dass Gottes gnadenvolle Vorkehrung für die
Welt im allgemeinen während des Millenniumszeitalters die ist, welche der
Unterscheidung wegen als freie Gnade bezeichnet wird. Wenn die
unterschiedlichen Merkmale der Zeitabschnitte und Zeitalter, die in einem
vorhergehenden Kapitel ausgeführt wurden, im Gedächtnis behalten werden und
alle Stellen, die sich auf das Herauswählen und die freie Gnade beziehen, näher
betrachtet und an die Stelle gelegt werden, wo sie hingehören, so wird
festgestellt werden, dass alle solche, welche von dem Herauswählen handeln, auf
das gegenwärtige und vergangene Zeitalter anzuwenden sind, währenddessen
solche, welche die freie Gnade lehren, vollständig auf das nächste Zeitalter
anzuwenden sind.
Das
Herauswählen jedoch, wie es in der Bibel gelehrt wird, ist nicht ein
willkürlicher Zwang oder ein unvermeidliches Schicksal, wie es gewöhnlich von
deren Befürwortern geglaubt und gelehrt wird, sondern eine Herauswahl in
Übereinstimmung nach dem Geeignetsein und der Bereitwilligkeit, sich dem Willen
Gottes zu unterwerfen, während des Zeitabschnittes, welcher für diesen Zweck
festgelegt worden ist.
Die Lehre von
der freien Gnade, von den Arminianern vertreten, ist ebenfalls eine viel
großartigere Entfaltung der überreichen Gnade Gottes als es ihre eifrigsten
Befürworter jemals gelehrt haben. Gottes Gnade oder Gunst in Christus ist immer
frei in dem Sinne, dass sie unverdient ist; aber seit dem Fall des Menschen in
die Sünde bis auf die gegenwärtige Zeit sind gewisse Gnadengaben Gottes auf
besondere Personen, Nationen und Klassen begrenzt gewesen, währenddessen in dem
nächsten Zeitalter die ganze Welt eingeladen werden wird, an den dann
angebotenen Gnadengaben teilzuhaben unter den Bedingungen, welche dann allen
bekannt sein werden, und wer immer bereitwillig sein wird, mag kommen und aus
der Quelle des Lebens umsonst trinken. -0ff. 22:17
Zurückblickend
bemerken wir die Erwählung oder das Herauswählen von Abraham und ganz
bestimmter Nachkommen von ihm als die Mittel, durch welche der verheißene Same
kommt, der alle Geschlechter der Erde segnen wird. { Ga 3:29} Wir erkennen auch
die Herauswahl von Israel aus allen anderen Nationen als das eine Volk, an
welchem Gott in vorbildlicher Weise darstellte, wie das große Werk für die Welt
vollbracht werden wird-ihre Befreiung aus Ägypten, ihr Kanaan, ihre Bündnisse,
ihre Gesetze, ihre Opfer für die Sünden und für das Hinwegnehmen der Schuld und
zur Besprengung des Volkes und ihrer Priesterschaft, um dies alles
hinauszuführen. Das alles war ein Vorbild und eine vorbildliche Darstellung von
der wirklichen Priesterschaft und den wirklichen Opfern zur Reinigung der Menschen
auf der ganzen Welt. Von dieser Nation sprechend, sagte Gott:, , Nur euch habe
ich von allen Geschlechtern der Erde anerkannt." { Am 3:2} Bis Christus
kam wurde allein diese Nation anerkannt; ja, auch nachher noch, denn seine
Wirksamkeit war nur für sie bestimmt, und er erlaubte seinen Jüngern nicht, zu
anderen zu gehen-sagend, als er sie aussandte: "Gehet nicht auf einen Weg
der Nationen und gehet nicht in eine Stadt der Samariter.’ Warum, Herr? Weil er
erklärt:, , Ich bin nicht gesandt, als nur zu den verlorenen Schafen des Hauses
Israel.’ { Mt 10:5,6 15:24} Seine ganze Zeit bis zum Tode war für sie bestimmt,
und da fand sein erstes Werk für die Welt statt, der erste Beweis für seine
freie und allumfassenden Gnade, welche in der Tat zur "rechten Zeit’ für
alle ein Segen sein wird.
Diese größte
Gnadengabe Gottes war auf keine Nation oder Klasse begrenzt. Sie war nicht nur
für Israel allein, sondern für die ganze Welt; denn Jesus Christus erlitt durch
die Gnade Gottes für jeden Menschen den Tod. - Heb 2:9???
Und auch jetzt,
im Evangeliumszeitalter, gilt eine bestimmte Art des Herauswählens. Einige
Teile der Welt sind mit dem Evangelium (welches für alle, die es hören, frei
und umsonst ist) mehr begnadigt als andere. Blicke auf eine Weltkarte und siehe
wie klein der Teil ist, welcher in irgendeinem nennenswerten Ausmaß durch das
Evangelium von Christus erleuchtet oder gesegnet ist. Vergleiche dich selbst
mit deinem Vorrecht und deiner Erkenntnis mit den Millionen, welche heutzutage
in heidnischer Dunkelheit sind, welche die Berufung nie hörten und welche
infolgedesen nie berufen waren. Wenn die herausberufene Schar (berufen, Söhne
Gottes, Erben Gottes und Miterben mit Jesus Christus, unserem Herrn, zu
sein-welche ihre Berufung und Erwählung fest gemacht haben) vollzählig ist,
dann wird der Plan Gottes für die Errettung der Welt erst beginnen.
Nicht eher, als
bis der Same ausgewählt, entwickelt und zur Macht
erhöht ist, wird er das Haupt der Schlange zertreten. "Der Gott des
Friedens wird in Kürze den Satan unter eure Füße zertreten.’
(Röm. 16:20; 1.Mose 3:15) Das Evangeliumszeitalter bereitet die keusche
Jungfrau zu, die gläubige Herauswahl, für den kommenden Bräutigam. Und am Ende
des Zeitalters, wenn sie sich "bereitet’ gemacht hat (Offb. 19:7), kommt
der Bräutigam, und diejenigen, welche bereit sind, gehen mit ihm hinein zur
Hochzeit-der zweite Adam und die zweite Eva werden eins, und dann beginnt das
herrliche Werk der Wiederherstellung. In dem nächsten Zeitalter, in dem neuen
Himmel und der neuen Erde, ist die Herauwahl nicht mehr länger die verlobte
Jungfrau, sondern die Braut; und dann werden, , der Geist und die Braut sagen:
Komm! Und wer es hört, der spreche: Komm! Und wen da dürstet, der komme; wer da
will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst.’ -2. Kor. 11:2; Offb. 22:17
Das
Evangeliumszeitalter ist weit davon entfernt, das Ende der Aufgabe für die
Herauswahl zu sein, und ist nur die notwendige Vorbereitung für das große
zukünftige Werk. Nach diesem verheißenen und kommenden Segen seufzt die ganze
Schöpfung und liegt zusammen bis jetzt in Geburtswehen, wartend auf die Offenbarung der Söhne Gottes. (Röm. 8:22,19) Und es ist eine gesegnete
Tatsache, dass die freie Gnade in dem vollsten Ausmaß nicht nur für die
Lebenden, sondern auch für diejenigen, welche gestorben sind, in unseres Vaters
Plan als die segensreiche Gelegenheit im kommenden Zeitalter vorgesehen ist.
Einige, welche
etwas von den Segnungen erkennen, welche bei der Zweiten Gegenwart an der Zeit
sind, und welche in gewisser Hinsicht die Tatsache wertschätzen, dass der Herr
kommt, um die großen Segnungen wirksam werden zu lassen, welche durch seinen
Tod erkauft worden sind, verfehlen diese letzte Aussage zu erkennen, nämlich:
Dass diejenigen, welche in den Gräbern sind, ebenso sehr Anteil haben werden an
der herrlichen Herrschaft des Messias als auch diejenigen, welche in jener Zeit
weniger vollständig unter der Knechtschaft der Vergänglichkeit sein werden-dem
Tod. Aber so gewiß wie Jesus für alle starb,
müssen auch alle die Segnungen und die Gelegenheiten erhalten, welche er durch
sein eigenes kostbares Blut erkauft hat. Daher erwarten wir in dem
Millenniumszeitalter die Segnungen für alle, sowohl für diejenigen, welche in
ihren Gräbern sind, als auch für alle diejenigen, welche nicht in denselben
sind; und wir werden hierüber einen starken Beweis finden, wenn wir weiter in
des Herrn Zeugnis zu diesem Thema schauen. Auf Grund von Gottes Plan
hinsichtlich der Freilassung derjenigen, welche in den Gräbern sind, werden sie
"Gefangene der Hoffnung’ genannt.
Es wird
geschätzt, dass mehr als einhundert und drei und vierzig Milliarden Menschen
auf der Erde gelebt haben in den sechstausend Jahre seit Adams Erschaffung. Die
am meisten verbreitete Schätzung, welche mit Vernunft gemacht werden kann, ist,
dass von diesen weniger als eine Milliarde Menschen von Gott Geheiligte gewesen
sind. Diese sehr großzügige Schätzung läßt die riesige Anzahl von hundert und
zwei und vierzig Milliarden (142,000,000,000) Menschen übrig, welche ohne
Glauben und ohne Hoffnung in
den einzigen Namen, der unter
dem Himmel oder den Menschen gegeben ist, in welchem wir errettet werden, in
den Tod gegangen sind. In der Tat wußte die große Mehrheit von diesen nichts
von Jesus und hat nichts von ihm gehört und konnte nicht an ihn glauben, von
welchem sie nichts gehört hatte.
Was fragen wir,
ist aus dieser großen Menge geworden, von welcher Zahlen nur einenganz
unzureichenden Begriff geben? Was ist ihr Zustand, und was wird er sein? Hat
Gott für diese eine Vorkehrung getroffen, deren Zustand und Umstände er
vorausgesehen haben muß? Oder hat er mit der Grundlegung der Welt eine
schreckliche und unbarmherzige Vorkehrung getroffen zu ihrer hoffnungslosen,
ewigen Qual, wie einige seiner Kinder behaupten? Oder hält er in den Höhen und
Tiefen, Längen und Breiten seines Planes eine Gelegenheit für sie bereit, dass
alle zu der Erkenntnis jenes einzigen
Namens kommen und sich des
ewigen Lebens erfreuen, wenn sie den Bedingungen gegenüber gehorsam sein
werden?
Auf diese
Fragen, welche jeder nachdenkende Christ sich selbst stellt und sich danach
sehnt, sie der Wahrheit gemäß und in Harmonie mit dem Charakter Jehovas
beantwortet zu sehen, erfolgt eine Vielfalt an Antworten:
Der Atheismus
(Gottesleugnung) antwortet:
Sie sind ewig tot: es gibt kein Leben nach diesem: sie werden nie wieder leben.
Der Calvinismus
antwortet: Sie waren nicht
erwählt, errettet zu werden. Gott hat zuvor festgelegt und sie zuvorbestimmt,
um verloren zu gehen-zur Hölle zu fahren-und dort sind sie jetzt, sich in
Qualen befindend, wo sie immer verbleiben werden ohne Hoffnung.
Der
Arminianismus antwortet: Wir
glauben, dass Gott viele von ihnen um ihrer Unwissenheit willen entschuldigt.
Diejenigen, welche das Beste getan haben, was sie kannten, werden mit Sicherheit
ein Teil von der "Herauswahl der Erstgeborenen’ sein, selbst wenn sie
nichts von Jesus gehört haben.
Dieser letzten
Ansicht stimmt die Mehrheit der Christen aller Konfessionen zu (obwohl einige
der Glaubensbekenntnisse diesem ganz entgegengesetzt sind) aus dem Gefühl
heraus, dass irgendeine andere Ansicht mit der Gerechtigkeit auf Seiten Gottes
unvereinbar wäre. Aber unterstützt die Schrift diese letzte Ansicht? Lehrt sie,
dass Unwissenheit eine Grundlage für die Errettung ist? Nein; die einzige Grundlage
für die Errettung, welche in der Schrift erwähnt wird, ist der Glaube an
Christus als unseren Erlöser und Herrn., , Durch die Gnade seid ihr errettet auf Grund des Glaubens.’ { Eph 2:8} Die Rechtfertigung durch den
Glauben ist die eigentliche Grundlage des ganzen Gebäudes der christlichen
Lehre. Wenn gefragt wird: Was muß ich tun, um errettet zu werden? antworteten
die Apostel: Glaube an den Herrn Jesus Christus., , Es ist kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, in welchem wir
errettet werden sollen’ (Apg. 4:12); und, , jeder, der den Namen des Herrn
anruft, wird errettet werden.’ -Röm. 10:13
Paulus aber
macht die Schlußfolgerung, dass ein Mensch das Evangelium hören muß, bevor er
glauben kann, sagend:, , Wie sollen sie den anrufen, an welchen sie nicht
geglaubt haben? Und wie werden sie an den glauben, von welchem sie nicht gehört
haben?’ -Römer 10:14
Einige
behaupten, dass Paulus lehrt, dass Unwissenheit die
Menschen erretten würde, wenn er sagt, dass, , die Nationen, die das Gesetz
nicht haben, sich selbst ein Gesetz sind.’ (Röm. 2:14) Sie schließen daraus,
dass das Gesetz, welches ihnen ihr Gewissen gibt, ausreichend sei, um sie zu
rechtfertigen. Aber solche Personen verstehen Paulus falsch. Sein Argument ist,
dass die ganze Welt vor Gott schuldig ist (Röm. 3:19); dass die Nationen,
welche das geschriebene Gesetz nicht hatten, durch das Licht des Gewissens verurteilt und nicht gerechtfertigt wurden, und ganz gleich, ob es
sie entschuldigte oder anklagte, es ihnen bewies, dass sie die Vollkommenheit
nicht erreichten und des Lebens nicht würdig waren, gerade wie die Juden durch
das geschriebene Gesetz, welches sie hatten, verurteilt
wurden; ,, denn durch das Gesetz
kommt die Erkenntnis der Sünde.’ (Röm. 3:20) Das dem Juden gegebene Gesetz
offenbarte seine Schwachheit und war dazu beabsichtigt, ihm zu zeigen, dass er
unfähig war, sich selbst zu rechtfertigen; ,, denn aus Gesetzeswerken wird kein
Fleisch vor ihm (Gott) gerechtfertigt.’ Das geschriebene Gesetz verurteilte die Juden; und die Nationen hatten genug Licht des
Gewissens, um sich selbst zu
verurteilen; und auf diese
Weise ist jeder Mund verstummt und kann nicht das Recht auf Leben beanspruchen,
und die ganze Welt ist vor Gott schuldig.
Wenn wir uns an
die Erklärung von Jakobus erinnern (Jak. 2:10), dass wer immer das ganze Gesetz
einhalten will, es auch nicht in einem Punkt verletzen darf, weil er sonst
schuldig ist und keinen Anspruch auf die von dem Gesetzesbund verheißenen
Segnungen machen kann, dann erkennen wir, dass es in der Tat "keinen
Gerechten gibt, auch nicht einen.’ (Röm. 3:10) Und auf diese Weise schließt die
Schrift jede Tür der Hoffnung zu bis auf eine, indem sie zeigt, dass nicht
einer der Verurteilten in der Lage ist, sich durch verdienstvolle Werke das
ewige Leben zu sichern, und dass es gleichfalls nutzlos ist, Unwissenheit als
eine Grundlage für die Errettung geltend zu machen. Die Unwissenheit kann
niemandem ein Anrecht auf die Belohnung des Glaubens und des Gehorsams geben.
Viele Christen,
welche nicht bereitwillig sind zu glauben, dass so viele Millionen unwissender
Kinder und Heiden für immer verloren sind (was ihnen gelehrt wurde, bedeutet,
dass diese an einem Ort ewiger und hoffnungsloser Qual gesandt wurden),
bestehen trotz dieser Erklärungen der Bibel darauf, dass Gott die Unwissenden
nicht verurteilen wird. Wir bewundern ihre Großzügigkeit des Herzens und ihre
Wertschätzung von Gottes Güte, aber wir bitten sie eindringlich, nicht zu
schnell die Erklärungen der Bibel zu verwerfen oder unbeachtet zu lassen. Gott
hat eine Segnung für alle auf eine bessere Art und Weise als durch die
Unwissenheit.
Aber handeln
diese in Übereinstimmung mit dem, was sie vorgeben zu glauben? Nein: obwohl sie
vorgeben zu glauben, dass der Unwissende um seiner Unwissenheit willen gerettet
werden wird, fahren sie damit fort, unter der Aufwendung von Tausenden
wertvoller Leben und Millionen an Geld, Missionare zu den Heiden zu senden.
Wenn sie alle oder nur die Hälfte von ihnen durch Unwissenheit gerettet werden
würden, so fügt man ihnen wirklichen Schaden zu, wenn man Missionare aussendet,
um sie von Christus zu belehren; denn ungefähr nur einer aus tausend glaubt,
wenn Missionare zu ihnen kommen. Wenn diese Ansicht richtig wäre, wäre es viel
besser, sie in der Unwissenheit bleiben zu lassen; denn dann würde ein viel
größerer Teil errettet werden. Dürften wir derselben Argumentation weiter
nachfolgend nicht die Schlußfolgerung machen, dass alle Menschen errettet worden wären, wenn Gott sie alle in Unwissenheit gelassen hätte? Wenn das aber der Fall wäre, so
wären das Kommen und der Tod von Jesus nutzlos und das Predigen und die Leiden
der Apostel und der Geheiligten wäre vergebens gewesen, und das sogenannte
Evangelium wäre anstatt einer guten Botschaft, eine sehr böse Botschaft. Für
diejenigen, welche die calvinistische Ansicht oder die Ansicht über die
Vorherbestimmung hinsichtlich der Erwählung glauben, dass die ewige Bestimmung
eines jeden Einzelnen unabänderlich festgelegt worden ist, bevor sein Leben
begonnen hatte, ist es noch unvernünftiger und gegen den gesunden
Menschenverstand, Missionare zu den Heiden auszusenden.
Aber die Bibel,
welche erfüllt ist von dem Geist der Verkündigung, lehrt nicht, dass es mehrere
Wege der Errettung gibt-einen Weg durch den Glauben, einen anderen durch Werke
und einen anderen durch Unwissenheit. Noch lehrt sie die Lehre des Fatalismus,
der Vorherbestimmung, welche Gott entehrt. Während sie zeigt, dass jede andere
Tür der Hoffnung für das menschliche Geschlecht geschlossen ist, wirft sie die
einzige Tür weit auf und verkündet, dass, wer immer will, zum Leben eintreten
mag; und sie zeigt, dass alle, welche die gesegnete Gelegenheit zum Eintreten
jetzt nicht sehen oder wertschätzen, zur rechten Zeit zu einer vollen
Erkenntnis und Wertschätzung gebracht werden. Der einzige Weg, durch welchen einer wie alle von dem verurteilten
Geschlecht zu Gott kommen können, ist nicht der durch verdienstvolle Werke,
noch durch den der Unwissenheit, sondern durch den des Glaubens an das kostbare
Blut von Christus, welches die Sünde der Welt hinwegnimmt. (1. Petr. 1:19 Joh
1:29) Das ist das Evangelium, die gute Botschaft großer Freude, "welche
für alle Menschen sein wird.’ { Lu 2:10 nach der englischen
Living-Bible-Übersetzung}
Laßt uns jetzt
diese Dinge betrachten, wie Gott von ihnen zu uns redet, überlassen wir ihm
selbst die Offenbarung von seinem Charakter. Laßt uns fragen, was ist aus den
einhundert und zwei und vierzig Milliarden geworden?
Was auch immer
aus ihnen geworden sein mag, wir können sicher sein, dass sie jetzt nicht in
einem Zustand der Leiden sind; weil die Schrift nicht nur lehrt, dass der
Herauswahl die volle und ganze Belohnung erst gegeben wird, wenn Christus
kommt, wenn er jedem Menschen gemäß seinen Taten geben wird, { Mt 16:27}
sondern auch, dass die Ungerechten dann ihre Strafe erhalten werden. Was immer
ihr gegenwärtiger Zustand sein mag, es kann nicht ihr voller Lohn sein, denn
Petrus sagt:, , Der Herr weiß, wie die Ungerechten aufzubewahren sind auf den
Tag des Gerichts, um bestraft zu werden’;{ 2Pe 2:9} und das wird er auch tun.
Aber der
Gedanke, dass so viele unserer Mitgeschöpfe zu jeder Zeit verloren gegangen
sein sollen, weil ihnen die Erkenntnis gefehlt hat, welche zur Errettung
notwendig ist, ist in der Tat für alle schrecklich, welche einen Funken der
Liebe oder des Mitgefühles haben. Außerdem gibt es auch zahlreiche
Schriftstellen, welche sich, wie es scheint, unmöglich mit all diesem in
Harmonie bringen lassen. Laßt uns sehen: Wie sollen wir in dem Lichte der
Vergangenheit und der Gegenwart, wenn wir alle Hoffnung auf eine
Wiederherstellung im kommenden Zeitalter beiseite lassen, die Erklärungen
verstehen:, , Gott ist Liebe’, und, , so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass
er seinen einzig gezeugten Sohn gab, auf dass jeder, der an ihn glaubt, nicht
verloren gehe’?{ 1Jo 4:8 Joh 3:16} Erscheint es nicht so, als dass, wenn Gott
die Welt so sehr liebte, er nicht nur Vorkehrungen getroffen haben mag, dass
die Gläubigen errettet werden, sondern auch, dass alle hören mögen, um zu
glauben?
Wiederum, wenn
wir lesen:, , Das war das wahrhaftige Licht, welches jeden in die Welt
kommenden Menschen erleuchtet’,{ Joh 1:9} so sagt uns unsere Beobachtung, nein,
nicht jeder Mensch ist erleuchtet worden; wir können nicht erkennen, dass unser
Herr mehr als einige Wenige der Milliarden der Erde erleuchtet hat. Selbst an
diesem vergleichsweise erleuchteten Tag gibt es bei den Millionen von Heiden keinen
Beweis von einer solchen Erleuchtung; noch gab es ihn bei den Sodomitern, noch
bei den vielen Anderen in den vergangenen Zeitaltern.
Wir lesen, dass
Jesus Christus durch Gottes Gnade "für jeden Menschen’ den Tod erlitten hat. { Heb 2:9} Aber
wenn er für die einhundert und drei und vierzig Milliarden den Tod erlitten
hat, und das Opfer aus irgendeinem Grund nur für eine Milliarde wirksam wurde,
war die Erlösung dann nicht verhältnismäßig ein Fehlschlag? Und ist die
Erklärung des Apostels in diesem Fall nicht viel zu weitreichend? Und wiederum
lesen wir:, , Siehe, ich bringe euch die gute Botschaft großer Freude, die für
alle Menschen sein wird’,{ Lu 2:10} und wenn wir um uns herum schauen und wir
sehen, dass es nur für eine, , kleine Herde’ eine gute Botschaft gewesen ist
und nicht für alle Menschen, werden wir dazu gezwungen, uns zu fragen, ob die
Engel die Güte und Breite ihrer Botschaft nicht etwas übertrieben dargestellt
haben und die Wichtigkeit des Werkes, welches der von ihnen angekündigte Messias
hinausführen sollte, überbewertet haben.
Eine andere
Erklärung ist:, , Es gibt einen Gott und einen Mittler zwischen Gott und den
Menschen, der Mensch Christus Jesus, der sich selbst als ein Lösegeld für alle
gab.’ { 1Ti 2:5,6} Ein Lösegeld für alle? Warum sollten dann nicht alle von
Christus Tod einen Nutzen haben? Warum sollten nicht alle zu einer Erkenntnis der Wahrheit kommen, damit sie glauben mögen?
Ohne den
Schlüssel, wie dunkel, wie widersprüchlich erscheinen diese Aussagen; aber wenn
wir den Schlüssel zu Gottes Plan finden, dann erklären alle diese Stellen mit
einer Stimme:, , Gott ist Liebe.’ Dieser Schlüssel wird in dem letzten Teil der
angeführten Stelle gefunden:, , Der sich selbst gab zum Lösegeld für alle,
welches zur rechten Zeit
bezeugt wird.’ (übersetzt
nach Dr. Heinrich Wiese) Gott hat für alles eine fest bestimmte Zeit. Er hätte
es ihnen in ihrer vergangenen Lebenszeit bezeugen können; aber da er es nicht
tat, so beweist es, dass ihre rechte Zeit noch zukünftig sein muß. Für diejenigen,
welche zur Herauswahl, der Braut des Christus, gehören und welche die Ehren des
Königreiches teilen werden, ist die Gegenwart "die rechte Zeit’, um zu
hören; und wer jetzt ein Ohr hat zu hören, den laß hören und achtgeben, und in
Übereinstimmung damit wird er gesegnet werden. Obwohl Jesus unser Lösegeld
bezahlte, bevor wir geboren waren, so war doch unsere, , rechte Zeit’, es zu
hören, erst lange danach, und nur das Verständnis desselben brachte
Verantwortung; und dies nur soweit, als unsere Fähigkeit und unsere Erkenntnis
reichten. Derselbe Grundsatz ist auf alle anzuwenden; in Gottes fest bestimmter
Zeit wird es allen bezeugt werden, und alle werden dann die Gelegenheit haben,
zu glauben und dadurch gesegnet zu werden.
Die
vorherrschende Meinung ist, dass mit dem Tod alle Probezeit endet; aber es gibt
keine Schriftstelle, welche das lehrt; und alle oben angeführten Schriftstellen
und viele mehr, würden bedeutungslos oder schlimmer sein, wenn der Tod das Ende
aller Hoffnung für die unwissenden Massen der Welt sei. Die eine Schriftstelle,
welche zitiert wird, um diese im allgemeinen in Erwägung gezogene Ansicht zu
beweisen, ist:, , Wo der Baum hinfällt, da bleibt er liegen.’ (Pred. 11:3) Wenn
dies irgendeine Beziehung zu des Menschen Zukunft hat, so deutet es darauf hin,
dass mit ihm keine Veränderung stattfindet, in welchem Zustand er auch in das
Grab sinkt, bis er wieder aus demselben auferweckt wird. Und dies ist das
einheitliche Zeugnis aller Schriftstellen, welche dieses Thema behandeln, wie
es in den folgenden Kapiteln gezeigt wird. Weil Gott nicht beabsichtigt, die
Menschen um ihrer Unwissenheit willen zu erretten, sondern will, ,, dass alle Menschen zu der Erkenntnis der Wahrheit kommen’;{
1Ti 2:4} und weil die Massen der Menschheit in Unwissenheit gestorben sind; und
weil es "kein Tun, noch Überlegung, noch Erkenntnis, noch Weisheit in dem
Grabe gibt’ (Pred. 9:10); darum hat Gott für die Auferweckung der Toten
Vorsorge getroffen zu ihrer Erkenntnis, und zum Glauben und zur Errettung.
Daher ist es sein Plan, dass wie, , alle in Adam sterben, auch alle in Christus
lebendig gemacht werden, aber jeder in seiner eigenen Ordnung’ -die Herauswahl
des Evangeliumszeitalters, die Braut, der Leib des Christus, zuerst; danach
während des Millenniumszeitalter alle, welche sein Eigentum werden während
jener tausend Jahre seiner Gegenwart (falsch übersetzt mit Kommen), des Herrn
rechte Zeit für alle, um ihn zu erkennen von dem Kleinsten bis zu dem Größten.
-1. Kor. 15:22
Wie der Tod
durch den ersten Adam kam, so kommt das Leben durch Christus, den zweiten Adam.
Alles, was die Menschheit dadurch verloren hat, dass sie in dem ersten Adam
war, wird für diejenigen, welche an den zweiten Adam glauben, wiederhergestellt
werden. Wenn sie auferweckt worden sind, haben sie den Vorteil von der
Erfahrung mit dem Bösen, welchen Adam nicht hatte, und diejenigen, welche die
Erlösung als Gottes Gnadengabe dankbar annehmen, werden unter der
ursprünglichen Bedingung des Gehorsams Gott gegenüber ewig leben. Unter der
gerechten Regierung des Friedensfürsten wird vollkommener Gehorsam gefordert
und auch die vollkommene Fähigkeit zum Gehorchen gegeben werden. Das ist die
Errettung, welche der Welt angeboten werden wird.
Laßt uns nun
einen anderen Text betrachten, welcher im allgemeinen nicht beachtet wird,
außer von den Universalisten (den sogenannten Allversöhnern, wie zum Beispiel
die Anhänger des Rosenkreuzes, Anmerkung des Übersetzers); obwohl wir keine
Universalisten sind, beanspruchen wir aber dennoch das Recht darauf, jedes
Zeugnis von Gottes Wort zu gebrauchen und zu glauben und uns an demselben zu
erfreuen. Es lautet:, , Wir haben unsere Hoffnung auf den lebendigen Gott
gesetzt, der ein Erretter aller
Menschen ist, besonders derjenigen, welche glauben.’ { 1Ti 4:10} Gott wird alle Menschen
erretten, aber er wird niemanden besonders erretten (bis zum äußersten, bis zum
Ende), außer diejenigen, welche durch Christus zu ihm kommen. Die in Gottes
Willen beschlossene Errettung aller Menschen ist keine solche, welche mit ihrer
Willensfreiheit oder ihrer Freiheit der Wahl in Konflikt gerät, so dass er
ihnen gegen ihren Willen Leben schenkt., , Das Leben und den Tod habe ich euch
vorgelegt, den Segen und den Fluch! So erwähle das Leben, auf dass du lebest.’
-5. Mose 30:19
Simeon stellte
diese beiden Errettungen einander gegenüber, sagend:, , Meine Augen haben deine
Errettung gesehen...ein
Licht, zu erleuchten die Nationen, und zur Verherrlichung deines Volkes, Israel (die wahrhaftigen Israeliter).’
Dies ist in Harmonie mit der Aussage des Apostels, dass die Tatsache, dass
Jesus Christus, der Mittler, sich selbst als ein Lösegeld für alle gab, zu seiner Zeitallen bezeugt wird. Dies ist das, was zu allen Menschen
kommen wird, ungeachtet ihres Glaubens oder ihres Willens. Diese gute Botschaft von einem Erretter wird für alle Menschen sein, { Lu 2:10,11} aber die besondere Errettung von
Sünde und Tod wird nur zu seinem Volk kommen { Mt 1:21} -zu denjenigen,
welche an ihn glauben-denn wir lesen, dass der Zorn Gottes auf den Ungläubigen
bleiben wird. - Joh 3:36???
Wir erkennen
daher, dass die allgemeine Errettung, welche zu jedem Einzelnen kommen wird, in
dem Licht besteht, aus dem wahrhaftigen Licht und der Gelegenheit, das Leben zu
wählen; und weil die große Mehrheit des Geschlechtes in dem Grabe liegt, wird
es notwendig, sie aus dem Grab hervorzubringen, um ihnen die gute Botschaft von
einem Erretter zu bezeugen. Die besondere Errettung, an welcher sich die
Gläubigen jetzt in Hoffnung erfreuen (Röm. 8:24), wird im Millenniumszeitalter
verwirklicht werden, und außerdem wird denjenigen, welche "an jenem Tage
glauben’, die vollständige Befreiung aus der Knechtschaft der Sünde und des
Todes in die herrliche Freiheit der Kinder Gottes geoffenbart werden. Aber das
Erreichen aller dieser Segnungen wird von der Bereitwilligkeit des Herzens
abhängen, sich den Gesetzen von Christus Königreiches unterzuordnen-die
Schnelligkeit von dem Erreichen der Vollkommenheit zeigt den Grad der Liebe für
den König und für sein Gesetz der Liebe an. Wenn irgendwelche, die durch die
Wahrheit erleuchtet worden sind und zu einer Erkenntnis der Liebe Gottes
gebracht worden sind und zu menschlicher Vollkommenheit (sei es tatsächlicher
oder gerechneterweise) wiederhergestellt worden sind, danach "furchtsam’
werden und sich, , zurückziehen’,{ Heb 10:38,39} dann werden sie mit den, ,
Ungläubigen’ (0ffb. 21:8) aus dem Volke vernichtet werden. (Apg. 3:23) Dies ist
der Zweite Tod.
Auf diese Weise
erkennen wir, dass alle bisher schwierigen Stellen durch die Aussage erklärt
werden: "Was zur rechten Zeit bezeugt wird.’ Zur rechten Zeit wird das wahrhaftige Licht jeden in die
Welt kommenden Menschen erleuchten. Zur rechten Zeit
"wird die gute Botschaft großer Freude für alle Menschen sein.’ Und auf
keine andere Weise können diese Schriftstellen angewandt werden, ohne sie zu
verdrehen. Paulus führt diese Beweisführung mit großem Nachdruck in Röm.
5:18,19 aus. Er folgert, dass wie alle Menschen um Adams Übertretung willen zum
Tode verurteilt wurden, so wurde auch Christus Gerechtigkeit und sein Gehorsam
bis zum Tode zu einer Grundlage der Rechtfertigung; und dass wie alle in dem
ersten Adam das Leben verloren haben, nun alle, indem ihre persönliche
Unfähigkeit beiseite geschoben wurde, das Leben erhalten können durch die
Annahme des zweiten Adams.
Petrus
berichtet uns, dass von dieser Wiederherstellung durch den Mund aller heiligen
Propheten gesprochen worden ist. (Apg. 3:19-21) Sie alle lehren dies. Hesekiel
spricht von dem Tal der verdorrten Gebeine., , Die Gebeine sind das ganze Haus
Israel.’ Und Gott sagt zu Israel:, , Siehe, mein Volk, ich werde eure Gräber
öffnen und euch aus euren Gräbern heraufkommen lassen, und werde euch in das
Land Israel bringen. Und ihr werdet wissen, dass ich der Herr bin, wenn ich...
meinen Geist in euch geben werde, so dass ihr lebt, und ich werde euch in euer
Land setzen. Und ihr werdet wissen, dass ich, der Herr, geredet und es getan
habe, spricht der Herr.’ -Hes. 37:11-14
Damit stimmen
Paulus Worte überein (Röm. 11:25, 26 nach der Mühlheimer Ausgabe des Neuen
Testaments):, , Blindheit ist Israel zum Teil widerfahren bis die von Gott
bestimmte Anzahl aus den Nationen (die auserwählte Schar, die Braut des
Christus) eingegangen ist; und dann wird das ganze Israel errettet werden,’
oder aus dem Zustand, dass sie beiseite gelegt worden sind, zurückgebracht
werden. Denn "Gott hat sein Volk nicht verstoßen, welches er zuvor als
sein Eigentum anerkannt hat.’ (Vers 2 nach Menge-Übersetzung) Sie wurden von
seiner Gnade beiseite gelegt, während die Braut des Christus auserwählt wurde,
aber sie werden wieder in seine Gnade eingesetzt, wenn dieses Werk vollendet
ist. (Verse 28-30). Die Propheten sind angefüllt mit Erklärungen, wie Gott sie
wieder einpflanzen wird, und sie werden nie wieder ausgerissen werden., , So
spricht der Herr, der Gott Israels... ich werde mein Auge auf sie richten zum
Guten und werde sie wieder in dieses Land zurückbringen; und ich werde sie
aufbauen und sie nicht mehr niederreißen; und ich werde sie pflanzen und sie
nicht wieder ausreißen. Und ich werde ihnen ein Herz geben, mich zu erkennen,
dass ich der Herr bin; und sie werden mein Volk sein, und ich werde ihr Gott
sein: denn sie werden mit ihrem ganzen Herzen zu mir umkehren.’ { Jer 24:5-7
31:28 32:40-42 33:6-16} Diese können sich nicht nur auf die Wiederherstellungen
aus früheren Gefangenschaften in Babylon, Syrien usw. beziehen, denn sie sind
seitdem wieder heraus gerissen worden.
Weiter sagt der
Herr:, , In jenen Tagen werden sie nicht mehr sagen: Die Väter haben eine saure
Traube (Sünde und Verdorbenheit) gegessen, und die Zähne der Kinder sind stumpf
davon geworden (Sünde und Verdorbenheit ist auf sie übergegangen-Röm. 5:12); sondern
ein jeder (der stirbt) wird für seine eigene Missetat sterben.’ { Jer 31:29,30}
Das ist jetzt nicht der Fall. Jetzt stirbt jeder nicht für seine eigene Sünde,
sondern wegen Adams Sünde-, , Alle sterben in Adam.’ Er aß die saure Traube der
Sünde, und unsere Väter fuhren fort, sie zu essen, immer mehr Krankheit und
Elend auf ihre Kinder vererbend, und auf diese Weise wurde die Strafe, der Tod,
immer mehr beschleunigt. Der Tag, an welchem "jeder Mensch, (der stirbt)’,
nur "für seine eigene Sünde sterben wird’, ist der Tag des Millenniums
oder der Wiederherstellung.
Obwohl viele
der Prophezeiungen und Verheißungen für eine zukünftige Segnung nur auf Israel
anwendbar erscheinen, muss daran erinnert werden, dass es ein vorbildliches
Volk war und dass daher die ihnen gemachten Verheißungen, während sie manchmal
eine besondere Anwendung für sie hatten, im allgemeinen auch eine weitere
Anwendung auf die ganze Welt der Menschheit haben, welche durch diese Nation
vorgeschattet wurde. Während Israel als eine Nation vorbildlich war von der
ganzen Welt, war seine Priesterschaft vorbildlich von der auserwählten, ,
kleine Herde,’ dem Haupt und dem Leib des Christus, der, , königlichen
Priesterschaft’; und die Opfer, die Reinigungen, die Versöhnungen, welche für
Israel gemacht wurden, schatteten die "besseren Opfer’ ab, die
vollständigeren Reinigungen und die wirkliche Versöhnung, , für die Sünden der
ganzen Welt’, von welchem sie ein Teil sind.
Und nicht
allein das, sondern Gott nennt andere Nationen beim Namen und verheißt ihre
Wiederherstellung. Als ein überzeugendes Beispiel erwähnen wir die Sodomiter.
Wenn wir die Wiederherstellung der Sodomiter sehr deutlich gelehrt finden, dann
können wir von der Wahrheit dieser herrlichen Lehre der Wiederherstellung für
die ganze Menschheit überzeugt sein, von welcher durch den Mund aller heiligen
Propheten gesprochen worden ist. Und warum sollten die Sodomiter nicht eine
Gelegenheit haben, die Vollkommenheit und das ewige Leben zu erreichen, wie es
Israel hat und jeder von uns? Wahrlich, sie waren nicht gerecht, aber weder
Israel, noch wir waren es, die wir jetzt das Evangelium hören. "Es gibt
keinen Gerechten, auch nicht einen’, abgesehen von der zugerechneten
Gerechtigkeit des Christus, der für alle starb. Unseres Herrn eigene Worte
sagen uns, dass, obwohl Gott Feuer vom Himmel regnen ließ und sie alle
vernichtete wegen ihrer Bosheit, die Sodomiter dennoch in seinen Augen nicht so
große Sünder waren wie die Juden, die mehr Erkenntnis hatten. (1. Mose 19:24;
Luk. 17:29) Zu den Juden von Kapernaum sagte er:, , Wenn in Sodom die mächtigen
Werke geschehen wären, die in dir geschehen sind, es würde es bis zu diesem Tag
bestanden haben.’ - Mt 11:23??? (nach der Kleinen Jerusalemer Bibelübersetzung)
Auf diese Weise
lehrt unser Herr, dass die Sodomiter noch keine vollständige Gelegenheit gehabt
haben; und er sichert ihnen eine solche Gelegenheit zu, als er hinzufügt (Vers
24):, , Aber ich sage euch: Dem Land Sodom wird es erträglicher ergehen als dir
am Tage des Gerichts.’ Der Charakter des Tages des Gerichts und sein Werk wird
auf den folgenden Seiten gezeigt werden. Hier machen wir nur auf die Tatsache
aufmerksam, dass es für Kapernaum eine angenehme Zeit sein wird und dass sie
für Sodom angenehmer sein wird; weil, obwohl beide keine volle Erkenntnis noch alle Segnungen erfahren hatten, welche
beabsichtigt sind, durch, , den Samen’ zu kommen, Kapernaum dennoch gegen
größeres Licht gesündigt hatte.
Und wenn an
Kapernaum und an ganz Israels gedacht wird und sie unter dem "Neuen Bund’
gesegnet werden, welcher mit dem Blut von Jesus versiegelt worden ist, warum
sollten dann nicht auch die Sodomiter gesegnet werden mit, , allen Geschlechtern der Erde’? Sie werden es ganz gewißlich. Und laßt
uns nicht vergessen, dass Gott viele Jahrhunderte vor der Zeit von Jesus, ,
Feuer vom Himmel regnen ließ und sie alle vernichtete.’ Als Jesus von ihrer
Wiederherstellung sprach, deutete dies auf ihre Auferweckung an, ihr Kommen aus
dem Grab.
Laßt uns nun
die Prophezeiung (Hes. 16:48-63) näher betrachte. Lies sie sorgfältig. Gott
spricht hier von Israel und vergleicht sie mit ihrer Nachbarin, Samaria, und
ebenso mit den Sodomitern, von welchen er sagt:, , Ich tat sie hinweg, so, wie
ich es für angebracht ansah.’ (Hes. 16:50, Neue-Welt-Übersetzung) Weder Jesus
noch der Prophet geben irgendeine Erklärung von diesem anscheinenden
Unterschied in Gottes Handlungen, indem er Sodom zerstörte und andere
ungestraft zuließ, welche schuldiger waren als Sodom. Das wird alles deutlich
gemacht werden, wenn zur zur "rechten Zeit’ seine großen Pläne offenbar
gemacht werden. Der Prophet erklärt nur, dass Gott es "für gut und
angebracht ansah’, in dieser Weise zu handeln, und Jesus fügt hinzu, dass es
für sie am Tage des Gerichts angenehmer sein wird als für andere, die mehr
Schuld haben. Aber bei der Annahme, dass der Tod jede Probezeit beendet und
dass danach keiner eine Gelegenheit haben kann, zu einer Erkenntnis der
Wahrheit zu kommen und ihr zu gehorchen, mögen wir mit Recht fragen: Warum sah
Gott es für angebracht und für gut an, dieses Volk hinwegzunehmen, ohne ihm
eine Möglichkeit zur Errettung zu geben durch die Erkenntnis des einzigen
Namens, durch welchen wir errettet werden können? Die Antwort ist: Weil es noch
nicht die rechte Zeit für sie war. Zur "rechten Zeit’ werden
sie vom Tode auferweckt und zu einer Erkenntnis der Wahrheit gebracht werden,
und auf diese Weise durch den verheißenen, , Samen’ mit allen Geschlechtern der
Erde gesegnet werden. Dann werden sie für das ewige Leben auf die Probe
gestellt werden.
Mit diesem
Gedanken, und mit keinem anderen, können wir die Handlungen des Gottes der
Liebe den Amalekitern und anderen Nationen gegenüber verstehen, von denen er es
nicht nur zuließ, sondern denen gegenüber er Israel befahl, sie zu zerstören,
sagend:, , Gehe hin, schlage Amalek und vernichte alles, was sie haben und
schone ihrer nicht; sondern töte beide, Mann und Weib, Kinder und Säuglinge,
Rinder und Schafe, Kamel und Esel.’ { 1Sa 15:3 nach Luther-Übersetzung} Diese anscheinende rücksichtslos
Zerstörung von Leben erscheint unvereinbar mit der Gott zugeschriebenen
Charaktereigenschaft der Liebe und mit der Lehre von Jesus, ,, liebet eure
Feinde’ usw., bis wir die zeitliche Aufeinanderfolge erkennen können, welche in
Gottes Plan festgelegt worden ist, in welchem es eine "rechte und fest
bestimmte Zeit’ für die Hinausführung eines jeden Teiles davon gibt, sowie die
Tatsache, dass jedes Glied des Menschengeschlechtes einen Platz in demselben
hat.
Wir können nun
erkennen, dass diese Amalekiter, Sodomiter und andere als Beispiele dargestellt
wurden von Gottes gerechter Verurteilung der Übeltäter und seiner
Entschlossenheit, sie schließlich und gänzlich zu vernichten; Beispiele, welche
nicht nur anderen, sondern auch ihnen selbst nützlich sein werden, wenn ihr Tag
des Gerichtes oder der Prüfung kommt. Die übrigen Nationen können sowohl auf
die gleiche Weise sterben, als auch durch Krankheit und Plagen. Es war für sie
von wenig Bedeutung, weil sie lediglich das Böses kennengelernt hatten, damit
sie, wenn ihre Prüfung zur rechten Zeit stattfindet, Gerechtigkeit lernen mögen
und befähigt werden, zu unterscheiden und das Gute zu wählen und das Leben zu
haben.
Doch laßt uns
die Prophetie weiter näher betrachten. Nachdem der Herr Israel mit Sodom und
Samaria verglichen und Israel als am meisten tadelnswert hingestellt hat (Hes.
16:48-54), spricht er:, , Wenn ich ihre Gefangenen zurückbringen werde, die
Gefangenen Sodoms und ihrer Töchter und die Gefangenen Samarias und ihrer
Töchter, dann werde ich auch deine Gefangenen mitten unter ihnen
zurückbringen.’ (nach Allioli-Bibelübersetzung) Die Gefangenen, auf welche hier
Bezug genommen wird, können keine anderen sein als ihre Gefangenen im Tode;
denn diejenigen, die erwähnt werden, waren damals tot. Alle sind im Tode
gefangen, und Christus kommt, um die Tore des Grabes zu öffnen und die
Gefangenen in Freiheit zu bringen. (Jes. 61:1; Sach. 9:11) In Vers 55 wird dies
ein, , Zurückkehren zu ihrem früheren Stand’ genannt, eine Wiederherstellung.
(siehe Menge-Übersetzung)
I
Einige, welche
ganz bereitwillig sind, Gottes Gnade durch Christus in der Vergebung ihrer
eigenen Übertretungen und Schwachheiten in Verbindung mit größerem Licht und
größerer Erkenntnis anzunehmen, können sich nicht vorstellen, dass die gleiche
Gnade unter dem Neuen Bund auch für andere anwendbar ist; obwohl sie der
Aussage des Apostels scheinbar zustimmen, dass Jesus Christus durch die Gnade
Gottes den Tod für jeden Menschen erlitten hat. Einige von diesen nehmen an,
dass der Herr in dieser Prophezeiung zu den Juden in ironischer Weise
gesprochen haben muß, indem er angedeutet hätte, daß er genauso bereitwillig
sein würde, die Sodomiter zurückzubringen als auch sie, aber dass er überhaupt
keine Absicht habe, beide wiederherzustellen. Laßt uns aber sehen, wie die
nachfolgenden Verse mit dieser Vorstellung übereinstimmen. Der Herr sagt:, ,
Nichtsdestotrotz werde ich an meinen Bund mit dir in den Tagen
deiner Jugend gedenken, und ich werde mit dir einen
ewigen Bund aufrichten. Dann
wirst du deiner Wege gedenken und dich schämen, wenn du deine Schwester empfangen
wirst... Ich werde meinen Bund mit dir aufrichten, und du
wirst wissen, dass ich der Herr bin; damit du daran denkst und beschämt bist
und wegen deiner Beschämung deinen Mund nicht mehr öffnest, wenn ich dir alles
vergebe, was du getan hast, spricht Gott der Herr.’ Wenn auf diese Weise eine
Verheißung von dem großen Jehova besiegelt worden ist, möchten alle diejenigen,
welche ihr Siegel darauf gesetzt haben, dass Gott wahrhaftig ist, sich mit
Zuversicht an ihrer Gewißheit erfreuen; besonders diejenigen, welche erkennen,
dass diese Segnungen des Neuen Bundes von Gott in Christus bestätigt worden
sind, dessen kostbares Blut den Bund besiegeln wird.
Für diese fügt
Paulus sein Zeugnis hinzu, sagend:, , Und auf diese Weise wird ganz Israel (die
Lebenden und die Toten) errettet werden (wiederhergestellt aus seiner
Verblendung), wie geschrieben steht: Es wird aus Zion der Erretter kommen und
die Gottlosigkeit von Jakob abwenden. Dies ist mein Bund für sie, wenn ich ihre
Sünden hinweg nehmen werde...Sie sind Geliebte um der Väter willen; denn die
Gnadengaben und Berufungen Gottes sind unwiderruflich.’ -Röm. 11:26-29
Wir brauchen
uns nicht zu wundern, dass Juden, Sodomiter, Samariter und die ganze Menschheit
sich schämen und verwirrt sein werden, wenn Gott in seiner eigenen
"rechten Zeit’ die Reichtümer seiner Gnade hervorbringt. Wahrlich, viele
von denen, welche jetzt Gottes Kinder sind, werden verwirrt und erstaunt sein,
wenn sie sehen, wie sehr Gott
die Welt geliebt hat, und um
wieviel höher seine Gedanken und sein Pläne sind als die ihrigen.
Christliche
Menschen glauben im allgemeinen, dass Gottes Segnungen einzig und allein nur
für die auserwählte Herauswahl bestimmt sind, aber wir fangen jetzt an zu
erkennen, dass Gottes Plan umfassender ist, als wir es angenommen hatten, und
dass, obwohl er der Herauswahl "die größten und kostbarsten Verheißungen’
gegeben hat, er auch für die Welt eine gnadenvolle Vorkehrung gemacht hat,
welche er so geliebt hat, dass er sie erlöste. Die Juden machten einen ganz
ähnlichen Fehler, als sie annahmen, dass alle Verheißungen Gottes einzig und
allein für sie bestimmt waren; aber als die "rechte Zeit’ herbeikam und
die Gläubigen aus den Nationen begnadigt wurden, hatte der Überrest von Israel,
deren Herzen weit genug waren, um sich an diesem umfassenderen Beweis von der
Gnade Gottes zu erfreuen, Anteil an dieser vermehrten Gnade, während die
Übrigen durch Vorurteil und menschliche Überlieferung verblendet worden sind.
Möchten diejenigen von der Herauswahl, welche jetzt das Licht des
Millenniumszeitalters mit seinen gnadenvollen Vorteilen für die ganze Welt
anbrechen sehen, darauf acht haben, dass sie nicht als solche gefunden werden,
welche sich im Widerspruch zu dem fortschreitenden Licht befinden und auf diese
Weise für eine Zeitlang gegenüber seiner Herrlichkeit und seinen Segnungen
verblendet werden.
Wie
unterschiedlich ist dieser herrliche Plan Gottes hinsichtlich der Erwählung von
einigen Wenigen, um danach die Vielen zu segnen, im Gegensatz zu den
Verdrehungen dieser Wahrheiten, wie sie durch die zwei entgegengesetzten
Ansichten dargestellt werden-der Calvinismus und der Arminianismus. Die erste
von beiden leugnet die Lehre der Bibel von einer freien Gnade und verdreht
fürchterlich die herrliche Lehre von der Erwählung; die letztere leugnet die
Lehre von der Erwählung und verfehlt, die Segensfülle der freien Gnade Gottes
zu begreifen.
Der Calvinismus
sagt:, , Gott ist allweise; er kannte das Ende von Anfang an; und weil alle
seine Absichten hinausgeführt werden, so konnte er nie die Absicht gehabt
haben, irgend jemanden zu erretten als nur einige Wenige, die Herauswahl. Diese
hat er auserwählt und zuvorbestimmt, in alle Ewigkeit errettet zu werden; alle
anderen waren auch zuvorbestimmt und auserwählt, um in die ewige Qual zu gehen;
denn "Gott wußte alle seine Werke seit der Grundlegung der Welt.’ { Eph
1:11}
Diese Ansicht
hat ihre guten Seiten. Sie erkennt Gottes Allwissenheit an. Das würde unser
Ideal sein von einem großen Gott, würden nicht zwei wesentliche
Eigenschaften wahrer Größe fehlen, nämlich die der Liebe und die der
Gerechtigkeit. Keine dieser beiden Eigenschaften sind darin zu erkennen, dass
hundert und zwei und vierzig Milliarden menschlicher Wesen zur ewigen Qual
verurteilt worden sein sollen, ehe sie geboren waren, was die Beteuerungen
seiner Liebe zunichte machen würde. Weil Gott die Liebe ist und die
Gerechtigkeit die Grundlage seines Thrones, kann dies nicht sein Charakter
sein.
Der
Arminianismus sagt: Wahrlich, Gott ist Liebe; und als er die Menschheit in die
Welt gebracht hat, hatte er für sie nichts Verletzendes, sondern nur Gutes
vorgesehen. Aber der Satan hatte Gelingen, als er das erste Paar versuchte, und
auf diese Weise kam die Sünde in die Welt und der Tod durch die Sünde. Und
seither hat Gott alles, was er vermag, getan, um den Menschen von seinem Feind
zu befreien, und er hat sogar seinen Sohn gegeben. Und dennoch hat die frohe
Botschaft heute, nach sechstausend Jahren, nur einen sehr kleinen Teil der
Menschheit erreicht, aber wir hoffen und vertrauen weiterhin darauf, dass Gott
durch die Kraftentfaltung und Großzügigkeit der Kirche in weiteren sechstausend
Jahren das von Satan hereingebrachte Böse soweit behoben haben wird, dass
wenigstens alle, die dann leben, seine Liebe erkennen und die Möglichkeit haben
werden, zu glauben und errettet zu werden.
Während diese
Ansicht Gott darstellt als ein Wesen voller liebreicher und wohlwollenden Absichten
für seine Geschöpfe, deutet sie an, dass ihm die notwendige Fähigkeit und das
Vorherwissen zur Ausführung seiner wohlwollenden Absichten fehlt; dass es ihm
an Weisheit und Macht fehlt. Gemäß dieser Ansicht scheint es, dass, während
Gott damit beschäftigt war, alles zum Wohlergehen seiner neu erschaffenen
Kinder anzuordnen und auszudenken, Satan hineingeschlichen sei und durch einen
Meisterstreich alle Pläne von Gott dermaßen umgestoßen habe, dass Gott trotz
der Anwendung aller seiner Macht zwölftausend Jahre brauche, um Gerechtigkeit
wiederherzustellen, wenn auch nur bis einem solchen Ausmaß, dass die
Übriggebliebenen des Geschlechtes, welche noch leben, leicht die Gelegenheit
haben werden, sowohl das Gute als auch das Böse zu wählen. Aber die einhundert
und zwei und vierzig Milliarden der vergangenen sechs tausend Jahre und viele
mehr in den nächsten sechs tausend Jahren werden gemäß dieser Ansicht, trotz
der Liebe Gottes für sie in alle Ewigkeit verloren sein, weil der Satan seine
Pläne durchkreuzt habe. Auf diese Weise hätte der Satan Tausende in die ewige
Qual gebracht gegenüber einem, den Gott zur Herrlichkeit errettet.
Diese Ansicht
erhöht des Menschen Vorstellung von der Weisheit und der Macht des Satans und
verringert ihre Wertschätzung von den Eigenschaften Gottes, von welchen der
Psalmist das genaue Gegenteil erklärt, "er sprach, und es geschah; er
befahl, und es war geschaffen.’ Gott ist in keinster Weise vom Widersacher
überrascht worden; noch hat der Satan seine Pläne in irgendeiner Hinsicht
durchkreuzt. Gott ist und war immer der vollkommene Herr der Lage, und am Ende
wird erkannt werden, dass alles zur Hinausführung seiner Absichten
zusammengewirkt hat.
Während die
Lehre von der Erwählung und von der freien Gnade, wie sie von dem Calvinismus
und dem Arminianismus gelehrt wird, niemals miteinander in Einklang gebracht
werden kann, noch mit der Vernunft oder mit der Bibel, so werden diese beiden
herrlichen Bibellehren als vollkommen im Einklang und als schön erkannt, wenn
sie vom Standpunkt des Planes der Zeitalter aus betrachtet werden.
Indem wir
erkennen, dass so viele der großartigen und herrlichen Teile von Gottes Plan
für die Errettung des Menschen aus Sünde und Tod noch in der Zukunft liegen,
und dass die Zweite Gegenwart unseres Herrn Jesus der beabsichtigte erste
Schritt zur Erfüllung dieser lang verheißenen und lang erwarteten Segnungen
ist, sollten wir da nicht sehnsüchtiger nach der Zeit von seiner Zweiten
Gegenwart ausschauen, als der weniger erleuchtete Jude nach seiner Ersten
Gegenwart ausschaute und sie herbeisehnte? Erkennend, dass die Zeit des Bösen,
der Ungerechtigkeit und des Todes durch die Herrschaft der Macht zu Ende
gebracht wird, welche Er dann ausübt, und dass die Gerechtigkeit, die Wahrheit
und der Friede weltweit sein werden, wer sollte sich nicht darüber freuen, seinen
Tag zu sehen? Und wer von denen, die jetzt mit Christus leiden und erleuchtet
sind mit der kostbaren Verheißung, dass "wenn wir mit ihm leiden, wir auch
mit ihm herrschen werden’, wird nicht sein Haupt erheben und sich über jedes
Anzeichen von der Wiederkunft des Meisters freuen, wissend, dass dadurch unsere
Errettung und unsere Verherrlichung mit ihm nahe herbeigekommen ist? Gewißlich
werden alle, welche ein Verständnis haben von seiner Aufgabe des Segnens und
welche Anteil haben an seinem Geist der Liebe, jeden Beweis von seinem Kommen
als das Herbeikommen der "großen Freude’ bejubeln, "welche für jeden
Menschen sein wird.’
STUDIE
VII—Die Zulassung des Bösen in bezug auf Gottes Plan.
Warum das
Böse zugelassen wurde. -Recht und Unrecht als Grundsätze. -Das moralische
Bewußtsein. -Gott ließ das Böse zu und wird es zum Besten lenken. -Gott ist
nicht der Urheber der Sünde.- Adams Prüfung war kein Spiel. -Seine Versuchung
war sehr ernst. -Er sündigte willentlich. -Die Strafe der Sünde ist weder
ungerecht noch zu streng. -Die Weisheit, Liebe und Gerechtigkeit, die sich in
der Verurteilung aller in Adam zeigt. -Gottes Gesetz ist überall gültig.
Das Böse ist
jenes, was Unglück erzeugt; irgendetwas, was entweder direkt oder indirekt
Leiden irgendwelcher Art bewirkt-gemäß Websters englisches Lexikon. Deshalb
erforscht dieses Thema nicht nur die menschlichen Leiden, Kummer, Schmerzen,
Schwächen und den Tod, sondern es geht hinter diese alle zurück und betrachtet
ihre Hauptursache-die Sünde-und ihr Heilmittel. Weil die Sünde die Ursache von
dem Bösen ist, ist ihre Beseitigung die einzige Methode, die Krankheit für
immer zu heilen.
Dem fragenden
Verstand stellt sich wahrscheinlich keine Schwierigkeit häufiger, als die
Frage: Warum ließ Gott die gegenwärtige Herrschaft des Bösen zu? Warum
gestattete er es dem Satan, die Versuchung an unsere ersten Eltern
heranzubringen, nachdem er sie vollkommen und rechtschaffen erschaffen hatte?
Oder warum ließ er es zu, dass der verbotenen Baum einen Platz unter den Guten
hatte? Trotz allen Versuchen, der Frage auszuweichen, drängt sie sich selbst
auf: Hätte Gott nicht jede Möglichkeit hinsichtlich des Menschen Fall
verhindern können?
Die
Schwierigkeit erhebt sich zweifellos aus einem fehlerhaften Verständnis von
Gottes Plan. Gott hätte die Herbeiführung des Bösen verhindern können, aber die
Tatsache, dass er es nicht tat, sollte ein ausreichender Beweis dafür sein,
dass seine gegenwärtige Zulassung vorgesehen worden war, um schließlich noch
mehr Gutes hervorzubringen. Gottes Pläne beweisen in ihrer Vollständigkeit
gesehen die Weisheit von der Vorgehensweise, welche durchgeführt wurde. Einige
fragen: Konnte Gott, bei welchem alle Dinge möglich sind, nicht rechtzeitig
eingegriffen haben, um die vollständige Hinausführung von Satans Plan zu
verhindern? Ohne Zweifel konnte er es; aber solch ein Eingreifen hätte die
Hinausführung seiner eigenen Absichten verhindert. Seine Absicht war, die
Vollkommenheit, die Erhabenheit und die gerechte Autorität seines Gesetzes
kundzumachen und sowohl den Menschen als auch den Engeln die bösen Folgen zu
zeigen, die aus der Verletzung desselben hervorgehen. Zudem sind einige Dinge
schon von ihrer Natur aus unmöglich, auch bei Gott, wie die Schriften es
erklären. Es ist "unmöglich für Gott zu lügen.’,, Er { Heb 6:18} kann sich
nicht verleugnen.’ { 2Ti 2:13} Er kann nichts Unrechtes tun, und deshalb konnte
er nicht irgendeinen, sondern nur den weisesten und besten Plan wählen, um
seine Geschöpfe in das Leben einzuführen, auch wenn unser kurzsichtiger Blick
für eine Zeitlang die verborgenen Quellen der unendlichen Weisheit zu erkennen
verfehlt.
Die Schriften
erklären, dass alle Dinge zum Wohlgefallen Gottes erschaffen worden sind (0ff.
4:11 gemäß der King-James-Bibelübersetzung) -ohne Zweifel zum Wohlgefallen, um
seine Segnungen auszuteilen und zum Ausüben der Eigenschaften seines herrlichen
Wesens. Und obwohl er bei der Hinausführung seiner wohlwollenden Absichten für
eine Zeitlang das Böse und die Übeltäter zuließ, damit diese einen wirksamen
Anteil haben, so geschieht dies doch nicht um des Bösen willen, noch weil er
sich mit der Sünde verbündet hat; denn er erklärt, dass er nicht ein Gott ist,
,, der an Unrecht Gefallen hat.’ (Psl. 5:4) Obwohl dem Bösen in jeder Hinsicht
entgegengesetzt, läßt Gott es für eine Zeitlang zu (d.h. er verhindert es nicht), weil seine Weisheit einen Weg
erkennt, durch welchen es für seine Geschöpfe zu einer dauerhaften und
wertvollen Lektion gemacht werden kann.
Es ist eine
selbstverständliche Wahrheit, dass es für jeden guten und rechten Grundsatz
einen entsprechenden schlechten und unrechten Grundsatz gibt; wie zum Beispiel
Wahrheit und Falschheit, Liebe und Haß, Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit. Wir
unterscheiden diese entgegengesetzten Grundsätze als recht und unrecht oder als gut und schlecht nach ihrer
Wirkung, die sie haben, wenn sie in Wirksamkeit gesetzt sind. Jener Grundsatz,
welcher, wenn er in Wirksamkeit ist, wohlwollend ist und schließlich Ordnung,
Harmonie und Glück hervorbringt, nennen wir einen rechten und guten Grundsatz; und der entgegengesetzte
Grundsatz, welcher Uneinigkeit, Unglück und Zerstörung anrichtet, nennen wir
einen unrechten und bösen Grundsatz. Die Ergebnisse dieser sich in
Wirksamkeit befindlichen Grundsätze nennen wir gut und böse; und das vernunftbegabte Wesen, welches fähig ist, den guten vom
bösen Grundsatz zu unterscheiden und welches sich freiwillig von dem einem oder
dem anderen leiten läßt, nennen wir moralisch einwandfrei oder sündig.
Diese Fähigkeit
zur Unterscheidung zwischen guten und bösen Grundsätzen nennt man das moralische Bewußtsein oder das Gewissen.
Durch dieses moralische Bewußtsein, welches Gott den Menschen gegeben hat, sind
wir in der Lage, uns über Gott ein Urteil zu bilden und zu erkennen, dass er
gut ist. An dieses moralische Bewußtsein wendet sich Gott immer, um seine
Gerechtigkeit oder Rechtschaffenheit zu beweisen; und durch dasselbe moralische
Bewußtseins konnte Adam die Sünde oder die Ungerechtigkeit als böse erkennen,
noch bevor er alle ihre Folgen kannte. Die niedrigeren Arten von Gottes
Geschöpfen sind nicht mit diesem moralischen Bewußtsein ausgestattet. Ein Hund
hat einen Verstand, aber nicht in diesem Ausmaß, obwohl er lernen kann, dass
bestimmte Handlungen Anerkennung und Belohnung von seinem Herrn bringen und
bestimmte andere seine Mißbilligung. Er kann stehlen oder das Leben nehmen,
aber man würde ihn nicht als einen Sünder bezeichnen; oder er kann das Eigentum
und das Leben beschützen, aber man würde ihn nicht moralisch einwandfrei
nennen-weil er nichts über die moralische Beschaffenheit seiner Handlungen
weiß.
Gott hätte die
Menschheit ohne die Fähigkeit, zwischen Recht und Unrecht zu unterscheiden,
erschaffen können, oder auch nur fähig, das Rechte zu erkennen und zu tun. Aber
wäre er in dieser Weise erschaffen worden, dann wäre er nur zu einer lebendigen
Maschine gemacht worden und ganz gewiß nicht in einem vernunftbegabten Ebenbild
seines Schöpfers. Oder er hätte, wie er es getan hat, den Menschen vollkommen
und mit einem freien Willen erschaffen können und ihn dann vor Satans
Versuchung bewahren können. In diesem Fall wäre die Erfahrung des Menschen auf
das Gute begrenzt gewesen, und er wäre fortwährend anfällig gewesen für die
Anfechtungen durch das Böse von außen oder für die ehrgeizigen Bestrebungen von
innen, was seine Zukunft in alle Ewigkeit unsicher gemacht hätte, und ein
Ausbruch des Ungehorsams und des Widersetzens wäre für immer eine Möglichkeit
geblieben. Außerdem wäre das Gute niemals so hoch wertgeschätzt worden als wie
durch seinen Gegensatz zum Bösen.
Gott machte
seine Geschöpfe zuerst mit dem Guten bekannt, als er sie in Eden damit umgab;
und danach gab er ihnen, als Strafe für den Ungehorsam, eine genaue Erkenntnis
des Bösen. Von Eden vertrieben und seiner Gemeinschaft mit ihm entzogen, ließ
Gott sie Krankheit, Schmerz und den Tod erfahren, damit sie für immer das Böse
kennen möchten sowie die Unzweckmäßigkeit und die überaus große Sündhaftigkeit
der Sünde.
Durch ein
Vergleichen der Resultate kamen sie zu einer Wertschätzung und einer richtigen
Einschätzung von beidem; "Und der Herr sprach: Siehe, der Mensch ist
geworden wie einer von uns, zu erkennen Gutes und Böses.’ (1. Mose 3:22) An
diesem nimmt seine Nachkommenschaft teil, außer, dass sie zuerst ihre
Erkenntnis des Bösen erlangt und noch nicht vollständig erkennen kann, was gut
ist, bis sie es im Millennium als ein Ergebnis ihrer Erlösung durch ihn
erfährt, welcher dann ihr Richter und König sein wird. Das moralische Bewußtsein oder das Urteil
über Recht und Unrecht und die Freiheit es zu gebrauchen, welche Adam besaß,
waren wichtige Züge seiner Ebenbildlichkeit mit Gott. Das Gesetz, was Recht
oder Unrecht ist, war in seine natürliche Veranlagung eingeschrieben. Es war
ein Teil seiner Natur, genauso wie es auch ein Teil der göttlichen Natur ist.
Aber laßt uns nicht vergessen, dass dieses Ebenbild oder diese Ebenbildlichkeit
mit Gott, dieses Gesetz, welches ursprünglich in die Natur des Menschen
hineingeschrieben war, durch den schwächenden und erniedrigenden Einfluß der
Sünde viel von seinem klaren Umriß verloren hat, daher ist es jetzt nicht mehr
das, was es im ersten Menschen gewesen ist. Die Fähigkeit zu lieben schließt
die Fähigkeit zu hassen ein; daher können wir schließen, dass der Schöpfer den
Menschen nicht in seiner Ebenbildlichkeit erschaffen konnte mit der Macht, zu
lieben und das Rechte zu tun, ohne ihm die entsprechende Fähigkeit, zu hassen
und Unrecht zu tun, zu geben. Diese Freiheit der Wahl, der freie Wille genannt,
ist ein Teil der ursprünglichen Ausstattung des Menschen: und dieser, zusammen
mit dem vollen Maß seiner geistigen und moralischen Fähigkeiten, machte ihn zu
einem Ebenbild seines Schöpfers. Heute, nach sechstausend Jahren der
Erniedrigung, ist durch die Sünde so viel von der ursprünglichen Ebenbildlichkeit
ausgelöscht worden, dass wir nicht frei, sondern in einem größeren oder
geringeren Maße durch die Sünde und ihre Folgen gebunden sind, so dass jetzt
dem gefallenen Geschlecht die Sünde leichter und deshalb angenehmer ist als es
die Gerechtigkeit ist.
Dass Gott dem
Adam solch einen lebendigen Eindruck von den vielen schlimmen Folgen der Sünde
hätte geben können, was ihn von derselben abgehalten hätte, brauchen wir nicht
in Frage zu stellen, aber wir glauben, dass Gott voraussah, dass eine
tatsächliche Erfahrung des Bösen die sicherste und dauerhafteste Lektion ist,
um den Menschen in alle Ewigkeit zu nützen; und aus diesem Grund verhinderte
Gott es nicht, sondern ließ es zu, dass der Mensch seine Wahl traf und die
Folgen des Bösen fühlte. Wäre die Gelegenheit zu sündigen nie zugelassen
worden, so hätte der Mensch nicht widerstehen können, und folglich wäre sein
Rechttun weder Tugend noch Verdienst gewesen. Gott sucht solche, welche ihn im
Geist und in der Wahrheit anbeten. Er wünscht vernunftbegabten und willigen
Gehorsam mehr als einen unwissenden, mechanischen Dienst. Er hatte bereits
unbelebte, mechanische Vollbringer seines Willens in Wirksamkeit, aber seine
Absicht war es, etwas Größeres zu schaffen, eine vernunftbegabte Schöpfung in
seiner eigenen Ebenbildlichkeit, einen Herrn über die Erde, dessen Ergebenheit
und Gerechtigkeit sich auf einer Wertschätzung von Recht und Unrecht, von Gut
und Böse gründen würde.
Die Grundsätze
von Recht und Unrecht als Grundsätze haben immer bestanden und müssen immer bestehen;
und alle vollkommenen, vernunftbegabten Geschöpfe in Gottes Ebenbildlichkeit
müssen frei sein, das eine oder das andere zu wählen, obwohl nur der rechte
Grundsatz für immer wirksam bleiben wird. Die Schrift belehrt uns, dass, wenn
die Wirksamkeit des bösen Grundsatzes lange genug zugelassen worden ist, um
Gottes Absicht zu erfüllen, er für immer aufhört, wirksam zu sein, und dass
alle diejenigen, welche sich weiterhin durch seine Gewalt beherrschen lassen,
für immer aufhören zu bestehen. (1. Kor. 15:25,26; Heb. 2:14) Nur diejenigen,
welche das Rechte tun, werden für immer bleiben.
Die Frage kehrt
jedoch in einer anderen Form wieder: Hätte der Mensch nicht auf eine andere
Weise das Böse kennenlernen können als durch Erfahrung? Es gibt vier Wege, um
Dinge zu kennen, nämlich durch direktes Erfassen, durch Beobachtung, durch
Erfahrung und durch Informationen, welche aus Quellen erhalten werden, die
eindeutig als wahrhaftig anerkannt sind. Ein direktes Erfassen würde ein
direktes Begreifen sein ohne den Vorgang des Nachdenkens oder die Notwendigkeit
eines Beweises. Solch eine Erkenntnis gehört nur dem göttlichen Jehova, der
ewigen Quelle aller Weisheit und Wahrheit, welcher notwendigerweise und der
Natur der Sache nach über alle seine Geschöpfe erhaben ist. Deshalb konnte des
Menschen Erkenntnis von Gut und Böse kein direktes Begreifen sein. Des Menschen
Erkenntnis hätte durch Beobachtung kommen können, aber in diesem Fall hätte es
für den Menschen die Notwendigkeit gegeben, eine Vorführung von dem Bösen und
seinen Folgen zu beobachten. Dies würde die Zulassung des Bösen irgendwo anders
voraussetzen unter anderen Geschöpfen, und warum nicht gleich unter den
Menschen und auf der Erde, als unter anderen irgendwo sonst?
Warum sollte
der Mensch nicht die Veranschaulichung sein und seine Erkenntnis aus
praktischer Erfahrung erlangen? Und so ist es; der Mensch erlangt die
praktische Erfahrung, und er ist für sich selbst als auch für andere Geschöpfe,
den Engeln, eine Veranschaulichung, ,, ein Schauspiel.’ (1. Kor. 4:9)
Adam hatte
bereits eine Erkenntnis des Bösen durch Belehrung, aber das war nicht genügend,
um ihn davon abzuhalten, den Versuch auszuprobieren. Adam und Eva kannten Gott
als ihren Schöpfer und damit als demjenigen, welcher das Recht hatte, sie zu
führen und zu leiten; und Gott hatte von dem verbotenen Baum gesagt:, , An dem
Tag, wo du davon isst, wirst du sterbend sterben.’ Sie hatten daher eine
theoretische Erkenntnis von dem Bösen, obwohl sie niemals seine Auswirkungen
beobachtet oder erfahren hatten. Folglich wußten sie den liebreichen Einfluß
ihres Schöpfers nicht zu schätzen und sein wohlwollendes Gesetz, noch die
Gefahren, vor welchen er sie durch dasselbe beschützen wollte. Deshalb gaben
sie der Versuchung nach, welche Gott zuließ auf Grund des eigentlichen Nutzens,
den seine Weisheit ausfindig gemacht hatte.
Nur wenige erkennen
den Ernst der Versuchung, in welcher unsere ersten Eltern gefallen sind, noch
die Gerechtigkeit Gottes, indem eine so strenge Strafe verhängt wurde für
etwas, das vielen als ein geringfügiges Vergehen erscheint; aber ein wenig
Überlegen macht alles ganz deutlich. Die Schrift erzählt die einfache
Geschichte, wie die Frau, als die Schwächere, verführt wurde und auf diese
Weise zu einer Übertreterin wurde. Ihre Erfahrung und ihre Vertrautheit mit
Gott waren wohl noch begrenzter als die des Adam, denn er war zuerst erschaffen
worden, und Gott hatte mit ihm direkt vor Evas Erschaffung die Erkenntnis über
die Strafe der Sünde mitgeteilt, während Eva ihre Belehrung wahrscheinlich von
Adam empfangen hat. Als sie von der Frucht genommen hatte, hatte sie sich auf
die betrügerische falsche Darstellung des Satan verlassen, und ganz
offensichtlich erkannte sie nicht den Ausgang der Übertretung, obwohl sie
wahrscheinlich Bedenken hatte und eine geringe Erkenntnis darüber, dass nicht
alles gut war. Aber obgleich sie verführt wurde, sagt Paulus, dass sie eine
Übertreterin war-auch wenn sie nicht so schuldig ist, als wenn sie gegen
größeres Licht gesündigt hätte.
Adam dagegen,
so wird uns berichtet, wurde nicht verführt, { 1Ti 2:14} daher muß er mit einer
völligeren Erkenntnis der Sünde gesündigt haben und mit der Strafe vor Augen
wußte er ganz gewißlich, dass er sterben muß. Wir können leicht erkennen, was
die Versuchung war, welche ihn dazu veranlaßte, so leichtsinnig die
angekündigte Strafe auf sich zu ziehen. Im Auge behaltend, dass sie vollkommene
Wesen waren, in der vernunftbegabten und moralischen Ebenbildlichkeit ihres
Schöpfers, wurde der Gott ähnliche Bestandteil der Liebe in der aufrichtigen
Liebe des vollkommene Mann gegenüber seiner geliebten Gefährtin, der vollkommenen
Frau, geoffenbart. Die Sünde erkennend und Evas Tod fürchtend und auf diese
Weise seinen Verlust (und dies ohne Hoffnung auf eine Wiederherstellung, denn
keine solche Hoffnung war gegeben worden), beschloß Adam leichtsinnig in der
Verzweiflung, nicht ohne sie zu leben. Sein eigenes Leben ohne ihre
Gesellschaft als unglücklich und wertlos achtend, beteiligte er sich
willentlich an ihrer Handlung des Ungehorsams, um Anteil zu haben an ihrer
Todesstrafe, von welcher er wahrscheinlich annahm, dass sie auf ihr ruhte.
Beide waren "in der Übertretung’, wie der Apostel zeigt. {Röm. 5:14 _ 1Ti 2:14} Aber Adam und Eva waren eins und
nicht "zwei’; daher hatte Eva Anteil an der Verurteilung, welche über Adam
kam und welche durch ihr Verhalten begünstigt worden war. -Röm. 5:12, 17-19
Gott sah nicht
nur voraus, dass der Mensch, welchem er die Freiheit der Wahl gegeben hatte,
aus Mangel eines vollen Verständnisses von der Sünde und seinen
Resultaten, dieselbe annehmen würde, sondern er sah auch, dass der Mensch,
nachdem er das Böse kennengelernt hat, es weiterhin erwählen würde, weil diese
Vertrautheit seine moralische Natur so verdirbt, dass das Böse ganz allmählich
immer angenehmer und wünschenswerter für ihn als wie das Gute werden würde.
Trotzdem beabsichtigte Gott, das
Böse zuzulassen, weil er
erkannte, indem er das Heilmittel für des Menschen Erlösung aus den Folgen
desselben bereitet hatte, dass das Endergebnis zu ihm hinführen wird durch
Erfahrung hin zu einem vollen Verständnis von der, , überaus großen
Sündhaftigkeit der Sünde’ und von dem einzigartigen Glanz der Tugend im
Gegensatz dazu-indem er ihn auf diese Weise belehrte, um so mehr seinen
Schöpfer zu lieben und zu ehren, welcher der Ursprung und die Quelle alles
Guten ist, und für immer das zu vermeiden, was so viel Weh und Kummer gebracht
hat. Auf diese Weise wird das endgültige Ergebnis größere Liebe zu Gott und
größerer Haß gegen alles sein, was sich seinem Willen widersetzt, und folglich
die sichere Wiederherstellung aller derjenigen in die ewige Gerechtigkeit,
welche durch die Lektionen einen Nutzen ziehen werden, welche Gott jetzt durch
die Zulassung der Sünde und der entsprechenden Übel lehrt. Es sollte jedoch ein
großer Unterschied bemerkt werden zwischen der unbestreitbaren Tatsache, dass Gott
die Sünde zugelassen hat, und dem schlimmen Irrtum einiger, nach welchem Gott
selbst der Urheber von der Sünde und für dieselbe verantwortlich gewesen sei.
Diese letzte Ansicht ist sowohl gotteslästerlich als auch im Widerspruch mit
den in der Schrift dargestellten Tatsachen. Diejenigen, welche in diesen Irrtum
fallen, tun es gewöhnlich bei dem Versuch, einen anderen Plan der Errettung zu
finden als den, welchen Gott durch das Opfer von
Christus als unseren Loskaufpreis, als Lösegeld, vorgesehen hat. Wenn es ihnen
gelingt, sich und andere davon zu überzeugen, dass Gott für alle Sünde und
Bosheit und alle Verbrechen verantwortlich ist, und dass der Mensch als ein
unschuldiges Werkzeug in seinen Händen zur Sünde gezwungen wurde, dann haben
sie sich für die Anschauung den Weg gebahnt, dass für unsere Sünden kein Opfer,
noch Gnade in irgendeiner Form, sondern einfach und nur Gerechtigkeit benötigt wurde. Auf diese Weise legen sie
auch eine Grundlage für einen anderen Teil ihrer falschen Anschauung, nämlich für
den Universalismus, indem sie behaupten, dass, weil Gott alle Sünde und Bosheit
und Verbrechen in allen verursachte, er auch die Befreiung der ganzen
Menschheit aus Sünde und Tod bewirken wird. Zwei Schriftstellen (Jes. 45:7 und Am 3:6) werden verwendet, um diese
Anschauung zu unterstützen, aber in beiden Texten nur durch eine falsche
Wiedergabe des Wortes Unheil. Die Sünde ist immer ein Unheil (etwas Übles, ein
Unglück), aber ein Unheil ist nicht immer eine Sünde. Ein Erdbeben, eine
Feuersbrunst, eine Flut oder eine Pest würden ein Unglück, ein Unheil, sein; aber keines von diesen würde eine Sünde sein. Das Wort
Unheil in den angeführten Texten bedeutet Unglück.
Dasselbe hebräische Wort wird in Psl. 34:19; 88:3 durch Leiden übersetzt und in Ne 2:17;
Psl. 10:6; 41:1; 107:39; Pred. 7:14 Jer 48:16 51:2; Klagelied 1:21; Sach. 1:15
durch Unglück. Es wird mit Unheil übersetzt in Psl. 27:5 und in
1Sa 10:19; Psl. 107:28 mit Ängsten und Drangsalen und in Psl. 94:13 mit böser Tag. Und
dasselbe Wort gibt in sehr vielen Stellen die Bedeutung von Schaden zufügen, wehtun, schaden,
Elend, Schmerz und Kummer
wieder.
In Jes. 45:7
und Am 3:6 erinnerte der Herr Israel an
seinen Bund, welcher mit ihnen als ein Volk geschlossen worden war-dass, wenn
sie seinen Gesetzen gehorchen, er sie segnet und sie vor dem Unglück beschützt,
welches in der Welt im allgemeinen weitverbreitet ist; aber dass, wenn sie ihn
verlassen, er über sie Unglück (Unheil) bringt als Zurechtweisung. Siehe 5.
Mose 28:1-14, 15-32; 3. Mose 26:14-16; Josua 23:6-11, 12-16.
Wenn jedoch
Unglücke über sie kamen, waren sie geneigt, dieselben als Zufälle und nicht als
Zurechtweisungen anzusehen. Daher sandte ihnen Gott durch die Propheten Worte
der Erinnerung an ihren Bund und sagte ihnen, dass ihre Unglücke von ihm waren
und durch seinen Willen zu ihrer Besserung. Es ist unvernünftig, diese Texte zu
benutzen, um zu beweisen, dass Gott der Urheber der Sünde sei, denn die
Schriftstellen beziehen sich in keinster Weise auf die Sünde.
Die falsche
Anschauung des Unversalismus macht die falsche Schlußfolgerung, dass Gott die
Sünde gewollt habe und sie verursacht habe, und dass ihm niemand widerstehen
konnte, und auf diese Weise behaupten sie, dass alle gleicherweise machtlos
sein werden, ihm zu widerstehen, wenn er gerecht sein will. Aber in allen
solchen Schlußfolgerungen wird die vornehmste Eigenschaft des Menschen, die
Freiheit des Willens oder der Wahl, der bedeutsamste Zug seiner
Ebenbildlichkeit mit dem Schöpfer, völlig außer acht gelassen; und der Mensch
wird jener Anschauung nach nur zu einer Maschine herabgesetzt, welche nur in
der Weise tätig ist, wie sie eingestellt worden ist. Wenn dies der Fall wäre,
dann wäre der Mensch anstatt der Herr der Erde selbst den Insekten noch
untergeordnet; denn sie haben ohne Zweifel einen Willen oder die Kraft zum
Wählen. Selbst der kleinen Ameise ist eine Willenskraft gegeben worden, welche
der Mensch nicht vernichten kann, obwohl er durch seine größere Kraft ihr
entgegenwirken und sie verhindern kann.
Wahrlich, Gott
hat die Macht, den Menschen entweder zur Sünde oder zur Gerechtigkeit zu
zwingen, aber sein Wort erklärt, dass er nicht eine solche Absicht hat.
Folglich konnte er den Menschen nicht zur Sünde zwingen, und zwar aus demselben
Grunde, aus dem er, , sich selbst nicht verleugnen kann.’ Solch ein Verfahren
wäre im Widerspruch mit seinem gerechten Charakter und daher eine
Unmöglichkeit. Und er sucht die Anbetung und die Liebe nur von denjenigen,
welche ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten. Zu diesem Zweck hat er dem
Menschen eine Freiheit des Willens gegeben, gleich seinem eigenen, und er
wünscht, dass er die Gerechtigkeit wählt. Die
Zulassung davon, dass der Mensch für sich selbst wählt, führte zu seinem Fall
aus der göttlichen Gemeinschaft und Gnade und Segnung in den Tod. Durch seine
Erfahrung mit der Sünde und dem Tod lernt der Mensch in der Tat und sehr
nutzbringend, was Gott ihm zu lehren angeboten hatte, ohne die Erfahrung mit
der Sünde und ihren Folgen machen zu müssen. Gottes Vorherwissen von dem, was
der Mensch tun würde, wird nicht gegen den Menschen gebraucht als eine Ausrede
für seine Herabsetzung zu einem Wesen, welches nur einer Maschine gleicht: Ganz
im Gegenteil, es wird zum Vorteil für den Menschen gebraucht; weil Gott im
voraus wußte, welchen Lauf der Mensch nehmen würde, wenn ihm selbst die freie
Wahl gelassen wird, hinderte er ihn nicht daran, die Sünde und ihre bitteren
Folgen versuchsweise zu erleiden, aber er begann sofort damit, ein Mittel für
seine Wiederherstellung aus seiner ersten Übertretung bereitzustellen, indem er
für einen Erlöser sorgte, einem großen Erretter, der in der Lage ist, alle
diejenigen vollständig zu erretten, welche durch ihn zu Gott zurückkehren werden. Zu diesem Zweck-damit der Mensch
einen freien Willen haben konnte und dennoch in der Lage ist,
aus seinem ersten Fehler bei dem Gebrauch desselben im Ungehorsam gegen des
Herrn Willen einen Vorteil zu erlangen-hat Gott nicht nur ein Lösegeld für alle bereitgestellt, sondern auch eine Erkenntnis von
der Gelegenheit zur Versöhnung mit ihm selbst, welche auf diese Weise zur
rechten Zeit allen bezeugt werden wird. - _ 1Ti 2:3-6???
Die Strenge der
Strafe war nicht ein Beweis von Haß und bösem Willen auf seiten Gottes, sondern
das notwendige und unvermeidliche, endgültige Ergebnis des Bösen, welches Gott
auf diese Weise den Menschen erkennen und fühlen ließ. Gott kann das Leben so
lange erhalten, wie er es für angebracht ansieht, auch gegen die zerstörerische
Kraft des eigentlichen Bösen; aber es wäre Gott ebenso unmöglich, solch ein
verwirktes Leben ewig zu erhalten, wie es für Gott unmöglich ist zu lügen. Das
heißt, es ist moralisch
unmöglich. Solch ein Leben
könnte nur immer mehr zu einer Quelle der Traurigkeit für sich selbst und für
andere werden; deshalb ist Gott zu gut, als dass er ein Leben erhält, welches
für sich selbst und für andere derart nutzlos und schädlich ist, und indem er
seine erhaltende Kraft zurückzieht, folgt die Zerstörung, das natürlichen
Resultat des Bösen. Leben ist eine Gnade, ein Geschenk Gottes, und es wird nur
den Gehorsamen in Ewigkeit erhalten.
Den Nachkommen
von Adam geschah keine Ungerechtigkeit, indem nicht jedem Einzelnen von ihnen
eine besondere Prüfung gewährt wurde. Jehova war in keiner Weise verpflichtet,
uns ins Dasein zu bringen; und nachdem er uns ins Leben gebracht hatte,
verpflichtete ihn kein Gesetz des Rechts oder der Gerechtigkeit, unser Leben in
Ewigkeit aufrechtzuerhalten, noch auch uns eine Prüfung mit der Verheißung von
ewigem Leben zu garantieren, wenn wir gehorsam sind. Beachte diesen Punkt sehr
gut. Das gegenwärtige Leben, welches von der Wiege bis zum Grab nur ein Vorgang
des Sterbens ist, ist trotz aller seiner Übel und Enttäuschungen doch ein
Segen, eine Gnade, selbst wenn es keine Zukunft gäbe. Die große Mehrheit
betrachtet es so an. Ausnahmen (Selbstmörder) gibt es verhältnismäßig Wenige;
und diese, so haben unsere Gerichtshöfe wiederholt entschieden, sind geistig
unzurechnungsfähig, sonst würden sie sich nicht selbst auf diese Weise von den
gegenwärtigen Segnungen abschneiden. Außerdem zeigt uns das Verhalten des
vollkommenen Menschen, Adam, was das Verhalten seiner Kinder unter ähnlichen
Umständen gewesen wäre.
Viele haben die
irrtümliche Ansicht angenommen, dass Gott unser Geschlecht auf die Probe
gestellt habe mit der Möglichkeit des Wählens zwischen dem Leben und der ewigen Qual, während darüber in der Strafandrohung nichts angedeutet
ist. Die Gnade oder der Segen Gottes für seine gehorsamen Kinder ist
Leben-fortdauerndes Leben-frei von Schmerz, Krankheit und jedem anderen
Bestandteilen des Zerfalles und des Todes. Dem Adam wurde dieser Segen im
vollsten Maße gegeben, aber er wurde gewarnt, dass ihm diese, , Gabe’ entzogen
werden wird, wenn er verfehlt, Gott gegenüber Gehorsam zu erweisen:, , An dem
Tag, an welchem du davon isst, wirst du sterbend sterben.’ Er wußte nichts von
einem Leben in Qual, als Strafe für die Sünde. Das
ewige Leben ist an keiner Stelle irgendjemand anderem verheißen, als nur dem
Gehorsamen. Das Leben ist ein Geschenk und eine Gabe Gottes, und der Tod, der
Gegensatz zum Leben, ist die Strafe, die er angeordnet hat.
Die ewige Qual
ist an keiner Stelle in den Schriften des Alten Testaments angedeutet, und nur
einige wenige Aussagen in dem Neuen Testament können so falsch ausgelegt
werden, dass es scheint, als lehren sie dies; und diese werden entweder unter
den bildlichen und symbolischen Darstellungen der Offenbarung oder unter den
Gleichnissen und dunklen Reden unseres Herrn gefunden, welche von dem Volk,
welches sie hörte, nicht
verstanden wurden, { Lu 8:10}
und welche heute anscheinend nur wenig besser verstanden werden. "Der Lohn
der Sünde ist der Tod.’ (Röm. 6:23), , Die Seele, welche sündigt, soll
sterben.’ -Hes. 18:4
Viele haben
sich Gott als ungerecht vorgestellt, als er es zuließ, dass die Nachkommen von
Adam an seiner Verurteilung teilhaben, anstatt jedem Einzelnen eine Prüfung
oder Gelegenheit auf ewiges Leben zu gewähren, wie Adam sie genoß. Aber was
werden diese sagen, wenn es jetzt gezeigt wird, dass die Gelegenheit und die
Prüfung für die Welt für das Leben viel günstiger sein wird, als es die von
Adam gewesen ist; und das gerade darum, weil Gott diesen
Plan erwählte, dass er es zuließ, dass Adams Geschlecht auf eine natürliche
Weise Anteil erhielt an seiner Strafe? Wir glauben, dass dies der Fall ist, und
werden uns bemühen, es klar zu machen.
Gott versichert
uns, dass, weil die Verurteilung auf alle in Adam weitergegeben worden ist, er die Vorkehrungen getroffen
hat für ein neues Haupt, einen Vater oder Lebengeber für das Geschlecht, in
welchem alle durch Glauben und Gehorsam umgestaltet werden möchten, damit wie
alle in Adam die Verurteilung zum Tode geteilt
haben, ebenso alle in Christus den Segen der Wiederherstellung teilen mögen;
die Herauswahl ist eine Ausnahme. (Röm. 5:12,18,19) Auf diese Weise betrachtet
war der Tod von Jesus, dem einen, der rein und sündlos war, eine vollständige
Genugtuung Gott gegenüber, ein Lösegeld für die Sünde von Adam. Wie ein Mensch
gesündigt hatte und alle in ihm seinen Fluch, seine Strafe, geteilt hatten, so
hat Jesus die Strafe dieses einen Sünders bezahlt, und er erkaufte nicht nur
Adam, sondern alle seine Nachkommen-alle Menschen-welche durch Vererbung seine
Schwächen und Sünden und die Strafe von diesen teilten-den Tod. Unser Herr,
"der Mensch Jesus Christus’, selbst unbefleckt,
vollkommen und mit einem vollkommenen Samen oder Geschlecht in ihm, ungeboren
und gleichfalls frei von Sünde, gab sein Alles von seinem
menschlichen Leben und seinem Anrecht auf dasselbe als das vollständige Lösegeld, dem entsprechenden Loskaufpreis für Adam und das Geschlecht oder dem
Samen, welcher in ihm war, als er sündigte und verurteilt wurde.
Nachdem er
vollständig das Leben von Adam und das Leben von seinem Geschlecht erkauft hat,
bietet sich Christus an, das ganze adamitische Geschlecht als seinen Samen,
seine Kinder, anzunehmen, alle, welche die Bedingungen des Neuen Bundes
annehmen werden und auf diese Weise durch Glauben und Gehorsam in die Familie
Gottes eintreten und ewiges Leben erhalten werden. Auf diese Weise wird der
Erlöser, , seinen Samen sehen (so viele von dem Samen Adams, als sich unter
seinen Bedingungen an Kindesstatt annehmen lassen werden), und er wird seine
Tage verlängern’ (in seiner Auferstehung zu einer höheren als menschlichen
Stufe, welche ihm durch den Vater als eine Belohnung für seinen Gehorsam
zugesichert worden war), und alles in der höchst gegensätzlichen Art und Weise
-durch das Aufopfern des Lebens und der Nachkommenschaft. (Jes. 53:10) Und in
dieser Weise steht geschrieben:, , Wie alle in Adam sterben, also werden alle
in Christus lebendig gemacht werden.’ -1. Kor. 15:22
Der Schaden,
den wir durch Adams Fall erhalten haben (wir erleiden keine Ungerechtigkeit),
wird durch Gottes Gnade mehr als ausgeglichen werden durch die Gnade in
Christus; und alle werden früher oder später (in Gottes, , rechter und
festbestimmter Zeit’) eine volle Gelegenheit haben, wiederhergestellt zu werden
zu derselben Stellung, an welcher Adam sich erfreute, bevor er sündigte.
Diejenigen, welche in der gegenwärtigen Zeit keine vollständige Erkenntnis und
durch Glauben eine Freude über diese Gnade Gottes empfangen (und das ist die
große Mehrzahl, einschließlich Kinder und Heiden), werden sicherlich diese
Vorrechte im nächsten Zeitalter oder in der "kommenden Welt’ haben, dem
Zeitalter, welches dem gegenwärtigen folgt. Zu diesem Zweck werden, , alle, die
in den Gräbern sind...hervorkommen.’ Sobald jeder Einzelne (entweder in diesem
Zeitalter oder im nächsten) das von unserem Herrn Jesus gegebene Lösegeld und
seine damit verbundenen Gelegenheiten vollständig erkennt, wird er als in der
Prüfung seiend betrachtet, wie es Adam war; und Gehorsam bringt ewiges Leben
und Ungehorsam dauerhaften Tod-den, , zweiten Tod.’ Vollkommener Gehorsam wird
jedoch von keinem gefordert werden, ohne dass er die vollkommene Fähigkeit dazu
hat. Unter dem Gnadenbund wird der Herauswahl während des Evangeliumszeitalters
die Gerechtigkeit Christi durch den Glauben zugerechnet, um ihre durch die
Schwachheiten des Fleisches unvermeidbaren Mängel auszugleichen. Die göttliche
Gnade wird während des Millenniumzeitalters gegenüber jedem, "der das
will’, von der Welt wirksam sein. Erst wenn die körperliche Vollkommenheit
erreicht ist (was das Vorrecht von allen vor dem Schluss des
Millenniumszeitalters sein wird), wird ihre vollkommene moralische
Vollkommenheit erwartet werden. Jene neue Prüfung, welche das Ergebnis von dem
Lösegeld und dem Neuen Bund ist, wird von der Prüfung in Eden unterschiedlich
sein, weil in jener die Handlungen jedes Einzelnen allein seine eigene Zukunft
betreffen werden.
Aber würde dies
nicht bedeuten, einigen von dem Geschlecht eine zweite
Gelegenheit zu geben, das ewige Leben zu erlangen? Wir antworten-Die erste Gelegenheit für das ewige Leben war durch Vater Adams Ungehorsam
für ihn selbst und für sein ganzes Geschlecht, "welches noch in seinen
Lenden war’, verloren. Durch diese ursprüngliche Prüfung "kam die
Verurteilung auf alle Menschen’; und es war Gottes Plan, dass durch Christus
Opfer als der entsprechende Preis dem Adam und allen
denjenigen, welche durch seinen Fall das Leben verloren haben, nachdem sie die
überaus große Sündhaftigkeit der Sünde geschmeckt haben und die Schwere von der
Strafe der Sünde gefühlt haben, die Gelegenheit gegeben werden wird, durch
Glauben an den Erlöser zu Gott zurückzukehren. Wenn jemand das eine
"zweite Gelegenheit’ nennen möchte, mag er es tun: es muß sicherlich Adams
zweite Gelegenheit sein, und in einem Sinn ist es das wenigstens für das ganze
erlöste Geschlecht, aber es wird die erste persönliche
Gelegenheit für jeden Einzelnen seiner Nachkommen sein, welche von Geburt an
bereits unter der Verurteilung zum Tode standen. Wie wir es nennen wollen, die
Tatsachen sind dieselben; nämlich, alle waren zum Tode verurteilt wegen Adams
Ungehorsam, und alle werden sich (in dem Millenniumszeitalter) einer vollständigen Gelegenheit erfreuen, unter den vorteilhaften
Bedingungen des Neuen Bundes das ewige Leben zu erlangen. Das ist, wie die
Engel verkündigten, "die gute Botschaft großer Freude, welche allen
Menschen widerfahren wird.’ Und, wie der Apostel erklärte, diese Gnade
Gottes-dass unser Herr Jesus, , sich selbst zum Lösegeld für alle gab’ -muß allen "zur rechten Zeit bezeugt werden.’ {Röm.
5:17-19 _ 1Ti 2:4-6} Menschen, nicht
Gott, haben diese Gelegenheit, das Leben zu erlangen, auf das
Evangeliumszeitalter begrenzt. Ganz im Gegensatz dazu sagt uns Gott, dass das
Evangeliumszeitalter nur für das Herauswählen der Herauswahl, der königlichen
Priesterschaft, ist, durch welche, während eines nachfolgenden Zeitalters, alle
anderen zu einer genauen Erkenntnis der Wahrheit gebracht werden und ihnen die
volle Gelegenheit garantiert ist, sich unter dem Neuen Bund das ewige Leben zu
sichern.
Aber was für
ein Vorteil liegt in diesem durchgeführten Plan? Warum wird nicht jetzt sofort
allen Menschen eine persönliche Gelegenheit für das Leben geben, ohne den
langen Verlauf von Adams Prüfung und Verurteilung, an welcher Verurteilung
seine Nachkommen Anteil haben, sowie der Erlösung von allen durch das Opfer von
Christus und dem neuen Anbieten von dem ewigen Leben an alle unter den
Bedingungen des Neuen Bundes? Wenn das Böse zugelassen werden mußte, weil der
Mensch einen freien Willen hat, warum wird die Vernichtung des Bösen auf solch
eine eigenartige und umständliche Weise hinausgeführt? Warum ist soviel Kummer
zugelassen und in der Zwischenzeit eingetreten und über viele gekommen, welche
schließlich als gehorsame Kinder Gottes die Gabe des Lebens empfangen werden?
Wahrlich, das
ist der Punkt, auf welchen sich das Interesse bei diesem Thema richtet. Hätte
Gott die Fortpflanzung unseres Geschlechtes anders angeordnet, so dass die
Kinder nicht an den Folgen der Sünden der Eltern-der geistigen, moralischen und
körperlichen Schwachheiten-Anteil haben, und hätte der Schöpfer es so
eingerichtet, dass alle bei ihrer Prüfung einen vorteilhaften paradiesischen
Zustand haben würden und dass nur die Übertreter verurteilt und "abgeschnitten’
würden, wie viele dürften wir annehmen, würden unter allen solchen
vorteilhaften Zuständen würdig gefunden und wie viele des Lebens unwürdig
gefunden werden?
Wenn der eine
Fall, der des Adam, als Maßstab genommen wird (und er war sicherlich in jeder
Hinsicht ein Beispiel für die menschliche Vollkommenheit), so ist die
Schlußfolgerung die, dass keiner vollkommen gehorsam und würdig gefunden worden
wäre; weil keiner eine solch klare Erkenntnis von und Erfahrung mit Gott gehabt
hätte, welche in ihm, über sein persönliches Urteil hinaus, volles Vertrauen in
seine Gesetze entwickelt haben würde. Wir werden versichert, dass es die
Erkenntnis von dem Vater war, welche Christus befähigte, ihm vollständig zu
vertrauen und zu gehorchen. (Jes. 53:11) Aber laßt uns annehmen, dass ein
Viertel das Leben erlangen würde; oder selbst mehr, angenommen, die Hälfte
würde würdig gefunden werden, und die andere Hälfte würde den Lohn der Sünde,
den Tod, erleiden. Was dann? Laßt uns annehmen, die andere Hälfte, die
Gehorsamen, hatte keine Sünde erlebt noch dieselbe mitangesehen; würden sie
nicht für immer eine Neugierde nach den verbotenen Dingen verspüren und nur
durch die Furcht vor Gott und vor der Strafe zurück gehalten werden? Ihre
Ergebenheit könnte nicht so von Herzen kommen, als wenn sie Gutes und Böses
kennengelernt haben und daher eine volle Wertschätzung von den wohlgemeinten
Absichten des Schöpfers haben, welcher die Gesetze gemacht hat, welche sowohl
seine eigene Vorgehensweise als auch die seiner Geschöpfe lenkt.
Dann betrachte
auch die Hälfte, welche auf diese Weise als die Folge ihrer eigenen
willentlichen Sünde in den Tod gehen würde. Sie würden dauerhaft vom Leben
abgeschnitten sein, und ihre einzige Hoffnung wäre, dass Gott sich in Liebe an
sie als seine Geschöpfe, das Werk seiner Hände, erinnern würde und für sie eine
andere Prüfung bereiten würde. Aber warum das? Der einzige Grund würde eine
Hoffnung darauf sein, dass, wenn sie wieder zum Leben zurückgebracht und wieder
geprüft werden, dann einige von ihnen auf Grund ihrer größeren Erfahrung den Gehorsam und das Leben erwählen möchten.
Aber selbst
wenn solch ein Plan sowohl gut in seinen Resultaten wäre als auch von Gott
angenommen worden wäre, so gibt es doch schwerwiegende Einwände gegen ihn.
Es ist der
Weisheit Gottes vielmehr ähnlich, die Sünde gleich in bestimmte Grenzen
einzudämmen, wie es sein Plan tut. Selbst unser begrenzter Verstand betrachtet
es als viel besser, nur ein vollkommenes und unvoreingenommenes Gesetz zu
haben, welches erklärt, dass der Lohn für die willentliche Sünde der Tod
ist-die Vernichtung-ein Abschneiden vom Leben. Auf diese Weise hält Gott das
Böse, welches er zugelassen hat, in Grenzen, indem er die Vorkehrungen
getroffen hat, dass die tausendjährige Herrschaft des Christus die vollständige
Vernichtung des Bösen und auch aller boshaften Übeltäter hinausführen und die
ewige Gerechtigkeit herbeiführen wird, welche sich auf die volle Erkenntnis und
auf den vollkommenen freien Willen und den Gehorsam der vollkommenen Wesen
gründet.
Aber es gibt
zwei weitere Einwände gegen diesen vorgeschlagenen Plan, welche jeder selbst
zuerst einzeln prüfen möchte. Ein Erlöser war in dem Plan, welchen Gott
erwählte, völlig ausreichend, weil nur einer gesündigt
hatte und nur einer verurteilt worden war. (Die andere haben
nur Anteil an seiner Verurteilung.) Aber wenn die erste
Prüfung eine Prüfung für jeden Einzelnen gewesen wäre, und wenn die Hälfte des
Geschlechtes gesündigt hätte und jeder einzeln verurteilt worden wäre, so hätte
es für jede verurteilte Einzelperson das Opfer eines Erlösers erfordert. Ein
unverwirktes Leben konnte ein verwirktes Leben erlösen, aber nicht mehr. Der
eine vollkommene Mensch, ,, der Mensch Christus Jesus’, der den gefallenen Adam
(und unseren Verlust durch ihn) erkauft hat, konnte auf keine andere Weise, ,
ein Lösegeld (ein entsprechender Kaufpreis) für alle’ werden als auf die Weise,
welche Gott in seinem Plan erwählt hat.
Wenn wir
annehmen, dass die Gesamtzahl der menschlichen Wesen seit Adam einhundert
Milliarden ist und dass nur die Hälfte von diesen gesündigt hätte, so würde es
erforderlich sein, dass alle fünfzig Milliarden gehorsamen, vollkommenen
Menschen sterben, um ein Lösegeld (einen entsprechenden Kaufpreis) für die
übrigen fünfzig Milliarden Übertreter zu geben; und so würde auch nach diesem
Plan der Tod zu allen Menschen hindurchdringen. Und solch ein Plan würde nicht weniger Leiden zur Folge haben, als bei dem,
welcher gegenwärtig hinausgeführt wird.
Der andere
Einwand gegen solch einen Plan ist, dass er Gottes Plan sehr stark behindern
würde in Bezug auf das Herauswählen und der Erhöhung zur göttlichen Natur von
einer, , kleinen Herde’, dem Leib des Christus, eine Schar, von welcher Jesus
das Haupt und der Herr ist. Gott könnte nicht gerechterweise den fünfzig
Milliarden gehorsamen Söhnen befehlen, ihre Rechte, ihr Eigentum, ihr Leben als
Lösegeld für die Sünder zu geben; denn nach seinem eigenen Gesetz hätte ihr
Gehorsam ihnen das Recht auf ewiges Leben erworben. Wenn diese vollkommenen Menschen
daher aufgefordert werden würden, Loskäufer der Gefallenen zu werden, so wäre
es Gottes Plan gewesen, wie bei unserem Herrn Jesus, ihnen eine besondere
Belohnung in Aussicht zu stellen, so dass sie für die vor ihnen liegende Freude
{ Heb 12:2} die Strafe ihrer Brüder erdulden möchten. Und wenn ihnen dieselbe
Belohnung gegeben werden würde, welche unserem Herrn Jesus gegeben wurde,
nämlich Anteil an der neuen, göttlichen Natur und erhöht zu werden über Engel
und Fürstentümer und Gewalten und jedem Namen, der genannt wird-gleich unter
dem Jehova, { Eph 1:20,21} dann gäbe es eine große Anzahl auf der geistigen
Stufe, was die Weisheit Gottes ganz offensichtlich nicht beabsichtigt. Mehr
noch, diese fünfzig Milliarden würden unter solchen Umständen alle auf gleicher Stufe sein, und niemand unter ihnen wäre der
Erste oder das Haupt, während der Plan, den Gott angenommen hat, nur einen Erlöser beruft, einen hoch Erhöhten zur göttlichen
Natur, und dann eine, , kleine Herde’ derjenigen, welche er erlöst und welche
in seinen Fußstapfen der Leiden und der Selbstverleugnung wandeln, um Anteil zu
haben an seinem Namen, seiner Herrlichkeit und seiner Natur, wie die Frau
Anteil hat an dem, was ihres Mannes ist.
Diejenigen,
welche diesen Teil von Gottes Plan wertschätzen können, welcher dadurch, dass
alle in einem Repräsentanten oder Vertreter verurteilt
wurden, den Weg für das Lösegeld und die Wiederherstellung von allen durch einen Erlöser öffnet, werden in ihm die Lösung vieler Schwierigkeiten
finden. Sie werden erkennen, dass die Verurteilung von allen in einem das genaue Gegenteil von einer Verletzung war; es war
für alle ein großer Vorteil, wenn man es im
Zusammenhang mit Gottes Plan betrachtet in der Bereitstellung von der Rechtfertigung
von allen durch das Opfer eines Anderen. Das Böse
wird für immer vernichtet werden, wenn Gottes Absicht von der Zulassung
desselben erfüllt sein wird, und wenn die Vorteile des Lösegeldes sich soweit
erstreckt haben werden als zuvor die Bestrafung für die Sünde. Es ist jedoch
unmöglich, diesen Teil des Planes Gottes richtig wertzuschätzen ohne eine volle
Erkenntnis von der Sündhaftigkeit der Sünde und der Art ihrer Strafe-dem Tod,
und von der Bedeutung und dem Wert des Lösegeldes,
welches Jesus gab, und von der vorteilhaften und vollständigen
Wiederherstellung jedes Einzelnen zu vorteilhaften Bedingungen, unter welchen
der Einzelne eine vollständige und gute Prüfung haben wird, bevor jemand als
würdig für die Belohnung (das ewige Leben) oder für die Strafe (dauerhafter
Tod) anerkannt werden wird.
Auf Grund des
großen Planes der Erlösung und der sich daraus ergebenden
"Wiederherstellung aller Dinge’ durch Christus, können wir sehen, dass
durch die Zulassung des Bösen ein Segen hervorgeht, welcher wahrscheinlich auf
keine andere Weise so vollständig hätte verwirklicht werden können.
Nicht nur die
Menschen ziehen in alle Ewigkeit einen Nutzen aus der gewonnenen Erfahrung und
die Engel durch ihre Beobachtung von den Erfahrungen des Menschen, sondern alle
haben den weiteren Vorteil, dass sie mit Gottes Charaktereigenschaften
vollständig vertraut sein werden, wie er sich in seinem Plan offenbart. Wenn
sein Plan vollständig hinausgeführt worden ist, dann werden alle in der Lage
sein, sehr deutlich seine Weisheit, Gerechtigkeit, Liebe und Macht darin zu
lesen. Sie werden die Gerechtigkeit erkennen, welche den göttlichen
Urteilsspruch nicht verletzen konnte, noch das rechtmäßig verurteilte
Geschlecht erretten konnte ohne eine völlige Hinwegnahme ihrer gerechten Strafe
durch einen bereitwilligen Erlöser. Sie werden die Liebe erkennen, welche
dieses vollkommene Opfer bereitete und welche den Erlöser zu Gottes eigener
rechter Hand hoch erhöhte und ihm dadurch die Macht und die Autorität gab,
diejenigen zum Leben wiederherzustellen, welche er mit seinem eigenen kostbaren
Blut erkauft hatte. Sie werden auch die Macht und die Weisheit erkennen, welche
fähig war, für seine Geschöpfe eine herrliche Bestimmung hervorzubringen und
auf diese Weise jeden sich widersetzenden Einfluß aufzuheben und sowohl die
bereitwilligen als auch die nicht bereitwilligen Werkzeuge für das Vorankommen
und für die schließliche Hinausführung seines großartigen Planes zu gebrauchen.
Wäre das Böse nicht zugelassen worden und hätte die göttliche Vorsehung
dasselbe nicht auf diese Weise gelenkt, so können wir nicht erkennen, wie diese
Resultate hätten erreicht werden können. Die Zulassung des Bösen für eine
Zeitlang unter den Menschen zeigt auf diese Weise eine weitblickende Weisheit,
welche alle damit verbundenen Umstände erfaßte, ein Heilmittel bereitstellte
und das endgültige Resultat durch seine Macht und Gnade deutlich machte.
Während des
Evangeliumszeitalters wurde die Sünde und seine damit verbundenen Übel außerdem
als ein Mittel zur Erziehung und zur Zubereitung der Herauswahl genutzt. Wäre
die Sünde nicht zugelassen worden, so wäre das Opfer unseres Herrn Jesus und
seiner Herauswahl und die Belohnung, welche die göttliche Natur ist, nicht
möglich gewesen.
Es scheint klar
zu sein, dass grundsätzlich dasselbe Gesetz Gottes, welches jetzt über der
Menschheit liegt, wobei der Gehorsam demselben gegenüber zur Belohnung des
Lebens führt und Ungehorsam die Strafe des Todes nach sich zieht, schließlich
alle vernunftbegabten Geschöpfe Gottes regieren muß; und dieses Gesetz ist, wie
unser Herr es beschrieben hat, kurz in dem einen Wort Liebe zusammengefaßt. "Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben
aus deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen
Kraft und mit deinem ganzen Verstand, und deinen Nächsten wie dich selbst.’ {
Lu 10:27} Schließlich, wenn die Absichten Gottes vollendet sein werden, wird
die Herrlichkeit des göttlichen Charakters allen vernunftbegabten Geschöpfen
geoffenbart worden sein, und die für eine kurze Zeit erfolgte Zulassung des
Bösen wird von allen als ein weiser Zug in dem göttlichen Plan erkannt werden.
Jetzt kann dies nur mit dem Auge des Glaubens gesehen werden, welches durch
Gottes Wort auf die Dinge schaut, von denen der Mund aller heiligen Propheten
geredet hat, seitdem die Welt begann-die Wiederherstellung aller Dinge.
STUDIE
IX—Lösegeld und Wiederherstellung
Durch das
Lösegeld ist die Wiederherstellung garantiert. -Durch das Lösegeld ist nicht
das ewige Leben, sondern eine Erprobung auf dasselbe gesichert. -Die
Bedingungen und die Vorteile der Erprobung. -Christus Opfer ist notwendig. -Wie
konnte und wurde das Geschlecht durch den Tod des Einen erlöst? -Glaube und
Werke sind noch notwendig. -Der Lohn für willentliche Sünde ist gewiß. -Wird es
für die auferweckten Millionen Platz geben auf der Erde? -Wiederherstellung im
Gegensatz zur Evolution.
Aus dem Umriß
von Gottes geoffenbarten Plan, wie er bisher ausgeführt worden ist, ist es
offensichtlich, dass sein Plan für die Menschheit eine Wiederherstellung oder
Wiederaufrichtung zu der Vollkommenheit und Herrlichkeit ist, welche in Eden
verloren gegangen ist. Der stärkste und überzeugendste Beweis für diese Absicht
wird am deutlichsten erkannt, wenn die Reichweite und die besondere
Beschaffenheit des Lösegeldes völlig wertgeschätzt werden. Die von den Aposteln
und Propheten vorausgesagte Wiederherstellung muß dem Lösegeld als gerechtes
und folgerichtiges Ergebnis folgen. In Übereinstimmung mit Gottes Anordnung in
der Bereitstellung eines Lösegeldes müssen alle Menschen von der ursprünglichen
Strafe, ,, der Knechtschaft der Vergänglichkeit’ (Röm. 8:21), dem Tod, befreit
werden, es sei denn sie widersetzen sich willentlich der rettenden Macht des
großen Befreiers. Sonst würde das Lösegeld nicht für alle angewendet werden.
Die
Schlußfolgerung des Apostel Paulus zu diesem Thema ist klar und nachdrücklich.
Er sagt (Röm. 14:9): "Hierzu ist Christus gestorben und wieder lebendig
geworden, um sowohl über die Toten als auch über die Lebenden Herr (Herrscher,
Anführer) zu sein.’ Das bedeutet zu sagen, der Zweck von unseres Herrn Tod und
Auferstehung war nicht nur, die Lebenden der Menschheit zu segnen, zu regieren
und wiederherzustellen, sondern ihm ist die Macht oder die volle Gewalt sowohl
über die Toten als auch über die Lebenden gegeben worden, und dies sichert dem
einen die Vorteile seines Lösegeldes genauso viel wie dem anderen. Wir können
richtigerweise eine zusätzliche und noch umfassendere Bedeutung in den Worten
des Apostels erkennen; nämlich dass die gesamte menschliche Familie in dem
Ausdruck "die Toten’ enthalten war. Von Gottes Standpunkt betrachtet wird
das ganze Geschlecht als tot angesehen, weil es unter der Verurteilung zum Tode
steht; { Mt 8:22} also ist der Ausdruck "die Lebenden’ anwendbar auf
diejenigen jenseits der menschlichen Familie, welche ihre Leben nicht verwirkt
hatten-die Engel., , Er gab sich selbst als Lösegeld (entsprechenden Kaufpreis)
für alle’, damit er alle segnen und jedem Menschen eine persönliche Prüfung für
das Leben geben kann. Zu behaupten, dass er ein, , Lösegeld für alle’ gab, und trotzdem den Anspruch zu erheben, dass nur eine kleine
Handvoll von Erlösten jemals irgendeinen Nutzen davon erhalten wird, ist gegen
den gesunden Menschenverstand; denn es würde bedeuten, dass Gott entweder den
Loskauf-Preis angenommen hat und sich danach ungerechterweise geweigert hat,
die Freilassung der Erlösten zu bewilligen, oder dass der Herr, nachdem er alle
erkauft hat, entweder nicht in der Lage war oder nicht bereitwillig war, seine
ursprüngliche wohlwollende Absicht durchzuführen. Die Unveränderlichkeit der
göttlichen Pläne sowie die Vollkommenheit der göttlichen Gerechtigkeit und
Liebe widersprechen solch einem Gedanken und geben uns die Gewißheit, dass der
ursprüngliche und wohlwollende Plan, dessen Grundlage das, , Lösegeld für alle’
war, in Gottes, , festbestimmter Zeit’ vollständig hinausgeführt werden wird
und den getreuen Gläubigen den Segen der Befreiung von der adamitischen
Verurteilung und eine Gelegenheit zur Rückkehr in die Rechte und Freiheiten der
Söhne Gottes bringen wird, wie sie vor der Sünde und dem Fluch genossen wurden.
Wenn die
tatsächlichen Vorteile und Folgen des Lösegeldes klar erkannt werden, dann muß
jeder Einwand gegen seine allgemein gültige Anwendbarkeit verstummen. Das, ,
Lösegeld für alle’, welches von dem, , Menschen Christus Jesus’ gegeben wurde,
gibt oder garantiert keinem Menschen das ewige Leben oder ewige Segnung;
sondern es garantiert jedem Menschen eine andere Gelegenheit oder Prüfung für das ewige Leben. Die erste Prüfung des Menschen, welche
mit dem Verlust der Segnungen endete, welche zuerst verliehen worden waren, ist
in Wirklichkeit in einen Segen der Erfahrung umgewandelt worden für denjenigen,
welche von Herzen treu sind, wegen dem Lösegeld, welches Gott bereitgestellt
hat. Aber die Tatsache, dass die Menschen von der ersten Strafe erlöst sind,
garantiert nicht, dass sie, wenn sie persönlich für das ewige Leben geprüft
werden, nicht verfehlen, den Gehorsam zu leisten, ohne welchen es niemandem
gestattet werden wird, ewig zu leben. Der Mensch wird durch die gegenwärtige
Erfahrung mit der Sünde und ihrer bitteren Strafe vollständig vorgewarnt sein;
und wenn ihm als ein Resultat des Lösegeldes eine persönliche Prüfung unter den
Augen und der Herrschaft dessen garantiert wird, welcher ihn so geliebt hat,
dass er sein Leben für ihn gegeben hat, und welcher nicht will, dass
irgendjemand verlorengeht, sondern dass alle zu Gott umkehren und leben, können
wir zuversichtlich sein, dass nur der willentlich Ungehorsame die Strafe der
zweiten Prüfung empfangen wird. Diese Strafe wird der Zweite Tod sein, aus
welchem es kein Lösegeld, keine Freilassung gibt, weil es keinen Grund für ein
anderes Lösegeld oder eine weitere Prüfung gibt. Alle werden sowohl Gutes als
auch Böses vollständig erkannt und kennengelernt haben; alle werden die Güte
und die Liebe Gottes erlebt und erfahren haben; alle werden unter den
vorteilhaftesten Bedingungen eine volle, gerechte, persönliche Prüfung für das
Leben gehabt haben. Mehr kann nicht verlangt werden, und mehr wird nicht
gegeben werden. Diese Prüfung wird für immer entscheiden, wer in tausend
Prüfungen gerecht und heilig sein würde; und es wird auch festgestellt werden,
wer in tausend Prüfungen ungerecht und unheilig und immer unrein bleiben würde.
Es würde
nutzlos sein, eine weitere Prüfung für das Leben unter genau denselben
Umständen zu gewähren; aber obwohl die Umstände der zu Prüfenden
unterschiedlich, günstiger sein werden, werden die Bedingungen ihrer
persönlichen Prüfung auf Leben dieselben sein wie in der adamitischen Prüfung.
Das Gesetz Gottes bleibt dasselbe-es verändert sich nicht. Es wird immer noch
sagen:, , Die Seele, welche sündigt, die soll sterben’; und der Zustand des
Menschen wird nicht günstiger sein, und das gleiche gilt für die Umgebung, als
es die Zustände und die Umgebung in Eden waren; aber der große Unterschied wird
die vermehrte Erkenntnis sein. Die Erfahrung
mit dem Bösen im Gegensatz zu der Erfahrung mit dem Guten, welche für jeden
hinzukommen wird während der Prüfung des kommenden Zeitalters, wird den Vorteil
begründen, durch den sich die Resultate der zweiten Prüfung weit von den
Resultaten der ersten unterscheiden werden. Aus diesem Grund bereitete die
göttliche Weisheit und Liebe "das Lösegeld für alle’, und auf diese Weise
wird allen der Segen einer neuen Prüfung garantiert. Keine günstigere Prüfung,
kein günstigeres Gesetz, keine günstigeren Bedingungen oder Umstände können in
irgendeiner Weise vorgestellt werden als eine Begründung für irgendein anderes
Lösegeld oder eine weitere Prüfung, in irgendeinem Zeitalter jenseits des
Millenniumzeitalters.
Das
dargebrachte Lösegeld entschuldigt die Sünde bei niemandem; es beabsichtigt
nicht, die Sünder als Heilige zu
betrachten und sie auf diese
Weise in die ewig währende Glückseligkeit hineinzubringen. Es erlöst die
anerkannten Sünder nur von der ersten Verurteilung und seinen direkten als auch
indirekten Folgen, und es stellt ihn wieder auf die Prüfung für das Leben, in
welcher Prüfung sein eigener willentlicher Gehorsam oder willentlicher
Ungehorsam entscheiden wird, ob er ewiges Leben haben kann oder nicht.
Auch sollte
nicht angenommen werden, wie so viele anscheinend geneigt sind anzunehmen, dass
alle diejenigen, welche in zivilisierten Staaten leben und eine Bibel sehen und
besitzen, auf diese Weise schon eine vollständige Gelegenheit haben oder eine
Prüfung für das Leben. Man muß bedenken, dass der Sündenfall die Kinder Adams
nicht alle gleichmäßig beschädigt hat. Einige sind so schwach und verdorben in
die Welt gekommen, dass sie sehr leicht von dem Gott dieser Welt, dem Satan,
verblendet und durch die ständige und umgebende Sünde gefangen genommen werden;
und alle sind mehr oder weniger unter diesem Einfluss, so dass, auch wenn sie
das Gute tun möchten, das Böse gegenwärtig ist und viel mächtiger ist durch die
Umgebung usw., und das Gute, das sie tun möchten, beinahe unmöglich ist,
während das Böse, welches sie nicht tun möchten, fast unvermeidlich ist.
Klein ist in
der Tat die Anzahl derjenigen, welche in der gegenwärtigen Zeit in Wahrheit und
durch Erfahrungen die Freiheit kennenlernen, mit welcher Christus diejenigen
frei macht, welche sein Lösegeld annehmen und sich selbst unter seine
Herrschaft für die weitere Anleitung stellen. Nur diese Wenigen, die
Herauswahl, sind im voraus herausberufen und zu dem besonderen Zweck geprüft
worden, um bei der Segnung der Welt Gottes Mitarbeiter zu sein-jetzt Zeugnis
ablegend und später die Welt regierend, segnend und richtend in ihrem Zeitalter
der Prüfung-nur diese erfreuen sich in irgendeinem Maße an den Vorteilen des
Lösegeldes oder stehen jetzt in der Prüfung für das Leben. Alle die
Segnungen der Wiederherstellung, welche für die Welt während des kommenden
Zeitalters bereitet wurden, werden diesen Wenigen zugerechnet (und sie empfangen dieselben durch Glauben). Obwohl sie nicht vollkommen sind und nicht tatsächlich in Adams
ursprünglichen Zustand wiederhergestellt werden, werden sie doch in solch einer
Weise behandelt, welche den Unterschied ausgleicht. Durch den Glauben an
Christus werden sie als vollkommen
gerechnet und daher als
wiederhergestellt zur Vollkommenheit und in die göttliche Gnade, als ob sie
nicht länger mehr Sünder wären. Ihre Unvollkommenheiten und unvermeidbaren
Schwachheiten sind durch das Lösegeld ausgeglichen und werden ihnen nicht
zugerechnet, sondern sind durch des Erlösers Vollkommenheit bedeckt. Daher ist
die Prüfung der Herauswahl um der stattfindenden Zurechnung willen genauso
gerecht wie die, welche die Welt in ihrer Zeit der Prüfung haben wird. Die Welt
wird zu einer vollen Erkenntnis der Wahrheit gebracht werden, und jeder
Einzelne, der ihre Vorkehrungen und Bedingungen annimmt, wird nicht länger mehr
als ein Sünder behandelt werden, sondern als ein Sohn, für welchen alle die
Wiederherstellungssegnungen bestimmt sind.
Ein Unterschied
zwischen den Erfahrungen der Welt in ihrer Prüfung und den Erfahrungen der
Herauswahl während ihrer Prüfung wird der sein, dass die Gehorsamen der Welt
sofort die Wiederherstellungssegnungen durch eine ganz allmähliche Beseitigung
ihrer körperlichen und geistigen Schwachheiten empfangen werden; während die
Herauswahl des Evangeliumszeitalters, welche sich dem Herrn bis zum Tode
geweiht hat, in den Tod geht und ihre Vollkommenheit sofort in der ersten
Auferstehung erhält. Ein anderer Unterschied zwischen den zwei Prüfungen
besteht in den günstigeren Umgebungen des nächsten Zeitalters im Vergleich mit
diesem, indem dann die öffentliche Meinung, die Regierung usw. der Gerechtigkeit,
der Belohnung des Glaubens und des Gehorsams und der Bestrafung der Sünde
gegenüber vorteilhaft sein wird; während jetzt unter dem Fürsten dieser Welt
die Prüfung der Herauswahl unter Verhältnissen stattfindet, welche der
Gerechtigkeit, dem Glauben usw. gegenüber ungünstig sind. Aber dies wird, wie
wir gesehen haben, ausgeglichen durch den Preis der Herrlichkeit und der Ehre
der göttlichen Natur, welcher der Herauswahl angeboten wird, zusätzlich zu der
Gnadengabe des ewigen Lebens.
Adams Tod war
gewiß, obwohl er erst nach neunhundert und dreißig Jahren des Sterbens erreicht
war. Weil er selbst am Sterben war, wurden alle seine Kinder in demselben
sterbenden Zustand geboren und ohne ein Recht zum Leben; und wie ihre Eltern
sterben alle nach einem mehr oder weniger langwierigem Verlauf. Es sollte
beachtet werden, dass nicht der Schmerz und das Leiden bei dem Sterben, sondern
der Tod-die Auslöschung des Lebens-in welchem das Sterben endet, die Strafe der
Sünde ist. Das Leiden ist damit nur verbunden, und die Strafe fällt auf einige
mit weniger oder keinen Leiden. Es sollte weiter beachtet werden, dass Adam,
als er das Leben verwirkte, er es für immer verwirkte; und nicht einer seiner
Nachkommenschaft ist jemals in der Lage gewesen, seine Schuld wiedergutzumachen
oder das verlorene Erbe wiederzuerlangen. Das ganze Geschlecht ist entweder tot
oder sterbend. Und wenn die Menschen ihre Schuld nicht vor dem Tode sühnen
konnten, dann konnten sie es gewiß nicht tun, nachdem sie tot waren-nachdem sie
nicht mehr im Dasein waren. Die Strafe der Sünde bestand nicht darin, einfach
zu sterben mit dem Recht, in der Zukunft wieder zum Leben zurückzukehren. In
der angekündigten Strafe gab es keine Andeutung von einer Befreiung. (1. Mose
2:17) Die Wiederherstellung ist deshalb eine Handlung der freien Gnade oder
Gunst von seiten Gottes. Und sofort nachdem die Strafe verhängt worden war,
gerade während sie ausgesprochen wurde, wurde auch die freie Gnade Gottes
angedeutet, welche, wenn sie verwirklicht ist, seine Liebe voll und ganz
erklären wird.
Wäre jener
Hoffnungsschimmer nicht gewesen, welcher durch die Verheißung gegeben wurde,
dass der Same des Weibes der Schlange den Kopf zertreten wird, so wäre das
Menschengeschlecht in äußerster Verzweiflung gewesen; aber diese Verheißung
deutete an, dass Gott einen Plan hatte zu ihrem Vorteil. Als Gott dem Abraham
schwur, dass in seinem Samen alle Geschlechter der Erde gesegnet werden sollen,
bedeutete dies eine Auferweckung oder Wiederherstellung von allen; denn viele
waren damals schon tot, und andere sind seitdem gestorben, ohne dass sie
gesegnet worden sind. Trotzdem ist die Verheißung noch sicher: alle werden
gesegnet, wenn die Zeiten der Wiederherstellung oder Erquickung kommen. (Apg.
3:19) Außerdem bedeutet gesegnet werden Gnade, und weil Gottes Gnade um der
Sünde willen entzogen wurde und sein Fluch an deren Stelle trat, so bedeutet
diese Verheißung von einer zukünftigen Segnung die Beseitigung des Fluches und
folglich eine Rückkehr seiner Gnade. Es bedeutet auch, dass Gott entweder das,
was er bestimmt hatte, bereuen und darum seine Anordnung verändern und das
schuldige Geschlecht freisprechen wird oder dass er einen Plan hatte, durch
welchen sie erlöst werden können, nachdem die Strafe des
ersten Menschen durch einen anderen bezahlt worden ist.
Gott ließ
Abraham nicht im Zweifel darüber, was sein Plan war, sondern er zeigte ihm
durch verschiedene vorbildliche Opfer, welche alle diejenigen darbringen
mußten, welche sich ihm näherten, dass er nicht nachgeben konnte und nicht
nachgegeben hat, noch die Sünde entschuldigt; und dass der einzige Weg, um sie
auszulöschen und ihre Strafe abzuschaffen, ein vollkommes Opfer sein wird,
welches jene Strafe bezahlt. Dies wurde Abraham in einem sehr bedeutsamen
Vorbild gezeigt: Abrahams Sohn, in welchem die verheißene Segnung ihren
Mittelpunkt hatte, mußte zuerst ein Opfer werden, bevor er segnen konnte, und
Abraham erhielt ihn als ein Vorbild aus dem Tode wieder. { Heb 11:19} In diesem
Vorbild stellte Isaak den wahren Samen, Christus Jesus, dar, welcher starb, um
die Menschen zu erkaufen, damit alle Erkauften die verheißene Segnung
empfangen. Hätte Abraham gedacht, dass der Herr den Schuldigen entschuldigen
und freisprechen würde, dann hätte er denken können, Gott sei veränderlich, und
deshalb hätte er kein volles Vertrauen in die von ihm gemachten Verheißungen
haben können. Abraham hätte die Schlußfolgerung machen können, dass wenn Gott
seinen Sinn einmal geändert hat, warum sollte er ihn nicht wieder ändern? Wenn
er den Fluch des Todes bereut, kann er nicht auch die verheißene Gnade und die
Segnung bereuen? Allein Gott läßt uns in keiner solchen Ungewißheit. Er gibt
uns die volle Sicherheit sowohl von seiner Gerechtigkeit als auch von seiner
Unveränderlichkeit. Er kann den Schuldigen nicht frei sprechen, auch wenn er
sie so sehr liebte, dass er "seinen eigenen Sohn nicht verschont hat,
sondern hat ihn für uns alle (in den Tod) hingegeben.’
Weil das ganze
Geschlecht in Adam war, als er verurteilt wurde, und durch ihn das Leben
verlor, so war, als Jesus "sich selbst als ein Lösegeld für alle gab’,
auch die Aussicht auf ein ungeborenes Geschlecht in seinen Lenden an seinem Tod
beteiligt. Eine volle Genugtuung oder ein entsprechender Preis für alle
Menschen wurde auf diese Weise in die Hände der Gerechtigkeit übergeben-und
wird "zur rechten Zeit’ angewendet werden, und der, welcher auf diese
Weise alle erkauft hat, hat die volle Gewalt, um alle,
welche durch ihn zu Gott kommen, wiederherzustellen.
"Wie es
durch eine Übertretung für alle Menschen zum Todesurteil gekommen ist, so kam
es auch durch die Gerechtigkeit des Einen für alle Menschen zur Rechtfertigung
des Lebens. Denn gleichwie durch den Ungehorsam des einen Menschen die Vielen
zu Sündern geworden sind, so werden durch den Gehorsam des Einen die Vielen
gerecht gemacht werden.’ (Röm. 5:18,19) Die Aussage ist deutlich: Den vielen,
welche um der adamitischen Sünde willen den Tod erfahren haben, werden die
Vorrechte zum Leben durch unseren Herrn Jesus angeboten werden, welcher für sie
starb und welcher durch sein Opfer zu einem Stellvertreter von Adam vor dem
gebrochenem Gesetz wurde, und auf diese Weise "sich selbst als ein
Lösegeld für alle gegeben hat.’ Er starb, "der Gerechte für die
Ungerechten, auf daß er uns zu Gott führen möge.’ { 1Pe 3:18} Es sollte niemals
übersehen werden, dass alle Vorkehrungen Gottes für unser Geschlecht den
menschlichen Willen als einen wichtigen Punkt bei der Erlangung der göttlichen
Gnade berücksichtigen, welche in einer so großen Fülle bereitgestellt wurden.
Einige haben diesen Zug bei der näheren Betrachtung des gerade angeführten
Textes (Röm. 5:18,19) übersehen. Die Erklärung des Apostels ist jedoch die,
dass wie sich die Verurteilung zum Tode auf den ganzen Samen von Adam
ausgedehnt hat, genauso dehnt sich durch den Gehorsam unseres Herrn Jesu
Christus gegenüber dem Plan des Vaters durch das Opfer seiner selbst um
unseretwillen ein freies Geschenk (eine freie Gnadengabe) an alle aus-ein
Geschenk, eine Gnadengabe der Vergebung, welche, wenn sie angenommen wird, eine
Rechtfertigung oder eine Grundlage für das ewige Leben bildet. Und "wie
durch den Ungehorsam des einen Menschen die Vielen zu Sündern wurden, so werden durch den Gehorsam des Einen die Vielen gerecht gemacht werden (sie wurden es bis
jetzt noch nicht).’ Wenn uns das Lösegeld ohne unsere Annahme von demselben
gerecht machen würde, dann müßte gelesen werden: Durch den Gehorsam des Einen
wurden die Vielen gerecht gemacht.
Aber obwohl das
Lösegeld (der entsprechende Preis) von dem Erlöser gegeben worden ist, sind nur
einige Wenige während des Evangeliumszeitalters gerecht gemacht
geworden-gerechtfertigt-durch "den Glauben an sein Blut.’ Aber weil
Christus die Versöhnung (Genugtuung) für die Sünden der ganzen Welt ist, werden
deshalb alle Menschen von der Strafe der adamitischen Sünde durch ihn
losgesprochen und befreit werden-unter dem Neuen Bund.
Es gibt bei
Gott keine Ungerechtigkeit, daher, "wenn wir unsere Sünden bekennen, er
ist treu und gerecht, dass er unsere Sünden vergibt und uns
von aller Ungerechtigkeit reinigt.’ { 1Jo 1:9} Genauso wie er ungerecht gewesen
wäre, wenn er es zugelassen hätte, dass wir der angekündigten Strafe entrinnen,
bevor die volle Genugtuung erbracht worden war, so gibt er uns auch zu
verstehen, dass es ungerecht wäre, wenn er unsere Wiederherstellung nicht
erlauben würde, weil durch seine eigene Vorkehrung unsere Strafe bezahlt worden
ist. Dieselbe unerschütterliche Gerechtigkeit, welche einst den Menschen zum
Tod verurteilt hat, steht jetzt für die Freilassung aller derer verpflichtet,
welche ihre Sünden bekennen und um Leben durch Christus bitten. "Gott ist
es, welcher rechtfertigt; wer ist es, der verdammt? Es ist Christus, welcher
starb; ja noch mehr, welcher auch auferweckt wurde, und welcher auch zur rechten
Hand Gottes ist, welcher sich auch für uns verwendet.’ -Röm. 33:34
Die
Vollkommenheit des Lösegeldes ist der stärkste mögliche Beweis für die
Wiederherstellung von allen Menschen, welche es unter den angebotenen
Bedingungen annehmen werden. (0ffb. 22:17) Der feststehende Charakter Gottes,
seine Gerechtigkeit und Ehre steht dafür verpflichtet; jede Verheißung, welche
er gegeben hat, deutet es an; und jedes vorbildliche Opfer weist auf das große
und ausreichende Opfer hin-auf "das Lamm Gottes, welches die Sünde der Welt hinwegnimmt’ -welches "die
Versöhnung (Genugtuung) für unsere Sünden (der Herauswahl) ist, und nicht
allein für die unseren, sondern auch für die Sünden der ganzen Welt.’ { Joh
1:29 Joh 2:2} Weil der Tod die Strafe oder der Lohn der Sünde ist, muß der Lohn
zur rechten Zeit aufhören, wenn die Sünde aufgehoben wird. Jede andere Ansicht
wäre sowohl unvernünftig als auch ungerecht. Die Tatsache, dass bis jetzt keine
Wiederherstellung aus dem adamitischen Fall hinausgeführt worden ist, obwohl
nahezu zweitausend Jahre vergangen sind, seit unser Herr starb, ist kein
Beweisgrund gegen die Wiederherstellung, genauso wie die Tatsache, dass
viertausend Jahre, welche vor seinem Tod vergangen waren, kein Beweis dafür
ist, dass Gott nicht die Errettung seit der Grundlegung der Welt geplant hatte.
Sowohl die zweitausend Jahre seit dem Tod von Christus als auch die viertausend
Jahre vor dem Tod von Christus waren fest bestimmte Zeiten für andere Teile des
Werkes, welche die "Zeiten der Wiederherstellung aller Dinge’ vorbereitet
haben und vorbereiten.
Laßt niemanden
voreilig annehmen, dass es in dieser Ansicht irgendetwas gibt, was im
Widerspruch mit der Lehre der Heiligen Schrift ist, dass der Glaube an Gott,
die Reue über die Sünde und die Besserung des Charakters unbedingt notwendig
sind für die Errettung. Dieser Punkt wird später ausführlicher behandelt
werden, wir möchten jetzt nur andeuten, dass es bisher nur einige Wenige
gewesen sind, welche ausreichendes Licht gehabt haben, um vollen Glaube, Reue
und Besserung zu bewirken. Einige sind teilweise, andere vollständig von dem
Gott dieser Welt verblendet gewesen, und sie müssen sowohl von der Verblendung
als auch vom Tod befreit werden, damit sie jeder für sich selbst eine vollständige Gelegenheit haben, durch Gehorsam oder
Ungehorsam ihre Würdigkeit oder Unwürdigkeit auf das ewige Leben zu beweisen.
Dann werden diejenigen, welche sich selbst als unwürdig für das Leben erweisen,
erneut sterben-den Zweiten Tod-aus dem es keine Erlösung gibt und folglich keine
Auferstehung. Der Tod, welcher um der adamitischen Sünde willen kommt und alle
Unvollkommenheiten, welche er mit sich bringt, werden durch die Erlösung,
welche in Christus Jesus ist, hinweg getan werden; aber der Tod, welcher als
ein Resultat des persönlichen, willentlichen Abfallens eintritt, wird endgültig
sein. Diese Sünde wird niemals vergeben, und ihre Strafe, der Zweite Tod, wird ewig andauernd sein-nicht ewig andauerndes Sterben,
sondern ein ewig andauernder Tod-ein Tod, welcher nicht durch eine Auferstehung
gebrochen wird.
Die Weisheit
von dem Plan der Erlösung wird in einem folgenden Band behandelt werden. Hier
beweisen wir nur die Tatsache, dass die Erlösung durch Jesus Christus in ihren
gesegneten Resultaten und Gelegenheiten genau soweit reicht wie die adamitische
Sünde in ihrer Zerstörung und Vernichtung-dass alle, welche verurteilt waren
und um des Einen willen gelitten haben, genauso gewiß um des Anderen willen
"zur rechten Zeit’ von allen diesen Leiden freigelassen werden. Aber niemand
kann diesen Schriftbeweis verstehen, wenn er nicht der Schriftaussage annimmt,
dass der Tod-die Auslöschung des Wesens-der Lohn der Sünde ist. Diejenigen,
welche sich den Tod als ein Leben in Qualen vorstellen, lassen nicht nur die
Bedeutung der Worte Tod und Leben außer
Acht, welche Gegensätze sind, sondern verwickeln sich selbst in zwei
Widersprüche. Es ist unvernünftig anzunehmen, dass Gott Adams Dasein für immer
in Qual erhalten würde für irgendeine Art von Sünde, welche er begehen konnte,
besonders aber für das verhältnismäßig kleine Vergehen von dem Essen der
verbotenen Frucht. Dann erneut, wenn unser Herr Jesus die Menschheit erlöste,
an unserer Stelle starb und unser Lösegeld wurde, in den Tod ging, damit wir
aus demselben befreit werden möchten, ist es da nicht offensichtlich, dass der
Tod, welchen er für die Ungerechten erlitt, genau derselbe war, zu welchem alle
Menschen verurteilt waren? Erleidet er für unsere Sünden ewige Qualen? Wenn
nicht, dann war, so gewiß wie er für unsere Sünden starb, die Bestrafung für unsere Sünden der Tod und nicht ein Leben in
irgendeinem Sinn oder Zustand.
Aber so seltsam
es klingen mag, obwohl einige feststellen, dass die Lehre von einer, , ewigen
Qual’ mit der Erklärung unvereinbar ist, dass "der Herr die Missetaten von
uns allen auf ihn gelegt hat’ und dass Christus "für unsere Sünden
gestorben ist’, und obwohl sie erkennen, dass die eine oder die andere Lehre
als unvereinbar fallengelassen werden muß, sind sie von der ewigen Qual so fest
überzeugt und schätzen sie als einen so süßen Bissen, dass sie ohne Rücksicht
auf die Schrift daran festhalten und absichtlich leugnen, dass Jesus das
Lösegeld, den entsprechenden Preis, für die Welt bezahlt hat, obwohl diese
Wahrheit auf jedem Blatt der Bibel gelehrt wird.
Ist die
Wiederherstellung durchführbar?
Einige haben
angenommen, dass, wenn die Milliarden Toter auferweckt würden, dann wäre kein
Platz für sie auf der Erde; und wenn es Platz für sie geben würde, so wäre die
Erde nicht fähig, eine so große Bevölkerung zu erhalten. Es ist sogar von
einigen behauptet worden, dass die Erde ein riesiger Friedhof ist und dass,
wenn alle Toten auferweckt würden, sie sich gegenseitig niedertreten würden aus
Mangel an Platz.
Dies ist ein
wichtiger Punkt. Wie merkwürdig würde es sein, wenn wir durch tatsächliches
Ausmessen herausfinden würden, dass während die Bibel eine Auferstehung für
alle Menschen erklärt, diese nicht genug Platz finden würden, um ihre Füße auf
die Erde zu stellen! Nun laßt uns sehen: rechne nach, und du wirst feststellen,
dass dies eine unbegründete Furcht ist. Du wirst feststellen, dass es reichlich
Platz gibt für die "Wiederherstellung von allen’, wie "Gott es durch
den Mund aller seiner heiligen Propheten gesprochen hat.’
Laßt uns
annehmen, dass es seit der Erschaffung des Menschen 6000 Jahre sind und dass
jetzt (im Jahr 1886) 1,4 Milliarden Menschen auf der Erde leben. Unser
Geschlecht begann mit einem Paar, aber laßt uns eine sehr großzügige Schätzung
machen und annehmen, dass es am Anfang genau soviele waren wie jetzt; und
weiter, dass es zu keiner Zeit eine geringere Anzahl gegeben hat, obwohl die
Flut in Wahrheit die Bevölkerung auf acht Personen verringert hat. Laßt uns
erneut großzügig sein und drei Generationen auf ein Jahrhundert schätzen oder
33 Jahre für eine Generation, obwohl es in Übereinstimmung mit 1. Mose 5 nur
elf Generationen von Adam bis zur Flut gab, ein Zeitabschnitt von 1656 Jahren,
oder ungefähr 150 Jahre auf eine Generation. Nun laßt uns sehen: 6000 Jahre
sind 60 Jahrhunderte; drei Generationen auf jedes Jahrhundert würde seit Adam
180 Generationen ergeben; und 1,4 Milliarden auf eine Generation würde als
Gesamtzahl für unser Geschlecht von der Erschaffung bis zur gegenwärtigen Zeit
252 Milliarden (252.000.000.000) ergeben in Übereinstimmung mit dieser
großzügigen Schätzung, welche wahrscheinlich die tatsächliche Zahl um mehr als
das Doppelte übersteigt.
Wo werden wir
genug Raum finden für diese große Menge? Laßt uns das Land messen und sehen.
Der Staat Texas in den Vereinigten Staaten umfaßt 237.000 (engl.)
Quadratmeilen. Eine Quadratmeile enthält 27.878.400 Quadratfuß. Daher sind in
Texas über 6.607 Milliarden (6.607.180.800.000) Quadratfuß. Erlauben wir zehn
Quadratfuß Fläche für jedes Grab, so finden wir, dass nach dieser Rechnung
Texas als ein Friedhof mehr als 660 Milliarden (660.718.080.000) Gräber
enthalten würde oder beinahe dreimal so viel als unsere übertriebene Schätzung
der Anzahl unseres Geschlechtes, welches auf der Erde gelebt hat.
Eine stehende
Person nimmt etwa ein und zwei Drittel Quadratfuß an Fläche ein. Nach dieser
Schätzung könnte die gegenwärtige Bevölkerung der Erde (1,4 Milliarden Menschen
im Jahre 1886) auf einer Fläche von sechsundachtzig Quadratmeilen stehen-eine
Fläche, welche viel kleiner als ist die Stadt London oder die Stadt
Philadelphia. Und die Insel Irland (Flächeninhalt 32.000 Quadratmeilen) würde
für mehr als die doppelte Anzahl von Menschen, welche jemals auf der Erde
gelebt haben, selbst nach unserer übertriebenen Schätzung, Platz zum Stehen
bieten.
Daher bereitet
es nicht viel Schwierigkeit, diesen Einwand zu beseitigen. Und wenn wir uns die
Prophetie von Jesaja (35:1-6) in Erinnerung rufen, dass die Erde ihren Ertrag
vermehren wird; dass die Wüste sich wie eine Rose freuen und aufblühen wird;
dass in der Wüste Wasser hervorströmen wird und Ströme in der Wüste sein
werden, erkennen wir daraus, dass Gott andeutet, dass er alle Notwendigkeiten
für seinen Plan vorausgesehen hat, und dass er reichlich Vorsorge treffen wird
für die Bedürfnisse seiner Schöpfungen, und zwar auf eine ganz natürliche
Weise.
Wiederherstellung
gegen Evolution
Es mag durch
einige der Einwand erhoben werden, dass das Zeugnis der Schrift betreffend der
menschlichen Wiederherstellung zu einem früheren Zustand nicht in Harmonie ist
mit den Lehren der Wissenschaft und der Philosophie, welche uns mit scheinbarer Vernunft auf die höhere Intelligenz dieses zwanzigsten
Jahrhunderts hinweisen und dies als einen überzeugenden Beweis dafür beanspruchen,
dass der ursprüngliche Mensch eine verhältnismäßig geringere Intelligenz gehabt
haben muß, was, wie sie behaupten, das Resultat der Fortentwicklung ist. Von
diesem Standpunkt aus wäre eine Wiederherstellung zu einem früheren Stand weit
entfernt davon, wünschenswert zu sein und gewißlich das Gegenteil von einer
Segnung.
Auf den ersten
Blick erscheint eine solche Schlußfolgerung einleuchtend zu sein, und viele
scheinen geneigt zu sein, es ohne eine sorgfältige Untersuchung als eine
Wahrheit anzunehmen und mit einem berühmten Brooklyner Prediger zu sagen: Wenn
Adam überhaupt fiel, war sein Fall aufwärts, und je mehr und je schneller wir
von seinem ursprünglichen Zustand fallen, desto besser für uns und für alle.
Auf diese Weise
versucht die Philosophie, sogar von der Kanzel herab, das Wort Gottes
bedeutungslos zu machen und uns wenn möglich zu überzeugen, dass die Apostel
Narren waren, als sie erklärten, dass der Tod und jedes Leiden durch des ersten
Menschen Ungehorsam kam und dass diese nur durch die Möglichkeit eines
Lösegeldes beseitigt werden können und der Mensch in die göttliche Gnade und
das Leben wiederhergestellt werden kann. (Röm. 5:10,12,17-19, 21; 8:19-22; Apg.
21; Offb. 21:3-5) Aber laßt uns nicht vorschnell die Schlußfolgerung machen,
dass diese Philosophie unwiderlegbar sei; denn sollten wir uns verpflichtet
fühlen, die Lehren der Apostel in bezug auf den Ursprung der Sünde und des
Todes und der Wiederherstellung zur ursprünglichen Vollkommenheit zu verwerfen,
sollten wir uns ganz ehrlich verpflichtet fühlen, ihr Zeugnis ganz und zu jedem
Thema als nicht göttlich eingegeben und folglich als ohne besonderes Gewicht
und ohne besondere Autorität zu verwerfen. Laßt uns also im Licht der Tatsachen
diese immer mehr zunehmende und weit verbreitete Ansicht kurz prüfen und sehen,
wie tief ihre Weisheit ist.
Ein Fürsprecher
und Vertreter dieser Theorie sagt: "Der Mensch war zuerst auf einer Stufe
des Daseins, auf welcher seine tierische Natur vorherrschte, und es beherrschte
ihn fast nur das rein Körperliche. Dann wuchs er langsam von einer Stufe zur
anderen bis jetzt, wo der Durchschnittsmensch einen Zustand erreicht hat, von
welchem gesagt werden könnte, er kommt unter die Herrschaft des Verstandes.
Daher kann dies Zeitalter als das Zeitalter des Verstandes betrachtet und
bezeichnet werden. Der Verstand führt die großen Entdeckungen des Tages hinaus.
Der Verstand ergreift die Zügel der Regierung; und die Elemente der Erde, der
Luft und des Wassers werden unterworfen. Der Mensch legt seine Hand an alle
Naturgewalten und langsam aber sicher erreicht er solch eine Macht über die
Beherrschung der Natur, dass er schließlich in den Worten Alexander Selkirks
ausrufen kann:, , Ich bin Monarch von all dem, was ich überblicke.’
Die Tatsache,
dass eine Theorie auf den ersten Blick vernünftig erscheint, sollte uns nicht
dazu führen, sie vorschnell anzunehmen und zu versuchen, die Bibel so zu
verdrehen, dass sie in Harmonie mit ihr ist. In tausendfacher Hinsicht haben
wir die Bibel erprobt und wissen zweifelsfrei, dass sie mehr als menschliche
Weisheit enthält, was der Grund dafür ist, dass ihre Aussagen unfehlbar sind.
Wir sollten auch daran denken, dass während wissenschaftliche Forschung zu
empfehlen ist und ihre Vermutungen betrachtet werden, trotzdem ihre Schlussfolgerungen
auf keinem Fall unfehlbar sind. Und was Wunder, dass ihre eigenen Theorien
tausendmal als falsch nachgewiesen worden sind, wenn wir daran denken, dass der
wahrhaftige Naturwissenschaftler lediglich ein Forscher ist, welcher unter
vielen ungünstigen Umständen und im Kampfe gegen fast unüberwindbare
Schwierigkeiten versucht, aus dem großen Buch der Natur die Geschichte und die
Bestimmung des Menschen und seines Wohnortes zu erkennen.
Wir würden
daher weder die wissenschaftlicher Forschung ablehnen, noch sie hindern; aber
beim Hören von Vermutungen der Erforscher des Buches der Natur, laßt uns
sorgfältig ihre Schlußfolgerungen, welche sich häufig zum Teil oder ganz als
irrtümlich erwiesenen haben, mit dem Buch der göttlichen Offenbarung vergleichen
und die Lehren der Naturwissenschaftler durch "das Gesetz und das Zeugnis’
beweisen oder widerlegen. Wenn sie nicht in Übereinstimmung mit diesem Worte
sprechen, so aus dem Grund, weil kein Licht in ihnen ist.’ (Jes. 8:20 nach der
englischen King-James-Bibelübersetzung) Eine genauer Erkenntnis von beiden
Büchern wird beweisen, dass sie in Harmonie miteinander sind; aber bis wir eine
solche Erkenntnis haben, muß Gottes Offenbarung den Vorrang haben und der
Maßstab sein unter den Kindern Gottes, nach welcher die angeblichen Funde
fehlbarer Mitmenschen beurteilt werden.
Aber während
wir an diesem Grundsatz festhalten, laßt uns erkennen, ob es nicht eine andere
vernünftige Lösung hinsichtlich der zunehmenden Erkenntnis und Fähigkeit und
dem Vermögen des Menschen gibt als die der Evolution-dass der Mensch, obwohl er
ursprünglich aus einem sehr niederen Zustand des Seins entwickelt worden wäre,
jetzt die Überlegenheit oder "das Zeitalter des Verstandes’ erreicht habe.
Vielleicht finden wir schließlich heraus, dass die Erfindungen und die
Annehmlichkeiten, die allgemeine Bildung und die weitere Verbreitung und
Vermehrung von Wissen nicht einer größeren Leistungsfähigkeit des Verstandes
zuzuschreiben sind, sondern mehr den günstigeren Verhältnissen für den Gebrauch
des Verstandes. Wir bestreiten, dass das Fassungsvermögen des Verstandes heute
größer ist als in den längst vergangenen Zeitaltern; während wir ungehindert
zugeben, dass infolge vorteilhafter Umstände der Gebrauch von dem, was die
Menschen an Leistungsfähigkeit des Verstandes haben, heutzutage viel
allgemeiner ist als in irgendeinem früheren Zeitabschnitt, und daher immer
größere Leistungen zeigt. Gehen die Forscher dieses, , Zeitalters des
Verstandes’ beim Studium der Malerei und Bildhauerei nicht zurück zu den großen
Meistern der Vergangenheit? Geben sie damit nicht zu, dass jene sowohl ein
Verstandesvermögen und eine Ursprünglichkeit der Entwürfe als auch eine
Fertigkeit, ihre Entwürfe auszuführen, gehabt haben, welche nachahmenswert ist?
Stützt sich nicht das gegenwärtige "Zeitalter des Verstandes’ zum größten
Teil auf die ursprünglichen Entwürfe der vergangenen Zeitalter wegen seiner
Baukunst? Studieren und ahmen nicht die Redner und die Logiker dieses
"Zeitalters des Verstandes’ die Methoden und die Art und Weise, logische
Schlüsse zu ziehen, einem Plato, Aristoteles, Demosthenes und anderen der
Vergangenheit nach? Würden viele öffentliche Redner heutzutage nicht sehr
begierig sein, die Sprache eines Demosthenes oder eines Apollo zu haben und noch
viel mehr die Fähigkeit des freien logischen Denkens von dem Apostel Paulus?
Um noch weiter
zurückzugehen: während wir sehr gut auf die rhetorische Überzeugungskraft der
verschiedenen Propheten und auf die vollendeten poetischen Gemälde hinweisen
könnten, welche in allen Psalmen zu erkennen sind, weisen wir die Philosophen
dieses "Zeitalters des Verstandes’ auf die Weisheit und die Logik hin,
sowie auf die feine, moralische Empfindsamkeit eines Hiobs und seiner Tröster.
Und was sollen wir von Mose sagen, welcher "gelehrt war in aller Weisheit
der Ägypter?’ Die durch ihn gegebenen Gesetze sind die Grundlage für die
Gesetze aller zivilisierten Nationen und werden noch immer als die Verkörperung
bewundernswerter Weisheit anerkannt.
Die
Ausgrabungen von alten begrabenen Städten offenbaren eine Kenntnis der Kunst
und der Wissenschaften, welche für manche der Philosophen dieses sogenannten
"Zeitalters des Verstandes’ überraschend ist. Und die früheren Methoden
von der Einbalsamierung der Toten, der Härtung von Kupfer und der Herstellung
von biegsamen Glas und dem Damaskus Stahl gehören zu den Errungenschaften der
fernen Vergangenheit, welche für den Verstand des gegenwärtigen Zeitalters mit
allen seinen Vorteilen weder zu begreifen noch nachzuahmen sind. (Dieser in
Damaskus hergestellte Stahl soll biegsam gewesen sein wie Fischbein, so dass
man mit der Spitze eines Schwertes seinen Griff berühren konnte, ohne es zu
zerbrechen).
Gehen wir
viertausend Jahre zurück, etwa zur Zeit Abrahams, dann finden wir die große
Pyramide von Ägypten (siehe Schriftstudienband 3) -ein Gegenstand des Wunderns
und Staunens für die gelehrtesten Wissenschaftler von heute. Ihre Bauart ist in
genauer Übereinstimmung mit den fortgeschrittensten Errungenschaften dieses
"Zeitalters des Verstandes’ auf dem Gebiet der Mathematik und Astronomie.
Sie lehrt eindeutig Wahrheiten, welche heutzutage mit Hilfe moderner
Instrumente nur annähernd erkannt werden können. So schlagend und klar sind
ihre Lehren, dass einige der ersten Astronomen der Welt ohne Zögern verkündet
haben, dass sie göttlichen Ursprunges ist. Und auch wenn unsere Anhänger der
Evolutionstheorie in unserem "Zeitalter des Verstandes’ zugeben sollten, dass
sie von göttlicher Anordnung ist und ihre Weisheit übermenschlich ist, müssen
sie ebenfalls zugeben, dass sie von Menschen gebaut worden ist. Und die
Tatsache, dass an jenem längst vergangenen Tag irgendeine Anzahl von Menschen
die geistige Fähigkeit hatte, solch eine göttliche Anordnung hinauszuführen,
wozu heute sehr wenige Menschen fähig wären, selbst mit einem Muster vor ihnen
und mit allen modernen wissenschaftlichen Hilfsmitteln zur Hand, beweist, dass
unser "Zeitalter des Verstandes’ mehr Einbildung hervorbringt als Umstände
und Tatsachen es zulassen.
1
Wenn wir also
bewiesen haben, dass die geistige Fähigkeit heutzutage nicht größer ist als die
der vergangenen Zeitalter, sondern wahrscheinlich geringer, wie können wir die
Zunahme der allgemeinen Erkenntnis, die modernen Erfindungen usw. erklären? Wir
hoffen, dass wir in der Lage sind, dies vernünftig und in Harmonie mit der
Schrift zu zeigen. Die Erfindungen und die Entdeckungen, welche sich jetzt als
so wertvoll erweisen, und welche als Beweise dafür betrachtet werden, dass dies
das "Zeitalter des Verstandes’ ist, sind in der Tat sehr modern-fast alle
gehören den letzten hundert Jahren an, und unter ihnen sind die wichtigsten die
der letzten sechzig Jahre; zum Beispiel der Gebrauch von dem Dampf und der
Elektrizität beim Eisenbahnbau und den Dampfschiffen, in der Telegraphie und
bei anderen Maschinen in den verschiedenen mechanischen Industrien. Wenn dies
also Beweise für die vermehrte Verstandeskraft sind, so muß das "Zeitalter
des Verstandes’ erst begonnen haben, und die logische Schlußfolgerung wäre,
dass ein weiteres Jahrhundert jede Form der Wunder als ein alltägliches
Ereignis sehen wird; und bei einer weiteren Zunahme im gleichen Verhältnis, wo
würde es enden?
Doch überlegen
wir weiter: Sind alle Menschen Erfinder? Wie sehr klein ist die Zahl
derjenigen, deren Erfindungen wirklich nützlich und praktisch sind, im
Vergleich mit der Anzahl derjenigen, welche eine Erfindung wertschätzen und
benutzen, wenn sie in ihre Hand gelegt wird! Wir reden nicht geringschätzig von
jener sehr nützlichen und hochangesehenen Klasse öffentlicher Diener, wenn wir
sagen, dass nur die kleinere Zahl von ihnen Menschen mit einem großen Verstand
sind. Einige der klügsten Menschen der Welt und der tiefsten Denker sind keine
Erfinder in der Mechanik. Und einige Erfinder sind geistig so träge, dass alle
sich wundern, wie sie wohl auf ihre Entdeckung gestoßen sind, welche sie
gemacht haben. Die großen Grundsätze (Elektrizität, Dampfkraft usw.), an
welchen viele Menschen über viele Jahr hinweg gearbeitet haben, sie anwandten
und immer wieder verbesserten, wurden im allgemeinen ganz offensichtlich durch
den reinsten Zufall entdeckt, ohne die Ausübung großer Verstandeskraft und
vergleichsweise unerwartet.
Vom menschlichen
Standpunkt aus können wir die modernen Erfindungen auf folgende Weise erklären:
Die Erfindung der Buchdruckerkunst im Jahre 1440 n. Chr. kann als Ausgangspunkt
betrachtet werden. Mit dem Drucken von Büchern entstanden Aufzeichnungen über
die Gedanken und die Entdeckungen der Denker und Beobachter, welche ohne diese
Erfindung ihren Nachfolgern niemals bekannt geworden wären. Mit den Büchern kam
eine allgemeine Bildung und schließlich die gewöhnliche Schule. Schulen und
Universitäten vermehren nicht das menschliche Fassungsvermögen, aber sie machen
die geistige Übung allgemeiner und helfen so, die schon vorhandene Fähigkeit
weiter zu entwickeln. Weil die Erkenntnis allgemeiner und die Bücher immer mehr
verbreitet wurden, hat die Generation, welche diese besitzt, einen
entscheidenen Vorteil gegenüber den vorhergehenden Generationen; nicht nur
darin, dass es jetzt tausend Denker gibt gegenüber einen von früher, welche
sich durch gegenseitigen Gedankenaustausch fördern und anspornen, sondern auch
darin, dass jede der späteren Generationen durch die Bücher die gesamte
Erfahrung der Vergangenheit zusätzlich zu der eigenen besitzt. Die Bildung und
das lobenswerte Bestreben, welches sie begleitet, der Unternehmungsgeist und
der Wunsch, eine Auszeichnung und ein gutes Einkommen zu erlangen, begünstigt
durch die Berichte und Beschreibungen von Erfindungen in der Tagespresse, haben
des Menschen Wahrnehmungsvermögen angespornt und belebt und bewirkt, dass sich
jeder in Bereitschaft hält, um wenn möglich irgendetwas Gutes und Zweckmäßiges
für die Gesellschaft zu entdecken oder zu erfinden. Wir meinen daher, dass die
moderne Erfindung, vom rein menschlichen Standpunkt aus gesehen, keine Zunahme
der Verstandeskraft lehrt, sondern eine durch natürliche Ursachen verschärfte Wahrnehmung.
Und jetzt
kommen wir zu der Schrift, um zu sehen, was sie zu diesem Thema lehrt; denn
während wir, wie oben angedeutet, glauben, dass die Erfindung und die Zunahme
an Erkenntnis usw. unter den Menschen die Resultate von natürlichen Ursachen sind, glauben wir trotzdem, dass diese
natürlichen Ursachen von Jehova Gott lange zuvor geplant und festgelegt worden
sind, und dass sie zur rechten Zeit gekommen sind, um einzutreffen-durch seine
lenkende Vorsehung, durch welche er "alle Dinge vollbringt in
Übereinstimmung mit dem, was sein Wille festgelegt hat.’ { Eph 1:11} In
Übereinstimmung mit dem geoffenbarten Plan in seinem Wort beabsichtigte Gott,
die Sünde zuzulassen, und dass der Kummer die Welt für sechstausend Jahre
schlecht regiere und unterdrücke, und dass dann im siebenten Millennium
(Jahrtausend) alle Dinge wiederhergestellt werden und das Böse beseitigt
wird-das Böse und seine Folgen zerstörend durch Jesus Christus, welchen er zu
der Hinausführung dieses Werkes zuvor fest bestimmt hat. Als daher die
sechstausend Jahre der Herrschaft des Bösen begannen, zu Ende zu gehen, ließ
Gott Verhältnisse zu, welche die Entdeckungen begünstigten sowohl beim Studium
seines Buches der Offenbarung und seines Buches der Natur als auch bei der
Vorbereitung der mechanischen und chemischen Hilfsmittel, welche bei der
Segnung und Aufrichtung der Menschheit während des Millenniumszeitalters
nützlich sind, welches jetzt in Kürze beginnen wird. Dass dies Gottes Plan war,
ist sehr deutlich durch die prophetische Erklärung angezeigt: "Du, Daniel,
verschließe die Worte und versiegele das Buch bis zu der Zeit des Endes. Viele werden es (dann) durchforschen (wörtlich hin und
herlaufen) und die Erkenntnis (nicht Verstandesfähigkeit) wird sich
mehren’;" und keine der Gottlosen werden es (Gottes Plan und Weg)
verstehen, die Verständigen aber werden es verstehen’;" und es wird eine
Zeit der Drangsal sein, dergleichen nicht gewesen ist, seitdem eine Nation
besteht, bis zu jener Zeit.’ - Da 12:1,4,10???
Für einige mag
es sonderbar erscheinen, dass Gott es nicht so angeordnet hat, das die
gegenwärtigen Erfindungen und Segnungen früher kamen, um den Menschen den Fluch
zu lindern. Es sollte jedoch daran erinnert werden, dass es Gottes Plan gewesen
ist, der Menschheit eine volle Erkenntnis von dem Fluch zu geben, damit, wenn
der Segen über alle kommt, sie sich für immer gegen die Sündhaftigkeit der
Sünde entscheiden. Außerdem sah Gott voraus und hat vorausgesagt, was die Welt
bis jetzt noch nicht erkennt, nämlich, dass seine auserwähltesten Segnungen nur
in größere Übel führen und größere Übel erzeugen würden, wenn sie denjenigen
zuteil werden, deren Herzen nicht in Übereinstimmung mit den gerechten Gesetzen
des Weltalls stehen. Schließlich wird erkannt werden, dass Gottes gegenwärtige Zulassung
von der zunehmenden Segnungen eine praktische Lektion in dieser Sache ist,
welche dann in alle Ewigkeit, sowohl den Engeln als auch den
wiederhergestellten Menschen als Beispiel für diesen Grundsatz dienen wird. Wie
dies möglich ist, wollen wir lediglich andeuten: -
1.) So lange
wie sich die Menschheit in dem gegenwärtigen gefallenen oder verderbten Zustand
befindet, ohne strenge Gesetze und Strafen und ohne eine Regierung, stark
genug, ihre Ausführung zu erzwingen, wird der Hang zur Selbstsucht mehr oder
weniger über alle die Herrschaft behalten. Und bei der ungleichen Fähigkeit der
einzelnen Menschen, welche wir betrachtet haben, kann es nicht anders möglich
sein, als dass die Erfindung von arbeitssparenden Maschinen die Auswirkung hat,
dass es, nachdem sich der durch die Fertigstellung von Maschinen verursachte
Aufschwung und Ansporn gelegt hat, die Reichen immer reicher und die Armen
immer ärmer macht. Die offenkundige Entwicklung geht in Richtung Monopol und
die Selbstvergrößerung, was den Gewinnn direkt in die Hände derjenigen legt,
deren Fähigkeiten und natürlichen Vorzüge am günstigsten sind.
2.) Wenn es
möglich wäre, ein Gesetz zu erlassen, um den gegenwärtigen Reichtum und seine
tagtägliche Vergrößerung unter alle Klassen gleichmäßig zu verteilen, was immer
noch nicht möglich ist ohne die menschliche Vollkommenheit oder eine
übernatürliche Regierung, um die menschlichen Angelegenheiten zu lenken, wären
die Resultate schädlicher als der gegenwärtige Zustand. Wenn die Vorteile der
arbeitssparenden Maschinen und allen modernen Hilfsmitteln gleichmäßig verteilt
würden, wäre das Resultat sehr schnell eine große Verminderung der Arbeitszeit
und eine große Zunahme der Freizeit. Die Untätigkeit ist eines der
schädlichsten Dinge für die gefallenen Wesen. Hätte nicht die Notwendigkeit der
Arbeit und des Schweißes des Angesichts bestanden, der Verfall unseres
Geschlechtes wäre viel schneller gewesen als es der Fall ist. Die Untätigkeit
(Müßigkeit) ist aller Laster Anfang; und geistiger, moralischer und
körperlicher Verfall folgen ganz gewiß. Daher war es Gottes Weisheit und Güte,
welche diese Segnungen vorenthalten haben, bis es die rechte Zeit war, um sie als Vorbereitung für die Millenniumsherrschaft
der Segnung einzuführen. Unter der Aufsicht der übernatürlichen Herrschaft des
Reiches Gottes werden nicht nur alle Segnungen unter den Menschen gerecht
verteilt werden, sondern auch die Freizeit wird durch dieselbe übernatürliche
Herrschaft so angeordnet und gelenkt werden, dass seine Resutate die guten
Charaktereigenschaften fördern und aufwärts führen wird zur geistigen,
moralischen und körperlichen Vollkommenheit. Die gegenwärtige Zunahme an
Erfindungen und anderen Segnungen von zunehmender Erkenntnis werden an diesem
"Tag der Vorbereitung’ { Na 2:3 nach engl. Übers.} zugelassen und kommen in einer so natürlichen
Weise, dass die Menschen sich einbilden, dass sie wegen diesem, , Zeitalters
des Verstandes’ geschehen; aber es wird zugelassen werden, dass es ohne Zweifel
in einer Weise sehr viel zur Enttäuschung in großem Ausmaß bei diesen weisen
Philosophen beitragen wird. Es ist die Zunahme dieser Segnungen, welche bereits
damit beginnt, über die Welt die Zeit der Drangsal zu bringen, welche eine
solche sein wird, als wie es noch keine gegeben hat, seitdem eine Nation
besteht.
Der Prophet
Daniel verbindet, wie oben zitiert, das Zunehmen von der Erkenntnis mit der
Zeit der Drangsal. Die Erkenntnis verursacht die Drangsal wegen der
Verderbtheit des Geschlechtes. Die Zunahme der Erkenntnis hat der Welt nicht
nur wundervolle arbeitssparende Maschinen und Annehmlichkeiten gebracht,
sondern hat auch zu einem Fortschritt der medizinischen Möglichkeit geführt,
wodurch Tausende von Leben verlängert werden, und sie hat die Menschheit so
weit erleuchtet, dass das Niedermetzeln von Menschen, der Krieg, weniger
verbreitet ist, und auf diese Weise auch Tausende verschont werden und das
Geschlecht sich noch weiter vervielfacht, so dass die Zunahme heute vielleicht
schneller ist als zu irgendeinem anderen Zeitabschnitt der Geschichte. Während
sich auf diese Weise die Menschheit schnell vervielfacht, nimmt die
Notwendigkeit an seiner Arbeitskraft dementsprechend ab; und die Philosophen
des "Zeitalters des Verstandes’ haben ein Problem vor sich, für die
Beschäftigung und die Ernährung dieser großen und schnell zunehmenden Klasse zu
sorgen, auf deren Dienste, welche zum größten Teil durch Maschinen ersetzt
werden, verzichtet werden kann, aber deren Notwendigkeiten und Wünsche keine
Grenzen kennen. Diese Philosophen müssen schließlich zugeben, dass die Lösung
dieses Problems jenseits der Fähigkeit ihres Verstandes ist.
Die Selbstsucht
wird damit fortfahren, die Wohlhabenden zu lenken, welche die Macht und den
Vorteil in ihren Händen haben, und wird sie sowohl gegen den gesunden
Menschenverstand als auch gegen die Gerechtigkeit verblenden; während eine
ähnliche Selbstsucht, verbunden mit dem Selbsterhaltungstrieb und der zunehmenden Erkenntnis ihrer
Rechte, einigen Mut geben und andere der ärmeren Klassen erzürnen wird, und das
Ergebnis dieser Segnungen wird sich für eine Zeitlang als
schrecklich erweisen-wahrlich, eine Zeit der Drangsal, welche nicht gewesen
ist, seitdem eine Nation besteht-und dies, weil der Mensch in einem gefallenen
Zustand, diese Segnungen nicht richtig gebrauchen kann ohne Leitung und ohne
Aufsicht. Erst wenn das tausendjährige Königreich das Gesetz Gottes wieder in
das wiederhergestellte menschliche Herz eingeschrieben haben wird, werden die
Menschen in der Lage sein, die volle Freiheit zu benutzen ohne Beschädigung und
ohne Gefahr.
Der Tag der
Drangsal wird zur rechten Zeit enden, wenn der, welcher zu dem tobenden See
Genezareth sprach, in gleicher Weise mit Autorität dem tobenden Meer
menschlicher Leidenschaften befehlend sagen wird:, , Schweige, und werde
still!’ Wenn der Friedefürst in Autorität "aufstehen wird’, wird eine
große Stille das Resultat sein. Dann werden die tobenden und aufeinander
prallenden Elemente die Autorität von "Jehovas Gesalbten’ erkennen,
"die Herrlichkeit des Herrn wird sich offenbaren, und alles Fleisch
miteinander wird sie sehen’, und unter der Herrschaft des Christus, welche auf
diese Weise beginnt, "werden alle Geschlechter der Erde gesegnet werden.’
Dann werden die
Menschen erkennen, dass das, was sie der Evolution oder der natürlichen
Entwicklung und der Klugheit des "Zeitalters des Verstandes’ zugeschrieben
haben, stattdessen die, , die Blitze’ von Jehovas Lichtstrahlen gewesen sind
(Psl. 77:8) am "Tag seiner Vorbereitung’, um die Menschheit zu segnen.
Aber bis jetzt können nur die Heiligen dies sehen, und nur die Weisen in der
himmlischen Weisheit können dies verstehen; denn, , das Geheimnis des Herrn ist
für diejenigen, welche ihn fürchten, und er wird ihnen seinen Bund kundtun.’
(Psl. 25:14) Gott sei Dank, dass er es so angeordnet hat, dass während die
allgemeine Erkenntnis zugenommen hat, seine Kinder "nicht fruchtleer’
geblieben sind "in der Erkenntnis des Herrn’ (2. Petr. 1:8) und in dem
Verständnis seiner Pläne. Und durch dieses Verständnis von seinem Wort und
seiner Pläne sind wir in der Lage, die leere Philosophie und die törichten
Traditionen der Menschen, welche im Widerspruch stehen zu dem Worte Gottes, zu
erkennen und ihnen zu widerstehen.
Der biblische
Bericht von der Erschaffung des Menschen ist der, dass Gott ihn vollkommen und
rechtschaffen, als ein irdisches Ebenbild von ihm selbst, erschaffen hat; und
dass der Mensch verschiedene Pläne gesucht und sich selbst verunreinigt hat (1.
Mose 1:27; Röm. 5:12; Pred. 7:29); und dass alle zu Sündern geworden sind und
das ganze Geschlecht nicht in der Lage war, sich selbst zu helfen, und niemand
konnte auf irgendeine Weise seinen Bruder erlösen oder Gott ein Lösegeld für
ihn geben (Psl. 49:7,15); dass Gott in Liebe und Erbarmen dafür eine Vorkehrung
getroffen hatte; dass dementsprechend der Sohn Gottes ein Mensch wurde und das
Lösegeld für den Menschen gab, indem er den entsprechenden Preis bezahlte; dass
er als eine Belohnung für dieses Opfer hoch erhöht wurde, selbst bis zur
göttlichen Natur, damit er das große Werk der Versöhnung vollendet; und zur
rechten Zeit wird er eine Wiederherstellung für das Geschlecht zu der
ursprünglichen Vollkommenheit und zu jedem Segen bewirken, welcher dann
besessen werden wird. Diese Dinge werden deutlich in der Schrift gelehrt, von Anfang
an bis zum Ende, und sie sind in direktem Gegensatz zu der Evolutionstheorie;
oder vielmehr solch "leere Reden der Wissenschaft, welche
fälschlicherweise so genannt wird’ und welche in einem starken und
unvereinbarem Widerspruch zu dem Wort Gottes sind.
STUDIE
X—Geistige und menschliche Naturen sind verschieden und getrennt.
Allgemein
angenommene Irrtümer. -Irdische oder menschliche und himmlische oder geistige
Naturen. -Irdische Herrlichkeit und himmlische Herrlichkeit. -Das Zeugnis der
Bibel hinsichtlich der Geistwesen. -Sterblichkeit und Unsterblichkeit. -Können
sterbliche Wesen das ewige Leben haben? -Gerechtigkeit bei der Gewährung von
Gnadengaben. -Ein angenommener Grundsatz untersucht. -Verschiedenartigkeit in
derVollkommenheit. -Gottes alleiniges Recht. -Gottes Vorkehrungen für den
Menschen ist ein "schönes Erbteil.“ -Die Herauswahl des Leibes Christi.
-Wie die Verwandlung ihrer Natur bewirkt wird.
Indem verfehlt
wird, zu erkennen, dass der Plan Gottes für die Menschheit im allgemeinen eine
Wiederherstellung zu ihrem früheren Zustand voraussieht-der in Eden verlorenen
gegangenen Vollkommenheit-und dass die christliche Herauswahl als eine Ausnahme
von diesem allgemeinen Plan eine Verwandlung der Natur, von der menschlichen
zur geistigen, haben wird, haben christliche Menschen angenommen, dass niemand
gerettet werden wird, außer diejenigen, welche die geistige Natur erreichen.
Obwohl die Schrift jedoch die Verheißungen des Lebens und der Segnung und der
Wiederherstellung für alle Geschlechter der Erde darreicht, unterbreitet sie
und verheißt sie nur der Herauswahl, welche während des Evangeliumszeitalters
herausgewählt wird, eine Verwandlung zur geistigen Natur; und nicht eine
einzige Schriftstelle kann gefunden werden, welche solche Hoffnungen für
irgendjemand Anderes enthält.
Wenn die Masse
der Menschheit von aller Erniedrigung, Schwachheit, Schmerz, Elend und Tod,
welche aus der Sünde resultieren, gerettet und zu dem Zustand der menschlichen
Vollkommenheit wiederhergestellt ist, welcher sie sich vor dem Fall erfreute,
werden sie tatsächlich und vollständig von jenem Fall gerettet sein, wie dies
bei denjenigen der Fall ist, welche unter der besonderen "hohen Berufung“
dieses Evangeliumszeitalters zu "Teilhabern an der göttlichen Natur“
werden.
Das Unvermögen,
richtig zu erkennen, was einen vollkommenen Menschen ausmacht, das
Mißverständnis über die Ausdrücke sterblich und unsterblich und falsche
Vorstellungen von der Gerechtigkeit haben gemeinsam zu diesem Irrtum geführt
und viele Schriftstellen unerklärlich gemacht, welche sonst leicht verständlich
sind. Es ist eine weit verbreitete Ansicht, obwohl sie von keiner einzigen
Schriftstelle gestützt wird, dass es auf der Erde niemals einen vollkommenen
Menschen gegeben habe; dass alles, was man vom Menschen auf der Erde sieht, nur
der teilweise entwickelte Mensch sei, und dass er geistig werden müsse, um die
Vollkommenheit zu erreichen. Diese Ansicht bringt die Schrift in Verwirrung,
anstatt ihre Harmonie und Schönheit zu entfalten, welche aus dem "rechten
Teilen des Wort der Wahrheit“ resultiert.
Die Schrift
lehrt, dass es zwei, aber auch nur zwei vollkommene Menschen gegeben hat-Adam
und Jesus. Adam war im Ebenbild Gottes erschaffen; das bedeutet mit ähnlichen
vernunftbegabten Kräften des Verstandes, der Erinnerung, des Urteils und des
Willens und die moralischen Eigenschaften der Gerechtigkeit, der Liebe usw., ,
Von der Erde und irdisch“ war er ein irdisches Ebenbild von einem geistigen
Wesen und besaß die Eigenschaften derselben Art, obwohl weit verschieden an
Grad, Umfang und Ausdehnung. In solch einem Ausmaß ist der Mensch ein Ebenbild
von Gott, dass Gott noch zu dem gefallenen Menschen sagen kann:, , Kommt, laßt
uns miteinander vernünftig reden.“ (Jes. 1:18)
Weil Jehova der
Herrscher über alle Dinge ist, so wurde der Mensch zu einem Herrscher über alle
irdischen Dinge gemacht: Lasset uns Menschen machen in unserer
Ebenbildlichkeit, laßt ihn die Herrschaft haben über die Tiere, Vögel, Fische
usw. (1. Mose 1:26) Mose sagt uns (1. Mose 1:31), dass Gott den Menschen
anerkannt hat, den er gemacht
hatte -nicht nur zu
erschaffen begonnen hatte, sondern vollendet hatte-und Gott betrachtete sein
Geschöpf als, , sehr gut“, das bedeutet, als vollkommen; denn in Gottes Augen
ist bei seinen vernunftbegabten Geschöpfen nichts sehr gut, was nicht der
Vollkommenheit entspricht.
Die
Vollkommenheit, in welcher der Mensch erschaffen worden ist, wird in Psl. 8:5-8
zum Ausdruck bracht: "Du hast ihn ein wenig niedriger als die Engel
gemacht und hast ihn mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt. Du hast ihn zum
Herrscher gemacht über die Werke deiner Hände: Alles hast du unter seine Füße
gestellt; alle Schafe und Rinder, wahrlich, die Tiere des Feldes; die Vögel des
Himmels und die Fische des Meeres.“ Es ist von einigen, welche die Bibel der
Theorie der Evolution anpassen möchten, vorgeschlagen worden, wie es auch die
Luther-Übersetzung wiedergibt, dass die Aussage "ein wenig“ in Heb 2:7 so verstanden werden könne, dass sie
eine kleine Weile niedriger bedeute, und nicht einen
kleinen Grad niedriger als die Engel. Es gibt jedoch
weder eine Autorität noch einen Grund für solch eine Auslegung. Es handelt sich
nur um eine Anmerkung bei Psl. 8:6 in der Luther und in der Elberfelder Bibel,
und ein genauer Vergleich von dem hebräischen und dem griechischen Textes kann
keinen Zweifel hinsichtlich der Bedeutung übriglassen. Der Gedanke, welcher
klar ausgedrückt wird, ist der von ein wenig niedriger im Grad als die Engel.
David bezieht
sich in dem Psalm auf den Menschen in seinem ursprünglichen Zustand und deutet
prophetisch an, dass Gott seinen ursprünglichen Plan, den Menschen nach seinem
eigenen Ebenbild als König der Erde zu haben, nicht aufgegeben hat, und dass er
seiner gedenkt, ihn erlösen und wiederherstellen wird. Der Apostel { Heb 2:7}
lenkt unsere Aufmerksamkeit auf dieselbe Tatsache hin-dass Gottes ursprüngliche
Absicht nicht aufgegeben worden ist; dass des Menschen, ursprünglich groß und
vollkommen, der König der Erde, gedacht werden wird, dass Gott sich seiner
annehmen und ihn wiederherstellen wird. Er fügt dann hinzu: Bis jetzt sehen wir
diese verheißene Wiederherstellung noch nicht, aber wir sehen den ersten
Schritt, welchen Gott zu ihrer Erfüllung getan hat. Wir sehen Jesus mit dieser
Herrlichkeit und Ehre der menschlichen Vollkommenheit gekrönt, damit er als ein
angemessenes Lösegeld oder als Stellvertreter durch Gottes Gnade den Tod
erlitten hat für jeden Menschen, und auf diese Weise den Weg zur
Wiederherstellung der Menschen zu allem, was verloren war, vorbereitete.
Rotherham, einer der genauesten Übersetzer, gibt diese Stelle wie folgt wieder:
"Was ist
der Mensch, dass Du seiner gedenkest, oder des Menschen Sohn, dass du dich
seiner annimmst? Du hast ihn ein wenig niedriger
gemacht als die Engel; und mit Herrlichkeit und Ehre hast du ihn gekrönt, und
hast ihn über die Werke deiner Hände bestimmt.“
Auch sollte
nicht die Schlußfolgerung gezogen werden, dass ein wenig niedriger im Grad
etwas weniger vollkommen bedeutet. Ein Geschöpf mag vollkommen sein, obwohl es
ein Wesen auf einer geringeren Stufe ist als ein anderes; auf diese Weise würde
ein vollkommenes Pferd niedriger sein als ein vollkommener Mensch usw. Es gibt
verschiedene Naturen, belebte und unbelebte. Um dies zu verdeutlichen, stellen
wir die folgende Tabelle auf:
Stufen von
Stufen von
Stufen im
Stufen im
himmlischen
irdischen
Pflanzenreich
Mineralreich
oder geistigen
oder tierischen
Wesen
Wesen
Göttlich
Mensch
Bäume
Gold
Tier
Sträucher
Silber
Vögel
Gräser
Kupfer
Engel
Fisch
Moos
Eisen
Jedes der
angeführten Minerale mag rein sein, trotzdem steht das Gold am höchsten. Obwohl
jede Art der Pflanzen zur Vollkommenheit gebracht werden wird, werden sie immer
noch unterschiedlich sein in der Natur und in der Rangordnung. Ebenso ist es
mit den Tieren: wenn jede Gattung zur Vollkommenheit gebracht worden sein wird,
wirdes immer noch Verschiedenheitengeben; denn die Vollkommenheit verändert
nicht die Natur. Das Wort Natur wird manchmal in einem angepaßten Sinn
gebraucht, wie zum Beispiel wenn gesagt wird, dass ein Hund eine wilde Natur oder ein Pferd eine sanfte Natur
oder eine bösartige Natur hat. Aber durch das Gebrauchen dieses
Wortes bedeutet es lediglich die Veranlagung von dem, was beschrieben und mit
anderen verglichen wird, und bezieht sich genau genommen nicht auf die Natur.
Die Stellungen
der geistigen Wesen sind unter einander, obwohl sie ebenfalls vollkommen sind,
als höher und als niedriger in der Natur und in der Rangordnung. Die göttliche
Natur ist die höchste und über allen anderen erhaben. Christus wurde bei seiner
Auferstehung, , so viel besser“ gemacht als die vollkommenen Engel, wie die
göttliche Natur über der Natur der Engel steht. - Heb 1:3-5???
Beachte
sorgfältig, dass während die angeführten Klassen in der obigen Tabelle getrennt
und verschieden sind, auf folgende Weise ein Vergleich zwischen ihnen
aufgestellt werden kann:
Der höchste
Grad der Minerale ist geringer oder ein wenig niedriger
als die niedrigste Form der Pflanzen; weil in den Pflanzen Leben ist. So ist
die höchste Form der Pflanzen ein wenig niedriger
als die niedrigste Form des tierischen Lebens, weil das Leben der Tiere auch in
seiner niedrigsten Form ein ausreichendes Bewußtsein von dem Dasein hat.
Gleichfalls ist der Mensch, obwohl er das höchste der irdischen Wesen ist,
"ein wenig niedriger als die Engel“, weil Engel geistige oder himmlische
Wesen sind.
Es gibt einen
wunderbaren Unterschied zwischen dem Menschen, wie wir ihn jetzt sehen,
erniedrigt durch die Sünde, und dem vollkommenen Menschen, welchen Gott in
seinem Ebenbild erschaffen hat. Die Sünde hat nach und nach sowohl seine
Erscheinung, als auch seinen Charakter verändert. Hunderte von Generationen
haben durch Unwissenheit, unmoralisches Verhalten und allgemeine Verderbnis die
Menschheit so verwischt und entstellt, dass das Ebenbild Gottes bei der großen
Mehrzahl des Geschlechtes fast ausgelöscht ist. Die moralischen und geistigen
Eigenschaften werden in den Schatten gestellt; und die tierischen
Verhaltensweisen sind so übermäßig entwickelt, dass sie nicht mehr von den
höheren im Gleichgewicht gehalten werden. Der Mensch hat seine körperliche
Kraft in solch einem Ausmaß verloren, dass mit aller Hilfe der medizinischen
Wissenschaft seine durchschnittliche Lebensdauer jetzt etwa dreißig Jahre ist,
während er im Anfang unter derselben Strafe neunhundert und dreißig Jahre am
Leben blieb. Aber obwohl der Mensch auf diese Weise durch die in ihm wirksame
Sünde und seine Strafe, den Tod, verunreinigt und erniedrigt worden ist, wird
er während und durch die tausendjährige Herrschaft des Christus zu seiner
ursprünglichen Vollkommenheit des Geistes und des Leibes und zur Herrlichkeit,
Ehre und Herrschaft wiederhergestellt. Die Dinge, welche durch Christus
wiederhergestellt werden, sind die Dinge, welche durch Adams Übertretung
verloren gegangen sind. (Röm. 5:18,19) Der Mensch hat nicht ein himmlisches,
sondern ein irdisches Paradies verloren. Unter der Todesstrafe verlor er nicht
ein geistiges, sondern ein menschliches Dasein; und alles, was verloren war,
wurde durch seinen Erlöser zurückgekauft, welcher erklärte, dass er kam, um zu
suchen und zu erretten, was verloren war. - Lu 19:10???
Zusätzlich zu
dem obigen haben wir den Beweis dafür, dass der vollkommene Mensch nicht ein
geistiges Wesen ist. Es wird uns berichtet, dass unser Herr, bevor er seine
Herrlichkeit verließ, um ein Mensch zu werden, "in einer Gestalt Gottes“
war, in einer geistigen Gestalt, ein Geistwesen; { Php 2:6} aber um für die
Menschheit zu einem Lösegeld zu werden, mußte er ein Mensch werden von
derselben Natur, wie die Sünder es sind, dessen Stellvertreter er im Tod
geworden ist, es war daher notwendig, dass er seine Natur wechselte. Und Paulus
sagt uns, dass er nicht die Natur der Engel annahm, eine Stufe niedriger als
seine eigene, sondern dass er zwei Stufen herabkam und die Natur der Menschen
annahm-er wurde ein Mensch; er, , ward Fleisch.“ - Heb 2:16 Php 2:7,8 Joh
1:14???
Beachte, dass
dies nicht nur lehrt, dass die Natur der Engel nicht die einzige Ordnung unter
den Geistwesen ist, sondern auch, dass sie eine niedrigere Natur ist, als die
unseres Herrn, bevor er ein Mensch wurde; und er war damals noch nicht so hoch,
wie er es jetzt ist, denn "Gott hat ihn hoch erhoben“, { Php 2:8,9} weil
er auf Grund seines Gehorsams zu einem bereitwilligen Lösegeld für den Menschen
geworden ist. Er ist jetzt von der höchsten Ordnung der Geistwesen; ein
Teilhaber der göttlichen Natur, der Natur Jehovas.
Auf diese Weise
finden wir nicht nur den Beweis dafür, dass die göttliche Natur, die Natur der
Engel und die menschliche Natur verschieden und getrennt sind, sondern dies
beweist, dass ein vollkommener Mensch nicht ein Engel sein kann, so wie die
Vollkommenheit der Natur der Engel nicht andeutet, dass Engel von der
göttlichen Natur und gleich mit Jehova sind; denn Jesus nahm nicht die Natur der
Engel an, sondern eine davon
verschiedene Natur-die Natur
der Menschen; nicht die unvollkommene
menschliche Natur, wie wir sie jetzt besitzen, sondern die vollkommene menschliche Natur. Er wurde ein Mensch: nicht ein verderbtes und nahezu totes Wesen, wie es die Menschen
jetzt sind, sondern ein Mensch in voller Kraft der Vollkommenheit.
Außerdem mußte
Jesus mußte ein vollkommener Mensch gewesen sein, sonst hätte er nicht ein
vollkommenes Gesetz einhalten können, welches der volle Maßstab von der Fähigkeit eines vollkommenen Menschen ist. Und er mußteein vollkommener Mensch
gewesen sein, sonst hätte er nicht ein
Lösegeld (einen entsprechender Preis - _ 1Ti 2:6???) für das verwirkte Leben
des vollkommenen Menschen, Adam, geben können; "denn wie durch einen Menschen der Tod kam, so kam auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten.“ (1. Kor. 15:21) Wäre er im
geringsten Maße unvollkommen gewesen, so hätte dies bewiesen, dass er unter der
Verurteilung gewesen wäre, und er hätte daher nicht ein annehmbares Opfer sein
können; noch hätte er auf vollkommene Weise das Gesetz Gottes halten können.
Ein vollkommener Mensch war geprüft worden und hatte verfehlt und war
verurteilt worden; und nur ein vollkommener Mensch konnte als der Erlöser den entsprechenden Kaufpreis bezahlen.
Nun haben wir
die Frage in einer anderen Form genau vor uns, nämlich: Wenn Jesus im Fleisch
ein vollkommener Mensch war, wie die Schrift es lehrt, beweist das nicht, dass
ein vollkommener Mensch ein menschliches, fleischliches Wesen ist-und nicht ein
Engel, sondern ein wenig niedriger als die Engel? Die logische Schlußfolgerung
ist unverkennbar! Außerdem haben wir die inspirierte Aussage des Psalmisten
(8:5-8) und die Bezugnahme des Apostel Paulus darauf in Heb 2:7-9.
Auch war Jesus
nicht eine Verbindung der zwei Naturen, der menschlichen und der geistigen. Das
Vermengen zweier Naturen bringt weder die eine noch die andere hervor, sondern
ein unvollkommenes, mischförmiges Ding, welches der göttlichen Anordnung
gegenüber zuwider ist. Als Jesus im Fleische war, war er ein vollkommenes
menschliches Wesen; zuvor war er ein vollkommenes geistiges Wesen; und seit
seiner Auferstehung ist er ein vollkommenes geistiges Wesen der höchsten oder
göttlichen Ordnung. Es geschah nicht vor dem Zeitpunkt seiner Weihung bis in
den Tod, wie sie in seiner Taufe dargestellt wurde-im Alter von dreißig Jahren
(dem Mannesalter in Übereinstimmung mit dem Gesetz und daher der rechten Zeit,
um sich selbst als ein Mensch darzubringen, zu weihen) -dass er den
Beweis für sein Erbteil an der göttlichen Natur empfing. { Mt 3:16-17} Die
menschliche Natur mußte dem
Tod geweiht worden sein,
bevor er auch das Pfand, die Zusicherung, den Beweis für die
göttlichen Natur erhalten konnte. Und nicht ehe er diese Weihung tatsächlich
durchgeführt und die menschliche Natur tatsächlich geopfert hatte bis in den
Tod, wurde unser Herr Jesus zu einem vollständigen Teilhaber der göttlichen
Natur. Nachdem er ein Mensch geworden war, war er gehorsam bis zum Tode; weswegen Gott ihn auch zur göttlichen Natur hoch erhöht hat. { Php
2:8,9} Wenn diese Schriftstelle wahr ist, dann folgt daraus, dass er nicht zur
göttlichen Natur erhöht wurde, bevor nicht die menschliche Natur tatsächlich
geopfert war-tot war.
Auf diese Weise
erkennen wir, dass es in Jesus keine Mischung der Naturen gab, sondern dass er
zweimal einen Wechsel der Natur erlebte; erst von der geistigen zur
menschlichen; dann von der menschlichen zur höchsten Stufe der geistigen Natur,
der göttlichen Natur; und in beiden Fällen wurde die eine für die andere
aufgegeben.
An diesem
erhabenen Beispiel von einem vollkommen Menschen, welcher vor der Welt makellos
bestand bis er für die Erlösung der Welt geopfert wurde, sehen wir die
Vollkommenheit, von welcher unser Geschlecht in Adam fiel, und zu welcher es
wiederhergestellt werden wird. Indem unser Herr des Menschen Lösegeld wurde,
gab er den entsprechenden
Gegenwert von dem, was der
Mensch verloren hatte; und daher werden alle Menschen durch den Glauben an
Christus und durch Gehorsam gegen seine Bedingungen nicht ein geistige, sondern
eine herrliche, vollkommene menschliche Natur wieder empfangen-"das, was
verloren gegangen war“.
Die
vollkommenen Fähigkeiten und Kräfte der vollkommenen menschlichen Wesen werden
unendlich lange ausgeübt werden, und neue und verschiedene Gegenstände des
Interesses und der Erkenntnis und der Geschicklichkeit werden sehr stark
zunehmen; aber keine solche Zunahme der Erkenntnis oder der Kraft wird einen
Wechsel der Natur bewirken oder sie mehr als vollkommen machen. Es wird nur die
Erweiterung und die Entwicklung der vollkommenen, menschlichen Kräfte sein. Die
Zunahme der Erkenntnis und der Geschicklichkeit wird zweifellos in alle
Ewigkeit das gesegnete Vorrecht des Menschen sein; doch wird er immer Mensch
bleiben und nur mehr und mehr den vollen Gebrauch der Kräfte der menschlichen
Natur lernen, welche er schon besitzt. Jenseits seiner weitreichenden Grenzen
kann er nicht hoffen, noch wird er es wünschen, sich weiterzuentwickeln, seine
Bestrebungen sind auf das Gebiet seiner Kräfte begrenzt.
Während Jesus
als ein Mensch eine Darstellung der vollkommenen menschlichen Natur war, zu
welcher die Masse der Menschheit wiederhergestellt werden wird, ist er jedoch
seit seiner Auferstehung eine Darstellung der herrlichen göttlichen Natur,
welche die Überwinder in der Auferstehung mit ihm teilen werden.
Weil das
gegenwärtige Zeitalter hauptsächlich für die Entwicklung dieser Klasse bestimmt
ist, welchen ein Wechsel der Natur angeboten worden ist, und weil
die Briefe der Apostel zur Unterweisung dieser "kleinen Herde“ bestimmt
ist, sollte nicht geschlossen werden, dass Gottes Plan mit der Vollendung
dieser erwählten Schar endet. Noch sollten wir auf der anderen Seite zu der
entgegengesetzten Ansicht kommen und annehmen, dass die besonderen Verheißungen
von der göttlichen Natur, den geistigen Leiber usw., welche jener erwählten
Schar gegeben worden sind, Gottes Absicht für alle Menschheit seien. Für jene
erwählte Schar sind die "größten und kostbaren Verheißungen“, welcher über
die anderen kostbaren Verheißungen hinaus sind, welche allen Menschen gemacht
worden sind. Um das Wort der Wahrheit richtig zu teilen, sollten wir beachten,
dass die Schrift die Vollkommenheit der göttlichen Natur in der ,, kleinen
Herde“ und die Vollkommenheit der menschlichen Natur in der wiederhergestellten
Welt als zwei verschiedene Sachen ansieht.
Laßt uns jetzt
ganz besonders fragen: Was sind Geistwesen? Was für Kräfte haben sie? Und von
welchen Gesetzen werden sie regiert? Viele scheinen zu meinen, weil sie die
Natur eines Geistwesens nicht begreifen, dass es lediglich ein Märchen sein
muß, und es ist viel Aberglauben über dieses Thema weit verbreitet. Paulus
erscheint jedoch nicht, als ob er eine solche Vorstellungen habe. Obwohl er
andeutet, dass es einem menschlichen Wesen nicht möglich ist, die höhere
geistige Natur zu begreifen (1. Kor. 2:14), so erklärt er doch deutlich, um
jede märchenhafte oder abergläubische Vorstellungen zu verhindern, dass es
sowohl einen geistigen Leib gibt als auch einen natürlichen (menschlichen) Leib
gibt, sowohl einen himmlischen wie einen irdischen und sowohl eine Herrlichkeit
des irdischen als auch eine des himmlischen Leibes. Die Herrlichkeit des
irdischen war, wie wir gesehen haben, durch die Sünde des ersten Adam
verlorengegangen und wird während des tausendjährigen Reiches für das Menschengeschlecht
durch den Herrn Jesus und seine Braut (den Christus, Haupt und Leib)
wiederhergestellt werden. Die Herrlichkeit des himmlischen Leibes ist bis jetzt
noch unsichtbar, außer wie sie dem Auge des Glaubens durch den Geist mittels
des Wortes geoffenbart worden ist. Diese Herrlichkeiten sind getrennt und
unterschiedlich (1. Kor. 15:38-49) Wir wissen in einem gewissen Grade, was der
natürliche, irdische Leib ist, denn wir haben jetzt einen solchen, obwohl wir
uns die Herrlichkeit von seiner Vollkommenheit nur annähernd vorstellen können.
Er besteht aus Fleisch, Blut und Knochen; denn "was vom Fleisch geboren
ist, das ist Fleisch.“ Und weil es zwei unterschiedliche Arten von Leibern
gibt, wissen wir, dass der geistige Leib, was immer er sein mag, sich nicht aus
Fleisch, Blut und Knochen zusammensetzt; er ist himmlisch, geistig. -"Was
vom Geist geboren ist, das ist Geist.“ Was aber ein geistiger Leib ist, wissen
wir nicht, denn, , es ist noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden;
aber...wir werden ihm gleich sein“ -unserem Herrn Jesus. -Joh 3:6 _ 1Jo 3:2???
Wir haben
keinen Bericht über irgendein Wesen, weder ein geistiges noch ein irdisches,
welches jemals von einer Natur zur anderen verwandelt worden ist, außer von dem
Sohn Gottes; und dies war ein außergewöhnlicher Fall für einen
außergewöhnlichen Zweck. Als Gott die Engel schuf, hatte er zweifellos
beabsichtigt, dass sie für immer Engel bleiben, und so mit den Menschen; jedes
Wesen soll auf seiner eigenen Stufe vollkommen sein. Die Schrift wenigstens
gibt keine Andeutung von irgendeiner anderen Absicht. Wie es in der unbelebten
Schöpfung eine nahezu endlose und schöne Vielfalt gibt, so ist in der
lebendigen und vernunftbegabten Schöpfung dieselbe Vielfalt in der
Vollkommenheit möglich. Jede Schöpfung ist in seiner Vollkommenheit herrlich;
aber wie Paulus sagt, ist die himmlische Herrlichkeit eine Art der
Herrlichkeit, und die irdische Herrlichkeit ist eine andere und
unterschiedliche Herrlichkeit.
Durch eine
nähere Betrachtung der Tatsachen, welche von unserem Herrn Jesus nach seiner
Auferstehung und welche über die Engel, die auch Geistwesen sind, berichtet
sind, können wir, indem wir auf diese Weise "geistige Dinge mit Geistigem
vergleichen“ (1. Kor. 2:13), einige allgemeine Informationen hinsichtlich der
Geistwesen erlangen. Danach können Engel zuerst häufig gegenwärtig sein, jedoch
unsichtbar., , Der Engel des Herrn lagert sich um die her, welche ihn
fürchten“; und, , sind sie nicht alle dienstbare Geister, ausgesandt zum Dienst
um derer willen, welche Erben der Errettung sind?“ (Psl. 34 7; Heb. 1:4) Haben sie sichtbar oder unsichtbar gedient?
Ohne Zweifel das letztere. Elisa war von einer feindlichen Schar Assyrer
umringt; sein Diener fürchtete sich; da betete Elisa zum Herrn, und die Augen
des jungen Mannes wurden geöffnet, und er sah die Berge um sie herum voll mit
feurigen Wagen und Reitern gleich Feuer. Ferner, während der Engel dem Bileam
unsichtbar war, wurden die Augen des Esels geöffnet, und er sahihn.
2. Engel können menschliche Leiber annehmen und als Menschen erscheinen. Der Herr und zwei Engel erschienen so dem
Abraham, welcher ein Mahl für sie bereitete, von welchem sie aßen. Zuerst nahm
Abraham an, sie seien drei Männer, und erst als sie im Begriff waren,
fortzugehen, bemerkte er, dass einer von ihnen der Herr war, und die anderen
zwei, jene Engel, gingen danach nach
Sodom und befreiten Lot (1. Mos. 18:1-2). Ein Engel erschien dem Gideon als ein
Mensch, aber er gab sich selbst später zu erkennen. Und ein Engel erschien dem
Vater und der Mutter von Simson, und sie meinten, er sei ein Mensch, bis er in
der Flamme des Altars in den Himmel auffuhr. -Richter 6:11-22; 13:20
3. Geistwesen sind in ihrem normalen Zustand herrlich und
werden häufig als herrlich und strahlend beschrieben. Das Angesicht des Engels,
der den Stein von dem Eingang des Grabes wälzte, war "wie der Blitz.“
Daniel warf einen flüchtigen Blick auf einen geistigen Leib, welchen er
folgendermaßen beschreibt: "Seine Augen waren wie Feuerflammen, sein
Angesicht wie der Blitz, seine Arme und seine Füße funkelten wie poliertes Erz,
und die Stimme war wie die Stimme einer Menge.“ Vor ihm fiel Daniel wie tot
nieder. { Da 10:6,9,15,17} Saulus von Tarsus hatte einen ähnlichen Blick auf
den herrlichem Leib des Christus geworfen, welcher leuchtender war als der
Glanz der Sonne am Mittag. Saulus verlor sein Augenlicht und fiel zu Boden.
Auf diese Weise
haben wir bis hierher festgestellt, dass geistige Leiber wirklich herrlich
sind; doch ohne das Öffnen der menschlichen Augen, um sie zu sehen, und ohne
ihr Erscheinen im Fleisch als Menschen sind sie für die Menschen
unsichtbar. Diese Schlußfolgerung wird noch weiter bestätigt, wenn wir die
besonderen Einzelheiten dieser Offenbarmachungen näher betrachten. Der Herr
wurde allein von Saulus gesehen, die Männer, welche mit ihm reisten, hörten die
Stimme, sahen aber niemanden. (Apg. 9:7) Die Männer, die bei Daniel waren,
sahen das herrliche Wesen, welches er beschreibt, nicht, aber ein großer
Schrecken fiel über sie, und sie flohen und verbargen sich. Außerdem erklärte
dies herrliche Wesen:, , Der Fürst des Königreiches von Persien hat mir
einundzwanzig Tage widerstanden.“ { Da 10:7,13} Fiel Daniel, der Mann, welcher
vom Herrn sehr geliebt wurde, wie tot vor dem nieder, welchem der Fürst von
Persien einundzwanzig Tage widerstand? Wie verhält es sich hiermit? Sicherlich
erschien er dem Fürsten nicht in seiner Herrlichkeit. Nein; entweder war er bei
ihm unsichtbar gegenwärtig, oder er erschien als ein Mensch.
Seit seiner
Auferstehung ist unser Herr ein geistiges Wesen; folglich muß er auch dieselben
Kräfte besitzen, welche wir in den Engeln (geistigen Wesen) dargestellt finden.
Und dass dies der Fall ist, werden wir eingehender in einem folgenden Kapitel
sehen.
Auf diese Weise
stellen wir fest, dass die Schrift die geistige und menschliche Naturen als
verschieden und getrennt auseinander hält, und es keinen Beweis dafür gibt,
dass eine in die andere übergeht oder sich zu ihr entwickeln wird; sondern ganz
im Gegensatz dazu zeigt sie, dass nur eine Wenige von der menschlichen zur
göttlichen Natur verwandelt werden, hin zu Jesus, ihrem Haupt, welcher bereits
erhöht worden ist. Und dieser bemerkenswerte und besondere Zug in Jehovas Plan
ist für den bemerkenswerten und besonderen Zweck, um diese als Gottes Werkzeuge
für das große zukünftige Werk der Wiederherstellung aller Dinge zuzubereiten.
Laßt uns jetzt folgende Begriffe näher betrachten:
Sterblichkeit
und Unsterblichkeit
Wir werden ihre
wahre Bedeutung in genauer Harmonie mit dem finden, was wir bei unserem
Vergleich hinsichtlich der biblischen Erklärungen betreffend menschlicher und
geistiger Wesen und betreffend irdischer und himmlischer Verheißungen gelernt
haben. Diesen Worten werden gewöhnlich sehr undeutliche Bedeutungen gegeben,
und falsche Ansichten über ihre Bedeutungen bringen irrtümliche Ansichten über
diesen Gegenstand hervor, mit welchem sie in Verbindung stehen, sowohl im
gewöhnlichem als auch im schriftgemäßen Gebrauch.
"Sterblichkeit“ bezeichnet einen Zustand, in welchem man dem Tod verfallen kann; nicht einen Zustand des Todes, sondern
einen Zustand, in welchem der Tod möglich ist.
"Unsterblichkeit“ bezeichnet einen Zustand, in welchem man dem Tod nicht verfallen kann; nicht nur einen Zustand des Freiseins
vom Tod, sondern einen Zustand, in welchem der Tod unmöglich ist.
Die weit
verbreitete, aber irrige Meinung über die Sterblichkeit
ist die, dass sie ein Zustand sei, in welchem der Tod unvermeidlich ist,
während die gewöhnliche Ansicht über die Bedeutung der Unsterblichkeit schon eher richtig ist.
Das Wort Unsterblichkeit bedeutet nicht sterblich; daher deutet schon die Wortbildung seine richtige Bedeutung an. Wegen der weiten
Verbreitung der falschen Vorstellung von dem Wort sterblich kommt es, dass so viele verwirrt sind, wenn sie versuchen
zu ermitteln, ob Adam vor seiner Sünde sterblich oder unsterblich war. Sie
machen die Schlußfolgerung, dass wenn er unsterblich gewesen wäre, dann hätte
Gott nicht gesagt: "An dem Tag, an welchem du davon isst, wirst du
sterbend sterben“; denn für ein unsterbliches Wesen ist es unmöglich, zu
sterben. Das ist eine logische Schlußfolgerung. Auf der anderen Seite sagen
sie: Wäre er sterblich gewesen, worin hätte dann die Drohung
oder die Strafe bei der Erklärung bestanden "Du wirst sterbend sterben“;
weil er, wenn er sterblich ist (in Übereinstimmung mit ihrer irrtümlichen
Bedeutung), dem Tod sowieso nicht hätte entgegen können?
Es wird erkannt
werden, dass die Schwierigkeit in der falschen Bedeutung liegt, welche dem Wort
sterblich beigelegt wird. Wende die richtige
Bedeutung an, und alles ist klar. Adam war sterblich-das bedeutet, er war in
einem Zustand, in welchem der Tod eine Möglichkeit war. Er hatte Leben in dem
vollen und vollkommenen Maß, aber er hatte kein Leben in sich selbst. Sein Leben wurde "von jedem Baum des Gartens“ erhalten mit
Ausnahme des einen verbotenen Baumes; und solange wie er im Gehorsam und in
Harmonie mit seinem Schöpfer blieb, war sein Leben gesichert-die Mittel zur
Erhaltung desselben würden ihm nicht vorenthalten werden. Auf diese Weise
erkennen wir, dass Adam Leben hatte; und der Tod war ganz vermeidbar, aber er
befand sich in solch einem Zustand, dass der Tod möglich war-er war sterblich.
Die Frage
steigt dann auf: Wenn Adam sterblich war und auf die Probe gestellt wurde,
wurde er für die Unsterblichkeit auf die Probe gestellt? Die gewöhnliche
Antwort wäre: Ja. Wir antworten: Nein. Seine Prüfung fand statt, um zu sehen,
ob er der Fortdauer des Lebens und der Segnungen, welche er bereits besaß,
würdig oder unwürdig war. Weil es nirgends verheißen war, daß er unsterblich
werden würde, wenn er gehorsam ist, sind wir dazu verpflichtet, alle solche
Spekulationen außer Frage zu lassen. Ihm war eine Fortdauer der Segnungen, welche er damals
genossen hat, verheißen,
solange wie er gehorsam war, und der Verlust von allem-der Tod-angedroht, wenn
er ungehorsam wird. Es ist eine falsche Ansicht über die Bedeutung des Wortes sterblich, welche die Menschen im allgemeinen zu der Schlußfolgerung
führt, dass alle Wesen, welche nicht sterben, unsterblich sind. In diese Schar
schließen sie unseren himmlischen Vater, unseren Herrn Jesus, die Engel und
alle Menschen mit ein. Dies ist jedoch ein Irrtum; sowohl die Masse der vom
Fall erlösten Menschheit als auch die Engel im Himmel werden immer sterblich
sein; obwohl sie in einem Zustand der Vollkommenheit und des Glückes sein
werden, werden sie immer von jener sterblichen Natur sein, welche den Tod
erleiden kann, der Lohn der Sünde, wenn sie Sünde begeht. Die Zusicherung für
ihr Dasein wird, wie es bei Adam war, von dem Gehorsam gegenüber dem allweisen
Gott bedingt sein, dessen Gerechtigkeit, Liebe, Weisheit und dessen Macht alle
Dinge zum Guten zusammenwirken lassen für diejenigen, welche ihn lieben und ihm
dienen, und sie werden durch seine Handlungen mit der Sünde in der
gegenwärtigen Zeit vollständig geoffenbart worden sein.
Es ist nirgends
in der Schrift erklärt worden, dass Engel unsterblich sind, noch dass die
wiederhergestellte Menschheit unsterblich sein wird. Ganz im Gegensatz dazu
wird die Unsterblichkeit nur der göttlichen Natur zugeschrieben-ursprünglich
nur dem Jehova; später unserem Herrn Jesus in seinem gegenwärtigen hoch
erhöhten Zustand; und schließlich durch Verheißung der Herauswahl, dem Leib
Christi, nachdem er mit ihm verherrlicht worden ist. - _ 1Ti 6:16 Joh 5:26
2???. Petr. 1:4; 1. Kor. 15:53,54
Nicht nur haben
wir den Beweis dafür, dass die Unsterblichkeit allein zur göttlichen Natur
gehört, sondern wir haben auch den Beweis dafür, dass Engel sterblich sind, in
der Tatsache, dass Satan, welcher einst ein Mächtiger unter ihnen war,
vernichtet werden wird. { Heb 2:14} Die Tatsache, dass er vernichtet werden
kann, beweist, dass Engel sterblich sind.
Auf diese Weise
betrachtet erkennen wir, dass, wenn die unverbesserlichen Sünder vernichtet
worden sind, sowohl die unsterblichen als auch die sterblichen Wesen für immer
in Freude, Glück und Liebe leben werden-die ersten besitzen eine Natur, bei
welcher der Tod nicht möglich ist, sie haben innewohnendes Leben, Leben in sich
selbst; { Joh 5:26} die letzteren haben eine Natur, bei welcher der Tod möglich
ist, aber bei welchen es keinen Grund für den Tod gibt, weil sie vollkommene
Wesen sind und eine vollkommene Erkenntnis des Bösen und der Sündighaftigkeit
der Sünde haben. Weil sie von Gottes Gesetz als würdig erprobt worden sind,
werden sie mit den Mitteln, welche notwendig sind, um sie in der Vollkommenheit
zu erhalten, ewig versorgt werden, und sie werden niemals sterben.
Das richtige
Erkennen von der Bedeutung der Begriffe sterblich und unsterblich und ihres Gebrauches in der Schrift zerstört jegliche
Grundlage von der Lehre der ewigen Qual. Diese gründet sich auf die
schriftwidrige Theorie, dass Gott den Menschen unsterblich erschaffen hat, dass
dieser nicht aufhören kann, zu existieren, und dass Gott ihn nicht vernichten
kann; daher lautet das Argument, dass die Unverbesserlichen irgendwo und
irgendwie weiterleben müssen, und die Schlußfolgerung ist die,
dass, weil sie außer Harmonie mit Gott sind, ihre Ewigkeit eine in Qual sein
muß. Aber Gottes Wort versichert uns, dass er gegen solch ein Fortbestehen der
Sünde und der Sünder Vorkehrungen getroffen hat; dass der Mensch sterblich ist
und dass die volle Strafe von willentlicher Sünde gegen das volle Licht und
gegen die volle Erkenntnis nicht ein Leben in Qual, sondern ein zweiter Tod
sein wird. "Die Seele, welche sündigt, die soll sterben.“
"Wer bist
du, der du das Wort nimmst wider Gott?“
(Röm. 9:20)
Es ist eine
falsche Vorstellung von einigen, dass die Gerechtigkeit erfordere, dass Gott
bei der Austeilung seiner Gnadengaben unter seine Geschöpfen keinen Unterschied
machen darf; dass, wenn er einen zu einer hohen Stellung erhöht, er gerechterweise dasselbe für alle tun muß, es sei denn es
kann bewiesen werden, dass einige ihre Rechte verwirkt
haben, in welchem Fall es gerecht sei, ihnen eine niedrigere Stellung zu geben.
Wenn dieser
Grundsatz richtig wäre, würde er zeigen, dass Gott kein Recht hatte, Jesus
höher als die Engel zu erschaffen und ihn danach außerdem noch zur göttlichen
Natur zu erhöhen, es sei denn er beabsichtige, dasselbe mit allen Engeln und
allen Menschen zu tun. Und um den Grundsatz weiter anzuwenden, wenn einige
Menschen hoch erhöht werden und zu Teilhabern an der göttlichen Natur gemacht
werden, dann müssen schließlich alle Menschen in dieselbe Stellung erhöht
werden. Und warum den Grundsatz nicht bis an seine äußerste Grenze ausdehnen
und dasselbe Gesetz der Entwicklung auf die Schöpfung der Tiere und Insekten
anwenden und sagen, dass, weil sie alle Gottes Geschöpfe sind, sie alle
schließlich die höchste Stufe des Daseins, die göttliche Natur, erreichen
müssen? Dies ist ein Gedanke, der ganz offensichtlich gegen jeden gesunden
Menschenverstand ist, aber er ist genauso vernünftig wie irgendeine andere
Schlußfolgerung von diesem angenommenen Grundsatz.
Niemand wird
wahrscheinlich geneigt sein, diese irrtümliche Annahme so weit auszudehnen.
Aber wenn es ein Grundsatz wäre, welcher in einfacher Gerechtigkeit gegründet
ist, wo könnte er plötzlich anhalten und noch gerecht sein? Und wenn dies
wirklich der Plan Gottes wäre, was würde aus der erfreulichen Vielfalt in allen
seinen Werken werden? Aber dies ist nicht Gottes Plan. Die ganze Natur, sowohl
die belebte als auch die unbelebte, beweist die Herrlichkeit und die Vielfalt
der göttlichen Macht und Weisheit. Und wie "die Himmel die Herrlichkeit
Gottes erzählen und das Firmament seiner Hände Werk zeigt“ in wundervoller
Vielfalt und Schönheit, wieviel mehr wird seine vernunftbegabte Schöpfung in
der Vielfalt die erhabene Herrlichkeit seiner Macht beweisen. Dies schließen
wir-aus der feststehenden Lehre des Wortes Gottes und aus der Vernunft und aus
der Vorbildern in der Natur.
Es ist sehr
wichtig, dass wir richtige Vorstellungen über die Gerechtigkeit haben. Eine Gnadengabe sollte niemals als eine gerecht verdiente Belohnung
angesehen werden. Eine Handlung der einfachen Gerechtigkeit ist kein Grund zu
besonderer Dankbarkeit, noch ist sie irgendein Beweis von Liebe; Gott aber
preist seine große Liebe gegenüber seinen Geschöpfen in einer endlosen Reihe
von unverdienten Gnadengaben, welche ihre Liebe und ihren Lobpreis hervorrufen
sollen.
Gott hatte ein
Recht, wenn er wollte, uns nur als Geschöpfe von einem kurzen Zeitraum zu
erschaffen, auch wenn wir niemals gesündigt hätten. Auf diese Weise hat er
einige seiner niedrigen Geschöpfe gemacht. Er hätte es zulassen können, dass
wir uns ohne Ungerechtigkeit an seinen Segnungen nur eine kurze Zeit erfreuen,
und er hätte uns alle wieder aus dem Dasein auslöschen können. In der Tat, selbst ein kurzes Dasein
wäre eine Gnadengabe gewesen. Es ist nur seine Gnade, dass wir überhaupt ein
Dasein haben. Wieviel größerer ist daher die Gnade der Erlösung des Daseins,
welches einst durch die Sünde verwirkt wurde. Und außerdem ist es Gottes Gnade,
dass wir Menschen sind und keine Tiere; es ist nur die Gnade Gottes, dass die
Engel von Natur aus ein wenig höher sind als die Menschen; und es ist auch
Gottes Gnade, dass der Herr Jesus und seine Braut Teilhaber der göttlichen
Natur werden. Es gebührt daher allen seinen vernunftbegabten Geschöpfen, mit
Dankbarkeit zu empfangen, was immer Gott darreicht. Jeder andere Geist verdient
gerechterweise die Verurteilung, und wenn er vorhanden ist, wird er in
Erniedrigung und Vernichtung enden. Ein Mensch hat kein Recht, danach zu
streben, ein Engel zu werden, er ist niemals zu solch einer Stellung
aufgefordert worden; noch hat ein Engel irgendein Recht, nach der göttlichen
Natur zu streben, welche ihm niemals angeboten worden ist.
Es war das hohe
Ziel von des Satans Hochmut, welcher ihm seine Erniedrigung brachte und in
seiner Vernichtung enden wird. (Jes. 14:14) "Wer immer sich selbst erhöht,
wird erniedrigt werden; und wer immer sich selbst erniedrigt, wird erhöht
werden“, { Lu 14:11} aber nicht notwendigerweise zur höchsten Stellung.
Zum Teil durch
falsche Vorstellungen von der Gerechtigkeit und zum Teil aus anderen Gründen
hat das Thema von der Erwählung, wie es in der Schrift gelehrt wird, die
Gelegenheit zu vielen Auseinandersetzungen und Mißverständnissen gegeben. Nur
wenige würden bestreiten, dass die Schrift eine Erwählung lehrt, aber gerade
auf welchem Grundsatz sich die Erwählung oder das Herauswählen gründet, ist ein
Gegenstand von beträchtlicher Meinungsverschiedenheit. Einige behaupten, dass
es eine willkürliche, bedingungslose Erwählung ist, und andere, dass sie von Bedingungen
abhängt. Wir glauben, dass es ein Maß an Wahrheit in beiden Ansichten gibt.
Eine Erwählung von seiten Gottes ist der Ausdruck seiner Wahl für einen
bestimmten Zweck, für eine bestimmte Aufgabe oder eine bestimmte Stellung. Gott
hat sich dafür entschieden oder er hat es vorgezogen, dass einige seiner
Geschöpfe Engel sein sollten, dass einige Menschen sein sollten, dass einige
Tiere, Vögel, Insekten usw. sein sollten, und dass einige zu seiner eigenen
göttlichen Natur werden sollten. Und obwohl Gott in Übereinstimmung mit
bestimmten Bedingungen alle diejenigen herauswählt, welche er
zur göttlichen Natur aufnimmt, kann doch nicht gesagt werden, dass diese es
mehr als andere verdient hätten; denn es ist allein aus Gnade, dass jedes
Geschöpf sein Dasein hat, auf welcher Stufe es auch steht.
,, Also liegt
es nun nicht an dem Wollenden, noch an dem Laufenden, sondern an dem
begnadigenden Gott“ -seiner Gunst oder Gnade. (Röm. 9:16) Es geschah nicht aus
dem Grund, weil die Auserwählten besser als die anderen waren, dass Gott sie
zur göttlichen Natur berufen hat, denn er ging an den Engeln vorüber, welche
nicht gesündigt hatten, und berief einige der erlösten Sünder zu göttlichen
Ehren. Gott hat ein Recht, mit dem Seinen zu tun, was er will; und er traf die
Wahl, dieses Recht zur Hinausführung seiner Pläne auszuüben. Weil daher alles,
was wir haben, von der göttlichen Gnade ist, ,, wer bist du, der du das Wort
nimmst wider Gott? Wird etwa das Geformte zu dem Former sagen: Warum hast du
mich also gemacht? Oder hat der Töpfer nicht Macht über den Ton, aus derselben
Masse ein Gefäß zur Ehre und ein anderes zur Unehre zu machen“ - oder weniger Ehre? (Röm. 9:20-21) Alle
sind durch dieselbe göttliche Macht erschaffen worden; einige, um eine höhere
Natur und größere Ehre zu haben, und einige, um eine niedrigere Natur und etwas
weniger Ehre zu haben.
,, So spricht
der Herr, der Heilige Israels und Schöpfer des Menschen: Fragt mich über die kommenden Dinge. Meine Kinder und meiner Hände Werk
schreibt ihr mir vor? Ich habe die Erde gemacht und den Menschen darauf
erschaffen. Meine Hände haben den Himmel ausgespannt, und alle seine
Heerscharen befehle ich.“, , So spricht der Herr, der die Himmel geschaffen
hat, Gott selbst, der die Erde gebildet und gemacht; er, der sie gegründet hat,
er erschuf sie nicht leer, sondern er hat sie gebildet, um bewohnt zu werden:
Ich bin der Herr, und es gibt sonst keinen mehr.“ (Jes. 45:11-12, 18) Niemand
hat ein Recht, Gott Vorschriften zu machen. Wenn er die Erde geschaffen hat,
und wenn er sie nicht leer gebildet hat, sondern sie gemacht hat, um bewohnt zu
werden von wiederhergestellten vollkommenen Menschen, wer sind wir, dass wir
das Wort wider Gott nehmen und sagen, dass es ungerecht ist, ihre Natur nicht
zu verwandeln und sie nicht zu Teilhabern einer geistigen Natur zu machen,
entweder den Engel gleich oder seiner eigenen göttlichen Natur gleich? Wieviel
demütiger ist es, zum Worte Gottes zu kommen und hinsichtlich der kommenden
Dinge zu "fragen“, als vorschreiben zu wollen oder zu
behaupten, er müsse unsere Vorstellungen ausführen? Herr, bewahre deine Knechte
vor anmaßenden Sünden; laß sie nicht die Herrschaft über uns haben. Kein Kind
Gottes, glauben wir, wird wissentlich dem Herrn Vorschriften machen wollen;
doch wie leicht und meistens unbewußt fallen viele in diesen Irrtum.
Die Menschen
sind Gottes Kinder durch die Schöpfung-das Werk seiner Hände-und sein Plan in
bezug auf sie ist deutlich in seinem Wort geoffenbart. Paulus sagt, dass der
erste Mensch (welcher ein Beispiel davon war, was das Geschlecht sein wird,
wenn es vollkommen sein wird) von der Erde, irdisch, war; und seine
Nachkommenschaft wird, mit Ausnahme der Herauswahl des Evangeliumszeitalters,
in der Auferstehung weiterhin irdisch, menschlich, der Erde angepaßt sein. (1.
Kor. 15:38, 44) David erklärt, dass der Mensch ein wenig niedriger als die
Engel gemacht wurde und mit Herrlichkeit, Ehre und Herrschaft gekrönt worden
war. (Psl. 8:4-8) Und der Apostel Petrus, unser Herr und alle Propheten, seit
die Welt begonnen hat, erklären, dass das menschliche Geschlecht zu jener
herrlichen Vollkommenheit wiederhergestellt werden wird und die Herrschaft über
die Erde wieder zurückerhalten wird, wie sie sein Repräsentant, Adam, gehabt
hat. -Apg. 3:19-21
Es ist dies das
Erbteil, von welchem Gott entschieden hat, es dem menschlichen Geschlecht zu
geben. Und was für ein herrliches Erbteil! Schließe deine Augen einen
Augenblick vor den Bildern der Trauer und des Weh, vor der Erniedrigung und den
Leiden, welche jetzt um der Sünde willen vorherrschen und stelle dir mit deinem
geistigen Auge die Herrlichkeit der vollkommenen Erde vor! Nicht ein Fleck der
Sünde trübt die Harmonie und den Frieden einer vollkommenen Gesellschaft; kein
bitterer Gedanke, kein unfreundlicher Blick und kein unfreundliches Wort;
Liebe, aus jedem Herzen empor steigend, begegnet einer gleicher Erwiderung in
jedem anderen Herzen, und Wohlwollen kennzeichnet jede Tat. Es wird keine
Krankheit mehr geben; kein Weh, kein Schmerz, noch irgendein Anzeichen von
Verfall-nicht einmal die Furcht vor solchen Dingen. Denke an alle Bilder
verhältnismäßiger Gesundheit und Schönheit der menschlichen Gestalt und
Gesichtszüge, welche du jemals gesehen hast und wisse, dass die Herrlichkeit
der vollkommenen Menschheit noch weit darüber hinausgehen wird. Die innere
Reinheit und die geistige und die moralische Vollkommenheit werden jedes
strahlende Angesicht prägen und verherrlichen. So wird die irdische
Gesellschaft sein; und diejenigen, welche wegen eines Trauerfalls geweint
haben, deren Tränen werden alle weggewischt sein, wenn sie auf diese Weise das
Auferstehungswerk vollständig erkennen. -Offb. 21:4
Und dies ist
nur die Veränderung in der menschlichen Gesellschaft. Wir erinnern daran, dass
auch die Erde, welche geschaffen wurde, um von solch einem Geschlecht von
Wesen, , bewohnt zu werden“, eine geeignete und angenehme Wohnstätte für sie
sein wird, wie es im Paradies in Eden dargestellt war, in welches der erste
Mensch zuerst gesetzt worden war. Das Paradies wird wiederhergestellt werden.
Die Erde wird nicht mehr Dornen und Disteln hervorbringen und den Schweiß von
dem Angesicht des Menschen fordern, um seinen Ertrag zu geben, sondern die Erde
wird (leicht und natürlich) ihren Ertrag hervorbringen und vermehren., , Die
Wüste wird blühen wie die Rose“; die niedrigere, tierische Schöpfung wird ein
vollkommener, williger und gehorsamer Diener sein; die Natur wird mit ihrer
angenehmen Vielfalt dem Menschen aus jeder Richtung zurufen: Suche und erkenne
die Herrlichkeit und die Macht und die Liebe Gottes! Ja, Herz und Verstand
werden sich in ihm erfreuen. Das ruhelose Verlangen nach etwas Neuem, welches
jetzt herrscht, ist nicht ein natürlicher, sondern ein unnatürlicher Zustand,
der unserer Unvollkommenheit und unserer gegenwärtigen ungünstigen Umgebung
zuzuschreiben ist. Es ist nicht gottähnlich, sich ruhelos nach Neuem zu sehnen.
Für Gott sind die meisten Dinge alt; und am Alten und Vollkommenen hat er seine
größte Freude. So wird es auch mit dem Menschen sein, wenn er in das Ebenbild
Gottes wiederhergestellt ist. Der vollkommene Mensch wird die Herrlichkeit der
geistigen Wesen nicht begreifen, noch vollständig erkennen und sie daher nicht
vorziehen, weil er von einer anderen Natur ist, gerade wie Fische und Vögel aus
demselben Grund ihre eigene Natur vorziehen und sich am meisten an dem eigenen
Element erfreuen. Der Mensch wird von der Herrlichkeit, welche ihn auf der
menschlichen Stufe umgibt, so in Anspruch genommen werden und von ihr so
begeistert sein, dass er keine Bestrebung zu einer anderen Natur haben wird
noch einer anderen Natur den Vorzug geben wird, als derjenigen, welche er dann
besitzen wird. Ein Blick auf die gegenwärtige Erfahrung der Herauswahl wird
dies verdeutlichen., , Wie schwerlich“, mit welcher Schwierigkeit, werden
diejenigen, welche reich sind an den Gütern dieser Welt, ins Reich Gottes
eingehen. Die wenigen guten Dinge, welche unter der gegenwärtigen Herrschaft
des Bösen und des Todes vorhanden sind, beeindrucken die menschliche Natur so
sehr, dass wir die besondere Hilfe von Gott benötigen, damit unser Auge und
unsere Entschlossenheit in den
geistigen Verheißungen befestigt sind.
Dass die
christliche Herauswahl, der Leib des Christus, eine Ausnahme in Gottes
allgemeinen Plan für die Menschheit ist, ist ganz offensichtlich durch die
Aussage, dass ihre Erwählung in dem göttlichen Plan vor Grundlegung der Welt
beschlossen worden ist, { Eph 1:4,5} zu welcher Zeit Gott nicht nur den Fall
des Menschengeschlechtes in die Sünde vorhersah, sondern auch die
Rechtfertigung, die Heiligung und die Verherrlichung dieser Schar zuvor
festgesetzt hat, welche er während des Evangeliumszeitalters aus der Welt
herausberufen hat, um dem Ebenbild seines Sohnes gleichförmig zu werden und um
Teilhaber der göttlichen Natur und Miterben des Christus zu werden in dem
Millennium Königreich zur Aufrichtung von Gerechtigkeit und Frieden auf der
ganzen Erde. -Röm. 8:28-31.
Dies zeigt,
dass die Erwählung oder das Herauswählen der Herauswahl von seiten Gottes eine
zuvor beschlossene Sache war; aber beachte, es ist keine bedingungslose
Erwählung der einzelnen
Glieder der Herauswahl. Vor
Grundlegung der Welt bestimmte Gott, dass solch eine Schar innerhalb eines
besonderen Zeitraumes, des Evangeliumszeitalters, zu solch einem Zweck
auserwählt werden sollte. Während wir auch nicht zweifeln können, dass Gott die
Handlungsweise jedes einzelnen Gliedes der Herauswahl vorhergesehen haben
könnte und genau vorher gewußt haben könnte, wer würdig sein würde und wer
deshalb zu einem Glied dieser, , kleinen Herde“ ernannt werden wird, ist dies
trotzdem nicht die Art und Weise, in welcher Gottes Wort die Lehre von der
Erwählung darstellt. Es war nicht der Gedanke an eine Vorherbestimmung der
einzelnen Person, welchen der Apostel versuchte deutlich zu machen, sondern es
ist der Gedanke, dass es Gottes Absicht war, eine bestimmte Anzahl vorherzubestimmen, welche die ehrenvolle Stellung einnehmen wird,
eine Erwählung, welche unter schweren Prüfungen des Glaubens und des Gehorsams
und der Aufopferung irdischer Vorrechte usw., selbst bis in den Tod,
stattfindet. Auf diese Weise werden die einzelnen Glieder dieser zuvor bestimmten Klasse durch eine persönliche Prüfung und durch
das persönliche ,, Überwinden“ erwählt oder angenommen in alle Segnungen und
Hilfen, welche Gott für diese Klasse zuvor bestimmt hat.
Die Worte, ,
herrlich gemacht“ in Röm. 8:30 kommen von dem griechischen Wort doxazo und bedeuten geehrt. Die Stellung, zu welcher die Herauswahl
auserwählt ist, ist die einer großen Ehre. Kein Mensch könnte meinen, nach
einer so großen Ehre zu streben. Auch unser Herr Jesus wurde zuerst eingeladen,
bevor er danach strebte, wie wir lesen:, , Also hat auch der Christus sich
nicht selbst verherrlicht (doxazo, geehrt), um Hohepriester zu werden, sondern
der, welcher zu ihm gesagt hat: Du bist mein Sohn, heute habe ich dich
gezeugt.“ Der himmlische Vater ehrte auf diese Weise unseren Herrn Jesus; und
alle von dem auserwählten Leib, welche Miterben mit ihm werden, werden auf
diese Weise durch Jehovas Gnade geehrt. Die Herauswahl erfährt, gleich wie ihr
Haupt, einen Anfang dieser ,, Ehre“, wenn sie von Gott durch das Wort der
Wahrheit zur geistigen Natur gezeugt werden (Jak. 1:18), und sie werden völlig
in die Ehre geführt werden, wenn sie vom Geist, als geistige Wesen, im Ebenbild
des verherrlichten Hauptes, geboren sind. Diejenigen, welche Gott auf diese
Weise ehrt, müssen vollkommen und rein sein; und weil wir durch die Vererbung
Sünder sind, hat er uns zu dieser Ehre nicht nur berufen oder eingeladen,
sondern auch durch den Tod seines Sohnes die Rechtfertigung von der Sünde bereitgestellt, um es uns zu ermöglichen, die Ehre,
zu welcher er uns beruft, zu empfangen.
Bei der
Erwählung der kleinen Herde läßt Gott den Ruf sehr allgemein ergehen-, , viele
sind berufen“. Alle sind nicht berufen. Zuerst war die Berufung während unseres
Herrn Erster Gegenwart auf Israel nach dem Fleisch begrenzt; aber jetzt werden
so viele, als wie die Knechte Gottes finden, aufgefordert, { Lu 14:23 -nicht gezwungen} zu diesem besonderen
Festmahl der Gnade zu kommen. Aber auch von denjenigen, welche hören und
kommen, sind nicht alle würdig. Hochzeitskleider-die zugerechnete Gerechtigkeit
des Christus- sind bereitgestellt, aber einige wollen sie nicht tragen und
müssen zurückgewiesen werden; und von denjenigen, welche das Kleid der
Gerechtigkeit anziehen und welche die Ehre, zu einer "neuen Natur“ gezeugt
zu werden, empfangen, verfehlen einige, durch Treue in ihrem Bunde ihre
Berufung und Erwählung festzumachen. { 2Pe 1:10} Von denjenigen, welche würdig
sind, mit dem Lamm in der Herrlichkeit zu erscheinen, heißt es:,, Sie
sind Berufene und Auserwählte und Getreue.“ -Offb. 14:1; 17:14
Die Berufung
ist wahrhaftig; der Entschluß Gottes, eine Herauswahl herauszuwählen und zu
erhöhen, ist unveränderlich; aber wer zu dieser auserwählten Schar gehören
wird, das ist an Bedingungen geknüpft. Alle, welche Anteil haben werden an
diesen zuvor bestimmten Ehren, müssen die Bedingungen der Berufung erfüllen., ,
Fürchten wir uns nun, dass nicht etwa, da eine Verheißung, in seine Ruhe
einzugehen, noch übrig ist, jemand von euch zurückgeblieben zu sein scheine.“ {
Heb 4:1} Während die große Gnade nicht von dem ist, der da will, noch von dem, der da
läuft, so ist sie für
denjenigen, der will, und für
denjenigen, der läuft, nachdem er berufen worden
ist.
Wir hoffen auf
diese Weise deutlich Gottes absolutes Recht und seine Absicht gerechtfertigt zu
haben, dass er mit dem Seinen das macht, was er will, und wir erinnern an die
Tatsache, dass der Grundsatz, welcher die Austeilung von allen Gnadengaben
Gottes kennzeichnet, das allgemeine Beste für alle ist.
Während wir
daher auf der Grundlage der Heiligen Schrift glauben, dass es eine anerkannte
Tatsache ist, dass die menschliche und die geistige Natur verschieden und
getrennt voneinander sind-dass die Vermischung von zwei Naturen kein Teil von
Gottes Plan ist, sondern eine Unvollkommenheit wäre, und dass der Wechsel einer
Natur zu einer anderen nicht die Regel ist, sondern eine Ausnahme in dem
einzigen Beispiel des Christus- wird es eine Angelegenheit von tiefem Interesse
sein zu erfahren, wie der Wechsel erreicht wird, unter welchen Bedingungen er
erlangt wird, und auf welche Weise er herbeigeführt wird?
Die
Bedingungen, unter welchen die Herauswahl mit ihrem Herrn zur göttlichen Natur
erhöht wird, { 2Pe 1:4} sind genau dieselben, wie die Bedingungen, unter
welchen er sie empfing; und zwar durch die Nachfolge in seinen Fußstapfen, {
1Pe 2:21} sich selbst als ein lebendiges Opfer darstellend, wie er es getan
hat, und dann diese Weihung treu hinauszuführen, bis das Opfer in dem Tod
endet. Dieser Wechsel von der menschlichen zur göttlichen Natur wird denjenigen
als eine Belohnung gegeben, welche innerhalb des Evangeliumszeitalters die menschliche Natur mit allen ihren
gegenwärtigen und zukünftigen Interessen, Hoffnungen und Zielen selbst bis zum
Tod opfern, wie unser Herr es getan hat. In der Auferstehung werden solche
erwachen, nicht um mit der übrigen Menschheit Anteil zu haben an der gesegneten
Wiederherstellung zur menschlichen Vollkommenheit und allen damit verbundenen
Segnungen, sondern Anteil zu haben an der Gleichheit und Herrlichkeit und
Freude mit dem Herrn, als Teilhaber mit ihm an der göttlichen Natur. -Röm.
8:17 _ 2Ti 2:12
Der Anfang und
die Entwicklung der neuen Natur ist vergleichbar mit dem Anfang und der
Entwicklung des menschlichen Lebens. Wie es in dem einen Fall eine Zeugung und
danach eine Geburt gibt, so ist es auch in dem anderen Fall. Von den
Geheiligten wird gesagt, dass sie durch das Wort der Wahrheit gezeugt sind. (
1Pe 1:3 _ 1Jo 5:18; Jak. 1:18) Das
bedeutet, sie empfangen den ersten Beweggrund im göttlichen Leben von Gott
durch sein Wort. Nachdem sie durch den Glauben an das Lösegeld durch Gnade
gerechtfertigt worden sind, hören sie die Berufung: "Stellt eure Leiber
als ein lebendiges, heiliges (erlöstes, gerechtfertigtes-und daher) Gott
wohlgefälliges Opfer dar, welches euer vernünftiger Dienst ist“ (Röm. 12:1);
und wenn sie dieser Berufung gehorchen, dann weihen sie Gott ihre
gerechtfertigten menschlichen Leben vollständig als ein lebendiges Opfer, Seite
an Seite mit dem Opfer von Jesus, und es wird von Gott angenommen; und genau
mit dieser Handlung beginnt das geistige Leben. Solche stellen bei sich selbst
fest, dass sofort gedacht und gehandelt wird wie der neue (veränderte) Sinn es
veranlaßt, selbst bis zur Kreuzigung der menschlichen Bestrebungen und Wünsche.
Von dem Augenblick der Weihung an werden diese von Gott als, , Neue
Schöpfungen“ gerechnet.
Auf diese Weise
gehen die alten Dinge (menschliche Wünsche, Hoffnungen, Pläne usw.) bei diesen
Embryos von "Neuen Schöpfungen“ zu Ende, und alles wird neu. Diese noch
ungeborene, , Neue Schöpfung“ fährt in dem Ausmaß fort zu wachsen und sich zu
entwickeln, als wie die alte menschliche Natur mit ihren Hoffnungen,
Bestrebungen, Wünschen usw. gekreuzigt wird. Diese beiden Vorgänge finden von
dem Zeitpunkt der Weihung an gleichzeitig statt, bis sich der Tod der
menschlichen und die Geburt der geistigen Natur ereignet. Wie der Geist Gottes
fortfährt, durch sein Wort mehr und mehr seine Pläne zu entfalten, belebt er
auf diese Weise selbst unsere sterblichen Leiber (Röm. 8:11), er befähigt diese
sterblichen Leiber, ihm seinen Dienst zu erweisen; aber zur rechten Zeit werden
wir neue Leiber haben-geistige, himmlische, welche in jeder Hinsicht der neuen
göttlichen Gesinnung entsprechen.
Die Geburt der, , Neuen Schöpfung“ geschieht in der Auferstehung (Kol.
1:18); und die Auferstehung dieser Klasse wird die Erste Auferstehung genannt. (Off. 20:6) Es sollte daran erinnert
werden, dass wir bis zu der Auferstehung keine tatsächlichen Geistwesen sind, obwohl
wir von der Zeit an, als wir den Geist der Sohnschaft empfangen haben, wir als
solche gerechnet oder angesehen werden. (Röm. 8:23-25 Eph 1:13,14???; Röm.
6:10,11) Wenn wir tatsächliche Geistwesen werden, bedeutet das, dass wir aus
dem Geist geboren sind, und dass wir nicht länger fleischliche Wesen sind; denn
das, "was aus Geist geboren ist, ist Geist.“
Dieser Geburt
zur geistigen Natur in der Auferstehung muß ein Gezeugtwerden von dem Geist bei
der Weihung vorangehen, genauso wie bei der Geburt von dem Fleisch ein
Gezeugtwerden aus dem Fleisch vorangeht. Alle diejenigen, welche von dem
Fleisch in der Gleichheit des ersten Adam, dem irdischen, geboren worden sind,
wurden vorher von dem Fleisch gezeugt; und einige sind durch den Geist Gottes
durch das Wort der Wahrheit wieder gezeugt worden, damit sie zur rechten Zeit
in der Ersten Auferstehung in der himmlischen Gleichheit geboren werden:, , Wie
wir in dem Bild des Irdischen geboren wurden, so werden wir (die Herauswahl) auch das Bild des Himmlischen tragen“ -es sei
denn, es gibt ein Abfallen. -1. Kor. 15:49 Heb 6:6???
Obwohl die
Annahme der himmlischen Berufung und unsere Weihung im Gehorsam gegen dieselbe
an einem bestimmten Zeitpunkt entschieden wurden, ist es ein ganz allmähliches
Werk, jeden Gedanken in die Harmonie
mit dem Geist Gottes zu bringen; es ist ein allmähliches Hinwenden zum Himmel
von dem, was der Natur nach zur Erde hinneigt. Der Apostel nennt diesen Vorgang
ein Werk der Umgestaltung, sagend: ,, Seid nicht gleichförmig dieser Welt, sondern
werdet verwandelt (zur himmlischen Natur) durch die Erneuerung eures Sinnes, auf dass ihr prüfen möget, was der gute
und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist.“ -Röm. 12:2
Es sollte
beachtet werden, dass diese Worte des Apostels nicht an die ungläubige Welt
gerichtet wurden, sondern an diejenigen, welche er als Brüder anerkennt, wie
aus dem vorhergehenden Vers gezeigt wird- ,, Ich ermahne euch nun, Brüder, ... dass ihr eure Leiber als ein lebendiges, heiliges, Gott
wohlgefälliges Opfer darstellt.“
Es wird
gewöhnlich geglaubt, dass der Apostel Pauls die Umwandlung gemeint habe, wenn
ein Mensch bekehrt wird oder er sich von der Sünde zur Gerechtigkeit hinwendet
und vom Unglauben und dem Widerstand gegen Gott hin zum Vertrauen ihm gegenüber.
Wahrlich, das ist eine große Veränderung-eine
Verwandlung, aber nicht die Verwandlung, auf welche sich der Apostel
Paulus hier bezieht. Jenes ist eine Verwandlung des Charakters; aber der
Apostel Paulus bezieht sich hier auf
eine Verwandlung der Natur, welche während des Evangeliumszeitalters unter
bestimmten Bedingungen den Gläubigen verheißen ist, und er bat die Gläubigen sehr eindringlich, diese Bedingungen zu erfüllen. Hätte
nicht solch eine Verwandlung des Charakters
bereits bei denjenigen stattgefunden, an welche er sich wendete, so hätte er
sie nicht Brüder nennen können-Brüder, welche etwas Heiliges und Gott
wohlgefälliges als Opfer darbringen könnten; denn nur diejenigen, welche durch
Glauben an das Lösegeld gerechtfertigt worden sind, werden von Gott als
lebendig, heilig und annehmbar betrachtet. Die Verwandlung der Natur ergibt sich bei denjenigen, welche während des
Evangeliumszeitalters ihr gerechtfertigtes menschliches Leben als ein
lebendiges Opfer darbringen, wie Jesus sein vollkommenes menschliches Leben als
ein Opfer dargebracht hat, indem sie sowohl alle Rechte und Ansprüche auf ein
zukünftiges menschliches Dasein niederlegen als auch die
Zufriedenstellung des gegenwärtigen menschlichen Lebens mit seinen Rechten und
Ansprüchen unbeachtet lassen. Die erste Sache, welche geopfert wird, ist der
menschliche Wille; und von da an werden wir weder von unserem eigenen noch von
irgendeinem anderen menschlichen Willen gelenkt, sondern nur von dem göttlichen
Willen. Der göttliche Wille wird unser Wille, und wir betrachten den
menschlichen Willen nicht mehr als unseren Willen, sondern als den Willen eines
anderen, der nicht beachtet und geopfert wird. Wenn der göttliche Wille zu
unserem Wille geworden ist, beginnen wir damit, von dem göttlichen Standpunkt
aus zu denken, zu überlegen und zu urteilen: Gottes Plan wird unser Plan, und
Gottes Wege werden unsere Wege. Niemand kann diese Verwandlung vollständig
verstehen, wenn er nicht in dem aufrichtigen Glauben sich selbst als ein Opfer
dargebracht hat und folglich diese Verwandlung selbst erfahren hat. Früher
konnten wir uns an irgendetwas erfreuen, was tatsächlich nicht sündig war; denn
die Welt mit allen ihren guten Dingen ist zur Freude des Menschen erschaffen
worden, die einzige Schwierigkeit liegt darin, die sündigen Neigungen zu
unterdrücken. Die Geweihten, die Verwandelten, müssen außer dieser Bemühung,
die Sünde zu unterwerfen, auch alle gegenwärtigen guten Dinge opfern und ihre
ganzen Kräfte dem Dienst Gottes widmen. Und solche Getreuen im Dienst und im
Opfer werden in der Tat tagtäglich erfahren, dass diese Welt nicht ihr
Ruheplatz ist, und dass sie hier keine bleibende Stätte haben. Ihre Herzen und
Hoffnungen werden aber zu jener "Ruhe, die aufbewahrt ist für Gottes
Volk“, hingezogen. Und diese gesegnete Hoffnung ist es, welche das fortwährende
Opfer hervorbringt und beschleunigt.
Durch die
Weihung wird die Gesinnung auf diese Weise erneuert oder verwandelt, und die
Wünsche, Hoffnungen und Bestrebungen fangen an, sich nach den geistigen,
unsichtbaren und verheißenen Dingen zu richten, während die menschlichen
Hoffnungen usw. sterben. Diejenigen, welche auf diese Weise umgewandelt wurden
oder im Vorgang der Veränderung sind, werden als, , Neue Schöpfungen“
betrachtet, welche von Gott gezeugt sind und welche bis zu jenem Grad Teilhaber
der göttlichen Natur sind. Beachte sehr genau den Unterschied zwischen diesen,
, Neuen Schöpfungen“ und den, , Brüdern“, welche nur gerechtfertigt sind. Die
Letzteren sind noch von der Erde und irdisch und außer den sündigen Wünschen
sind ihre Hoffnungen, Bestrebungen und Ziele solche, wie sie in der verheißenen
Wiederherstellung aller Dinge völlig zufriedengestellt werden. Aber diejenigen,
welche zu den erst Genannten gehören, sind "nicht von dieser Welt“, wie auch
Christus nicht von dieser Welt ist, und ihre Hoffnungen sind auf die
unsichtbaren Dinge gerichtet, wo Christus zur rechten Hand Gottes sitzt. Die
Aussicht auf die irdische Herrlichkeit, welche für den natürlichen Menschen
sehr wünschenswert ist, wäre kein zufriedenstellendes Erbteil mehr für
diejenigen, welche zu dieser himmlischen Hoffnung gezeugt wurden, und welche
die Herrlichkeiten der himmlischen Verheißung erkennen und welche das Erbteil
wertschätzen, welches für sie im göttlichen Plan festgelegt worden ist. Diese
neue, göttliche Gesinnung ist der Beweis für unser Erbe von der vollständigen
göttlichen Natur-Gesinnung und Leib. Einige mögen ein wenig erschrocken sein
durch diesen Ausdruck-ein göttlicher Leib; aber es wird uns berichtet, dass
Jesus jetzt das genaue Ebenbild von der Person seines Vaters ist, und dass die
Überwinder "ihm gleich sein werden...und ihn sehen, wie er ist.“ { 1Jo 3:2} "Es gibt einen natürlichen (menschlichen) Leib,
und es gibt einen geistigen Leib.“ (1. Kor. 15:44) Wir könnten uns weder
unseren göttlichen Vater noch unseren Herrn Jesus nur als große Gesinnungen
ohne Leiber vorstellen. Ihre Leiber sind herrliche geistige Leiber, doch es ist
noch nicht erschienen, wie groß die Herrlichkeit ist, und dies wird nicht
geschehen, bevor wir nicht auch Anteil haben werden an der göttlichen Natur.
Während diese
Verwandlung von der Gesinnung aus einer menschlichen zu einer geistigen
ein allmähliches Werk ist, wird die Verwandlung von einem menschlichen in einen
geistigen Leib
nicht allmählich stattfinden, sondern sofort in einem Augenblick. (1.
Kor. 15:52) Jetzt haben wir, wie der Apostel Paulus sagt, diesen Schatz (die
göttliche Gesinnung) in irdischen Gefäßen, aber zur rechten Zeit wird der
Schatz in einem herrlichen, ihm entsprechenden Gefäß sein-dem geistigen Leib.
Wir haben
gesehen, dass die menschliche Natur ein Ebenbild von der geistigen ist. (1.
Mose 5:1) Zum Beispiel hat Gott einen Willen, und ebenso ist es bei den
Menschen und den Engeln; Gott hat
Vernunft und ein Erinnerung, und es ist genauso bei seinen vernunftbegabten
Geschöpfen-den Engeln und den Menschen. Der Charakter von der geistigen
Wirksamkeit von jedem ist derselbe. Mit derselben Befähigung hinsichtlich der
Vernunft und unter ähnlichen Bedingungen sind diese unterschiedlichen Naturen
fähig, zu denselben Schlußfolgerungen zu gelangen. Obwohl die geistigen
Fähigkeiten der göttlichen Natur, die der Engel und die der Menschen ähnlich
sind, wissen wir trotzdem, dass die
geistigen Naturen Kräfte besitzen, welche jenseits der menschlichen liegen und
ihnen weit überlegen sind-Kräfte, welche sich, wie wir meinen, nicht aus den
unterschiedlichen Fähigkeiten ergeben, sondern aus dem größeren Wirkungskreis
derselben Fähigkeiten und der unterschiedlichen Umstände, unter welchen sie wirksam
sind. Die menschliche Natur ist ein vollkommenes irdisches Abbild von der
geistigen Natur, und sie hat dieselben Fähigkeiten, aber sie ist auf das
irdische Gebiet begrenzt und hat die Fähigkeit und die Veranlagung, nur soviel
über das Irdische hinaus zu erkennen, als Gott es für angebracht hält, ihr für
das Wohl und für die Freude des Menschen zu offenbaren.
Die göttliche
Natur ist die höchste Ordnung der geistigen Natur; und wie unermeßlich ist der
Abstand zwischen Gott und seinen Geschöpfen! Wir können nur einen flüchtigen
Blick auf die Herrlichkeit der göttlichen Weisheit, Macht und Güte machen, wie
in einem Panoramablick veranlaßt er einige seiner mächtigen Werke an uns
vorbeizugehen. Aber wir können die Herrlichkeit der vollkommenen menschlichen
Natur beurteilen und begreifen.
Mit diesen
Gedanken deutlich im Gedächtnis sind wir in der Lage zu verstehen, wie die
Veränderung von der menschlichen zur geistigen Natur bewirkt wird, nämlich
durch das Übertragung derselben geistigen Kräfte auf die höheren Zustände. Wenn
wir mit dem himmlischen Leibe bekleidet sind, dann werden wir auch die
himmlischen Kräfte haben, welche zu jenem herrlichen Leib gehören; und wir
werden die Wirkungsweise der Gedanken und den Umfang an Macht haben, welcher zu
ihm gehört.
Die Veränderung
oder die Verwandlung der Gesinnung von
der irdischen zur himmlischen, welche der Geweihte hier an sich erfährt, ist
der Anfang von jener Verwandlung der Natur. Es ist keine Verwandlung des
Verstandes, noch irgendein Wunder in seiner veränderten Wirkungsweise, sondern
es ist der Wille und es sind die Charakterzüge in der Gesinnung, welche
verändert werden. Unser Wille und unsere Gesinnung stellen unsere
Persönlichkeit dar; daher werden wir verwandelt und betrachtet, als ob wir
tatsächlich zu der himmlischen Natur gehören, wenn unser Wille und unsere
Gesinnung auf diese Weise verändert werden. Wahrlich, dies ist nur ein sehr
kleiner Anfang; aber ein Gezeugtwerden, wie es bezeichnet wird, ist immer nur
ein kleiner Anfang; und dennoch ist der Beweis oder die Zusicherung für das
vollendete Werk. - Eph 1:13,14???
Einige haben
gefragt: Wie werden wir uns selbst erkennen, wenn wir verwandelt sind? Wie
werden wir dann wissen, dass wir dieselben Wesen sind, welche gelebt, gelitten
und sich aufgeopfert haben, damit wir Teilhaber an dieser Herrlichkeit werden
möchten? Werden wir dieselbe bewußte Person sein? Ganz gewiß, ja! Wenn wir mit Christus gestorben sind, werden wir auch mit ihm leben. (Röm. 6:8) Die Veränderungen, welche sich
tagtäglich an unseren menschlichen Leibern ereignen, bewirken nicht, dass wir
die Vergangenheit vergessen oder unsere Identität verlieren. Unsere
menschlichen Leiber verändern sich ständig. Die Wissenschaft erklärt, dass alle
sieben Jahre ein vollständiger Wechsel der uns ausmachenden Bestandteile
(Atome) stattfindet. Auf diese Weise wird auch der verheißene Wechsel von
menschlichen zu geistigen Leibern weder die Erinnerung noch die Identität
zerstören, sondern mehr deren Stärke und Wirkungsweise vergrößern. Dieselbe göttliche
Gesinnung, welche jetzt in uns ist, mit derselben Erinnerung, denselben
Urteilskräften usw. wird dann in unermeßlicher Höhe und Tiefe erweitert sein,
in Harmonie mit seinem neuen geistigen Leib. Die Erinnerung wird unseren ganzen
Lauf von der frühesten Kindheit an wissen, und wir werden in der Lage sein,
durch den Vergleich die herrliche Belohnung von unserem Opfer vollständig zu
erkennen. Dies wäre aber nicht der Fall, wenn das Menschliche nicht das
Ebenbild von dem Geistigen wäre.
Diese Gedanken
können uns helfen zu verstehen, wie der Sohn Gottes, als er aus dem geistigen
in den menschlichen Zustand verwandelt wurde-zur menschlichen Natur und unter
die irdischen Einschränkungen- ein Mensch wurde; und obwohl er in beiden Fällen
dieselbe Person war, war er unter dem ersten Zustand geistig unter dem zweiten
Zustand menschlich. Da die zwei Naturen verschieden und getrennt sind, und die
eine dennoch ein Ebenbild von der anderen ist, und weil dieselben geistigen
Fähigkeiten (die Erinnerung usw.) bei beiden gleich sind, konnte Jesus sich an
seine frühere Herrlichkeit erinnern, welche er hatte, bevor er ein Mensch
geworden war, wie seine Worte beweisen:
"Vater, verherrliche du mich bei dir selbst mit der Herrlichkeit,
welche ich bei dir hatte, ehe die Welt war“ { Joh 17:5} -die
Herrlichkeit der geistigen Natur. Und dieses Gebet ist in der gegenwärtigen
Erhöhung zur höchsten Form der geistiger Wesen, zur göttlichen Natur, mehr als
erhört worden.
Indem wir uns
erneut auf die Worte des Apostel Paulus beziehen, bemerken wir, dass er nicht
sagt: Passt euch nicht dieser Welt an, sondern verändert euch selbst in das
göttliche Ebenbild; sondern er sagt: "Seid nicht gleichförmig... sondern werdet verwandelt.“ Das ist klar ausgedrückt; denn wir gestalten uns
weder selbst um, noch können wir uns selbst verwandeln; aber wir unterwerfen
uns selbst entweder unter die weltlichen Einflüsse, den Geist der Welt um uns
herum, um der Welt gleichförmig und angepaßt zu werden, oder wir unterwerfen
uns dem Willen Gottes, dem heiligen Willen oder Geist, damit wir durch die
himmlischen Einflüsse verwandelt werden, welche durch das Wort Gottes wirksam
sind. Du, der du geweiht bist, welchen Einflüssen unterwirfst du dich? Die
verwandelnden Einflüsse führen zur jetzigen Aufopferung und zum Ertragen von
Leiden; aber das Ende ist herrlich. Wenn du unter diesen verwandelnden
Einflüssen entwickelt wirst, dann prüfe täglich, was der gute und annehmbare
und der vollkommene Wille Gottes ist.
Laßt
diejenigen, welche ihr Alles auf den Opferaltar gelegt haben, fortwährend im
Gedächtnis behalten, dass, während das
Wort Gottes Wort sowohl irdische als auch himmlische Verheißungen enthält, nur
die letzteren uns gehören. Unser Schatz ist im Himmel: Laßt eure Herzen
fortwährend dort sein. Unsere Berufung ist nicht nur zur geistigen Natur,
sondern zur höchsten Stufe von derselben, zur göttlichen Natur-"um so viel
besser als die Engel.“ { 2Pe 1:4 Heb 1:4} Diese himmlische Berufung ist auf das
Evangeliumszeitalter begrenzt; sie wurde vorher niemals gemacht, und mit dem
Ende des Evangeliumszeitalters wird sie aufhören. Eine irdische Berufung wurde
vor der himmlischen Berufung gemacht, obwohl sie nur unvollkommen verstanden
wurde, und es wird uns berichtet, dass sie nach dem Evangeliumszeitalter
fortgesetzt wird. Das Leben (für die menschlichen Wesen, welche
wiederhergestellt worden sind) und die Unsterblichkeit (der Preis, um welchen der Leib Christi
läuft) sind beide während dieses Zeitalters an das Licht gebracht worden. { 2Ti
1:10} Beide Naturen, die menschliche und die geistige, werden in ihrer
Vollkommenheit herrlich und trotzdem verschieden und getrennt von einander
sein. Ein bedeutsamer Teil von der Herrlichkeit des vollendeten Werkes Gottes
wird die schöne Vielfalt und wundervolle Harmonie aller Dinge, der belebten und
unbelebten, sein-in Harmonie untereinander und in Harmonie mit Gott.
STUDIE
XI—Die drei Wege:
Der breite Weg,
der schmale Weg, der Hochweg
Der breite Weg
zum Verderben. -Der schmale Weg zum Leben. -Was ist Leben? -Die göttliche
Natur. -Das Verhältnis zwischen der göttlichen und der menschlichen Natur. -Die
Belohnung am Ende des schmalen Weges. -Die hohe Berufung auf das
Evangeliumszeitalter begrenzt. -Schwierigkeiten und Gefahren auf dem schmalen
Weg. -Der Hochweg der Heiligung.
"Weit ist
die Pforte und breit der Weg, der zum Verderben führt, und viele sind, die
durch dieselbe (Pforte) eingehen. Denn eng ist die Pforte und schmal der Weg,
der zum Leben führt, und wenige sind, die ihn finden.“ - Mt 7:13,14???
"Und ein
Hochweg wird da sein und ein Weg, und er selbst wird der Weg der Heiligung
genannt werden: ein Unreiner wird nicht darüber hinziehen, sondern er wird für
solche sein: Wer auf dem Weg wandelt, auch wenn er einfältig ist, wird darauf
nicht irregehen. Es wird dort keinen Löwen geben, noch irgendein reißendes Tier
wird ihn ersteigen noch dort gefunden werden; sondern nur die Erlösten werden
darauf wandeln.“ -Jes. 35:8, 9.
Auf diese Weise
lenkt die Schrift unsere Aufmerksamkeit auf drei Wege hin, auf den, , breiten
Weg“, den "schmalen Weg“ und den "Hochweg.“
Der breite Weg
zum Verderben
Dieser Weg wird
so genannt, weil er für das gefallene menschliche Geschlecht der leichteste
ist. Vor sechstausend Jahren, als Adam (und das Geschlecht, welches in ihm war)
als Sünder zum Tode verurteilt worden war, betrat er diesen Weg und nach 930
Jahren erreichte er dessen Ende -die Vernichtung. Je mehr Jahre und
Jahrhunderte dahineilten, desto mehr wurde der abwärtsführende Weg immer
glatter und immer mehr breit getretener, und das Geschlecht eilte immer
schneller der Vernichtung entgegen. Der Weg wird tagtäglich rutschiger und
glatter durch die Sünde. Nicht nur wurde der Weg immer rutschiger, sondern auch
die Menschheit verliert täglich an Widerstandskraft, so dass heutzutage die
durchschnittliche Dauer des menschlichen Lebens ungefähr fünfunddreißig Jahre
beträgt. Die Menschen erreichen jetzt das Ende des Weges-die Zerstörung-900
Jahre schneller als es der erste Mensch tat.
Sechstausend
Jahre lang ist das Geschlecht ununterbrochen auf dem breiten abwärtsführenden
Weg gegangen. Nur verhältnismäßig Wenige haben versucht, ihren Lauf zu ändern
und denselben Weg zurückzugehen. In der Tat ist es unmöglich gewesen, den
ganzen Weg zurückzugehen und die ursprüngliche Vollkommenheit zu erlangen,
obwohl die Bemühung von einigen, dies zu tun, lobenswert und nicht ohne
vorteilhafte Folgen gewesen ist. Sechstausend Jahre lang haben die Sünde und
der Tod erbarmungslos über die Menschen geherrscht und sie auf diesem breiten
Weg zum Verderben vorwärts getrieben. Vor dem Evangeliumszeitalter war kein Ausweg ans Licht gebracht worden. Obwohl in den vorhergehenden
Zeitaltern Hoffnungsstrahlen in Vorbildern und Schatten schwach erkannt wurden,
welche freudig von einigen Wenigen begrüßt wurden, so dass sie in
Übereinstimmung mit diesen handelten,
so wurde doch vor dem Erscheinen von unserem Herrn und Heiland, Jesus
Christus, und vor der Verkündigung der frohen Botschaft durch die Apostel von
der Erlösung und der Vergebung der Sünden und einer nachfolgenden Auferstehung aus der Vernichtung das Leben und die Unsterblichkeit nicht
ans Licht gebracht. { 2Ti 1:10} Die Lehren von Jesus und der Apostel brachten Leben ans Licht-eine Wiederherstellung oder Wiederaufrichtung des
Lebens für alle Menschen, gegründet auf das Verdienst und das Opfer des
Erlösers; und sie zeigten, dass dies die Bedeutung von vielen Vorbildern im
Alten Testament war. Sie brachten auch die Unsterblichkeit
ans Licht, die Belohnung von der hohen Berufung der Herauswahl des
Evangeliumszeitalters.
Obwohl ein
Ausweg von dem zur Vernichtung führenden breiten Weg durch das Evangelium ans
Licht gebracht worden ist, beachtet die große Masse der Menschheit nicht die
frohe Botschaft, weil sie durch die Sünde verderbt und vom Widersacher
verblendet sind. Diejenigen, welche jetzt dankbar die Verheißung des Lebens,
die Wiederherstellung zu einem menschlichen Dasein durch Christus, annehmen,
wurde ein neuer Weg gezeigt, welcher geöffnet worden ist, und auf welchem die
geweihten Gläubigen über die menschliche Natur hinaus zu einer höheren
Natur-der geistigen Natur-gelangen und verwandelt werden können. Diesen neuen
Weg, "welchen er für uns eingeweiht hat“ -für die königliche
Priesterschaft, { Heb 10:20} nennt unser Herr:
"Der
schmale Weg zum Leben“
Unser Meister
sagt uns, dass es wegen der Enge dieses Weges ist, dass viele es vorziehen, auf
dem breiten Weg zum Verderben zu bleiben. "Eng (schwierig) ist die Pforte
und schmal der Weg, der zum Leben führt, und wenige sind, die ihn finden.“
Bevor wir
diesen Weg und seine Gefahren und Schwierigkeiten betrachten, laßt uns das Ende
betrachten, zu welchem es führt-das Leben. Wie bereits gesehen, kann das Leben
auf verschiedenen Stufen des Daseins vorhanden sein, sowohl höher als auch
niedriger als das menschliche Leben. Leben ist ein weiter und umfassender
Begriff, doch hier benutzt unser Herr es in bezug auf die höchste Form des
Lebens, welche der göttlichen Natur gehört-die Unsterblichkeit-der Preis, um welchen zu laufen, er uns einlädt.
Was ist Leben? Wir erkennen es nicht nur in uns selbst, sondern sehen seine
Wirksamkeit bei den niedrigeren Tieren, und sogar bei den Pflanzen, und es wird
uns von dem Vorhandensein in den höheren Formen berichtet, bei den Engeln und
in der göttlichen Natur. Wie sollen wir ein so umfangreichen Begriff definieren
oder beschreiben?
Während wir
nicht in der Lage sind, die geheimen Ursprünge des Lebens im ganzen zu
entdecken, können wir doch mit Sicherheit annehmen, dass das göttliche Wesen,
Jehova, die große Quelle allen Lebens ist, aus welcher diese Ursprünge versorgt
werden. Alle Lebenden stammen von ihm und sind in dem Leben von ihm abhängig.
Alles Leben, ob in Gott oder in seinen Geschöpfen, ist dasselbe; es ist ein
wirksames, Kraft gebendes Prinzip, nicht eine Substanz. Es ist ein Prinzip,
welches Gott in sich selbst besitzt, welches aber in seinen
Geschöpfen aus bestimmten Ursachen entsteht, welche Gott fest bestimmt hat, und
deshalb ist er die Ursache, der Urheber oder die Quelle von demselben. Daher
ist das Geschöpf in keiner Weise ein Teil oder ein Abkömmling von dem Wesen
oder der Natur des Schöpfers, wie es sich einige vorstellen, sondern er ist
seiner Hände Werk, welchem Leben gegeben worden ist.
Die Tatsache
erkennend, dass nur in der göttlichen Natur
das Leben unabhängig,
unbegrenzt, unerschöpflich, immer dauernd und durch Umstände weder
hervorgerufen noch abhängig ist, sehen wir, dass Jehova notwendigerweise über
jenen Grundgesetzen der Natur, über den physikalischen Gesetzen und den Mitteln
steht, welche das Leben erhalten, welche er für die Erhaltung seiner Geschöpfe
angeordnet hat. Es ist diese Eigenschaft, welche nur der göttlichen Natur
gehört, welche mit dem Ausdruck Unsterblichkeit
beschrieben wird. Wie in dem vorhergehenden Kapitel gezeigt, bedeutet
Unsterblichkeit vor dem Tod sicher sein, und folglich sicher vor Krankheit und
Schmerz. In der Tat mag die Unsterblichkeit als gleichbedeutend mit dem Göttlichen gelten. Aus dieser göttlichen, unsterblichen Quelle kommt
alles Leben und jede Segnung, jede gute und vollkommene Gabe, wie die Erde ihr
Licht und ihre Kraft von der Sonne erhält.
Die Sonne ist
die große Quelle des Lichts für die Erde, alles erleuchtend und viele
Verschiedenheiten von Farbe und Schattierung hervorbringend in Harmonie mit der
Beschaffenheit des Gegenstandes, auf welchen sie scheint. Dasselbe Sonnenlicht
bringt auf eindrucksvolle Art und Weise die verschieden Wirkungen hervor, wenn
es auf einen Diamanten, auf einen Ziegelstein und auf verschiedene Arten von
Glas scheint. Das Licht ist dasselbe, aber die Gegenstände, auf welche es
scheint, unterscheiden sich in der Fähigkeit, es zu empfangen und zu
übermitteln. So ist es auch mit dem Leben: es strömt alles aus einer unerschöpflichen
Quelle. Die Auster hat Leben, aber ihr Organismus ist ein solcher, dass er
nicht viel Leben verwenden kann, gerade wie der Ziegelstein nicht viel
Sonnenlicht auffangen und zurückwerfen kann. So verhält es sich auch bei jeder
der höheren Kundgebungen von Leben, bei den Tieren, Fischen und Vögeln. Wie die
verschiedenen Art von Glas unter dem Sonnenlicht verschiedenes Licht
zurückwerfen, so zeigen diese verschiedenartigen Geschöpfe auf verschiedene
Weise die unterschiedlichen Kräfte, welche sie als Organismen besitzen, wenn
das Leben dieselben belebt.
Der polierte
Diamant ist dem Licht so angepaßt, dass es scheint, als ob er es in sich selbst
besitzt und als ob er selbst eine kleine Sonne wäre. So verhält es sich mit dem
Menschen, einem der Meisterstücke von Gottes Schöpfung, welcher nur "ein
wenig niedriger als die Engel“ gemacht wurde. Er wurde so meisterhaft
erschaffen, dass er in der Lage ist, das Leben zu empfangen und zu erhalten
durch den Gebrauch der Mittel, welche Gott bereitgestellt hat, ohne dass jemals
seine Kraft nachläßt. Auf diese Weise war Adam, ehe er fiel, über jedes andere
irdische Geschöpf erhaben, aber nicht auf Grund irgendeines Unterschiedes im
eingepflanzten Lebensgrundsatz, sondern auf Grund eines höheren
Organismus. Doch laßt uns daran denken, dass wie der Diamant kein Licht
zurückstrahlen kann, außer wenn die Sonne ihn anstrahlt, so kann auch der
Mensch nur das Leben besitzen und genießen, wenn die Versorgung mit dem Leben
fortgesetzt wird. Der Mensch hat kein innewohnendes Leben (Leben in sich
selbst); er ist genauso wenig eine Quelle des Lebens, wie der Diamant keine
Quelle des Lichtes ist. Und einer der stärksten Beweise dafür, dass wir keinen
unerschöpflichen Lebensvorrat in uns selbst haben, oder in anderen Worten, dass
wir nicht unsterblich sind, ist der, dass seit die Sünde hereingekommen ist,
der Tod zu unserem ganzen Geschlecht hindurch gedrungen ist.
Gott hatte es
so angeordnet, dass der Mensch im Garten Eden Zugang haben sollte zu den
lebenerhaltenden Bäumen, und das Paradies, in welches er gesetzt wurde, war
überreichlich versorgt mit vielen Arten von "jedem Baum“, gut zur Speise
und gut anzusehen. (1. Mose 2:9, 16,17) Unter den Bäumen des Lebens, welche gut
zur Speise waren, war einer verboten. Während dem Menschen eine Zeitlang
verboten war, von dem Baum der Erkenntnis zu essen, war es ihm erlaubt, von den
Bäumen, welche das Leben vollkommen erhielten, ungehindert zu essen; und nur
nach der Übertretung wurde er von ihnen getrennt, damit dadurch die Todesstrafe
wirksam werden konnte. -1. Mose 3:22
Auf diese Weise
wird die Herrlichkeit und die Schönheit der Menschheit erkannt und dass sie
abhängig ist von der fortwährenden Versorgung mit dem Leben, gerade wie die
Schönheit des Diamanten abhängig ist von der fortdauernden Versorgung mit
Sonnenlicht. Als die Sünde der Menschheit das Recht auf das Leben entzog und
der Zufluß vorenthalten wurde, begann der Edelstein sofort seinen Glanz und
seine Schönheit zu verlieren, und schließlich wird ihm seine letzte Spur in dem
Grab entzogen. Seine Schönheit zergeht wie eine Motte. (Psl. 39:11) Wie der
Diamant seine Schönheit und seinen Glanz verliert, wenn ihm das Licht entzogen
wird, so verliert Mensch das Leben, wenn ihm Gott die Versorgung vorenthält:
"Der Mensch stirbt, und wo ist er?“ (Hiob 14:10), , Seine Kinder kommen zu
Ehren, und er weiß es nicht; und sie werden gering, und er achtet nicht auf
sie.“ (Vers 21) "Denn es gibt weder Tun noch Überlegung, noch Erkenntnis,
noch Weisheit im Scheol, wohin du gehst.“ (Pred. 9:10) Weil aber ein Lösegeld
gefunden worden ist und weil die Todesstrafe durch den Erlöser bezahlt worden
ist, wird die Schönheit des Edelsteines wiederhergestellt, und das Ebenbild des
Schöpfers wird wieder vollkommen zurückstrahlen, wenn die Sonne der Gerechtigkeit
mit Heilung unter ihren Flügeln aufgehen wird. { Mal 4:2} Es ist wegen des
Sündopfers, dem Opfer von Christus, dass "alle diejenigen, welche in den
Gräbern sind, hervorkommen werden.“ Es wird eine "Wiederherstellung aller
Dinge“ geben; zuerst eine Gelegenheit zur Wiederherstellung für alle und
schließlich das Erreichen der menschlichen Vollkommenheit von allen, welche dem
Erlöser gehorchen werden.
Dies ist jedoch
nicht die Belohnung, auf welche sich Jesus bezieht hinsichtlich des Endes des
schmalen Weges. Aus anderen Schriftstellen lernen wir, dass die Belohnung,
welche denen verheißen ist, die den schmalen Weg gehen, "die göttliche
Natur“ ist-innewohnendes Leben, Leben in sich selbst, Leben in dem höchsten
Grad, wie es nur die göttliche Natur besitzen kann-die Unsterblichkeit. Was für
eine Hoffnung! Dürfen wir es wagen, nach solch einer Höhe der Herrlichkeit zu
streben? Sicherlich hätten wir ohne eine positive und deutliche Einladung kein
Recht darauf, danach zu streben.
Aus 1Ti 6:14-16lernen wir, dass die
Unsterblichkeit oder die göttliche Natur ursprünglich nur im Besitz Gottes
gewesen ist. Wir lesen: "Er (Jesus) wird zu seiner Zeit (im
Millenniumszeitalter) zeigen, wer der gesegnete und alleinige Machthaber
ist-der König der Könige und Herr der Herren, welcher allein Unsterblichkeit
hat, welcher im Licht wohnt, welchem sich kein Mensch nähern kann, und welchen
kein Mensch gesehen hat noch sehen kann.“ Alle anderen Wesen, Menschen, Tiere,
Fische usw., sind nur Gefäße, von denen jedes ihr Maß an Leben hat, und alle
unterscheiden sich im Charakter, in der Fähigkeit und in den Eigenschaften
gemäß dem Organismus, welcher nach dem Wohlgefallen des Schöpfer jedem
Einzelnen bereitet worden ist.
Außerdem lernen
wir, dass Jehova, welcher ursprünglich allein die Unsterblichkeit gehabt
hat, seinen Sohn, unseren Herrn Jesus,
zu derselben göttlichen, unsterblichen Natur hoch erhöht hat; daher ist er
jetzt das genaue Ebenbild von der Person des Vaters. { Heb 1:3} Auf diese Weise
lesen wir: "Wie der Vater Leben
in sich selbst hat (Gottes
Beschreibung von der "Unsterblichkeit“ - Leben in sich selbst -nicht aus anderen Quellen geschöpft, noch von Umständen
abhängig, sondern unabhängig und innewohnendes Leben), also hat er auch dem
Sohn gegeben, Leben in sich selbst zu haben.“ Seit der Auferstehung von dem
Herrn Jesus sind zwei Wesen unsterblich; und welch erstaunliche Gnade! Dasselbe
ist der Braut des Lammes angeboten worden, welche während dieses
Evangeliumszeitalters heraus gewählt wird. Doch nicht alle von der großen
Schar, welche dem Namen nach zur Herauswahl gehört, werden diesen großen Preis
erlangen, sondern nur eine "kleine Herde“ von Überwindern, welche auf die
Art und Weise laufen, dass sie es erlangen; welche sehr genau in des Meisters
Fußstapfen nachfolgen; welche gleich ihm den schmalen Weg des Opfers wandeln,
selbst bis in den Tod. Nachdem diese in der Auferstehung aus den Toten geboren
worden sind, werden sie göttliche Natur und Gestalt haben. Diese
Unsterblichkeit, die unabhängige, in sich selbst bestehende göttliche Natur ist
das Leben, zu dem der schmale Weg führt.
Die Glieder
dieser Klasse werden nicht als menschliche Wesen aus dem Grab auferweckt; denn
uns wird durch den Apostel zugesichert, dass obwohl sie als natürliche Leiber
in das Grab gesäet wurden, sie mit geistigen Leibern auferweckt werden. Diese
alle werden "verwandelt“ werden, und wie sie einst das Ebenbild des
Irdischen, die menschliche Natur, getragen haben, so werden sie das Ebenbild
des Himmlischen tragen. Aber "es ist aber noch nicht erschienen, was wir
sein werden“ -was ein geistiger Leib ist; aber "wir wissen, dass wenn es
erscheinen wird, wir ihm
gleich sein werden“ und
Anteil haben werden an der "Herrlichkeit, die geoffenbart werden wird.“ -
_ 1Jo 3:2???; Kol. 1:27; 2. Kor. 4:17 Joh 17:22 _ 1Pe 5:10 _ 2Th 2:14.
Diese hohe
Berufung zu einem Wechsel der Natur ist nicht nur ausschließlich auf dieses
Evangeliumszeitalter begrenzt, sondern er ist auch die einzige Berufung, welche
in diesem Zeitalter angeboten wird. Daher beziehen sich die am Anfang dieses
Kapitels zitierten Worte unseres Herrn über den breiten Weg zum Verderben auf
alle diejenigen, welche nicht auf dem Weg nach dem einzigen jetzt angebotenen Preis sind. Alle anderen sind immer noch
auf dem breiten Weg-und nur diese sind bis jetzt der Verurteilung, welche auf
der Welt liegt, entkommen. Diesen jetzt allein offenstehenden Weg zum Leben
finden wegen seiner Schwierigkeiten nur einige Wenige, welche bereitwillig auf
ihm wandeln. Die Masse der Menschheit zieht in ihrer Schwachheit den breiten,
leichten Weg der Zufriedenstellung der eigenen Bedürfnisse vor.
Der schmale Weg
mag, obwohl er im Leben, in der Unsterblichkeit, endet, ein Weg des Todes
genannt werden, weil sein Preis durch das Aufopfern der menschlichen Natur bis
zum Tod erlangt wird. Es ist der schmale Weg des Todes
zum Leben. Nachdem sie gerechneterweise von
der adamitischen Schuld und der Todesstrafe befreit worden sind, übergeben oder
opfern die Geweihten freiwillig die menschlichen
Rechte, welche ihnen zugerechnet worden sind, und welche sie zur rechten Zeit
mit der Welt im allgemeinen tatsächlich empfangen hätten. Wie "der Mensch
Christus Jesus“ sein Leben für die Welt niederlegte oder opferte, so werden
diese zu Mitopferern mit ihm. Nicht dass sein Opfer ungenügend war und das
anderer benötigt worden wäre; sondern während sein Opfer
völlig ausreichend ist, wird es diesen gestattet, mit ihm zu dienen und zu
leiden, um seine Braut und Miterben zu werden. Während die Welt unter der
Verurteilung zum Tode steht und mit Adam stirbt,
wird von dieser "kleinen Herde“ gesagt, dass sie mit Christus stirbt durch den Vorgang der zugerechneten
Rechtfertigung aus Glauben und der Aufopferung. Sie opfern und sterben mit ihm als menschliche Wesen, um mit ihm
Teilhaber der göttlichen Natur und Herrlichkeit zu werden; denn wir glauben,
dass, wenn wir mit ihm sterben, dann werden wir auch mit ihm leben. Wenn wir mit ihm leiden, dann
werden wir auch mit ihm zusammen
verherrlicht werden. -Röm. 8:17 _ 2Ti
2:11,12
Am Anfang des
Millenniumszeitalters werden diejenigen, welche jetzt den schmalen Weg wandeln,
den hohen Preis, um welchen sie liefen, erlangen, die Unsterblichkeit; und auf
diese Weise mit der göttlichen Natur und Macht bekleidet, werden sie für das
große Werk der Wiederherstellung und Segnung während jenes Zeitalters
zubereitet sein. Mit dem Ende des Evangeliumszeitalters wird der schmale Weg
zur Unsterblichkeit geschlossen werden, weil die auserwählte "kleine
Herde“ vollendet sein wird, für welche dieses Zeitalter bestimmt war, um sie zu
prüfen und zu erproben. "Jetzt ist die angenehme (griechisch dektos, annehmbare oder
zulässige) Zeit“ -die Zeit, in welcher
die Opferer, welche in dem Verdienst von Jesus kommen und mit ihm in den Tod
gehen, vor Gott annehmbar sind-ein Opfer von süßem Wohlgeruch. Der
Tod als adamitische Strafe wird nicht für immer zugelassen werden; er wird
während des Millenniumszeitalters abgeschafft werden; als ein Opfer ist er nur während des Evangeliumszeitalters annehmbar und erhält
eine Belohnung.
Nur als
"Neue Schöpfungen“ sind die Geheiligten dieses Zeitalters auf dem Weg zum
Leben; das menschliche Wesen ist als Opfer nur der Vernichtung geweiht. Wenn
wir als menschliche Geschöpfe mit Christus gestorben sind, werden wir als neue,
geistige Wesen mit ihm leben. (Röm. 6:8)
Der Geist Gottes in uns, die verwandelte Gesinnung, ist der Keim der
neuen Natur.
Das neue Leben
kann sehr leicht erstickt werden; und Paulus versichert uns, dass wenn wir nach
dem Fleisch leben, nachdem wir von dem Geist durch die Wahrheit gezeugt worden
sind, wir sterben werden (unser gezeugtes Leben verlieren), aber wenn wir durch
den Geist die Handlungen des Leibes absterben lassen (die Veranlagung der
menschlichen Natur töten), werden wir (als Neue Schöpfungen) leben; denn Söhne
Gottes sind diejenigen, welche durch den Geist Gottes geleitet werden. (Röm.
8:13,14) Dies ist ein Gedanke von höchster Wichtigkeit für alle Geweihten; denn
wenn wir mit Gott den Bund geschlossen haben, die menschliche Natur zu opfern,
und wenn dies Opfer von ihm angenommen worden ist, ist es wirkungslos zu
versuchen, es zurückzunehmen. Das Menschliche wird von Gott als tot gerechnet
und muss tatsächlich sterben, um niemals wiederhergestellt zu werden. Alles,
was man vom Zurückweichen, um wieder nach dem Fleisch zu leben, erreichen kann,
ist eine kleine menschliche Zufriedenstellung auf Kosten der neuen geistigen
Natur.
Es gibt jedoch
viele Geweihte, welche nach dem Preis streben und welche von dem Geist gezeugt
worden sind, welche von den Verlockungen der Welt, den Wünschen des Fleisches
oder von der List des Teufels zum Teil überwunden werden. Sie verlieren den vor
uns liegenden Preis teilweise aus den Augen und versuchen, auf einem Mittelweg
zu wandeln-um die Gunst Gottes und die Gunst der Welt zu behalten, vergessend,
dass "die Freundschaft der Welt, Feindschaft gegen Gott“ ist (Jak. 4:4),
und dass die Anweisungen für diejenigen, welche nach dem Preis laufen, die
sind, nicht die Welt zu lieben und nicht Ehre voneinander zu suchen, sondern
die Ehre, welche allein von Gott kommt. - _ 1Jo 2:15 Joh 5:44???
Diejenigen,
welche die gegenwärtige Welt lieben, aber welche den Herrn nicht völlig
verlassen haben und ihren Bund nicht verschmäht haben, erhalten eine Bestrafung
und Reinigung durch das Feuer der Drangsal. Wie der Apostel es ausdrückt, sie
werden dem Satan zur Vernichtung des Fleisches übergeben, damit der Geist (die
neu gezeugte Natur) errettet sein wird am Tag des Herrn Jesus (1. Kor. 5:5) Und
wenn sie durch die Zurechtweisung richtig geübt sind, werden sie schließlich
den geistigen Zustand erhalten. Sie werden ein ewiges geistiges Leben wie die
Engel haben, aber sie werden den Preis der Unsterblichkeit verlieren. Sie
werden Gott in seinem Tempel dienen und mit Palmen in ihren Händen vor dem Thron stehen (Off. 7:9-17); aber obwohl das herrlich sein
wird, wird es nicht so herrlich sein wie die Stellung der "kleinen Herde“
der Überwinder, welche Gottes Könige und Priester sein werden und mit Jesus als
seine Braut und Miterben auf
dem Thron sitzen und mit ihm
mit der Unsterblichkeit gekrönt sein werden.
Unser Weg ist
ein rauher, steiler und schmaler Pfad; und wäre es nicht so, dass für jeden
weiteren Schritt auf der Wanderschaft die nötige Kraft dargereicht wird, wir
könnten das Ziel niemals erreichen. Aber das Wort unseres Anführers ist
ermutigend: Seid guten Mutes, ich habe überwunden; meine Gnade genügt dir, denn
meine Kraft wird in Schwachheit vollbracht. ( Joh 16:33 2. Kor. 12:9) Die
Schwierigkeiten dieses Weges sind als ein trennendes Mittel wirksam, um ein
"eigentümliches Volk“ zu heiligen (abzusondern) und zu reinigen, um
"Erben Gottes und Miterben mit Jesus Christus“ zu sein. Hinsichtlich dieser
Dinge, laßt uns nun mit Zuversicht zu dem Throne der Gnade kommen, auf dass wir
Barmherzigkeit empfangen möchten und Gnade finden als Hilfe in der Zeit der
Not, während wir den guten Kampf des Glaubens kämpfen und "die Krone der
Herrlichkeit“ -die Unsterblichkeit, die göttliche Natur-ergreifen. - Heb
4:16 _ 2Ti 4:8 _ 1Pe 5:4???
Der Hochweg der
Heiligung
Während die
besondere Hoffnung des Evangeliumszeitalters mehr als herrlich ist, und der Weg
dahin dementsprechend schwierig-schmal ist, umgeben von Beschwerden und
Gefahren auf jedem Schritt, so dass nur wenige ihn finden und den großen Preis
an seinem Ende erlangen, wird dagegen
die neue Ordnung der Dinge im kommenden Zeitalter ganz anders sein. Weil eine
andere Hoffnung dargereicht wird, so führt auch ein anderer Weg dahin. Der Weg zur Unsterblichkeit ist ein Weg gewesen, welcher
das Aufopfern von sonst gesetzmäßigen und rechtmäßigen Hoffnungen, Bestrebungen und Wünschen
erforderte-das Aufopfern der menschlichen Natur für immer. Aber der Weg zur
menschlichen Vollkommenheit, zur Wiederherstellung, die Hoffnung der Welt,
erfordert nur das Ablegen der Sünde; nicht das Opfern der menschlichen Rechte
und Vorrechte, sondern deren rechtmäßigen Gebrauch. Er wird zur persönlichen
Reinigung und Wiederherstellung in das
Ebenbild Gottes führen, an welchem sich Adam erfreute, bevor die Sünde in die
Welt kam.
Der Weg zurück
zur tatsächlichen menschlichen Vollkommenheit wird sehr einfach und leicht
sein; so einfach, dass jeder den Weg erkennen kann; so einfach, dass, "wer
auf dem Weg wandelt, auch wenn er einfältig ist, darauf nicht irregehen wird“
(Jes. 35:8); so einfach, dass es niemand mehr nötig haben wird, seinen Nächsten
zu belehren, sprechenend: Erkenne den Herrn, denn alle werden den Herrn
erkennen von dem Kleinsten bis zum Größten. { Jer 31:34} Anstatt ein schmaler
Weg zu sein, welchen nur wenige finden können, wird er ein "Hochweg“
genannt, eine öffentliche Straße-nicht ein enger, steiler, rauher, schwieriger,
eingeengter Seitenweg, sondern ein für bequemes Reisen besonders hergerichteter
Weg-besonders für die Annehmlichkeit und das Wohlbefinden der Reisenden
angelegt. Die Verse 8 und 9 zeigen, dass es eine öffentliche Straße ist, offen
für alle Erlösten-jeden Menschen. Jeder Mensch, für den Christus starb, der die
Gelegenheiten und Segnungen erkennen wird und davon Gebrauch machen wird,
erkauft durch das kostbare Blut, kann auf diesen Hochweg der Heiligung
hinaufsteigen und dem großen Ziel der vollkommenen Wiederherstellung zur
menschlichen Vollkommenheit und dem ewigen Leben entgegengehen.
Diese werden
nicht zugerechneterweise gerechtfertigt und ihnen wird keine Heiligkeit und
Vollkommenheit in den Augen Gottes zugerechnet werden, wenn sie beginnen, auf
dem Hochweg der Heiligung zu laufen, sondern sie werden als ein Resultat ihrer
Bemühung und ihres Gehorsams auf demselben der tatsächlichen Vollkommenheit entgegengehen. Zu diesem Zweck wird von ihrem
Erlöser, welcher dann in Macht herrscht, alles vorteilhaft eingerichtet werden.
Jedem Einzelnen wird gemäß seinen Notwendigkeiten von der weisen und
vollkommenen Regierung des neuen Königreiches geholfen werden. Das ist, wie
einige sich denken werden, das rechtmäßige Resultat des Lösegeldes. Weil unser
Herr, der Mensch Christus Jesus, sich selbst für alle als ein Lösegeld gegeben
hat und wünscht, dass alle zu einer Erkenntnis der Wahrheit kommen und dadurch
zu der tatsächlicher Vollkommenheit, warum hat er nicht sofort für alle einen
guten und breiten Hochweg der Heiligung eingerichtet? Warum entfernt er nicht
die Hindernisse, die Steine des Anstoßes, die Fallen und Fallstricke? Warum
hilft er nicht dem Sünder zurück zu voller Harmonie mit Gott, anstatt den Weg
schmal, rauh und voller Dornen zu machen und schwer zu finden und noch schwerer
ihn zu gehen? Viele sind zu sehr verwirrten Anschauungen über dieses Thema
geführt worden, weil verfehlt wurde, das Wort der Wahrheit recht zu teilen und
nicht erkannt wurde, dass der gegenwärtige schmale Weg zu dem besonderen Preis
führt und für Prüfung und Herauswahl einer kleinen Herde von Miterben, des
Leibes Christi, bestimmt ist, welche, nachdem sie auserwählt und mit ihrem
Haupt erhöht worden sind, alle Nationen segnen werden. Viele haben, indem sie
verfehlt haben, Gottes Plan zu erkennen, im gegenwärtigen Zeitalter einen
Hochweg der Heiligung, einen leichten Weg, der zum Leben führt, zu predigen
versucht, obwohl kein solcher Weg besteht, und sie bringen die Lehren
durcheinander und machen Kompromisse, um die Tatsachen und die Schrift ihren
verkehrten Theorien anzupassen. Auf dem Hochweg, welcher bald geöffnet sein
wird, werden nur sündige Dinge verboten sein, während diejenigen, welche den
schmalen Weg wandeln, sich selbst verleugnen müssen und sowohl viele nicht
sündige Dinge opfern als auch fortwährend gegen die bedrängende Sünde kämpfen.
Dies ist ein Fußpfad des Opferns, und im kommenden Zeitalter wird es ein
Hochweg der Gerechtigkeit sein.
Von diesem
Hochweg wird in bedeutungsvoller symbolischer Sprache erklärt, dass "es
keinen Löwe dort geben wird, noch irgendein reißendes Tier ihn ersteigen wird
noch dort gefunden wird.“ (Jes. 35:9) Wie viele schreckliche Löwen sind jetzt
auf dem Wege derjenigen, welche froh wären, sündige Wege zu meiden und der
Gerechtigkeit nachzustreben? Es gibt den Löwen einer verderbten öffentlichen Meinung,
welcher viele davon abhält, den Versuch zu machen, in den Angelegenheiten des
tagtäglichen Lebens-der Kleidung, Anordnung im Haus und im Geschäft usw. -den
Geboten des Gewissens zu folgen. Der Löwe der Versuchung zu starkem Getränk
hindert Tausende, welche froh wären, ihn entfernt zu sehen. Prohibitionisten
(Anhänger für ein staatliches Verbot, Alkohol herzustellen) und Temperenzler
(Gegner des Alkoholmißbrauches) haben jetzt eine sehr schwere Arbeit vor sich,
welche nur durch die Autorität und Macht des nächsten Zeitalters bewältigt
werden kann; und dasselbe kann von anderen lobenswerten Bemühungen für eine
moralische Reform gesagt werden. "Kein reißendes Tier wird ihn ersteigen.“
Es werden keine riesigen Handelsgesellschaften, gegründet um selbstsüchtige
Interessen Einzelner zu vergrößern auf Kosten des allgemeinen Wohles, geduldet
werden. "Sie werden andere nicht verletzen, noch zerstören auf meinem
ganzen heiligen Gebirge (Königreich), spricht der Herr.“ (Jes. 11:9) Obwohl es
Schwierigkeiten geben wird, bei der Bemühung den Hang zum Bösen usw. zu
überwinden, wird es dennoch im Vergleich mit dem schmalen Weg dieses Zeitalters
ein leichter Weg sein. Die Steine (des Anstoßes) werden alle weggeräumt sein,
die Richtschnur der Wahrheit wird für die Menschen hochgehalten werden. (Jes.
62:10) Unwissenheit und Aberglaube werden Dinge der Vergangenheit sein, und die
Gerechtigkeit empfängt die ihr zustehende Belohnung, während dem Bösen seine
gerechte Vergeltung zuteil werden wird. { Mal 3:15,18} Durch gesunde Züchtigungen,
geeignete Ermutigungen und deutliche Belehrungen wird die Menschheit als
verloren gewesene Söhne hinauf zur großartigen Vollkommenheit geübt und erzogen
werden, aus welcher Vater Adam fiel. Auf diese Weise werden "die Befreiten
des Herrn zurückkehren (aus der Vernichtung durch den großartigen Hochweg der
Heiligung) mit Jubel und ewiger Freude über ihrem Haupt; sie werden Freude und
Glück erlangen und Kummer und Seufzen werden entfliehen.“ (Jes. 35:10) Unser
Herr bezog sich nur auf zwei dieser Wege, weil
der dritte bis zur rechten Zeit nicht geöffnet wird-gerade wie er, die
frohe Botschaft verkündend, sagte: "Diese Schriftstelle ist vor euren
Ohren erfüllt“, aber die Weissagung von "dem Tag der Rache“ wegließ, weil
er damals nicht an der Zeit war. (Vergleiche
Lu 4:19 und Jes. 61:2) Jetzt dagegen, wo der schmale Weg sich seinem
Ende zuneigt, fängt im Licht des heraufdämmernden Tages der großartige Hochweg
der Gerechtigkeit an, immer deutlicher erkannt zu werden.
Auf diese Weise
haben wir einen "breiten Weg“ gefunden, auf welchem gegenwärtig die Masse
der Menschheit wandelt, welche von dem "Fürsten dieser Welt“ getäuscht und
durch verderbte Neigungen irregeleitet worden ist. Wir haben festgestellt, dass
er "durch eines Menschen Ungehorsam“ eröffnet worden ist und dass
dadurch der abwärtsführende Lauf von unserem Geschlecht begonnen hat. Wir haben
gefunden, dass der "Hochweg der Heiligung“ durch unseren Herrn geöffnet
werden wird, welcher sich selbst als ein Lösegeld für alle gab und alle aus der Vernichtung erlöst, in welche der "breite Weg“
führt, und dass er zur rechten Zeit für alle Erlösten leicht zu erreichen sein
wird, welche er mit seinem eigenen kostbaren Blut erkauft hat. Wir haben
außerdem gefunden, dass der gegenwärtige "schmale Weg“ durch das Verdienst
desselben kostbaren Blutes eröffnet worden ist, und dass er ein besonderer Weg
ist, welcher zu einem besonderen Preis führt, und dass er als eine Prüfung und als eine Schulung besonders schmal und schwierig gemacht
worden ist für diejenigen, welche heraus gewählt werden, um zu Teilhabern an
der göttlichen Natur gemacht zu werden und zu Miterben
mit unserem Herrn Jesus in dem Königreich der Herrlichkeit, welches in Kürze
für die Segnung von allen geoffenbart werden wird. Diejenigen, welche diese Hoffnung haben-welche diesen Preis erkennen-können
im Vergleich dazu alle anderen Hoffnungen als Verlust und als unbedeutend
betrachten. - Php 3:8-15 1???
STUDIE
XII—Erklärung der Karte, welche den Plan der Zeitalter darstellt
Die Zeitalter.
-Die Erntezeiten. -Stufen der tatsächlichen und der zugerechneten Stellung.
-Der Lauf von unserem Herrn Jesus. -Der Lauf seiner Nachfolger. -Drei Klassen
in der Namenkirche. -Die Trennung in der Erntezeit. -Die Schar der Gesalbten
verherrlicht. -Die große Drangsalsklasse. -Der Scheinweizen verbrannt. -Die
Welt gesegnet. -Das herrliche Endziel.
Am Schluss
dieses Bandes ist eine Karte beigefügt, welche den Plan Gottes für die
Errettung der Welt darstellt. Durch dieselbe haben wir versucht, dem Geist
durch das Auge zu helfen, um einiges über den fortschreitenden Charakter von
Gottes Plan zu verstehen und die aufeinander folgenden Schritte, welche alle
diejenigen durchmachen müssen, welche jemals die vollständige
"Verwandlung“ von der menschlichen zur göttlichen Natur erreichen.
Erstens haben
wir einen Umriß von drei großen Zeitabschnitten: A, B, C.
Der erste von diesen, A, reicht von der Erschaffung des Menschen bis zur
Sintflut; der zweite, B, von der Sintflut bis zum Beginn des tausendjährigen
Reiches von Christus bei seiner Zweiten Gegenwart; und der dritte, oder der
Zeitabschnitt von der Vollendung der Zeiten, C, reicht von dem Anfang von der
Herrschaft des Christus bis in "die kommenden Zeitalter.“ { Eph 1:10 2:7}
Auf diese drei großen Zeitabschnitte wird in der Schrift häufig Bezug genommen:
A wird die "damalige Welt“ genannt; B wird von unserem Herrn Jesus "diese Welt“, von Paulus
"die gegenwärtige böse Welt“ und von Petrus "die jetzige Welt“
genannt. C wird im Gegensatz zur gegenwärtigen bösen
Welt "die Welt, in welcher Gerechtigkeit wohnt, “ genannt. Jetzt herrscht
das Böse, und der Gerechte leidet, während in der kommenden Welt dieses
Verhältnis genau umgekehrt sein wird; die Gerechtigkeit wird herrschen, und die
Übeltäter werden leiden, und schließlich wird alles Böse vernichtet werden.
In jeder dieser
drei großen Zeitabschnitte oder "Welten“ hat Gottes Plan in bezug auf die
Menschen einen unterschiedlichen und getrennten Umriß; jedoch ist jeder nur ein
Teil des einen großen Planes, welcher, wenn vollendet, die göttliche Wahrheit
beweisen wird-obwohl die einzelnen Teile, getrennt von einander betrachtet,
verfehlen, ihre tiefe Bedeutung zu zeigen. Da die erste "Welt“
("Himmel und Erde“ oder jene Ordnung der Dinge) zur Zeit der Sintflut zu
Ende ging, so folgt, dass es eine von "dieser gegenwärtigen bösen Welt“
verschiedene Ordnung gewesen sein muss, von welcher unser Herr sagte, dass der
Satan ihr Fürst ist. Daher war der Fürst dieser gegenwärtigen bösen Welt nicht
der Fürst der Welt, welche vor der Sintflut war, obwohl er damals nicht ohne
Einfluss war. Verschiedene Schriftstellen werfen Licht auf Gottes
Verfahrensweise während jener Zeit und geben auf diese Weise einen klaren
Einblick in seinen Plan als ein Ganzes. Der Gedanke, welcher aus denselben hervorgeht,
ist, dass die erste "Welt“ oder der Zeitabschnitt vor der Sintflut unter
der Oberaufsicht und besonderen Verwaltung der Engel war. Es war ihnen
gestattet zu versuchen, was sie tun konnten, um das gefallene und verderbte
Geschlecht wiederherzustellen. Mit Gottes Zulassung waren sie ohne Zweifel
bestrebt, es zu versuchen; denn ihre Teilnahme wurde in dem Singen und Jauchzen
über die Werke der Schöpfung kundgetan. (Hiob 38:7) Dass Engel die
zugelassenen, wenn auch erfolglosen Herrscher von jenem ersten Zeitabschnitt waren, wird nicht nur durch
alle Bezugnahmen auf jenen Zeitabschnitt angedeutet, sondern es kann auch
begründeterweise aus der Bemerkung des Apostels gezogen werden, als er den
gegenwärtigen Zeitabschnitt mit dem vergangenen und dem zukünftigen
vergleichend sagte: "Denn nicht Engeln hat er die kommende Welt
unterworfen.“ { Heb 2:5} Nein, jene Welt wird unter der Herrschaft des Herrn
Jesus und seinen Miterben sein; und daher wird es nicht nur eine viel
gerechtere Herrschaft als die der "gegenwärtigen bösen Welt“ sein, sondern
auch eine viel erfolgreichere als die erste Welt oder des ersten
Zeitabschnittes unter dem "Dienst der Engel“, deren Unfähigkeit, das
Geschlecht emporzuheben, dadurch offenkundig wurde, dass die Bosheit des
Menschen so groß wurde, dass Gott in seinem Zorn und gerechten Unwillen das
ganze damals lebende Geschlecht mit Ausnahme von acht Personen durch eine
Sintflut vernichtete. -1. Mose 7:13
Während der
"gegenwärtigen bösen Welt“ wird es dem Menschen gestattet, es zu
versuchen, sich selbst zu regieren; aber wegen des Falles ist er unter der
Herrschaft des Satans, des "Fürsten dieser Welt“, gegen dessen geheime
Machenschaften und Intrigen er während der langen Zeit von der Flut bis zur
gegenwärtigen Zeit in seinen Bemühungen der Selbstherrschaft vergeblich
angekämpft hat. Diese versuchte Herrschaft des Menschen unter dem Satan wird in
der größten Drangsalszeit, welche die Welt je gesehen hat, zu Ende gehen. Auf
diese Weise wird sich die Fruchtlosigkeit nicht nur von der Macht der Engel,
das Geschlecht zu erretten, sondern auch von den eigenen Bemühungen des
Menschen, zufriedenstellende Zustände zu erreichen, bewiesen haben.
Der zweite
dieser großen Zeitabschnitte, B, ist aus drei verschiedenen Zeitaltern
zusammengesetzt, von welchen jedes als ein weiterer Schritt in Gottes Plan
aufwärts und nach vorne führt.
Das Zeitalter D
war dasjenige, in welchem sich Gottes besonderes Handeln auf die Patriarchen
wie Abraham, Isaak und Jakob bezog.
Das Zeitalter E
ist das jüdische Zeitalter oder der Zeitabschnitt, welcher dem Tod Jakobs
folgte, während welchem alle seine Nachkommen von Gott als seine besonderen
Schutzbefohlene-als "sein Volk“ -behandelt wurden. Ihnen erwies er
besondere Gnaden und erklärte: "Nur euch habe ich von allen Geschlechtern
der Erde erkannt (in Gnade anerkannt).“ { Am 3:2} Als ein Volk waren sie ein
Vorbild von der Herauswahl des Evangeliumszeitalters, der "heiligen Nation,
dem eigentümlichen Volk.“ Die ihnen gegebenen Verheißungen waren Vorbilder der
uns gemachten, , besseren Verheißungen.“ Ihre Wanderung durch die Wüste nach
dem gelobten Land war vorbildlich von unserer Wanderung durch die Wüste der
Sünde nach dem himmlischen Kanaan. Ihre Opfer rechtfertigten sie vorbildlich,
nicht wirklich; denn das Blut von Stieren und Böcken kann unmöglich Sünde
hinweg nehmen. { Heb 10:4} Im Evangeliumszeitalter F aber haben wir die
"besseren Opfer“, welche die Versöhnung für die Sünden der ganzen Welt
zustande bringen. Die "königliche Priesterschaft“ setzt sich aus allen
denjenigen zusammen, welche sich selbst als "lebendige Opfer“ Gott
darbringen, heilig und annehmbar durch Jesus Christus, welcher das Haupt oder
der "Hohepriester unseres Bekenntnisses“ { Heb 3:1} ist. Im
Evangeliumszeitalter finden wir die Wirklichkeiten, von denen das jüdische
Zeitalter und seine Dienste und Verordnungen nur Schatten waren. - Heb 10:1???
Das
Evangeliumszeitalter, F, ist der Zeitabschnitt, während welchem der Leib
Christi aus der Welt heraus gerufen wird, welchen durch den Glauben die Krone
des Lebens und die überaus großen und kostbaren Verheißungen gezeigt werden,
durch welche sie (im Gehorsam gegenüber der Berufung und seinen Erfordernissen)
zu Teilhabern an der göttlichen Natur werden. { 2Pe 1:4} Das Böse wird noch in
der Welt zugelassen, damit diese durch Berührung mit demselben erprobt werden
können, um zu sehen, ob sie bereitwillig sind, die menschliche Natur mit ihren
Rechten und Segnungen als lebendiges Opfer darbringen, um Jesus Tod gleich
gestaltet zu werden, auf dass sie würdig erachtet werden, ihm auch in seiner
Auferstehung gleich zu sein. -Psl. 17:15
Der dritte
große Zeitabschnitt, C, setzt sich aus vielen Zeitaltern zusammen, aus den "kommenden Zeitaltern.“ Das erste von
diesen, das Millenniumszeitalter, G, ist das einzige, hinsichtlich dessen wir
irgendwelche bestimmte Belehrung haben. Es sind die tausend Jahre, während
welcher Christus herrschen wird und dadurch alle Geschlechter der Erde segnen
wird und die "Wiederherstellung aller Dinge, von welchen Gott durch den
Mund aller seiner heiligen Propheten von jeher geredet hat, “ hinausführen
wird. (Apg. 3:19-21) Während dieses Zeitalters werden die Sünde und der Tod für
immer ausgerottet werden, denn "er muß herrschen, bis er alle Feinde unter
seine Füsse gelegt hat. Der letzte Feind, der weggetan (zunichte gemacht) wird,
ist der Tod“ - der adamitische Tod. (1. Kor. 15:25,26) Das wird der große
Zeitabschnitt des Wiederaufbaus sein. In jener Herrschaft wird die Herauswahl,
seine Braut, sein Leib, mit Christus Jesus vereinigt sein, wie er es verheißen
hat: "Wer überwindet, dem werde ich geben, mit mir auf meinem Thron zu
sitzen, wie auch ich überwunden habe und mich gesetzt habe mit meinem Vater auf
seinen Thron.“ -Off. 3:21
Die
"kommenden Zeitalter“, H, welche dem großen Zeitabschnitt des
Wiederaufbaus folgen, sind Zeitalter der Vollkommenheit, der Glückseligkeit und
des Wohlergehens. Über das Werk, welches in denselben vor sich gehen wird,
schweigt die Schrift. Es ist bei solch einer Entfernung genug zu wissen, dass
es unter der göttlichen Gnade Zeitalter der Herrlichkeit und der Segnungen sein
werden.
Jeder dieser
großen Zeitabschnitte hat seine bestimmte Zeit für den Anfang und für die
Entwicklung seines Werkes, und jeder endet mit einer Ernte, welche seine
Früchte offenbar macht. Die Erntezeit am Schluss des jüdischen Zeitalters war
ein Zeitabschnitt von 40 Jahren, beginnend mit der Weihung von Jesus, als er
mit dem Geist Gottes gezeugt wurde (Apg. 10:37,38) im Jahre 29 n. Chr. bis zur
Zerstörung von Jerusalem im Jahre 70 n. Chr. In dieser Erntezeit endete das
jüdische Zeitalter und das Evangeliumszeitalter begann. Es gab ein
Ubereinandergreifen von diesen beiden Zeitaltern, wie es im Diagramm dargestellt
ist.
In einem
gewissen Sinn endete das jüdische Zeitalter, als der Herr am Ende der drei und
ein halb Jahre seiner Tätigkeit sie beiseite legte und sagte: "Euer Haus
wird euch öde gelassen.“ { Mt 23:38} Doch wurde ihnen noch drei und ein halb Jahre
länger Gnade erwiesen, indem die Berufung des Evangeliums noch auf sie begrenzt
blieb in Harmonie mit der Erklärung des Propheten { Da 9:24-27} hinsichtlich
der siebzig Jahrwochen der Gnade für sie. In der Mitte der letzten dieser
Wochen sollte der Messias abgeschnitten werden (sterben), doch nicht für sich
selbst. "Christus starb (nicht für sich selbst, sondern) für unsere
Sünden, “ und bewirkte auf diese Weise das Ende der vorbildlichen Opfer und
Opfergaben in der Mitte der Woche-drei und ein halb Jahre vor Ablauf der
siebzigsten Bundeswoche der jüdischen Gnade. Als das wahre Opfer dargebracht
worden war, konnte natürlicherweise das vorbildliche von Jehova nicht länger
mehr anerkannt werden.
Es gibt also
noch einen volleren Sinn, in welchem das jüdische Zeitalter zu Ende ging, und
zwar mit dem Ende der siebzig Wochen oder drei und ein halb Jahre nach dem
Kreuz-worauf das Evangelium auch den Nationen gepredigt wurde, beginnend mit
Kornelius. (Apg. 10:45) Damit endete ihr Zeitalter, soweit es Gottes Gnade für
sie und die Anerkennung der alleinigen Herauswahl aus den Juden betraf; ihre
nationale Existenz ging erst später in der folgenden Drangsalszeit zu Ende.
In jener
jüdischen Erntezeit nahm das Evangeliumszeitalter seinen Anfang. Der Zweck
dieses Zeitalters ist die Berufung, Entwicklung und Erprobung des
"Christus (Gesalbten) Gottes“ -Haupt und Leib. Es ist das Zeitalter des
Geistes; daher ist es richtig zu sagen, das Evangeliumszeitalter begann mit der
Salbung von Jesus "mit dem Heiligen Geist und der Kraft“ {Apg. 10:38 Lu
3:22 4:1,18???} zur Zeit seiner Taufe. Was seine Herauswahl betrifft, seinen
Leib, begann es erst drei und ein halb Jahre später.
Eine
"Erntezeit“ bildet ebenfalls die Schlusszeit des Evangeliumszeitalters,
während welcher es erneut ein Übereinandergreifen von zwei Zeitaltern gibt-das
Evangeliumszeitalter endet und das Zeitalter der Wiederherstellung oder des
Millenniums beginnt. Das Evangeliumszeitalter schließt in mehreren Stufen, wie
es sein Vorbild oder "Schatten“, das jüdische Zeitalter, tat. Wie dort die
ersten sieben Jahre in der Erntezeit in einem besonderen Sinn der Arbeit in und
für Israel nach dem Fleisch gewidmet waren und Jahre der Gnade waren, so finden
wir hier ähnliche sieben Jahre bezeichnet, mit derselben Bedeutung und
Tragweite für die Herauswahl des Evangeliums, welchen eine Zeit der Drangsal
(des "Feuers“) über die Welt als eine Strafe für die Bosheit und als eine
Vorbereitung für die Herrschaft der Gerechtigkeit folgt-worüber später mehr
berichtet wird.
Der Pfad zur
Herrlichkeit und Ehre
K, L, M, N, P,
R bezeichnen verschiedene Stufen. N ist die Stufe der vollkommenen menschlichen Natur. Ehe Adam sündigte, war er auf
dieser Stufe. Aber vom Augenblick seines Ungehorsams an fiel er auf die Stufe
R, die Stufe der Verderbtheit und der Sünde, auf welcher alle seine Nachkommen
geboren werden. Das ist der breite Weg, der zur Vernichtung führt. P stellt die
Stufe vorbildlicher Rechtfertigung dar, gerechnet, als ob die Opfer des
Gesetzes sie bewirkt hätten. Es war keine tatsächliche Vollkommenheit,
"denn das Gesetz konnte nichts vollkommen machen.“ - Heb 7:19???
N ist aber
nicht nur die Stufe der menschlichen Vollkommenheit, wie sie sich im
vollkommenen Menschen Adam darstellte, sondern es ist auch die Stufe, auf
welcher alle gerechtfertigten Personen stehen. "Christus ist gestorben für
unsere Sünden nach der Schrift“, und folglich werden alle an Christus
Gläubigen-alle, welche sein vollkommenes und vollbrachtes Werk als ihren
Rechtfertiger durch Glauben annehmen-von Gott als gerecht betrachtet oder
gerechnet als vollkommene Menschen, als ob sie niemals Sünder gewesen wären. In
Gottes Augen werden alle, welche Christus als ihren Erlöser annehmen,
betrachtet, als ob sie auf der Stufe der menschlichen Vollkommenheit N sind.
Das ist die einzige Stellung, aus welcher der Mensch sich Gott nähern darf oder
irgendeine Gemeinschaft mit ihm haben darf. Alle auf dieser Stufe nennt Gott
Söhne-menschliche Söhne. Auf diese Weise war Adam, ehe er ungehorsam wurde, ein
Sohn { Lu 3:38} und hatte Gemeinschaft mit Gott. Alle, welche das vollbrachte
Erlösungswerk von unserem Herrn Jesus annehmen, werden als zur ursprünglichen
Reinheit wiederhergestellt betrachtet, und infolgedessen haben sie Gemeinschaft
mit Gott.
Während dieses
Evangeliumszeitalters hat Gott den gerechtfertigten menschlichen Wesen ein
besonderes Anbieten gemacht und ihnen gesagt, dass sie unter bestimmten
Bedingungen eine Veränderung der Natur machen können, dass sie aufhören
irdische, menschliche Wesen zu sein und himmliche, geistige Wesen werden gleich
Christus, ihrem Erlöser. Einige Gläubige-gerechfertigte Personen-sind mit der
Freude und dem Frieden, den sie durch den Glauben an die Vergebung ihrer Sünden
haben, zufrieden und achten nicht auf die Stimme, welche ihnen zuruft: Kommt
höher hinauf. Andere dagegen, ergriffen von der Liebe Gottes, wie sie in ihrer
Loskaufung von der Sünde sich zeigt und in dem Bewußtsein, dass sie nicht sich
selbst gehören, sondern dem, der sie mit einem Preis erkauft hat, sprechen:
"Herr, was willst du, dass ich tun soll?“ Denen antwortet der Herr durch
Paulus: "Ich ermahne euch Brüder, durch die Erbarmungen Gottes, euch
selbst als ein lebendiges Opfer darzustellen, heilig und Gott annehmbar,
welches euer vernünftiger Dienst ist.“ (Röm. 12:1) Was meint der Apostel mit
dem-uns selbst als "lebendiges Opfer darstellen?“ Er meint, dass wir alle
Kraft und jede Fähigkeit, die wir besitzen, dem Dienst Gottes weihen sollten,
so dass wir von da an nicht uns selbst leben, noch unseren Freunden, noch
Familien, noch der Welt, noch irgend etwas anderem, sondern dem, uns mit seinem
eigenen teuren Blut erkauft hat.
Aber weil Gott
makelhafte oder unvollkommene vorbildliche Opfer nicht annimmt, und weil wir
alle durch Adam Sünder wurden, wie können wir annehmbare Opfer sein? Paulus
zeigt, dass wir deshalb annehmbare Opfer sein können, weil wir heilig sind. Wir
sind nicht heilig wie Jesus, welcher von keiner Sünde wusste, denn wir sind von
dem verurteilten Geschlecht; noch weil es uns gelungen ist, einen vollkommenen
Wandel zu erreichen; denn wir schätzen uns selbst noch nicht, jene
Vollkommenheit, zu der wir berufen sind, erreicht zu haben, sondern wir haben
diesen Schatz in (zerbrechlichen und undichten) irdischen Gefäßen, auf dass
erkannt werden mag, dass die Herrlichkeit von unserer schliesslichen
Vollkommenheit von Gottes Gnade ist und nicht aus unserer eigenen Fähigkeit.
Dagegen gründet sich unsere Heiligkeit und unsere Annehmbarkeit als Opfer auf
die Tatsache, dass Gott uns durch den Glauben an das dargebrachte Opfer des
Christus als frei von aller Sünde gerechnet hat.
So viele nun
diese Berufung verstehen und ihr folgen, erfreuen sie sich daran, dass sie
würdig erachtet werden, um Christus
Namen willen Schmach zu erleiden, und sie sehen nicht auf das Sichtbare,
sondern auf das Unsichtbare-auf die "Krone des Lebens“ -auf "die
Herrlichkeit, die an uns soll geoffenbart werden wird“ und auf das Kleinod,
"den Preis unserer hohen Berufung in Christus Jesus.“ Diese werden von dem
Augenblick ihrer Weihung an nicht mehr als Menschen angesehen, sondern als von
Gott durch das Wort der Wahrheit Gezeugte-nicht mehr länger als menschliche,
sondern als geistige Kinder. Sie sind jetzt dem Preis einen Schritt näher, als
da sie zuerst glaubten. (Röm. 13:11) Aber ihr geistiges Wesen ist noch
unvollkommen; sie sind nur vom Geist gezeugt, aber
noch nicht geboren. Sie sind geistige Kinder im
Embryozustand, im Wachstum begriffen, auf der Stufe M, der Stufe der geistigen
Zeugung. Weil sie vom Geist gezeugt sind, werden sie nicht länger mehr als
menschliche, sondern als geistige Wesen gerechnet; denn sie haben ihre frühere
gerechtfertigte menschliche Natur aufgegeben oder als tot gerechnet-ein
lebendiges Opfer, heilig, annehmbar und von Gott angenommen. Sie sind jetzt
Neue Schöpfungen in Christus Jesus; das alte (menschlicher Wille, Hoffnungen
und Bestrebungen) ist vergangen, siehe, alles ist neu geworden, denn "ihr
seid nicht im Fleisch, sondern im Geist, wenn Gottes Geist in euch wohnt.“ (2.
Kor. 5:17; Röm. 8:9) Wenn ihr vom Geist gezeugt worden seid, "seid ihr
(als menschliche Wesen) gestorben, und euer Leben ist verborgen mit dem
Christus in Gott.“
Die Stufe L
stellt den Zustand vollkommener
geistiger Wesen dar; aber ehe
die Stufe L erreicht werden kann, müssen die Bedingungen unseres Bundes
ausgeführt worden sein. Es ist ein Ding, mit Gott den Bund zu schliessen, dass
wir allem Irdischen gegenüber tot sein wollen, und ein anderes Ding, diesen
Bund durch die ganze irdische Laufbahn hindurch auszuführen-seinen Leib zu
töten, seinen eigenen Willen außer Acht zu lassen und den Willen des Herrn zu
vollbringen. Der Eintritt auf Stufe L wird die Geburt genannt oder der volle
Eintritt in das Leben als ein geistiges Wesen. Die gesamte Herauswahl wird auf
diese Stufe gelangen, wenn sie aus der Welt heraus gesammelt (ausgewählt) ist
in der Ernte oder dem Ende des Evangeliumszeitalter. "Die Toten in
Christus werden zuerst auferstehen.“ Danach werden wir, die wir leben und
übrigbleiben, in einem Augenblick verwandelt-zu vollkommenen geistigen Wesen
gemacht, gleich dem herrlichen Leib von Christus (denn "dies Sterbliche
muß die Unsterblichkeit anziehen“). Dann wird das Vollkommene gekommen sein,
und das, was Stückwerk ist (der Zustand des Gezeugtseins mit den verschiedenen
Hindernissen des Fleisches, denen wir jetzt unterworfen sind) wird beendet
sein.
Aber es gibt
noch einen weiteren Schritt, welcher gemacht werden muß jenseits der
Vollkommenheit als geistiges Wesen, nämlich der hin zu der "Herrlichkeit
danach“ -der Stufe K. Wir beziehen uns hier nicht auf eine Herrlichkeit der
Person, sondern auf eine solche der Macht oder der Stellung. Das Erreichen der
Stufe L bringt uns zu voller persönlicher Herrlichkeit, das heißt esmacht uns
zu herrlichen Wesen gleich dem Christus. Aber nachdem wir auf diese Weise
vollkommen und völlig gleich mit unserem Herrn und Haupt gemacht worden sind,
werden wir mit ihm auch auf seinem Thron sitzen, genauso wie er, als er,
nachdem er bei seiner Auferstehung vollkommen gemacht worden war, zur rechten
Hand der Majestät in der Höhe erhöht worden ist. Auf diese Weise werden wir in
die ewige Herrlichkeit, Stufe K, eintreten.
Laßt uns nun
die Karte sorgfältig studieren und uns ihre Erläuterungen von den verschiedenen
Zügen des Planes Gottes bemerken. Bei diesen Erläuterungen verwenden wir die
Figur einer Pyramide, um die Vollkommenheit darzustellen, weil sie dafür sehr
geeignet ist und auf Grund der ganz offensichtlichen Bezugnahme auf ihr in der
Schrift.
Adam war ein
vollkommenes Wesen, siehe Pyramide a. Beachte ihre Stellung-auf der Stufe N,
welche die menschliche Vollkommenheit darstellt. Auf der Stufe R, die Stufe der
Sünde und Unvollkommenheit oder die verderbte Stufe, stellt die Pyramide ohne
Spitze, b, eine unvollkommene Figur, den gefallenen Adam und seine Nachkommen
da-verderbt, sündig und verurteilt.
Abraham und
andere jenes Tages, welche wegen des Glaubens gerechtfertigt wurden zur
Gemeinschaft mit Gott, werden durch eine Pyramide (c) auf der Stufe N dargestellt. Abraham war ein Glied der
verderbten menschlichen Familie und gehörte von Natur aus mit den übrigen auf
die Stufe R; aber Paulus sagt uns, dass Abraham durch den Glauben
gerechtfertigt war, das heißt, er wurde von Gott um seines Glaubens willen als
ein sündloser und vollkommener Mensch betrachtet. Das hob ihn in Gottes Augen
empor aus der Welt der verderbten, sündigen Menschen auf die Stufe N; und
obwohl in Wirklichkeit noch unvollkommen, wurde er doch in die Gnade
aufgenommen, welche Adam verloren hatte, nämlich Gemeinschaft mit Gott zu haben
als ein "Freund.“ (Jak. 2:23) Alle auf der vollkommenen (sündlosen) Stufe
N sind Freunde Gottes, und er ist ihr Freund; aber Sünder (auf der Stufe R)
sind in Feindschaft gegen Gott-"Feinde durch böse Werke.“
Die Welt der
Menschheit nach der Sintflut, durch die Figur d dargestellt, blieb auf der
Stufe R-in Feindschaft, wo sie verbleibt bis die Herauswahl des Evangeliums
ausgewählt ist und das Millenniumszeitalter begonnen hat.
"Israel
nach dem Fleisch“ während des jüdischen Zeitalters, als die vorbildlichen Opfer
der Stiere und Böcke sie reinigten (nicht wirklich, sondern vorbildlich,
"denn das Gesetz konnte nichts vollkommen machen“ - Heb 7:19???), waren
vorbildlich gerechtfertigt, daher sind sie (e) auf der Stufe
P, der Stufe der vorbildlichen Rechtfertigung, welche von der Gesetzgebung am
Berg Sinai bis dahin reicht, wo Jesus dem Gesetz ein Ende machte, indem er es
an sein Kreuz nagelte. Da endete die vorbildliche Rechtfertigung durch die
Einführung der "besseren Opfer“ als die jüdischen Vorbilder, welche nun
wirklich "die Sünde der Welt hinweg nehmen“ und "die Hinzunahenden
(tatsächlich) vollkommen machen.“ - Heb 10:1???
Das Feuer der
Prüfung und der Drangsal, durch welches das fleischliche Israel hindurchging,
als Jesus gegenwärtig war und sie sichtete und aus ihnen den Weizen, die
"rechten Israeliten“ herausnahm, und besonders als er nach der Absonderung
des Weizens, "die Spreu (den zurückgewiesenen Teil jenes Systems) mit
unlöschbarem Feuer“ verbrannte, wird
durch die Figur f veranschaulicht. Es war eine
Drangsalszeit, und sie waren machtlos, dieselbe zu verhindern. Siehe Lu 3:17 21:22 _ 1Th 2:16
Im Alter von
dreißig Jahren war Jesus ein vollkommener, zum gesetzlichen Mannesalter
herangereifter Mensch (g). Er hatte die Herrlichkeit des geistigen
Zustandes verlassen und war ein Mensch geworden,
auf dass er (durch die Gnade Gottes) für jeden Menschen den Tod erlitt. Die
Gerechtigkeit von Gottes Gesetz ist eine absolute: Auge um Auge, Zahn um Zahn,
Leben um Leben. Es war notwendig, daß ein vollkommener Mensch für die Menschheit starb, weil die Forderungen der Gerechtigkeit
auf keine andere Weise erfüllt werden konnten. Der Tod eines Engels konnte
genauso wenig die Strafe bezahlen und den Menschen freimachen, als wie der Tod
von "Stieren und Böcken die Sünde niemals hinweg nehmen kann.“ Daher wurde
der, welcher "der Anfang der Schöpfung Gottes“ (Off. 3:14) genannt wird,
ein Mensch, er "wurde Fleisch“, damit er das
Lösegeld, den entsprechenden Preis, geben konnte, welcher die Menschheit erlöst
(zurückkauft). Er mußte ein vollkommener Mensch sein, sonst hätte er genauso
wenig wie irgendein anderes Glied des gefallenen Geschlechtes den Preis
bezahlen können. Er war "heilig, unschuldig, unbefleckt und von den
Sündern abgesondert.“ Er nahm dieselbe Gestalt oder die Gleichheit der Sünder
an, die "Gleichheit des Fleisches der Sünde“, die menschliche Gestalt,
"doch ohne Sünde.“ (Röm. 8:3 Heb 4:15 2. Kor. 5:21) Aber er nahm die
menschliche Natur in ihrer Vollkommenheit an. Er nahm nicht teil an ihrer
Sünde, noch hatte er Anteil an ihrer Unvollkommenheit, außer was er während
seiner Tätigkeit freiwillig an Schmerzen und Leiden von einigen teilte, indem
er ihre Schmerzen und Krankheiten auf sich nahm, als er ihnen seine Lebenskraft
und Gesundheit mitteilte. Wie geschrieben steht:, , Er trug unsere Krankheit
und hat unsere Schmerzen auf sich geladen“ (Jes. 53:7) und Kraft (Leben, Lebenskraft) ging von ihm
und heilte sie alle. - Mr 5:30 Lu 6:19 Mt 8:16,17???
In der Gestalt
als ein (vollkommener) Mensch gefunden, erniedrigte er sich selbst und war
gehorsam bis zum Tod. Er stellte sich Gott dar, sagend: "Siehe, ich komme,
im Buch steht von mir geschrieben, um deinen Willen, o Gott, zu tun“ -und
symbolisierte diese Weihung durch eine Taufe im
Wasser. Als er sich auf diese Weise selbst darbrachte, weihte er sein Wesen.
Sein Opfer war heilig (rein) und Gott annehmbar, welcher seine Annahme dadurch
zeigte, dass er ihn mit seinem Geist und mit Kraft erfüllte-als der Heilige
Geist auf ihn kam, und er auf diese Weise gesalbt wurde.
Dieses Erfüllen
mit dem Geist war seine Zeugung zu einer neuen Natur-der göttlichen-welche
vollständig entwickelt oder geboren wurde, nachdem er das Opfer (das Aufopfern
der menschlichen Natur) völlig vollendet hatte. Diese Zeugung war ein Schritt
aufwärts von dem menschlichen Zustand und wird durch die Pyramide h auf der Stufe M gezeigt, der Stufe der geistigen Zeugung. Auf
dieser Stufe verbrachte Jesus drei und ein halb Jahre seines Lebens-bis sein
menschliches Dasein am Kreuz endete. Nachdem er drei Tage tot gewesen war, wurde er zum Leben auferweckt-zu der
Vollkommenheit der geistigen Wesen (i, auf der Stufe L) vom Geist geboren-"der
Erstgeborene aus den Toten.“ "Was vom Geist geboren
ist, das ist Geist.“ Jesus wurde daher bei seiner und nach
seiner Auferstehung ein Geist-ein geistiges Wesen und war nicht mehr in
irgendeinem Sinn ein menschliches Wesen.
Es ist wahr, er
hatte die Macht, als Mensch zu erscheinen, und er erschien als ein Mensch, um
seine Jünger zu belehren und ihnen zu beweisen, dass er nicht mehr tot war;
aber er war kein Mensch mehr, und er war nicht mehr länger den menschlichen
Bedingungen unterworfen, sondern er konnte gehen und kommen wie der Wind
(selbst wenn die Türen geschlossen waren) und niemand konnte sagen, von wo er
kam und wohin er ging, denn: "So ist jeder, der aus dem Geist geboren
ist.“ - Joh 3:8??? -vergleiche Joh
20:19,26
Von dem
Augenblick an als er sich zu der Zeit seiner Taufe als Opfer weihte, wurde das
Menschliche als tot gerechnet-und von da an wurde der Anfang der neuen Natur
gerechnet, welche bei seiner Auferstehung vollendet wurde, als sie die Stufe der geistigen
Vollkommenheit, L, errreichte-als ein geistiger Leib auferweckt wurde.
Vierzig Tage
nach seiner Auferstehung stieg Jesus auf zu der Majestät in der Höhe-der Stufe
der göttlicher Herrlichkeit K (Pyramide k). Während des
Evangeliumszeitalters ist er in der Herrlichkeit (l) gewesen, "er hat sich mit dem Vater auf seinen Thron
gesetzt“ und ist das Haupt seiner Herauswahl auf der Erde gewesen-ihr Lenker und
Leiter. Während dieses ganzen Evangeliumszeitalters ist die Herauswahl in dem
Vorgang der Entwicklung gewesen unter der Erziehung und in der Prüfung zu dem
Zweck, dass sie am Ende oder in der Ernte des Zeitalters seine Braut und
Miterbe wird. Daher hat sie Gemeinschaft an seinen Leiden, damit sie auch
zusammen mit ihm verherrlicht wird (Stufe K), wenn die rechte Zeit dafür kommt.
Die Stufen der
Herauswahl zur Herrlichkeit sind dieselben, wie die von ihrem Leiter und Herrn,
welcher "uns ein Beispiel gegeben hat, auf dass wir in seinen Fußstapfen
nachfolgen“ -nur mit dem Unterschied, dass die Herauswahl von einer niedrigeren
Stufe ausgeht. Unser Herr kam, wie wir gesehen haben, auf der Stufe der
menschlichen Vollkommenheit, N, in die Welt, während wir alle, die
wir vom Geschlecht Adams sind, auf einer niedrigeren Stufe R, der Stufe der
Sünde, der Unvollkommenheit und der Feindschaft gegen Gott sind. Das erste, was
für uns notwendig ist, ist gerechtfertigt zu werden, um auf diese Weise die Stufe N
zu erreichen. Wie geschieht dies? Durch gute Werke? Nein, Sünder können keine
guten Werke tun. Wir konnten uns Gott nicht empfehlen, darum "erweist Gott
seine Liebe gegen uns darin, dass Christus, da wir noch Sünder waren, für uns
gestorben ist.“ (Röm. 5:8) Daher ist die Bedingung, unter welcher wir auf die
Stufe der Rechtfertigung oder der vollkommenen menschlichen Natur gelangen,
die, dass Christus für unsere Sünden starb, “ uns erkaufte und uns "durch
den Glauben an sein Blut“ auf die Stufe der Vollkommenheit, von der wir in Adam
fielen, emporhob. "Wir sind gerechtfertigt worden durch den Glauben“
(emporgehoben worden auf die Stufe N).“ Und "da wir gerechtfertigt worden sind aus Glauben, haben wir Frieden mit Gott“ (Röm. 5:1) und werden nicht
länger mehr von Gott als Feinde angesehen, sondern als gerechtfertigte
menschliche Söhne auf derselben Stufe, auf der Adam und unser Herr Jesus waren,
nur mit dem Unterschied, dass diese tatsächlich vollkommen waren, während wir
nur so von Gott gerechnet werden. Diese zugerechnete Rechtfertigung eignen wir
uns durch den Glauben an Gottes Wort an, welches sagt: Ihr seid "teuer
erkauft“, "erlöst“ (wörtlich:
"losgekauft“), "von allem gerechtfertigt“, "umsonst gerechtfertigt.“
Wir stehen in Gottes Augen tadellos, fleckenlos und heilig in dem Kleid der
Gerechtigkeit Christi, welches uns durch den Glauben zugerechnet wird. Unsere
Sünden ließ er sich anrechnen, damit er die Strafe für uns tragen
konnte, und er starb an unserer Statt, als ob er der Sünder gewesen wäre.
Allen, die sein Lösegeld annehmen, wird folglich seine Gerechtigkeit
zugerechnet, und dies bringt ihnen alle die vor dem Einritt der Sünde
besessenen Rechte und Segnungen zurück. Er stellt unser Leben und die
Gemeinschaft mit Gott wieder her. Diese Gemeinschaft können wir sofort durch
den Glauben ausüben, und in Gottes "rechter Zeit“ sind uns das Leben und
die vollständige Gemeinschaft und Freude zugesichert.
Doch vergessen
wir nicht, dass, während die Rechtfertigung eine gesegnete Sache ist, sie keine
Verwandlung der Natur bewirkt. Wir bleiben menschliche Wesen. Das Wort Natur wird in einem angepassten Sinn benutzt, wenn von einem
Menschen gesagt wird, er sei von Natur aus böse, bösartig. Genau genommen ist
kein Mensch von Natur aus böse. Die menschliche Natur ist "sehr gut“, ein irdisches Ebenbild der göttlichen Natur. Daher ist jeder
Mensch von Natur aus gut, die Schwierigkeit ist aber, dass diese gute Natur
verderbt worden ist. Es ist daher für einen Menschen unnatürlich, böse,
tierisch usw. zu sein, und natürlich, Gott ähnlich zu sein. In diesem
ursprünglichen Sinn haben wir das Wort Natur benutzt.
Wir sind durch Christus zu einer vollen Wiedererlangung aller Vorrechte und
Segnungen unserer menschlichen Natur-dem irdischen Ebenbild
Gottes-gerechtfertigt worden. Von dem elenden Zustand der Sünde und der
Entfremdung von Gott sind wir gerettet, und anstatt menschliche Sünder zu sein,
sind wir menschliche Söhne; und weil wir Söhne sind, darum spricht Gott zu uns
als solchen. Während des Evangeliumszeitalters berief er "die kleine
Herde“ der "Miterben“, indem er sprach:, , Mein Sohn, gib mir dein Herz“
-das heißt, gib mir dich selbst, all deine irdischen Kräfte, deinen Willen,
deine Talente, dein alles, wie Jesus dir ein Vorbild gegeben hat, und ich werde
dich zu einem Sohn auf einer höheren Stufe als der menschlichen machen. Ich
werde dich zu einem geistigen Sohn mit einem geistigen Leib machen gleich dem
auferstandenen Jesus-der "das genaue Ebenbild von der Person des Vaters“
ist. Wenn du alles Irdische: Hoffnungen, Bestrebungen, Ziele usw. aufgeben
wirst, die menschliche Natur vollständig weihst und in meinem Dienst
aufbrauchen wirst, dann werde ich dir eine höhere Natur geben als den übrigen
deines Geschlechtes, ich werde dich zum Teilhaber an "der göttlichen Natur“
machen-einen "Erben Gottes und Miterben Jesu Christi; wenn du mit ihm leidest, auf dass du auch zusammen mit ihm verherrlicht wirst.“
Wer diesen im
Evangelium uns vorgehaltenen Preis recht würdigt, der legt gern jede Bürde ab
und läuft mit Ausharren den vor ihm liegenden Wettlauf, damit er ihn erringe.
Werke wurden nicht von uns verlangt, um uns zu rechtfertigen. Unser Herr Jesus
vollbrachte alle Werke, die nötig waren, und als wir durch den Glauben sein
vollendetes Werk annahmen, wurden wir gerechtfertigt und auf die Stufe N
erhoben. Doch wenn wir jetzt weiterkommen möchten, so geht das nicht ohne
Werke. Wahrlich, wir dürfen unseren Glauben nicht verlieren, sonst werden wir
dadurch unsere Rechtfertigung wieder verlieren, aber wenn wir gerechtfertigt
sind und im Glauben verbleiben, so sind wir auch in der Lage (durch die uns bei
unserer Zeugung durch den Geist geschenkte Gnade) Werke zu tun und Gott
wohlgefällige Früchte zu bringen. Gott erwartet dies; denn es ist das Opfer,
auf Grund dessen wir einen Bund gemacht haben. Gott fordert, dass wir unsere
Wertschätzung des großen Preises durch das Aufgeben von allem, was wir haben
und sind, beweisen; nicht vor Menschen, sondern vor Gott-ein Opfer, das heilig
und durch Christum ihm annehmbar ist-unser vernünftiger Dienst.
Wenn wir nun
alles dies darreichen, dann sagen wir: Herr, wie willst du, dass ich dies, mein
Opfer, meine Zeit, mein Talent, meinen Einfluß usw. dir übergeben soll?
Forschen wir dann in Gottes Wort nach seiner Antwort, so hören wir seine
Stimme, die uns lehrt, ihm alles zu übergeben, wie unser Herr Jesus es
tat, indem wir Gutes tun an jedermann, besonders an dem Haushalt des Glaubens,
wie wir Gelegenheit dazu haben-ihnen geistige oder natürliche Nahrung
darzureichen, sie mit dem Kleid der Gerechtigkeit Christi oder mit irdischer
Kleidung zu versehen, je nachdem wir dazu in der Lage sind oder sie bedürftig
sind. Wenn wir alles geweiht haben, sind wir vom Geist
gezeugt, und wir haben die Stufe M erreicht. Jetzt können wir mit der
geschenkten Kraft, wenn wir sie gebrauchen, den ganzen Bund ausführen und als
Überwinder hervorkommen, und mehr als Überwinder durch die Kraft oder den Geist
dessen, der uns geliebt und mit seinem eigenen kostbaren Blut erkauft hat. Aber
auf diese Weise in den Fußstapfen von Jesus wandelnd,
"Denk nie,
der Sieg sei dein,
Noch ruh
zufrieden schon;
Dein Werk wird
nicht vollendet sein,
Bis du
erkämpfst die Krone.“
Die Krone ist
errungen, wenn wir, wie unser treuer Bruder Paulus, den guten Kampf gekämpft
und den Lauf vollendet haben, aber nicht eher. Bis dahin muß die Flamme und der
wohlriechende Duft unseres Opfers der Arbeit und des Dienstes tagtäglich
aufsteigen-ein Opfer von süßem Geruch vor Gott, annehmbar durch Jesus Christus,
unseren Herrn.
Diejenigen
dieser überwindenden Klasse, die "schlafen“, werden als Geistwesen auf der
Stufe L auferweckt werden, und die von derselben Klasse, welche leben und übrig
bleiben bis zum Kommen des Herrn, werden zu derselben Stufe der geistigen Wesen
"verwandelt“ und werden nicht einen Augenblick "schlafen“, obwohl die
"Verwandlung“ die Auflösung des irdischen Gefäßes erfordert. Diese sind
dann nicht mehr länger schwache, irdische, sterbliche, verwesliche Wesen,
sondern sie werden dann vom Geist völlig geborene, himmlische, geistige, unverwesliche,
unsterbliche Wesen sein. -1. Kor. 15:44, 52
Wir wissen
nicht, wie lange es nach ihrer "Verwandlung“ oder Vervollkommnung zu geistigen
Wesen (Stufe L) dauern wird, ehe sie als eine vollzählige und vollendete Schar
mit dem Herrn (auf Stufe K) verherrlicht und mit ihm in Macht und großer
Herrlichkeit vereinigt werden. Diese Vereinigung und völlige Verherrlichung des
gesamten Leibes des Christus mit dem Haupt ist nach unserem Verständnis "die Hochzeit des Lammes“ mit seiner
Braut, wenn sie vollständig in die Freude ihres Herrn eingehen wird.
Blicke wiederum
auf die Karte: n, m, p, q sind vier unterschiedliche Klassen,
welche zusammen die Herauswahl des Evangeliums dem Namen nach darstellen, die
als Gesamtheit den Anspruch erhebt, der Leib Christi zu sein. Die beiden
Klassen n und m sind auf der
Stufe M, der Stufe der Geistgezeugten. Das ganze Evangeliumszeitalter hindurch
haben diese zwei Klassen bestanden; beide hatten mit Gott den Bund geschlossen,
lebendige Opfer zu werden; beide waren "angenommen in dem Geliebten“ und
vom Geist zu "Neuen
Schöpfungen“ gezeugt. Der
Unterschied zwischen ihnen besteht darin: n stellt diejenigen dar, die ihren
Bund halten und mit Christus dem irdischen Willen, Zielen und Hoffnungen
gegenüber tot sind. Die m-Klasse stellt die Schar der vom Geist gezeugten
Kinder dar, die leider vor der Ausführung ihres Bundes zurückschrecken. Die n-Klasse besteht aus Überwindern-der Braut Christi, die mit Jesus
auf seinem Thron in der Herrlichkeit (Stufe K) sitzen wird. Das ist die
"kleine Herde“, an welche es des Vaters Wohlgefallen ist, ihr das Reich zu
geben. { Lu 12:32} Die m-Klasse schreckt vor dem Tod des menschlichen
Willens zurück, Gott aber liebt sie noch und wird sie deshalb auf dem Weg der
Drangsal und Trübsal zur Stufe L, der Stufe der geistiger Vollkommenheit,
bringen. Das Recht auf die Stufe K, den Thron der Herrlichkeit, werden sie
verloren haben, weil sie keine Überwinder waren. Wenn wir unseres Vaters Liebe
wertschätzen, wenn wir den Zuspruch unseres Herrn begehren, wenn wir uns
ernstlich danach sehnen, Glieder seines Leibes, seine Braut, zu werden und auf
seinem Thron zu sitzen, müssen wir unseren Opferbund treu und bereitwillig
erfüllen.
Die große Masse
der Namenkirche wird durch den Teil p dargestellt.
Beachte, dass sie nicht auf der Stufe M, sondern auf der Stufe N sind. Sie sind
gerechtfertigt, aber nicht geheiligt. Sie sind nicht ganz Gott geweiht und
deshalb nicht als Geistwesen gezeugt. Sie stehen jedoch höher als die Welt,
weil sie Jesus als ihr Lösegeld von der Sünde annehmen, aber sie haben die hohe
himmlische Berufung dieses Zeitalters, Anteil zu haben an der geistigen Familie
Gottes, nichtangenommen. Wenn sie im Glauben bleiben und sich völlig den
gerechten Gesetzen des Königreiches Christi unterwerfen, werden sie schließlich
in den Zeiten der Wiederherstellung die Gleichheit des vollkommenen irdischen
Menschen Adam erlangen. Alles, was durch Adam verloren ging, werden sie
vollständig wiedererlangen. Sie werden dieselbe menschliche Vollkommenheit,
geistig, moralisch und körperlich erreichen und wieder im Ebenbild Gottes sein,
wie Adam es war; denn zu all diesem wurden sie erkauft. Und ihre Stellung der
Rechtfertigung auf der Stufe N, als solche, die von der Errettung in Christus
gehört und an dieselbe geglaubt haben, ist ein besonderer Segen, den sie durch
den Glauben früher als die übrige Welt genießen (denn alle werden im
Millenniumszeitalter zu dieser genauen Erkenntnis der Wahrheit gebracht
werden). Diese aber werden den Vorteil eines früheren Beginnens und einiger
Fortschritte in der richtigen Richtung haben. Doch den wahren Nutzen von dieser
Rechtfertigung aus Glauben in der gegenwärtigen Zeit verfehlt die Klasse p zu erkennen. Er darin besteht, dass jetzt einige für einen
besonderen Zweck befähigt werden, das annehmbare Opfer darzubringen und als
Glieder des "Leibes Christi“ zur n-Klasse zu gelangen. Die Klasse p empfängt die Gnade Gottes (die Rechtfertigung) "vergeblich“ (2. Kor. 6:1), sie verfehlt, weiterzugehen und stellt
sich selbst nicht als annehmbare Opfer dar in dieser Zeit, in welcher Opfer vor
Gott annehmbar sind. Die Glieder dieser Klasse werden von dem Apostel
"Brüder“ genannt, obwohl sie nicht "Geheiligte“, nicht Glieder des
geweihten "Leibes“ sind. (Röm. 12:1) In demselben Sinn wird das ganze
Geschlecht, nachdem es wiederhergestellt worden ist, für immer Brüder des
Christus und Kinder Gottes sein, jedoch von unterschiedlicher Natur. Gott ist
der Vater von allen, die in Harmonie mit ihm sind, auf
welcher Stufe und welcher Natur sie auch sein mögen.
Eine andere
Klasse, die mit der Namenkirche verbunden ist, besteht aus solchen, die nie an
Jesus als das Opfer für ihre Sünden geglaubt haben, und die folglich nicht
gerechtfertigt, nicht auf der Stufe N sind. Sie werden durch den Teil q unter Stufe der N dargestellt. Das sind die "Wölfe in Schafskleider“;
trotzdem nennen sie sich Christen und werden als Glieder der Namenkirche
anerkannt. Sie sind keine wahrhaftig Gläubigen an Christus als ihren Erlöser
und gehören auf die Stufe R. Sie sind ein Teil der Welt und sind nicht an ihrem
Platz in der Herauswahl, sondern ein großer Schaden für sie. In diesem
gemischten Zustand, mit diesen verschiedenen Klassen, n, m, p, q, die sich untereinander vermischen und sich selbst alle Christen
nennen, hat die Herauswahl das ganze Evangeliumszeitalter hindurch bestanden.
Wie unser Herr es vorhergesagt hatte: Das Himmelreich dem Namen nach (die
Namenkirche) ist wie ein Acker mit Weizen und Unkraut besät. Und er sagte, er
werde "beides zusammen wachsen“ lassen "bis zur Ernte“ am Ende des
Zeitalters. In der Erntezeit wird er zu den Schnittern ("den Engeln“ -
Sendboten) sagen: Sammelt den Scheinweizen zusammen und bindet ihn in Bündel,
um es zu verbrennen; aber den Weizen sammelt in meine Scheune. - Mt
13:38,41,49???
Diese Worte
unseres Herrn zeigen uns, dass während er es beabsichtigte, dass beides während
des Zeitalters zusammen wachsen und dem Namen nach als Glieder der Herauswahl
anerkannt werden sollte, er es auch beabsichtigte, dass eine Zeit der Trennung
zwischen diesen verschiedenen Elemente kommen sollte, wo diejenigen, welche in
Wahrheit die Herauswahl sind, seine von Gott anerkannten und angenommen
Heiligen (n), offenbar gemacht werden. - Mt 13:39???
Während des
Evangeliumszeitalters wuchs sowohl der gute Same als auch der Scheinweizen, die
Fälschung. "Der gute Same sind die Kinder des Reiches“, die geistigen
Kinder, Klassen n und m; der
Scheinweizen dagegen sind die "Kinder des Bösen.“ Die ganze Klasse q und viele von der Klasse p sind daher
Scheinweizen, denn "niemand kann zwei Herren dienen“, und "ihr seid
Knechte von dem, welchem ihr gehorsam seid.“ Da solche in Klasse p ihren Dienst und ihre Talente nicht dem Herrn weihen, der sie
erkauft hat-ein vernünftiger Dienst-so verwenden sie zweifelsfrei viel von
ihrer Zeit und Kraft in Wirklichkeit im Widerspruch mit Gott und daher in dem
Dienst des Feindes.
Nun beachte auf
der Karte die "Ernte“ oder das Ende des Evangeliumszeitalters; beachte die
zwei Teile, in die es geteilt ist-sieben Jahre und drei und dreißig Jahre, die
genaue Parallele von der Ernte des jüdischen Zeitalters. Diese Ernte ist wie
die jüdische Ernte zuerst eine Zeit der Prüfung und Sichtung für die Herauswahl
und danach eine Zeit des Zornes oder des Ausgießens der "sieben letzten
Plagen“ über die Welt, einschließlich der Namenkirche. Die jüdische Herauswahl
war der "Schatten“ oder das Vorbild auf der fleischlichen Stufe von allem,
was die Evangeliumsherauswahl auf geistiger Stufe genießt. Das, was das
fleischliche Israel in der Erntezeit seines Zeitalters prüfte, war die
Wahrheit, die ihm damals vorgehalten wurde. Die damals fällige, zeitgemäße
Wahrheit war die Sichel und trennte die "rechten Israeliten“ von der
jüdischen Herauswahl dem Namen nach; und der echte Weizen war nur ein
verschwindend kleiner Bruchteil oder Überrest im Vergleich zu den äußerlichen
Bekennern. So ist auch die Ernte dieses Zeitalters. Die Ernte des
Evangeliumszeitalters steht, wie die des jüdischen, unter der Oberaufsicht des
Hauptschnitters, unseres Herrn Jesus, der dann gegenwärtig sein muß. (Off.
14:14) Das erste Werk des Herrn in der Ernte dieses Zeitalters wird das sein,
das Wahre vom Falschen zu trennen. Die Namenkirche nennt der Herr wegen ihres
gemischten Zustandes willen "Babylon“ -Verwirrung. Die Ernte ist die Zeit
für die Trennung der unterschiedlichen Klassen in der Namenkirche und für das
Ausreifen und Vervollkommnen der n-Klasse. Der
Weizen wird vom Unkraut getrennt, der reife Weizen vom unreifen usw. Diejenigen
in der Klasse n sind eine "Erstlingsfrucht“ des
Weizens. Sie werden nach der Trennung zur rechten Zeit die Braut Christi werden
und für immer bei ihrem Herrn und ihm gleich sein.
Die Trennung
dieser kleinen Herde von Babylon wird durch Figur s angezeigt. Sie ist auf dem Weg, mit dem Herrn eins zu werden, seinen Namen tragen und seine Herrlichkeit zu teilen.
Der verherrlichte Christus, Haupt und Leib, wird durch die Figur w gezeigt. Die Figuren t, u und v stellen "Babylon“ -die
Namenkirche-dar, die während "der Zeit der Drangsal“, am "Tag des
Herrn“, fällt und zerbricht. Obwohl dies als schrecklich erscheinen mag, wird
es für alle vom wahren Weizen tatsächlich von großem Vorteil sein. Babylon
fällt, weil es nicht das ist, was es zu sein beansprucht. Die Namenkirche
enthält viele Heuchler, die sich wegen ihrer ehrenvollen Stellung in den Augen
der Welt mit ihr verbinden und welche Babylon durch ihr Verhalten vor der Welt
stinkend machen. Der Herr kannte immer ihren wahren Charakter, aber in
Übereinstimmung mit seinem Vorsatz überliess er sie bis zur Ernte sich selbst,
da er ,, aus seinem Reich (der wahren Herauswahl) alle Ärgernisse und die da
unrecht tun“ sammeln (in Bündel binden) und in den Feuerofen (der Drangsal, zur
Zerstörung ihres nominellen Systems und des falschen
Bekenntnisses) werfen wird. "Dann werden die Gerechten (die n-Klasse) leuchten wie die Sonne in dem Reich ihres Vaters.“ { Mt
13:41-43} Die Drangsal, die über die Namenkirche kommt, wird zum großen Teil
von dem Anwachsen des Unglaubens und des Spiritismus in verschiedenen Arten
verursacht werden, welches schwere Prüfungen für Babylon sein werden, weil
Babylon an vielen falschen Lehren festhält, welche im Widerspruch mit Gottes
Wort sind. Wie in der Ernte des jüdischen Zeitalters das Kreuz Christi dem Juden, der da Herrlichkeit und Macht erwartete, ein
Stein des Anstosses und dem weltweisen Griechen eine Torheit war, so wird es in
der Ernte des Evangeliumszeitalters auch der Stein des Anstosses und der Fels
des Ärgernisses sein.
Jeder, der auf
Christus irgend etwas anderes als Gold, Silber und kostbare Steine der Wahrheit
aufgebaut hat und einen
dementsprechenden Charakter,
wird sich selbst während der Zeit des Zornes (Feuers) schwer bedrängt finden,
denn alle Irrtümer aus Holz, Heu und Stroh werden in der Lehre und in der
Ausübung verzehrt werden. Diejenigen, die richtig gebaut haben und welche
folglich einen vom Herrn anerkannten Charakter besitzen, werden durch die Figur
s dargestellt, während t die "große Schar“ darstellt, die vom Geist Gezeugten, welche
aber mit Holz, Heu und Stroh gebaut haben-Weizen, der aber nicht völlig
ausgereift ist zu der Zeit des Einsammelns der Erstlingsfrucht (s). Diese Klasse t verliert den Preis auf den Thron und die
göttliche Natur, aber sie werden schließlich die Geburt als Geistwesen
erreichen, jedoch von einer niedrigeren Ordnung als die göttliche Natur; indem
sie Diener sein werden und nicht Herrscher. (Off. 7:15) Obwohl sie in Wahrheit
geweiht sind, werden sie doch in solch einem Mass vom weltlichen Geist
überwunden, dass sie verfehlen, ihr Leben als Opfer darzubringen. Selbst in
"der Ernte“, während die lebenden Glieder der Braut von den anderen durch
die Wahrheit getrennt werden, werden die Ohren der
anderen, einschließlich der Klasse t, schwerfällig
beim Hören sein. Sie werden in dieser Zeit der Trennung langsam im Glauben und
langsam im Handeln sein. Ohne Zweifel werden sie sehr enttäuscht sein, wenn sie
danach erkennen, dass die Braut vollendet und mit dem Herrn vereinigt worden
ist, und dass sie, weil sie gleichgültig und zu beschwert waren, diesen großen
Preis verloren haben; aber die Herrlichkeit des Planes Gottes, den sie dann als
einen Plan der Liebe sowohl für sich selbst als auch für die ganze Welt
erkennen werden, wird ihren Schmerz völlig hinweg nehmen, und jauchzend werden
sie rufen: "Hallejula! denn der Herr, unser Gott, der Allmächtige, hat die
Herrschaft angetreten. Lasst uns fröhlich sein und frohlocken und ihm die Ehre
geben. Denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und sein Weib hat sich
bereitet.“ (Off. 19:6,7) Beachte auch die überreiche Vorkehrung des Herrn: die
Botschaft wird ihnen gesandt-obwohl ihr nicht die Braut des Lammes seid, dürft
ihr bei dem Hochzeitsmahl anwesend sein. -"Glückselig, die geladen sind
zum Hochzeitsmahl des Lammes!“ (Vers 9) Diese Schar wird zur rechten Zeit durch
die Züchtigungen des Herrn mit ihm und seinem Plan völlig in Einklang kommen
und ihre Kleider waschen, so dass sie schliesslich die Stellung (y) auf der geistigen Stufe L, der Braut zunächst, erreichen wird. -Off. 7:14,15
Die Zeit der
Drangsal für die Welt wird eintreffen, nachdem Babylon angefangen hat zu fallen
und sich aufzulösen. Es wird ein Umstürzen aller menschlichen
Gesellschaftsordnungen und aller Regierungen geben, um die Welt für die
Herrschaft der Gerechtigkeit vorzubereiten. Während der Zeit der Drangsal (S)
wird das fleischliche Israel (e), das aus dem guten Ölbaum ausgerissen
worden ist bis die Fülle (Vollzahl) der Nationen eingegangen ist, zu Gottes
Gnade wiederhergestellt, und die Herauswahl des Evangeliums oder das geistige
Israel wird vollendet und verherrlicht werden. Während des
Millenniumszeitalters wird Israel die wichtigste Nation der Erde sein, an der
Spitze von allen auf der irdischen Stufe des Daseins, und ganz allmählich
werden alle Gehorsamen zur Einheit und Harmonie mit ihr gezogen werden.
Sowohl ihre
Wiederherstellung zur vollkommenen menschlichen Natur als auch die der Welt im
allgemeinen wird ein allmähliches Werk sein und zu ihrer Vollendung wird das
ganze Millenniumszeitalter nötig sein. Während jener tausendjährigen Herrschaft
Christi wird der adamitische Tod ganz allmählich verschlungen oder zunichte
gemacht werden. Seine verschiedenen Stufen-sowohl Krankheit, Schmerz und
Schwachheit als auch das Grab-werden sich der Macht des großen
Wiederherstellers beugen bis am Ende jenes Zeitalters die große Pyramide unserer
Karte vollendet sein wird. Der Christus (x) wird das
Haupt über allem sein-über die große Schar, über die Engel und die Menschen-dem
Vater zunächst. Als nächstes in der Reihenfolge oder dem Rang nach wird die
große Schar sein, Geistwesen (y), und dann die Engel; danach Israel nach
dem Fleisch (z) als das Haupt der irdischen Nationen,
welches nur wahre Israeliten einschließt; danach die Welt der Menschen (w), zur Vollkommenheit des Daseins wiederhergestellt, gleich dem
Haupt des Menschengeschlechtes, Adam, bevor er sündigte. Diese
Wiederherstellung wird ganz allmählich während des Millenniumszeitalters-der
Zeiten der Wiederherstellung-vollendet werden (Apg. 3:21). Einige jedoch werden
aus dem Volk vernichtet werden: Zuerst alle diejenigen, welche sich unter dem
vollen Licht und voller Gelegenheit hundert Jahre lang weigern, hinsichtlich
der Gerechtigkeit und der Vollkommenheit Fortschritte zu machen (Jes. 65:20).
Zweitens diejenigen, welche sich, nachdem sie die Vollkommenheit erlangt haben,
in der Schlussprüfung am Ende des Millenniums als unwürdig erweisen. (Off.
20:9) Solche sterben den Zweiten Tod, aus dem keine Auferstehung oder
Wiederherstellung verheißen ist. Nur eine volle persönliche Prüfung ist
vorgesehen. Nur ein Lösegeld wurde jemals gegeben. Christus stirbt nicht
wieder.
Wenn wir den
erhabenen Plan unseres Vaters betrachten hinsichtlich der Erhöhung der
Herauswahl und der Segnung durch sie für Israel zuerst und durch Israel für
alle Geschlechter der Erde mit einer Wiederherstellung aller Dinge, so erinnert
uns das an den Lobgesang der Engel: "Herrlichkeit Gott in der Höhe, und
Friede auf Erden, an den Menschen ein Wohlgefallen.“ Das wird die Erfüllung von
Gottes Plan sein-"alles unter ein Haupt zusammenzubringen in dem
Christus.“ Wer wird dann sagen, dass Gottes Plan ein Fehlschlag gewesen ist?
Wer wird dann sagen, dass er das Böse nicht zum Guten gelenkt hat und den Zorn
der Menschen und der Dämonen zu seinem Lobpreis?
Die vollkommene
Figur einer Pyramide dient nicht nur sehr gut dem Zweck, vollkommene Wesen
darzustellen, sondern es dient noch dem weiteren Zweck, die Einheit der ganzen
Schöpfung darzustellen, weil sie in der Erfüllung von Gottes Plan eins sein wird, nachdem die Harmonie und die Vollkommenheit aller
Dinge unter der Leitung des Christus erreicht worden ist, der nicht nur das
Haupt der Herauswahl ist, welche sein Leib ist, sondern der auch das Haupt
aller Dinge im Himmel und auf der Erde ist. - Eph 1:10???
Christus Jesus
war der "Anfang“, das "Haupt“, der "Hauptstein“, der
"Haupt-Eckstein“ (der Stein, welcher sich an der Spitze befindet) dieses
großartigen Bauwerkes, welches jetzt erst begonnen hat; und jeder Unterstein
muss in Harmonie mit den Linien und Winkeln des Hauptsteines eingesetzt werden.
Wie viele Arten von Steinen in diesem Bauwerk sein mögen, wie viele
unterschiedliche Naturen es unter den irdischen und himmlischen Söhnen Gottes
geben mag, sie alle müssen, um für immer ihm annehmbar zu sein, nach dem Bild
seines Sohnes gestaltet werden. Alle, die zu diesem Gebäude gehören werden,
müssen denselben Geist des Gehorsams gegen Gott und denselben Geist der Liebe
gegen ihn und alle seine Geschöpfe besitzen, wie es so erhaben in Jesus
veranschaulicht ist, der Liebe, welche die Erfüllung des Gesetzes ist. Du
sollst den Herrn lieben mit deinem ganzen Herzen, Verstand, Seele und Kraft und
deinen Nächsten wie dich selbst.
In dem Ablauf
(wie Gottes Wort dieses Zusammenfassen aller Dinge in einem, sowohl die
himmlischen als auch die irdischen unter ein Haupt, darlegt) wurde Christus
Jesus, das Haupt, zuerst ausgewählt; zweitens die Herauswahl, die sein Leib
ist. Die Engel und andere geistigen Klassen kommen als nächstes; danach die
Würdigbefundenen von Israel und der Welt. Beginnend mit dem Höchsten werden die
Unterweisungen fortschreiten bis alle, die willig sind, zur
Harmonie und Einheit gebracht worden sind.
Eine
Besonderheit dabei ist, dass dieser geprüfte Haupteckstein zuerst gelegt worden
ist, und der "Grundstein“ (Jes. 28:16) genannt wird. Auf diese Weise wird
die Tatsache veranschaulicht, dass die Grundlage aller Hoffnung auf Gott und
Gerechtigkeit nicht auf der Erde, sondern in den Himmeln liegt. Diejenigen, welche
unter diesem Grundstein aufgebaut und mit diesem himmlischen Grundstein
vereinigt werden, werden durch die himmlische Anziehungskraft und Gesetze
festgehalten. Und obwohl diese Ordnung das genaue Gegenteil von einem irdischen
Gebäude ist, wie passend ist es doch, dass der Stein, in dessen Ebenbild das
ganze Gebäude sein wird, zuerst gelegt wurde. Wie passend ist es auch, dass
unsere Grundlage nach oben hin und nicht nach unten hin gelegt worden ist, und dass wir als lebendige Steine
in allem in ihn hinein gebaut werden. Auf diese Weise wird das Werk im
Millennium voranschreiten bis jede Schöpfung von jeder Natur im Himmel und auf
der Erde Gott preisen und ihm dienen wird in Übereinstimmung mit dem
vollkommenen Gehorsam. Das Weltall wird dann gereinigt sein, denn an jenem Tag
wird "es geschehen, jede Seele,
die nicht auf jenen Propheten hören wird, wird aus dem Volk ausgerottet werden“
- in dem Zweiten Tod. -Apg. 3:22,23
Die Stiftshütte
in der Wüste
Dieselbe Lehre,
die auf der Karte der Zeitalter veranschaulicht wurde, wird auch hier in diesem
von Gott angeordneten Vorbild gelehrt, dessen Bedeutung später genauer geprüft
werden wird. Wir stellen sie daneben, damit die verschiedenen Stufen oder
Schritte bis zum Allerheiligsten entsprechend beachtet und erkannt werden
können, wie sie dieselben Stufen lehrt, die bereits in Einzelheiten schon näher
betrachtet wurden. Außerhalb des Vorhofes der Stiftshütte liegt die ganze Welt
in der Sünde und ist auf der Stufe der Verderbtheit, R. Mit dem Eintritt durch
das "Tor“ in den "Vorhof“ werden wir zu Gläubigen oder gerechtfertigten Personen auf der Stufe N. Diejenigen, die
vorwärts schreiten in die Weihung kommen zu der Tür der Stiftshütte und durch
den ersten Vorhang eingehend (auf die Stufe M) werden sie Priester. Sie werden
durch die "Schaubrote“ gestärkt und erleuchtet durch den "Leuchter“
und befähigt, am "goldenen Altar“ Gott durch Jesus Christus ein
annehmbares Opfer darzubringen. Schliesslich werden sie in der ersten
Auferstehung in das "Allerheiligste“ (die Stufe L) eintreten, in den
vollkommenen geistigen Zustand, und dann folgt ihre Vereinigung mit Jesus in die Herrlichkeit des Königreiches
auf die Stufe K.